Igel

Alljährlich verlieren Tausende von Igeln auf den Strassen ihr Leben. Um Nahrung zu suchen oder einen Geschlechtspartner zu finden, müssen sie mehrmals pro Nacht Strassen überqueren. Ihre einzige Überlebenschance sind Autofahrer, die in Siedlungen und Siedlungsnähe sowie in reich strukturierten Gebieten nicht zu schnell fahren, damit die Tiere rechtzeitig ausweichen können.

http://groups.myspace.com/index.cfm?fuseaction=groups.groupProfile&groupID=104048169&MyToken=78c5b074-db1c-4091-a958-811b9ebc7fe1 Ursprünglich lebten die einheimischen Igel im Wald und in der reich strukturierten traditionellen Kulturlandschaft. Durch die intensive Bewirtschaftung haben sie dort jedoch ihre Lebensgrundlage verloren. Auf ausgeräumten Landwirtschaftsflächen oder im monotonen Wirtschaftswald finden Igel weder Unterschlupf noch genügend Nahrung. Heute bewohnen die meisten Igel den Siedlungsraum der Menschen und sind sogar mitten in unseren Städten heimisch geworden. Durch die enge Nachbarschaft mit dem Menschen drohen dem Igel aber viele neue Gefahren, die sehr direkt von den verschiedensten menschlichen Aktivitäten ausgehen.

Wo Nistgelegenheiten und Nahrungsangebot kleinräumig ineinander übergehen, fühlen sich Igel wohl. Sie leben daher heute hauptsächlich im durchgrünten Siedlungsrandbereich, in Gärten und Parks, die verschiedene Strukturen aufweisen, wie Hecken, Gebüsch, Bodendecker, Laub- und Reisighaufen. Igel sind in Höhen bis zu 1400 m über Meer beobachtet worden. Die Grösse der lgel-Lebensräume ist unterschiedlich: In Parkanlagen von Städten ist er relativ klein, in ländlichen Gegenden beträgt er bei Männchen bis zu 100 ha (manchmal sogar noch mehr), bei Weibchen 20 bis 30 ha. Nicht nur das Nahrungsangebot spielt für den Flächenanspruch eine Rolle, für Igel-Männchen ist die Verteilung der Weibchen ausschlaggebend. Obwohl Igel Einzelgänger und sehr reviertreu sind, verteidigen sie ihr Gebiet nicht gegen Artgenossen.

 
Igelspur
Igelkot
Fährte:
Vorder- und Hinterpfote mit 5 Zehen, Länge und Breite der Abdrücke ist gleich, 2,5 cm auf 2,8 cm. Durch die Stellung der Zehen sind Vorder- und Hinterpfote jedoch leicht zu unterscheiden. Die Schrittlänge beträgt 20 bis 25 cm.

Kot:
Die Länge kann variieren von 3 bis 4 cm, manchmal mehr bei einer Breite von 8 bis 10 mm. Meist sind sie schwarz glänzend (durch die Insektenreste).

 

Frühlingserwachen bei den Igeln. Jetzt Gefahr für Männchen

Die Angefahrenen sind oftmals übel zugerichtet. Denn der Strassenverkehr ist für dieses "Urtier", das seit fast zwanzig Millionen Jahren existiert, zum grössten Feind geworden. Mehrere Zehntausend Igel werden in der Schweiz pro Jahr überfahren. Im Sommer trifft es vor allem die Nachwuchs säugenden Weibchen, im Herbst die nach einem Winterquartier suchenden Jungtiere und im Frühling die paarungswilligen Männchen. Bis zu 24 Mal pro Nacht überqueren sie, dem Lockruf der Weibchen folgend, die Strasse. Denn der Lebensraum dieser dämmerungs- und nachtaktiven Tiere (Wald- und Heckenränder, sowie Gärten und Pärke in siedlungsnahen Gebieten) ist meistens von Strassen zerschnitten.

zuerst zögern – und dann fliehen
Auf der Strasse aber lauert Gefahr. Dieser begegnen die Igel allerdings anders, als verbreitet angenommen. Beobachtungen haben gezeigt, dass sie sich, sobald sie ein herannahendes Auto wahrnehmen, nicht einkugeln, sondern einen Moment lang zögern – und dann fliehen. Nur bei Lärm und Erschütterungen in unmittelbarer Nähe – zum Beispiel bei lautem Kindergeschrei oder Hundebellen – formen sich die Igel zur schützenden Kugel und verharren an Ort und Stelle. Bei ihrer Flucht im Strassenverkehr wird den Igeln meistens die hohe Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge zum Verhängnis.

 

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24 - 28 cm lang sind erwachsene, gesunde Igel. Sie bringen 800 bis 1500 gr auf die Waage.

100 ha (200 Fussballfelder) gross ist der Lebensraum von Igelmännchen im ländlichen Gebiet. Weibchen beanspruchen nur 20 - 30 ha.

150 gr Nahrung muss ein Igel durchschnittlich auftreiben, um überleben zu können. Igel fressen vor allem Insekten und Kleintiere.

179 Tage dauert der Winterschlaf bei Jungigeln im Durchschnitt. Ältere, weibliche Tiere kommen sogar auf 198 Tage.

Pro Igel setzt sich seit 1988 für den Schutz und die Förderung des einheimischen Igels und seiner Lebensräume ein. Dem gemeinnützigen Verein gehören erfahrene Igelpfleger, Biologen, Toxikologen, Tierärzte und interessierte Igelfreunde an.

Igel sind geschützt. Gemäss
Art. 20, Abs. 1, des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG),
Art. 20 Abs. 2 und Anh. 3 der Natur- und Heimatschutzverordnung (NHV) ist der Igel bundesrechtlich geschützt.

 

Was tun, wenn man einem Igel begegnet?

- In der Dämmerung und nachts besonders aufmerksam sein.

- Mit angemessener Geschwindigkeit fahren.

- Wenn möglich die Scheinwerfer einschalten.

- Die Strassenränder in der Nähe von Hecken und Wäldern und in siedlungsnahen Gebieten gut beobachten.

- Findet man auf der Strasse einen unverletzten Igel, bringt man ihn aus der Gefahrenzone, wenn irgendwie möglich in jene Richtung, die er eingeschlagen hat (mit einem Tuch oder Kleidungsstück anfassen).

- Ist der Igel verletzt, ruft man den zuständigen Wildhüter oder die Igelstation an.

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 update © ES   08. April 2009