Essen und Trinken Down Under
Es ist nicht nur einfach ein Vergnügen, bei einer Reise ein besonderes Augenmerk auf die spezifische Küche des Landes zu legen und es auf diese Weise kennen zu lernen. Wenn man mehr über die Zubereitung und verwendeten Zutaten erfährt, lernt man nicht selten genauso viel über die Geschichte und Tradition eines Landes wie beim Besuch seiner Museen und historischen Sehenswürdigkeiten. Australien-Besucher sind oft überrascht über die bloße Vielfalt und Qualität der australischen Küche.
Viele haben ihren Traum, nach Australien aus zu wandern wahr gemacht. Italiener, Schweizer, Deutsche kamen, auch Libanesen, Türken, Griechen, Spanier sowie viele Chinesen, Thailänder, Vietnamesen, Japaner, Inder, Koreaner, Sri Lankesen und Indonesier. Sie alle haben die Küche in Australien geprägt, die deshalb mehr als anderswo die Bezeichnung “fusion” verdient. Auch Jamie Oliver hat sich hier inspirieren lassen. Zum Beispiel werden asiatische Gewürze und Kräuter mit europäischen kombiniert, Kängurufleisch wird kantonesisch, Barramundi-Fisch thailändisch zubereitet. Einheimische Produkte ausgezeichneter Qualität sowie frische Zutaten aus den benachbarten asiatischen Ländern und kühne Kombinationen machen aus der australischen Küche eine der originellsten der Gegenwart - mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis obendrein. Außer dem weiterhin populären Bier haben die Aussies auch international anerkannte Qualitätsweine zu bieten. Die fast zweihundertjährige Weintradition haben Europäer, die im fünften Kontinent die Religionsfreiheit suchten, begründet.
Emu, Känguru, Quandong & Co. – Spezialitäten der verschiedenen Landesteile
Fisch und Meerestiere, exotisches Obst, Gemüse und Fleisch werden zwar überall im Lande serviert. Aber die einzelnen Staaten und Territorien haben auch ihre Spezialitäten.
- Das Northern Territory ist für seine Fische Barramundi und Mangrove Jack berühmt sowie für Steaks und Hamburger aus Büffel- und Krokodilfleisch.
- Queensland betört mit exotischen Früchten wie Bowen Mangos, Papayas, Quandong (Pfirsichart) oder grünen Billyoat-Pflaumen, die 50 mal reicher an Vitamin C sein sollen als Orangen sowie mit Cray fish (Hummer), Krabben und Garnelen.
- Western Australia hat sich mit Ziegenkäse und Weinen einen Namen gemacht
- New South Wales mit Hunter-Weinen, Sydney Rock Austern und Balmain Bugs (Krebsen)
- Victoria mit Weinen sowie mit Gippsland-Rind, Meredith-Lamm und Mallee-Jungtauben
- In Südaustralien sollte man die Weine des Barossa-Valley, lokales Olivenöl, dort vor allem in der Coffin Bay Jakobsmuscheln und Thunfisch probiert haben
- Chrakteristisch für Tasmanien sind Lachs, Forellen, Austern, Käse und Beerenfrüchte
Bush Tucker – kulinarische Leckerbissen auf australische Art
Relativ neu in Restaurants sind Gerichte, bei denen die australischen Ureinwohner Pate gestanden haben – Bush Tucker. Seit Jahrhunderten haben sich die Bewohner Australiens ausschließlich von Bush Tucker ernährt. Für die Ureinwohner, die Aborigines, ist das Land schon seit 50.000 Jahren wie ein riesiger Supermarkt, der ihnen alles bietet, was sie zum Überleben brauchen. Ihre stark ausgeprägte Tradition als Jäger und Sammler, kombiniert mit dem Überfluss an Pflanzen und Tieren machte es stets unnötig, das Land zu kultivieren oder Vieh zu züchten. Bush Tucker hat kürzlich in der modernen australischen Küche an Popularität gewonnen. Gemeinsam mit Krokodil- oder Possumfleisch, Süßwasser-Yabbies oder Withchetty Grubs stehen unzählige bislang nur im Outback genossene Früchte derzeit hoch im Kurs: Riberries, Kakadu- und Illawarra-Pflaumen, Lilipili, Buschtomaten und viele mehr, dazu ungewohnte Aromata von Pfefferblatt, Anismyrte und Australische Akazie. Viele Weltklasseköche interessieren sich heute für die einheimische australische Küche und experimentieren mit ihrem einzigartigen und charakteristischen Geschmack, um neue Gerichte und Kreationen zu schaffen
