Marder und Marderartige
Beschreibung
Ein einheitliches Aussehen gibt es unter den
Mardern nicht. Sie sind äußerlich recht unterschiedlich. Was man über alle
Marder sagen kann, ist, dass es sich hierbei um kleinste bis mittelgroße
Landraubtiere handelt. An den Füßen befinden sich in der Regen 5 Zehen. Die
Krallen sind kurz und können teilweise eingezogen werden. Entweder sind Marder
Zehen-, Halbsohlen- oder Vollsohlengänger. Die Arten, die im Wasser leben (Otter
oder Wassermarder) haben zwischen den Zehen Schwimmhäute. Das Fell vieler Arten,
besonders das der Otter, ist dicht und hochwertig. Das Fell ist auch der Grund,
warum viele Tiere vom Menschen gejagt werden.
Marder haben das typische Raubtiergebiss mit 32-38 Zähnen mit dem Reißzahn. Das
Gelenk vom Unterkiefer sitzt sehr fest im Oberkiefer, darum können Marder nicht
mahlend kauen, sondern nur schneidend-quetschend.
Sämtliche Arten der Marder haben am After eine Drüse, die Stinkdrüse. Zur Abwehr
eines Feindes wird aus dieser Drüse ein übelriechendes Sekret versprüht. Dieser
Geruch ist so übelriechend, dass der Angreifer meistens nie wieder einen
Vertreter der entsprechenden Familie angreift. Sehr viele Arten sind in der
Lage, das Sekret als Sprühstrahl gezielt in Gesicht und Augen des Gegners zu
spritzen. Im Auge kann eine so starke Reizwirkung eintreten, dass der Gegner
daran sogar erblinden kann.
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Merkmale
Die Marder (Mustelidae) sind die ältesten, d.h.
ursprünglichsten lebenden Landraubtiere. Weltweit umfasst die Familie über 60
Arten. Unsere heimischen Marder gehören 3 Unterfamilien an, die sich in 5
Gattungen und 8 Arten aufteilen. Zur Unterfamilie gehören in der Gattung Erd-
und Stinkmarder (Mustela) Mauswiesel (M.nivalis), Hermelin (M.erminea),
Europäischer Nerz (M.lutreola) und Iltis (M.putorius) sowie in der Gattung
Eigentliche Marder (Martes) Baummarder (M.martes) und Steinmarder (M.foina). Aus
der Unterfamilie Dachse (Melinae) ist bei uns ebenso nur eine Gattung (Meles)
mit einer Art, nämlich dem Europäischen Dachs (M.meles) vertreten, wie aus der
Unterfamilie Otter (Lutrinae) die Gattung Fischotter (Lutra) mit dem Eurasischen
Fischotter (Lutra lutra).
Marder kommen in allen heimischen Lebensräumen vor, wobei eine unterschiedlich
ausgeprägte Spezialisierung stattgefunden hat. Diese äußert sich sowohl in
Körpermerkmalen als auch in Verhaltensweisen.
Das Verhältnis des Menschen zu den Mardern ist geprägt von der Nutzung als
Pelzlieferant und der Bekämpfung als Nahrungskonkurrent. Eine Art, der Iltis,
wurde in Form des Frettchens domestiziert.in Deutschland ist eine Marderart, der
Nerz, bereits ausgestorben. Otter und Iltis sind regional unterschiedlich stark
bedroht. Der Status von Dachs, Baummarder und Mauswiesel ist umstritten.
Lediglich der Bestand des Steinmarders ist unzweifelhaft gesichert.
Als Hauptbedrohungsfaktoren gelten vom Menschen verursachte Veränderungen der
Lebensräume und des Nahrungsangebotes, Überbejagung, Straßenverkehr und die
Anreicherung von Giftstoffen über die Nahrungskette.
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Verhalten
Viele Marder sind Einzelgänger und finden sich
nur für wenige Stunden während der Brunstzeit, die Ranz, zu Paaren zusammen.
Zur Paarungszeit hört man trillernde, zirpende und knurrende Kontaktlaute von
den Mardern, denn sie sind sehr stimmfreudig. Wenn rivalisierende Männchen oder
außerhalb der Paarungszeit zwei Tiere aufeinander treffen, kann man keckernde,
kreischende Warn- und Drohlaute hören. Kommt es zum Kampf, wird dieser von
gellendem Wutgeschrei begleitet.
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Lebensraum und Nahrung
Marder vertilgen mit Vorliebe Nagetiere. Dieses
ist für das Gleichgewicht der Natur sehr wichtig.
Die Art des Tötens ist typisch für Marder: Der Marder setzt bei kleineren Tieren
den Tötungsbiss am Hinterkopf oder am Nacken an. Bei größeren Tieren öffnet er
die Halsschlagader.
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Fortpflanzung
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Bemerkungen
Marder und Marderartige gehören zum
heimischen Haarraubwild. In der Regel sind die Marderartigen
dämmerungs- und nachtaktive Räuber.
Welche heimischen Raubwildarten
zählen zu den „Marderartigen“?
Die Familie der Marderartigen teilt man in echte Marder und
Stinkmarder ein, und dazu gehören noch die Dachse und Fischotter. Zu
den echten Mardern zählt man den als Kulturfolger sehr eng an die
Lebensweise des Menschen gebundenen Stein- oder Hausmarder sowie den
als Kulturflüchter sehr heimlich, im Wald lebenden Baummarder.
Zu den Stinkmardern gehören Iltis, Europäischer Nerz, Mink
(amerikanischer Nerz), Wiesel oder Hermelin und Mauswiesel.
Welcher Vertreter aus der Gruppe der
Marderartigen ist bei uns nicht autochthon sondern ein „Neubürger“?
Der Mink, auch amerikanischer Nerz genannt. Der aus Nord-Amerika
stammende Mink ist bei uns als Pelztier aus Gefangenschaftshaltungen
in die freie Wildbahn entwichen beziehungsweise wurde dort
ausgesetzt und hat sich in freier Wildbahn gut angepasst.
Man kann ihn auch als „amphibisches“ Säugetier bezeichnen, denn er
ist an den feuchten Lebensraum angepasst und besiedelt vorwiegend
schilfreiche Seen, Flussufer, Auwälder und Brüche. In einigen
Bundesländern wurde er dem Jagdrecht unterstellt und hat dort, bis
auf den Schutz der zur Aufzucht von Jungwild notwendigen
Elterntiere, ganzjährig Jagdzeit.
Welcher Marder ist flächenmäßig am
weitesten verbreitet und so der häufigste Vertreter der Gruppe?
Der Steinmarder. Bis auf Großbritannien und Skandinavien kommt der
Steinmarder in ganz Europa vor. In den kalten Regionen des
europäischen Russlands fehlt er ebenfalls. Er hat sich gut an die
menschliche Lebensweise angepasst und besiedelt als Bodenbewohner
(weniger Baumbewohner) Wälder und Siedlungen, dort Scheunen,
Stallungen und Hausböden. Er wird deshalb auch Haus- oder Dachmarder
genannt.
Welche Beutetiere schlagen
die Marderartigen?
Die Marderartigen sind in ihrem Beutespektrum sehr vielseitig und
anpassungsfähig an das jeweilige Angebot. Kleinsäuger bis
Kaninchengröße gehören ebenso zum Beutespektrum, wie Vögel und deren
Gelege und Insekten. Aas wird nicht verschmäht. Besonders gern
werden auch Beeren und Obst verzehrt. Marder dringen auch in
Geflügelhaltungen, Fasanerien und Ziergeflügelstationen ein.
Warum sollen die
Marderartigen besonders im Niederwildrevier intensiv bejagt werden?
Die Marderartigen ernähren sich unter anderem auch von Niederwild.
Zur Sicherung herbstlicher Niederwildstrecken ist eine Reduktion
auch dieser Raubwildarten notwendig, wobei stets auch bei den
Marderartigen ein Grundbesatz erhalten bleibt. Wirksam lassen sich
diese Raubwildarten nur mit Fallen bejagen.
Welche Arten der Gruppe sind
eher selten, stehen unter dem Schutz der Jäger und werden geschont?
Der Fischotter nimmt als vom Aussterben bedrohtes Wild eine
Sonderrolle ein, die seinen Vollschutz erfordert. Er ist nur
regional in gesicherten Besätzen vorhanden.
Der Baummarder ist nicht so häufig wie der Steinmarder, das trifft
regional auch auf den Iltis zu. Das Mauswiesel hat nur geringen
Einfluss auf das Niederwild und in vielen Ländern eine ganzjährige
Schonzeit.
Welche physiologische
Besonderheit hinsichtlich der Fortpflanzung gibt es in der Gruppe
der Marderartigen?
Stein- und Baummarder, Hermelin sowie Dachs haben eine verlängerte
Tragzeit, die durch die „Eiruhe“ verursacht wird. Beim Fischotter
ist das nicht endgültig geklärt.
Die befruchtete Eizelle ruht in einem frühen Stadium und macht eine
mehrwöchige Keimruhe durch, bevor sie sich in die
Gebärmutterschleimhaut einnistet und damit die Embryonalentwicklung
einsetzt.
Außer bei den genannten Marderartigen gibt es die Eiruhe auch beim
Rehwild und Seehund.
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