REGGAE!

 

Entstehung

Jamaika

Sonne, herrliche Strände, Ganja, Bobmannschaft und Fußballer das ist das erste was einem durch den Kopf schießt, wenn das Land Jamaika erwähnt wird. Doch das wertvollste was der Inselstaat Jamaika besitzt, welcher in den großen Antillen unterhalb von Kuba liegt, ist der Reggae. Die Bevölkerung ist afrikanischer Herkunft, was auf die im 17. Jahrhundert herrschende Sklaverei zurückzuführen ist. Bevor die Sklaven nach Amerika transferiert wurden, brachte man die afrikanischen Sklaven zuerst nach Jamaika. Das Christentum bildet die Mehrheit der Religion, wobei ein bedeutender Teil der Sekte der Rastafari angehört. In sprachlicher Hinsicht besteht die gleiche Aufteilung bezüglich Englisch und dem eigenen Dialekt der Rastafari.

 

Vom Burru über Ska zum Rock Steady

Die Wurzeln des Reggaes reichen weit zurück. Die Geschichte des Reggae beginnt mit den ersten Sklaven, die zu Beginn des 16. Jahrhundert aus ihrer afrikanischen Heimat unter unmenschlichen Bedingungen nach Jamaika deportiert wurden. Die afrikanische Trommel-Musik war zumeist die einzige Verbindung zur Heimat, die den Sklaven blieb. Meist handelte es sich um religiös motivierte Kulthandlungen, die von Trommeln begleitet wurden wie Myrial, Jonkonnu und Kumina. Sie mischten sich im Lauf der Zeit mit, von Missionaren verbreiteten christlichen Elementen. Es entstand beispielsweise der Pocomania-Kult. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich im Zuge der Sklavenbefreiung eine eher weltlich orientierte Trommel-Musik: Burru. Sie sollte zu einem Eckpfeiler des Reggae werden. Parallel zu Burru entwickelte sich auf Jamaika der Mento, welcher Eckpfeiler Nummer zwei des Reggae bildet. Mento ist einfache Trommelmusik vermischt mit europäischer Volksmusik. Zu Beginn der fünfziger Jahre brachte das amerikanische Radio das dritte wesentliche Element des Reggae nach Jamaika. Tag und Nacht wurde Rhythm and Blues gespielt, welches dem Mento schnell den Rang ablief. Burru: Rasta-Frau tanzt zur Begleitung der Rasta Trommeln Zehn Jahre später war es in den USA vorbei mit R'n'B und auf den Inseln in der Karibik wurde mit R'n'B und karibischen Elementen ein neuer, extrem gut zu tanzender Sound erfunden. Es war die Geburtsstunde des Ska.

Ska

Ska war nicht nur Musik, mit Ska wurde ein Wirtschaftszweig aufgebaut (Gründung von Plattenlabels und Export), von welchem die ganze Welt hören sollte. Sie brachte Jamaika eine neue, wichtige und zukunftsträchtige Einnahmequelle. Stars wie Jimmy Cliff glückte der Sprung in die internationalen Charts. Mit Lkws fuhren die Discjockeys quer durch Jamaika und legten auf ihren mobilen Studios Ska auf (Soundsystem). 1964 gelang Millie Small mit My Boy Lollipop ein internationaler Hit, der den neuen Sound popularisierte. Die Legende besagt, dass Jamaika Mitte der sechziger Jahre von einer Hitzewelle heimgesucht wurde und so gezwungen war, dem schnellen Ska-Rhythmus das Tempo zu drosseln, weil die Menschen zu sehr schwitzten beim Tanzen.

Doch eine glaubwürdigere Variante lässt verlauten, dass die jamaikanischen Jugendlichen ihren eigenen Stil entwickeln wollten. Soundsystem in welchem der DJ Platten für die Bevölkerung auflegt Bob Marley sagte dazu: "The young musicians, they had a different beat, this was Rock Steady now. Du-du-du... Rock Steady going trough." So wurde um 1966 dem Ska das Tempo entzogen. Der hüpfende Rhythmus des Ska wurde gleichmäßiger ("steady") und schleppender. Bei gleichbleibender harmonischer Struktur wurde der Takt nicht mehr nach Vierteln, sondern nach Halben gezählt. Die Rolle der Blechblasinstrumente verlor an Wichtigkeit, dafür traten Bass-Rhythmusgitarren in den Vordergrund, was zum Rock Steady führte. Der Rocksteady war zunächst eine reine Unterhaltungsmusik, wie es der Ska immer gewesen war, aber der einfache Riddim bot jetzt die Möglichkeit für z.B. sozialkritische Texte. Der Rock Steady fand in England, durch jamaikanische Auswanderer Anklang und wurde die Musik der Arbeiterklasse, denn sogenannten Skins, welche Kahlköpfe besaßen als Protest gegen die verhassten langhaarigen Hippies. Doch nun zurück nach Jamaika: Nach nur einem Jahr Rock Steady, leitete "The Maytals" mit ihrem Song "Do the Reggay", wenn auch mit komischer Schreibweise, aber mit fast unverändertem Rock Steady, einen neue Ära ein, den Reggae.

Reggae

Toots Hibbert, Sänger der Maytals behauptet, dass Reggae umgangssprachlich etwa "raues, alltägliches Zeug" bedeutet. Eine andere Theorie besagt, Reggae sei eine Entstellung des Wortes "streggae", welches im Straßenslang Kingstons für Prostituierte steht. Doch die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass Reggae vom lateinischen regis für König abgeleitet wurde und so die Musik der Könige ist. Da Afrika so viele Könige besaß, musste man sie mit königlicher Musik unterhalten. "Wenn du also mit viel Bass und Trommeln Reggae spielst, bist du geistig im Einklang mit Afrika. Der Rhythmus ist mit dem Pulsschlag verbunden." (Interview mit Bunny Livingston, Bandmitglied von The Wailers)

Musikalischer Aufbau

Reggae zeichnet sich durch eine stärkere Betonung des Basses, mehr Variationsbreite und einem deutlich beschleunigten Rhythmus aus. Der synkopierte (rhythmisch verschobene) Backbeat, die innere Spannung des Beats, verstärkte sich und der Beat wurde pulsierender. Wenn junge Jamaikaner heute von "klassischer Musik" reden, so meinen sie damit nicht Bach oder Beethoven, sondern Bob Marley, Burning Spear oder Mutabaruka. Mittlerweile ist der Reggae weit über die jamaikanischen Grenzen hinaus verbreitet. Er fasziniert ein breites internationales Publikum. Herr Wynands, der Autor des wohl bekanntesten Buch über den Reggae "Do the Reggay", beschreibt die Faszination des Reggae folgendermaßen: "Zunächst ist es der Rhythmus! In seiner einfachen und klaren Struktur liegt das Geheimnis einer höchst komplexen Wirkung. Die faszinierende Wirkung des Reggae-Rhythmus entsteht durch die Kombination einfacher musikalischer Muster unter der absoluten Priorität des suggestiven Bassklanges. So entwickelt die reggae-typische Betonungsverschiebung ein permanentes Spannungsmoment, das erst im verzögert folgenden "One Drop" wieder aufgelöst wird - während der Bass eine warme, hypnotisch-beruhigende, geradezu physisch spürbare Atmosphäre schafft, in der diese unablässigen Spannungswechsel eingebettet sind. Ein Reggae-Rhythmus ist die potentiell unendliche Wiederholung dieses Vorgangs, der das Gefühl eines stetigen Vorenthaltens (des Erwartens) und (dessen) verzögerter Befriedigung hervorruft."

Musikalische Elemente

Der ursprüngliche Reggae vereinigt eine Vielzahl von ethnisch unterschiedlichster Musikelemente, darunter der amerikanische Rhythm-and-Blues, Tänze verschiedener karibischen Inseln, wie etwa Merengue (Puerto Rico), Calypso (Trinidad) und Rumba, welcher für den Paartanz in Kuba und heute in der ganzen Welt verwendet wird und der traditionelle jamaikanische Mento. Generell gesprochen hat Reggae drei Grundelemente: Riddim (fortlaufender Rhythmus - Track), Geflecht von Rasta Trommeln und Perkussion (Schlaginstrumente), sowie Melodie und Stimme. Riddim ist das Grundgerüst für jeden Reggae Song und kann beliebig oft verwendet werden. Der Produzent versah seinen Riddim mit immer neuen Gesangparts, machte aus guten Riddims und "frischem" Gesang unzählige neue Platten. Dieses Verfahren mag für europäische Hörgewohnheiten fade, langweilig und einfallslos erscheinen. Doch wird gerade dieses jamaikanische Recycling von Musik von einer unglaublichen Kreativität und einem Feuerwerk von Ideen begleitet, vorausgesetzt der Riddim besitzt die gewisse Unsterblichkeit. Genau diese Unsterblichkeit wird auf Herz und Nieren geprüft. Vom Riddim wird zuerst ein Duplikat aus Acetat "das sogenannte Dub-plate" angefertigt und dem Publikum im eigenen Sound System vorgeführt. Ein Haufen Dub-plates m Format sieben Inch. Erst wenn das Votum der Öffentlichkeit positiv ausfällt, kommt das Dub-plate ins Presswerk und wird auf Vinyl vervielfältigt. Andernfalls wird es wieder eingestampft. Die Musik ist somit einem ständigen Kommunikationsprozess unterworfen und reagiert direkt auf die Bedürfnisse der Konsumenten. Ein in der Musikbranche einzigartiger Vorgang. Musikalische Demokratie in Reinkultur. Das hat zur Folge, dass der Musikmarkt auf Jamaika heute noch von der Single (7 Inch) beherrscht wird. Die Langspielplatte ist ein Produkt der westlichen Musikkultur, das dem Reggae übergestülpt wurde und auf Jamaika keine Tradition hat. Viele der Reggae - LPs/CDs sind lediglich Zusammenstellungen von Hitsingles.

Text

Der Reggae ist die Musik der Slums, der ärmeren Schicht der jamaikanischen Bürger, der Schicht die ums Überleben kämpft und nur wenig zu sagen hat. So wurde der Reggae ein Hilfsmittel um Botschaften in die ganze Welt zu befördern. Die Unterdrückung durch die Weißen wurde in den Texten ein zentrales Thema, sowie auch die Gefühle der Gefangenschaft und der politischen Entfremdung. Auch wenn die Sklaverei abgeschafft wurde, existiert sie für viele in einer "kultivierteren" Form immer noch: So forderte Bob Marley in seinem "Redemption Song": "Emancipale yourself from Mental slavery!" Befreie dich von der geistigen Abhängigkeit. "Die Zeit ist gekommen, in der die Jugend begreifen muss, dass wir als Sklaven aus Afrika verschleppt worden sind. Heute haben wir die Ketten nicht mehr an den Füßen, sondern an unserem Geist, und das führt dazu, dass wir glauben, wir könnten uns nicht selbst regieren und unsere Kultur als Afrikaner bewahren." (Ras de Silva in: Michels P.: Rastafari, 1979 zit. nach Deutscher Volkshochschul-Verband e.V., 1983, S. 43) Ein Paradebeispiel zu Themen wie Unterdrückung und Gefangenschaft ist der Song, welcher Bob Marley schrieb als er in Amerika lebte und von der Regierung eine Aufforderung bekam, für Amerika in den Krieg nach Vietnam zu ziehen, doch dies tat er nicht. Stattdessen zog er wieder nach Jamaika zurück. "Büffelsoldat, so nannten die Indianer die Afrikaner, Dreadlock Rasta. Da war ein Büffel Soldat im Innern von Amerika, gestohlen von Afrika und nach Amerika verschleppt. Kämpfend bei der Ankunft und ums Überleben. Er sagte er sei ein Büffel Soldat und er solle den Krieg für Amerika gewinnen." Als sich der Rastafari - Glaube entwickelte, wurde dies das Hauptthema der Songs. Kritik an das Babylon, Varianten wie es im Zion wäre und das Huldigen von Gott Jah wurde nun zur Tradition. Bob Marley sagte dazu: "Das wichtigste im Reggae ist der Text. Es ist wichtig, die Texte zu verstehen. Sie haben eine Bedeutung. Manche Leute verstehen die Texte und andere sind noch nie in solchen Situationen gewesen. Der Text ist ein Rat für die Leute, ein Rat den Sie befolgen sollen. Alles was Ihr tut, könnt Ihr richtig oder falsch machen. Wer gut zuhört, macht es richtig, denn es gibt eine innere Stimme die zu jedem spricht." (Video von Bob Marley "Time will tell")

Rastafarianismus

"Rastafari lehrt die Liebe, völligen Frieden und Brüderlichkeit unter den Menschen" (unbekannt). Rastafarianismus wurde als Religion erstmals 1982 seitens der katholischen Kirche Englands anerkannt. Die Auslegung des Rastafarianismus reicht von strikter Bibelhaltung und totaler Ablehnung der Weißen bis hin zu relativer Offenheit neuen Einflüssen gegenüber. Überspitzt ausgedrückt hat jeder Rasta seine eigene Religion. Der Rastafarianismus ist heute weit verbreitet und zählt etwa fünf Millionen Anhänger. Das Grundprinzip in der Rastafari-Theologie ist die göttliche Herrschaft Kaiser Haile Selassie I. Der Gott Jah wird durch Haile Selassie manifestiert. Rastafari setzt sich aus Ras (König, Kopf) und Tafari, dem Geburtsnamen Selassies zusammen. Die Brüder sind Rastas.

Marcus Garvey

Der schwarze Jamaikaner Marcus Garvey löste mit seinem schwarzen Nationalismus Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts eine Massenbewegung aus und wurde Begründer der "Back to Africa"-Bewegung auf Jamaika. Er forderte die Schwarzen zu ihren eigenen Wurzeln zurückzukehren und die ihnen aufgezwängte westliche Kultur abzulegen. Er lehrte, dass Jamaika nicht das Land der Schwarzen, sondern das Land der weißen Ausbeuter - nämlich Babylon - ist. Das wahre Land ist Zion, Zion in Afrika, aus dem die Weißen die Schwarzen verschleppt haben. Garveys Endziel war, dass alle Schwarzen nach Afrika zurückkehren.

Haile Selassie I

Im November 1930 wurde der Äthiopier Ras Tafari Makonnen in einer triumphalen Zeremonie zum Kaiser seines Landes gekrönt. Für dieses Ziel hatte er mehrere Gegner exekutieren lassen. Nachdem er 1936 ins Exil musste, schmuggelte Winston Churchill ihn nach Sudan, wo Haile Selassie eine eigene Armee aufbaute. 1941 besiegte er die Weißen und wurde wieder König, was das Ansehen in der schwarzen Welt gewaltig steigen ließ. Nach dem Staatsbesuch, bei welchem ganz Jamaika auf den Straßen war, wurde den Rastas klar, Haile Selassie I ist Jah. Nach der Palastrevolte 1960 informierte Haile sein Volk über seine politischen Ziele, doch es war schon zu spät. Äthiopen wurde zu einer der strategisch wichtigsten und politisch unsichersten Regionen der Welt. Die USA kämpften gegen die Sowjetunion um das militärisch wichtige Äthiopien. Am 27.August 1975 starb Haile Selassie als entmachteter und gedemütigter Mann nach einer jahrzehntelangen Feudalherrschaft in einer kleinen Wohnung im Palast. Doch die jamaikanischen Rastas interessieren die Nachrichten über seine Grausamkeiten und sein Versagen nicht. Für sie ist eine solche Meldung ein weiterer Versuch der weißen Unterdrücker, die Macht und Werte Afrikas zu untergraben. Und: "you nuh cyan bury Jah" sagen die Rastas, "Jah kann man nicht begraben.

Jah

Der Name des Schöpfers in der Person von Selassie I. Die Rastafarians wissen, dass dieser Name heutzutage die Macht des Allmächtigen enthält.

Tod

Die Rastas glauben nicht an den Tod. Sondern an das ewige Leben. Selbst wenn alte Rastas sterben sind sie nicht tot, denn die Atome werden in anderen Babys weiterleben.

Zion

Zion ist die Heimat aller Rastas. Zion ist der Ort, wo sich alle sammeln, die die Irrlehren des Babylons nicht angenommen haben. Es ist der Schnittpunkt wo sich Judentum und Christentum treffen.

Babylon

"Babylon. Das korrupte Establishment der westlichen Gesellschaft. Der Westen und die westliche Zivilisation, gegründet auf Kapitalismus, haben sich die Herrschaft über Menschheit angemaßt. Das Wort wird auch in der engeren Bedeutung Polizei verwendet, denn diese schützen ja das niederträchtige System. Manchmal wird es auch speziell als Bezeichnung der ehemalige Kolonialmacht benutzt, dem Zentrum der Finsternis und Verderbtheit." (aus Itation of Jamaica)."Rastafarians werden keine Waffen zur Hand nehmen und sich auch nicht mit dem Blut Babylons besudeln müssen, denn Babylon wird sich selber vernichten. Jah Tafari argumentierte, dass Staaten wie die USA aus reiner Gewinnsucht - "They worship the dollar as their God"- Waffen an eigene Feinde verkaufen, was zwangsläufig zur Erfüllung der biblischen Prophezeiung "They wicked shall fall through their own sword" führen müsse." (Auszug aus einem Reasoning von Jah.T)

Sprache

Die Rastas besitzen eine I'n'I Sprache (Ich und Ich - Sprache). Wenn Rastafarians von Gemeinschaft sprechen, gebrauchen sie statt "wir" den Ausdruck I and I. Für die Rastafarians ist die Sprache nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern sie ist ein heiliges Instrument. Beim sogenannten "reasoning" kommt es zur vollen Entfaltung der Gesprächsform der Rastafarians. Während des nächtlichen "Ganja-Rauchens", werden Inspirationen mitgeteilt und in langen Gesprächen diskutiert. Ras Historian interpretierte die Ich und Ich Sprache folgendermassen: "Ich" in der normalen englischen Sprache 'I', ist die erste Person. Du, er, sie, es folgen als zweite und dritte Person. Wenn ich und Ich als Rastafarian die Zahlen betrachte, so kommt Eins zuerst. Sogar zwischen dem Zeichen 1 (eins) und I (für "ich") gibt es eine gewisse Ähnlichkeit. Deshalb betrachte Ich und Ich jedes Individuum, das ein Mitglied der Rastfarians ist, immer als "I". Anders gesagt, ein jeder ist immer der Erste. Denn es ist nur die Gesamtheit aller, die dieses ganze Ich bildet und so den vollkommenen Zustand hervorbringt."

Dreadlocks

Dreadlocks sind ein Symbol der Hingabe. Sie sind Symbol für Schwarzsein, Würde und Ehre, und ein bildliches Symbol der Löwenmähne. Je länger die Dreadlocks desto religiöser ist der Besitzer. Anlässlich von Befragungen bei der Polizei wurde den Rastas die Dreadlocks abgeschnitten. Als Akt der öffentlichen Verleumdung und sozialen Kontrolle über die Bewegung. Rastas sind über diese Grausamkeiten sehr wütend, denn die Deradlocks sind sehr bedeutsam für ihre spirituelle Überzeugung. Sie glauben, dass sie klarer denken können und nahenden Gefahren dank der Dreadlocks spüren können.
Die Rastas tragen, wenn sie ihr Haus verlassen um "in die Welt" zu gehen, eine wollende Mütze, den sogenannten "tam", welcher die Farbe rot, gold und grün hat. "Rot, für das Blutvergießen unter den Suffarahs seit den Tagen der Sklaverei! Gold, für den Reichtum, welchen man den Suffarahs gestohlen hat, seit Salomons Tempel erbaut! Grün, für das gelobte Land in Afrika, das die Heimkehr des schwarzen Mannes erwartet." (unbekannt)

Ganja

Das Ganja (Marihuana), die Rastas nennen es "herb", rauchen ist Tradition. Cannabis sativa ist das heilige Kraut der Rastafarians. Ganja spielt eine wichtige Rolle bei der religiösen Versenkung, da es tiefe und klarere Einsichten in das Leben vermitteln soll. Es soll eine Verbindung mit der Seele herstellen. Ganja gilt als Nahrung für das Hirn und als Allheilmittel. So hilft es bei Asthma, Erkältungen, Magenverstimmungen, Rheumatismus, Grauem Star und vielem mehr. Es wird von niemandem als schädlich empfunden und selbst für zweijährige Jungen ist das Rauchen nicht abnormal.Ganja ist die stärkste gemeinsame Erfahrung im Rastafari. Die zentrale rituelle Aktivität der Rastas ist das "reasoning" über einer glühenden Pfeife. Die Ganja-Pfeife wird "chalice" genannt. Sie geht von Hand zu Hand um den Altartisch als rituelles Symbol von Erde, Luft, Wasser und Feuer.

Die Entwicklung des Reggaes

Die Internationalisierung

Schon 1968 landete Desmond Dekker einen internationalen Hit, doch eine internationale Bedeutung erreichte der Song jedoch nicht. In den Siebzigern als sich Jamaika in einer desolaten sozialen und wirtschaftlichen Lage befand, hatten die Reggaestars Angst um ihr Leben und den Soundsystems wurden öffentliche Auftritte verboten. Musikalisch flüchtete die Reggae-Bewegung nun in die Traumwelt der Liebeslieder oder in ein allgemeines Klagen und die Beschwörung einer baldigen Heimreise nach Afrika durch die Vertreter des Rastafari. Dadurch löste sich der Reggae von seiner Unterhaltungsfunktion und diente dazu den Jamaikanern neues Bewusstsein zu geben. Der Roots-Reggae schuf eine neue, nach Afrika ausgerichtete, kulturelle Identität. Der Reggae übernahm als kollektiver Ausdruck des Leids sowie tröstender Heilsversprecher, eine soziale Funktion, die zuvor bei der religiös-kultischen Musik der Sklaven zu finden war. Gleichzeitig entfernte sich der Reggae aus den Dancehalls und wurde über die Grenzen Jamaikas hinaus bekannt, vor allem durch Bob Marley. Bob Marley gilt als echter Vertreter des Roots-Reggae, obwohl er keineswegs mit dem richtigen Reggae bekannt wurde, sondern mit einer Reggae-Rock-Hybride. In einer komplexen und vielfältiger Weise wurde Reggae weltweit von vielen Gemeinschaften übernommen. Man findet den Reggae bei den Hopi und Havasupai Indianern in Arizona, bei den Palenquero in Kolumbien wie in Nigeria, Australien und Neuseeland. Manche sind von der spirituellen Qualität angezogen, andere auf seiner Betonung auf einer Pan-Afrikanischen Identität, seines Ausdrucks eines Klassenbewusstseins und wieder andere durch seine Botschaft einer universellen Befreiung.

Elektronische Revolution und Einflüsse von außen

Der Dancehall-Style ist eine Musik, bei welcher der DJ zwei Platten miteinander verbindet und mixt. Zu dieser Musik tanzen jeden Abend Millionen Menschen weltweit. Einer der bekanntesten Dancehall-Musiker ist Buju Banton. Die Dancehall ist ein Ort, an welchem man seine Sorgen vergessen kann und sich durch das Tanzen amüsiert. Die MC`s legen Riddims auf, zu denen sie toasten. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage wurden die Riddims in den achtziger Jahren nach ein paar Partys wieder neu gemischt und daraus erfolgten neue Versionen. Das machte Dancehall so billig. Die Plattenproduktion stieg, trotz wirtschaftlichen Engpässen immer mehr an. Zu Beginn des Jahres 1985 hatte Wyne Smith mit Hilfe eines Casio Digital-Keyboard einen Rhythmus gebastelt, der einen Richtungswechsel in der jamaikanischen Musik einleitete. Damit war die digitale Musik in Jamaika angekommen. Dies war ein Style den alle wollten. Bereits im September 1985 gab es zweihundert Versionen desselben Riddims. Für die Produzenten war die Digitalisierung ein Geschenk des Himmels, da sie nun keine großen Studios oder Studio-Musiker finanzieren mussten. Die Dancehall-Musik der späten achtziger und frühen neunziger wird oft als kreativer Tiefpunkt in der jamaikanischen Musik angesehen. Sozialkritische Themen verschwanden im Hintergrund. In den Texten überwogen Lobpreisungen von Drogen und Machismo und sexuellen Anzüglichkeiten. Dieses Phänomen wurde "slackness" genannt, nach "slack" für "locker, lässig". Diese Musik, welche Raggamuffin genannt wird, war die neue Musik der armen, besitzlosen Ghettobewohnern. Das entscheidende am Raggmuffin ist, der verstärkte Einsatz von elektronischen Mitteln bei der Produktion. Ein typischer Raggamuffin-Star ist Shabba Ranks. Der Dub ist kein Produkt des Dancehall-Styles, sondern war der Wegbegleiter des DeeJayings. In der Musik des Dub steht erstmals nicht der Sänger oder Musiker im Vordergrund, sondern der Mensch am Mischpult. Im Zentrum des Dub steht der Riddim, der Rhythmus und Melodie zugleich formt. Die kurze hüpfende Bass-Melodie ersetzt den Gesang. "Dub ist [...] das zwangsläufige Ergebnis einer Suche nach der kleinsten kreativen Einheit der Musik, eines Auslotens der Kraft des puren Sounds" (Wynands 1995, S. 114).
Die besondere Wirkung des Dub wird durch einen Spannungsaufbau erreicht. Die Techniken waren einfach und effektiv: Nach dem Intro, dem Drum-Roll, startet der Sänger a capella für einige Takte, dann wird die Stimme mitten im Wort abgeschnitten und durch das Echo-Effektgerät geleitet, während Trommel und Bass mit voller Wucht und überlaut aufgedreht werden. Das helle, dünne und spröde a-capelle-Intro steht in scharfem Kontrast zu dem voluminösen, vollen, und tiefen Bass-Sound des Rhythmus-Tracks. So entsteht zu Beginn des Stückes eine außerordentliche Spannung, ein Verlangen nach vollem Sound und kraftvollem Groove, das erst mit dem Einsetzen des Basses auf einen Schlag befriedigt wird. Ähnliche Momente werden im Stück immer wieder aufgebaut, indem bestimmte Instrumente ausgeblendet werden und im Echo verhallen, bevor sie mit einem Schlag wieder eingeblendet werden und den Zuhörer von seiner Spannung erlöst. Eine besonders faszinierende Eigenschaft des Dub ist die Fähigkeit, Kopf und Bauch der Zuhörer zugleich anzusprechen. Man kann der Dramaturgie des Mixes, den Effekten und Sounds bewusst und mit großer Aufmerksamkeit folgen und sie wie bei klassischer Musik analysieren. Zugleich aber entfaltet der Rhythmus eines Dubs einen unwiderstehlichen Groove, der einen Zuhörer zu hypnotisieren vermag und ihn physisch anzutreiben scheint. Drum und Bass sind für die emotionale Wirkung verantwortlich, während die raffinierten Effekte den Dub interessant machen. "Für einen guten Dub braucht es einen guten Rhythmus und einen guten Sound, ich verwende daher hauptsächlich Moll-Harmonien für meine Dubs, um sie mystischer und spiritueller klingen zu lassen. Für mich ist Dub ein warmer, erhebender Sound für den Bauch, aus dem einige verrückte untergesampelte Geräusche hervorblitzen, die in den Kopf eindringen" (Adrian Sherwood, englischer Produzent, zit. in: Wynands 1995, S. 118).

Stars

Bob Marley

Marley, Bob eigentlich Robert Nesta Marley (1945-1981);Jamaikanischer Rockmusiker; Sänger, Gitarrist und Komponist. In den siebziger Jahren wurde er mit seiner Begleitband The Wailers weltbekannt als bedeutendster Vertreter der jamaikanischen Reggaemusik. Marley wurde am 6. Februar 1945 als Sohn eines britischen Offiziers und einer jamaikanischen Händlerin in St. Ann (Jamaika) geboren. Sein Vater verließ die Familie einen Tag nach der Hochzeit, sodass Bob zusammen mit seiner Mutter bei der Großmutter aufwuchs. Schon früh erkannte Bobs Mutter die musikalischen Talente ihres Sohnes, sodass Bob mit 14 Jahren in die Ghettos von Kingston zog, um bei Joe Higgs das Burru Trommel und die Rastafari-Religion zu erlernen. Mit 17 Jahren gründete er seine erste Band die "Rudeboys". Diese Aufnahmen stellen eine Mischung von Calypso und Soulmusik dar. Erst Anfangs der siebziger Jahren begannen Bob Marley and the Wailers mit dem Reggae. Bekanntestes Stück aus dieser Zeit ist sicherlich "African Herbsman". Bob Marley, Bunny Wailer Livingston und Peter Tosh alias The Wailing Wailers wurden 1972 mit dem Album "Catch a Fire" international bekannt. Mit den weitern Alben Burnin (1973), Natty Dread (1975) wurden sie zu Weltstars, allerdings nur im Ausland. In Jamaika verbot das Radio, Lieder von Bob Marley zu senden, da sie politisch nicht korrekt seien. Er analysierte die Situation in den Ghettos von Kingston richtig und besang sie. Auch sang er von einer bis dahin unbekannten Religion mit dem Namen Rastafarianismus. 1976 wurde die Band auf Bob Marley and the Wailers umgetauft, was der Austritt von Peter Tosh, welcher eine Solokarriere startete, zur Folge hatte. In diesem Jahr wurde Bob Marley bei der Vorbereitung zu einem freien Konzert angeschossen, vermutlich wegen seiner zunehmenden politischen Aktivitäten und seines Eintretens für die Rechte der Schwarzen. Ende der siebziger Jahren unternahm er ausgedehnte Europa Tourneen, was ihm eine unerreichte Popularität einbrachte. Bei einem Konzert waren mehr als 100.000 Besucher anwesend. Zu seinen größten Songs zählen "I Shot the Sheriff" und "No women, no cry", welche auch von vielen anderen Musikern (z.B. Eric Clapton) interpretiert wurden. Am 11. Mai starb Bob Marley vermutlich an Krebs, doch heute wird behauptet, dass man Bob etwas angetan habe, so dass er sterben musste. Sein Sarg wurde durch ganz Jamaika gefahren, bis zu einem kleinen Dorf in den Bergen. Die Abdankungsfeier war enorm, man hatte das Gefühl ganz Jamaika wäre gekommen. Er war das wichtigste Sprachrohr seiner Religion des Rastafarismus. Noch heute ist Bob Marley populär wie eh und je. Einer seiner neun Söhne und Töchter, die er seiner Frau Rita hinterließ, Ziggy, trat das musikalische Erbe seines Vaters an und begann zu singen. Heute steht ein Museum auf dem Grab Bob Marleys. Der 11 .Mai ist in Jamaika ein staatlicher Trauertag!

Internationalen und nationale Stars

Zu den internationalen Stars des Reggae zählen neben Bob Marley sicherlich auch Peter Tosh, Jimmy Cliff und die Inner Circle, wobei die Inner Circle mit einem moderneren Reggae, sprich mit elektronischer Bearbeitung, bekannt wurden. Peter Tosh startete seine Karriere wie erwähnt mit Bob Marley, doch der richtig große Erfolg kam als er alleine mit Rita Marley, Bob Marleys spätere Ehefrau, auf Tournee ging. Eine der besten Platten aus meiner Sicht ist "Bush Doctor". Leider wurde Peter Tosh und somit eines der größten Reggaetalente 1987 in seinem Haus von drei Eindringlingen erschossen. Man sagt, schon Jahre zuvor hätte die Regierung versucht Peter Tosh umzubringen, weil er bestürzt war über die Behandlung der Bevölkerung und diese Bestürztheit verbarg er nie, im Gegenteil, in seinen Lieder kritisierte er die Regierung. Der mittlerweile fünfzig jährige Jimmy Cliff wurde mit dem Titelsong des Films "The Harder They Come" weltweit bekannt. Auch er hat einige sehr gute Reggaeplatten auf dem Markt, die beste ist sicherlich "The harder they come". Heute kommen nur noch Best-of Alben auf den Markt. Jimmy Cliff gibt heute nur noch vereinzelt Konzerte wie letztes Jahr beim Konzert für Bob Marley, welcher vor zwanzig Jahren verstorben ist. Die nationalen Stars sind die Israel Vibrations, Burning Spears und Black Uhuru. Israel Vibration sind Cecil Spence (Skelly), Albert Craig (Apple) und Lacelle Bulgin (Wiss). Alle drei sind strenggläubige Rastafaris und leider schon in früher Kindheit an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankt. Polio greift das zentrale Nervensystem an und führt so zum Untergang bestimmter Bezirke der grauen Substanz des Rückenmarks und des Gehirns. Bemerkbar macht sich die Krankheit durch Lähmungen bestimmter Muskeln, nicht selten kommt es zu Atemlähmung, die dann zum Tode führt. Die drei oben Erwähnten sind in Europa in den Insiderkreisen höchst bekannt. Black Uhuru gehören heute, mit über zwanzig veröffentlichten Platten zu den angesagtesten Reggaebands der Welt. "Dynasty" ist eines der bekannteren Alben von Black Uhuru. Black Uhuru spielt einen modernen Reggae, welcher zum Teil elektronisch begleitet wird. Sie bleiben jedoch dem ursprünglichen Reggae, der sozialkritische Texte und Perkussionsinstrumente beinhaltet, treu. Burning Spears wuchs in der gleichen Gegend wie Bob Marley auf. Seine Musik war der Roots-Reggae. Er startete seine musikalische Karriere mit Hilfe von Bob Marley, denn er war es, der Burning Spears beim Aufnahmestudio, in welchem er selber tätig war, empfahl. Spätestens 1975 wurde er mit seiner Langspielplatte "Marcus Gravey" auf Jamaika zu einem bekannten Reggaemusiker. Heute noch steht der mittlerweile 51 jährige Winston Rodney, wie er richtig heißt, auf der Bühne. In den letzten Jahren waren Burning Spear's Konzerte unschlagbar, das bewies das 1998 produzierte Album (A)Live, das 18 echte Roots-Reggae-Raketen aus 1997 enthält.

Folgen

Marihuana Trend

Durch den Reggae, welcher bekanntlich den Rastafarianismus mit sich trägt, wurde die Droge Marihuana in Europa populär. Genauer gesagt durch Bob Marley, denn er war einer der Reggaestars, die international auftraten und so die Droge Marihuana bekannt machte. Bob Marley war, wie ich von meiner Tante, welche am Konzert war, erfahren habe, so voll gepumpt mit Marihuana gewesen, dass er mehrmals von der Bühne gefallen war. Häufig hatte er sogar einen Joint mit auf der Bühne und wie es so üblich ist, wird alles was ein Star tut gleich zum Trend, so auch das Kiffen. Heute ist das Kiffen weit verbreitet. In der Schweiz kiffen täglich fast 90.000 Menschen. Bei den 15 bis 19jährigen sind es 6,5 Prozent. Damit handeln große Teile der Schweizer illegal, denn Cannabis-Konsum ist in der Schweiz noch verboten. Die zweite Droge ist Speed. Sie ist hingegen gefährlicher als Marihuana. Bob Marley konsumierte selbst Speed, jedoch nur Privat, denn Speed ist im Gegenteil zum Ganja keine religiöse Angewohnheit. Speed konsumierte Bob Marley nur aus einem Grund; Er war süchtig danach.

Rap und Deejaying

Der Rap, welcher in den amerikanischen Ghettos bekannt geworden ist, hat seine Wurzeln in Jamaika. Der Reggae aus Jamaika hatte einen gewaltigen Einfluss auf die Entwicklung des HipHop. Zum einen gab es hier bereits in den vierzigern und fpnfzigern die "Soundsystems": mobile Diskotheken, in denen bereits einige DJ-Techniken entwickelt wurden. Auch fanden hier bereits sogenannte Battles, das heißt Wettkämpfe zwischen DJs statt. Der Reggae besitzt aber auch eine besondere Gesangsart, das Toasting, das dem Rappen sehr ähnlich ist, allerdings schon in den fünfzigern betrieben wurde. Am Anfang waren die DJ`s nur zuständig fürs Auflegen und Ansagen der Platten. Mit dem Aufkommen der Dub-Versions und der Entstehung einer eigenen Musik-Produktion bot sich für die jamaikanischen DeeJays ein Freiraum, der es ihnen ermöglichte, mehr zu tun, als Platten zu wechseln und ein paar Witze zu erzählen. Mit den fast nur instrumentalen Dub-Versions hatten sie eine Grundlage bekommen, welche sie mit ihrer eigenen "message" ergänzten (toasting).
DJ im Soundstudio am Mischpult. Dies ist zu vergleichen mit dem heutigen "Freestyle-rappen", indem der Artist einen Beat vorgespielt bekommt und zu ihm rapt. Der spezielle DeeJay-Style war entwickelt: Eine Art monotoner Sprechgesang, der im Rhythmus des Dub mitgeht, auf ihm "reitet". Der DJ konnte nun zum Dub toasten, die Stimmung beeinflussen und Aufregung erzeugen. Bereits in den sechziger Jahren wurde in den USA der Begriff "Toast" für ein erzählendes Gedicht benutz, das von schwarzen Jugendlichen theatralisch vorgetragen wurde und der Selbstbehauptung im Freundeskreis diente. Die Inhalte waren oft obszön und beleidigend. Das Toasten war in der Karibik als giving rag oder making mock bekannt. "Und so erklärt sich auch der Name, denn der "Toaster" legt seinen Text auf die Musik, wie ein Stück Käse auf eine Scheibe Toastbrot" (Haberkost 1987, S.27) Zwischen den einzelnen Liedern wurden verbindende Kommentare eingebaut, Sprüche zum Einheizen etc. Die Themen der DeeJays bzw. MCs oder Toaster sind vielfältig: Sie erzählen Alltagsgeschichten, beinhalten sozialen Protest, es gibt aber auch obszöne Liebeslieder. Sie greifen alles auf, was ihnen wichtig oder interessant genug erscheint weitergegeben zu werden. Ein gewisser Cool DJ Herc zog 1967 mit seiner Familie in die Bronx von New York und wurde dort zum ersten wirklichen Hip-Hop DJ. Bei seiner Arbeit beeinflusste ihn der Reggae und die Soundsystems die ihren Ursprung in Jamaika haben. Herc unternahm Mix-Versuche, welche später zum Kern seiner Auftritte wurden. Im Grunde gehen die meisten heutigen Mixtechniken auf Herc zurück , allerdings erst Grandmaster Flash führte diese zur Perfektion. Wichtig zu wissen: Hip Hop ist nicht gleich Rap. Hip Hop ist die Kultur und Rap ist die Musik Rap ist nicht gleich Mcing. Mcing ist der kreative lyrische Ausdruck. Ein MC unterhält und bewegt die Leute. Nicht jeder Song indem Rap-Teile vorkommen, sind Produkte des Hip Hop.

Reggae heute

Heute ist der Reggae vor allem durch Interpreten wie Inner Circle, Big Mountain, UB 40 und Eddie Grant bekannt. Diese Musik hat sich schon zu sehr von ihren Wurzeln entfernt, und hat mit dem ursprünglichen Reggae fast nur noch den Rhythmus gemeinsam. Dieser Reggae wurde zu fest unseren Hörgewohnheiten angepasst. Diese Musik könnte man mit den Bravo Hits in Deutschland vergleichen, denn beide haben keinen wirklichen Hintergrund und man wird das Gefühl nicht los, dass diese Art von Musik ausschließlich zur Geldmacherei bestimmt sei. Der ursprüngliche Reggae will etwas Mitteilen, den Leuten einen Rat geben oder erzählt Geschichten, welche das harte Leben in den Ghettos widerspiegelt. Der Reggae basiert auf einem Respekt, der bei jeder groß angelegten Vermarktung zwangsläufig verloren gehen muss. Die Zukunft des Reggae liegt in seiner stilistischen Vielfalt und seiner Kraft, auf veränderte Bedingungen zu reagieren. Das Schlusswort möchte ich Tyrone Downie, Organist der Wailers überlassen, der auf die Frage, wie die Zukunft des Reggae aussehen könnte, so antwortet: "Wir können vom Reggae nicht noch mehr erwarten, die Zukunft ist jetzt. Das wichtigste ist bereits geschehen. Er hat den Schwarzen auf den Westindischen Inseln ihre Identität wiedergegeben"


 

 

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