Ordnung Nagetiere
Familie Hörnchen Bilche Biber Biberratte Langschwanzmäuse (Altweltmäuse) Wühlmäuse
Gattung Erd-hörnchen Baum-hörnchen                
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Biberratte
(Nutria)

 

Beschreibung

Die Biberratte (Myocastor coypus), auch Nutria oder seltener Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte, Coypu, Wasserratte genannt, ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart. Sie wird entweder in einer eigenen Familie, Myocastoridae, oder als Unterfamilie Myocastorinae innerhalb der Stachelratten (Echimyidae) eingeordnet.

Die Biberratte wird gelegentlich mit der aus Nordamerika stammenden Bisamratte verwechselt, die sich gleichfalls in Europa als Neozoon etabliert hat, allerdings kleiner ist und einen seitlich abgeplatteten Schwanz hat.
 

Merkmale

Biberratten werden bis zu 65 Zentimeter lang und wiegen dann acht bis zehn Kilogramm. Sie haben einen runden Schwanz von etwa 45 Zentimeter Länge.

Nutrias leben paarweise oder in Gemeinschaften mit etwa 12 bis 15 Tieren zusammen. Dabei bleiben sich die Päärchen aber immer treu. In Südamerika sind die Kolonien noch größer.

Das Nutria lebt wie seine Verwandten, der Biber und die Bisamratte, meist in Erdhöhlen. Die können bis zu sechs Meter lang werden und bis zu drei Meter tief in den Boden reichen. Gerne verjagen Nutrias dafür auch Bisamratten, um dann deren Höhlen auszubauen. Der Eingang zur Höhle liegt bei Nutrias immer über der Wasserlinie, im Gegensatz zu Bisam und Biber. Nutrias bauen aber auch manchmal Schilfnester über der Erde als Behausung.

 

Verhalten


 

Lebensraum und Nahrung

Im Tessin und am Genfersee hat sich eine exotische Tierart eingenistet: die südamerikanische Biberratte. Die Kantone haben dem Nager nun den Kampf angesagt.

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Exoten: Vom Menschen eingeführte Tierarten
Sie sieht aus wie ein zu klein geratener Biber und verhält sich auch ganz ähnlich: die Biberratte, auch Nutria oder Sumpfbiber genannt. Bestes Unterscheidungsmerkmal zum Biber ist neben der geringeren Grösse der Schwanz, der nicht die Form einer Kelle hat, sondern rund und unbehaart ist. Einzelne frei lebende Nutrias wurden hierzulande seit 1940 immer mal wieder gesehen. Doch nie konnten sich die eingewanderten Tiere erfolgreich fortpflanzen. Nun scheint die Art jedoch definitiv Fuss zu fassen: Mehrere Biberratten leben aktuell in der Magadinoebene TI und in der Region des Genfersees. Bei beiden Populationen besteht eine Anbindung an grosse Bestände in Italien und Frankreich. Auch vom Norden her könnte die Nutria bald einwandern: Die nächsten Vorkommen liegen in der Rheinebene nördlich von Basel und im Burgund.

Aus Pelzfarmen entwichen
Die Biberratte stammt eigentlich aus Südamerika. Für ihre weltweite Ausbreitung ist der Mensch verantwortlich: Seit etwa 1890 wurde die Art in vielen Teilen der Welt als Pelzlieferant gezüchtet. Vor allem in den neunziger Jahren gaben dann viele Pelztierzüchter ihre Farmen auf, – und einige entliessen ihre Tiere aus Bequemlichkeit in die Freiheit. Die freigelassenen Biberratten vermehrten sich schnell und gründeten frei lebende Bestände in Nordamerika, Asien und Europa.

Weitere Ausbreitung unerwünscht
Für die Biologen und Naturschützer ist die Ankunft der Nutria in der Schweiz keine gute Nachricht. Zwar ist zum allfälligen ökologischen Schadenspotential der Art gemäss Informationsdienst Wildtier Schweiz wenig bekannt. Möglich wäre aber, dass die Biberratte den einheimische Biber zunehmend verdrängt sowie Schilfflächen und Riedgebiete zerstört, was für viele seltene Tiere und Pflanzen problematisch wäre. Das Biodiversitätsmonitoring Schweiz erwartet jedoch nicht, dass die Nutria für die Artenvielfalt zum Problem werden könnte.

Auch die Landwirte freuen sich wohl nicht besonders über das exotische Nagetier. Bäume fällt die Biberratte zwar nicht, doch wo sie in grossen Beständen vorkommt, kann sie Ufer und Dämme untergraben und lokal Felder verwüsten. In Italien habe die Art bereits Schäden in Millionenhöhe verursacht, schrieb der «Blick» im Oktober 2008. Solche Szenarien sind allerdings in der Schweiz vorerst nicht zu erwarten.

Ob sich die Biberratte weiter ausbreiten wird, liegt nun in den Händen der Kantone. Denn diese haben laut der Jagdverordnung dafür zu sorgen, dass sich eingeschleppte Tiere nicht ausbreiten. Im Tessin gehen die Behörden bereits gegen das südamerikanische Nagetier vor: Neun Tiere wurden letztes Jahr eingefangen und «entfernt».



 

Fortpflanzung

Nagetiere ernähren sich üblicherweise von Pflanzen. Dazu dienen die mittleren Schneidezähne, die zu mächtigen, ständig wachsenden Nagezähnen umgebildet worden. Sie besitzen im Ober- und Unterkiefer je zwei gebogene, wurzellose Schneidezähne, die nur auf der Vorderseite mit hartem Zahnschmelz überzogen sind.

Der weichere hintere Teil wird andauernd abgenutzt, wodurch eine scharfe Schmelzkante entsteht. Wird ein Nagetier am Nagen gehindert, wachsen die Schneidezähne aus dem Munde heraus, krümmen sich nach hinten und bohren sich schließlich ins Fleisch.

Eckzähne sind keine vorhanden. Die Backenzähne sind zum Zerreiben der Nahrung eingerichtet. Das Kiefergelenk ist den reibenden Kaubewegungen angepasst: Die Nagetiere sind gekennzeichnet durch starke Kaumuskeln, im Zusammenhang mit der Nagefähigkeit abgewandelte, gegeneinander bewegliche Unterkieferhälften und einem sehr urtümlichen Gehirn.
 

Familie und Gattung

 

 

Nagetiere

 

Die Mehrzahl der Nagetiere ist kurzbeinig, quadruped (sich auf allen Vieren fortbewegend) und relativ klein. Wichtigstes gemeinsames Merkmal sind die jeweils zwei vergrößerten, dauerwachsenden Nagezähne im Ober- und Unterkiefer, die nur auf der äußeren Seite von Schmelz umgeben sind. Je nach Lebensraum und Lebensweise haben sich jedoch die unterschiedlichsten Formen gebildet.

 

 

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in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm Reh
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

 

Zahnformel

1

0

2

3

= 22

1 0 1 3
Charakteristisch ist die Ausbildung von zwei Paar grossen Schneidezähnen, die als Nagezähne benutzt werden. Diese sind stark gebogen und sehr lang. Sie sind an der Vorderseite mit einem harten Schmelz bedeckt und wachsen ständig nach. Eckzähne und vordere Backenzähne fehlen.

Spuren

 

 

 

  

 

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Bemerkungen

Nutrias lebten bis Ende des 17. Jahrhunderts ausschließlich in Südamerika - von Paraguay bis nach Chile. Dort bevölkerten sie in Kolonien von über 20 Tieren offene Flussufer und Sumpfgebiete. Heute leben Nutrias auf der ganzen Welt.
Wie kam es dazu?

Die Menschen jagten die Biberratten wegen ihres schönen Fells und ihres schmackhaften Fleisches. Ihr warmer, wasserabweisender Pelz wurde ihnen fast zum Verhängnis. Für Nutriafelle wurden hohe Preise gezahlt. Anfang des 19. Jahrhunderts waren deswegen fast alle in Freiheit lebenden Biberratten den Jägern zum Opfer gefallen. Strenge Schutzmaßnahmen verhinderten ihr Aussterben.

Doch ihr Pelz war es wenig später auch, der es den Nutrias ermöglichte, die ganze Welt zu erobern. Denn als es kaum noch wild lebende Nutrias gab, begannen die Menschen, die Nagetiere in Pelztierfarmen in der ganzen Welt zu halten. Aus den Farmen brachen immer wieder Tiere aus, andere wurden bewusst an Flüssen ausgesetzt. So kam es, dass Nutrias heute nicht nur in Südamerika wieder heimisch sind, sondern sich auch in den USA, in Japan oder in Ost- und Mitteleuropa ausgebreitet haben.

 

 

 

 

Kalender

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Brunft/Paarung                        
verl. Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Geweihaufbau                        
Schonzeit Bock                        
Schonzeit Reh                        
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 update © ES   25. Februar 2009