Sikahirsch
Beschreibung
Der Sikahirsch (Cervus nippon) ist ein aus
Ostasien stammender Hirsch, der durch Einbürgerungen heute in vielen Gegenden
der Welt vorkommt. Er ist von der Grösse
her zwischen Reh und Damhirsch einzuordnen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet
des Sika liegt auf dem östlichen asiatischen Kontinent und den vorgelagerten
japanischen Inseln. Sämtliche anderen Vorkommen sind auf ausgesetzte oder aus
Gehegen entwichene Tiere zurückzuführen. Der Sikahirsch kann sich mit dem
einheimischen Rothirsch kreuzen und fortpflanzungsfähige Nachkommen erzeugen.
Freilebende Sikapopulationen existieren heute in
vielen europäischen Ländern. In der Schweiz ist das einzige Vorkommen auf den
Südranden im Kanton Schaffhausen und kleine Grenzgebiete des Rafzerfeldes im
Kanton Zürich beschränkt.
Der Sika besiedelt unterschiedliche Lebensräume
von der Küstenzone bis zur subalpinen Stufe. Er bevorzugt gebüsch- und
unterholzreiche Mischwälder, passt sich aber an viele andere Lebensräume an, wie
z.B. Gras-, Buschland, Feuchtgebiete und Nadelholzplantagen.
Der Sikahirsch ist eine jagdbare Art.
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. Juli. Die Schonzeiten sind die Minimalvorgaben
des Jagdgesetzes. Die Kantone können die Schonzeiten verlängern.
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Merkmale
Den Sommer verbringt der Sikahirsch meist in nach
Geschlechtern getrennten Rudeln. Ihm behagen Mischwälder im Flach- und
Hügelland, wo er reichlich Äsung (Nahrung) findet. Gelegentlich richtet er
Forstschäden durch Rindenschälung an Bäumen an. Das Stangengeweih wird im
März/April abgeworfen, kurz danach fängt bis zur nächsten Brunft ein neues an zu
wachsen. In der Fachsprache sagt man: Das Geweih wird geschoben .
Die Brunft der Sikahirsche setzt in der zweiten
Oktoberhälfte ein und verläuft weniger kämpferisch als beim Rothirsch. Der
Brunftruf ist ein durchdringendes, zischendes Pfeifen. Nach 7-8 Monaten wird im
Mai in der Regel ein Kitz (Jungtier) gesetzt, welches ähnlich dem bekannten
Rehkitz getupft ist.
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Verhalten
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Lebensraum und Nahrung
Zu den Neubürgern in unseren Wäldern gehört der
Sikahirsch. Die ersten Sikahirsche setzte Freiherr von Donner 1893 im Arnsberger
Wald in ein 600 ha großes Revier, das mit einem Gatter umgeben war, ein. Die
Tiere hatte er von Hagenbeck erhalten. Man weiß heute nicht mehr, um welche
Unterart es sich handelte. Einige weitere Hirsche wurden 1928 und 1930 im
gleichen Gatter freigelassen, zwei Hirsche der chinesischen Unterart kamen 1940
hinzu. Im Jahre 1942 kaufte Wilhelm von Opel, der das Revier erworben hatte, vom
Tierpark Hellabrunn einige Dybowskihirsche- eine Unterart des Sikahirsches- und
ließ sie im gatter frei.
Im Jahre 1936 war das Gatter des Wildparks durch Schneebruch stellenweise
zerstört worden. Einige Sikahirsche konnten aus dem Gatter entkommen und
vermehrten sich in der völligen Freiheit. Als im Jahre 1945 das Gatter ganz
geöffnet wurde, besiedelten die Sikahirsche allmählich den gesamten Arnsberger
Wald. Ende der 70er Jahre war der Bestand am Möhnesee auf über tausend Tiere
angewachsen. Danach wurde der Bestand durch Jagd verringert, weil man
feststellte, dass Sikahirsche beträchtliche Schäden im Forst anrichteten. Sie
schälen nämlich in großem Umfang Baumrinde ab. Die saftige Rinde von Fichte,
Buche, Esche, selbst Lärche wird in großen Stücken abgerissen und verzehrt. Die
Bäume gehen anschließend ein oder faulen. Der Schaden durch Verbiss von
Jungpflanzen ist dagegen nicht so groß wie bei Rothirsch und Reh. So wird etwa
ein Drittel der Sikahirsche jedes Jahr geschossen. Auch in anderen Gegenden
Deutschlands gibt es mittlerweile Sikahirsche, im Weserbergland, am Oberrhein
und in Schleswig-Holstein.
Ursprünglich stammen Sikahirsche aus Japan und China. Sie sind sehr
anspruchslos, passen sich den unterschiedlichen Bedingungen in unseren Wäldern
erstaunlich gut an und sind sehr wetterhart. Auch im Winter gedeihen sie bei
wenig Futter gut und brauchen keine zusätzliche Fütterung. Krankheiten treten
beim Sikawild so gut wie nie auf.
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Fortpflanzung
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