Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer Nichtwiederkäuer
Familie Geweihträger Hirschart (Cerviden) Hornträger Rinderart (Boviden)  
Unterfamilie Trughirsch (Neuwelthirsch) Echte Hirsche (Altwelthirsch)  Ziegenart Rinderart echte Schweine (Altweltschweine)
Gattung Rehe Ren Elche Rot Sika Dam Gämsen Ziegen Schafe Bison  
Art Reh Ren Elch Rot-hirsch Sika-hirsch Dam-hirsch Gämse Steinbock Mufflon Wisent Wildschweine
Merkmale  Eigenheiten  Lebensraum  Fortpflanzung  Spuren  Jagd  Jägersprache  Kalender  Links        

Paarhufer

 

Beschreibung

Die Paarhufer, auch Paarzehige Huftiere oder Paarzeher (Artiodactyla oder Paraxonia) sind in der klassischen Systematik eine Ordnung der Säugetiere (Mammalia). Es handelt sich um überwiegend pflanzenfressende Tiere, die im Gegensatz zu den Unpaarhufern meist durch eine gerade Anzahl von Zehen (zwei oder vier) charakterisiert sind.

Die zoologische Ordnung der Paarhufer umfasst die primitiveren Nichtwiederkäuer, bei uns einzig durch das Wildschwein vertreten, und die hochentwickelten Wiederkäuer (Ruminantia).

Zum wiederkäuenden Schalenwild gehören die Familien der Hirschartigen (Cerviden) und der Rinderartgien (Boviden). Hauptunterschied sind die Stirnwaffen, die auch als Jagdtrophäen von Bedeutung sind.

Merkmale

Bei den Cerviden tragen ausschliesslich die männlichen Tiere ein Geweih (einzige Ausnahme das Ren, das bei uns nicht vorkommt). Geweihe bestehen aus Knochensubstanz, sie werden jährlich abgeworfen und neu gebildet und sind in der Regel in mehrere Enden verzweigt (vereckt).

Die Rinderartigen tragen Hörner, die aus hohlen Hornschläuchen bestehen, die als Überzug über langen Stirnzapfen sitzen, zeitlebens weiterwachsen und nicht abgeworfen werden. Bei den meisten Arten tragen beide Geschlechter Hörner (die Weibchen meist kleinere).

Die Paarhufer sind wichtig für das Gleichgewicht der Natur. Sie beeinflussen die Vegetation zweifach: durch Abweiden und durch Düngen. Durch Paarhufer können Landschaften ein charakteristisches Aussehen erhalten. In Afrika entstehen aus Trampelpfaden der Flusspferden in den Uferböschungen Erosionsschluchten von beträchtlichen Ausmaßen. Ohne die weidenden Huftiere würden sich viele Steppen in Wälder oder Buschlandschaften verwandeln.

Die wichtigsten Nutztiere der Menschen stammen aus der Ordnung der Paarhufer. Sie liefern uns Nahrung und Kleidung, können als Transportmittel und Arbeitshilfe eingesetzt werden, so z.B. Schwein, Rind, Schaf und Ziege.

Eigenheiten

Die Paarhufer haben ihren Namen vom Bau ihrer Gliedmaßen. Jeder Fuß tritt mit 2 gleich stark entwickelten Zehen auf. Diese beiden Zehen sind die ursprünglichen 3. und 4. Zehen der Füße. Diese beiden Zehen sind an den Endglieder durch eine Hornscheide geschützt, die Klaue. Daher auch der Name Klauentiere. Die beiden Klauen wirken wie ein gespaltener Huf, daher werde die Begriffe Spreizzeher und Spalthufer verwendet. Die Hornscheide ist mit den Nägeln, Krallen oder Hufen anderer Säugetiere zu vergleichen. Die Klauen haben einen harten Tragrand und eine weichere Sohle.

Zu den Klauen gesellen sich in vielen Fällen die Afterklauen. Das sind die 2. und 5. Zehen, deren Größe hinter der der Klauen zurückbleibt. Einige Tiere leben auf weichen oder lockeren Untergrund. Bei ihnen bilden die gespreizten Klauen zusammen mit den Afterklauen ein breite Sohlenfläche, die ein tiefes Einsinken verhindert. Auf hartem Untergrund stehen die Tiere auf den Zehenspitzen. Die Unterarmknochen (Elle und Speiche) sind miteinander verwachsen, genauso die Unterschenkelknochen (Schien- und Wadenbein), um das Glied zu festigen und auch leichter zu machen.

Man kann die Paarhufer in Stichworten wie folgt beschreiben: Hasen- bis giraffengroße Tiere verschiedener Gestalt mit Zahn- oder Stirnwaffen oder waffenlos. Kleine bis große Augen und Ohren. Schwanz kurz bis lang oder fehlend, nackt bis buschig-langhaarig. Haut nackt oder spärlich bis dicht, kurz oder lang behaart oder beborstet. 1. Zehe verschwunden, 2. und 5. entweder erheblich zurückgebildet oder ebenfalls ganz verschwunden., 3. und 4. gleichartig verstärkt und verlängert.

Lebensraum und Nahrung

An Lebensweisen ist fast alles möglich: Tag- oder nachtaktive, einzelgängerische oder gesellige Alles- oder Pflanzenfresser.

Paarhufer sind überwiegend Pflanzenfresser. Es gibt aber auch Allesfresser und ganz wenige nehmen auch Kleintiere zu sich.

Fortpflanzung

Die Weibchen haben 2-4 Zitzen. Nach Tragzeiten zwischen 4 und 15 1/2 Monaten werden 1-12 Laufjunge geboren. Die Geschlechtsreife setzt mit 1/2-3 Jahren ein. Die Lebenserwartungen schwanken zwischen 8-30 Jahre.

 

Familie und Gattung

 

 

Schalenwild

Als "Schalenwild" fassen wir die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer zusammen. Das sind Huftiere mit gespaltenen Klauen, d. h. zwei Zehen, im Unterschied zu den Einhufern (wie etwa das Pferd). Die Hufen oder Klauen heissen in der Jägersprache "Schalen".

 

 

 

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in Kürze...
 

Schulterhöhe 65- 73 cm
Kopf-Rumpflänge 100-130 cm
Gewicht (lebend) 15-25 kg; je nach Klima, Nahrung und Bestandesdichte
Geweih («Gehörn») 1-3 Enden pro Stange; Abwurf: Nov./Dez., erneuert: März/April
Höchstalter bis 20 Jahre; Durchschnitt 2-3 Jahre
Paarungszeit Juli-August
Tragzeit 40 Wochen (inkl. Eiruhe bis ca. Dez.)
Setzzeit Mai-Juni
Anzahl Junge 1-3, meist 2
Geburtsgewicht 500-2000 g
Säugezeit ca. 3 Monate
Geschlechtsreife mit ca. 1 Jahr; aktive Fortpflanzung: M ab 3 Jahren, W mit 1-2 Jahren

 

Zahnformel

0

1

3

3

= 34

3 1 3 3
Die Wiederkäuer ernähren sich von schwerverdaulichen Pflanzen. Ihr Magen besteht aus mehreren Abschnitten. Nach einer Vorverdauung im Pansen und im Netzmagen gelangt die Nahrung wieder in den Mund und wird nochmals durchgekaut. Dafür besitzen die Wiederkäuer eine lange Reihe von Backenzähnen. Die oberen Schneide- und Eck-zähne fehlen.

Spuren

Das einzelne Trittsiegel ist durch seine geringe Grösse und die schmale und spitze Form der Schalen gekennzeichnet, auch dadurch, dass es gleichmässig aufdrückt. Denn der Fussballen erstreckt sich bis ganz zur Schalenspitze. Bei älteren Tieren sind die Schalenspitzen jedoch häufig abgerundet. Zwischen der Grösse des Trittsiegels des Männchens und des Weibchens besteht kein deutlicher Unterschied. Auf der Flucht geht das Tier zu Sprüngen oder Galopp über. In der Fährte sieht man dann gewöhnlich Abdrücke der Geäfter und die Schalen sind gespreizt. Die Losung ist 10-14mm lang und 7-10mm breit, schwarz oder dunkelbraun. Die Winterlosung ist kurz zylindrisch, manchmal fast kugelförmig und häufig an dem einen Ende abgerundet, während das andere Ende spitz ist. Im Sommer wird die Losung häufig in grossen zusammenhängenden Klumpen mit gefurchter Oberfläche abgesetzt. Sie kommt auf den Äsungsplätzen der Tiere in Haufen vor, doch ist es ausserdem üblich, dass die Tiere sich beim Gehen lösen, d.h. Losung fallen lassen. Man kann sie dann zwischen den Fussabdrücken einzeln verstreut über ziemlich lange Strecken hin finden. Die Losung des Rehs erinnert im Übrigen stark an die des Schafes und der Ziege.

Rehspuren erkennt man an den herzförmigen Hufabdrücken (Trittsiegeln) auf weichem Untergrund oder im Schnee. Rehkot (Losung) hat meistens die Form von länglichen, festen Pillen. Stämmchen und Zweige mit abgeschürfter Rinde, frisch im Frühjahr und Sommer, weisen auf das Revier eines Bockes hin. Zweige mit ausgefaserter Spitze sind ein Zeichen von Rehverbiss beim Äsen an Gehölzen.

 

 

 

Jagd

 
 

 

Jagdgesetzgebung
 

    

 

 

 

Jägersprache

In der Fährte sieht man dann gewöhnlich Abdrücke der Geäfter und die Schalen sind gespreizt.

 Lexikon der Weidmannsprache

 

Geäfter  
Schalen  
   
   
   
   
   

 

 

Bemerkungen

Bei Schweinen und vielen anderen Paarhufern sind die zweite und fünfte Zehe als Afterklaue nach hinten gerichtet.

 

 

 

Kalender

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Brunft/Paarung                        
Tragzeit                        
Setzzeit                        
Säugezeit                        
Geweihaufbau                        
Schonzeit                        
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 update © ES   25. Februar 2009