Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer Nichtwiederkäuer
Familie Geweihträger Hirschart (Cerviden) Hornträger Rinderart (Boviden)  
Unterfamilie Trughirsch (Neuwelthirsch) Echte Hirsche (Altwelthirsch)  Ziegenart Rinderart echte Schweine (Altweltschweine)
Gattung Rehe Ren Elche Rot Sika Dam Gämsen Ziegen Schafe Bison  
Art Reh Ren Elch Rot-hirsch Sika-hirsch Dam-hirsch Gämse Steinbock Mufflon Wisent Wildschweine
Merkmale  Verhalten  Lebensraum  Fortpflanzung  Spuren  Jagd  Jägersprache  Kalender  Links        

Trughirsch

(Neuwelthirsch)

 

Beschreibung

Die Trughirsche (Capreolinae oder Odocoileinae), im englischen Sprachraum auch Neuwelthirsche, sind eine Unterfamilie der Hirsche (Cervidae).

Die rund 20 Arten dieser Gruppe sind größtenteils auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet. In Europa leben das Reh, das Ren und der Elch.

 

Merkmale

Zu den Trughirschen gehören 22 Arten. Sie unterscheiden sich von den Echten Hirschen dadurch, dass sie keine Augsprossen und keine Tränengrube besitzen. Außerdem besitzen sie nicht mehr alle Zehenknochen, sondern nur noch die der zweiten und fünften Zehe. Trughirsche sind hasen- bis rothirschgroß. Die Geweihe sitzen auf kurzen Rosenstöcken und variieren von Art zu Art.

Verhalten

 

Lebensraum und Nahrung

 

Fortpflanzung

 

Familie und Gattung

 

 

Trughirsche

 

Unterfamilie der Hirsche in Eurasien, Nord- und Südamerika; männliche Tiere mit Geweih. Die Trughirsche umfassen Rehe, Ren, Elch.
 

 

 

 

 

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  Jagd1

 

in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

 

Spuren

 

 

 

 

Jagd

 

Jagdgesetzgebung
 

    

 

 

 

Jägersprache

Ableuchten – so nennt es der Jäger, wenn er oder sein Hund fachmännisch umherschauen, ob irgendwo irgendwas zu sehen ist. Äser – der Teil des Wildes, mit dem es äst, also frisst.

Anschuss – die Stelle, an der das Wild stand, als es die Kugel empfing. Es ist wichtig, bei flüchtigem Wild zuerst diese Stelle zu finden, und dann aus den Spuren, den sogenannten Schusszeichen (Haar, Blut, Knochensplitter, ausgerissene Rasenstücke usw.) genau zu ermitteln, wo der Schuss sitzen kann und wohin das Wild geflüchtet ist.

Ansprechen -. man quatscht das Wild zwar nicht an, damit es nicht wegläuft, aber der Ausdruck bedeutet in der Jägersprache genau durch Hinsehen ermittelt, um was für ein Stück es sich handelt, jung, alt, trächtig, usw.

Aufbrechen – wie der Name schon sagt: das Öffnen des Körpers des erlegten Wildes. Ausweiden – das Herausnehmen von allerlei Innereien aus dem erlegten Wild.

Bache – das weibliche Wildschwein, beim Hausschwein Sau geheißen (geht alles ganz schön durcheinander, was?).

Bergstutzen – eine zweiläufige Büchse mit einem Lauf für ein großes und einem für ein kleines Kaliber.

Blattschuss – der Schuss auf das Schulterblatt oder direkt daneben.

Brennecke – Munitionshersteller, erster Fabrikant des berühmten und nach dieser Firma genannten Flintenlaufgeschosses.

Brüche – zur Verständigung benutzen Jäger abgebrochene Zweige, die deshalb Bruch bzw. Brüche heißen. So zeigt der Wartebruch dem später eintreffenden Jäger an, dass er auf den ersten warten soll. Der Warnbruch zeigt, dass hier in der Nähe Vorsicht geboten ist. Vielleicht eine Fährte, die man nicht zertrampeln soll. Der Fährtenbruch zeigt, ob männliches oder weibliches Wild geflüchtet ist, und wohin. Der Leistenbruch... quatsch, gehört hier nicht her.

Brunft – die Zeit, in der das Wild plötzlich mächtig Lust kriegt, mal mit dem anderen Geschlecht ein bisschen für Nachkommenschaft zu sorgen. Beim Reh heißt diese Zeit Blattzeit, beim Wildschwein heißt sie Rauschzeit oder Rausche, beim Fuchs und Marder zum Beispiel Ranzzeit. Im Gegensatz zum Menschen sind diese Zeiten jahreszeitlich begrenzt, woher der alte Jägerspruch stammt (der auch noch in der Zeitangabe falsch ist): „Der Iltis
ranzt im Februar, der Waidmann ranzt das ganze Jahr!“

Büchse – Gewehr für den Kugelschuss.

Drosselschnitt – ein Schnitt entlang der Kehle, damit man die Drossel, d.h. die Luftröhre abschneiden kann, denn sie verdickt sich zum Kehlkopf, der schwer von innen aus dem Brustkorb durch das Wild zu ziehen ist beim Aufbrechen, wenn er nicht vorher nach dem Drosselschnitt rausgeschnitten wird.

Federn – so nennt der Jäger beim Wildschwein die langen Rückenborsten, die dieses insbesondere beim Angriff aufstellt.

Flinte – Gewehr, aus dem nur Schrot oder allenfalls Flintenlaufgeschosse verfeuert werden. Zwei Läufe nebeneinander heißen Doppelflinte, zwei Läufe übereinander heißen, weil sie aufgebockt sind, Bockdoppelflinte. Wird ein Schrotlauf mit einem Kugellauf kombiniert heißt das ganze Bockbüchsflinte.

Flintenlaufgeschoss – aus Flinten verschießt man gemeinhin Schrotpatronen, mit kleinen Bleikugeln gefüllte Patronen, aus denen nach dem Abfeuern die kleinen Bleikugeln in einer mehr oder minder weit streuenden Garbe herausfliegen, während man aus Büchsen mit Büchsenpatronen Kugeln verschießt; die sind auch keine Kugeln, sondern intelligent geformte und in vielen Formen und Zusammensetzungen auftretende Einzelgeschosse. Anstelle von Schrot kann man aus Flinten aber auch eine Art Kugel, einen dicken zylindrischen Bleibatzen, verschießen. Auf kurze Entfernung hat er eine gewaltige Wirkung. Das ist dann ein Flintenlaufgeschoss, nach den ersten Herstellern auch Brennecke genannt.

Frischling – so nennt der Jäger die Ferkel der Wildschweine bis zum 31.3. des auf die Geburt folgenden Jahres.

Gebräch – das Maus des Wildschweins, mit dem es den Boden umbricht, um nach Würmern oder Mäusen zu suchen; dann steht es im Gebräch.

Gelege – die Eier des Federwildes, also von Fasan, Rebhuhn, usw., nämlich das, was die Henne sich so ins Nest legt. Genossen machen – man gibt seinem Hund nach getaner Arbeit etwas Wild zum
Draufrumkauen ab – Der Ausdruck ist nicht auf den Eintritt in die SPD, die SED oder die PDS anzuwenden, es wird hier rein jagdlich gebraucht. Geräusch – diejenigen Innereien des Wildes, die regelmäßig ein Geräusch verursachen, also Lunge, Herz usw.

Gescheide – diejenigen Teile des Wildes, die dem Ausscheidungsprozess dienen, also Darm und so.

Hochsitz – Oberbegriff für alle Sitze, auf die man raufklettern muss. Jährling – einjähriger Rehbock.
Kahlwild – weibliches Rotwild, das so heißt, weil es im Gegensatz zum Hirsch auf dem Kopf kahl ist, klar, nicht?
Kammer – der Brustkorb des Wildes.
Kanzel – ein mehr oder minder geschlossenes Stübchen, zudem man vermittels einer Leiter gelangt; da sitzt man dann vergleichsweise trocken und warm. Es gibt Jäger, die haben da mehr Komfort als zuhause.
Keiler – heißt der Eber beim Wildschwein; je nach Alter nennt man den Keiler bis zum ersten April des auf die Geburt folgenden Jahres Frischlingskeiler, danach ein Jahr lang Überläufer, danach zweijähriger, dreijähriger usw. Keiler; je nach Entwicklung spricht der Jäger auch von dann von einem groben Schwein, einem hauenden Schwein, einem Hauptschwein und schließlich von einem kapitalen Bassen.
Kreisen – wenn Neuschnee gefallen ist, folgt man der Fährte der Wildschweine, bis die in einer Dickung oder einem Wald verschwindet. Da latscht man dann dumm rum, um zu sehen, ob die Fährten wieder hinaus führen. Das nennt man Kreisen, von Umkreisen. Wenn die Sauen drin stecken , dann hat man sie eingekreist, ruft die Kuppel, und versucht sie rauszutreiben und dabei welche zu treffen. Manchmal gelingt das auch.
Kujel – liebevoller Ausdruck für Wildschwein, wahrscheinlich aus dem Ostpreußischen.
Leiter – ein offener Sitz am Ende einer Leiter
Locheisen – siehe Wumme oder Meuchelpuffer.
Meuchelpuffe – siehe Wumme
Muffelfleck – der schwarze Fleck, den der Reckbock gewöhnlich um die Nase herum hat. Er soll angeblich was über das Alter aussagen, tut das aber fast nie.
Neue – Jägersprache für Neuschnee, in dem sich besonders gut Fährten, also die Fußspuren des Wildes, feststellen lassen.
Pirschen – das angehen oder besser anschleichen des Wildes; beim pirschen steht man mehr, als man geht, lauscht, sieht umher, und macht die nächsten Schritte nur, wenn man sicher ist, damit kein Wild zu vergrämen. Kaum tut man das, springt meist Wild ab, das man doch nicht gesehen hat.
Pirschbezirk – ein Stück Revier, das ein Jäger zugewiesen erhält, um dort auf Wild zu pirschen, das heißt Wild an zu schleichen.
Ricke – die Frau vom Rehbock, also das weibliche Reh; wenn sie erst ein Jahr alt ist und heiratsfähig, dann heißt sie Schmalreh. Nicht zu verwechseln mit dem Schmaltier, das das gleiche beim Rotwild ist. Viele Mitmenschen behaupten das Reh sei die Frau von Hirsch. Unsinn. Der Hirsch, auch Rothirsch genannt, paart sich mit dem Tier, auch Rottier und, wenn älter als ein Jahr und deshalb nicht mehr Schmaltier, Alttier genannt. Die Kinder heißen Kalb, und zwar Hirschkalb oder Tierkalb. Das Reh ist ein völlig anderes Tier, zwar auch ein Cervide, aber ein Trughirsch. Der Mann
heißt Bock oder Rehbock, das Weib erst Schmalreh und nach einem Jahr Ricke, die Kinder heißen Kitze, Bockkitz oder Rickenkitz. Und um mit noch einer Legende aufzuräumen: Bambi war kein Reh, wie immer behauptet
wird, sonder nein amerikanischer Weißwedelhirsch!
Sau – Wildschwein, beim Bauern allerdings die Frau vom Eber – geht ganz schön durcheinander, wie schon gesagt.
Saufeder – ein kurzer Spieß mit einem breiten lanzettförmigen oder blattförmigen Ende, mit dem die Sau, die von den Hunden, den Saupackern, beschäftigt und festgehalten wurde, mit einem Stoß zwischen Blatt und Rippen, in die Kammer oder ins Herz erlegt wurde. Besonders kräftige Kerle konnten das auch mit einem großen Dolch, dem Waidblatt, machen. Heute
kann das nicht nur keiner mehr, sondern es ist auch Tierquälerei.
Schalenwild – alles Wild, das anstatt auf Ballen, leisen Sohlen oder Hufen auf Schalen, läuft – das Rotwild, Rehwild, Dammwild, Sikawild, Gamswild, Muffelwild, Steinwild und Schwarzwild.
Schloss – die Stelle, an der die Beckenknochen zusammengewachsen sind; beim Aufbrechen muss das Schloss auseinandergeschnitten, meist gesägt oder gebrochen werden (daher aufbrechen), um den Darm ganz zu entfernen.
Schwarzwild – Jägersprache für Wildschweine allgemein.
Schweiß – So nennt der Jäger das Blut des Wildes. Sein eigenes Blut nennt er dagegen Blut, und seinen Schweiß Schweiß. Na ja.
Stich – Ende des Brustbeines.
Suhle – ein möglichst modriger Tümpel, in dem sich Hirsch und Sau gerne wälzen. Das kühlt und gibt eine schöne Dreckschicht. Gegen Mücken, Zecken und Fliegen. Und den Waidmann freut es immer ganz besonders, wenn er eine Sau erlegt, die gerade aus der Suhle kommt – meist spritzt ihn dann beim nach Hause kommen die liebende Gattin vor dem Haus erst mal mit dem Gartenschlauch ab, bevor er das Haus vorsichtig in Unterhosen betreten darf.
Teller – die Ohren des Wildschweins.
Träger - der Teil vom Reh und Rotwild, der Haupt trägt, also der Hals.
Trophäe – der Teil vom erlegten Tier, der sich bei den Jagdgenossen rumzeigen oder sogar an die Wand nageln lässt oder aus den man Manschettenknöpfe oder Krawattennadeln machen kann. Beim Hirsch ist das das Geweih (für die Wand nicht die Krawatte!), Bei Rehbock das Gehörn, bei Elch und Dammhirsch die Schaufeln, beim Keiler die sogenannten Keilerwaffen, also die großen Zähne, die dem alten Keiler rechts und links aus dem Maul ragen.
Überläufer – einjähriger Schwein. Tiere haben nach unserm Jagdrecht am ersten April Geburtstag, egal wann sie wirklich geboren wurden. Das ist wie bei dem Großvater meiner Frau, der Faulheit alle meine Hausmädchen Elfriede nannte, egal wie sie hießen. Eigentlich eine Unverschämtheit, aber praktisch.
Versorgen – Aufbrechen und Ausweiden ein sehr fürsorglicher Ausdruck, stimmt`s?
Wechsel – ein Pfad, auf dem das Wild von einem Ort zum andern latscht.
Windfang – der Teil des wildes, mit dem es den Wind einfängt, um ihn zu prüfen, ob es darin nach Mensch, aber vielleicht auch nach einem brunftigen Weib richt, auf gut deutsch die Nase des Wildes.
 

 

 Lexikon der Weidmannsprache

 

   
   
   
   
   
   
   

 

Bemerkungen

Im Gegensatz zu den Echten Hirschen (Cervinae) besitzen Trughirsche keine Augsprosse und keine Tränengrube.

Weitere Unterschiede liegen im Bau der Gliedmaßen: Trughirsche sind Telemetacarpalia, das heißt, dass nur die distalen (vom Fuß entfernten) Knochen der verkleinerten zweiten und fünften Zehen vorhanden sind.
 

 

 

 

Kalender

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Brunft/Paarung                        
Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Schonzeit                        
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    Copyright ©          E. Schmid, Turgi

 update © ES   13. Februar 2009