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Bemerkungen
Die Wanderratte (Rattus norvegicus)
ist ein wenig grösser als die Hausratte, nämlich einschliesslich des
ca. 20 cm messenden Schwanzes ca. 45 cm lang. Der Oberteil des
Körpers und Schwanzes ist bräunlichgrau, die Unterseite scharf
abgesetzt grauweiß, die Mittellinie des Rückens gewöhnlich etwas
dunkler als die Seite des Leibes, die mehr ins Gelblichgraue spielt.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit lässt sich annehmen, dass die
ursprüngliche Heimat der Wanderratte Mittelasien gewesen ist. Erst
Pallas beschreibt die Wanderratte mit Sicherheit als europäisches
Tier und berichtet, dass sie im Herbst 1727 nach einem Erdbeben in
grossen Massen aus den kaspischen Ländern nach Europa eingerückt
sei. Sie setzte bei Astrachan in grossen Haufen über die Wolga und
verbreitete sich von hier rasch nach Westen hin. Fast zu derselben
Zeit, im Jahre 1732 nämlich, wurde sie auf Schiffen von Ostindien
nach England verschleppt, und nunmehr begann sie auch von hier aus
ihre Weltwanderung. In Ostpreussen erschien sie im Jahre 1750, in
Paris bereits 1753, in Deutschland war sie schon 1780 überall häufig
zu finden in Dänemark und in der Schweiz kennt man sie erst seit
Anfang des vorigen Jahrhunderts als einheimisches Tier. Im Jahre
1775 wurde sie nach Nordamerika verschleppt und erlangte hier
ebenfalls in kürzester Zeit eine unglaublich große Verbreitung.
Gegenwärtig ist sie über alle Teile der Erde verbreitet und selbst
auf den ödesten und einsamsten Inseln zu finden.In der Lebensweise,
in den Sitten und Gewohnheiten, im Vorkommen usw. stimmen beide
Ratten so sehr überein, dass man die eine schildert, indem man die
andere beschreibt. Wenn man festhalten will, dass die Wanderratte
mehr in den unteren Räumlichkeiten der Gebäude und namentlich in
feuchten Kellern und Gewölben, Abzugsgräben, Schleusen, Senkgruben,
Fleten und an Flussufern sich eingenistet hat, während die Hausratte
den oberen Teil des Hauses, die Kornböden, Dachkammern usw.
vorzieht, wird nicht viel mehr übrigbleiben, was nicht beiden Arten
gemeinsam wäre. Die eine wie die andere Art bewohnt alle nur
möglichen Räumlichkeiten der menschlichen Wohnungen und alle nur
denkbaren Orte, welche Nahrung versprechen. Sie leben im Stalle, in
der Scheune, im Hof, im Garten, an Flußufern, an der Meeresküste, in
Kanälen, der unterirdischen Kanalisation grösserer Städte usw., kurz
überall, wo sie nur leben können, obschon die Hausratte ihrem Namen
immer Ehre zu machen sucht und sich möglichst wenig von der
eigentlichen Wohnung der Menschen entfernt.Die Ratten fressen alles
Geniessbare. Die schmutzigen Abfälle des menschlichen Haushalts sind
ihnen unter Umständen noch immer recht. Sie fressen Leder und Horn,
Körner und Baumrinde oder, besser gesagt, alle nur denkbaren
Pflanzenstoffe, und was sie nicht fressen können, zernagen sie
wenigstens. Ratten laufen rasch und geschickt, klettern
vortrefflich, sogar an ziemlich glatten Wänden empor, schwimmen
meisterhaft, führen ziemlich weite Sprünge aus und graben, wenn auch
nicht gern ausdauernd nacheinander. Die Wanderratte schwimmt bei
weitem besser als die Hausratte, auch kann sie exzellent tauchen |
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