Braunbär
Beschreibung
Als eines der größten an Land lebenden Raubtiere
der Erde spielt der Braunbär in zahlreichen Mythen und Sagen eine wichtige
Rolle, gleichzeitig wurde er als (zumindest vermeintlicher) Nahrungskonkurrent
und potenzieller Gefährder des Menschen vielerorts dezimiert oder ausgerottet.
So gibt es in West- und Mitteleuropa nur mehr Reliktpopulationen. Innerhalb des
deutschen Sprachraums lebt nur in Österreich dauerhaft eine kleine Gruppe, in
anderen Regionen des Alpenraums wandern gelegentlich Exemplare umher.
▲
Merkmale
Die Körpergrösse von Braunbären (Ursus arctos)
liegt zwischen 170 und 220 Zentimetern. Je nach Verbreitungsgebiet variiert das
Gewicht beträchtlich. Die Männchen (120 bis 350 kg) sind deutlich schwerer als
die Weibchen (75 bis 160 kg).
Der europäische Braunbär hat ein hellbraunes,
zottiges Fell, die Jungtiere bilden einen hellen Halskragen aus. Neben den
mächtigen Eckzähnen weisst das Bärengebiss ziemlich flache und breite
Backenzähne auf. Pflanzliche Nahrung wird mit diesen «Mahlzähnen» verwertet. Die
Sinnesorgane des Braunbären sind hochentwickelt, besonders Nase und Ohren. Die
Neugierde des Braunbären ist ausgeprägt, ebenso seine Lernfähigkeit. Erlerntes
spielt für sein Verhalten eine grosse Rolle. Da jedes Tier durch seine
individuellen Erfahrungen geprägt ist, können sich die Verhaltensweisen stark
unterscheiden.
▲
Verhalten
Bärenmännchen streifen als Einzelgänger durch
die Wälder. Dabei verteidigen sie kein Revier, meiden aber andere Bären. Nur zur
Paarungszeit im Sommer suchen sie den Kontakt zu einem Weibchen. Schon nach
wenigen gemeinsamen Tagen und der Paarung gehen die beiden wieder getrennte
Wege. Nach der Befruchtung beginnt die Entwicklung der Embryonen aber erst mit
der Winterruhe der Bärin. Die Tragzeit dauert dann noch sechs bis acht Wochen.
In der Überwinterungshöhle gebären die Bärenmütter zwei bis drei winzige Junge
die nur 300 bis 400 Gramm wiegen. Schnell wachsen diese heran, verlassen im
zeitigen Frühjahr die Wurfhöhle und bleiben für eineinhalb bis dreieinhalb Jahre
bei ihren Müttern. Von diesen lernen sie günstige Nahrungsplätze und
energiereiche Futtersorten kennen. Von der Mutter abgelöst bleiben Jungbären
meist noch einen Sommer lang zusammen und suchen sich dann eigene Lebensräume.
Dabei versuchen junge Weibchen, in der Nähe der Mutter zu bleiben, während junge
Männchen oftmals sehr weit wandern müssen, bis sie ein freies Gebiet finden.
Tiere, welche die kritische Jugendzeit überlebt haben, können bis zu 25 Jahre
alt werden.
Winterruhe
Als Winterlager suchen sich Bären enge Höhlen, in denen sie sich aus allerlei
Pflanzenmaterial Ruhematten bereiten. In der Winterruhe nehmen Braunbären
monatelang keine Nahrung auf, trinken nichts. Um zu überleben, bauen sie ihre
Fettreserven ab. Bärenmütter versorgen in dieser Zeit ihre Jungen mit ihrer
Milch. Während der Winterruhe sinken Körpertemperatur, Atmungs- und
Herzschlagfrequenz. Weder Kot noch Urin werden ausgeschieden. Doch bei Störungen
wachen die Tiere sofort auf und verlassen allenfalls sogar den Einstand. Bei
mildem Wetter können Bären ihr Lager kurzfristig verlassen, so dass man auch im
tiefsten Winter gelegentlich ihre Spuren im Schnee findet.
▲
Lebensraum und Nahrung
▲
Fortpflanzung
▲
▲
▲
▲
|
Bemerkungen
Der Braunbär ist das Tier das Jahres
2009 der Pro Natura. Mit der Ernennung will die
Naturschutzorganisation der Bevölkerung zeigen, dass das
Zusammenleben mit dem einst in der Schweiz heimischen Grossraubtier
möglich ist. |
|
▲
|
Kalender |
Jan. |
Febr. |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept. |
Okt. |
Nov. |
Dez. |
|
Brunft/Paarung |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
verl. Tragzeit |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Setzzeit |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Säugezeit |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Geweihaufbau |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Schonzeit Bock |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Schonzeit Reh |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
__________________________________________________________________________________________________________