Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer Nichtwiederkäuer
Familie Geweihträger Hirschart (Cerviden) Hornträger Rinderart (Boviden)  
Unterfamilie Trughirsch (Neuwelthirsch) Echte Hirsche (Altwelthirsch)  Ziegenart Rinderart echte Schweine (Altweltschweine)
Gattung Rehe Ren Elche Rot Sika Dam Gämsen Ziegen Schafe Bison  
Art Reh Ren Elch Rot-hirsch Sika-hirsch Dam-hirsch Gämse Steinbock Mufflon Wisent Wildschweine
Merkmale  Verhalten  Lebensraum  Fortpflanzung  Spuren  Jagd  Jägersprache  Kalender  Links        

Echte Schweine

(Altweltschweine)

Beschreibung

Die Echten oder Altweltlichen Schweine (Suidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die neuweltlichen Nabelschweine oder Pekaris gehören nicht zu dieser Gruppe, sondern bilden eine eigene Familie. Die Familie der Schweine umfasst knapp 20 Arten in fünf Gattungen, darunter als einzigen in Europa lebenden Vertreter das Wildschwein, das die Stammform des Hausschweins ist.

Zu den Echten Schweinen gehören 19 Arten. Sie erreichen Kopf-Rumpf-Längen von 50 bis 190 cm, Schwanzlängen von 3 bis 45 cm und Gewichte von 6 bis 350 kg. Der Körper ist kompakt und fassförmig. Die derbe Haut ist mit kurzen, borstenartigen Haaren versehen. Die Farbe des Fells variiert von Art zu Art von rötlichbraun über grau bis schwarz. Der Schädel ist kegelförmig und lang gestreckt. Weiteres Merkmal am Kopf sind die Hauer (Eckzähne) und der Rüssel. Die kleinen Augen sitzen recht weit oben am Kopf. Die Ohren sind schmal und zugespitzt und tragen teilweise Haarbüschel.

Merkmale

Echte Schweine (Suidae), die auch Altweltliche Schweine genannt werden, gehören innerhalb der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Im Englischen werden Echte Schweine Hogs oder Pigs genannt. Der Familie Suidae sind 16 rezente Arten in 5 Gattungen zugeordnet (siehe Systematik). Das Wildschwein (Sus scrofa) wurde vor etwa 9.000 Jahren vom Menschen domestiziert und gilt daher als Vorfahre der Hausschweine.

Verhalten

Echte Schweine sind nachtaktiv. Als Schlafplätze dienen dichte Vegetationen, selbst gegrabene, oft mit Pflanzen verkleidete Erdhöhlen, natürliche Höhlen oder die verlassenen Bauen anderer Tiere. Viele Arten nehmen Schlammbäder, um die Haut von Parasiten zu befreien und die Haut zu reinigen.

Lebensraum und Nahrung

Als opportunistische Allesfresser ernähren sich Echte Schweine sowohl von pflanzlicher und tierischer Nahrung als auch von Abfällen, Aas und Pilzen. An pflanzlicher Nahrung stehen Gräser und Kräuter, Sämereien, Früchte, Waldfrüchte wie Nüsse, Eicheln und Eckern, Knollen und Wurzeln sowie Blätter auf dem Speiseplan. Tierische Nahrung wie Schnecken (Gastropoda), Regenwürmer (Lumbricidae), Insekten (Insecta) und deren Larven, Lurche (Amphibia), Mäuse (Mus) und andere kleinere Wirbeltiere (Vertebrata). Aber nicht alle Arten weisen ein solch breites Nahrungsspektrum auf. Riesenwaldschweine und Warzenschweine ernähren zu 85 bis 95 Prozent von pflanzlicher Kost wie Wurzeln, Gräsern und Kräutern und jungen Trieben. Nur zu einem kleinen Teil werden auch Vogel- und Reptilieneier und ähnliches gefressen. Buschschwein (Potamochoerus larvatus)Echte Schweine gehen in aller Regel in kleineren bis mittelgroßen Rotten auf Nahrungssuche. In der Regel handelt es sich dabei um Familienverbände. Die rüsselartige Nase dient zum Wühlen im weichen Boden.

Fortpflanzung

Auch wenn Keiler bereits im Alter von gut 18 Monaten die Geschlechtsreife erreichen, so kommen sie meist erst im Alter von vier Jahren zu ihrer ersten Paarung (soziale Geschlechtsreife). Erst zu diesem Zeitpunkt können sie in den teils heftigen Rivalenkämpfen bestehen. Die Paarungszeit in den subtropischen und tropischen Regionen erstreckt sich über das ganze Jahr. In gemäßigten Regionen wie Mitteleuropa erfolgt die Paarung im späten Herbst. Während der Balz teilt ein Keiler einer Bache Hiebe in den Flanken aus und beschnüffelt ihre Genitalien. Dadurch will ein Keiler die Paarungsbereitschaft prüfen. Der folgende Paarungsakt kann sich über einer Zeitraum von bis zu 10 Minuten erstrecken. Durch den recht langen Paarungsakt gerinnt die Samenflüssigkeit in der Vagina des Weibchens und verschließt diese pfropfenartig. So stellt ein Keiler sicher, dass sich kein anderes Männchen an der begatteten Bache zu schaffen macht.

Die Weibchen, die auch als Bachen bezeichnet werden, bringen nach einer Tragezeit von 100 bis 175 Tagen 1 bis 12 Jungtiere zur Welt. Flache Mulden an geschützter Stelle dienen dabei der Niederkunft. In der Regel polstert eine Bache die Mulde mit weichen Pflanzenteilen aus. Einige Arten wie das Warzenschein bringen den Nachwuchs in Erdlöchern zur Welt. Diese werden von anderen Tieren wie beispielsweise einem, Erdferkel übernommen, seltener auch selbst gegraben. Der Nachwuchs weist je nach Art ein Geburtsgewicht von 500 bis 900 Gramm auf. In den ersten Tagen bleiben die Jungen, die auch als Frischlinge bezeichnet werden, im Nest. Im Laufe der zweiten Lebenswoche verlassen sie es und können der Rotte folgen. Die Säugezeit erstreckt sich meist über 3 bis 4 Monate. Der Nachwuchs bleibt jedoch bis zum nächsten Wurf bei der Mutter. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird er davon gejagt, bleiben jedoch in der Rotte. Ein Rotte besteht daher immer aus mehreren Generationen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei 15 bis 20 Jahren. Hirscheber können sogar ein Alter von gut 25 Jahren erreichen.

Familie und Gattung

 

 

Altweltschweine
(echte Schweine)

 

Die Nichtwiederkäuer (Nonruminantia) sind die ursprünglichste Gruppe der Paarhufer (Ungulata). Sie weisen eine Reihe von primitiven (ursprünglichen) Merkmalen auf: Gliedmaßen, Schädelbau, (fast) vollständiges Gebiß und der einfache Bau des Magens. Sie scheinen mit den ältesten Paarhufen näher verwandt zu sein, als mit den Schwielensohlern (Kamele & Lamas) und Wiederkäuern (Ruminantia), die auch den Ungulaten angehören.
 

 

 

 

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  Jagd1

 

in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

Spuren

 

 

 

 

Jagd

 

 

 

Jagdgesetzgebung
 

    

 

 

 

Jägersprache

Als "Schalenwild" fassen wir die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer zusammen. Das sind Huftiere mit gespaltenen Klauen, d. h. zwei Zehen, im Unterschied zu den Einhufern (wie etwa das Pferd). Die Hufen oder Klauen heissen in der Jägersprache "Schalen".

 

 Lexikon der Weidmannsprache

 

   
   
   
   
   
   
   

 

 

Bemerkungen

Nichtwiederkäuer sind die letzten Überlebenden einer einst sehr formenreichen Unterordnung. Eine Besonderheit der Nichtwiederkäuer ist, dass sie im Vergleich zu den Wiederkäuern ein sehr viel differenzierteres Gebiß besitzen, das stoßzahnartige Eckzähne aufweist. Es ist von daher nicht nötig, dass sie ihre Nahrung ein zweites Mal kauen. Auch sind sie anders als die Wiederkäuer keine reinen Pflanzenfresser, sondern ernähren sich außerdem von Fleisch oder menschlichen Abfällen.

Bei ihnen lassen sich auch noch die Überreste zweier weiterer Zehen erkennen, die bei den anderen Paarhufern überhaupt nicht mehr vorhanden sind.

Nichtwiederkäuer können hasen- bis nilpferdgroß werden und wirken von ihrer Gestalt her eindeutig plumper als die anderen Paarhufer.


 

 

 

 

Kalender

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Brunft/Paarung                        
Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Geweihaufbau                        
Schonzeit                        
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 update © ES   13. Februar 2009