Rotfuchs
Beschreibung
Die Tiere dieser Gattung sind charakterisiert
durch einen schlanken Körper mit kurzen Beinen, einer zugespitzten Schnauze,
große, spitze Ohren sowie einen langen, buschigen Schwanz, der bei manchen Arten
so lang wie der Körper sein kann. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 35 bis
90 Zentimeter, wozu noch ein 18 bis 55 Zentimeter langer Schwanz kommt, und ein
Gewicht von 1 bis 14 Kilogramm. Das Fell kann je nach Art weiß, gelb, rötlich
oder grau gefärbt sein.
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist in Mitteleuropa
der einzige Vertreter der Füchse und ist daher meistens als „der Fuchs“
schlechthin bekannt. Er ist in Europa der häufigste Wildhund. In ihm vereinen
sich Schönheit und sprichwörtliche Schläue, unbändiger Überlebenswille und
einzigartige Anpassungsfähigkeit.
▲
Merkmale
Der Rotfuchs ist ein dämmerungs- und nachtaktives
Tier. Wie viele nachtaktive Tiere sind die Sinnesorgane des Fuchses speziell an
das Leben im Dunkeln angepasst. Der Fuchs hat ein sehr gutes Gehör. Die in fast
alle Richtungen drehbaren Ohren orten jedes Geräusch äusserts präzise. Auch die
Nase kann sich sehen lassen. Ein Fuchs verfügt über einen Geruchsinn, der über
400 mal besser als der des Menschen ist. Die Augen sind denen von Katzen
ähnlich. Im hellen Tageslicht bilden sie einen schmalen Spalt, während sie
nachts oval sind. Aufgrund der Struktur der Netzhaut nimmt man allerdings an,
das Füchse farbenblind sind. Füchse leben, von der Paarungszeit abgesehen,
einzelgängerisch und schließen sich nur selten mit Artgenossen zusammen. Die
meisten Füchse bewohnen Erdbaue, die sie entweder selbst graben oder auch von
einem Dachs übernehmen. Neben dem Hauptgang gräbt der Fuchs zusätzliche
Fluchtröhren, die ein schnelles Entkommen sichern. Füchse ernähren sich recht
vielseitig. Die Hauptnahrung bilden wohl Mäuse, die er mit einem eleganten
Sprung erbeutet und blitzschnell mit den Zähnen packt.
▲
Verhalten
Der Fuchs ist das häufigste und am weitesten
verbreitete Raubtier in der Schweiz. Er bewohnt Feld- und Waldgebiete bis ins
Hochgebirge. Als Zuflucht und für die Aufzucht der Jungen (durchschnittlich 5
pro Wurf) zieht er sich in einen Erdbau zurück, den er selten selbst gräbt. Der
Fuchs benützt gerne alte Dachsbauten, häufig auch zusammen mit dem Dachs. Weiter
dienen ihm auch natürliche Höhlen und Hohlräume, z.B. unter als Versteck.
Zu seiner Hauptbeute gehören Kleinnager wie
Mäuse, daneben je nach Gelegenheit Jungwild und -vögel. Zudem ergänzen Insekten,
Beeren und Obst (Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen) seinen Speiseplan. Manche
Füchse erklettern sogar leicht schräg stehende Bäume, um an die Früchte zu
gelangen.
Der Fuchs ist ein typisches Dämmerungs- und
Nachttier. Um seine Nahrung zu finden, braucht er scharfe Sinne und eine
schnelle Reaktionsfähigkeit. Füchse hören Mäuse auch unter dicken Schneedecken
rascheln, und man sagt, dass sogar ein Regenwurm nicht unentdeckt bleibt. Das
Nahrungsangebot bestimmt zudem die Territoriumsgrösse der Füchse, die in der
Schweiz zwischen 0,3 und 2km2 beträgt.
Füchse sind sehr lernfähig, wenn es darum geht,
Neues zu erkunden. Dies brachte ihm den Ruf ein, sehr schlau und listig zu sein.
Seine Anpassungsfähigkeit benötigt er vor allem, um erfolgreich jagen zu können.
Sie führt auch dazu, dass in vielen Städten heutzutage Füchse leben und sich
dort prächtig vermehren. Sie ernähren sich von Kompost, Abfällen und
Kleintieren, schlafen unter Brücken, auf Gerüsten sowie in Gärten und streichen
nachts durch die ruhigen Strassen.
▲
Lebensraum und Nahrung
Zu seiner Beute zählen auch Rehkitze, Hasen und
Hühnervögel. Da der Fuchs in der Nähe von menschlichen Siedlungen auch
Haushühner jagt, hat er sich bei den Menschen den schlechten Ruf eines
Hühnerdiebes eingehandelt. Eine wichtige Funktion als "Gesundheitspolizei" kommt
dem Fuchs in der heutigen Zeit zu, da er auf der Suche nach Nahrung auch die
Autostraßen von Opfern nächtlicher Unfälle befreit. Je nach Jahreszeit spielt
aber auch Pflanzenkost bei der Ernährung eine tragende Rolle, da sich die Tiere
auch von reifen Beeren und Früchten ernähren. In den Parkanlagen lebende Tiere
plündern mitunter auch die dortigen Abfallkörbe.
▲
Fortpflanzung
Die Paarungszeit, bei Füchsen Ranzzeit
genannt, ist im Januar und Februar. Die Füchsin, auch Fähe genannt, bringt
nach einer Tragezeit von 50 bis 52 Tagen im Schnitt 3 - 5, gelegentlich auch
mehr, Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt blind und haben ein
Gewicht von
80 - 160 Gramm und sind damit etwa so groß wie ein Maulwurf. Nach
12 bis 14 Tagen öffnet der Nachwuchs die Augen. Im Alter von 4 bis 6 Wochen
werden die Kleinen entwöhnt und sind mit 4 Monaten bereits selbstständig.
Die Geschlechtsreife erreichen Füchse mit etwa 10 Monaten. Nach rund einem
Jahr verlassen die Jungen die Mutter, um sich ein eigenes Revier zu suchen.
▲
__________________________________________________________________________________________________________