Igel
Alljährlich verlieren Tausende von Igeln auf den Strassen ihr Leben. Um
Nahrung zu suchen oder einen Geschlechtspartner zu finden, müssen sie
mehrmals pro Nacht Strassen überqueren. Ihre einzige Überlebenschance
sind Autofahrer, die in Siedlungen und Siedlungsnähe sowie in reich
strukturierten Gebieten nicht zu schnell fahren, damit die Tiere
rechtzeitig ausweichen können.
Ursprünglich lebten die einheimischen Igel im Wald und in der reich
strukturierten traditionellen Kulturlandschaft. Durch die intensive
Bewirtschaftung haben sie dort jedoch ihre Lebensgrundlage verloren. Auf
ausgeräumten Landwirtschaftsflächen oder im monotonen Wirtschaftswald
finden Igel weder Unterschlupf noch genügend Nahrung. Heute bewohnen die
meisten Igel den Siedlungsraum der Menschen und sind sogar mitten in
unseren Städten heimisch geworden. Durch die enge Nachbarschaft mit dem
Menschen drohen dem Igel aber viele neue Gefahren, die sehr direkt von
den verschiedensten menschlichen Aktivitäten ausgehen.
Wo Nistgelegenheiten und Nahrungsangebot kleinräumig ineinander
übergehen, fühlen sich Igel wohl. Sie leben daher heute hauptsächlich im
durchgrünten Siedlungsrandbereich, in Gärten und Parks, die verschiedene
Strukturen aufweisen, wie Hecken, Gebüsch, Bodendecker, Laub- und
Reisighaufen. Igel sind in Höhen bis zu 1400 m über Meer beobachtet
worden. Die Grösse der lgel-Lebensräume ist unterschiedlich: In
Parkanlagen von Städten ist er relativ klein, in ländlichen Gegenden
beträgt er bei Männchen bis zu 100 ha (manchmal sogar noch mehr), bei
Weibchen 20 bis 30 ha. Nicht nur das Nahrungsangebot spielt für den
Flächenanspruch eine Rolle, für Igel-Männchen ist die Verteilung der
Weibchen ausschlaggebend. Obwohl Igel Einzelgänger und sehr reviertreu
sind, verteidigen sie ihr Gebiet nicht gegen Artgenossen.
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Fährte: Vorder- und Hinterpfote mit 5 Zehen, Länge und Breite der Abdrücke ist gleich, 2,5 cm auf 2,8 cm. Durch die Stellung der Zehen sind Vorder- und Hinterpfote jedoch leicht zu unterscheiden. Die Schrittlänge beträgt 20 bis 25 cm.
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Frühlingserwachen bei den Igeln. Jetzt Gefahr für Männchen
Die Angefahrenen sind oftmals übel zugerichtet. Denn der
Strassenverkehr ist für dieses "Urtier", das seit fast zwanzig Millionen
Jahren existiert, zum grössten Feind geworden. Mehrere Zehntausend Igel
werden in der Schweiz pro Jahr überfahren. Im Sommer trifft es vor allem
die Nachwuchs säugenden Weibchen, im Herbst die nach einem
Winterquartier suchenden Jungtiere und im Frühling die paarungswilligen
Männchen. Bis zu 24 Mal pro Nacht überqueren sie, dem Lockruf der
Weibchen folgend, die Strasse. Denn der Lebensraum dieser dämmerungs-
und nachtaktiven Tiere (Wald- und Heckenränder, sowie Gärten und Pärke
in siedlungsnahen Gebieten) ist meistens von Strassen zerschnitten.
zuerst zögern – und dann fliehen
Auf der Strasse aber lauert Gefahr. Dieser begegnen die Igel allerdings
anders, als verbreitet angenommen. Beobachtungen haben gezeigt, dass sie
sich, sobald sie ein herannahendes Auto wahrnehmen, nicht einkugeln,
sondern einen Moment lang zögern – und dann fliehen. Nur bei Lärm und
Erschütterungen in unmittelbarer Nähe – zum Beispiel bei lautem
Kindergeschrei oder Hundebellen – formen sich die Igel zur schützenden
Kugel und verharren an Ort und Stelle. Bei ihrer Flucht im
Strassenverkehr wird den Igeln meistens die hohe Geschwindigkeit der
Motorfahrzeuge zum Verhängnis.


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