Ren
Beschreibung
Das Ren oder Rentier (Rangifer tarandus) lebt in
den Tundren von Nord-Eurasien, Nord-Nordamerika, Grönland und anderen arktischen
Inseln. Es ist heute ein arktisches Tier, war aber einst auch in Teilen der
gemäßigten Zonen verbreitet. Bemerkenswert ist es, weil es als einziger
Vertreter der Hirsche in großem Stil domestiziert wurde und weil nur bei dieser
Art auch die Weibchen ein Geweih tragen. In Nordamerika werden Rentiere als
caribou bezeichnet, was im Deutschen oft Karibu geschrieben wird.
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Merkmale
Das Rentier erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von
120 bis 220 cm, eine Widerristhöhe von 87 bis 140 cm, eine Schwanzlänge von 7
bis 21 cm und ein Gewicht von 60 bis 340 kg. Die Waldrentiere werden dabei in
der Regel etwa doppelt so groß, wie die Tundrarentiere. Das Fell ist dicht und
hat eine Unterwolle. Vorne am Hals befindet sich eine Mähne. Die Färbung ist
kontrastreich und reicht von dunkel-graubraun über hellbraun, bis fast ganz
weiß. Das Sommerfell ist kurz und dunkel.
Die Klauen der Rentiere lassen sich weit spreizen, das ist im Winter sehr
hilfreich. Denn durch die breite Trittfläche wird das Risiko minimiert, in den
weichen Schnee einzusinken. Wenn ein Rentier geht, hört man ein Knacken in den
Fußgelenken. Dieses Knacken entsteht durch die Sehnenbewegung in den Gelenken.
Rentiere sind schnelle und ausdauernde Läufer.
Als einzige Hirschart tragen beide Geschlechter ein Geweih, wobei aber das
Geweih der Kühe deutlich kleiner ist, oder bei einzelnen Tieren sogar ganz
fehlt. Das Geweih der Tundrarentiere ist in der Regel etwas größer als das der
Waldrentiere. Die Geweihstangen der Männchen können eine Länge von bis zu 130 cm
erreichen, die der Weibchen dagegen nur maximal 50 cm. Die größten Geweihe
können ein Gewicht von bis zu 15 kg erreichen. Das Geweih der Männchen wird
direkt nach der Brunft abgeworfen und im April fängt das neue wieder an zu
wachsen. Die Kühe werfen ihr Geweih dagegen erst im April bis Mai ab. Das neue
beginnt dann aber kurz danach wieder zu wachsen.
In der freien Natur haben Rentierhirsche eine Lebenserwartung von bis zu 10
Jahren, Kühe sogar eine von etwa 15 Jahren. In Gefangenschaft können Rentiere
sogar bis zu 20 Jahren alt werden
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Verhalten
Rentiere sind Herdentiere. Sie leben in kleineren
Herden von etwa 20 bis maximal 100 Tieren, wobei es sich dann meistens um reine
Kuh-Herden und Hirsch-Herden (noch nicht geschlechtsreife Hirsche) handelt. Zu
den Wanderungen finden sich die kleinen Gruppen zu Riesenherden von mehreren
Tausend Tieren zusammen. In einigen Gebieten kann so eine Herde sogar 100.000
Tiere umfassen. In Alaska soll es sogar eine Herde geben, die 500.000 Tiere groß
ist.
Erwachsene Rentier-Hirsche leben häufig als Einzelgänger.
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Lebensraum und Nahrung
Die Nahrung besteht aus Flechten, Kräuter, Pilze,
Laub, Rinde und Gräser, ja teilweise sogar aus einigen wenigen giftigen
Pflanzen. Wenn Schnee liegt, scharren die Rentiere den Schnee mit den
Vorderhufen beiseite um an die unter dem Schnee liegenden Flechten und Gräser zu
kommen.
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Fortpflanzung
Die Brunft findet in den Monaten September
bis Anfang Oktober statt. Brunftige Hirsche geben laute Rufe von sich, um
die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Während dieser Zeit kommt es
häufig zu Kämpfen zwischen den Männchen. Der Hirsch versucht eine Gruppe von
etwa 12 Kühen um sich zu versammeln. Soweit es möglich ist, verpaart er sich
mit allen Kühen aus seiner Gruppe. Während dieser Zeit nimmt der Hirsch
keine Nahrung zu sich.
Nach einer Tragzeit von etwa 230 Tagen bringt die Kuh 1 bis 2 Kälber mit
einem Gewicht von 5 bis 12 kg zur Welt. In Ausnahmefällen können es auch mal
4 Kälber sein. Nach nur einigen Minuten schon beginnen die Kälber Milch von
der Mutter zu saugen. Teilweise sogar noch im Liegen. Nach etwa einer Stunde
stehen die Jungen bereits auf eigenen Beinen und können der Mutter folgen.
Die Mutter lässt erst mal keine Artgenossen an ihre Jungen heran und
vertreibt sie. Einige Tage nach der Geburt jedoch schließen sich die Kühe
mit ihren Kälber wieder zu ihrer Herde zusammen. Mit etwa einem Monat
beginnen die Kälber auch Gräser zu fressen und mit etwa 6 Monaten werden sie
dann entwöhnt.
Rentiere werden mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif.
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Familie und Gattung
Hirsch, Trughirsch
Die Hirsche (Cervidae) oder Geweihträger sind eine
Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die
Familie umfasst rund 45 Arten, von denen unter anderem der Rothirsch,
der Damhirsch, das Reh, das Ren und der Elch auch in Europa verbreitet
sind. Auffälligstes Kennzeichen der Hirsche ist das Geweih, das viele
verschiedene Formen aufweisen kann und in der Regel nur von Männchen
getragen wird.
Die Trughirsche (Capreolinae oder Odocoileinae), im
englischen Sprachraum auch Neuwelthirsche, sind eine Unterfamilie der
Hirsche (Cervidae).
Die rund 20 Arten dieser Gruppe sind größtenteils auf dem amerikanischen
Kontinent beheimatet. In Europa leben das Reh, das Ren und der Elch.
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in Kürze...
| Schulterhöhe |
65- 73 cm |
| Kopf-Rumpflänge |
100-130 cm |
| Gewicht (lebend)
|
15-25 kg; je nach Klima, Nahrung
und Bestandesdichte |
| Geweih («Gehörn»)
|
1-3 Enden pro Stange; Abwurf:
Nov./Dez., erneuert: März/April |
| Höchstalter
|
bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3
Jahre |
| Paarungszeit |
Juli-August |
| Tragzeit |
40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca.
Dez.) |
| Setzzeit |
Mai-Juni |
| Anzahl Junge |
1-3, meist 2 |
| Geburtsgewicht |
500-2000 g |
| Säugezeit |
ca. 3 Monate |
| Geschlechtsreife |
mit ca. 1 Jahr; aktive
Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren |
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