Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer Nichtwiederkäuer
Familie Geweihträger Hirschart (Cerviden) Hornträger Rinderart (Boviden)  
Unterfamilie Trughirsch (Neuwelthirsch) Echte Hirsche (Altwelthirsch)  Ziegenart Rinderart echte Schweine (Altweltschweine)
Gattung Rehe Ren Elche Rot Sika Dam Gämsen Ziegen Schafe Bison  
Art Reh Ren Elch Rot-hirsch Sika-hirsch Dam-hirsch Gämse Steinbock Mufflon Wisent Wildschweine
Merkmale  Verhalten  Lebensraum  Fortpflanzung  Spuren  Jagd  Jägersprache  Kalender  Links        

Rothirsch

 

Beschreibung

Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist eine Art der Echten Hirsche. Unter den verschiedenen Hirscharten zeichnet sich der Rothirsch durch ein besonders großes und weitverzweigtes Geweih aus. Dieses als Jagdtrophäe begehrte Geweih wird nur von männlichen Tieren entwickelt. Im mitteleuropäischen Raum ist der Rothirsch das größte freilebende Wildtier. Er kommt hier fast nur noch in Waldbiotopen vor. Ursprünglich handelt es sich beim Rothirsch jedoch um eine Tierart offener und halboffener Strukturen.

Der Rothirsch ist nach dem Elch die grösste Hirschart Europas. Ursprünglich lebten Rothirsche flächendeckend vom Meeresniveau bis in 2800 m Höhe. Heute ist ihre Verbreitung aufgesplittet in kleine, oft isolierte Restvorkommen. Grössere Populationen existieren nur noch im Alpenraum und im östlichen Europa.

Hirsche sind etwa 0,8–3 m körperlang, männliche Tiere sind etwas größer als weibliche. Sie leben meist gesellig, außerhalb der Paarungszeit (Brunftzeit) nach Geschlechtern getrennt und während der Paarungszeit oft in polygamen Rudeln, in denen es unter den Männchen häufig zu heftigen Kämpfen um die Weibchen kommt.

Merkmale

Fell im Sommer hellbraun, im Winter graubraun, kräftige Tiere haben eine ausgeprägte Halsmähne
Geweih Ausladendes Stangengeweih mit bis zu 16 und mehr Enden, Abwurf jährlich im Spätwinter, anschliessend Neubildung innert rund 100 Tagen
Körpergewicht Hirsch: 170 - 200 kg, Kuh: 75 - 100 kg, Neugeborenes: 6 - 8 kg

Verhalten

Hornträger sind vielfach gesellig. Es gibt einzelgängerisch-territoriale und gesellig-territoriale Arten (hier sind nur die erwachsenen Männchen zeitweilig territorial), aber auch nichtterritoriale Arten.

Besonderes Kühe und Jungtiere leben in Mutterfamilien, Stiere bilden eigene Rudel

Lebensraum und Nahrung

Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Grasfresser, tagsüber meist in Gebüschen oder zwischen Bäumen ruhend
Fortpflanzung Brunft im September/Oktober auf traditionellen Brunftplätzen, im Mai/Juni wird meist 1 Kalb geboren

Rothirsche sind Wiederkäuer und damit Pflanzenfresser. Ihre Vorliebe gilt allen Arten von Gräsern und Kräutern. Dank dem grossen Pansen können Rothirsche die Nahrungsaufnahme den äusseren Umständen anpassen. Bei Störungen am Tag fressen sie in wenigen, langen Perioden zwischen Abend- und Morgendämmerung. In ungestörten Gebieten wird während des ganzen Tages Nahrung aufgenommen, unterbrochen von Ruhepausen, in denen wiedergekäut wird. Wie bei allen wildlebenden Wiederkäuern reduziert sich das Pansenvolumen vor Winterbeginn – eine Anpassung an die bevorstehende Nahrungsknappheit.

Fortpflanzung

 

Familie und Gattung

 

 

Echte Hirsche

(Altwelthirsche)

 

Die Hirsche (Cervidae) oder Geweihträger sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die Familie umfasst rund 45 Arten, von denen unter anderem der Rothirsch, der Damhirsch, das Reh, das Ren und der Elch auch in Europa verbreitet sind. Auffälligstes Kennzeichen der Hirsche ist das Geweih, das viele verschiedene Formen aufweisen kann und in der Regel nur von Männchen getragen wird.

 

 

 

Wikipedia-Suche:

 

Links

 

 

 

 

  BAFU

  ETH Informationszentrale

  World of Animals

  Tierdoku

  Tierlexikon

  Natur-Lexikon

  Schweizer Tierschutz

 

  Naturfotos CZ
  FotoNatur

 

  Stirnwaffen

  Mountainwilderness

  Schweiz Vereinigung Damhirsche

  Schweiz Vereinigung Hirschhalter

  Nationalpark

  Rothirsch-Site

 

 

 

  Jagd1

 

in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

Spuren

Rothirsche haben einen Hufabdruck mit zwei geschlossenen Schalen. Der Kot (Losung) ist kurz und zylindrisch geformt. Die Liegeplätze sind vergleichsweise gross und zeigen keine Scharrspuren. Besonders männliche Rothirsche suhlen gerne, wozu sie Bodenvertiefungen mit angesammeltem Wasser nutzen. Häufig begangene Routen innerhalb eines Einstandsgebietes sind mehr oder weniger deutlich als Wechsel erkennbar.

 

 

Jagd

 

Geweihzyklus bei den einheimischen Cerviden
 

 

Jagdgesetzgebung
 

    

 

 

 

 

Jägersprache

Da der Rothirsch zu den häufig bejagten Tierarten gehört, hat sich eine umfangreiche jagdliche Fachsprache ausgebildet, die teilweise durch die Belletristik Eingang in die allgemeine Sprache gefunden hat. Im nachfolgenden werden einige der gängigsten Begriffe erläutert [1].

Rothirsche gehören zum Hochwild. Weibliche Tiere werden als Hirschkuh, poetisch veraltet Hinde oder Hindin, jagdlich aber als Tier (vergl. englisch "deer") oder Kahlwild (nur im Plural) und das Jungtier als Kalb bezeichnet. Ein Weibchen, das bereits ein Kalb geworfen oder in der Fachsprache „gesetzt“ hat, wird als Alttier bezeichnet. Ein führendes Alttier ist ein Alttier, das von einem diesjährigen Kalb begleitet wird. Weibliche Rothirsche im zweiten Lebensjahr, die nicht tragend sind und keinen Nachwuchs haben, werden Schmaltiere genannt.

Männliche Rothirsche werden nach der Endenzahl ihrer Geweihstangen unterschieden. Ein Zwölfender ist beispielsweise ein Rothirsch, bei dem mindestens eine Geweihstange sechs Enden oder Sprossen aufweist. Ist dies bei beiden Geweihstangen der Fall, spricht man von einem geraden Zwölfender, hat eine Stange weniger Enden, von einem ungeraden. Die Geweihstangen sitzen dabei auf einem kurzen sogenannten Rosenstock. Junge männliche Hirsche, deren Geweih noch keine Verästelungen aufweisen, nennt man Spießer.

Das Fell wird als Decke bezeichnet und in eine Sommerdecke und eine Winterdecke unterschieden. „Lichter“ ist die Bezeichnung für Augen und die Ohren werden auch „Lauscher“ genannt. „Wedel“ als Bezeichnung für den Schwanz gehört ebenfalls zu den weit eingebürgerten Begriffen. Die Paarungszeit ist die Brunft, in der das „Röhren“ der brünftigen Hirsche häufig weithin zu hören ist.

 

 Lexikon der Weidmannsprache

 

   
   
   
   
   
   
   

 

 

Bemerkungen

 

 

 

 

 

Kalender

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Brunft/Paarung                        
Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Schonzeit                        
__________________________________________________________________________________________________________

   

              

    Copyright ©          E. Schmid, Turgi

 update © ES   13. Februar 2009