Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer Nichtwiederkäuer
Familie Geweihträger Hirschart (Cerviden) Hornträger Rinderart (Boviden)  
Unterfamilie Trughirsch (Neuwelthirsch) Echte Hirsche (Altwelthirsch)  Ziegenart Rinderart echte Schweine (Altweltschweine)
Gattung Rehe Ren Elche Rot Sika Dam Gämsen Ziegen Schafe Bison  
Art Reh Ren Elch Rot-hirsch Sika-hirsch Dam-hirsch Gämse Steinbock Mufflon Wisent Wildschweine
Merkmale  Verhalten  Lebensraum  Fortpflanzung  Spuren  Jagd  Jägersprache  Kalender  Links        

Wiederkäuer

 

Beschreibung

Wiederkäuer (Ruminantia) sind eine Unterordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Sie sind Pflanzenfresser und besitzen einen mehrteiligen Wiederkäuermagen, der es ihnen durch mikrobielle Verdauung ermöglicht, auch solche Kohlenhydrate als Nahrung zu nutzen, die für andere Säugetiere mit nur einem Magen (Monogastrier) unverdaulich sind (beispielsweise Zellulose). Außer den Wiederkäuern sind auch andere Pflanzenfresser wie Kängurus, Schlankaffen, Pferde und Hasenartige in der Lage, Zellulose mit Hilfe von Mikroorganismen zu verdauen, jedoch im Dickdarm, was für die Verwertbarkeit von mikrobiellem Protein eine weitere Passage durch den Verdauungstrakt nötig macht (Caecotrophie).

Der Ausdruck 'Wiederkäuer' kommt daher, dass der vorverdaute Nahrungsbrei in Ruhephasen des Tieres hochgewürgt und nochmals zerkaut wird, bevor die mechanisch weiter zerkleinerte Nahrung erneut verschluckt und der eigentlichen Verdauung zugeführt wird.
 

Merkmale

Wiederkäuer sind Tiere mit einem besonderen, ihrer Pflanzennahrung (vor allem Gräser) angepassten Verdauungssystem: Sie besitzen neben dem normalen Magen (Labmagen) noch mehrere Vormägen (Pansen, Netzmagen und Blättermagen). Dazu gehören Rinder, Schafe, Ziegen, aber auch Hirsche, Rehe, Antilopen, Giraffen und Gazellen.

Sie alle ernähren sich im wesentlichen von Gras, das wenig Nährstoffe, aber viel an sich unverdauliche Gerüstsubstanz Cellulose enthält. Daher beherbergen sie im größten der Vormägen, dem Pansen (beim Rind bis 180 Liter Inhalt!) eine Fülle von verschiedenartigen Mikroorganismen, die diese Cellulose chemisch aufschließen können. Beim Fressen wandert der grob zerkaute Grasbrei mit viel Speichel zunächst in diesen Magen sowie in den Netzmagen. Nach einiger Zeit würgen sie den Panseninhalt nochmals portionsweise ins Maul, zerkauen ihn gründlich und schlucken ihn wieder herunter. Die Mikroorganismen zerlegen ihn währenddessen, setzen Nährstoffe frei und dienen zudem ihrerseits als eiweißreiche Nahrung.

Dank dieser Einrichtung können Wiederkäuer nicht nur minderwertiges Futter verwerten, sondern auch in kurzer Zeit (Gefahr durch Raubtiere auf offenen Grasflächen!) viel davon hinunterschlucken und es erst danach unauffällig an geschützten Stellen in Ruhe aufbereiten und verdauen.
 

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Verhalten

Sie alle ernähren sich im wesentlichen von Gras, das wenig Nährstoffe, aber viel an sich unverdauliche Gerüstsubstanz Cellulose enthält. Daher beherbergen sie im größten der Vormägen, dem Pansen (beim Rind bis 180 Liter Inhalt!) eine Fülle von verschiedenartigen Mikroorganismen, die diese Cellulose chemisch aufschließen können. Beim Fressen wandert der grob zerkaute Grasbrei mit viel Speichel zunächst in diesen Magen sowie in den Netzmagen. Nach einiger Zeit würgen sie den Panseninhalt nochmals portionsweise ins Maul, zerkauen ihn gründlich und schlucken ihn wieder herunter. Die Mikroorganismen zerlegen ihn währenddessen, setzen Nährstoffe frei und dienen zudem ihrerseits als eiweißreiche Nahrung.

Dank dieser Einrichtung können Wiederkäuer nicht nur minderwertiges Futter verwerten, sondern auch in kurzer Zeit (Gefahr durch Raubtiere auf offenen Grasflächen!) viel davon hinunterschlucken und es erst danach unauffällig an geschützten Stellen in Ruhe aufbereiten und verdauen.

Lebensraum und Nahrung

Der Wiederkäuermagen besteht meist aus vier Abschnitten: Der Labmagen (Abomasum) entspricht dem einhöhligen Magen der Monogastrier. Vorgeschaltet finden sich drei Vormägen, bei denen es sich um unterschiedlich differenzierte Abschnitte der Speiseröhre handelt: Pansen (auch: Zottenmagen, Rumen), Netzmagen (auch: Haube, Retikulum) und Blättermagen (auch: Buchmagen, Psalter, Omasus). Der Pansen wiederum besitzt einen Vorhof, der auch als Schleudermagen bezeichnet wird. Dieser kann auch separat gezählt werden, wodurch sich die Zahl der Vormägen auf vier bzw. die der Mägen auf fünf erhöht. Gelegentlich werden auch Pansen und Netzmagen funktionell zum Reticulorumen zusammengefasst.

Beim Grasen wird die Pflanzennahrung lediglich grob zerkaut und verschluckt. Sie gelangt dann über den Schleudermagen in den Pansen. Im Pansen, aber auch in den anderen Vormägen, leben zahlreiche Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen und Hefen, mit denen der Nahrungsbrei gut vermischt wird. Die Mikroorganismen sind in der Lage, die meisten Kohlenhydrate zu Stoffen abzubauen, die von der Pansenwand resorbiert werden können. Bei diesem Fermentation genannten Vorgang werden auch Kohlenhydrate aufgeschlossen, die für andere Tierarten unverdaulich sind (beispielsweise Zellulose), so dass sie der Wiederkäuer aufnehmen und energetisch verwerten kann. Die bei der Fermentation freiwerdenden Gase (vor allem Kohlendioxid und Methan) sammeln sich im Netzmagen, bis sie durch den Ruktus (Rülpsen) an die Umwelt abgegeben werden. Die Proteinsynthese der Mikroorganismen wird durch mit dem Speichel oder vom Pansen ausgeschiedenen oder auch zugefütterten Harnstoff angeregt, sodass Wiederkäuer gänzlich ohne zugeführte Aminosäuren auskommen können [1].

Der Nahrungsbrei wird nun zur weiteren Zerkleinerung und Durchmischung zwischen Pansen und Netzmagen hin- und herbewegt, bevor er durch Kontraktionen des Netzmagens und Schleudermagens und durch rückwärts laufende peristaltische Wellen der übrigen Speiseröhre in kleinen Portionen wieder in die Mundhöhle befördert wird. Die Nahrung wird hier durch weiteres Zerkauen (Wiederkäuen) noch feiner zerkleinert, bevor sie erneut verschluckt wird.

Der Netzmagen übt eine "Sortierfunktion" aus, die große und grob zerkleinerte Nahrungsbestandteile zurückhält und kleine Partikel in den Blättermagen weiter transportiert. Dort wird der Nahrungsbrei durch Kontraktion zwischen den "Blättern" ausgepresst und das Wasser resorbiert, was den Nahrungsbrei eindickt und dafür sorgt, dass die Verdauungssekrete im nachfolgenden Labmagen weniger verdünnt werden. Schließlich wird der Nahrungsbrei in den Labmagen transportiert, wo - wie auch bei den Monogastriern - der pH-Wert durch Sekretion von Salzsäure gesenkt wird und die Verdauung, vor allem von Eiweißen und Fetten, durch körpereigene Enzyme erfolgt. Dort werden auch Eiweiße aus den im Nahrungsbrei befindlichen Mikroorganismen freigesetzt, die im sich anschließenden Dünndarm resorbiert werden.

Durch die lange Aufenthaltszeit der Nahrung im Wiederkäuermagen, die dort ständig vermischt und schließlich auch eingedickt wird, bilden sich häufig Bezoarsteine. Bei diesen 'Magensteinen' handelt es sich um verschluckte Haare und Pflanzenfasern, die sich zusammenballen und verkleben und schließlich immer härter werden.
 

Fortpflanzung


 

Familie und Gattung

 

 

Wiederkäuer

 

 

 

 

 

 

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  Jagd1

 

in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

 

Spuren

 

 

 

 

Jagd

 

 

 

Jagdgesetzgebung
 

    

 

 

 

Jägersprache

Als "Schalenwild" fassen wir die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer zusammen. Das sind Huftiere mit gespaltenen Klauen, d. h. zwei Zehen, im Unterschied zu den Einhufern (wie etwa das Pferd). Die Hufen oder Klauen heissen in der Jägersprache "Schalen".

 

 

 Lexikon der Weidmannsprache

 

   
   
   
   
   
   
   

 

 

Bemerkungen

Das besondere an Wiederkäuern ist der Magen, der in 4 Abschnitte gegliedert ist:

1. Pansen: Der Pansen befindet sich am unteren Abschnitt der Speiseröhre und ist eine geräumige Ausbuchtung. An der Wandfläche des Pansen befindet sich ein verhorntes Epithel (ein- oder mehrschichtige Zelllagen des tierischen Gewebes, die äußere Oberflächen und innere Hohlräume begrenzen), dessen Struktur papillenreich ist. Außerdem leben in dieser Gärkammer symbiotische Bakterien und Wimpertierchen. Die grob zerkleinerte Nahrung kommt als erstes in diesen Teil des Magens und wird durch die Bakterien und Wimpertierchen zersetzt und größtenteils in organische Säuren umgewandelt. Diese Säuren decken einen großen Teil des Kalorienbedarfes.

2. Netzmagen: Dieser Teil liegt neben der Einmündung der Speiseröhre in den Pansen. Der vorverdaute Nahrungsbrei kommt vom Pansen in den Netzmagen. Auch hier befindet sich ein Epithel, das hier eine netzartige Struktur hat. Von hier wird die Nahrung wieder ins Maul befördert und dort noch einmal durchgekaut (wiedergekäut). Nach dem Wiederkäuen wird die Nahrung wieder geschluckt und gelangt durch die entsprechende Einstellung der Schlundrinne (diese wird durch zwei Falten der Speiseröhre gebildet) in den nächsten Abschnitt des Magens.

3. Blättermagen: Die verhornte Innenwand dieses Teils hat längs verlaufende Falten. Durch diese Falten wird der Nahrungsbrei, der wiedergekäut und erneut geschluckt wurde, zerrieben und eingedickt.

4. Labmagen: Hier erst beginnt die eigentliche Verdauung. Hier befinden sich die typischen Drüsenregionen des Säugetiermagens. Das Labferment und andere Enzyme wirken hier auf die Nahrung ein, bis sie den Magen verlässt.

 

 

 

 

Magen der Wiederkäuer - Ruminantia

 

Kalender

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Brunft/Paarung                        
Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Geweihaufbau                        
Schonzeit                        
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    Copyright ©          E. Schmid, Turgi

 update © ES   13. Februar 2009