Das O.T.O. Phaenomen



Ordo Templi Orientis

O.T.O. Phenomenon Books

Das OTO-Phaenomen

An Agony in 22 fits
By Peter-R. Koenig

This is the online-version of a book with the same title. The paper version is out of print. A new and massively expanded and correctedversion is available as "Der O.T.O. Phaenomen REMIX" via A.R.W., Box 500 107, D-80971 Muenchen, Germany. Online ordering via email: A.R.W.
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copyright: P.-R. Koenig


                              "Ich sinke nieder, ich stammle verwirrtes Zeug -
                                 der Weltgeist kommt mir wieder so gross vor -
                                                                    zu gross!"


                                                               Paul Scheerbart
 

DAS O.T.O.-PHAENOMEN

An Agony in 22 fits 0. Einfuehrung 1. Zusammenfassung 2. Notes Historiques sur le Rite Ancien et Primitif de Memphis-Misraim 3. Damals hinterm Mond 4. Veritas Mystica Maxima 5. Von denen Buchhaendlern und Grossmeistern 6. In Nomine Demiurgi Nosferati 7. Treffpunkt der Traeumenden 8. Von der Tribuene zur Gnosis 9. Thelema im Appenzell? 10. Verlag Psychosophische Gesellschaft 11. Illuminaten und Templer 12. Tradicion Huiracocha 13. Mysteria Mystica Maxima 14. Kennen Sie Oscar R. Schlag? 15. Die Wandernden Bischoefe 16. Aleister Crowley und die haitianischen Goetter 17. Die Geschichte des O.T.O.A (1921 - 1985) 18. Non c'e due senza tre 19. Per Aftera ad Astra 20. Reaktionen auf die Artikelserie 21. Dank fuer Material und/oder Auskunft 22. Bildmaterial und Personenregister --------------------------------------------------------------------------

0. EINFUEHRUNG

Kontext: Der vorliegende Text steht in der Tradition folgender Studien, die jedoch alle zwischen Information und Meinungsaeusserung nicht klar unterschei- den. Eine diesbezuegliche Auseinandersetzung mit diesen Werken findet aus Platzmangel nicht statt: Ellic Howe: "The Magicians of the Golden Dawn" (London 1972) Karl R.H. Fricks "Licht und Finsternis"-Baende (Graz 1973-86) Ellic Howe/Helmut Moeller: "Merlin Peregrinus" (Wuerzburg 1986) John Symonds: "The King of the Shadow Realm" (London 1989) Ergaenzend als Hintergrundinformation hat der Autor folgende Reader herausgegeben: P.R. Koenig: "Der Kleine Theodor Reuss Reader," Muenchen 1993 P.R. Koenig: "Materialien zum OTO," Muenchen 19941* P.R. Koenig: "Der OTOA-Reader," Muenchen 1994 P.R. Koenig: "Ein Leben fuer die Rose," Muenchen 1995 P.R. Koenig: "Abramelin & Co," Muenchen 1995 P.R. Koenig: "Das Beste von Heinrich Traenker," Muenchen 1996 P.R. Koenig: "How to make your own McOTO", Muenchen 1996 P.R. Koenig: "Der Grosse Theodor Reuss Reader", Muenchen 1997 In Vorbereitung: - Das Beste von Friedrich Lekve - Gnostisch Katholische Kirchen - In Nomine Demiurgi Saturni - Noch Mehr Materialien zum OTO [ Liste ] Akteure: Alle "irgendwie" betroffenen Personen der Zeitgeschichte. Entspre- chend finden sich Referenzangaben im Text oder als Fussnote, da dieselben als solche zum "Phaenomen" beitragen. Konzept: Das Konzept besteht aus der muendlichen Darlegung des Inhaltsverzeichnisses: in grossen Teilen eine massive Erweiterung und Korrek- tur von Artikelserien.2* In den Artikeln wurde der Schwerpunkt einerseits auf ein bestimmtes Themengewicht, anderseits auf biographische Darstellungen ge- legt. Diese komplizierte Strukturierung wird hier uebernommen und mit Unterti- teln dargestellt. Ueberleitungen von einem Kapitel zum andern finden keine statt. Dies macht die Studie schwer lesbar, sie soll jedoch hauptsaechlich als eine Art Nachschlagewerk dienen. Abkuerzungen werden nur einmal eingefuehrt. Es wird versucht, eine einheitli- che Schreibweise bei "unsicheren" Begriffen einzufuehren, z.B. "Misraim," wenn kein Zitat vorliegt. Ordensnamen sind in "spitzen" Klammern und meist nur ein- mal erwaehnt. Bibliographische Quellen sind mindestens einmal vollstaendig aufgefuehrt. Um den Anmerkungsapparat zu entlasten, wird bei Zahlenanhaeufungen gesamthaft im Text auf entsprechende Referenzwerke hingewiesen. Das Personenregister ent- haelt aus Platzgruenden nur Namen mit mindestens 2 Eintraegen: darin entfallen die haeufig auftretenden Namen Crowley, Reuss, Metzger und Germer. Quellenkritik: Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die informelle Darstellung eines Phaenomens, dessen Charakteristik massgeblich durch die Wi- derspruechlichkeit und Subjektivitaet der Quellen gepraegt ist.3* Diese schreiten als eine Art Literaturbericht so chronologisch wie moeglich den je- weiligen Themenbereich ab und sprechen dokumentarisch fuer sich selber. Es ist jede "irgendwie" zum Thema gehoerende zugaengliche Information verwendet wor- den. Es gibt ausser den juristischen4* keine Auslassungskriterien. Die einzel- nen Puzzleteile haben sich selbstaendig zu einem Bild formiert. Da auf Schlussfolgerungen ohne Quellenmaterial weitgehend verzichtet wird, koennen Teilbereiche aus Informationsmangel skizzenhaft wirken. Obwohl das Quellenmaterial verschieden interpretierbar ist, will diese Arbeit rigoros objektiv sein. Ganz anders sieht es ein Exponent5* des dargestellten Phaenomens so: "Die Geschichte eines magischen Ordens laeuft nach anderen Ge- sichtspunkten ab als die normale."6* Diese Studie ist kein Einfuehrungswerk zu bestehenden Begriffen wie Freimaure- rei (FM) und deren Fachterminologie, religioesen Sondergruppen und entsprechenden Begriffen (wie z.B. "Magie," "apostolisch")7* u.a. oder Perso- nen wie z.B. Aleister Crowley und seinen Lehren. Die vier oben unter "Kontext" erwaehnten Werke sollten dem interessierten Leser als Vorstufe dienen. Die dortigen Interpretationen von Ereignissen werden hier jedoch kaum uebernommen, da hier erneut von Primaerquellen ausgegangen wird, die fuer sich selber spre- chen sollen. Zitate ohne Quellenangabe beziehen sich auf Primaermaterial. Inhalt: Die vorliegende Studie ist keine Diskussion der "Glaubensinhalte" der OTOs oder die Beschreibung z.B. der Initiationsrituale, sondern primaer eine Dokumentation des Verhaltens der OTO-Mitglieder untereinander. In der Folge laesst sich auch die Historie der OTOs als Koerperschaften ablesen. Aufgrund dieser Komplexitaet ist der Begriff "OTO-Phaenomen" gewaehlt worden. Nach einer oberflaechlichen Uebersicht werden die einzelnen Themen und Perso- nen naeher beleuchtet. Aufgrund der Komplexitaet ist es unumgaenglich, dass einige Personen und Organisationen nicht sofort ausfuehrlich eingefuehrt wer- den koennen, da sie erst in einem spaeteren Thementeil ihre Rolle spielen. Die diesbezueglichen Querverweise im Text befinden sich in {geschweiften} Klammern und beziehen sich auf das Kapitel, wo das Thema ausfuehrlicher zur Sprache kommt. Bibliographische Referenznummern erfolgen erst wieder nach folgender Zusammen- fassung. Selbstdarstellungen der Protagonisten sind fuer diese Ausgabe bearbeitet und enthalten nur notwendigste Referenzangaben. Originalzitate sind stilistisch und faktisch unkorrigiert uebernommen. Rechtliche Lage: Nach mehrfacher Pruefung sieht die Rechtslage wie folgt aus: Briefe sind nur sehr bedingt des Copyrights faehig.8* Nach deutschem und schweizerischem Urheberrecht besteht Zitatfreiheit im Sinne von Belegzitat- freiheit zur wissenschaftlichen Dokumentation, was auch juristisch "schuetzenswerte Kunst" anbelangt. Bei bisher unveroeffentlichten Stellen wird es nur darauf ankommen, ob Persoenlichkeitsrechte (Intimbereich)9* tangiert sein koennen. Je laenger die Vorgaenge zurueckliegen, insbesondere bei Ver- storbenen, die nur eingeschraenkten Pietaets- und Persoenlichkeitsschutz ge- niessen, um so eher kann man publizieren (siehe die "Mephisto-Entscheidung" zu Gustav Gruendgens10*).11* Bei allen OTO-Gruppen handelt es sich entweder um eingetragene "gemeinnuetzige" Vereine oder durch Publikationen wirkende Organisationen. Die in diese Bereiche fallenden Tatsachen duerfen grundsaetzlich verbreitet wer- den.

1. ZUSAMMENFASSUNG

Die Geschichte der OTO-Gruppen (Ordo Templi Orientis) und ihrer verwandten Or- den und Privatkirchen ist eine Geschichte ihrer Protagonisten, die mit Carl August Kellner (1851-1905) und Theodor Reuss (1855-1923) beginnt {3}. Via Theodor Reuss/"Peregrinus", einen anglo-deutschen Freimaurer, ist der franzoesische irregulaere, d.h. als Winkelfreimaurerei taxierte "Alte und Pri- mitive Ritus von Memphis und Misraim" (MM) 1902 aus Amerika/England nach Deutschland geraten {2}. Der Ideenlieferant des OTO-Phaenomens, der Oesterrei- cher Erfinder und Industrielle Carl Kellner/"Renatus", ist angeblich am 27.12.1903 zum "S.Ehren-General-Grossmeister in Grossbritannien und Deutsch- land, 33°, 90°, 96°" ernannt worden, damit sich das OTO-Gradsystem (10 "offizielle" Grade und ein geheimer 11.) aus einigen bestimmten Graden des Memphis-Misraim-Ritus (90 und 97 Grade) entwickeln kann. Reuss und sein selbsternannter Nachfolger, Aleister Crowley (1875-1947), haben beide MM und OTO verbunden gesehen. Unter Crowley/"Baphomet" wird aus dem pseudo-freimaure- rischen OTO eine 11-gradige, magische, streng hierarchische Gruppe, die auf Abhaengigkeit der Mitglieder baut und ueberzeugt ist, die absolute Wahrheit (Thelema) gefunden zu haben. Thelema ist der Oberbegriff fuer "Das Gesetz des Neuen Aeons," das Crowley 1904 in Kairo von seinem Heiligen Schutzengel/einem Ausserirdischen,12* diktiert worden sein soll (als Buch: Liber Legis oder Li- ber AL).13* Die dem OTO-Phaenomen zugehoerigen Orden und "Kirchen" sind: - die Fraternitas Saturni (FS), 1926 in Deutschland vom Buchhaendler Eugen Grosche (1888-1964) als erste auf Crowleys philosophisch-magischer Religion Thelema gegruendete Organisation - der neugegruendete Illuminaten-Orden (IO), dessen OTO-Praegung erst um die Jahrhundertwende durch den Drogisten Theodor Reuss und den Schauspieler Leopold Engel (1858-1931) zustande gekommen ist {11} - ein Ableger der franzoesischen Gnostisch-Katholischen Kirchen (GKK), deren Kontakt mit dem OTO eigentlich nur um 1908-1920 wahrzunehmen ist {4, 15} - die 1927 vom deutschen Abenteurer Arnold Krumm-Heller (1879-1949) in Suedamerika gegruendete Fraternitas Rosicruciana Antiqua (FRA) {12} und - der Ordo Templi Orientis Antiqua (OTOA) von 1921, eine Art Voodoo-OTO mit franzoesischen, spanischen und haitianischen Wurzeln. Des weiteren wird ueber den Schweizer OTO zwischen 1916-1920 {4} und Heinrich Traenkers (1880-1956) Pansophia {5} berichtet. Der Buchhaendler Traenker ist aktiv in der Entwicklung der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland, bevor er ab 1921, mit einer Reuss-Charta (Bewilligung) bedacht, eigene Unternehmen startet. Auf Crowleys Argenteum Astrum (AA, gegr. 1907) kann nicht eingegangen werden, da im Unterschied zum OTO die AA keine fassbare Ordensstruktur aufweist. Die AA ist Crowleys Version des Golden Dawn (lat. Aurorae Aureae). Hingegen wird Crowleys OTO-Zweig, die sogenannte Mysteria Mystica Maxima (MMM), mit einer Reuss-Charta vom 24.04.1912 als Basis, eingehend beleuchtet {13}.

UEBERBLICK

Es ist fraglich, ob Reuss den OTO nach dem Tode Carl Kellners 1905 noch im Sinne von Kellner weitergefuehrt hat. Unter Reuss ist dem OTO eine 10-gradige Struktur gegeben worden. [Korrektur: Kellner fuehrte keinen O.T.O., sondern eine Yoga-Gruppe. Reuss entwickelte den O.T.O. erst NACH Kellners Tod, 1906. ==> Siehe die erweiterte Version dieses Buches: Der O.T.O.-Phänomen REMIX.] Die ersten sieben freimaurerisch absolvierten Grade entsprechen den indischen Chakras - der VIII° autosexueller und der IX° hete- rosexueller Sexualmagie. Diese beiden letzteren beduerfen keines Einweihungsrituals mehr: das Wissen um das "Geheimnis" genuegt.14* Der X° be- zeichnet allein das Amt des Landesoberhaupts und ist stimmberechtigt, das in- ternationale Oberhaupt, den Outer Head of the Order (OHO), zu waehlen. Inner Head des Ordens ist Baphomet, das Idol der Tempelritter. Seit dem Auftauchen Crowleys zwischen 1910 und 1912 gibt es jedoch mindestens ein hauptsaechliches Unterscheidungsmerkmal, unter das man die verschiedenen OTO-Gruppierungen einordnen kann: die schwerpunktmaessige Akzeptanz des "Gesetzes von Thelema" in den Initiationsritualen. Initiation versteht sich im Kontext mit dem OTO-Phaenomen primaer als Aufnahmezeremonie in eine hierarchi- sche Organisation und nicht als "weltanschauliches" persoenliches Erlebnis.15* Dieses ist in den meisten hier beschriebenen Organisationen erst Ergebnis der Aufnahme [Ausnahmen: Typhonian OTO {6} und Argenteum Astrum]. Pendant der In- itiation ist die christlich orthodoxe "apostolische Sukzession." Die von Crowley 1917-19 verfassten Initiationsrituale sind, wie damals bei al- len Landeslogen ueblich, nur fuer den eigenen Zustaendigkeitsbereich angewen- det worden.16* Im Falle Crowleys fuer seine 1912 von Reuss bewilligte Loge fuer England und Irland. Andere OTO-Logen unter Reuss haben eigene Rituale entworfen. Der XI° wird von den meisten OTOs als unabhaengig von der uebrigen OTO-Struktur angesehen {13} und kann nur von Traegern des XI° ue- bermittelt werden (so wie auch der IX° nur von einem IX° oder X° "erteilt" werden kann, was sogar zu den "Pflichten" dieser Grade gehoert). Ausserdem existiert ein weiterer OTO-Entwurf Crowleys, der ein auf 12 Grade erweitertes OTO-System wiederum mit dem Memphis-Misraim-Ritus verbindet {2}.17* Theodor Reuss hat Crowley nicht als seinen Nachfolger im Amt des OTO-Ober- haupts (Outer Head of the Order, OHO) angesehen, diesem sogar ausdrücklich untersagt, den OTO als Vehikel fuer Thelema zu benutzen. Ungeachtet dessen be- schreibt sich Crowley schon zu Lebzeiten Reuss' am 27.11.1921 in seinem Tage- buch als OHO. Die Mutmassungen, welcher der OTOs "der originale" OTO sei, bestimmen massgeb- lich den Charakter des OTO-Phaenomens {13}. 1921 fassen Heinrich Traenker und seine Frau Helene die Idee ins Auge, die "Pansophie" zu gruenden, was 1922 dann mit der finanziellen Hilfe Karl Germers (1885-1962) in die Tat umgesetzt wird. Reuss stirbt 1923, ohne Nachfolger zu ernennen. Hoechstwahrscheinlich waere diese Ehre dem schweizerischen Kaufmann Hans Rudolf Hilfiker (1882-1955) zuge- kommen, Grossmeister der 1917 von Reuss gegruendeten schweizerischen Freimau- rerloge "Libertas et Fraternitas," der jedoch angesichts der miserablen Repu- tation von Reuss und Crowley diese Wuerden fuer incommunicado haelt {4}. Da Crowley in einem Brief an Traenker 1924 indirekt zugibt, nicht von Reuss zum Nachfolger ernannt worden zu sein, muessten laut OTO-Statuten die restli- chen X° einstimmig den OHO waehlen. Traenker {5}, C.S. Jones (1886-24.2.1950) in Kanada (1. Agape Loge) {4}, C.W. Hansen (1872-1936) in Daenemark {4}, A. Krumm-Heller in Suedamerika {12}, W.T. Smith/"Velle Omnia Velle Nihil"/"132" (1885-1957) in Amerika (2. Agape Loge) {13}: der spanische Nachfolger von En- causse/"Papus" (1865-1916) (oder Charles Detre?, 1855-1918) {4, 15ff.}: Jean- Francois Jean-Maine (1869-1960) {15ff.} und wahrscheinlich H.R. Hilfiker in der Schweiz {4} waeren fuer diese Aufgabe praedestiniert. Crowley besucht Traenker, Germer und deren beider Sekretaer Eugen Grosche. Als Folge bricht 1926 aus dem inneren Kreis der Pansophie die thelemitische "Fraternitas Saturni" hervor {6}. Traenkers OTO (ein anderer Begriff fuer die Pansophie?), der nur wenig Thelema propagiert, bleibt verkuemmernd zurueck. Bis 1947 sind die Damen aus Reuss' Zeit vom Monte Verita (1916-1918) weltweit die einzig aktiven OTO-Mitglieder {4}, sieht man von Crowleys Versuch ab, in Amerika seine einzige OTO-Loge als Geldboerse und Verlag zu benutzen {13}. Der schweizerische Baecker und Ex-Kommunist Hermann Joseph Metzger (1919-1990) wird 1943 in Davos/Schweiz durch Alice Sprengel (1871-1947) vom Monte Verita initiiert. Von da bestimmt Metzger die Geschichte des OTO-Phaenomens mit {9}. Als Crowley 1947 stirbt, wird der in den US lebende deutsche Ex-Pansoph Karl Germer sein Nachfolger {5}, der aber keine Initiationen mehr vornimmt, da je- der Reuss-OTO mehr Autoritaet besitzt als ein Crowley-OTO und Metzger den Ein- druck erweckt, einen Reuss-OTO zu fuehren {5}.

Der O.T.O. und die Fraternitas Saturni

Eugen Grosche, der Gruender der FS, hat sich in den 30er Jahren mehrmals im Laufe seines Exils im Tessin bei der Reuss-Gruppe um die spaeteren Initiatoren Metzgers aufgehalten {6}. Metzger nimmt 1950 erstmals mit ihm Kontakt auf, und sogleich ueberlaesst Grosche Metzger, der eine Menge Europareisen unternimmt, alle Ordensvollmachten ausserhalb Deutschlands. Da er ein Visum fuer die be- setzten Gebiete besitzt, dient Metzger als Kurier fuer die verschiedensten Or- ganisationen. Er reist fuer den Illuminaten-Orden umher {11}, erledigt zwi- schendurch FS-Angelegenheiten und besucht die verschiedenen Thelemiten Euro- pas, z.B. Friedrich Mellinger (1890-1970) {6, 8}. Mellinger, ehemals Theater- direktor im Deutschland der 1920er Jahre, Spiritist und Crowleys zeitweiliger Sekretaer nach dem Zweiten Weltkrieg, ist von Germer beauftragt, moegliche Kandidaten fuer Crowleys OTO in Europa zu pruefen und zu initiieren {8}. 1951 vereinigt sich der Reuss-OTO unter Metzger mit dem Crowley-OTO unter Ger- mer mit der von Germer und Mellinger unterzeichneten Aufnahmeurkunde Metzgers, der Germer als Oberhaupt akzeptiert (obwohl jeder Reuss-OTO Autoritaet ueber jeden Crowley-OTO besitzt). Von 1960 bis zu seinem Tode 1970 wendet sich Mel- linger der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland zu {8}. Von Metzger bald enttaeuscht, hat Grosche schon in den fruehen 50er Jahren Kontakt mit dem ehemaligen Sekretaer Crowleys, Kenneth Grant (geb. 1924), und dessen Crowley-OTO-Loge in England geknuepft {6}. Grants Kontakt mit Grosche erzuernt Germer dermassen, dass er Grant 1955 aus dem freimaureraehnlichen Crowley-OTO verstoesst, Grant jedoch unbekuemmert nun im "Typhonian OTO" eige- ner Praegung Titel und Grade ohne Initiationsrituale verteilt und sich 8 Jahre nach Germers Tod (1962) als OHO ansieht {13}. Seine Auslegung von Thelema wird von den anderen OTOs z.T. abgelehnt. Nach dem Tod Grosches 1964 versucht Metzger vergeblich, die FS zu uebernehmen {6}.

O.T.O. und Illuminaten-Orden

Schon Reuss hat zusammen mit Leopold Engel um die Jahrhundertwende den von Adam Weishaupt (1748-1830) im 18. Jahrhundert gefuehrten IO erfolglos wiederzubeleben versucht. Trotzdem haben verschiedene Engel-Illuminatengruppen der Neugruendung die Weltkriege ueberlebt und sind 1963 von Metzger uebernom- men worden. Dieser sieht von da an den IO als Geruest fuer seine Ordenskompi- lation (OTO, FRA) und baut die Gnostisch Katholische Kirche gleich auch noch in die oberen Grade seines IO ein {11}.

O.T.O. und Gnostisch Katholische Kirchen

Die sich oft spaltende Gnostische Kirche ist 1890 in Frankreich gegruendet worden und hat bald apostolische Sukzessionen (d.h. Weihungen per Handaufle- gen) aus der Tradition der Wandernden Bischoefe (Freikirchen) aufgenommen {15}. Reuss und Crowley haben versucht, in ihre OTOs kirchliche Unterabteilun- gen als Gnostische Kirche einzubauen, aber keine genauen Anweisungen dazu ge- geben. Innerhalb der OTO-Tradition gibt es keine genuine apostolische Sukzession, da die Selbstverleihung des Priester- und Bischofamtes schon innerhalb der fran- zoesischen Gnostischen Kirche gang und gaebe gewesen ist. Obwohl, historisch gesehen, das religioese Amt des Patriarchen nichts mit dem freimaurerischen Amt des OHO zu tun hat und voellig ausserhalb der OTO-Raenge steht, hat Crow- ley sein von ihm annektiertes Amt des OHO (Oberhaupt des OTO) dazu benutzt, 1944 den englischen Theosophen W.B. Crow (1895-1976) per Post zum Patriarchen der GKK zu ernennen. Via Krumm-Heller ist auf Metzger eine franzoesische gnostische Linie gekommen. Der in Kalifornien lebende Grady L. McMurtry (1918-1985) erhaelt 1946 von dem in England lebenden Crowley ein paar wenige Briefe, in denen er als "Caliph" tituliert wird {13}. Es ist moeglich, dass Crowley die alte postalische Abkuerzung "Calif" fuer einen dortigen Einwohner verwendet hat. 20 Jahre nach Crowleys Tod setzt nun McMurtry "Caliph" mit OHO und Patriarch gleich, obwohl in keiner Konstitution aus Reuss' oder Crowleys Hand von diesem Begriff Ge- brauch gemacht wird.

Der O.T.O. und die Fraternitas Rosicruciana Antiqua

Arnold Krumm-Heller, mit einer Reuss-Charta von 1908, gruendet 1927 seine FRA, die vor allem in Suedamerika, aber auch in Spanien, Deutschland und Oester- reich taetig ist {12}. Infolge eines Treffens mit Crowley und Germer in Deutschland weisen die Rituale ab 1930 thelemitischen Charakter auf. Das Ge- setz des Neuen Aeons wird in der FRA jedoch nicht so dogmatisch vertreten wie in anderen thelemitischen Gruppierungen. Krumm-Heller erhaelt 1939 eine fran- zoesische apostolische Sukzession. Nach dem Tod ihres Gruenders 1949 zerfaellt die FRA vor allem in den lateinamerikanischen Laendern in unzaehlige Zweige, die nun Metzger 1963 ver- geblich via seiner Kontaktperson in Venezuela unter seine Jurisdiktion zu stellen versucht. Heute sind viele FRA-Zweige entweder mit Metzgers OTO, dem "Caliphat" {13} oder mit dem Ordo Templi Orientis Antiqua [sic] (OTOA) {17ff.} verbunden.

DIE VERSCHIEDENEN OTOS AB 1962

Pansophie

Diese von OTO-Grossmeister (X°) Heinrich Traenker und seiner Frau um 1921 ge- gruendete Gruppe folgt rosenkreuzerischen Traditionen. Arnold Krumm-Heller be- nuetzt wie Theodor Reuss das Siegel und die Bezeichnung "Frat. Herm. Lucis So- cietas Pansophia," was vermuten laesst, dass die beiden gute Kontakte mit Traenker gepflegt haben {5, 13}. Traenker und der OTO-Grossmeister fuer Amerika, C.(R.J.)S. Jones (beide mit Reuss-Chartas), sind die einzigen beiden, die 1925 Crowleys Anspruch auf das OHO-Amt des OTO nach Reuss' Tod 1923 unterstuetzen {5}. Der OHO muss, wenn nicht von seinem Vorgaenger ernannt, einstimmig von allen X° gewaehlt werden. Traenker widerruft nach wenigen Wochen, Jones wird von Crowley 1934 aus dessen OTO verstossen. Die Pansophie-Rituale enthalten sehr wenig thelemitisches Gedankengut, im Kern dreht es sich jedoch wie bei Thelema und dem OTO um Sexualmagie. Die Pansophie hat nie aus mehr als einer Handvoll Mitgliedern bestanden und trotz eines amerikanischen Zweiges und Beziehungen zu einem oesterreichischen Nachfolger der FRA nach dem Tode Traenkers 1956 zu existieren aufgehoert {5}.

Fraternitas Saturni

In dieser deutschen Bruderschaft des Saturn ist man der Ansicht, der magische Einfluss des Neuen Aeons verlange, dass die Lehren Crowleys permanent den neuesten Erkenntnissen (von Magie und Wissenschaft?) angepasst werden mues- sten. Folge ist, dass die Saturn-Rituale eine seltsame Mischung aus mittelalterlicher Magie, Astrologie und sehr wenig Thelema sind. Mehrere Spal- tungen unter schnell sich folgenden neuen Grossmeistern laehmen die FS nach Grosches Tod 1964. Ab 1978 fuehlt sich die Splittergruppe "Ordo Saturni" wie- der vermehrt Thelema und dem Ordensgeheimnis (den Logendaemon Baphomet fleischlich zu inkarnieren) verpflichtet {6}. Viele Mitglieder des "Caliphats" treten dem OS bei.

Metzgers O.T.O.

Seit den 50er Jahren wird bis heute in Stein (Kanton Appenzell) mit Einwei- hungsritualen gearbeitet, die Aehnlichkeiten mit Einweihungsritualen von Ru- dolf Steiner (1861-1925) und Memphis-Misraim-Ritualen aufweisen {2, 4}. Nach dem Tod Germers 1962, also mit dem Verschwinden der Kontrollinstanz, vermischt Metzger seinen OTO, den er als von Reuss und Germer geerbt betrachtet, mit dem Illuminaten-Orden {11}. Metzgers Initiationsrituale weisen keinen Bezug zum OTO auf, den er von nun an als Gradstufe des IO bezeichnet. Soweit bislang bekannt geworden ist, werden in der Schweiz keine Rituale aus- ser Crowleys sonntaeglicher Gnostischer Messe zelebriert. Metzger hat Thelema nur propagiert, um sich lieb Kind bei Germer zu machen. Dieser hat ihn dafuer schriftlich als seinen einzigen Nachfolger in Betracht gezogen, was seine Witwe bestaetigt. Obwohl Metzger 1990 stirbt und die Auswahlkriterien fuer Mitglieder streng sind (im Gegensatz zum "Caliphat"), floriert der Schweizer OTO {9}. Der zur Schweizer "Abtei Thelema" (so der Oberbegriff der Ordenskompilation) gehoerende Gasthof "Rose" kann allein von den Mitglieder- beitraegen unterhalten werden. Nach Germers Tod 1962 versuchen hauptsaechlich vier Leute alleiniger Fuehrer von Crowleys OTO zu werden. Gemaess Testament Germers haben seine Witwe und Friedrich Mellinger darueber zu bestimmen {8}. Der aus der FRA kommende Brasilianer Marcelo Ramos Motta (1931-1987) {12, 13, 14} wird als erster von der Witwe Sascha Germer (gest. 1975) bevorzugt, doch kommt Frau Germer bald zum Entschluss, Metzger sei eigentlich der Favorit ihres Mannes gewesen. So ruft sich Metzger 1963 zum Oberhaupt des OTO aus, was auch von einigen Crowley-OTO-Mitgliedern in Amerika akzeptiert wird. Erst 1969 rafft sich McMurtry auf, die Spitze des Crowley-OTO in den USA zu erklimmen, was vor allem Motta empoert, der sich uebergangen fuehlt {13}. Grant, der, ebenfalls wie Metzger, Motta oder McMurtry, auf eine Textstelle eines verflossenen OTO-Oberhauptes hinweisen kann, in dem ihm mit moeglichen hoechsten Aemtern gewinkt wird, schwingt sich 1970 zu einem weiteren konkurrierenden OHO auf {13}. 1969 kommt es innerhalb Metzgers Gruppe zu einer Spaltung, so dass trotz ge- richtlichem Gerangel um das Recht der Namensfuehrung seither ein zusaetzlicher unabhaengiger OTO (d.h. mit eigenem Oberhaupt) in Deutschland existiert {11}.

Mottas Society OTO in Brasilien und den US

Motta hat zu Lebzeiten seine Mitglieder eher nach AA-Kriterien ausgewaehlt (d.h. streng auserlesene Anhaenger lernen Crowleys Buecher auswendig), als nach dem Satz "the law is for all" (laut Crowley-OTO-Statuten hat jeder das Recht auf die ersten drei OTO-Grade). So hat auch sein SOTO nie mehr als eine Handvoll Mitglieder aufgewiesen. Als 1973 Crowleys OTO-Initiationsrituale publiziert werden, kreiert Motta seine eigenen Rituale, da er an die Gefahr einer Profanierung glaubt: im Gegensatz zum "Caliphat," das erstmals in den Besitz der Rituale gelangt und nun wahllos jeden als Mitglied aufnimmt. Motta stirbt 1987, was einen Streit um seine Nachfolgeschaft ausloest.

"Caliphat"

Auf ein paar Briefe Crowleys zurueckgehend, hat McMurtry 1977 die kaliforni- sche 2. Agape Loge18* von 1935 nach 20 Jahren der Stillegung neugegruendet und als 3. Agape Loge zur Grossloge (d.h. mit zumindest nationalem, wenn nicht so- gar internationalem Autoritaetsanspruch) aufgeblasen {13}. Zwar von Crowley eine Zeitlang favorisiert (dieser hat nach McMurtry noch Mellinger als seinen Nachfolger ausersehen), jedoch von Germer und anderen Mitgliedern der 2. Agape Loge in Ungnade gestossen, hat McMurtry Motta, Grant und auch Metzger aus dem Feld geraeumt. Ersterer hat sich vor Gericht laecherlich gemacht - letztere sind vor Gericht von McMurtry gar nicht als moegliche OHO-Anwaerter genannt worden. So hat das kalifornische Gericht des 9. Bezirkes voellig ungeachtet der Historie dem "Caliphat" die Copyrights an OTO-Material (d.h. Crowleys Bue- chern, die nicht zu seinen Lebzeiten von ihm copyrightet worden sind) inner- halb des 9th Circuit Court of Appeals zuerkannt. In England ist, obwohl Crow- ley 1947 voellig bankrott/verschuldet gestorben ist, das Copyright an John Sy- monds (dem literarischen Nachlassverwalter Crowleys) gegangen. McMurtry stirbt 1985. Sein Nachfolger wird der Franco-Kanadier William Breeze, der urspruenglich den Lehren von K. Grant und M.P. Bertiaux (geb. 1935) ge- folgt ist.

Typhonian OTO

Der zeitweilige Sekretaer Crowleys, Kenneth Grant, wirft in seiner englischen Crowley-OTO-Loge Anfang der 50er Jahre die Freimaurerstruktur ueber Bord, d.h. die Gradbezeichnungen werden nicht mehr durch ein Initiationsritual uebertra- gen, sondern weisen auf die Art der magischen Technik hin, die der Betreffende praktiziert und die von Grant sanktioniert werden. Germer verstoesst Grant 1955 aus dem Crowley-OTO, was dieser jedoch nicht akzeptiert. Metzger loest den Kontakt mit Grant ebenfalls auf {6, 14}. Grants Lehren lehnen sich sehr an Jones' Proklamation des Maat-Aeons an (was bei Jones den Zorn Crowleys erregt hat, der selber das Horus-Aeon propagiert), an Grosches Saturn/Set-Lehren und die Erkenntnisse Michael P. Bertiaux' ueber den kabbalistischen Lebensbaum, die Sexualmagie und Voodoo.

Ordo Templi Orientis Antiqua

Als Gruendung von 1921 durch J.-H. Jean-Maine, angeblich auf einer Reuss-Pa- pus-Charta basierend, haben sich um den 16-gradigen OTOA im Laufe der Zeit verschiedene gnostische Bischofssukzessionen, eine Memphis-Misraim-und eine XI°-Sukzessionslinie angesammelt, die alle von seinem jetzigen Fuehrer, dem ehemaligen Theosophen Michael Paul Bertiaux geleitet werden {15ff.}. Das von Voodoo gepraegte System basiert ausschliesslich auf magischen und nicht auf maurerischen Praktiken.

PRAKTIKEN UND GEHEIMNISSE DES OTO

Viele Protagonisten/Eingeweihte "wissen" selber nicht, worum sich das Zen- tralthema in den Hochgraden des OTO dreht. Aus diesem Grund folgt hier eine Kurzbeschreibung des "Steins der Weisen."19*

Der OTO unter Carl Kellner

Waehrend die Theosophin H.P. Blavatsky vor "unsauberen" Yoga-Praktiken warnte, die ausserdem von den "Meistern" missbilligt wuerden, lehrte Kellner Hatha Yoga, das sexuelle Uebungen beinhaltete. Er spezialisierte sich auf Yoga-Medi- tationen, die auf eine Kontaktaufnahme mit frueheren Inkarnationen abzielten (Patanjalis "Yoga Sutra"). Die spaeter von Reuss eingefuehrte freimaureraehn- liche Struktur dieses Ur-OTO hatte fuer Kellner keine Bedeutung, der mit sei- nem Kreis von Auserwaehlten ohne hierarchische Struktur arbeitete, d.h. die Yoga-Kenntnisse vermittelte. Reuss veraenderte Kellners Yogalehren bezgl. der indischen Quellen: so meinte Reuss, Sri Agamya Guru Paramahamsa habe Kellner negativ beeinflusst. Kellners Symbolik war theosophisch-indisch-chaldaeisch - Reuss' Symbolismus war aufgrund seines Memphis-Misraim-Ritus aegyptisch. Kell- ners Baphomet war nicht der des Eliphas Levi, sondern konnotierte Kellner selbst als babylonischen Priester und symbolisierte die Herrschaft des Geistes (Willens) ueber die Natur (maennlich-weibliche Vereinigung). Seine Frau wurde die Grosse Goettin, er selber handelte als altbabylonischer Feuerpriester. In seiner Villa befand sich 1903 ein fensterloser Kellerraum, wo die tantrischen Riten zur Herstellung des Elixiers (d.h. weibliche und maennliche Sexualse- krete) zelebriert wurden.

Der O.T.O. unter Theodor Reuss

Der OTO bekam sieben freimaureraehnliche Grade, die die sieben (indischen) Chakras oeffneten, waehrend die sexualmagischen hoeheren Grade ohne Ritual "erteilt" wurden. Der hoechste offizielle, der X°, bezeichnete allein den Lan- desfuehrer des OTO. Die aufgetauchten Reuss-Papiere zeigen, dass er die Yoga-Uebungen Kellners fortfuehrte, aber den Manichaeismus einbrachte. Die Sexualorgane wurden heilig und die Heilige (Gnostische) Messe symbolisierte mit einem Koitus die Wieder- erschaffung des Universums. Die Sexualenergien konnten gespeichert werden, und mit Atemuebungen wurde diese Energie dermassen umgewandelt, dass der "Magier" ein "Seher" wurde. Da Reuss von der Geheimorganisation "Hermetic Brotherhood of Light" als einer seiner Quellen sprach, kann man annehmen, dass er deren Techniken (P.B. Randolph), Drogen waehrend des Geschlechtsaktes zur Erleuch- tung zu nehmen, uebernahm. Randolph beschrieb ausserdem Techniken, wie sich waehrend des Orgasmus das gewuenschte Objekt (z.B. ein Talisman, der einen Wunsch symbolisiert) den sexuellen Energien unterwirft.20* Reuss hielt nicht viel von Masturbation (dem VIII° unter Crowley) und nannte sie "Selbstpeinigung" und "widernatuerlich."21* Trotzdem sah er im maennlichen Glied (Lingam) den Erschaffer des Universums. Es tauchen Hinweise auf, dass Reuss sich homoerotisch betaetigte (dem XI°), das Zentralthema bei Reuss kristallisierte sich jedoch aus Wagners "Parsifal" heraus. Der Speer wurde zum Phallus, waehrend der Gral die Vagina darstellte, die die "Grals-Speise" (d.h. Sperma und Vaginalsekrete) enthielt. Der geheim- ste Tempel (im IX°) ist jedoch der Uterus. Sein OTO-System sollte als utopische kommunistische Gesellschaft realisiert werden, wo die Mutter (mit Anlehnung an Mutter Maria) eine Zentralstellung im gesellschaftlichen wie auch sexuellen Leben einnehmen sollte: in der "Gemeinschaft der Neo-Christen OTO."

Der O.T.O. unter Aleister Crowley

Crowley machte aus dem OTO ein Geschaeft. Er wollte das Elixier des Lebens (unter dem Namen "Amrita", die Magische Medizin) gewerbsmaessig herstellen und Patienten gemaess OTO-Praktiken heilen,22* d.h. mit Yoga und Sexualsekreten. Um seinen Anhaengern die Sache schmackhaft zu machen, behauptete er, dass je- der Orgasmus ein Gebet sei, ein Gebet zu seinem Gott, der er selber war. Er stellte sich alias Baphomet nicht nur in den Mittelpunkt der Rituale, die seine Anhaenger zelebrierten, er identifizierte sich mit einem erigierten Glied, das ja Mittelpunkt des OTO-Glaubens ist. Im VIII° masturbieren die Glaeubigen auf Talismane (die Daemonen oder Wuensche symbolisieren) oder meditieren mit dem Bild eines Goldenen Phallus, um in Kon- takt mit ihrem Heiligen Schutzengel/Ueberich zu gelangen. Im IX°-Akt werden die Sexualsekrete aus der Vagina gesaugt und, wenn nicht als heilig konsu- miert, auf einen Talisman gebracht, der wieder einem Daemon gebietet oder einen Wunsch darstellt. Der Text, der eine diesbezuegliche Technik beschreibt (Emblems and Mode of Use) wird dermassen geheimgehalten, dass allein dessen Besitz die Inhabe des IX° anzeigt! Im XI°, dem homosexuellen Grad, identifi- ziert sich das "Mitglied" mit einem ejakulierenden Glied. Blut (oder Kot), das beim Analverkehr oder durch rituelle Opferung entsteht, soll den Daemon anzie- hen, Sperma ihn "am Leben" erhalten. Der geheimste Tempel im XI° ist die Pro- stata, die 256 magische Saefte absondert. Crowley spielte mit verschiedenen sexuellen Techniken und Zielen. Ein Geheim- nis des OTO ist die Anbetung des alten Templeridols "Baphomet." Waehrend die Splittergruppe Fraternitas Saturni versucht, diesen Baphomet fleischlich als Kind zu inkarnieren, gibt es in den OTO-Gruppen kein magisches Ziel, das dem Orden als solchem Identitaet gibt. Crowley uebernahm von Paracelsus nur Anwei- sungen zur Herstellung eines Homunkulus, der aber nicht den Orden als solchen darstellte. Fuer die Hostie zur Gnostischen Messe gab Crowley ein Rezept aus Blut und Sperma. Das "Caliphat" erteilt den Rat, diese Hostie mit 160° Fahrenheit im Ofen zu backen, um den HI-Virus abzutoeten.

Fraternitas Rosicruciana Antiqua

Die FRA bildet ein Dreieck mit OTO und GKK. Die ersten drei Grade werden frei- maureraehnlich per Initiationsritual erteilt, es folgen 4 "spirituelle" Grade, die mit den sexmagischen des OTO abgeschlossen werden. In Krumm-Hellers Gno- stischem Credo der Heiligen Messe {15} sind FRA und GKK eins, die Initiations- rituale stellen Baphomet in den Mittelpunkt. Die Lehren drehen sich weniger um Sexualmagie als um Astrologie, die Runen oder Maya-Goetter. Frauen stehen hierarchisch niedriger als Maenner (ausser in der Gruppe in Venezuela), obwohl die Gebaermutter mit der Prostata gleichge- setzt ist, die beide Sperma (also den Logos) aufnehmen (der in den Hoden pro- duziert wird).

Fraternitas Saturni

Diese m.E. einzig "magisch ernstzunehmende Organisation" bedient sich eines Gruppengeistes, Gotos/Baphomet, der, mit den sexuellen Energien der Mitglieder aufgepumpt, 1993 fleischlich inkarniert, als Avatar des Neuen Aeons die Menschheit unter die friedfertige Aeguide des Planeten Jupiter fuehren soll.

2. NOTES HISTORIQUES SUR LE RITE ANCIEN ET PRIMITIF DE MEMPHIS-MISRAIM

Joanny Bricaud (11.2.1881-21.2.1934) Der hier vorgestellte Text von 1933 kann nur einen ganz kleinen geschichtli- chen Abriss des angeblich auch im 18. Jahrhundert von Cagliostro (1743-1795) beeinflussten,23* urspruenglich franzoesischen und noch nicht zusammengefuehr- ten "Ritus von Memphis" und des "Ritus von Misraim" anbieten. Bricauds Artikel ist insofern gekuerzt, als er hier erst ab dem Zeitpunkt, wo der Memphis-Ritus 1856 in den US Fuss fasst, zitiert wird. Die marginalen Daten von 1863-68, 1873-1900 sind weggelassen.24* 1881 schliesst sich der 90-gradige Misraim-Ritus dem 97-gradigen Memphis-Ritus an. Die regulaere Freimaurerei lehnt den MM (sowie alle OTO-Gruppen) im allgemei- nen als Winkelfreimaurerei ab. Ebenso ergeht es dem im Text erwaehnten Cer- neau-Ritus. Die verwirrliche Geschichte der unzaehligen Riten und ihrer Bezie- hungen untereinander ist ein dauernder Streit um Legitimitaet und zuweilen fi- nanzielle Interessen. Einige, das OTO-Phaenomen betreffende, von Joanny Bricaud (ab 1918 Fuehrer des MM, eines Zweiges des franzoesischen OTO und der Gnostischen Kirche) nicht aufgezaehlte Daten sind in [eckigen Klammern] eingefuegt. Manche der Protago- nisten treten im Zusammenhang mit den Gnostischen Kirchen in spaeteren Kapi- teln auf. Weitere Literatur: Aleister Crowley: "Equinox" I:10, 1919, xix-xxxix Theodor Reuss' Oriflamme-Hefte "Wiener Freimaurer-Zeitung" 5, Mai 1929, 12 K.H.F. Frick: "Licht und Finsternis" II, Graz 1978 Ellic Howe: "Fringe Masonry in England 1870-1985," London 1972, AQC 242-275 G. Ventura: "I Riti Massonici di Misraim e Memphis," Venedig 1975 Gerard Galtier: "Maconnerie Egyptienne," Ed. du Rocher, 1989 Serge Caillet: "Franc-Maconnerie," Paris 1988 Pierre P. Pasleau: "Des Templiers aux Francs-Macons," Paris 1988 oOo 1856.- [Memphis]-Grosshierophant Marconis begibt sich [von Frankreich aus] in die USA, wo er am 9. November in New York einen Souveraenen Grossrat des 94° mit David Mac Lellan als Grossmeister gruendet. 1861.- Harry Seymour loest Mac Lellan als Grossmeister des "Souverain Conseil General" fuer die USA ab. 1862. Am 30. April richtet der Grossmeister des franzoesischen Grossorients, Marschall Maignan, ein Schreiben an alle Oboedienzen im Hinblick auf eine franzoesische Einheit der Maurerei. Aufgrund eines positiven Berichts von Razy, Mitglied einer Pruefungskommission, vereinigt sich der Memphis-Ritus mit dem Grossorient. Die Logen des Ritus von Memphis konstituieren sich unter Kon- trolle des Grossorients. Im Juli stellt der Grosshierophant [Marconis in Paris] dem Bruder Seymour eine [96°]Charta fuer Amerika aus. Dieses Papier ist am 3. September vom franzoesi- schen Grossorient ausgestellt und unter der Nummer 28.911 im Grossen Siegel- buch eingetragen. [Der 21. Juli 1862 wird von Reuss und Metzger als Gruendungsdatum des OTO angegeben. Auf Grund dieses Patentes glaubt die Symbo- lische Grossloge des Schottischen Ritus in Deutschland (AASR: Alter und Ange- nommener Schottischer Ritus, regulaer mit 33 Graden), d.h. Reuss, das Recht fuer die drei ersten Grade des Schottischen Cerneau-Ritus zu haben. Harry J. Seymour wird spaeter vom amerikanischen Supreme Council, einer Art Obermaurer- gericht, wegen Treuebruch ausgestossen.] Um die Uebereinstimmung mit den anderen Graden des Grossorients zu erleich- tern, werden die [aktiven] 95 Memphis-Grade [in Frankreich] voruebergehend auf 33 reduziert. 1869. Amerikas SS [Supreme Sanctuary] bricht mit dem franzoesischen Grossori- ent, da dieser in Louisiana ohne Einwilligung des SS Logenchartas verteilt hat, was Grossmeister Seymour am 20. Maerz dem franzoesischen Grossorient ver- kuendet. Nach dem Tod des Grosshierophanten [Marconis, 1868] geht das "Gouvernement Su- preme" des Ritus nach Aegypten, an den Marquis de Beauregard als Chef. [Das "Supreme Council" 33° des AASR verstoesst John Yarker (1833-20.3.1913) am 30.11.1870. Dieser holt sich dafuer am 24. August 1871 die Befugnis, die Grade 4-33 des irregulaeren und reduzierten Memphis-Ritus zu erteilen.] 1872.- Am 4. Juni stellt das amerikanische [irregulaere] SS [in Manchester] John Yarker ein Patent aus, das diesem erlaubt, in England und Irland ein SS zu errichten [von den Graden 1-3 ist erneut nicht die Rede, siehe 24.August 1871]. Am 8. Oktober wird dieses SS definitiv in Londons "Freemason's Hall" (dem Sitz der englischen Grossloge) von Seymour konstituiert. Generalgrossmei- ster wird John Yarker. Das neue Sanktuarium ernennt General Garibaldi zum Eh- renmitglied, gleichzeitig werden freundschaftliche Beziehungen mit Sizilien und Aegypten aufgenommen. [1891 mitbegruendet Encausse in Frankreich den Martinismus.]25* [Theodor Reuss erhaelt am 24. Juni 1901 von Encausse/"Papus" eine Martinisten- charta. Encausse selber erhaelt in diesem Jahr von Yarker ein Patent, die Swe- denborg-Loge INRI zu eroeffnen. Diese Charta wird am 20.3.1906 erneuert.26* Am 15. Juni wird er in der Loge Emanuel N:1 in London "FreimaurerMeister" und A.M.5663 33° durch Max Scheuer (New York, 33°, 90°, 96°, von 1900-1904 Gross- kommandeur des Cerneau-Ritus). Encausse gehoert zur englischen Souveraenen Grossloge, ebenso wie der Leichenbeschauer William Wynn Westcott (1848-1925) und W.H. Quilliams (33°, 95°). Reuss jedoch noch nicht.27* {Der Wortlaut der darauf folgenden Reuss-Chartas findet sich als 3. Kapitel}.] 1902.- Der selbstaendig[e] [gebliebene] Misraim-Ritus in Frankreich verschwin- det. John Yarker wird Grosshierophant, Oddis Nachfolger [als universeller Grosshie- rophant]. [Die Null-Nummer der Oriflamme vom Januar 1902 erwaehnt noch keinen Theodor Reuss in der englischen und irischen Grossloge, dafuer die Gruendung der deut- schen "Loge und Tempel No 15: Zum heiligen Gral"/Swedenborg-Ritus unter John Yarker. Deutsche Freimaurer, die dieser Loge beizutreten wuenschen, sollen sich bei Max Rahn, August Weinholtz, Franz Held oder Leopold Engel melden.] Das englische SS konstituiert ein deutsches SS und waehlt Theodor Reuss zum Grossmeister [Datum: 24.September 1902. Am 27.12.1903 wird Carl Kellner zum 33°, 90° und 96° von England und Deutschland ernannt, 1904 wird er Freund- schaftsrepraesentant des MM fuer Amerika. Die Nachfahren von Kellner sind nicht im Besitze eines Dokumentes, das ihn eindeutig als regulaeren Freimaurer im Sinne der Grossloge von London ausweist.28* Reuss' Verbindung zur Theosophischen Gesellschaft beschreibt Ellic Howe (20.9.1910-28.9.1991) in "Theosophical History."]29* 1905.- Der Grossmeister von Italien tritt zurueck und der Ritus in Italien schlaeft ein. [Carl Kellner stirbt am 8.Juni 1905 an einem Herzschlag und hin- terlaesst seine Witwe Maria Antoinette aus Triest und 3 Kinder.] [Am 24.11.1905 werden Rudolf Steiner (1861-1925) und Marie von Sivers (1867- 1948) MM-Mitglieder und erhalten am 3.1.1906 von Reuss eine 30°, 67°, 89°- Charta {4}. Am 21. Juni 1906 veroeffentlicht Reuss die "Allgemeinen Satzungen des... O.T.O." mit dem OTO-Lamen, von dem Crowley spaeter behauptet,30* es sei seine eigene Erfindung gewesen.31* Das Lamen findet sich jedoch schon 1890 in Joseph Peladans Wappen des "Ordre de la Rose-Croix du Temple et du Graal."32* Am 24. Juni trennt Reuss Memphis wieder von Misraim und macht auch den 33° wieder unabhaengig von den beiden {3}. 1907 tritt der OTO als "Bund fuer Internationale Versoehnung" auf.] 1908.- In der Folge des Spiritistenkongresses in Paris im Tempel des Droit Hu- main [gegr. 1893] wird der Memphis-Misraim-Ritus in Frankreich neu konstitu- iert. England stellt am 24. Juni in Berlin das konstituierende Patent aus: un- terschrieben von Theodor Reuss (Peregrinos), der in Paris dabeigewesen ist. Grossmeister fuer Frankreich werden [am 24. Juni]33* Gerard Encausse (Papus) [33°, 90°, 96°]34* und Charles Detre (Teder) [33°, 97°, X°].35* ["Eitler Jubel herrschte im Lager der Martinisten".]36* Die ehemals dem Spanischen Ritus an- geschlossene Loge "Humanidad" wird Mutterloge des Memphis-Misraim-Ritus in Frankreich. [Krumm-Heller erhaelt am 15.3. von Reuss eine Mexiko-Charta und am 7.4.1908 von Detre ausserdem die Bewilligung fuer ein SS fuer Chile, Peru und Bolivien = 33°, 90°, 96°. Der spaeter fuer die Schweiz wichtige mutmassliche Nachfolger Reuss', Hilfiker, wird unter dem Ordensnamen "Nothung" {4} schon im Dezember 1909 in der Oriflamme auf der Frontseite als inaktiver General Gross- Beamter erwaehnt. Reuss ruft in derselben Oriflamme zu einem Internationalen Kongress fuer Experimentalpsychologie auf, der 1910 in Paris gehalten werden soll.] [Yarker ist mit Reuss' und Encausses Aktivitaeten in Frankreich nicht einver- standen und ernennt am 9.9.1909 George Lagreze an dessen Stelle.]37* 1910.- Eduardo Frosini, Generaldelegierter Italiens fuer den Spanischen Ritus, gruendet in Florenz den "Rite Philosophique Italien," der sieben Grade auf- weist und die Schottischen, die Memphis- und die Misraim-Grade vereint. [Am 21. November 1910 wird Aleister Crowley durch John Yarker zum 33° des AASR er- nannt, obwohl Yarker seit 1869 nicht mehr in der Gunst des AASR steht.] 1911.- Der rumaenische Grossmeister Constantin Moriou legt aus Altersgruenden (77 Jahre) sein Amt nieder. I.-T. Ulic wird sein Nachfolger. [Im November 1911 wird erstmals der OTO in der franzoesischen Zeitschrift "Initiation" erwaehnt. Bricauds Gnostische Kirche und Encausses Martinismus gehen eine Union ein.] [Am 21. April 1912 wird Crowley durch Reuss in den 33°, 90°, 95° und X° fuer England und Irland erhoben. Am selben Tag ernennt Reuss den 1910 von Encausse ernannten Czeslaw Czynski/"Punar Bhava" zum X° fuer die slawischen Laender.38* Czynski wird laut der franzoesischen Zeitschrift "Mysteria" (u.a. Organ des OTO)39* Legat der Eglise Gnostique Universelle en Russie. Er stirbt 1937.40* Am 25.10.1912 werden Frosini und Detre "legats gnostique de l'Eglise Gnostique Universelle."41* Der "Erste General-Gross-Administrator" und "Ehren-Grossmeister" von MM und OTO, Franz Hartmann/"Emanuel", geboren am 22.11.1838, stirbt am 7.8.1912. Die Jubilaeums-Ausgabe der Oriflamme mit vielen Fotos der Protagonisten und einer Geschichtslektion ueber die Entstehung des OTO, inklusive eines Beitrages der Mysteria Mystica Maxima (des englischen Zweiges unter Crowley) ueber die Se- xual-Magie erscheint kurz danach.] 1913.- Am 20. Maerz stirbt der Grosshierophant John Yarker. Sein Nachfolger wird Theodor Reuss.42* Nach dem Tod des Grossmeisters des "Rite national Espagnol," Villarino del Villar, fusioniert dieser Ritus mit der katalanischen Grossloge Baleare. [Italien: nach dem Tode von Michele de Vincenzo Majulli (33°, 90°, 95°, VII°)43* im Sommer 1912, wird im Februar 1913 Eduardo Frosini/"Hermes" 33°, 90°, 96° und VII°44* (schon 1909 von Yarker beehrt).45* In Italien ausserdem: Arturo Reghini/"Maximus" (12.11.1878-1.7.1946) 33°, VI° und G. di San Fortu- nato 33°, 90°, 95° und VII° {4}.46* Frosini und Reghini tauchen in Crowleys "Golden Book,"47* das nur Eintragungen zwischen 1912-1917 enthaelt, auf. En- causse macht Czeslaw Czynski zum 33°, 90°, 96°, VII° und "Legat der Eglise Gnostique Universelle" fuer Russland.48* Am 20.10.1913 wird Crowley Ehrenmit- glied des "Rite Philosophique Italien." Reghini, der nicht viel vom Martinis- mus haelt, wird VII°.49* Angeblich soll der Madrider Kardinal Mariano Rampolla di Tindaro (1843-1913), der beinahe Nachfolger des Papstes Leon XIII geworden waere, Mitglied des OTO sein].50* 1914.- Der [1910 gegruendete] "Rite Philosophique Italien" wird durch Frosini stillgelegt. [Reuss' Oriflamme bringt einen geschichtlichen Abriss ueber Leo- pold Engels Illuminaten-Orden und Crowleys Manifesto der Mysteria Mystica Ma- xima, das 1919 als "Liber LII" nur geringfuegig veraendert von Crowley als weltweit gueltige OTO-Statuten vorgelegt wird. Ebenfalls 1914 wirft Reuss in "Parsifal und das Enthuellte Grals-Geheimnis" nochmals das Thema des "Geschlechtsaktes" auf und stellt den "Grundriss des neuen O.T.O.-Tempels" und dessen "Bausteine" vor.]51* 1916.- Der franzoesische Grossmeister [pro Land ein Grossmeister] Gerard En- causse stirbt am 25. Oktober an den Folgen einer Kriegskrankheit [Tuberkulose]. Charles Detre wird sein Nachfolger als Grossmeister. [1917 erscheint die Beschreibung und Konstitution des OTO "Otherwise: The Her- metic Brotherhood of Light"52* {11, 17} und die "Message From Master Thirion" [sic], Postadresse: Lugano.] 1918.- Am 25. September stirbt Grossmeister Charles Detre. Waehrend des Krieges ist der Ritus in England, Frankreich, Deutschland, Rumaenien und Aegypten eingestellt. [Angebliche Reuss-Charta vom 10.11.1918 fuer die Damen Ida Hoffmann und Clara Linke: 33°, 97° und X° {4}.] 1919.- Eine Gruppe Maurer, dem "Rite Francais" (Grossorient), dem Schottischen Ritus (Grossloge und Supreme Conseil) und gleichzeitig den Hochgraden des Mem- phis-Misraim-Ritus angehoerend, moechte, ihrer Oboedienz treu bleibend, den Memphis-Misraim-Ritus in Frankreich wiederbeleben, um eine rein initiatorische Freimaurerei zu bearbeiten. In Lyon wird in Uebereinstimmung mit der 1908er [Reuss]Charta die Mutterloge "Humanidad" wiederbelebt. So wird am 10. Septem- ber Bruder Joanny Bricaud [durch Reuss] eine Charta zur Errichtung des franzoesischen Souveraenen Sanktuariums des MM erteilt [33°, 90°, 96°] und am 30. September gleichermassen die franzoesische Gruendung eines "Supreme Grand Conseil des Rites Confederes (Early Grand Scottisch Rite, Memphis and Misraim, Royal Order of Scotland, etc...)" angeregt. [Im Mai 1919 wird Hilfiker durch Reuss zum 33°, 95° VII° fuer die Schweiz. B.Thomson bestaetigt den 33° am 29.8.1919. Joanny Bricaud erweitert diese Wuerden am 12. Mai 1920 um den 90°. In Zuerich beruft Reuss Mitte Juli 1920 einen Weltkongress der Freimaurerei ein, und veroeffentlicht das "Aufbauprogramm der Gnostischen Neo-Christen OTO," womit wohl Reuss' Versuche um freimaurerische Anerkennung seines OTO und des MM endgueltig scheitern {4}.] 1921.- In Italien erwacht der MM mit Hilfe einer aegyptischen Charta zum Le- ben: Grossmeister in Palermo ist G. Macbean. [Im Juli wird Harvey Spencer Le- wis (1883-1936) 33°, 90°, 95° und Ehrenmitglied des OTO. Am 31.7. erhaelt Carl William Hansen/"Kadosh" von Joanny Bricaud den 30° fuer Kopenhagen, was von Reuss am 3. September mit dem X° bekraeftigt wird. Im selben Jahr wird Hein- rich Traenker 33°, 90°, 96° und X° fuer Deutschland. Spaeter erklimmt sogar Spencer Lewis den 97°53* {5}. -- Seit dem 2.4.1920 auf Cefalu/Sizilien, no- tiert Crowley am 27.11.1921 in sein Tagebuch, dass er sich selber zum OHO des OTO erkoren habe.] 1923 stirbt der Grosshierophant Theodor Reuss (Peregrinos) [ohne Nachfolger zu ernennen,54* was die Legitimitaet aller Nachfolgeorganisationen in Frage stellt.] [uebersetzt]

3. DAMALS HINTERM MOND

AUSZUEGE ZU CARL KELLNER

Oesterreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950 (Auszuege):

"Kellner Karl, Chemiker und Grossindustrieller, geb. Wien, 1.9.1851: gest. Wien, 7.6.1905. Stud. in Wien und Paris. In einem Wr. Privatlaboratorium ar- beitend, machte er bereits im Alter von 22 Jahren jene entscheidenden Beobach- tungen, die nach seinem 1876 erfolgten Eintritt in die Fabrik des Hektor Frh. von Ritter-Zahony in Podgora bei Goerz in dem nach ihm und Ritter benannten und binnen kurzem von zahlreichen Papierfabriken in Verwendung genommenen Sul- fit-Zelluloseverfahren gipfelten... (Elektrochem. Bleichverfahren)... The Castner-Kellner Alkali Ko., baute in England die damals groesste Anlage der Welt zur Chloralkali-Elektrolyse... K. befasste sich auch mit techn. Erfindun- gen... wie Gewinnung von Gespinstfasern, Beleuchtung, Photographie, kuenstli- che Edelsteine u.a." Dr. Walter, III. Band, Graz-Koeln 1965, 290

Jean Paar: Weisse und Schwarze Magie

"Am 7. Juni 1905 starb in Wien der in weitesten wissenschaftlichen und indu- striellen Kreisen wohlbekannte Dr. Karl. K. eines ploetzlichen unaufgeklaerten Todes, nachdem ein halbes Jahr vorher seinen Assistenten das gleiche Schicksal ereilt hatte. Dr. K. besass einen regen und ingenioesen Geist, der ihn, nach- dem er mit diversen Erfindungen, darunter der Sulfit-Zellulose-Prozess an er- ster Stelle figuriert, Glueck gehabt, weiter und weiter trieb, bis er - im La- ger der schwarzen Magie landete. Zuerst nahm er Unterricht bei dem Araber So- liman Ben Aisha, der ihn lehrte, wie man sich die Augen aus dem Kopfe nehmen und die Zunge durchstechen kann. Dann liess er sich den Inder Bheema Sena Pra- tapa kommen, von dem er die Kunst lernte, sich selbst in jenen Scheintodzu- stand zu versetzen, in dem manche Fakire sich begraben zu lassen pflegen. Schliesslich weihte ihn der Inder Sri Mahatma Agamya Guru Paramahamsa in die letzten Geheimnisse des Hata Yoga ein.55* Der Enderfolg war der, dass er eine Schar niederer Geistwesen an sich zog, die er nicht wieder los werden konnte, und die sein Verderben wurden. In seinem Laboratorium trieben die tollsten Spukerscheinungen ihr Unwesen, und der Unglueckliche fand, trotzdem er sich seines Tuns vollauf bewusst war, nicht mehr die Kraft, sich ihrer zu erwehren. In einem seiner Briefe an Dr. Franz Hartmann schrieb er woertlich: "Ich fuerchte die huetenden Scharen, aber sie eroeffnen doch der Erkenntnis das Feld". Ein halbes Jahr, nachdem sein Assistent im Laboratorium eines ploetzlichen To- des verstorben, wurde er selbst von einer geheimnisvollen Krankheit befallen, die sich keiner seiner Aerzte erklaeren konnte. Er magerte zum Skelett ab und starb eines ebenso raetselhaften Todes, nachdem er sich in Egypten, wohin man ihn mit der Tragbahre geschafft, ein wenig erholt hatte." J. Paar, Berlin 1912. Paar wird Ludendorffianer und publiziert 24 Jahre spae- ter unter folgendem Pseudonym nochmals ueber Kellner:

S. Ipares: Geheime Weltmaechte

"Der Blavatsky-Schueler und Gruender der "Internationalen Theosophischen Verbruederung", Dr. Franz Hartmann (33°, 90° und 95°), gehoerte dem "Orden der Alten und Echten Rosenkreuzer" als "Frater Emmanuel" an, waehrend Dr. Rudolf Steiner in einer Zweigabteilung des Ordens, dem in 97 (=33) Grade arbeitenden O.T.O. (Ordo Templi Orientis, Orientalischer Templerorden) seine Einweihung hielt. Dieser Orden ist eine Logenschoepfung Dr. Karl Kellners, der bis zum Jahre 1904 Frater Superior des "Ordens der Alten und Echten Rosenkreuzer" war. Bei der Erwaehnung Dr. Karl Kellners (1851-1905), einem hochbegabten oesterreichischen Erfinder und Chemiker, schlagen wir eines der dunkelsten Ka- pitel des modernen Geheimbundwesens auf. Der junge Kellner, der mit kaum 22 Jahren durch seine Arbeiten sich in der wissenschaftlichen Welt einen Namen verschaffte, war fruehzeitig mit dem Okkultismus in Beruehrung geraten und freimaurerischen Gruppen zugefuehrt worden. Im Jahre 1887 schloss er sich der Theosophischen Gesellschaft an und bekleidete immer hoehere Aemter und Wuerden im internationalen Logentum. Als Eingeweihter wusste er um die freimaureri- schen Weltverschwoerungsplaene und die okkulte Einkreisung Deutschlands, die nicht zufaellig mit dem Jahre 1902 politisch in Erscheinung trat, in welchem Jahr Steiner sich am 17. Januar 1902 in die Theosophische Gesellschaft aufneh- men lies [sic] ... Dr. Kellners Briefe sind erschuetternde Aufzeichnungen einer im dunklen Reich der Okkultbuende und ihrer Schulungen nach Klarheit und Wahrheit ringenden menschlichen Seele. Eine Stelle aus ihnen beleuchtet die ganze Verzweiflung seiner Lage: "Endlich habe ich das gefunden, wonach ich mein Leben lang ge- strebt habe. - Ich mache meine Uebungen, komme ein wenig in die Hoehe und purzle dann um so tiefer wieder hinab. Ich fuerchte die huetenden Scharen."56* - Dr. Franz Hartmann meint, dass es Dr. Kellner mit dem Okkultismus erging "wie dem Ikarus, von dem die Mythe erzaehlt, dass er versucht habe, mit waech- sernen Fluegeln zur Sonne empor zu steigen, aber die Fluegel schmolzen und er fiel." Als die "huetenden Scharen" des Westens merkten, dass Dr. Kellner sie mit den eigenen Waffen und denen der indischen Geheimbuende - zu welchen er vor seinem Tode engere Verbindungen aufnahm - vernichtend schlagen und das sich immer dichter ueber Europa spinnende Schicksalsnetz der Ueberstaatlichen vor der oesterreichischen und Deutschen Oeffentlichkeiten enthuellen und damit zerreissen wollte, machten sie ihn zur rechten Zeit "stumm". Zunaechst schreckten sie Kellner - es ist dies ihre beliebteste Methode - durch in sei- ner Umgebung eintretende Ungluecksfaelle und dann durch den Tod seines Assi- stenten, eines jungen kerngesunden Menschen, der ploetzlich im Laboratorium leblos zu Boden stuerzte, ohne dass die Aerzte bei der Leichenoeffnung die To- desursache feststellen konnten. Dann wurde Kellner selbst von jener geheimnis- vollen Krankheit befallen, fuer die die Aerzte keine Erklaerung fanden, und die ihn fuer ein halbes Jahr auf das Krankenlager warf. Stetige Abmagerung, an den Gliedern sich einstellende Laehmungen und voellige Taubheit waren die naechsten Krankheitserscheinungen, von denen er sich in der Sonne Aegyptens wieder ziemlich erholte. Von dort kehrte Dr. Kellner am 6. Juni 1905 in seine Vaterstadt Wien zurueck und starb, nach einem Besuch des "alchemistischen" Ka- binetts seines Laboratoriums, in der darauffolgenden Nacht. Die unsichtbare Hand der huetenden Scharen hatte einen ihrem Wirken hoechst unbequem und ge- faehrlich gewordenen Wissenden in den "innersten" Osten befoerdert, eine Leuchte des Rosenkreuzertums zum Verloeschen gebracht und den O.T.O. auf Wege gefuehrt, die keinem seiner nachfolgenden Generalgrossmeister zur Ehre ge- reichte." S.Ipares, Muenchen 1936

Jubilaeums-Ausgabe der Oriflamme 1912

"Der geistige Vater des neuorganisierten Orientalischen Templer-Ordens war der verstorbene Suveraene-Ehren-General-Grossmeister in Deutschland und Grossbri- tannien, Br.Dr. Carl Kellner, 33°, 90°, 96°, X°. Auf seinen vielen und weiten Reisen in Europa, Amerika und Klein-Asien war Br. Kellner in Beruehrung gekom- men mit einer Organisation, welche den Namen fuehrte "The Hermetic Brotherhood of Light". Die Anregungen, die er durch seine Beruehrung mit dieser Organisa- tion empfangen hatte, verbunden mit anderen, hier nicht weiter zu detaillie- renden Umstaenden, gebaren in Br. Kellner den Wunsch, eine Art "Academia Massonica" zu gruenden, welche suchenden Bruedern die Bekanntschaft mit allen existierenden Maurer\Graden und Systemen ermoeglichen sollte. Im Jahre 1895 hatte Br. Kellner lange Unterredungen mit Br. Reuss in Berlin, wie diese seine Idee verwirklicht werden koennte. Im Verlaufe der Unterhandlungen mit Br. Reuss liess Br. Kellner den zuerst vorgeschlagenen Titel "Academia Massonia" fallen und legte Gruende und Unterlagen vor fuer die Annahme der Bezeichnung "Orientalische Templer". Diese Verhandlungen fuehrten damals, 1895 zu keinem positiven Resultate, da Br.Reuss zu jenem Zeitpunkte noch mit dem von ihm re- aktivierten Illuminaten-Orden beschaeftigt war, und diese Organisation, sowie die darin neben Br. Reuss an leitender Stelle taetigen Personen, dem Br. Kell- ner nicht sympathisch waren [im Januar erscheint die 0-Nummer der Oriflamme]. Als dann Juni 1902 die endgueltige Trennung zwischen Br. Reuss und seinem Schueler Leopold E[ngel] eingetreten war, setzte sich Br. Kellner sofort in Verbindung mit Br. Reuss und veranlasste die Erwerbung eines Freibriefes fuer Einfuehrung des Memphis- und Misraim-Ritus der Freimaurerei in Deutschland, weil Br. Kellner diesen Ritus mit seinen 90 bezw. 95 Graden als den geeignet- sten hielt, seine Idee betreffs Einfuehrung einer "Art" maurerischer Akademie zu verwirklichen. Die rosenkreuzerischen, esoterischen Lehren der "Hermetic Brotherhood of Light" wurden reserviert fuer die wenigen Eingeweihten des Ok- kulten Inneren Kreises. Die Erkenntnis-Stufen dieses Inneren Kreises von Ein- geweihten liefen mit den hoechsten Graden des Memphis-Misraim-Ritus parallel, und diese "Eingeweihten" bildeten den geheimen Stamm des Orientalischen Tem- pler-Ordens. Es kann niemand ein "Eingeweihter" des O.T.O. werden, der nicht vorher die drei Johannis-Grade der Freimaurerei empfangen hat." Bildlegende zum Foto von Kellner aus dem Jahre 1896: "Aufgenommen in den Frei- maurer-Orden in der Loge "Humanitas", Or\Neuhaeusl."57* Theodor Reuss, Berlin und London 1912

Oriflamme vom Juli 1914

Zum Zitat aus A.P. Eberhardts "Winkellogen Deutschlands" (Leipzig, 1914): "Die Mitglieder forderten, und ganz besonders der bekannte Okkultist und Freimaurer Dr. Kellner in Wien, forderte von Reuss, dass er ihnen das Patent einer aner- kannten Koerperschaft bringe!" "Dr. Karl Kellner war niemals Mitglied des Swedenborg-Ritus oder ueberhaupt Mitglied irgend einer der von mir in den Jahren 1900-1902 gegruendeten Freimaurerlogen gewesen. Dr. Karl Kellner war auch nicht Mitglied des von mir re-aktivierten Illuminaten-Ordens gewesen, so lange Leopold Engel mit demsel- ben in irgend einer Weise verbunden gewesen war. Dr. Karl Kellner war also gar nicht in der Lage, irgend etwas als Mitglied des Swedenborg-Ritus zu fordern. Dr. Karl Kellner, mit dem ich allerdings schon lange vorher befreundet und verbunden war, trat im September 1902 dem Souveraenen Sanktuarium des Alten und Primitiven Ritus der Freimaurerei bei, nachdem ich im Einverstaendnis mit ihm (nach dem Ausschluss des Leopold Engel aus dem Kreise meiner Mitarbeiter) von John Yarker in Manchester im August 1902 einen Charter (Freibrief) erbeten und zugesagt bekommen hatte." Theodor Reuss, Berlin und London 1914

Konstitution, Statuten und Formulare des Gross=Orient der Alten und Angenommenen, Schottischen 33° Freimaurer und Souveraenen Sanktuarium des Alten und Primitif Ritus 95° von Memphis- und Misraim, in und fuer Deutschland im Tale von Berlin, des Obersten Rates und Grossrates sowie der Schottischen Kapitel vom Rose Croix nebst deren untergeordneten Kapiteln u. Symbolischen Logen (St. Johannislogen).

"Protektor: Souveraener Ehren-General-Grossmeister fuer Deutschland und Souveraener Grosskommandeur, A. u. A. 33°, fuer Deutschland, Grossbritannien und Irland: Br\ Dr. Carl Kellner von der Kellner-Partington Co. Ld.-der Castner-Kellner Alkali Co. Ld.-Manchester, Barrow i/f. Runcorn, Borregaard (Norwegen), St. John (Canada), Hallein bei Salzburg-Mitglied des k.k. Indu- strie-Rates in Wien etc." Berlin 1903

Historische Ausgabe der Oriflamme 1904

"Friede Toleranz Wahrheit... Manchester, London, Wien und Berlin am 27.Dez. 1903. Dr. Carl Kellner, 33°, 90°, 96° S.Ehren-General Grossmeister in Grossbritannien und Deutschland... Theodor Reuss, 33°, 90°, 96° ad vitam G.G.M. fuer das Deutsche Reich." [es folgt "Von den Geheimnissen der okkulten Hochgrade unseres Ordens. Ein Manifesto des Gross-Orientes... Kellner u. Reuss"]

DER GROSSVATER DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT

Eingangs ein paar Zitate aus der voelkischen Hetzschrift "Der Judenkenner" von 1936. Antisemitische Passagen sind getilgt, Ergaenzungen in [eckigen Klam- mern]. "Der Judenkenner" Folge 6 vom 5.2.1936. "Karl Theodor Reuss... wurde in Augs- burg im Jahre 1855... geboren. Er besuchte das Gymnasium bis zur Untersekunda, kam dann zu einem Drogisten in die Lehre, wurde aber bald wegen seiner schoe- nen Stimme zum Opernsaenger ausgebildet. Als solcher kam er auch [1883] mit Richard Wagner und dessen Schirmherrn, dem Koenig Ludwig [II. von Bayern], in naehere Beziehungen. Seine Laufbahn fand aber ein unerwartetes Ende, da Reuss ploetzlich (man vermutet Lustseuche) seine Stimme verlor... als staendiger Mitarbeiter mehrerer grosser deutscher Zeitungen ging er nach London, wo er [am 9.11.1876] in die deutsch-sprachige "Pilger-Loge" Nr.238 aufgenommen wurde [ausgestossen 1881] ...58* ...so kam es, dass er 1878 fuer die "Times" als hochbezahlter Kriegsberichter- statter nach dem Balkan und 1882 nach Bosnien und die Herzegowina ging. 1880 war Reuss fuer laengere Zeit wieder in seiner Heimat gewesen. Dort hatte er in Muenchen mit Nachkommen von Illuminaten einen Versuch zur Wiederherstel- lung des staatszerstoerenden Ordens des "Spartacus" (Prof. Adam Weishaupt von Ingolstadt) gemacht... Auf jeden Fall sehen wir im Jahre 1885 Herrn Reuss... in London im Vollzugs- ausschuss der anarchistischen "Socialist League..." [Seine erste] Broschuere "The Matrimonial Question" (Die Frage der Mutter- schaft) findet keinerlei Beachtung [angeblich vertritt Reuss in seinem "Aufbauprogramm der Gnostischen Neo-Christen OTO" dieselben Grundsaetze]59*... am 10. Mai wird Reuss "wegen ehrenruehriger Handlungen.".. aus der "Socialist League" ausgestossen... Die Aufdeckung seiner Spitzeltaetigkeit durch die Londoner Anarchisten zwang den Verraeter, den Boden Englands zu verlassen und wieder nach Deutschland zu- rueckzukehren. 1888 [?] taucht Reuss wieder in Berlin auf... [und] tut sich mit dem Schau- spieler Leopold Engel zusammen [zwecks Neugruendung des] Illuminaten-Ordens {11}... Die deutschen Grosslogen lassen zuerst Reuss und die Seinen anstandlos gewaeh- ren... Erst als im Jahre 1900 Reuss dazu uebergeht, eigene Johannislogen unter der Firma "Grosse Freimaurerloge fuer Deutschland" aufzuziehen, empoeren sich die "hochwuerdigsten Grossmeister" ueber den unlauteren Wettbewerber... Daraufhin trennt sich Leopold Engel von Reuss, dem er Betrug vorwirft: das war am 3. Heuerts 1901... die grosse Mehrzahl der Mitglieder des Illuminatenordens bleibt bei Reuss, nur eine kleine Minderheit unternimmt mit Engel den Versuch, einen "Weltbund der Illuminaten" unabhaengig von den in- und auslaendischen Grosslogenbehoerden aufzuziehen..." Folge 7 vom 12.2.1936: "Innerhalb dieses Ordenssystems [Memphis-Misraim] aber hatte Reuss die Zuverlaessigsten in eine besondere Gruppe, den Orientalischen Templer-Orden (OTO) zusammengefasst... Ueber den "Geist" [der dazugehoerigen prae-Crowley-] Kirche braucht nur gesagt werden, was in ihren Werbeschriften selbst steht...: "Die Israeliten brauchten, wenn sie wollten, nicht viel auf- zugeben, um zu uns zu gehoeren... die Gnostische Kirche unterstuetzt die parlamentarisch-liberale Republik..." (Le Reveil des Albigeois, Nr. 1, 1900) [Organ von Jules Doinels Eglise Gnostique de France {15}]. Erstes Oberhaupt (C[aput] O[rdinis])... war aber nicht Reuss selber, sondern der... Wiener Grossfabrikant Dr. Karl [sic] Kellner... Reuss wohnte seit 1905 in Hamburg. Im Sommer 1906 aber begab er sich zur Jo- hannisfeier60* nach Muenchen, um einige Anwaerter in die Geheimnisse des Tem- pler-Ordens einzufuehren. Die "Novizen" wurden dermassen angewidert von den ihnen gewordenen "Offenbarungen,"61* dass sie die Polizei alarmierten, um den Luestling Reuss festnehmen zu lassen, der nur mit Muehe seiner Verhaftung an der Mittagstafel des Hotels "Metropol" entging, dann aber schleunigst zu sei- nem Vertrauten Yarker {2} nach England fluechtete... In Deutschland war die Regelung der Angelegenheiten nach dem hoechst ungeordneten Rueckzug des General-Grossmeisters bedeutend schwieriger. Die Leitung der Johannislogen erhielt zwar schon am 11. November 1906 Herr A.P.Eberhardt in Leipzig, aber die Leitung der hoeheren Grade behielt sich Reuss bis November 1909 immer noch vor. Dann aber uebertrug er seine Vollmach- ten seinem vielgetreuen Schildknappen Dr. Carl Lauer62* in Ludwigshafen. Nun war nur noch das oberste Stockwerk des Systemgebaeudes, der Memphis-Mis- raim-Ritus oder OTO zu vermieten. Ein passender Paechter aber fand sich auch hier in Gestalt des... Doktors Rudolf Steiner, der schon im Winter 1906/07 den ganzen Betrieb als General-Grossmeister fuer den Spottpreis von 1500 Mark er- warb {4}... Steiner selbst hat immer wieder seinen Vertrauten gegenueber geaeussert, dass der hoechste Grad seines maurerischen Systems der unterste Grad eines weiteren Okkultsystems sei, an dessen Spitze ein "Rex summus maximus"63*... stehe..." Folge 8 vom 19.2.1936: "Reuss hatte - als Broterwerb - in London eine "Hochschule fuer hermetische Wissenschaften" aufgemacht... Ende 1913 aber sie- delte er nach Paris ueber... Sechs Monate nach der Niederlassung des "Professors T.Reuss-Willsson" in Basel brach der Weltkrieg aus... [Seine Aktivitaeten werden in {4} beschrieben.] Nach Beendigung des Krieges blieb Reuss noch zwei Jahre in Basel wohnen... [Kurtzahn wird als fuehrendes Mitglied der Gnostischen Kirche erwaehnt, der seit 1922 persoenlich in Verbindung mit Reuss stehe {15}]. Reuss hatte damals seinen Wohnsitz nach Muenchen verlegt... und war Angestell- ter des staedtischen Reisebueros geworden. Immer noch hielt er seine OTO-Kapi- tel ab [so auch mit Krumm-Heller {12}]. Krumm-Heller krebst heute [1936?] als Agent der Rosenkreuzergesellschaft in Brasilien herum. Wir bitten unsere Freunde in Brasilien, auf ihn besonders achtzugeben und uns ueber sein Treiben zu berichten... Ueber neuen Plaenen... bruetend, starb [Reuss] 1923 im 68. Lebensjahr in Muen- chen."64* Dieser Text und Reuss' Oriflamme vom Juli-Dezember 1906 duerfte wohl die Grundlagen fuer alle Reuss-Biographien geliefert haben. Bislang unbekannt geblieben ist der Text von Leslie[ey] Fry (Paquita Shismarev) in der "Revue Internationale des Societes Secretes," "Les Missionnaires du Gnosticisme,"65* der aber fuer die vorliegende Studie nichts massgebliches beigesteuert hat. "If the editor of Judenkenner was Ulrich Fleischauer (and this is by no means certain), he was in regular contact with Mgr Jouin of Revue Internationale des Societes Secretes, and Hamilton Beamish of The Patriot in England. All these journals were preoccupied to some extent with this topic. Judenkenner publis- hed every week for almost two years during 1935-1936. Heydrich ordered the Se- curity Service (SD), and the Secret Police (Gestapo) to seize documents from, and suppress, occult organisations on 20th July 1937, and the freemasonic lod- ges on 23rd April 1938. Whilst I am sure the SD and Gestapo did acquire juicy documents before these dates, I question whether they really acquired the most interesting information until after the suppression dates. For this reason, Ulrich Fleischauer's vast sources for Judenkenner remain a mystery, as does the nature of Heydrich's and Dr Francis Six's relationship with Fleischauer. Fleischauer later worked for Alfred Rosenberg, after Heydrich closed down Ju- denkenner in late 1936 (reason unknown)."66*

ABSOLUTE BEGINNERS

"Erste Stiftungsurkunde: [der] Geheime[n] Areopag[s] des Illuminaten-Ordens... hat beschlossen, ab Januar 1900 von seinem durch den Begruender des Illumina- ten-Ordens Adam Weishaupt rechtmaessig67* erworbenen Ordensrecht, Freimaurer- Logen zu begruenden, wieder Gebrauch zu machen. Der Geheime Aeropag des Illuminaten-Ordens uebergab hiemit zu diesem Zwecke seinem Ordens-Mitglied dem Bruder Theodor Reuss... in Berlin... das alleinige Recht Freimaurer-Logen nach dem Schottischen Ritus der Alten und Angenommenen Maurer... zu begruenden und einzuweihen... Dresden, den 1. Dimeh 1900... Theo- dor Reuss, Leopold Engel..." [Wortlaut gemaess der Oriflamme vom Juli 191468*. Das Patent soll laut Reuss am 6. Mai 1901 ausgestellt worden sein] "Ordre Martinist Theodor Reuss -- Par la Presente Le F. Theodor Reuss de Ber- lin est autorise a Representer L'ORDRE a titre de: Inspecteur Special (I.M.) avec siege a Berlin... 24 Juin 190169*... Papus" [Abschrift nach dem Original. Im Sommer 1901 ist "Papus" in Russland, wo er moeglicherweise den Zar als Kopf einer Martinistenloge einsetzt.70*] "THE SWEDENBORG RITE OF FREEMASONRY [hier nur der deutsche Auszug der zwei- sprachigen Charta] Hiermit wird beurkundet, dass unser wuerdiger Bruder Theo- dor Reuss ein gesetzmaessiger Freimaurer Meister, dessen Unterschrift nebenan steht, am 25. Tag des Monats Juli A.D. 1901... in der Loge und Tempel Emanuel N:1 in London (England) zum erleuchteten, erhabenen und vollkommenen Freimau- rer Meister erhoben, und dass sein Name in den Matrikeln der Souveraenen Grossloge von Grossbritannien und Irland eingetragen worden ist. Urkundlich dessen ist gegenwaertiges Certifikat ausgefertigt, unterschrieben und mit dem grossen Siegel versehen worden zu London am 26. Tage des Monats Juli A.D.1901... William Wynn Westcott" [Abschrift nach dem Original] Fraternitas Lucis Hermetica (FLH) = Hermetic Brotherhood of Light (HBL)?71* "die wahren aktiven Glieder des O.T.O. werden Hermetische Brueder des Lichts oder Illuminaten genannt, was von Fra. Peregrinus X° O.T.O. (Theodor Reuss) und Baphomet XI° O.T.O. (Aleister Crowley) historisch festgelegt wurde." (Metzgers Attest, 9.1.1963)72* "The Hermetic Brotherhood of Light" {16}, ist eine der Organisationen, aus denen Carl Kellner den OTO aus der Taufe gehoben haben soll. "The Hermetic Brotherhood of Luxor" ist von Pascal Beverly Randolph (1825-8.10.1875) gegruendet [?] worden. Der innere Zirkel hat sich "Fraternity of Eleusis" [?] genannt. 1886 ist die allein in Boston existierende HBL geschlossen worden, worauf man die "Eulis Brotherhood" gruendet, welche den OTO, d.h. Carl Kellner (oder auch "Papus"), beeinflusst haben soll. Am 22.1.1917 stellt Reuss in seinem Manifesto "Anational Grandloge & Mystic Temple: Verita Mistica, Or. Ascona" den OTO noch als "Hermetic Brotherhood of Light" vor. Hin und wieder hat auch Heinrich Traenker diese Bezeichnung verwendet, zum Beispiel auf der "2nd Fama" von 1930 {5}. Reuben Swinburne Cly- mer {12} ist einer der Nachfolger der HBL. "From the East of the Supreme Grand Council of the Sovereign Grand Inspector General of the 33rd and last Degree of the Ancient and Accepted Rite of Free- masonry in and for Great Britain & Ireland... Know Ye that we the undersigned Sovereign Grand Inspector General do hereby certify, acknowledge and proclaim, our Ill.Brother Theodor Reuss of Berlin to be an Expert Master Mason, Secret Master, Perfect Master, ... Grand Elect Knight Kadosh, 30°, Grand Inquisitor Commander, 31°, Prince of the Royal Secret, and a Sov.Gd.Inspector Gen. 33°... Signed and delievered by us Sovereign Grand Inspector General of the Thirty- third and last Degree with the Seal of our said Supreme Council affixed in the Valley of Manchester this... 24th day of September A.D.1902. John Yarker 33°..." [Abschrift nach dem Original! Ein beinah wortwoertlich identisches Papier er- haelt Aleister Crowley am 29. November 1910 von John Yarker. Vom angeblich am selben Tag des Jahres 1902 ausgestellten Freibrief fuer Reuss von Yarker ist bislang kein Original aufgetaucht, sondern es sind nur Abschriften zu finden:] "We.. do... issue.. this our Warrant empowering our Illustrious and Enligh- tened Brothers: Theodor Reuss 33.° 90.° 96.° to act as Most Illustrious So- vereign Grand Master General, Franz Hartmann 33.° 90.° 95.°, Thrice Illu- strious Grand Administrator General... with power to oppoint [sic] the other necessary officers of a Sovereign Sanctuary etc. to be holden in the Valley of Berlin or other german city, aforesaid by the name and title of the Sovereign Sanctuary 33.°-95.° in and for the Empire of Germany... [es folgt die Bewilli- gung, Logen, Kapitel etc. zu eroeffnen und alle Grade zu vergeben] 24. day of Sept. 1902 E.V... John Yarker 33.° 90.° 96.° Gr. Master Gen. ad vitam..."73* Die Niederschrift der deutschen Version in "Der Cerneau-(Neuyork 1807) Ri- tus"74* zitiert jedoch andere Grade: Theodor Reuss: 33°, 90°, 95°: Franz Hart- mann 33°, 90°, 96°. Die "Konstitution, Statuten und Formulare"75* gibt zwar dieselben Grade an, laesst aber Hartmanns pompoesen Titel aus.] "33° and last degree SUPREME COUNCIL... Sovereign Grand Inspector General -- Ancient and Accepted Scottish Rite Masonry sitting in the Valley of New York, where abideth Peace, Tolerance and Truth: From the Grand Orient of 'IERODOMON,76* at New York, in the State of New York, near the B.B. and under the C.C. of that Zenith, which answers unto 40°42'N.Lat. I, Max Scheuer 33° by the authority in me vested as Most Puissant Sovereign Grand Commander, do ap- point the Most Illustrious Brother Theodor Reuss Sovereign Grand Inspector Ge- neral, Thirty-third degree, Deputy as Representative of the Supreme Council of the United States of America, its territories and dependencies, to the Supreme Council of the Grand Orient of Germany, Thirty-third degree Ancient and Accep- ted Scottish Rite... this twenty-first day of Sivan A.M.1663. Max Scheuer 33°..." [Abschrift nach dem Original] "Im Namen des Grand Orient des Schottischen Ritus und des Ritus von Misraim und Memphis... Hiermit wird bekundet, dass der Hocherleuchtete und Hochwuerdigste Bruder JOHN YARKER, 33°, 90°, 96°, Souveraener General Grossmeister ad vit. des Antient and Primitif Rite of Masonry des Schottischen Ritus, Ancien et Accepte 33° (Cerneau New York 1807), und des Orientalischen (Egyptischen) Ritus von Misraim in und fuer das Vereinigte Koenigreich von Grossbritannien und Irlands Kraft seines Amtes und der ihm auf Grund eines Pa- tentes des Souveraenen Grand Orient de France vom 21. Juli 1862 [unleserlich] vom M.Ill.Sovereign Grand Master General von Amerika Bruder Harry J.Seymour uebergebenen Rechte den [unleserlich] Bruedern Theodor Reuss, 33°, 96°, Dr. Franz Hartmann, 33°, 95°, Heinrich Klein, 33°, 95° und den mit denselben ver- bundenen Bruedern ein Patent erteilt hat ein Souveraenes Sanktuarium fuer das Deutsche Reich zu constituieren mit der Berechtigung, die saemtlichen Grade des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus 33°, des Orientalischen Ritus von Misraim 90° und des Ritus von Memphis 95°, vom ersten bis 33° (90°-95°) und letzten Grad zu bearbeiten und Symbolische Logen, Kapitel, Senate, Raete und Grossraete in Deutschland zu stiften und einzuweihen... [es folgt die Gru- endung des Hamburger Orients "Phoenix zur Wahrheit"] Urkundlich dessen ist gegenwaertiger Freibrief ausgefertigt, gesiegelt und un- terschrieben worden... 1. Tage des Monats Juli 1904 E.V. John Yarker 33° 90° 96° G.M.G. of Gr.Britain + Irland Theodor Reuss 33° 90° 96° General Grossmeister fuer das Deutsche Reich ad Vitam..." [Abschrift nach einer Fotokopie des Originals] [Eine weitere Version einer Charta, die Reuss erlaubt, eigene MM-Logen zu gru- enden, ist 1916 von der Symbolischen Grossloge des Schottischen Ritus in Deutschland als "Vademekum fuer Lichtsuchende" im Wortlaut wiedergegeben:] "Hiermit wird bekundet, dass... John Yarker, 33°, 90°, 96°, Souveraener Gene- ral-Grossmeister ad vitam des Antient and Primitive Rite of Masonry, des Schottischen Ritus, Ancien et Accepte 33° (Cerneau-Neuyork 1807) und des Ori- entalischen (Egyptischen) Ritus von Misraim.... auf Grund eines Patentes des Souveraenen Grand Orient de France vom 21. Juli 1862... vom Harry J. Seymour uebertragene Rechte den Sehr Ehrw. BBn. Theodor Reuss 33° 96° usw. ein Patent erteilt hat, ein Souveraenes Sanktuarium fuer das Deutsche Reich zu kon- stituieren... 24. Tage des Monats Juni 1905." [In "Winkellogen" von Eberhardt, 108, ist dieses 1905-Patent ebenfalls wieder- gegeben, mit dem Unterschied, dass im ersten Abschnitt nach Reuss usw. die Na- men Franz Hartmann und Heinrich Klein (gest. 23.6.1913) stehen. Es draengt sich die Frage auf, ob den Autoren je ein Original vorgelegen hat.] "Edikt: Wir, Albert Karl Theodor Reuss, 33.°, 90.°, 96.°, Souveraener General- Grossmeister ad Vitam des Ordens der vereinigten Riten der Schottischen, Mem- phis- und Misraim-Freimaurer in und fuer das Deutsche Reich, Souveraener Gene- ral-Gross-Kommandeur, Absoluter Gross-Souveraen, Souveraener Pontif, Souverae- ner Ordensmeister der Orientalischen Templer-Freimaurer, Magus Supremus Soc. Frat. R.C.S 33.°, Termaximus Regens u.s.w u.s.w. tun hierdurch kund [dass Wir] drei freimaurerische Riten voneinander trennen und die drei Riten zu drei selbstaendigen freimaurerischen Koerperschaften erheben. Vom 24. Juni 1907 E.V. ab werden daher unter unserer obersten Jurisdiktion in Deutschland bestehen: Der Oberste Rat des Schottischen, Alten und Angenommenen 33.° Ritus fuer das Deutsche Reich. Der General-Grossrat (90.°) des aegyptischen Ritus von Mizraim. Das Souveraene Sanktuarium (95.°) des Alten und Primitiven Ritus von Mem- phis..." Theodor Reuss, 10.9.190677* Ueber den 33°-Ritus: "Durch Br. Reuss wurde unsere Symbolische Grossloge un- term 24. Juni 1905 und der Oberste Grossrat unterm 20. November 1906 konstitu- iert. Die Errichtung des Grosskapitels datiert vom 24. September 1907." Carl Lauer78*

4. VERITAS MYSTICA MAXIMA

Rudolf Steiner und Marie von Sivers werden am 24.11.1905 Mitglieder des Mem- phis-Misraim-Ritus unter Reuss, das Geloebnis erwaehnt den OTO nicht. Beide erhalten am 3.1.1906 eine Charta zur selbstaendigen Fuehrung einer Gruppe. Dieses Papier erwaehnt den OTO wiederum nicht, dafuer den 30°, 67° und 89° und die Erlaubnis, dass sich Steiner ab dem 100. Mitglied als 33°, 90° und 96° an- sehen duerfe. Zu dieser Zeit ist Steiner noch immer Generalsekretaer der Theosophischen Gesellschaft. Laut einem Brief des Ungarn Emil Adrianyi/"Ardens ascendo" (Ex-OTO- und Golden Dawn- Mitglied)79* vom 8.9.1906 an Steiner kenne "der Reuss'sche Orden selber absolut keine "Uebungen"," das wenige sei eine Nachahmung der Theosophen, verquickt mit dem "Alten Primitiven Ritus."80* Die Steinerschen Ritualtexte zur Logeneroeffnung/Initiation sind streckenweise identisch mit denjenigen des "OTO Orient Thuricensium," die ebenfalls bis in die 1960er Jahre vom "Misraim-Dienst" sprechen (heute in einer leicht abgewan- delten Version immer noch vom schweizer OTO verwendet).81* Reuss-OTO-Hochgrad- rituale benutzen den Begriff "OTO" recht ausgiebig. Im selben Jahr, 1906, teilt Steiner Reuss mit, dass er mit dessen Orden "nichts, aber auch gar nichts" zu tun haben wolle, gibt aber den Begriff "Mystica Aeterna" oder "Misraim-Dienst" erst 1914 auf. Steiner hat die Zusam- menlegung von Memphis- und Misraim-Ritus nicht uebernommen. Aleister Crowley: "Steiner is in relation with the O.T.O., but he lets a lot of drivel go out."82* Schon im Maerz 1910 erhaelt Crowley den VII°. Am 12. April 1912 wird er 33°, 90°, 95° und X° "of London" "National Grand Master General... gemaess der Con- stitution des O.T.O. vom 22. Januar 1906 E.V... fuer Grossbritannien und Ir- land." Wie bei aehnlichen83* Reuss-Chartas um 1912 ist auf dieser als Memphis- Misraim vorgedruckten Charta der Begriff "O.T.O." von Hand als Titelkopf (nachtraeglich?) eingezeichnet. Crowleys OTO-Zweig bekommt den Namen "Mysteria Mystica Maxima" (MMM). Crowley an Heinrich Traenker, 1924: Meine Beziehung zu Dr. Reuss "Die Oeffentlichkeit nahm von mir in London im Maerz 1910 Notiz, als Mathers [1854-1918, Mitbegruender des Golden Dawn] versuchte, mich von der Veroeffentlichung vom "Equinox" Nummer 3 abzuhalten. In diesem Band habe ich, auf Instruktionen der Geheimen Chefs hin, die 1904 zu mir in Kairo kamen, die Rituale des 5°=6 des R.R. und A.C. publiziert. Neun Tage sprach ganz London von Rosenkreuzern und mein Studio wurde von "Authentischen Chefs" in aller Zahl belagert. Unter diesen war auch Bruder R[euss] ... Einige Zeit spaeter kam er wieder in einer ganz anderen Stimmung. Er war deutscher Grossmeister, 90°-95°, unter Br. Yarker und behauptete, der OTO vereinige alle Geheimnisse ueberhaupt... Er erklaerte mir nun84* die Wichtigkeit dieser Art von Arbeit. Ich nahm ihn nicht ernst, experimentierte jedoch hin und wieder damit. Meine persoenlichen Reaktionen Reuss gegenueber waren immer sehr heftig, seine ue- bertrieben aggressive Art war abstossend... R.s Stimmungen schwankten staen- dig, und er war unberechenbar. In seinen letzten Lebensjahren schien er sich voellig gehen zu lassen, selbst wenn man annahm [unleserliche Passage], was voellig absurd war. Es scheint, dass er bis zu einem gewissen Grade [unleserlich], was ihn veranlasste, Sie [Traenker] und Achad [Jones] zu beru- fen und mich in seinem letzten Brief als Nachfolger bestellte (was mir offen- sichtlich scheint). In meinem Fall handelte er bestimmt gegen seinen menschli- chen Willen, was ersichtlich werden wuerde, wenn ich dieser Briefe wieder hab- haft werden koennte" [zwei Worte voellig unleserlich. Uebersetzt] oOo 1913 schreiben Prof. Emil Schaub in Basel und unabhaengig davon John Daniels Reelfs in Genf an Crowley. "I shall be obliged to divide Switzerland" gemaess den Landessprachen, antwortet Crowley Schaub im Maerz. Er will keine MM-Grade vergeben, da der OTO ja diese inkorporiere. Emil Schaub wird von Edoardo Fro- sini (33° 90° 96°, VII°) "appointed," und Crowley schickt Reelfs ebenfalls zu Frosini, da er Reelfs erst eine Charta geben will, wenn dieser den 33° und VII° habe. Weshalb Reuss als OHO nicht eingeschaltet wird, bleibt unbeantwor- tet. In einem Bericht von 1914 ueber das "Present Standing of the MM" wird Reelfs beauftragt, die zahlungsunwilligen Mitglieder L. Waddel, J. van Notten, Flo- rence van Notten und Frederic Alfred Beeker an ihre finanziellen Pflichten zu erinnern. Schaub wird nicht erwaehnt. In diesem Jahr uebersetzt und publiziert Reuss Crowleys Manifesto der MMM von 1912, die letzterer 1919 als weltweite Statuten herausgibt,85* ohne dass Reuss davon Kenntnis erhalten hat. Moeglicherweise hat der Ausbruch des Krieges und Crowleys Aufbruch 1914 nach Amerika weitere Entwicklungen verhindert. In Crowleys "Golden Book," das nur Eintraege von 1912 bis 1917 enthaelt, ist Reelfs in der Liste der VI° aufge- fuehrt. Schaub fehlt auch hier.86* An Frosinis Seite (dem Nachfolger von Michele de Vincenzo Majulli, 33°, 90°, 95° und VII°) sind G.di San Fortunato und Arturo Reghini. Letzterer macht Crowley am 20.10.1913 zum Ehrenmitglied des "Ritus Philosophicus Italicus." Reghini schwenkt 1927 zu Julius Evolas (1898-1974) UR-Gruppe ueber.87* Ab 12. Oktober 1915 sieht sich Crowley als Prophet seines von ihm ausgerufenen Neuen Aeon des Horus. Zwischen 1917 und 1919 entwirft er angeblich seine eige- nen OTO-Rituale (0°-VI°),88* die aber Reuss' Zustimmung nicht finden. Reuss soll Crowley sogar ausdruecklich untersagt haben, den OTO als Vehikel fuer Thelema zu benuetzen.89*

Monte Verita

Die oesterreichische Klavierlehrerin Ida Hoffmann (gest. 1926) und Henri Oedenkoven, in freier Ehegemeinschaft lebend (seine Frau Isabella Oedenkoven bekommt bald den VII°), sind die finanziellen Hauptbeteiligten und Gruender der Vegetariersiedlung auf dem Monte Verita, dem Berg der Wahrheit im Kanton Tessin/Schweiz. Frau Hoffmann fuehrt im Januar 1916 Reuss auf dem Monte Verita ein, der nun aktiv wird und die OTO-Loge "Verita Mistica" (VM) gruendet. Frau Hoffmann schreibt "Beitraege zur Frauenfrage," "L'Importanza della Teoso- fia vera" und verfasst "Blaetter zur Verbreitung vegetarischer Lebens- weise."90* Hans Rudolf Hilfiker-Dunn/"Nothung" (geboren am 4.5.1882 in Oftringen/Aargau) wird am 2.12.1916 in der "Verita Mistica" in den I° aufgenommen. Am 24.5.1917 erhaelt er den II°, am 21.8.1917 den III°.91* "Nothung" ist das Schwert Parzi- fals, das gemaess Reuss sexualmagisch dem "Ur-Phallos" entspricht.92* Hilfikers Geliebte Clara Linke (geb. 25.6.1875 in Goerlitz, gest. 1923) ist als Kurgast der Siedlung gekommen und gleich geblieben. Sie wird eine wichtige Stuetze des Betriebs. Waehrend Ida Hofmann das gesellschaftliche Leben leitet, obliegt Clara Linke die Wirtschaft. Der aus Oberstammheim stammende Mechaniker Oscar Bienz, am 19.8.1917 in Ascona in die VM aufgenommen93* und dort "kuenstlerisch" taetig, raet, in Zuerich eine OTO-Loge zu gruenden. So geschehen unter Reuss und Laban de La- ban/"Varalja" am 24.10.17: die Gruendung der "Libertas et Fraternitas." Der tschechische Taenzer Rudolf Jean Baptiste Attila Laban de Varalja (15.12.1879-1.7.1958) eroeffnet einen Zweig seiner Muenchner Schule in Ascona. Im Fruehjahr 1916 gruendet seine Mitarbeiterin Mary Wiegmann einen Zweig der Schule in Zuerich, wo man auch bald in den Kreisen dadaistischer Protagonisten verkehrt.94* Laban und Hilfiker haben ein paar Tage vorher in Zuerich, am 20.10.1917 (Reuss haelt daselbst einen Vortrag ueber die Freimaurerei) fuer teures Geld (alles in allem soll Hilfiker 1950 sFr. zahlen) je einen OTO-Vertrag unterschrieben (Patente und Chartas werden nicht von beiden Parteien unterschrieben, ein Ver- trag regelt hingegen die finanzielle Seite). Beide duerfen eigene Freimaurer- Logen gemaess den OTO-Statuten vom "22.1.1906/1917" eroeffnen. Laban darf bis zum VI° initiieren, Hilfiker bis zum III°. Auf diesen Vertraegen wird der OTO als identisch mit dem Orden "der alten Freimaurer vom Schottischen, Memphis und Misraim Ritus" bezeichnet.95* Die templerischen und maurerischen Utensi- lien der "Verita Mistica" gehen an die "Libertas et Fraternitas." Am 3. November ist die konstituierende Versammlung, Laban wird erster Grossmeister dieses "Mystischen Tempels." Hilfiker, wohnhaft in Rueti, wird am 11.11.1917 Meister vom Stuhl. Die Frauen aus Labans Tanzgruppe, Elga Feldt, Suzanne Perrottet, Kaethe Wulff und Frau Lederer sind schon in der "Verita Mistica" durch deren Mysterien ge- rauscht, allen voran Mary Wiegmann, die ja seit 1916 eine Tanzschule in Zue- rich fuehrt. Unter den 6 Maennern und 10 Frauen der Zuercher Loge sind neben Obenerwaehnten auch der Baron Herbert von Bomsdorff-Bergen, angeblich Spiel- leiter am damaligen Opernhaus,96* mit seiner Frau, Oskar Bienz (Labans "Lieber Freund und Schueler")97* und ein Imre Schreiber. Man trifft sich bei Heinrich Friedlaender, und bald stossen die Schwestern Beraly, Coleman, de Montcabrie und Ruckeschell sowie die Brueder Reiser und Turnibuca hinzu. W. Rosenblum wird Schatzmeister des OTO. Laut Oscar R. Schlag (1907-1991) {14} bezeichnet Bomsdorff-Bergen seine Narbe ueber der Nase als Zeichen Baphomets.98* Nach seinem Austritt aus der L+F 1922 schreibt Bomsdorff-Bergen alias "Christian Schweizerkreuz" Pamphlete gegen die Freimaurerei in antisemitischem Tonfall. Mit den Tessiner Rosenkreuzern haelt er noch Verbindung, lebt in Morcote, nennt sein Anwesen "Klingsors Zaubergar- ten" und stirbt 1925 (?). John Symonds laesst Bomsdorff in seinem Roman "The Medusa's Head or Conversations between Aleister Crowley and Adolf Hitler" an der Wahl Crowleys zum OHO durch Heinrich Traenker et alii 1925 in Weida/Thueringen teilnehmen.99* Laban de Laban schreibt als "Grossrat und Senat der Alten Freimaurer vom Schottischen und Memfis und Misraim Ritus" am 14. November 1917 an seine Mut- ter: "Die Loge in Monte ist geschlossen, die dortigen ungeeigneten Mitglieder Henri, Jda etc. sind ausgeschlossen worden und ich habe die dortige Zentrale hierher verlegen lassen." Der schweizer OTO, der unter Hermann Joseph Metzger prosperiert {9}, produ- ziert Anfang der 60er Jahre folgendes Papier: eine von Reuss am 10.11.1918 ausgestellte Charta fuer die Damen Ida Hoffmann, Clara Linke "et socii" fuer die Schweiz "in generale" (Veritas Mystica Maxima). Beide haben, wie die Charta ausweist, den 33°, 97° und X° OTO inne. Die amerikanische Self-Realiza- tion Fellowship {13}, die Anfang der 1950er Jahre angeblich Reuss' "Golden Book" haben will, zitiert daraus den Eintrag fuer eine Vollmacht fuer Ida Hoffmann, Alice Sprengel und Clara Linke und erwaehnt keine 1918-Charta mit obigem Wortlaut. Der Text auf diesem Papier weicht sprachlich und formal von den anderen be- kannten Reuss-Chartas ab. Ebenso ist es fraglich, ob die Unterschrift von Reuss stammt.100* Nach 1918 errichtet Clara Linke ein Kinderheim auf dem Monte Verita. Streit zeichnet sich in der Zuercher Loge ab: Die Frauen zeigen sich wenig zahlungswillig, die Maenner geraten ins Gerede, da eine respektable Person nicht Mitglied eines finsteren Tempels sein darf. So finden keine Neuaufnahmen mehr statt. Was in den Hoehen des Monte Verita ohne weiteres moeglich gewesen ist, wird im puritanischen Zuerich zum Stein des Anstosses. Die 10 Frauen tre- ten aus.101* Mary Wiegmann erhaelt die Erlaubnis, eine eigene Frauenloge zu gruenden, unterlaesst dies aber und trennt sich am 16. November 1918 vom OTO. Frau Wieg- mann gruendet 1920 in Dresden eine eigene Tanzschule. Laban verlaesst im November 1918 Zuerich Richtung Muenchen und Stuttgart, um sich seiner Tanzkarriere zu widmen, ruft aber noch unter dem OTO-Siegel als "Secretaire de l'Ordre" zu einer "Alliance Internationale des Dames De La Rose + Croix" auf.102* Sein Nachfolger wird Hilfiker, doch moechte sich die Loge von Reuss trennen. Am 1.2.1919 wird "der Ausdruck O.d.O [sic] ... gaenzlich fallengelassen," am 26. April 1919 trennt die "Libertas et Fraternitas" sich offiziell von MM und OTO, um nur noch den Cerneau-Ritus zu bearbeiten, fuer den Reuss bis zum Juli 1920 immer noch Rechnung stellt und der dann vom rei- chen Kaufmann Hilfiker mit sFr.3000.- ausbezahlt wird.103* Am 10.5.1919 er- folgt der langerwartete "Freibrief des Gr.Or. fuer d. Schweiz des A.&A. Schott. 33° Rit." Es ist eine typische Reuss'sche Charta aus dieser Zeit mit dem gedruckten Begriff "O.T.O." als Briefkopf. "Br. Reuss knuepft daran die Bedingung, dass wir ihn als hoechste Autoritaet anerkennen." Dies folgt Reuss' finanziellen Forderungen und dem Bericht eines Briefes des "Generalgrossmeisters fuer Amerika, Bruder Crowley," der die Hoffnung aus- drueckt, den OTO dort gross aufzuziehen.104* Allein in der Oriflamme 1914, im Manifest der MMM, wird Crowley als X° von Amerika erwaehnt (siehe weiter un- ten). Am 27.4.1919 wird "Unter Leitung des Hochehrwuerdigen General-Grossmeisters ad Vitam, Br.:Theodor Reuss, 33, 90, 97, X° und unter Mithilfe von Schw.:Ida Hoffmann, 33, 90, 95, IX° Br.:H.R.Hilfiker, welcher am 9. November 1918 von Br.:Grossmeister Laban de Laban per communicatio105* in den IV° und am 11.Dezember 1918 von Br.:Generalgrossmeister Th.Reuss p.c. in den V. und VI° befoerdert worden, rituell in die Grade IV/15, V/18 und VI/30 eingefuehrt.," etc., etc. Ebenfalls erfolgen die Ernennungen Engelhard Pargaetzis, Rolf Mer- litscheks und Martin Bergmaiers. Schnell geschehen am 28. Juni weitere Be- foerderungen.106* Hilfiker wird Ehrenmitglied des Gr.Or. von Frankreich, des Martinistenordens, wird Freundschaftsvertreter beim S.S. des OTO und des 33° AASR und MM fuer Europa.107* In seinen Haenden befindet sich ein Reuss'sches VII°Initiationsritual108* und das "Instruktions-Buechlein des O.T.O.," naem- lich Reuss' "Parsifal und das Enthuellte Grals-Geheimnis." In Hilfikers Manu- skript findet sich ein Auszug aus Crowleys Manifesto der MMM im Anhang: "MMM ist ein Begleitname des OTO."109* Hilfiker unterstuetzt seine Zuercher Geliebte H. Walder mit einem Merceriela- den, wohl um seinem unehelichen Kind eine Zukunft zu sichern.110* 1920 verlas- sen Oedenkoven und Ida Hofmann den Berg der Wahrheit und gelangen via Spanien nach Brasilien. Reuss stattet weiterhin Mitglieder der Zuercher Loge mit OTO-Graden aus, was die Mitglieder der Loge, die sich vom OTO getrennt sehen wollen, aufregt. "Wenn Papa Reuss privatim Leute befoerdert, so geht das nur den O.T.O. etwas an, -- nicht aber unsern Ritus" (Pargaetzi/"Tristan" an Hilfiker, 4. April 1920, nicht ahnend, dass auch Hilfiker schon zum VIII° avanciert ist. Ausser- dem hat dessen Nachlass die geheimen Passworte, ein magisches Siegel und den Schwur fuer den IX° und den X° preisgegeben, wo der 96° unter die Autoritaet des OHO des OTO gestellt wird).111* Am 12.5.1920 wird Hilfiker durch Joanny Bricaud (33°, 90°, 96°)112* zum 33°, 90°, 95°. Zur selben Zeit, in der Crowley meint, Reuss liege gelaehmt darnieder,113* plant dieser jedoch, im Hochgefuehl ein nationaler Grossorient zu sein, im Sommer 1920 in Zuerich einen Weltkongress der Freimaurer einzuberufen, analog zum 1908-Kongress in Paris, wo unter "Papus", Blanchard und Detre fleissig Wu- erden und Aemter u.a. mit Krumm-Heller ausgetauscht worden sind {15}.114* Ziel soll sein, einen "Internationalen Freimaurerbund" zu gruenden. Als dritter Programmpunkt des Kongresses wird Patriarch Joanny Bricauds Vorschlag aufge- setzt, Aleister Crowleys angeblich 1913 verfasste115* Gnostische Messe (das Zentrum der OTO-Rituale und gedacht zur oeffentlichen Auffuehrung) "zur offi- ciellen Religion aller Mitglieder der Univ.:Frm.:Welt-Foederation, welche den 18. Grad116* des Schottischen Ritus besitzen, zu erklaeren."117* "Im Memphis und Misraim Ritus hat der Rose-Croix Grad nicht christlichen Charakter, son- dern wird mystisch-gnostisch gedeutet... Die restlose Deutung... bleibt den mystischen Graden VII°, VIII° und IX° vorbehalten."118* Reuss laesst sein "Aufbauprogramm und Leitsaetze der Gnostischen Neo-Christen O.T.O.,"119* eine Verteidigungsschrift wegen angeblichen Sexskandalen120* und einen Text mit dem Titel "Das wahre Geheimnis der Freimaurerei und das Mysterium der hl. Messe" zirkulieren. Heinrich Traenker schickt "Ein Schreiben der "Bruederschaft vom Goldenen und Rosenkreuz"," was aber wenig Erfolg beschert. Weshalb Traenker nicht am Kon- gress teilgenommen hat, bleibt unbeantwortet. Hilfiker und Merlitschek, Reuss-treu, sind zugegen am freimaurerischen Kon- gress in Zuerich am 17.-19.Juli 1920 im Tempel der Loge "Libertas et Frater- nitas." Theodor Reuss als Bricauds "Legat Gnostique pour la Suisse" ist nur am Eroeffnungstag dabei. Crowley und Charles Stanfeld Jones/"Achad" sind auch ge- laden, aber nicht erschienen.121* Der Kongress spricht sich gegen den OTO aus: Rosenkreuzer-Kapitel vom 3. Oktober 1920. Zweiter Beschluss: [es wird voraus- gesetzt] "dass die Beziehungen des Gross-Orientes zu Br.Th.Reuss definitiv der Vergangenheit angehoeren und dass die sogenannte gnostische katholische Kirche ausserhalb des Internat. Freimaurer-Bundes bleibt. Das Kapitel [18°] betrach- tet es als selbstverstaendlich, dass Angehoerige jener Kirche im In- tern.Freimaurer-Bund mit Ruecksicht auf dessen Prestige nach Aussen zum minde- sten keine Aemter bekleiden duerfen..." Protokoll ueber die Sitzung des Obersten Rates vom 6./7. Nov. 1920: "Weder der Gr Or, noch einzelne seiner Mitglieder haben zu der von Herrn Reuss herausge- gebenen Gnostischen Messe irgendwelche Beziehungen. Die Verteilung der Druck- schrift war rein persoenliche Angelegenheit des Herrn Reuss, sodass niemand in unserer Koerperschaft fuer die Dummheiten dieses Herrn verantwortlich gemacht werden kann... [wir sind bestrebt] jede Beziehung unseres Gr Or zum Namen Reuss oder zu seinen Schriften seit 18. Juli 1920 abzulehnen." Am 17.5.1925 wird die L+F in die 1844 gegruendete schweizer Grossloge Alpina aufgenommen, was den Verzicht auf Grossorient und Hochgrade bedeutet. Ihre Hi- storie hat seitdem nichts mehr mit dem OTO-Phaenomen zu tun, obwohl die unab- haengige Rolle Hilfikers nicht ohne weitere Bedeutung bleiben wird (siehe un- ten). Am 1.2.1921 wird er 33°, 90°, 96°. -+- Via Reuss fragt C.S. Jones (wohl vergeblich) Ende 1920 Hilfiker um ein 33°Certifikat an. Es ist Reuss, der C.S. Jones am 10. Mai 1921 zum X° von Nordamerika macht, und ihm so die Moeglichkeit gibt, alias "Parzival" die Agape Loge Nummer 1 in Vancouver/Kanada auf maurerische Beine zu stellen.122* Im Juli 1921 wird Spencer Lewis (33°, 90°, 95°, VII°), der Gruender des AMORC (gegr. am 1.4.1915, Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis), "Honorary Member... for Switzerland, Germany and Austria" des OTO.123* Im selben Jahr werden auch Heinrich Traenker/"Recnartus" (33°, 90°, 96°, X°), Krumm-Heller/"Huiracocha" (96°, VIII° und X°) und Carl William Hansen/"Kadosh" mit maechtigen Wuerden und Buerden ausgestattet {5, 13}. Nachdem Spencer Lewis den AMORC nicht an Crowley abtreten will ("prepared to take over the whole of the AMORC"),124* aeussert sich dieser W.T. Smith gegenueber (die obige Reuss-Charta betref- fend): "Lewis... not a full member... is not a warrant, it is not a charta."125* Als Lewis das OTO-Lamen in seinen Publikationen benuetzt, be- hauptet Crowley, er haette es erfunden. (Lewis stirbt am 2.8.1936). Hansen ist schon 1898 Martinist in Kopenhagen geworden. 1906 wird er 32°, aber 1930 stossen ihn die Freimaurer aus ihren Reihen.126* Am 31.7.21 wird Hansen via Bricaud 30° (?)127* in Kopenhagen und via Reuss am 3.9. X°. Von Thelema ist nicht die Rede. Da Reuss keine Hochgrad-Initiations- rituale zur Verfuegung stellt, erteilt Hansen seinen Kandidaten sofort den IX°. Der schon eingangs erwaehnte Italiener Frosini (der seit 1909 eine Yarker- Charta sein eigen nennt) erweitert die Grade am 3.7.1924 um den 33° und sen- det die Reuss-Rituale.128* Baron Alphons Wallen fuehrt Hansen in Bricauds Martinisten-Orden ein, der 1911 mit der Gnostisch Katholischen Kirche fusioniert hat. Im September 1923 er- stellt ihm Bricaud eine Charta, worauf sich Hansens Orden nun "Grand Orient de la vrai et haute Maconnerie esoterique et gnostique de Danmark" nennt.129* Grunddahl Sjallung/"Sar Uriel"/"Neutralis"/"Lucius" (1895-1976) schliesst sich 1923 an. W.C. Hartmanns "Who's Who, The Occult Press" von 1927 gibt auf Seite 62 fol- gende Titel Hansens an: "Chemist, Author, Kabbalist, Astrologer, Patriarch and Primas, Naassenic Gnostic Synode (Scandinavia), Grand Master General, Grand Orient of Denmark, President Alchemical Society of Denmark: General Delegate and Hon. Member Societas Alchemica Italiana: President, Kabbalistic Order (Denmark)." Francis King findet 1927 OTO, MM und AMORC an derselben daenischen Adresse.130* 1928 macht sich der Schatzmeister von Hansens Ordenskompilation mit der Kasse auf und davon,131* und als die Mitglieder nun versuchen, Genaueres ueber ihren "Danske Stor-Orient" zu erfahren, gelangen ihnen nur negative Berichte ueber die "Schwindler" Reuss und Frosini zu Ohren. Am 21.6.1931 schreibt Hansen an Spencer Lewis: "I am no more interested in great orders and societies." 1934 taucht Sjallung als Repraesentant des auf 99 Grade aufgeblasenen MM an der FU- DOSI auf (Federation Universelle des Ordres et Societes Initiatiques), die nur eine Sammelorganisation aller Lewis-treuen Rosenkreuzerorganisationen ist, um dessen Anspruch auf "Legalitaet" zu unterstuetzen. Nach Hansens Tod 1938 wird Grunddahl Sjallung neuer OTO-Grossmeister und fuegt obigen Titeln noch "President United Rosicrucian and Hermetic Orders (Denmark)"132* hinzu. Von nun an nennt er sich "Baphomet"133* und korrespon- diert mit Crowley. Er schreibt sich seine eigenen Initiationsrituale. 1976 stirbt Sjallung in einer Nervenheilanstalt. Eric Ericson verarbeitet in seiner Novelle "Master of the Temple" (London 1983) eine Menge historischer und fiktiver Daten ueber Hansen. --- Die Bernerin Alice Sprengel (28.9.1871-1947), uneheliches Kind eines luthera- nischen Pastors aus Pommern, ist enge Mitarbeiterin Rudolf Steiners in Ber- lin.134* Sie spielt in dessen erstem mystischen Drama "Die Pforte der Einwei- hung" am 15.8.1910 in Muenchen die Rolle der Theodora. Als Steiner aber am 24.12.1914 Mademoiselle Sivers heiratet, schwenkt sie 1915 zu Theodor Reuss ueber, bekommt eine Autorisation zur Gruendung von OTO-Lo- gen135* und gehoert 1921 dem "executive council of 3 (supreme council)"136* des OTO an: "Anational Grandloge & Mystic Temple "Verita Mistica", Or. As- cona." Um Frau Sprengel sind Frau Hardegger und Frau Jantzen. Clara Linke wird von Reuss als Universalerbin in seinem Testament vom 20.12.1922 eingesetzt. Da aber Frau Linke bald darauf in Rom stirbt, schreibt Reuss das Testament am 27.6.1923 zugunsten seiner Frau und seiner Haushaelte- rin um und stirbt am 28.10.1923, ohne dass von ihm ernannte Nachfolger in MM, GKK oder OTO bekannt geworden waeren. Aleister Crowley notiert schon am 27.11.1921 in sein Tagebuch: "I have pro- claimed myself O.H.O. Frater Superior of the Order of Oriental Templars." Aber: "We do not have any papers, documents, letters, or diaries," die bewei- sen wuerden, dass Crowley von Reuss als OHO ernannt worden waere.137* Nach dem Tod von Reuss eroeffnet Crowley im Dezember 1924 Heinrich Traenker: "I wish to obtain control of all existing movements" und meint W.T. Smith {13} gegenueber am 3. Januar 1935: "Reuss was working with me almost every day and if he had made any objection to my claim [sovereignty] he would have done so." Die Tatsache, dass ihn Reuss nicht als seinen Nachfolger auserkoren hat, in- terpretiert Crowley spaeter in einem Brief an Smith vom Maerz 1943 folgendermassen: "he [Reuss] had been misled by some rumour that I was dead or in trouble or something."138* 1926 stirbt Ida Hofmann, "die Frau im Uranfang,"139* in Sao Paolo.

Crowley an Smith am 3. Januar 1935

"Sie sprechen von meiner Souveraenitaet. Es war Reuss, der sie hatte und ich ordnete mich unter. Mein Preis (um es mal vulgaer auszudruecken) war die Charta, auf die in der Oriflamme Bezug genommen wird.(a) Sie werden sehen, dass diese Charta Amerika abdeckt,(b) und zwar nur, weil Reuss und ich die einzigen Personen waren, faehig, eine solche Position einzunehmen. Diese Charta ist momentan nicht zur Hand,(c) aber das Manifesto des OTO wurde publi- ziert und machte 1913 in weiten Kreisen die Runde.(d) Reuss arbeitete fast taeglich mit mir(e) und falls er irgendwelche Einwaende gegen meinen An- spruch(f) gehabt haette, wuerde er sie gemacht haben.(g) Es existiert auch ein Reuss'sches Pamphlet, mit Photos der Grossmeister und anderer Wuerdentraeger, worin auch meine Photographie erscheint. Diese Publikation ist gewiss spaeter datiert als oberwaehntes Manifest."(h) [uebersetzt] (a) Crowley meint die Oriflamme vom Juli 1914, 19 (b) in der Tat nennt diese Oriflamme Crowley als X° von Amerika, ein Amt, das aber nicht fuer ihn gechartert ist und am 10.5.1921 von C.S. Jones bis zu dessen Tod am 24.2.1950 eingenommen wird {5}. Crowley expediert den Kon- kurrenten Jones am 1.10.1934 aus seinem OTO (c) es existiert naemlich nur eine 1912-Charta fuer England und Irland, teil- weise abgebildet in: AHA 8/91, 12. Crowley wird "33°, 90°, 95°, X° of Lon- don... National Grand Master General der von Uns im Vereinigten Koenigreich von Grossbritannien + Irland gegruendeten Mysteria Mystica Maxima (M.M.M.) gemaess der Constitution des O.T.O. vom 22. Januar 1906 E.V...," unter- schrieben am 24. April 1912 von Reuss, Heinrich Klein und Frau Best. Hein- rich Klein stirbt am 23.6.1913 in London, John Yarker ist am 20.3.1913 in Manchester verstorben (d) einerseits in der Oriflamme vom Juli 1914, aber zuvor schon, 1913, als 22seitige Broschuere in England zirkulierend. Dieses 1912 verfasste Mani- fest erwaehnt Crowley als X° von Amerika, England und Irland. Obwohl die 1917-Reuss-Konstitution oberste Autoritaet hat, wird es fast wortwoertlich 1919 im Blue Equinox (Seite 201 mit der X°-Stelle) erneut publiziert und gilt als DIE Grundlage fuer Crowleys OTO-Zweig. 1919 sind Crowleys Geldre- serven erschoepft. Folgerichtig nimmt er nun den OTO als neue Bezugsquelle ins Visier. Es stellt sich die Frage, ob sich Reuss selber der heiklen An- gelegenheit, wer nun X° von Amerika sei, bewusst gewesen ist. Crowley ver- laesst England am 24.10.1914. Im Mai 1915 uebersetzt und publiziert Reuss dessen "Honesty is the best Policy," wo Crowley nur als OTO-Grossmeister von England beschrieben wird!140* Francis King meint ebenfalls, dass Reuss "disregarded Crowley's claim to occult supremacy in America"141* 1917 ruft das Manifesto vom Monte Verita zu einem "Anationalen Kongress" auf. Hier sind zwei Hauptzentren des OTO erwaehnt: Ascona und New York...142* (e) So intensiv kann die Zusammenarbeit nicht gewesen sein, wenn Reuss im An- hang der "Constitution des OTO" 1917 und auch in der Gnostischen Messe von 1917/18 dauernd von "Master Thirion" und "Thelima" spricht (f) X° (g) die "Zusammenarbeit" endet aber 1914 in London mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges {15} (h) es handelt sich hier um die Jubilaeumsausgabe der Oriflamme 1912, wo Crow- ley aber nur als X° von England und Irland auftritt. Falls Reuss tatsaech- lich Crowley als X° von Amerika akzeptiert haette, warum ist dann C.S. Jo- nes zum X° bestallt worden, der es ablehnt, Crowleys Autoritaet ueber die USA anzuerkennen?143* Im Maerz 1943 Crowley erneut an Smith ueber Reuss: "the late O.H.O., after his first stroke of paralysis, got into a panic about the work being carried on... He hastily issued honorably diplomas of the Seventh Degree to various people, some of whom had no right to anything at all and some of whom were only cheap crooks." Karl Germer berichtet Carl Heinz Petersen (1912-1957) am 6.1.54, dass Crowley und Reuss sich in Palermo getroffen haetten, um die OHO-Frage zu klaeren. Eine Behauptung, die sich bislang nicht hat belegen lassen. Martin Patrick Starr (geb. 1959), Koryphaee auf dem Gebiet "Crowley" {13!}, weiss von "Reuss' letter to Crowley telling the latter not to spread Thelema through the O.T.O."144* oOo Hilfiker schreibt am 14.4.1936 an Constant Chevillon (geb. 26.10.1880), den Nachfolger von Joanny Bricaud {13, 16}: "La charta original de Yarker [an Reuss] ... avait ete endossee en mon nom comme son successeur authorise." An Chevillon am 21.7.36: "Concernant la charte de Reuss qui est en possession de Tr[a]enker je vous informe que cette charta etait endossee a mon nom et une dame [Clara Linke?] etait chargee de me l'apporter avec les documents de ces- sion. Or cette dame est morte en route et presque en meme temps Reuss a suc- combe." Und doch hat sich genau diese Yarker-Charta vom 24.9.1902 im Nachlass Hilfikers auffinden lassen. Auf dieses Datum nimmt Reuss in seinen Freibrie- fen, Chartas und in den OTO-Statuten Bezug, obwohl das vorliegende Papier zu nichts berechtigt und Reuss "nur" in die 30°, 31°, 33° und ins Amt des "Sovereign Grand Inspector General" erhebt. Ob Reuss am selben Tag ein noch unauffindbares Papier von Yarker erhalten hat, das manchmal zitiert wird? Hilfiker an Patriarch Chevillon am 13.6.1936: Obwohl sich Heinrich Traenker als OHO ausgebe (Arnoldo Krumm-Heller, der sich zur Zeit grad in Berlin auf- halte, interessiere sich nicht sehr dafuer): "L'O.T.O. est mort avec Reuss." Im Brief Hilfikers an Chevillon vom 23.7.1936 distanziert Hilfiker sich von Crowley und schlaegt vor "de considerer l'O.T.O. comme non existant." Hilfiker erweckt nun 1936 unter Chevillon das schweizerische Souveraene Sanktuarium des Memphis-Misraim-Ritus unabhaengig von der "Libertas et Fraternitas" wieder zum Leben145* und wird 1947 bei Reuben Swinburne Clymers (25.11.1878-1966) Bestre- ben, alle Rosenkreuzer-Orden unter sich zu vereinen {12}, aktiv: wahrschein- lich im Zusammenhang mit Clymers und Chevillons Bemuehungen um eine Art anti- FUDOSI gegen Spencer Lewis' AMORC {5}.146* Chevillon konsekriert 1939 den X° Krumm-Heller. Er wird 1944 von der Gestapo ermordet. Hilfiker und Clymer treffen sich am 7.5.1947 und vom 1.-5.6.1948 in Zuerich im Hotel Baur au Lac. Krumm-Heller wird kurz vor seinem Tode Mitglied in Clymers Rosenkreuzer-Organisation {12}.147* Oscar Schlag {14} erinnert sich, Hilfiker habe sich immer als Prophet, als ein Gesandter gefuehlt, und unterstuetzt die Hypothese, Hilfiker koennte sich als Erbe von Reuss gesehen, moeglicherweise aber seine Papiere, Chartas und Orden von Reuss wegen dessen angeschlagenen Rufes geheimgehalten haben.148*

NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG

Zu Margerite Faas-Brunner-Hardegger (20.2.1882-23.9.1962), in deren Nachlass sich ein Wagner-Textbuch mit Reuss' Stempel (dat. nach 1914) hat finden las- sen, sei Harald Szeemann zusammengefasst: "gelernte Telegrafistin, holt Ju- risprudenzstudium nach, 1905-1909 Sekretaerin des Schweiz. Gewerkschaftsbun- des, naehert sich den anarchistischen Ansichten Landauers und Muehsams,leitet in Bern die "Gruppe Hammer" und muss ihre Gesundheit in Ascona pflegen. 1912 wird sie wegen falscher Zeugenaussage im Prozess gegen Ernst Frick verhaftet, lebt dann mit Hans Brunner [1887-1960] zuerst in einer sozialistischen Kommune in Herrliberg dann ab 1919 mit ihm auf dem Monte Verita in der Villa Gra- ciella, [dem ehemaligen Wohnsitz Karl Vesters]."149* Der deutsche Kriegsdienstverweigerer Giovanni Brunner fuehrt ein Geschaeft fuer Kleinmoebel und Innenausbau in Minusio. Alias Sr. "Hyazinte" sieht sich Margerite Hardegger seit dem Tod Frau Sprengels 1947, rivalisierend mit Genja Jantzen, als deren Rechtsnachfolgerin. Ein Kampf um das Amt des Meisters vom Stuhl hat die Hardegger auch mit der Sprengel schon entzweit.150* In der nahegelegenen Villa Verbanella lebt Frau Dr. Appia (eine Verwandte des Buehnenreformators auf dem Monte Verita?), die sich fuer ihre Meditationen einen Tempel bauen laesst und, aus den USA zurueckkehrend, angeblich ein amerikanisches, anonym erschienenes und nicht naeher bekanntes Buch "Meister im fernen Osten" uebersetzt hat. Bei ihr ist die Ex-Geliebte des Grossmeisters der Fraternitas Saturni, Eugen Grosche, Frau Hanne Wildt, die auch bei Frau Hardegger zuweilen wohnt. Grosche {6} ist 1937 Gast bei den Damen der Tessiner OTO-Loge gewesen, mit der nicht die aufgeloeste "Verita Mistica" gemeint sein kann. Die Frage bleibt offen, wo der Hauptsitz des schweizer OTO ist. Hilfi- kers Geliebte Frl. H.Walder in Zuerich und eine Frau Billwiler sind beide ge- gen Genja Jantzen eingestellt.151* Eugen Grosche erzaehlt ausserdem von einem Dr. Maag.152*

Felix L. Pinkus

Dr. phil. Felix Lazerus Pinkus ( 13.8.1881 in Breissgau/Preussen - 12.2.1947), ist an der Universitaet Breslau eingeschrieben fuer Nationaloekonomie und Naturwissenschaften und promoviert mit "Die moderne Judenfrage." Er gehoert dem Allgemeinen Zionistenverband an. 1907 stellt ihn das Stadttheater Lindau als Dramaturg ein. 1908 nimmt er zusammen mit seiner Frau Elsbeth Flatau ein gemeinsames Engagement am Volkstheater in Zuerich an und wird alsbald Lehrer am Privatgymnasium Minerva. 1910 wird Pinkus Redakteur der Schweizerischen Zeitschrift fuer Jugenderziehung, 1914-18 Redaktor der Wirtschaftszeitung "Economist" und uebernimmt die Praesidentschaft des Zionistenbundes Zuerich. 1918 verfasst er die Broschuere "Von der Gruendung des Judenstaates" und er- leidet mit seinem Finanzgeschaeft Konkurs. Daraufhin wird Pinkus in Wien ver- haftet und muss sich vor den Behoerden Zuerichs verantworten.153* Er setzt sich nach Albanien ab. 1931 findet sich die Familie wieder in Berlin zusammen. Pinkus wird Wirtschaftsexperte in der Handelsvertretung der Sowjetunion. "Dem eigenwilligen juedischen Buergertum Preussens entsprungen, bemueht einen ban- kiersgemaessen Lebensstil mit einer 'liberalsozialidealistischen' Weltanschau- ung zu verbinden" fuehrt Pinkus mit seiner Frau einen aufwendigen Haushalt in seiner Zuercher Villa "Krystall," der keine kulturellen Verlockungen aus- laesst. Er ist ausserdem aktiv in der Loge Bnai Brith154* und zeitweise Jour- nalist beim Voelkerbund. "IX° O.T.O." F.L. Pinkus wird Gruender und Sekretaer der Sektion fuer Psychi- sche Forschung der Schweizerischen Kulturgesellschaft und gruendet 1945 in Zuerich eine "Psychosophische Gesellschaft" {10}, um "esoterische Werte und psychische Hilfe zu vermitteln" {9}. Um Pinkus/"Elieser": Hilfiker und sein Adlatus Reichel, Merlitschek, Baumgart- ner aus Aarau (Loge zur Treue), Struppler und Karl Brodbeck vom Illuminaten- Orden {11}. Der zum Kreis gehoerende Ingenieur Traugott Egloff aus der Badenerstrasse in Zuerich interessiert sich sehr fuer die Abramelin-Beschwoerungen und macht sich diesbezueglich in den brasilianischen Dschungel auf, wo er angeblich spurlos verschwindet und am Karfreitag 1969 stirbt.155* Zeit seines Lebens hat Egloff Kontakt mit C.G. Jung (1875-1961) gehalten. In Band Drei von Jungs Briefsammlung finden sich vier Briefe Egloffs.156* Dessen Beitrag zur Esoterik besteht in einem Manuskript mit dem Titel "Zauberei, eine Studie ueber das Be- sprechen. Die Kunst des Heilens und des Wirkens durch das gesprochene oder ge- schriebene Wort."157*

Frater "Paragranus"

H.J. Metzger {9} wird 1943158* alias "Paragranus" von Genja Jantzen und Alice Sprengel im Tessin (oder Davos?) initiiert.159* Die Jantzen fungiert nur als Ja-Sagerin.160* Unter Pinkus durchlaeuft Metzger die drei unteren Reuss-OTO- Initiationsrituale {9} und "die Grade I-IX."161* Frau Alice Herder (geboren 1902), seit den 20er Jahren Theosophin, erinnert sich lebhaft an die Zeit, in der Pinkus als juedischer Fluechtling in die Schweiz gekommen und ungefaehr 10 mal in der Zuercher Theosophischen Gruppe aktiv geworden ist. Diese unorganisierte Gruppe habe Pinkus niemals akzep- tiert, da seine Ideen zu revolutionaer gewesen seien, worauf er eine eigene Gruppe gebildet habe. Pinkus' magische Grundlage basierte auf Eliphas Levi (1810-1875). Auch Metzger "studierte [Levis Buecher] in franzoesisch, italie- nisch und deutsch."162* Bald habe Pinkus Metzger, alias Peter Mano, 2-3 mal in die Theosophengruppe gebracht, dieser sei jedoch nur an geschaeftsmaessiger Werbung fuer seine Ho- roskope interessiert gewesen.163* In der Tat habe Frau Herder beide, Pinkus und Metzger, als "charakterschwache Schwarzmagier" empfunden, und vor allem Metzger habe ihr jedesmal Gaensehaut verursacht, wenn er sich neben sie ge- setzt habe. Wie Pinkus sei Metzger bald von der Theosophengruppe "abgefallen," er sei doch nur "ein komischer Kerl, der sich in alles ohne Ernst hineinbegab" gewesen. Die Leute, die Metzger mitgebracht habe, sind fuer Frau Herder "Zirkusleute, Schauspieler," "heisse Luft, ohne Tiefe," gewesen. Frau Herder weiss sich zu erinnern, dass Metzger von Pinkus zu seinem Nachfol- ger auserkoren worden sei und deshalb schon zu Lebzeiten dessen magische Kri- stallkugel erhalten habe.164* Der Sohn von F.L. Pinkus, Theo Pinkus: "Ich habe nicht davon Kenntnis genom- men, dass er [der Vater] bestimmte Funktionen in dieser [sic] OTO hatte. Ich wusste nur, und darueber erzaehlte er mir auch, dass er viele Vortraege in den theosophischen Kreisen gehalten und dort auch immer wiederholt hatte, (was ihn auch mit Herrn Metzger verband) dass eigentlich die theosophischen Ideale nur in einer kommunistischen Gesellschaft Wirklichkeit werden koennten und man deshalb fuer eine solche kaempfen muesse."165* Als Frau Sprengel und sein "geistlicher Vater" Pinkus 1947 sterben, erleuchtet Metzger in Zuerich seine eigene OTO-Loge. Eine der Anwesenden an Metzgers In- itiation, Gundula Bader (deren Mutter, eine V°, Frau Jantzens Superiorin ge- wesen sei) haelt es "fuer unwahrscheinlich," dass Metzger je die originalen Sprengel-Dokumente erhalten habe,166* die ja (in der Anwesenheit von Oscar Schlag {14}) an Genja Jantzen geschickt worden seien.167* Metzger beschreibt die Ereignisse folgendermassen: "Die letzten Reste eines Landeszweiges des OTO lagen also in den Handen von Dr. P. und jener Frau Sprengel... Durch eine besondere Anrufung, bezw. ein bed. Ritual, haette das ganze verjuengt werden sollen um damit die Pforte zur geist. Welt und einem neuem Impuls zu eroeffnen. Dabei spielte die juengere Freundin der Frau Spren- gel eine bes. Rolle und versagte, worauf dann kurze Zeit spaeter, jedoch nicht bevor Dr. P. die Dinge in m. Haende gelegt hatte und alles Wesentliche in den Haenden dieser Frauen vernichtet wurde, Dr. P. in das Lichtreich einging. Zu sagen ist, dass die Freundin von Frau Sprengel [Jantzen?] weder von der Stel- lung und Mission m. Vaetl. Freundes [Pinkus] noch von mir wusste." Metzger be- zeichnet die angebliche Linke/Hofmann-Charta als seine Grundlage. Dort wird von "Helvetiae in generale" gesprochen. In den Ritualen des Metzgerschen "Orient Thuricensium O\T\O\" taucht der Begriff "Veritas Mystica Maxima" auf, der aber in der aktuellen Version durch "Loge Thelema" ausgetauscht wor- den ist. "Spaeter versuchte sie [Jantzen?] mit Zuzug einer Freundin eine selbstaendige Gruppe aufzubauen, indem sie behauptete von ihrer muetterl. Freundin [Bader?] die Konstitution zu haben und rechtmaessiger, oberster Pontifex des Ordens zu sein, bezw. alleiniger Herr und Meister. Diese Konstitution, auf welche sie sich beruft, enthaelt aber nur die Ermaechtigung fuer die 3 ersten Grade und wurde ihr nie rechtmaessig uebertragen."168* Was etwas wundert: Metzger will in der Davoser Loge unter Alice Sprengel (Charta von 1921) initiiert worden sein, beruft sich auf die Linke-Hoffmann- Charta von 1918 und kennt Theodor Reuss' Uebersetzung von Crowleys Gnostischer Messe noch nicht, die schon 1917 auf dem Monte Verita und dann 1920 in Zuerich im Tempel der "Libertas et Fraternitas" verteilt worden ist. Als Metzger via Hilfiker Freimaurer werden moechte, wird sein Gesuch nicht weitergeleitet. Hilfiker "warnt" am 17.9.1951 den Basler G. Imhof vor Metzger, der zwar eine bewegte Vergangenheit als Kommunist habe, esoterisch aber nur als Streber anzusehen sei. Ausserdem entspraengen "seine Absichten nicht ganz reinen Motiven." Ob Hilfiker sich da wohl an Metzgers Motto "Paragranus" erin- nert, das sich stark an dasjenige von Reuss, "Peregrinus",169* anlehnt - und sich sogar in Metzgers Unterschrift die Mottos, zumindest auf der angeblichen Reuss-Charta von 1918 an Linke/Hoffmann, sehr aehneln? 1963 bezeichnet Metzger Frau Sprengel als "aelteste Schwester des Ordens," was er im selben Jahr auch von der 1962 verstorbenen Frau Hardegger behauptet. Eine Frau M. Leutenegger inseriert in Metzgers Oriflamme 1962 fuer die Villa Aurora als Ferienort im Tessin. Als Karl Vester (geb. 1879) am 24.9.63 stirbt, wird er von Metzger mit einer kleinen Todesanzeige gewuerdigt. Vester wurde Verwalter des Monte Verita-Besitzes nach Oedenkovens Auszug und ist von Metz- ger besucht worden.170* Hilfiker stirbt am 15.10.1955. Laban de Laban ist am 1. Juli 1958 in England, Mary Wiegmann 1973 auf dem Weg zum Monte Verita und Oskar Bienz am 28.Juli 1988 in Johannesburg verstorben.171*

CROWLEYS O.T.O. UND DIE FREIMAUREREI

1900 erhaelt Crowley in Mexiko den 33°. In Paris erwirbt er den "Master Mason" am 17.12.1904. Da die franzoesische Grossloge von England nicht anerkannt wird, ist demzufolge Crowley nie regulaerer englischer Freimaurer gewor- den.172* Als ihm Reuss 1910 den VII° anbietet, ist das nur eine Bestaetigung des 33°, der im OTO als VII° gilt, aber ebenfalls irregulaer ist. Trotzdem sieht sich Crowley als "sole and supreme authority in Freemasonry" (so in sei- nen OTO-Aufnahmeformularen, z.B. fuer den australischen Zweig). "The O.T.O. is so to speak the quintessence of Freemasonry and is run on strictly masonic lines."173* "So far as the OTO is at all concerned with FM, it is that the whole of the knowledge of the 33. of the Reduced Rite is incor- porated in the first seven degrees of the OTO."174* "Many older branches of the O.T.O. especially those that did not adopt the M.M.M. Rite of Crowley, would admit 33° masons to the VII° directly, conside- ring the 33° to be equivalent to what we call VI°. This accounts for high in- cidence of VII° members in such groups. Of course, the entire value of the Thelema Rite of M.M.M. is lost in them, and they could scarcely be expected to adopt and work without having undergone it, but nevertheless that it was done at the time. We require 33° masons to take Minerval [0°] and continue from there, since it is not the same system any longer, although it does include the older Rites in a thelemic fashion. But in the old days you have passed through ordinary freemasonry to become an O.T.O. member. One of the most im- portant changes Crowley introduces was to revise the entire FM system along thelemic lines. Which of course requires that the thelemic O.T.O. derived from Crowley performs initiation within the O.T.O. proper, and not simply accept 33° from other systems to our system or (as Crowley once proposed in the Blue Equinox) III° masons to our III°."175* Vereinigte Grosslogen von Deutschland: "Bei dem orientalischen Templerorden handelt es sich um eine Organisation, die Maenner und Frauen aufnimmt und da- her nach den Massstaeben der Weltfreimaurerei irregulaer ist."176* Allgemein sieht die Freimaurerei den OTO/IO als paramaurerischen Cerneau-Ri- tus.177*

5. VON DENEN BUCHHAENDLERN UND GROSSMEISTERN

Heinrich Traenker

In den Enstehungswirren der Theosophie in Deutschland ist Heinrich Traenker (geb. 6.8.1880) Verlagsinhaber und Buchhaendler der "Theosophischen Zentral- buchhandlung" in Leipzig. Nach dem Ersten Weltkrieg (Ende: November 1918) muss die TZB Konkurs anmelden und Traenker scheidet aus der Leipziger Theosophen- gruppe aus. 1919 nimmt Traenker via Franz Hartmann brieflich Kontakt mit Reuss auf178* und gruendet zusammen mit A.A. Otto und Otto Wilhelm Barth 1921 in Muenchen die "Lotus-Gesellschaft," die sich vor allem mit den Lehren Franz Hartmanns be- schaeftigt {3}. Hartmann soll aber Traenker nie ganz getraut haben. 1920/21 kreieren Traenker und seine Frau Helene die "Pansophie." Zu dieser Zeit hat er von Reuss, ohne ihn jemals zu treffen, eine deutsche X°-OTO-Charta bekommen. Traenker, der "Henkelkreuzmann", legt sich, neben "Tartarus", eine Reihe zoologischer Namen zu: "Recnartus", "Greif", und "Garuda" (der Vogel Wischnus). 1922 stoesst Karl Germer, den er schon 1919 in Leipzig erstmals getroffen hat, zum "Collegium Pansophicum." Dieser, als Maschinentechniker, finanziert die Logenpublikationen und wird dafuer alias "Saturnus" zumindest theoretisch in die Esoterik eingefuehrt. Traenker kontaktiert Eugen Grosche, der nun die Pansophische Loge, Orient Berlin, installiert. Erster Stuhlmeister wird der UFA-Architekt Albin Grau/"Pacitius" {6}. Wahrscheinlich setzen sich die Mitglieder aus der "Rosenkreuzergesellschaft Franz Hartmann" und der "Heindl-Bewegung" zusammen.179* Mitglieder der Theoso- phischen Gesellschaft (TG) werden nicht ohne weiteres Mitglieder der Panso- phia.180* Nach dem Tod Reuss' 1923 holt sich Traenker bei der Witwe die Ordensunterla- gen, deponiert sie bei O.W. Barth, wo sie Frau Reuss jedoch bald wieder ab- holt.181* Ueber seine esoterischen Aspirationen berichtet Traenker fleissig dem amerikanischen X°, C.S. Jones (alias Fr. "Arctaeon" alias "OV.VO" alias "Parzival" alias "Achad"). Der OTO als solcher habe "no particular value" fuer ihn,182* er selber sei der Fuehrer aller Organisationen im Hintergrund. Nach aussen solle entweder C.S. Jones oder Crowley als OHO fungieren. So wird Crow- ley, zur Zeit in Tunis, nach Deutschland eingeladen. "Liber I, Das Buch der Null-Stunde," vom Logensekretaer Eugen Grosche si- gniert, verkuendet in "Mitleidloser Liebe": "Das Ende naht! ... in dieses Va- kuum fliesse ein das Gesetz: Tue was du willst."183* So taucht nun am 22. Juni 1925 die Personifikation dieses Gesetzes, Crowley, in Traenkers Haus in Hohenleuben/Weida auf und wird, anfaenglich unterstuetzt von Mudd, Hirsig, Ol- sen, Germer, Martha Kuentzel und deren Geliebten Otto Gebhardi,184* zum Welt- heiland ausgerufen. Karl Germer fungiert als Dolmetscher (ueber ihn gleich mehr). Max Schneider uebersetzt Crowleys "Buch des Gesetzes." Bald zieht Crowley zu Germer, macht diesen zum IX°, denn immerhin hat ja Ger- mer seine Reise nach Deutschland bezahlt, und laesst verschiedene "Stellungsnahmen gegen Traenker" zirkulieren. Ob Crowley sich mit Traenker zerstritten hat, weil Traenker wichtige Reuss-Unterlagen besessen hat, bleibt ungeklaert.185* Allein Germer und die Kuentzel sind dem Weltheiland treu geblieben. Alle ande- ren haben ihre Wahl Crowleys zum OHO widerrufen.186* Angeblich habe Traenker bei der Polizei um einen Ausweisungsbefehl gegen Crowley/"Therion" nachgesucht und eine magische Beschwoerung gegen Crowley vollzogen, um "diesen unschaed- lich zu machen." Darueber empoert, fordert Albin Grau Traenker auf, das Grossmeisteramt der Pansophischen Loge niederzulegen. Da Traenker aber nicht weicht, erfolgt in "ritueller Feierlichkeit die Aufloesung" der Pansophie in Berlin, der Bruch Graus mit dem OTO Traenkers, und zusaetzlich die Absplitte- rung des Berliner Pansophischen Arbeitskreises "Fraternitas Saturni" von der Pansophie {6}.

Stellungnahmen zu Heinrich Traenker187*

1. Briefentwurf Crowleys an Traenker (November 1924) "Zur jetzigen Zeit gibt es keine kontinuierlich arbeitende Organisation mit einer authentischen Tradition. Abschnitt III. Es muss ganz klar herausgestrichen werden, dass ich persoenlich keine Beweise historischer Authentizitaet brauche.188* Einerseits halte ich nicht viel von Geschichte und anderseits ueberzeugt mich meine Autoritaet ueber die AA voel- lig, da der OTO ja die Tradition der AA nur auf einer geringeren Ebene weiter- fuehrt. Klar ausgedrueckt geht es um folgendes: Es ist mein Wahrer Wille, das Gesetz von Thelema auszubreiten, und zu diesem Zweck moechte ich Kontrolle ueber alle existierenden Bewegungen erhalten. Beziehung zwischen mir, Aleister Crowley, und Heinrich Traenker Abschnitt C. Im Herbst 1924 schrieb mir mein damaliger amerikanischer Stell- vertreter [?] C. Stansfield Jones, dass er mit einem Heinrich Traenker Kontakt aufgenommen habe. (5) Traenker fuehrte einen Teil seiner Autoritaet auf den verstorbenen Theodor Reuss/Merlin189*/Peregrinus zurueck. Ich kannte Reuss und wusste, dass er Deutschland als Folge eines Skandals im Zusammenhang mit seinem Orden [OTO] verlassen hatte [XI°]. Er lud mich als Sommergast in sein Haus ein. Zwei Gruende waren ausschlagge- bend. Erstens sollten verschiedene Brueder des Ordens aus dem ganzen Lande ebenfalls eingeladen werden, damit ich zum Absoluten Oberhaupt des Planeten ausgerufen werden konnte. Zweitens wollte man sich in einigen ungeklaerten Punkten ueber Theorie und Praxis des Werkes naeherkommen und nach meinen von Karl Germer uebersetzten Anweisungen arbeiten. Abschnitt E. Die zunehmende Unbequemlichkeit in Hohenleuben zwang uns, immer mehr Zeit in Herrn Germers Haus in Weida zu verbringen. Statement betreffs Heinrich Traenker ...Sein Benehmen war dermassen empoerend, dass er sogar bei der Polizei ange- zeigt werden musste. Er entkam nur mit knapper Not einer Verhaftung.190* Er uebernahm nun aus einer meiner Publikationen eine Auflistung der Orden, die ich selber repraesentiere, und machte sich selbst zum "Grossmeister"." [uebersetzt und gekuerzt]191*

EIN NACHWORT ZU KARL GERMER192*

H.C. Birven "Ich habe damals [1924] schon mit Barth, der ein gebildeter Mann war, korre- spondiert und ihn persoenlich kennen gelernt. Aus welchen Gruenden H. Traenker bald darauf nach Berlin zog, wo er eine Zeitlang unweit vom Halleschen Tor in einer Dachwohnung zusammen mit Barth wohnte, ist mir unbekannt. Letzterer war damals mittellos, er brachte mir haeufig Buecher, die ich bei ihm bestellte, zu korrekten Preisen. Nach einem Besuche in dieser Dachwohnung begleitete mich Frau Traenker, eine Wirtstocher, ein Stueck auf die Friedrichstrasse. Sie war nicht unsympathisch und half dem ungewandten Traenker bei schriftlichen Arbei- ten. Aus Andeutungen konnte ich entnehmen, dass ihr eheliches Verhaeltnis be- reits getruebt war, da sie kinderlos blieb. Einige Zeit spaeter, als ich in B. Hermsdorf wohnte, stellte ich zufaellig fest, dass auch Traenker daselbst eine Wohnung bezogen hatte. Da konnte ich seine riesige Bibliothek bewundern. Es war das im Anfang der Nazi-Regierung. Ich nahm auch wahr, dass Traenker unter dem Diktat seiner Frau schrieb: er selbst kam nie mit sich ins Reine. Es fand nun auch ein haeufigerer gegensei- tiger Verkehr statt. Dann als ich zufaellig bei Traenker vorbeikam, sah ich, wie bei stroemendem Regen die ganze Bibliothek auf 6 Lastwagen verladen wurde: nicht ein Stueck Schreibpapier, nicht eine einzige Schreibfeder hatte man ihm gelassen. Er wurde mitgenommen, verhoert und geschlagen, er hatte eine Wunde am Auge. Am Abend, nach dem Verhoer, kam Traenker zu mir und erzaehlte die Schurkerei... - Da Traenker sich bald darauf von seiner Frau, die kinderlos blieb, trennte, wurde vermutet, dass diese ihn angezeigt habe. Traenker heiratet in zweiter Ehe eine ganz junge Frau, die ihm mehrere Kinder gebar. Auch von dieser trennte er sich nach Jahren, um eine dritte Frau zu ehelichen. Auf seinen Wunsch war ich der eine der beiden Trauzeugen. Spaeter war Traenker wieder im Besitz einer stattlichen Buechersammlung, die ihm von seinen Anhaengern ueberlassen worden war. Traenker war im Grunde ohne Bildung, er kannte genau die Titel seiner Buecher und was in Katalogen darueber zu le- sen war, aber er war ein blosser Buechernarr und als solcher gluecklich.193* Im August 1925 erschien Crowley, der sich damals in Afrika befand, zu einem Besuche bei Traenker in Weida. Er folgte damit einer Einladung von Traenker, der von ihm gehoert hatte. Crowley erschien aber mit hohem Gefolge seiner An- haenger Dorothy Olsen, Norman Mudd und Leah Hirsig... Nach einigen Tagen wurde ein "Zeugnis der Suchenden" abgefasst, das den Crowley als "Lehrer der Welt" bezeichnete, abgefasst und von folgenden Personen unterzeichnet: Heinrich Traenker. - Helene Traenker. - Karl Germer. - Dorothy Olsen. - Norman Mudd. - Leah Hirsig. - Martha Kuentzel. - O.G.- Zu einer vollen Auswirkung dieses "Zeugnisses" kam es jedoch nicht, da das Ehepaar Traenker als die finanzielle Stuetze nach wenigen Tagen seine Unter- schrift widerrief. Am 24. Februar 1926 widerrief auch Mudd: desgleichen am 18. August 1927 Leah Hirsig. Die schriftlichen Absagen von Mudd und Hirsig haben mir vorgelegen.194* Dagegen sind Germer und Martha Kuentzel dem Meister lebenslaenglich treu geblieben. Der O.G. hatte nur Frau Kuentzel zu Gefallen unterzeichnet. Dorothy Olsen war laengere Zeit eine Geliebte Crowleys. Germer lernte also Crowley erst 1925 kennen." -+- Traenker trennt sich 1925 nicht nur von Crowley, sondern auch von seiner Frau, von der Traenker nun behauptet, sie sei nicht Ordensmitglied, nimmt sich eine Geliebte ("mein Schatzi" Sr. "Jehewidah"?) und zeugt mit dieser zwei Kinder. Seine Frau zieht die Polizei mit ins Spiel und klagt ihren Ex-Gatten "verabscheuungswuerdiger, sexueller Perversionen" an.195* Traenker wird eben- falls gerichtlich von Karl Germer belangt, der wieder etwas von dem Geld sehen moechte, das er in Traenkers Publikationen und seine Uebersetzungen gesteckt hat, da Traenker "did not invest a Pfennig into Pansophia."196* Germer schlaegt sich definitiv auf Crowleys Seite und wird ihn bis zu dessen Lebensende finanziell unterstuetzen. Das oben erwaehnte ""Collegium Pansophi- cum" was an invention of Traenker's. He used the term partly to bluff other people: he hinted darkly at a body of high Initiates in distant countries whose agent for Germany, if not Europe, he claimed to be. These initiates ne- ver revealed themselves to him. The "C.P." actually stood for Traenker and my- self," so Germer an Max Schneider am 8.11.1935. Der Juwelier Max Schneider/"Viator"/"687" (ein IX°, da im Besitze von Crowleys "Emblems and Modes of Use"), ehemaliger Freund Traenkers (von ihm hat Traenker Crowleys Adresse), lebt in Antwerpen, wird 1935, zusammen mit W.T. Smith, Mit- begruender der 2. Agape Loge in Kalifornien {13}. Crowley, der Schneider nie getroffen hat,197* schreibt diesem im Juni 1934: "I advice strongly against starting O.T.O. until I am personally present. This time it has got to be done correctly right." Crowley ist jedoch zeit seines Lebens in keiner Agape Loge gewesen {13}. Der spaetere Gruender der deutschen Freimaurerforschungsloge "Quatuor Coro- nati," der Nervenarzt Bernhard Beyer (1879-1966), veroeffentlicht 1925 in Traenkers immer noch existierenden Pansophie-Verlag ein 7-baendiges "Freimaurer-Museum," darunter auch Rosenkreuzer-Werke von Franz Hartmann.198* Traenker wohnt in Gera/Thueringen, in seiner "Waldeinsamkeit." Die dortige pansophische Loge nennt sich "Zum huetenden Greif," Aufnahmegebuehr: 4 Mark. Am 5.12.1926 wird die Loge "Zur siegenden Morgenroete" in Koenigsberg erleuch- tet. "Recnartus" versucht 1928 in der Zeitschrift "Pansophia", "Zentral-Organ des Collegium Pansophicum... Korrespondenzblatt... des O.T.O.," als "neue, voll- kommen gesetzmaessige Oberleitung, Nationaler Grossmeister fuer Deutschland" folgende Organisationen fuer sich zu beanspruchen und unter seiner Jurisdik- tion zu vereinen: "Alter und Primitiver Schottischer Ritus der Freimaurerei von Deutschland, Swedenborg Ritus der Maurerei, Orientalischer Templer Orden, Hermetischer Orden der G[oldenen] D[aemmerung], Der Misraim Ritus 90°, Der Orientalische Memphis Ritus 97°, Der alte u. angenommene Ritus von Heredom, Die hermetische Bruderschaft des Lichts, Fraternitas Rosae Crucis etc., Neue Gnostische Kirche, Neuer Illuminat."199* Hinweise auf das Gesetz von Thelema lassen sich in den vielen Schriften Traen- kers, abgesehen von kryptischen Anspielungen auf Pan, Babalon oder "das hoch- heilige Buch" des Gesetzes (Liber AL), nur vereinzelt finden. Trotzdem gibt er seinen Schuelern dieselben bibliographischen Anweisungen, die Crowley seinen AA-Studenten aufgibt (Liber XIII). Der Gradaufbau der Pansophie weist 10 Stufen auf.200* Die "Sexualmysterien," gemaess dem thelemitischen Kernspruch nach Reuss'scher Uebersetzung "Liebe ist das Gesetz. Liebe unter der Kontrolle des Willens!" sprechen z.T. deutlich aus, was Crowley zum Beispiel in Sachen Vaginalsekrete nur andeutet.201* Die internen Manuskripte und Rituale unterzeichnet Traenker mit "O.H.O."

Harvey Spencer Lewis

Spencer Lewis/"Profundis" hat am 1.4.1912 den "Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis (AMORC) gegruendet (auf den hier aus Platzgruenden nicht naeher eingegangen wird) und ist mit einem Theodor Reuss-Papier vom Juli 1921 "Honorary Member... for Switzerland, Germany and Austria" des OTO geworden. Auf diesem Diplom sind neben dem OTO-Siegel auch der Pansophie-Stempel Traen- kers zu sehen. Lewis schreibt an M.Carl am 16.2.1934 ueber Reuss, dieser sei der "secret chief of the OTO and the Oriental Pansophia" gewesen. Ebenfalls verwendet Krumm-Heller in seinen Briefkoepfen der 20er Jahre u.a. die Bezeichnung "Societas Pansophia" {12}. Nicht an die zuerst in seiner Charta genannte Schweiz wendet sich Lewis, son- dern an Heinrich Traenker. Im August 1930 planen die beiden ein "Pansophia In- ternational Rosicrucian Council," verschicken als OTO und AMORC eine "Second Fama" ("kommet alle herbei - tretet ein! ... 33° 90° 96° X°)," was aber alles nur Schachzuege in Lewis' Bemuehen um Legalitaet seines AMORC sind.202* 1931 nennt sich Traenkers Organisation zuerst "Pansophische Rosenkreuzer- Grossloge zum Huetenden Greif," am 19.9.1931 dann "Pansophische Rosenkreuzer- loge zur Weltenesche." Ihr ist kein langes Leben beschieden. Bald macht Lewis im April 1933 Traenker laecherlich203* und veranstaltet 1934 die FUDOSI (Federation Universalis Dirigens Ordines Socientesque Initiati- ques), wo auch Vertreter der Eglise Gnostique Universelle {15} teilnehmen. "The term Pansophia is referred to as a division of the Rosicrucian studies and work and not as a separate school or a separate organisation."204* Die FUDOSI, allein einberufen, um Lewis' Ansprueche auf rosenkreuzerische Legalitaet seines AMORC zu untermauern, wird nach Erfolg wieder aufgeloest - ruft aber Reuben Swinburne Clymer auf den Plan, der als Gegenzug alle allein ihm freundlich gesinnten Rosenkreuzer-Organisationen unter seinem Hut zu ver- einen sucht {4, 13}. Die franzoesische Literatur gibt erschoepfend Auskunft ueber die FUDOSI. Es sei hier allein auf Serge Caillet: "Sar Hieronymus," Pa- ris 1986, und R.S. Clymers Buecher verwiesen. -+- 1932 gruendet Traenker in New York die "Societas Pansophia Universalis." Ab Mitte April 1935 publiziert Traenker von Kalifornien und Illinois aus sei- nen "Pansophic Intellectualizer," wo auch G.W. Surya (1873-1949) Artikel ver- fasst. Die Statuten und die Zeitschriften erscheinen unter dem Siegel "Universal Pansophic Society, North America/Mexico Societas Pansophia Univer- salis." Der Stempel erinnert stark an Reuss' SOTOM.205* Mit C.S. Jones wird reger Kontakt gehalten: Traenker uebersetzt dessen wichtigste Buecher ins Deutsche.206* Am 1.10.1934 verstoesst Crowley Jones, der zur Roemisch Katholischen Kirche uebertritt, um sie von Thelema zu ueber- zeugen. Am 8. April 1948 verschickt C.S. Jones "An open letter," in dem er "the sixth day after the Incoming of the Aeon of Truth and Justice" [Maat/Ma- Ion] verkuendet. Er gruendet die "Fellowship of Ma-Ion." -+- Obwohl Traenker seit 1921 legaler OTO-Grossmeister (X°) fuer Deutschland ist, besitzt Germer einen Crowley-Brief zur Ernennung zum "Grand Master General" (X°) ueber die "German Speaking Peoples" von 1941. Die Frage der OTO- Souveraenitaet sieht der Crowleyfreund- und experte Gerald Yorke in einem Brief an Germer so: "Jones and Tranker's X degrees go back to Reuss and not to A.C. They therefore in the Constitution of the O.T.O. are the ones who esta- blish the next O.H.O., and even if you are X degree from Crowley, they can outvote you in a council to choose the new O.H.O. They could then appoint their own Treasure General, and he could I think lay legal claim to the ef- fects and the copyright," 3.7.1948 (ein halbes Jahr nach dem Tode Crowleys). Dies duerfte die Unsicherheiten Germers betr. seines OHO-Amtes erklaeren und die Zurueckhaltung Metzgers und Germers in Europa bis zum Tode Traenkers 1956. Dieser Brief wuerde bestaetigen, dass jeder Crowley-OTO jedem Reuss-OTO unter- geordnet waere.207* C.S. Jones stirbt am 24.Februar 1950, was Germer etwas aufatmen laesst.208* Von Buenos Aires aus erscheint nun die Pansophische Zeitschrift "Aus der Schatzkammer des Wissens und Glaubens." Metzger unterhaelt zunaechst freundschaftlichen Verkehr mit Heinrich Traenker, dessen Adresse er via Buchhaendler Paul Doerge Ende Juli 50 von Gro- sche/"Gregorius" persoenlich in Berlin erfahren hat {6}. Metzger faehrt sporn- streichs hin, weil der "Henkelkreuzmann" sich selbst ja als Nachfolger von Theodor Reuss sieht, was ihn zum "ernsthaftesten Gegner" mache. Traenker soll nichts von Metzgers Beziehungen zur Fraternitas Saturni wissen. Einerseits ist die FS 1926/28 im Streit aus der Pansophie hervorgegangen, an- dererseits fuerchten Metzger und Grosche einen Gerichtsprozess, falls Traenker auf die Herausgabe von Papieren pochen wuerde, worauf er als Supremum Sanctua- rium Recht haette. Zum Schutz vor Traenker wird der Metzger-OTO in Deutschland in den 18. Grad209* der nun auf 33 Grade aufgeblasenen FS eingebaut. "Dann steht [juristisch und magisch?] die Loge [FS] davor und er kann an diese Koer- perschaft nicht angehen. Als eingetragene Vereinigung geniesst sie gesetzli- chen Schutz," meint "Gregorius" am 27.10.50. Und doch hofft Metzger, dass "Recnartus" eines Tages von seiner Meinung, der "Pontifice" des OTO zu sein, abkomme. Von ihm gewinnt Metzger nun Einblick in die Papiere des OTO und verkracht sich daraufhin mit Traenker, weil er diese Schriften ungefragt "mit nach Hause nahm, um sie in aller Ruhe zu "verdauen"."210* Metzger hat Traenker mehr zu fuerchten als Grosche, worauf dieser beschwichtigt, "Recnartus" habe zwar seine Versandbuchhandlung und vielleicht Kontakte nach Westberlin, der Schweiz und Suedamerika (Krumm-Heller oder Gabriel Montenegro {12}?), aber die Pansophie sei doch voellig unbedeu- tend. Nichtsdestotrotz hat Traenker 1950 "junge, intelligente und tatkraeftige Freunde an der Hand, die besonders in bezug auf pansophisches Gedankengut reg- sam sind."211* Enger Freund Traenkers (und auch Friedrich Lekves {7}) ist Walter Studinski/"Waltharius" (geb. 9.11.1905), der im September 1954 nach sechs Jah- ren Mitgliedschaft aus der FS ausscheidet212* und die bald scheiternde Neugruendung "Mystischer Kreis Kether zum leuchtenden All" unternimmt. Wie sein Freund Traenker findet Studinski, dass Crowleys Weg "bestimmt nicht jener Weg zu Gott, den die alten Rosenkreuzer gingen" war. Ueber Metzger weiss Studinski, dass er via Traenker "nur Nachteiliges erfahren habe."213* Entsprechend verschickt der schweizer OTO im Fruehjahr 1962 ein Rundschreiben, in dem man sich deutlich von Grosche, der FS, der Pansophie und eben Studinski distanziert.214* Dazu Studinski: "es war mir voellig gleich."215* Im August 1964 versteift sich Metzger darauf, dass Traenker kein OTO-Mitglied gewesen sei.216* Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt 1949 der Ingenieur Martin Er- ler/"Albinus" (geb. 24.6.1920) den AMORC in Deutschland. Metzger bezieht des- sen Fernkurse, was er als "freundschaftlichen Verkehr" bezeichnet. Erler gibt 1954 sein Amt als Grossmeister des AMORC ab und gruendet mit eini- gen Interessierten 1956 im Raum Muenchen die ORA (Ordo Roseae Aureae), die sich aus Mitgliedern der FS zusammensetzen soll.217* Am 16.12.1959 wird der AMORC mangels Mitgliedern von Amts wegen geloescht.218* Im Verlaufe der Gerichtsverhandlungen zwischen Walter Englerts IO/OTO e.V. in Frankfurt und Metzger um das Recht der Namensfuehrung {11} versucht Englert 1970 Erler zur Weitergabe von Material ueber den OTO/Stein, das dieser angeb- lich in seinem Archiv aufbewahre, zu bewegen. Erler, in mancher Beziehung dem IO/OTO kritisch gegenueberstehend, lehnt es jedoch strikt ab, in diese "unsinnigen Querellen" mithineingezogen zu werden.219*

H.C. Birven

Henri Clemens Birven, geb. am 10.1.1883 in Aachen, ist Dozent als Elektroinge- nieur, hat aber in Berlin Philosophie studiert und am 22.2.1913 mit einem Werk ueber "Kants transzendentale Reduktion" promoviert.220* Wohnhaft in Berlin, gibt er "Preussen" als Staatsangabe an.221* Im Ersten Weltkrieg ist Birven in russischer Gefangenschaft in Sibirien gewesen, hat aber ueber China fluechten koennen und ist Studienrat an der Humboldtschule in Berlin-Tegel geworden. Ab 1927 gibt Birven die Zeitschrift "Hain der Isis" heraus, in der er, ver- traglich seit dem 1. und 2. Juli 1929 von Martha Kuentzel {7} gestuetzt, Crow- ley-Werke publiziert. "Mitarbeiter": Gustav Meyrink (1868-1932), Johannes Schlaf, Karl Hans Strobl, Dr. Franz Spunda {10}, Dr. Jules Siber, Joanny Bri- caud {15ff.}, Dr. E.C.H. Peithmann {12, 15}, Will-Erich Peukert, Dr. Edgar Dacque, Willy Schlueter, Aleister Crowley.222* Birven hat zusammen mit Gustav Meyrink223* und Dr. Peithmann {15} vergeblich die Strassen Nuernbergs nach den Spuren des geheimnisvollen Fraeulein Anna Sprengel, das angeblich massgeblich an der Gruendung des Golden Dawn beteiligt gewesen sein soll, abgesucht. Meyrink (alias "Dagobert" 1897 Mitglied von Leopold Engels Illuminaten-Or- den224* {11}, bekannt mit Carl Kellner, Heinrich Traenker und Franz Hart- mann),225* haelt zwar nicht viel von Crowley, laesst sich jedoch von Birven auf dem laufenden halten, verfolgt mit Interesse Crowleys Besuch 1925 in Deutschland und erhaelt von ihm via Birven den Roman "Moonchild" mit der Wid- mung: "Dem Autor des Golem mein Lieblingsbuch dieser Gattung mit meiner Ku- enstler-Huldigung."226* Franz Spunda (1.1.1890-1.7.1963) wird von Metzger Ende November 1950 in Wien besucht und ueberlaesst ihm das zur Publikation bestimmte Manuskript "Magische Unterweisung des edlen und hochgelehrten Philosophi und Medici Philippi Theo- phrastus Bombasti von Hohenheim, Paracelsus genannt." Spunda/"Sperontes" wird Mitglied des Metzgerschen Illuminaten-Ordens {11} und ist vom 15.-20. Juli 1955 in Stein und nochmals in Zuerich am 30.8.57 und 2. und 9. Mai 1961, wo er jeweils drei Vortraege haelt. Traenkers ehemaliger Sekretaer und daraufhin Crowleys finanzielle Stuetze, Karl Germer, naehrt Aversionen gegen Birven, die sich eindeutig aus seinen Minderwertigkeitskomplexen erklaeren, die von Birvens ueberheblicher Art schwer getroffen werden. Germer wird nicht muede, sich darueber bei Crowley zu beschweren. "My contact with B ist not very fortunate or sympathetic. He edu- cation [?] and knowledge his social standing at kind of acquintances are so far removed from a business acquintances that he fees and manifests the fact constantly. He would not speak to me if it were not for the fact that you know me... B. does not want to be in touch with you or Yorke through a man like me."227* Gerald Yorke/"Volo Intelligere" (1901-1983) ist ein ehemaliger Freund Crowleys und Besitzer der weltweit groessten Sammlung an Crowleyana (jetzt im Warburg Institut London). Und doch ist es in Birvens Haus in Berlin, wo sich alle 1930 treffen: Krumm- Heller, Germer, Gerald Yorke, Crowley... Bis zu diesem Zeitpunkt fuehrt Birven noch ein rel. gutes Verhaeltnis mit Heinrich Traenker. Birven, der schon Reuss' Ideen ein "Tutti Frutti" nennt, ueberwirft sich folgerichtig mit Crowley. Nachdem Birven 1930 eine 33° (Cerneau) Charta von Joanny Bricaud erhalten hat, weigert sich dieser, 1932 Birven zum 95° und 96° des MM zu ernennen, worauf Birven in Berlin doch eine kleine Gemeinschaft um sich schart228* und seine Eifersucht gegen Traenker und Krumm-Heller (mit eben diesen MM-Wuerden) kaum verhehlt. Im selben Jahr, 1932, verbietet ihm Crowley, weiterhin seine Texte im "Hain der Isis" zu publizieren. Germer ueber die Hetzartikel gegen Theodor Reuss in der deutschvoelkischen Zeitschrift "Judenkenner" von 1936 {zitiert in 3}: "In the case of Birven I know that he has a tremendous literature of the background of O.T.O. etc. and was in touch with the French leading circles. He was called to the Gestapo to testify or for questioning, but I am sure not seriously molested. He [Birven] and Traenker threw it all on me, the wicked Germer. B. may, to save his skin, have supplied the Gestapo with additional information, not usually found in literature."229* Laut Adolf Hemberger/"Klingsor" (4.11.1929-10.11.1991) soll Birven Mitglied des Ritterordens EBDAR (Ermaechtige Bruderschaft der Alten Ri- ten) gewesen sein.230* In den 50er Jahren warnt Germer alle Thelemiten Europas vor Birven, der ue- berall Lesungen gegen Crowley halte.231* Birven: "Als minderwertig und schlecht muessen alle diejenigen [Werke Crowleys] gelten, die unter dem Ein- fluss von Drogen geschrieben sind. Auch das sog. Gesetzbuch, das, soweit be- kannt, nicht unter Drogeneinfluss geschrieben ist, kann nur als ein hemmungs- loser Ausbruch eines unmenschlich-perversen Geistes bezeichnet werden, der Crowley angeblich selbst ein Raetsel war."232* Nach dem Tod Germers ruft sich Birven "zum einzigen Freund des Verstorbenen" aus.233* Dass er erst durch Metzgers Manifesto von 1963 {13} von der Existenz der Psychosophischen Gesellschaft (wie sich Metzgers Dachorganisation von OTO, FRA, IO und GKK nennt) {10} erfahren hat, wundert kaum. Falls Birven naemlich tatsaechlich dermassen gute Kontakte mit Crowley, Germer oder Yorke gepflegt haette, wie er nie muede wird zu betonen, waere ihm die Existenz zumindest des schweizer OTO lange vor 1963 bekannt gewesen. Oscar Schlag {14}, der Birven ein Jahr vor dessen Tod (9.1.69) in Berlin be- sucht, erzaehlt, dass Birven behaupte, ein Grossmeister des OTO zu sein und ihm mit Theodor Reuss' angeblichem "Golden Book" {13} vor der Nase gewedelt habe - jedoch nur in gehoerigem Abstand, und ohne Einsicht zu gewaehren. Nach dem Tode Birvens bleibt Metzgers "Oriflamme" acht Monate lang eingestellt und erscheint erst wieder am 23.9.69 mit der Sondernummer 95, einem Werbepro- spekt der "Abtei Thelema." Der Nachlass Birvens ist in alle Winde zerstreut, Utensilien sollen sich in Stein/Appenzell befinden, Schriften sollen von FS- Mitgliedern gekauft worden sein...

Karl Johannes Germer

Geboren am 22.1.1885 in Elberfeld zwischen Duesseldorf und Wuppertal. Seine Geschwister sind: Elisabeth, Margarete, Otto, Wilhelm, Gustav und Alfred. 1900-1904 lebt Karl Germer in London. Germer ist 1908-09 in Gefechtshandlungen in Dixmuiden, Lemberg, Stochod, Ar- mentieres-Lens verwickelt und wird Traeger des Eisernen Kreuzes Zweiter sowie Erster Klasse.234* 1912-1914 ist er Repraesentant von Alfred Herbert Ltd (Coventry) in Berlin. 1914-18 an der Front, zuerst in Belgien, dann als Fueh- rer einer Maschinengewehr-Kompanie in Russland, zuletzt nach Frankreich ver- setzt. 1919 trifft Germer Heinrich Traenker in Leipzig. 1923 verkauft Germer seinen Besitz in Wien und macht sich nach Muenchen auf, um zusammen mit Otto Wilhelm Barth und Traenker die Zeitschrift "Pansophie" herauszugeben. 1925 wohnt Aleister Crowley zuerst bei Traenker, dann in Ger- mers Haus. In diesem Jahr ist er Patient von Alfred Adler in Wien.235* 1926 laesst er sich in Mexiko von seiner ersten Frau Maria scheiden und heira- tet am 15.1.1929 die reiche Cora Eaton in New York. Zurueck in Deutschland, verhaftet ihn laut Verhaftungsbefehl am 13.2.1935236* die Geheime Staatspoli- zei (Cora ist in den USA geblieben). Cora Eaton und Martha Kuentzel versuchen vergeblich, bei der amerikanischen Botschaft zu intervenieren.237* Vom Februar bis August 1935 ist Germer im KZ inhaftiert. Im Oktober fluechtet er nach England und erreicht Dublin am 1.12.1936, wo er nun wieder als Maschi- neningenieur arbeitet. 1939/40 entsteht sein lang geplantes Werk "I was a prisoner" ueber die Zeit seines Aufenthaltes im Konzentrationslager Esterwegen. Den Kriegsausbruch er- lebt Germer in Belgien (wo er eine Maschinenexportfirma aufbaut), von wo er am 10.5.1940 nach Frankreich deportiert und erst am 1.2.1941 entlassen wird.238* Am 13.7.42 stirbt Cora. Am 23.9.42 heiratet er die Wiener Klavier- und Ge- sangslehrerin Sascha Ernestine Andre (geb. 1891), die als Elly Aszkanasy in Wien Gesangsunterricht erteilt hat. Mit der Hilfe ihres Geldes unterstuetzt er Crowley.239* Seine Kriegserlebnisse naehren seine Vefolgungsangst. So glauben er und Sascha Germer, seit 1942 permanent von Abhoerwanzen umgeben zu sein. Dieses ins Ufer- lose wachsende Misstrauen trifft Freund und Feind ohne Unterschied und geht sogar so weit, dass das Ehepaar aus Angst vor Abhoerwanzen zeitweise nur schriftlich miteinander im eigenen Haus verkehrt.240* Germer hat Recht behal- ten: ueber ihn gibt es 54 Seiten FBI-Akten. "His conversation is violent Nazi- Propaganda," meldet ein unbekannter Informant. Germer habe geaeussert, "that Hitler is right in believing Germans are the "Master Race"."241* Nach dem Tode Crowleys am 1.12.1947 wird, mangels eines anderen Aspiranten, Germer Oberhaupt von Crowleys OTO. Genau zu dieser Zeit (1947) erleuchtet Metzger seine eigene Reuss-OTO-Loge in Zuerich. 1956 lebt Germer in Barstow, Kalifornien, im Hause von Ero Shivonen. Dort wird Marcelo Ramos Motta in den IX° initiiert242* {13}. Frau Jean Shivonen, so be- hauptet Germer, habe ihren Mann Max Schneider {13}, der Crowley ebenfalls fi- nanziell unterstuetzt hat, 1948 ermordet.243* Motta weiss, dass sich Crowley in Germer verliebt habe. Im Konzentrationslager sei jedoch Germers Heiliger Schutzengel erschienen und habe ihm "Passivitaet" nahegelegt,244* was seinen Ausdruck in ergebnislosen sexuellen Annaeherungsversuchen Motta gegenueber gefunden habe.245* Das FBI dazu: "I do feel something is wrong with these two men [Crowley und Germer] being in con- tact with each other. Mr. Crowley secured the brains behind Germer. The latter seemed to be a tool in his hands."246* "Crowley hatte die Syph, der hat sie an Germer weitergereicht."247* Germer: "O.T.O. You must have realised that my heart and soul are not very deeply in this. A.C. knew this. He suggested to me that after his death I may either drop this form or system of working, or devise my own entirely indepen- dent method."248* "O.T.O. does not interest me too much: mine is only the A.A. And... A.C. wanted me to set up an entirely different system."249* Der Gruender der spaeteren 3. Agape Loge, "Caliph" Grady Louis McMurtry {13}, will sich von Germers Fuehrung des OTO loesen und findet so nur Ungnade vor "Saturnus". Deshalb bemueht sich McMurtry auch, Germers Autoritaet so oft wie moeglich in seinen amerikanischen "O.T.O.Newsletters" der 70er Jahre in Frage zu stellen {13}. Germer stirbt an den Folgen einer unsachgemaessen Behandlung von Prostata- Krebs am 25.10.1962 um 8:55 pm in Jackson und hinterlaesst Chaos in seinem OTO und eine verunsicherte Witwe {8, 14}. Sein Archiv, das vor allem Crowleys Ma- nuskripte enthaelt, die mangels Publikationsmoeglichkeit lange Zeit von treuen Mitgliedern (Phyllis Seckler, Jane Wolfe) mit der Schreibmaschine immer wieder von neuem abgeschrieben werden, erleidet in der Folge einige Einbrueche {14}. Die aktuelle Liste des Archivs (nun im "Besitz" des 1977 gegruendeten "Caliphats") weist keine historisch relevanten Materialien auf. Germer wird von oberflaechlichen Rechercheuren250* manchmal mit dem Postbeam- ten aus Friedrichshafen251* und Mitglied der Fraternitas Saturni, Johannes Go- eggelmann/"Saturnius", verwechselt, der auf unzaehligen Seiten seine Erfahrun- gen mit dem Demiurgen Saturn niedergeschrieben hat (zum Teil von F.-W. Haack (1935-3.3.91) und Adolf Hemberger veroeffentlicht).252* Diese Verwechslung veranlasst Frl. Aeschbach (die Hauptbeteiligte an Metzgers OTO in der Schweiz), sich in der schweizer Freimaurerzeitschrift Alpina 1/89 "sehr schmerzlich" betroffen zu aeussern und mit "Ordo Templi Orientis" zu zeichnen.

Ein Nachwort zu Karl Germer von Henri Clemens Birven253*

Metzger wird im Januar 1963 schweizer OHO {8} und verfasst in seinem deutsch- englischen Manifesto {11} einen Nachruf auf das verstorbene Crowley-OTO-Ober- haupt Karl Germer.254* Henri Birven reagiert darauf mit einem Brief, in dem er sich zum "einzigen Freund des Verstorbenen" hochstilisiert und als Sachver- staendigen hinstellt, denn "Ich besitze aber auch die einzige wertvolle und umfangreiche Korrespondenz Crowley's" und "die umfangreichste Sammlung von Werken Crowley's selbst."255* Waehrend Henri Birven das Englisch im Manifesto bemaengelt, wird in Amerika das Deutsch kritisiert: "The German part seems to have been written by a per- son or persons who had very little if any education and could perhaps have been a translation from the English to German using a dictionary and some ru- dimentary knowledge of German."256* -+- "In einer Broschuere, Manifesto betitelt, erschienen zum Fruehlings-Aequinox 1963, wird eine Lebensbeschreibung des am 22. Januar 1885 geborenen, am 25. Oktober 1962 verstorbenen Karl Germer veroeffentlicht. Der Verstorbene wird mit seinem Ordensnamen als Frater Saturnus bezeichnet. Er wird als "Rex Summus Sanctissimus" betitelt, eine Bezeichnung, die "Allerheiligster Koenig" bedeu- tet und von Germer unseres Wissens nie gefuehrt worden ist. Ich [Birven] habe meinen Freund K. Germer schon persoenlich kennen gelernt, als er am 23. April 1930 mit Aleister Crowley in meiner damaligen Wohnung in Berlin-Tegel erschien. Germer war durch seine zweite Heirat mit einer Amerikanerin der "reiche Mann aus dem Westen" geworden, der Crowley prophezeit worden war. Germer nahm dann eine Wohnung in Berlin und besuchte mich oefter. Das Abendbrot schmeckte ihm bei mir koestlich, wie er strahlend betonte... Unseres Wissens hatte Germer auf einem deutschen Technikum Maschinenbau stu- diert, war also Maschinen-Ingenieur, aber nicht Hochschul-Ingenieur. Er besass offenbar nur die Reife fuer Obersekunda, aber nicht das Abiturium. Unseres Wissens hatte er nie als Ingenieur praktiziert. Auffallend war mir, dass er auf einige technische Buecher zeigend bemerkte, er beschaeftige sich nur mit solchen Buechern. Nach Beendigung seiner technischen Ausbildung muss Germer 21 alt gewesen sein. Wie die Behauptung aufkommen kann, Germer habe ein dreijaehriges Studium an der Pariser Sorbonne absolviert, ist unerfindlich. Germer konnte meiner mit Crowley franzoesisch gefuehrten Unterhaltung [...]enthalt in Frankreich erwaehnte, wenn ich von meinen Reisen in Frankreich erzaehlte. Ob er in Deutschland einjaehrig gedient hat, ist mir nicht bekannt, auch nie behauptet worden. Ebensowenig ist er vor dem Kriege 1914 in Russland gewesen: was haette er wohl dort zu suchen gehabt, ohne Kenntnis des Russischen? Germer war selbst im Deutschen wenig gewandt. Ich betone hier, dass Germer sich niemals als Auf- schneider gegeben hat. Germer war ein huebscher und freundlicher Mann, dem es nicht schwer fallen konnte, vermoegende Frauen zu gewinnen.257* Er ist dreimal verheiratet gewe- sen. Seine erste Frau, eine vermoegende Aerztin Dr. Med. Wys war ihm bestimmt betraechtlich ueberlegen. Als sie seiner ueberdruessig geworden war, bediente sie sich einer originellen Methode, die Scheidung zu gewinnen. Germer war mit Gartenarbeiten beschaeftigt, da brachte der Brieftraeger seiner Frau einen Brief. Die Frau benutzte diese Gelegenheit, unserm Germer in Gegenwart des Brieftraegers eine Ohrfeige herunter zuhauen, worauf sie sich lachend eine Zi- garette anzuendete. Germer reagierte nur verzweifelt laechelnd darauf. Diese Art, auf Unangenehmes zu reagieren, war ueberhaupt Germer eigen. Er war kein Mann des schnellen Handelns. Dieser Bericht beruht auf den Angaben von H. Traenker (Recnartus), in dessen Haus in Weida Germer damals wohnte. Durch die- sen Traenker kam Germer ueberhaupt erst zur Kenntnis der Hermetisch-Okkulten Philosophie. Die von Traenker herausgegebene Schrift "Im Vorhof des Tempels der Weisheit" von Franz Hartmann ist von Germer aus dem Englischen uebersetzt worden. Sie wurde mit Copyright 1924 von O.W. Barth, damals in Muenchen wohn- haft, herausgegeben. Germer zog es vor, nicht genannt zu werden... Nach der Scheidung von seiner ersten Frau heiratete Germer eine sympathische Amerikanerin, die reich, aber viel aelter als er war. Das Ehepaar war einmal bei mir und ich einmal bei Germers zu Gast. Seit dieser zweiten Heirat konnte Germer seinen Meister reichlich unterstuetzen, und der Meister lebte darauf los, so dass Frau Germer ueber Crowleys Verschwendung empoert, letzterem ein- mal die Wahrheit ungeschminkt zu sagen fuer noetig hielt... Am 23. April 1930 erschien dann Crowley in Begleitung von Karl Germer bei mir in meiner damaligen Tegeler Wohnung. Ich selbst machte ihm des Abends einen Gegenbesuch bei Germer, der in B. Charlottenburg eine Wohnung genommen hatte. Crowleys Hoffnung, dass mein Verleger Wiesicke Uebersetzungen seiner Werke herausbringen wuerde, erfuellte sich nicht. Crowley hielt sich damals mit Unterbrechungen laengere Zeit in Berlin auf, wo auch eine Ausstellung seiner Gemaelde zustande kam... Nach dem Tode seiner zweiten Frau, die bedeutend aelter als Germer war, heira- tet dieser in dritter Ehe die feingebildete und des Deutschen vollkommen maechtige Frau Sascha E. Andre-Germer, die ihm auch eine wertvolle Huelfe in seinen schriftlichen Arbeiten war. Als Germers Krankheit akut wurde, schrieb sie die letzten Briefe an mich. Germer hatte mir schon vorher ueber seine Krankheit geklagt, ohne jedoch ueber den Ernst derselben im Klaren zu sein. Als man dann zu einer Prostata-Operation schritt, war es zu spaet. Im Briefe vom 8. Juli 62 hatte er mir am Schluss erstmalig mitgeteilt: "Persoenlich stehe ich vor einer groesseren Operation. Was ich als Blasenkatarrh aufgefasst hatte, ist in Wirklichkeit eine verhaertete Prostata"... In einem Briefe Germers vom 3. Juni 1961 lese ich,258* dass er von 1914-1918 an der Front war, zuerst in Belgien, dann als Fuehrer einer Maschinengewehr- Kompanie in Russland, zuletzt nach Frankreich versetzt, mit den elenden Erleb- nissen des Rueckzugs. In Russland kaempfte er an derselben Stelle der Front, an der ich auch eingesetzt war, ohne dass wir uns dabei kennen gelernt haben."

C.H. Petersen

Carl Heinz Petersen/"Fines Transcendam"/"Kalikananda", geb. am 14.1.1912 in Bendestorf bei Hamburg nimmt via Karl Germer und Gerald Yorke Kontakt mit den Thelemiten Europas auf und gruendet eine "Abbey Thelema" in Hamburg. Im Fe- bruar 1952 besucht er Yorke in London. Karl Germer: "I do not at this moment wish to pass you on to somebody who would well check on your A.A. work."259* "He seems to be near glimpsing the IX°... a man of the very highest pro- mise!"260* "I hope there will be a deep cooperation between you [Kenneth Grant] and P."261* Im Mai 1953 besucht Petersen die Abtei Thelema in Stein, worin Metzger eine erneute Bestaetigung seines IX° sieht. Petersen ist jedoch hauptsaechlich Ger- mers AA-Schuetzling. Wieso Metzger Petersen dermassen wichtig nimmt, da doch Friedrich Mellinger {8} Germers Beauftragter fuer den Crowley-OTO in Europa ist, bleibt unklar. Karl Germer, Petersen und bald auch Friedrich Mellinger publizieren ihre Schriften und Uebersetzungen bei Metzger, der Druckmaschinen gekauft hat. Die "Psychosophische Gesellschaft" dient nicht nur als Dachorga- nisation fuer dessen verschiedene Orden, sondern auch als Verlag {10}. -- Nicht nur Crowleys OTO-Initiationsrituale,262* das Liber AL, die Hymne an Pan oder Yorkes "666, Sex und der OTO,"263* im Juli 1953 uebersetzt Petersen auch Crowleys Gnostische Messe, "den englischen Text aus freier persoenlicher Nei- gung... ohne ordiniert zu sein, ... und ohne an eine moegliche praktische Aus- fuehrung zu denken," wie Metzger im Vorwort eben dieses Canon Missae be- merkt.264* Die nur intern gebrauchte schweizer Version unterscheidet sich leicht von Petersens zweimal veroeffentlichter Uebersetzung und auch von Reuss' Version von ca. 1917. Karl Germer an Petersen: "No further from Metzger about Liber Legis: no word about financial difficulties. So I won't evoke them. Does he expect you to be responsible for the cash? I'd be very surprised. Metzger's translations: - so they were from him! I expect you have meanwhile received the ones he sent me with some corrections. - I agree with you that it is silly to operate the way he does." Und von Metzger nicht mehr ganz ueberzeugt: "It should all be con- centrated in your hands," womit vielleicht die Uebersetzungsarbeiten gemeint sind.265* Germer bleibt sich ueber Mellingers Rolle in Deutschland im unklaren, und so schreibt er an Petersen: "I do not know whether 2 Grandmasters can operate the OTO at the same time in one country (Traenker still being alive), despite the fact that A.C. appointed me Grandmaster X° of all the German-Speaking peoples as far back as 1938 [1941!] or so. I have... such an idea... of settling up Headquarters in Europe, Germany, Switzerland, or?" Das Verhaeltnis zwischen Petersen und Friedrich Mellinger, Germers Beauftragten in Sachen OTO fuer Eu- ropa, bleibt unbestimmt.266* Ebenfalls Petersens Verhaeltnis zu Crowleys selbsternanntem persoenlichen Stellvertreter fuer Europa: Friedrich Lekve {7}. Trotz Germers Aversionen gegen Eugen Grosche {6} beginnt Petersen im Juli 1954 zuerst im Ordensorgan "Blaetter fuer angewandte okkulte Lebenskunst" der Fraternitas Saturni,267* und erst in 2. Instanz dann bei Metzger zu veroef- fentlichen {10}. Im Juli 1954 erscheint Petersens Gnostische Messe in Eugen Grosches "Blaettern." Im August folgt dort Liber 44 und im September die Hymne an Pan. Ebenfalls im September 1954 erscheint nun bei Metzger die Petersenuebersetzung des Liber Al vel Legis, worauf Germer Metzger einen Freibrief fuer alle weite- ren Unternehmungen ausstellt {13}. Ab Maerz 1955 publiziert Metzger als "Wir, Meister Therions bevollmaechtigte Nachfolger." Im Dezember 1955 veroeffent- licht Metzger dieselbe Uebersetzung der Gnostischen Messe, die Petersen ein Jahr vorher bei der Fraternitas Saturni publiziert hat, und quengelt in seinem Vorwort, dass Grosches Publikation ein Diebstahl gewesen sei. In Grosches "Blaettern" erscheint im Oktober 1955 eine von Hermann de Witt/"Han Rulsow Yin" (aus Braunschweig) verfasste Analyse von Petersens Name. De Witt (Mitglied der FS vom Herbst 1950 bis zum 30.9.1962) veroeffentlicht spaeter bei Metzger. Als Petersens sexualmagischer Partner, seine Kusine Frau Pingwill/"Kama-Rûpa" (Begierde), 1956 Selbstmord veruebt,268* strebt er ihr kurz darauf nach und stirbt am 4.4.57 im Hamburger St. Georg-Hospital.269* Geruechten zufolge soll Petersen an den Folgen der Abramelin-Operationen gestorben sein.270* Da diese an genaue Zeiten gebunden sind (Beginn: ein Tag nach Ostern, Dauer: "six moons"),271* duerften die angeblichen Schwierigkeiten also ein halbes Jahr nach Beendigung der Beschwoerung aufgetreten sein, oder in der Vorbereitungs- zeit. - Ostern 1956: 1.4. - Ostern 1957: 21.4. - Tod Petersens: 4.4.57 Im Testament Petersens sind, laut Metzger, der schon gestorbene Friedrich Lekve (1904-1956) {7} und Metzger als "Erben" eingesetzt. Den Nachlass Lekves hat aber ein Br. "Nuernberger" in Hamburg uebernommen, und er geht erst am 11.10.1962 in Metzgers Haende ueber. Dem Journalisten Horst Knaut {9} gegenueber prahlt Metzger, er habe nach dem Tod Petersens "die ganze Macht an sich gezogen."272* Metzger ist nach dem Tode Hilfikers, Traenkers und Lekves der einzig uebrig- gebliebene IX° und X° von Kontinentaleuropa. Seine Loge sieht sich als Fort- fuehrung von Theodor Reuss' "VMM": als "Magnus Oriens Helvetiae Veritas My- stica Maxima." Der erst 1980 ins Leben gerufene deutsche Zweig der 1977 gegruendeten 3. Agape Loge aus Kalifornien (das sogenannte "Caliphat" {13}) benuetzt Metzgers Publi- kationen der Petersen-Texte in den Ritualen, bezeichnet jedoch, ungeachtet der Tatsache, dass Petersen zu seinen Lebzeiten bei der "Psychosophischen Gesell- schaft" {10} aktiv gewesen ist, Metzger selber seit 1947 publiziert und von Germer als "Bevollmaechtigter Nachfolger Therions" autorisiert ist, Metzgers Veroeffentlichungen selber als "illegal."273* Man fotokopiert Metzgers Publikationen und deckt den Copyrightshinweis ab, resp. ersetzt ihn durch einen eigenen. Begruendung: "Es gibt ernsthaft Leute, die bezweifeln, dass P. je gelebt hat, er sei nur erfunden worden, um Metzgers Anspruch [auf das OHO- Amt und die Copyrights an den eigenen Uebersetzungen?] zu rechtfertigen."274*

Rosen in Oesterreich

Eduard Munninger/"Medardus" sieht sich als oesterreichischer Nachfolger der "Fraternitas Rosicruciana Antiqua" {12}. Auf Anraten Martin Erlers nimmt Mun- ningers Ordens-Kompilation den Begriff AAORRAC (Antiquus Arcanus Ordo Rosae Rubeae Aureae Crucis) an.275* Der Begriff AAORRAC taucht schon 1921 im Zusam- menhang mit Krumm-Heller und Theodor Reuss auf und wird von Spencer Lewis als vollstaendiger Name des AMORC bezeichnet: "The Rosenkreutz Order [Pansophia] in Germany was (and is) a branch of the A.A.O.R.R.A.C."276* Aehnlich wie bei Metzger, wo sich die Fuehrung verschiedener Organisationen in Personalunion vereint, fuehrt Munninger nun in seiner Sammelgesellschaft AAORRAC den "Aeropag Europaeischer Kulturring der Ritterorden," den "Souveraenen Orden der Tempelritter von Jerusalem,"277* den "Ordre Maconnique Martiniste Austria" und Traenkers "Pansophische Weltfoerderation P.W.F." zu- sammen.278* Die Ordenszeitschrift nennt sich "Die Burg," in Anlehnung an die Postadresse "Burg Kraempelstein," die aber nur eine "unbewohnbare Ruine" in Niederoesterreich/Naehe Passau sei, wie der verwoehnte Oscar Schlag {14} ent- taeuscht bei seinem Besuch festgestellt haben will. Der Pension Munningers in der Burg ist tatsaechlich kein Erfolg beschieden. Traenker stirbt "einsam, zumal es ihm nicht gelang, einen wirklichen geistigen Nachfolger zu finden,"279* am 22.5.1956 (in Berlin-Pankow?).280* In seinem Nachruf bezeichnet ihn Eugen Grosche als "letzten Vertreter der Mystik des Fischezeitalters." Die "Pansophisch-Gnostischen Riten" leben bei Munninger weiter. In der Oriflamme 302 vom April 1963 tut Metzger den AAORRAC und das Lectorium Ro- sicrucianum als "falsche Orden" ab. Ebenso werden Rundschreiben gegen Grosche, die Pansophia und auch Walter Studinski verschickt. 1964 verwendet der Hierarch "Medardus" sein AAORRAC als Podium, um eine "Geistige Kultur-Union" zu gruenden. Das Unternehmen scheitert und geht mit Munningers Tod 1965 unter. Walter Englert laesst Munningers Pansophisch-Gno- stische Riten in den Publikationen der Fraternitas Saturni veroeffentli- chen.281* Haack tut desgleichen in seiner Schriftenreihe.282* Klatsch will, dass Eduard Korbel Junior {11} unabhaengig von Metzger den Illu- minaten-Orden in Wien als vorgeschobene Organisation fuer einen gewissen "Babor" geleitet haben soll. Nach dem Tode "Babors" 1984 soll der jetzige Kopf des AAORRAC, Karl Plank (Mitglied der 1954 gegruendeten Fama Fraternitatis), im Hintergrund aktiv sein und auch mit Englert von Frankfurts OTO/IO e.V. {11} Kontakt haben. Da Munningers Sohn die Ordenssammlung seines Vaters geerbt habe, soll Planks AAORRAC unrechtmaessig sein. In den Wiener Freimaurerlogen wird angeblich vor Plank gewarnt. Angebliches Material der "Gerechten und Vollkommenen Pansophischen Rosenkreu- zer-Loge Zur Strahlenden Sonne, Orient Wien" wird 1991 im Umkreis der Franz Bardon-Anhaenger Wiens gehandelt.

6. IN NOMINE DEMIURGI NOSFERATI

Angeblich am 11. Maerz 1888 erblickt Eugen Grosche in Riesa das Licht der Welt.283* Wegen Verarmung der Eltern muss Eugen die Realschule in Stollberg vorzeitig verlassen und die letzte Klasse der Volksschule in Leipzig besuchen. Seine literarischen Interessen lassen ihn nach der Schule Buchhaendler bei der Verlagsbuchhandlung Mueller-Mann werden. 1911 uebersiedelt er nach Berlin und ist an der Mitherausgabe "Des Militaer- Anwaerters," "Des Innenarchitekts" und der "Deutschen Kohlen-Zeitung" betei- ligt. Am 29. September 1914 heiratet Grosche. Aus dieser Ehe geht eine Tochter hervor. Ihr Name, Alraune, erinnert an H.H. Ewers' (1871-1943) gleichnamige "Geschichte eines lebenden Wesens" von 1911.284* Im Krieg wird Grosche Sanitaets-Unteroffizier, nach dem Krieg Volkskommissar der Unabhaengigen Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei (USPD). 1919 stellt ihm eine Dame, die ihr Vermoegen vor der Inflation retten will, 40'000 RM zur Ver- fuegung - aber nur unter der Bedingung der politischen Abstinenz Grosches. So uebernimmt dieser ein Papierwarengeschaeft, das er zur Buchhandlung ausbaut. Er wird nach Ausbruch des Kapp-Putsches 1920 verhaftet und in das Zellenge- faengnis in der Lehrter Strasse eingeliefert. Nach drei Monaten findet die Verhandlung vor dem Reichsmilitaergericht statt, unter dem Vorsitz des Neffen des Grafen Zeppelin. Grosche wird freigesprochen. Seine Partei verschafft ihm eine Stellung als Bezirksabgeordneter von Berlin-Schoeneberg.285* Grosches Mutter ist Hausdame [?] der Theosophischen Gesellschaft in Berlin, deren Sekretaer Rudolf Steiner 1921 durch den Buchhaendler Heinrich Traenker ersetzt wird. Dieser gibt sich als geheimer Abgesandter aus und vereinnahmt sofort Grosche und seine Buchhandlung. Grosches Aufgabe: als Sekretaer "Gregor A[?]. Gregorius"286* die "Pansophische Loge" in Berlin zu installieren. Das esoterische Wissen soll sich Grosche auf Befehl von Traenker beim Astrolo- gen Peschke, und beim Hypnotiseur, Magnetiseur und Heilpraktiker Paul Linke aneignen. Traenker macht Grosche nun mit den Buchverlegern Otto Wilhelm Barth, Oswald Mutze und Hugo Vollrath (1877-1943) bekannt, und dermassen angespornt, gruen- det Grosche 1924 die Buchhandlung "Okkultisten-Laden Inveha." In den Hinter- zimmern dieser Buchhandlung finden die esoterischen Treffen statt. Albin Grau/"Pacitius" wird erster Stuhlmeister der lichtsuchenden Brueder in Berlin. Grau, geb. am 13.6.1884 in Schoenefeld bei Leipzig, zuerst Baeckerlehrling (wie Metzger), dann Student an der Dresdener Kunstakademie, waehrend des Ersten Weltkrieges an der russischen Front, ist als Werbegrafiker fuer die norddeutsche LLoyds, fuer verschiedene Schiffahrtsgesellschaften und fuer die Deutsche Bundesbahn taetig. "Pacitius" ist Bergsteiger, verfasst Drehbuecher und stellt Kostueme und Bauten fuer die UFA her. So soll er an den Filmen "Dr. Mabuse," "Vampire" und "Dr. Caligari" mitgewirkt haben. Grau hat als Filmarchitekt in den Decla-Aufnahmegebaeuden u.a. fuer "Pietro, der Kor- sar" (Dr. Robison) und "Die Nibelungen" (Fritz Lang, 1922) mitgearbeitet.287* Im Nachspann des Films "Nosferatu" von Friedrich Wilhelm Murnau, 1922, wird "Alwin Grau" als Verantwortlicher fuer die Bauten genannt. Zahlende Firma fuer "Nosferatu" ist die Berliner "Prana-Film." "Prana" ist ein esoterischer Aus- druck, der schon fuer Hugo Vollraths Theosophische Zeitschrift hergehalten hat. Da "Nosferatu" sich getreu an Bram Stokers Roman "Dracula" haelt, treiben die nachfolgenden Copyrightsprozesse die Prana-Film in den Konkurs.288* "Was mich selbst betrifft, so habe ich bislang den Hochgrad des Magister Aqua- rii von meinem Vorgaenger Mstr. Pacitius bereits in der pansophischen Loge er- halten und von Mstr. Recnartus den 16/18. Grad der R.C. und von ihm auch in seiner Eigenschaft als OTO-Meister den 5. Grad im OTO, von Therion bestaetigt" (Grosche am 1.7.1959).289* 1925 ist Crowley zu Besuch bei Traenker und Germer. "Unhappily, too late"290* bereut nicht nur Albin Grau, sich je fuer Crowley eingesetzt zu haben {5}. Die deutschen Geheimbuendler um Traenker trennen sich nun in drei Gruppen. Traen- kers OTO/Pansophie, Kuentzels/Germers Verlag {7} und eine Neugruendung aus dem Berliner Arbeitskreis der Pansophie: die Fraternitas Saturni.

In Nomine Demiurgi Saturni

Am 8.5.1926 bildet sich in Berlin innerhalb der Pansophie um "Gregorius" und vier "Fratres" ein Arbeitskreis: die Fraternitas Saturni. In diesem Jahr er- scheint Grosches "Satanistische Magie," worin Satan, die Jungfrau Maria und die Barbelo-Gnostiker unmissverstaendlich mit Saturn in Verbindung gebracht werden.291* Unter Grosches Fuehrung trennen sich angeblich 40 der 60 Pansophiemitglieder von Traenker und konstituieren (nach der Aufloesung des Berliner Zweiges der Pansophie) am 7.4.1928 in "Mitleidloser Liebe" die erste eigenstaendige thele- mitische Organisation (d.h. unabhaengig vom OTO und von Crowley, aber Crowleys Gesetz von Thelema akzeptierend): die Fraternitas Saturni. Somit besteht die FS am Tag ihrer Gruendung mehrheitlich aus Pansophie/OTO-Mitgliedern. Die 33 AASR-Grade sind auf 10 reduziert. In welchem sexualmagisch gearbeitet wird, bleibt unklar. Der Gradus Pentalphae ist der 5. Grad, waehrend das sexualma- gisch wichtige Tau292* dem 8. Grad, Templarius, zugehoerig ist.293* Geworben wird bereits ein Jahr vor der offiziellen Installierung der FS im (astrologischen) Vehlow-Kalender.294* Henri Birven meint in einem Brief an Ge- rald Yorke vom 24.2.1954, dass Albin Grau als erster Grossmeister der FS haette eingesetzt werden sollen. Da aber Grosche 30'000 RM [sic] von einer Exil-Prinzessin erhalten habe, sei Grau uebergangen worden. 1960 publiziert Grosche ein saturnisch und thelemitisch ausgerichtetes Ritual der Pansophie,295* wohl um behaupten zu koennen, dass Pansophie und FS nicht weit auseinander laegen.296* Dieses Ritual ist wahrscheinlich im Arbeitskreis FS innerhalb der Pansophie entstanden und kaum stellvertretend fuer die ge- samte Loge. Karl Germer: "As I was co-founder of "Pansophia" in 1922, I know of course all about Fraternitas Saturni and the people back of it. Grosche was a sex-maniac, dabbled in hypnosis and drugs - one of the lowest type of occultist I ever met. Grau was a good man, but was too deeply entangled with Grosche and Traen- ker... He could not extricate himself and never saw the light. None of these people knew Crowley "well". They met him only once - possibly twice! None could speak English. I had to translate and they quickly fell by the way- side... The FS had nothing to do with A.C. nor A.C. with them."297*
Die Adonisten298*
1928 ist die am 1.5.1925 gegruendete299* sexualmagische "Adonistische Gesell- schaft" von Franz Saettler/"Musallam" (1884-1942?), dem geistigen Vater von Franz Bardon, via Wilhelm Quintscher/"Rah-Omir"/"Ophias"/"Chakum Kabbalit" fuer wenige Wochen mit der FS liiert. Am 13. Maerz 1928 loest sich der "Orden Mentalischer Bauherren" (so ein anderer Name fuer die Adonisten) jedoch auf. Viele Mitglieder treten der FS bei300* und ab 3.1.1929 bestehen nur noch "rein geschaeftliche" Beziehungen zwischen der FS und den uebrigen Adonisten.301* --- Um die Fraternitas Saturni ranken sich schon in den 20er Jahren Geruechte von Drogen und Sex. So sei einmal ein weibliches Mitglied im Kokainrausch aus dem Bus gefallen, was einen Skandal ausgeloest habe, erinnert sich Oscar Schlag {14}, der Grosche in dessen Buchhandlung besucht hat.302* Kein Wunder: Gro- sches "Magische Briefe" sprechen eine klare Sprache. Der "Logenschul-Vortrag 7" informiert die Leser, dass Extrakt aus dem Peyotl-Kaktus ueber den Verlag zu beziehen sei - ausserdem wird die Verwendung von Haschisch waermstens empfohlen.303* Die "Berliner illustrierte Nachtausgabe" publiziert am 8.12.1928 einen reich bebilderten Artikel ueber Grosches Buchhandlung. Ein Vortrag, gehalten am 8. Oktober 1929, bringt das Thema "Homosexualitaet und Esoterik" zur Sprache. Ein anderer am 23. Oktober: "Vampyrismus und Blutma- gie." "Ein prominentes Mitglied aus der Weimarer Zeit war ein Prinz zu Coburg- Gotha, sowie die Graefin Klinckowstroem."304* Aehnlich wie Henri Birven veroeffentlicht "Gregorius" im Juli 1928 via Martha Kuentzels "Thelema-Verlags-Gesellschaft Leipzig" Crowley-Texte - und zwar im ersten Band seines 5-baendigen Magazins "Saturn-Gnosis." Die Titelblaetter und Innenillustrationen schafft Albin Grau, der auch Artikel (z.B. ueber Hoene- Wronski, 1776-1853) beisteuert (Grau stirbt am 27.3.1971, hochgelobt (wieso?) von Metzger).305* Frau Kuentzel entdeckt in Grosche jedoch bald einen "Schwarzen Bruder." Die einseitige Korrespondenz Grosches mit Crowley kommt nie ueber allgemeine, an- faengliche Logenbekanntmachungen hinaus.306* Frau Kuentzels Druckerei in Zeulenroda {7} liefert nur die ersten beiden Baende der "Logenschul-Vor- traege." Ab Oktober 1928 werden die Vortraege 3 bis 13/14, sowie die Saturn- Gnosis von Franz Weber gedruckt. Am 31.10.1929 muss Grosche seine "Esoterische Studiengesellschaft" (unter die- ser Bezeichnung tritt die FS in Prospekten und Anzeigen an die Oeffentlich- keit) aufloesen. Man trifft sich von nun an unter der Bezeichnung "Gnostische Arbeits-Gemeinschaft."307* Finanzieller Druck zwingt ihn, seine Buchhandlung (d.h. auch den Vortragssaal, einen Hinterraum der Buchhandlung) an Paul Doerge zu verkaufen. Grosche selber eroeffnet angeblich eine Praxis als Psychothera- peut. Wieso Crowley 1930 anlaesslich seines Besuches in Berlin {12}308* keinen Kontakt mit ihm aufnimmt, bleibt unbeantwortet. Nach Beschlagnahmung seiner Bibliothek durch die Gestapo fluechtet Grosche 1936 in die Schweiz, wo er auch Oscar Schlag in Zuerich besucht.309*

Saturns Egregor im sonnigen Tessin

1936-37 trifft Grosche auf die Tessiner OTO-Gruppe um Genja Jantzen, Alice Sprengel und Frau Hardegger310* {4} und prophezeit den Zweiten Weltkrieg.311* Seine Geliebte Hanne Wildt bleibt im Tessin zurueck, als er nach zwei Jahren Aufenthalt im Tessin die Ausreisegenehmigung nach Italien erhaelt. "In der Naehe von Cannero am Lago Maggiore (12 km suedlich des Grenzdorfes Brissago) wohnte er waehrend seines Exils in einem kleinen Haus direkt am See. Seinen Lebensunterhalt bestritt er durch Arbeiten in den Parkanlagen des damaligen Buergermeisters von Cannero, Ing. Hencke. Die Freizeit vertrieb er sich durch Fischfang."312* Obwohl sein Aufenthalt vom Aussenministerium in Rom genehmigt worden ist, wird Grosche 1942 nach Deutschland ausgewiesen, wo er Geschaeftsfuehrer einer Buch- handlung wird. 1942/43 ist "Gregorius" politischer Gast im Leipziger Gefaeng- nis. "Der S.D. Sonderfuehrer Major Dr. Heinrich Fehsel war als Experte einge- setzt fuer alle Geheimlogen... Durch ihn bin ich ja wieder in Leipzig in Frei- heit gesetzt worden aus der Schutzhaft. Er hat ja drei Jahre bei mir ge- wohnt."313* 1945 erwartet ihn bei der Kampfpolizei ein Posten als Wachtmeister. Ihm ge- lingt es jedoch, aus Dresden nach Riesa an der Elbe zu fluechten. Nach dem Krieg wird er als Stadtrat fuer das Kultur-, Schul- und Museumswesen einge- setzt, muss zwangslaeufig der KPD beitreten, die ihn seiner esoterischen Akti- vitaeten wegen aber unter Druck setzt, worauf er im Juli 1950 nach Westberlin zieht. Drei Jahre zuvor, im Januar 1947, ist Karl Wedler/"Giovanni" (geb. 2.12.1911) Mitglied der FS geworden.314* Einige biographische Daten ohne Refe- renzangaben zu Anfang dieses Kapitels entstammen z.T. Wedlers Text von ca. 1957 ueber Grosche.315* Der ehemalige Schueler der 1942 verstorbenen Martha Kuentzel, Friedrich Lekve {7}, sieht in einem Brief an Crowley vom 29.4.1946 Grosche wie auch Germer, C.S. Jones und Mathers als Krebsgeschwuere am Blute geistiger Giganten. Trotz- dem erfaehrt Hermann Joseph Metzger wahrscheinlich im Fruehjahr 1950 auf sei- ner Deutschlandreise von Lekve die Adresse Grosches {7}. --- Am 14.5.1950 startet Metzger/"Paragranus"/"Peter Mano" einen regen Briefwech- sel mit "Gregorius". Metzger moechte, Hilfe anbietend, Grosche bei sich in der Schweiz haben. Schon in dessen erstem Antwortbrief offeriert Grosche Metzger die Verlags- und Autorenrechte aller FS-Veroeffentlichungen.316* Da beide eine legale Zusammenlegung aller esoterischen Grueppchen anstreben, bekommt Metzger am 10.6.50317* die Logenleitung der FS-Schweiz angeboten. Grosche findet Metzgers Ritualentwuerfe fuer die "Esoterische Studiengemein- schaft" (ES), dem vorlaeufigen Vorhof, "zuwenig magisch," worauf dieser aber auf die eigentlichen OTO-Rituale hinweist, die erst fortgeschritteneren Mit- gliedern zugaenglich sein wuerden. Mit Metzgers "Exertitien" [sic] kann Gro- sche ebenfalls nicht viel anfangen, da sie den "Magischen Lektionen" von Karl Spiesberger/"Eratus", die den "Blaettern" beiliegen, zu aehnlich seien. Spiessberger leitet einen 10-koepfigen "Metaphysischen Studienkreis." "Es ist eben so, dass ich mich nie gerne in den Vordergrund stelle," erklaert sich Metzger am 7.9. und weist auf eine Verbindung zum Grossmeister des AMORC, Martin Erler,318* in Muenchen hin. Wie Herr Erler sich 1991 erinnert, haben Metzger und seine Damen die Fernkurse des AMORC bezogen. Er habe aber niemals daran gedacht, sich als Freund Metzgers zu betrachten.319* Auf ein von Metzger aufgegebenes Inserat in der Zeitschrift "Neues Europa" Nr. 19 vom 1.10.50 mit einer "Einladung zum Eintritt in den Vorhof der Loge" gehen 100 Anfragen bei Grosche ein, und es ergeben sich 15 neue Schueler. Insgesamt bleiben Gregorius 50 Westschueler,320* die, nach Abzug aller Unkosten, 150 Westmark (pro Monat?) fuer seinen Lebensunterhalt beisteuern. Da die russi- schen Behoerden gegen Okkultismus Zuchthausstrafen verteilen, finden sich nur 20 Ostzone-Schueler ein.321* Grosche freut sich ueber das "gesammelte Menschenmaterial." Grosche offenbart: "Ich werde... immer zu Ihnen halten, da ich Ihnen mein Ver- trauen geschenkt habe und habe ich das innere Gefuehl, dass unsere Wege nicht nur laengere Zeit harmonisch nebeneinander laufen werden, sondern dass wir uns noch naeher zusammenfinden als Mensch, Freund und Bruder."322* Metzger bietet an, eine Historie des OTO zu schreiben, da er dazu das Material in vollem Umfang besitze.323* "Weida. Darueber hat Metzger immens viel Mate- rial, zig Ordner... Ging aber zumeist um Traenker, der rasch an Crowleys Inte- gritaet Zweifel bekommen hatte. Mehr oder weniger schmutzige Waesche."324* Metzgers Psychosophische Gesellschaft {10} erhaelt am 19.10.1950 neue Statuten und tags darauf, auf Anfrage, sofort von Grosche "die Ermaechtigung [die] Fuehler und Bemuehungen schon jetzt auf die Laender Frankreich und auf Italien auszustrecken." Der schweizerischen Loge soll die Auslandsinitiative ueberlas- sen werden, damit sich Grosche ausschliesslich um Deutschland kuemmern kann. Metzger besucht, mit einem Visum fuer Oesterreich und Deutschland, im November 1950 und Mai 1951 die Brueder und Schwestern im Tale Austrien, Orient Wien, unter der Leitung von Eduard Korbel, der, um seine Mitglieder nicht zu verlie- ren, den Illuminaten-Orden {11} als Vorhof der FS wiederbelebt hat, und reist im Oktober 1950 ins Tessin, um die dort lebenden OTO-Mitglieder aus Reuss' Zeiten wieder fuer sich zu gewinnen {4}. Was Metzger Grosche voellig ver- schweigt, ist, dass er vom Praesidenten des "Weltbund der Illuminaten," Julius Meyer in Berlin, den Auftrag erhalten hat, als Kurier zwischen Meyer und Kor- bel in Wien zu fungieren {11}.325* Metzger besucht Ende Juli 1950 auch Traenker, der sich als Nachfolger von Theodor Reuss sieht, was ihn zum "ernsthaftesten Gegner" macht {5}. Traenker darf nichts von den Beziehungen Metzgers zur FS wissen, denn sowohl Metzger wie auch Grosche fuerchten einen Gerichtsprozess, falls Traenker auf die Her- ausgabe von Papieren pochen wuerde, worauf er als Supremum Sanctuarium des OTO ja das Recht haette.326* Zum Schutz vor Traenker wird der OTO in Deutschland als 18° in die nunmehr 33°-gradige327* FS inkorporiert. "Dann steht die Loge davor und er kann an diese Koerperschaft nicht angehen. Als eingetragene Ver- einigung geniesst sie gesetzlichen Schutz."328* "Die Johannism. geht der FS voran in den drei [Graden], dann wuerden die Pro- naos[grade: Vorhof] der F.S. folgen und im Pentalphae[grad] wuerde, wie gesagt OTO gearbeitet, etc./der OTO Gr. hat immer die Johannism. vorausgesetzt - sol- che Br. & Schw. koennten ev. dann den Merkur[grad] gleichzeitig oder auf eine besondere Weise durchgehen?"329* Von den Adonisten, die sehr offen in "erotischen Fragen" seien, moechte Metz- ger (dort Mitglied alias "Servius") "einiges lernen, besonders was die Org[anisation] betrifft." Von einem nicht genannten Professor, der den Adoni- sten angehoere, sei Metzger vor dem Kriege "waehrend zwei Jahren, jede Woche einen Tag, geschult" worden "in einer "Schnellbleiche" ueber humanistische Bildung und wissenschaftliche Voraussetzungen auf Hochschulstufe."330* Beide stellen sich vor, andere Gruppen an sich zu reissen, seien es die Adoni- sten oder Lekves "Thelem Chassidim" {7}. Lekve, grosszuegig wenn es um die Verbreitung Thelemas geht, schickt regelmaessig die "Thelemischen Lektionen" an alle Interessierten, so auch an den ungeliebten Grosche. "Wir muessen versuchen, die Schwaecheren aufzusaugen oder unter eine organisatorische Be- treuung, Leitung zu bekommen... um der tonangebende Spiritus Rector zu werden" drueckt sich Grosche ganz deutlich am 3.11.50 aus. Ploetzlich setzt Metzger die Korrespondenz auf Sparflamme. Grosche befindet sich in "entsetzlicher Geldknappheit." Viele Schueler sind ihm wieder "abgesprungen," seine definitiven Zuzugspapiere fuer Berlin verschleppen sich im Laufe der Berliner Magistratswahlen. "Was ist denn los? Sind Sie ernstlich krank geworden" fleht Grosche am 14.3.51 Richtung Schweiz. Was ist geschehen? Metzger hat eine Druckerei gekauft (Akzidenz-Druck, Verlag Psychosophisches Institut {10}) und internationale Kontakte "mit Sued- und Mittel-Amerika, so- wie Frankreich" aufgenommen {9}. Der vierte Organisationsbericht der FS, nun doch noch von Metzger geschrieben und gedruckt, gibt auf Anraten Grosches Metzgers Postadresse als Kontaktadresse fuer Europa an.331* In der schweizerischen Gruppe sind: Br."Perdurabo", Br."Cubus", Br."Johannes", Br."Dore Rubes Giraga", Schw."Agatha", Schw."Rhodanuba" (Frau Werder-Binder {9}), Schw."Ainyahita" (Frau Borgert {9}), Schw."Mechala" (Frau Metzger {9}). Am 25.3.51 sieht das Verhaeltnis FS-OTO folgendermassen aus: "Nun haben wir in Deutschland den effektiven Vorhof der Fr.S., in der Schweiz die E.S. und der OTO und in Oesterreich die Illuminaten L. alles als Vorhof der Fr.S." Die FS ist die Dachorganisation, wobei nur qualifizierte und gepruefte Schw. und Br. via 18° Zugang zum OTO erhalten sollen. Die FS soll das Erbe der esoterischen Leitung uebernehmen, Metzger will die Mittel besorgen und die Beziehungen schaffen. Waehrend in Berlin vorwiegend magische Themen und Uebungen an der Tagesordnung sind, bearbeitet die schweizerische Loge andere Gebiete: "Rhetorik, Erfolgspsychologie, Selbstbeobachtung und das Studium der Zentren, Ueber die Maschine Mensch, Sich selbst erinnern, Die Einheit, Das grosse Pro- blem, Rituelle Esoterik." Gerne wird von Metzger auch an die drei ersten Aufgaben der Schueler einnert: "Aufsatz, die Personifikation eines sog. toten Gegenstandes: Tagebuchmaessige Darstellung einzelner Meditationen: Entspannungsuebungen." Die Schweizer halten ihre Treffen seit 1945 monatlich in der "Aula Paracel- sus"332* ab. Metzger moechte, dass "Gregorius" den Reuss-Crowley-Nachlass (vor allem die Korrespondenzen der beiden) als Supremum Sanctuarium, fuer dessen Ermaechti- gung er sorgen koenne, bei der Besitzerin dieser Unterlagen, Frau Jantzen im Tessin, die "sich als einziger Erbe und ermaechtigter hoechster OTO behaupte," anfordere. Frau Jantzen besitze keine Ordensrituale und berufe sich auf eine Frau Bader in Wesel, die den V° besitze. Die Tochter dieser Frau Bader (Gundula) sei verheiratet mit einem Mitglied aus Metzgers Gruppe (William Fi- scher) und soll "seinerzeit Ursache unserer Trennung" gewesen sein. Oscar Schlag erwaehnt Gundula Baders Vater, Dr. Wolf Bader in Oehningen a. Untersee (spaeter in Freiburg i. Br.), der ebenfalls behauptet habe, "der" OTO zu sein.333* "Gregorius" raet Metzger, zuerst Traenker von dieser Spur "abzuwimmeln" und sich dann via Mittelsmaenner an "die Jantzen und Frau Hardegger heranzuma- chen." Als "Mittelsmann" denkt Grosche an seine ehemalige Geliebte Hanne Wildt, die nun die Sekretaerin von Frau Hardegger geworden ist.334* Er selber kann naemlich nicht als S.S. wirken, da diese Damen seinen Status als "einfachen Bruder des OTO" kennen. So raet Grosche am 22.3.1951, den Jantzen- kreis zu ueberrennen, denn "wer publiziert und veroeffentlicht ist staerker." Frau Gundula Bader schickt nach der Aufloesung des originalen Zuercher OTO- Kreises um Pinkus und Sprengel, 1947, die Dokumente zurueck an Frau Jantzen, der Erbin Frau Sprengels. Da Frau Bader seit 1972 auf ihre Schreiben "keine Antwort mehr erhielt, muss ich annehmen, dass" Frau Jantzen nicht mehr lebt.335* Ihre Ordensunterlagen sind bis heute nicht nach Stein gelangt.336* Grosches Schwierigkeiten mit den Besatzungsmaechten lassen ihn einen "Kampf gegen den Geist... schlimmer als Sie es dort in der Schweiz wissen koennen!" ahnen. "Es wird taeglich schlimmer und die Gegensaetze spitzen sich immer mehr zu. Der Krieg ist unausbleiblich! Rechnen Sie auf jeden Fall damit! Disponie- ren Sie damit!" Metzger bleibt ungeruehrt. Sein Antwortbrief umfasst sieben Seiten, ohne auf Grosches Aengste einzugehen. Metzger ist vielmehr an Verlagsveroeffentlichungen und esoterischem Klatsch interessiert und nicht an der Teilung der Stadt Berlin. "Der Kreis hat sich geschlossen" macht Metzger am 25.4.51 eine kryptische An- deutung und stellt Grosche eine Charta aus: "Es ist die echte O.Charter, die Traenker nicht besitzt." Moeglicherweise handelt es um das nichtssagende Di- plom mit dem Text: "Wir bekunden mit heutigem Datum, dass S.M. Gregorius = Ho- noris Causa = rechtmaessig aufgenommenes Glied ist."337* Auf diesem Diplom be- finden sich in Geheimschrift der Satz "Die Wahrheit ist die Sechste Weisheit." Die Zeichen sind "abgefasst in der Geheimschrift der "Kleriker der Tempelher- ren". Diese Geheimschrift wurde im Nachlass des Theosophen J.Ch. von Woellner (1732-1800) entdeckt u. unter dem Titel "Der Signatstern"338* mehrmals publi- ziert... Dabei erschwerte Metzger das Ganze dadurch, dass er das System nur HALB anwendete u. es mit einer anderen Freimaurer-Schrift koppelte."339* Als Gegenleistung fordert Metzger eine entsprechende Charta und erhaelt eine "Vollmacht im gesamten Lande Helvetiens einen Vorhof der Loge Fraternitas Sa- turni zu errichten."340* "Ich stelle mich restlos hinter Sie!" bedankt sich Grosche341* und drueckt seine grosse Hoffnung aus, mit der Veroeffentlichung seines Romans "Exorial," die Metzger uebernehmen will, seiner existenziellen Geldnot entfliehen zu ko- ennen. "Es geht uns sowieso zur Zeit recht dreckig, kein Geld fuer die Miete" und er rechnet mit einer Auflage des "Exorial" von 70'000. Ein zweiter Roman, "Das Dunkle Licht," verspreche ebenfalls, sich gut zu verkaufen.342*

Endlich Kontakt mit Karl Germer

Im Juni 1951 meldet sich Metzger erstmals bei Karl Germers Crowley-OTO, gibt sich als Nachfolger der Monte Verita-Gruppe zu erkennen und erzaehlt von Pin- kus und Fraeulein A. Sprengel, was Germer am meisten beeindruckt {4}.343* Metzger erzaehlt nicht nur nicht von Hilfiker (hoechstwahrscheinlich hat Metz- ger nie von Hilfikers Rolle gewusst), sondern verschweigt auch schlauer- weise344* den Vornamen Alice des Frl. Sprengel. So haelt Germer sie irrtuemli- cherweise fuer das mysterioese Fraeulein Anna Sprengel, das ja so massgeblich an der Gruendung des Golden Dawn beteiligt gewesen sein soll.345* In diesem Lichte erscheint Metzger "so far genuine, with true aspiration, and cautious in things which he may be sworn to keep silent from uninitiates." Begeistert berichtet Germer seinem europaeischen Beauftragten Friedrich Mel- linger {8}, dass Metzgers Gruppe einen "printing shop of their own" habe. Er weist Mellinger an, fuer Metzger Crowley-Texte auszuwaehlen. "If my optimism is not based on sand, but solid, we should have been given a very promising connection."346* "If Metzger would have had access to all of A.C.'s works in the way [Kenneth] Grant has had, I'd be inclined to see in him a parallel case. However - like Grant - there seems to be the lack of money."347* Durch Germer zu internationalen Aufstiegschancen in Sachen Thelema ermutigt, wird Metzger nun seine Beziehungen zur FS belasten. Germer lebt seine Aversio- nen gegen Grosche voll aus. "He was a sex-maniac, dabbled in hypnosis and drugs."348* Grosche "surely is a child of Traenker's."349* "I also heard that Grosche... has started O!T!O!-Lodge activities again. I do not know from whom he can claim authority: perhaps from Traenker. Metzger should know about that" meint der im Unwissen gelassene Germer.350* Offensichtlich haelt Germer die FS fuer eine OTO-Loge. Am 22.5., 18.6. und 22.7.1951 beklagt sich Grosche ueber fehlende Post aus der Schweiz, bis sich Metzger am 24.7.51 mit einem neuen Briefkopf meldet, "Heute am 89. Jahrestags unseres Ordens."351* Man habe nun endlich einen eigenen OTO- Tempel,352* mit dem OHO (Germer) Kontakt aufgenommen, immer noch keine FS-Ri- tuale erhalten, wobei sich die OTO-Brueder eigentlich gar nicht so recht fuer die FS-Praxis eigneten, ob Grosche noch mehr Adressen von FS-Mitgliedern habe und ob nun das Manuskript "Das Dunkle Licht" in die Schweiz zur Publikation geschickt werden koenne. Grosche ist verwirrt. "Ueber das Verhaeltnis resp. die Organisation zwischen F.S. und O.T.O. haben wir doch festgelegt, dass der dortige O.T.O. im Gradein- bau in die dortige F.S. eingefuegt werden soll. - !! - Nun existiert die F.S. ja dort noch gar nicht offiziell, resp. sie ist noch nicht erleuchtet." "Wien koennen Sie ja erleuchten in meinem Auftrag - Es sollte ja auch die Schweiz gewissermassen die Patenschaft fuer Wien uebernehmen." Grosche schlaegt Metzger noch schnell einen Plan vor, "wie wir zu Geld kommen koennten... Nach Therion-Muster: Der Verkauf von Hochgraden! - Es ist mir nicht sehr sympathisch, aber es wuerde gehen." In den "Blaettern" heisst es nun ueber den OTO: "dieses Organisationssystem findet sich auch bei der Fra- ternitas Saturni." "Lieber Freund und Bruder... im OTO ist geplant saemtliches Wissen der gehei- men Bruderschaften wieder zu vereinigen und zur Wirksamkeit zu bringen - Sie werden mich verstehen!" deutet Metzger seinen Standpunkt am 30.7.51 an und fuerchtet einen Einspruch der regulaeren Freimaurerei. Geschickt fragt er Gro- sche um Kontaktadressen an. Grosche versteht jedoch nicht: "Wann beginnt die F.S. in Zuerich zu arbeiten? Wann beginnt die Arbeit des O.T.O. in Zuerich als Gradarbeit der F.S.?"353* Metzger erklaert daraufhin undeutlich, dass ihn eine "verbindende Linie" "mit Sorge erfuellt" und spricht unklar von einem Bild, das sich die Oeffentlich- keit machen koennte.354* Er meint wahrscheinlich einen Artikel in QUICK 37/50 ueber Hypnose, in dem auf negative Weise von Crowley die Rede ist. Am 3.9.51 kehrt Metzger von einer Deutschlandreise heim und verlangt von Gro- sche die Charta vom 25.4.51 zurueck: "Es hat sich naemlich herausgestellt, dass das Vorliegende einen sehr kritischen und wesentlichen Fehler aufweist." Dies ist der letzte Brief, den Metzger an Grosche schreibt. Im Oktober 1951, auf Metzgers Reise zu Friedrich Lekve und Friedrich Mellinger, besucht er zu- sammen mit Frl. Aeschbach Grosche in Berlin. Aus den noch folgenden Briefen Grosches geht nicht hervor, was sich abgespielt hat. Im Besitze vieler Auslandsadressen der FS, hat Metzger im Gegensatz zu Grosche viele Mitglieder persoenlich kennengelernt. Er profitiert von Grosches Kennt- nis der esoterischen Szene und kennt dessen finanzielle Lage, seine Wuensche und Ziele. Die zwei Romanmanuskripte von Grosche, die fuer dessen Lebensunterhalt von existenzieller Bedeutung gewesen waeren, gibt Metzger nicht mehr zurueck. Die Drohungen Grosches, den Schweizerischen Schriftstellerverband einzuschalten, bleiben ungehoert. "Ich habe Sie bisher fuer einen ehrlichen und anstaendigen Mann gehalten, dem ich viel Vertrauen entgegenbrachte... kann ich nur ueber sie den Kopf schuet- teln... sage ich Ihnen offen, Sie sollten sich schaemen, sich mir gegenueber derartig zu verhalten!!" so Grosche an Metzger.355* Trotzdem bleibt der OTO in Deutschland in der FS verankert: "Das Symbol des Tau [im Tapis der Loge Fraternitas Saturni] ist das Zeichen dafuer, dass der Geheimorden OTO in der Loge als Grad verankert ist, resp. im Gradus Pentagram- matus [Pentalphae] gearbeitet wird."356* Um diese Zeit fragt Grosche vergeb- lich den Sohn von Arnoldo Krumm-Heller an {12}, der FS beizutreten.357* Zwischen 1951 und 1953 erhalten folgende Personen ein OTO-Papier mit der Un- terschrift Germers und z.T. Mellingers: Metzger, Annemarie Aeschbach, Anita Borgert, Georges Berard, Josef Haniman, Roesli Metzger, Irene Weber, Othmar Weber und Anna Binder. Am 11. September 1953 wird Metzger "wegen unwuerdigen Verhaltens" aus der FS ausgestossen und dessen "Vollmachten fuer die Schweiz" werden annulliert.358* "Die Mitglieder der Genossenschaft "Psychopathia" [sic] haben nicht das Recht, sich als Logenmitglied der Fraternitas Saturni zu bezeichnen."359* "Diese so- genannte Dachorganisation... existiert nicht mehr... Die sogenannte O.T.O. Vereinigung in der Schweiz ist nur eine Luftgruendung von Metzger... nicht echt."360* Die Frage am 7.1.87 an Fraeulein Aeschbach, ob Metzger Stuhlmeister der Fraternitas Saturni, "Orient Thuricensium," gewesen sei, beantwortet sie knapp und buendig mit "Ach Chabis!," was sich ungefaehr mit "Ach Mumpitz!" eindeut- schen laesst. In den Protokollen der FS wird aber sogar der Schwester Aesch- bach/"Chochmah" zwischen 1951-53 regelmaessig "in ritueller Feierlichkeit" ge- dacht und ihr werden "gute harmonische Gedankenkraefte zugesandt."

Kenneth Grant: der Typhonian OTO in England

1945 stellt Crowley dem Englaender Gerald Brosseau Gardner IV° und P (13.6.1884-12.2.1964) eine OTO-Charta "to constitute a camp... in the degree Minerval" aus. Aber Gardner hat keine Zeit fuer den OTO, da er die Wicca-Orden (unter deren Bezeichnung sich "Hexen" organisieren) leitet.361* Crowley bemerkt in seinem Tagebuch im Maerz 1946 ueber den 1944 zu ihm gestossenen Grant {13}: "Value of Grant: if I die or go to U.S.A, there must be a trained man to take care of English O.T.O."362* Im Herbst 1950 knuepft Grosche Kontakt mit Grant.363* Karl Germer stellt nach Crowleys Tod Grant am 5.5.51 eine OTO-Charta "to con- stitute a camp" aus. "If we want to get the OTO properly going again, we need a competent leader, not only for England but for the whole world. It must be somebody who knows the thing inside out:... I have often thought that you might will be chosen for the job."364* Grant wird von Friedrich Mellinger betreut {8} und erhaelt seine OTO-Logenan- weisungen von W.T. Smith. Im Oktober 1954 druckt Grosche Karl Germers Uebersetzung von Crowleys "Kleinen Aufsaetzen, die zur Wahrheit fuehren" wieder ab, die schon 1928 in der "Saturn-Gnosis" erschienen sind.365* Als nun 1955 von Grant das Manifest der "New Isis Lodge" in London erscheint, wo auf Seite sechs Bezug zu Grosche genommen wird366* und Grosche eine Kurzversion dieses Manifestos im April 1955 auf deutsch veroeffentlicht, regt sich Germer dermassen auf, dass er "took violent exception to my [Grant] re- ferring to Grosche"367* und daraufhin Grant am 20.7.1955 aus Crowleys OTO ver- stoesst. Am 20.9.55 verbietet Germer Grosche, weitere Crowley-Texte zu publi- zieren. Germer "had a long-standing feud with Grosche,"368* welche wohl noch aus der Pansophiezeit stammt, obwohl Germer fuer seinen "Ordensnamen" densel- ben Planeten gewaehlt hat, den Grosches Anhaenger anrufen. Massgebend fuer diesen Zwist duerfte nicht nur Metzgers Vorwurf gewesen sein, Grosche habe ihm das Manuskript der Gnostischen Messe {15} gestohlen,369* son- dern auch Grosches "Sonderdruck 1" vom Januar 55 ueber den mehr oder weniger sexuellen Charakter der Messe. Im Maerz 1955 folgt der "Sonderdruck 2" mit ei- nem Bericht ueber Crowleys Besuch in Weida und die damalige Gruendung der FS. Zu dieser Zeit fliessen auch Artikel aus Grosches Feder ueber die astrologi- schen Aspektzeichen im Zusammenhang mit den "Coitus-Stellungen." Grants "pleasant correspondence with Herr Metzger" schlaeft ob dieser Zwiste- rei ein.370* Am 16.12. 1955 bestellt Germer einen gewissen Edward Noel FitzGe- rald als "personal representative in matters of the O.T.O. for Great Britain." Germers Zurueckhaltung drueckt sich im Zusatz "valid until revoked" aus. Fitz- Gerald verfasst "The Works of Aleister Crowley" in Richard Cammels Biographie "Aleister Crowley."371* Es fragt sich, ob es moeglich ist, OTO-Mitglieder aus dem Souveraenen Sanktuarium der Gnosis (die Grade VIII°-XI°) zu verstossen. Germer hat Grant als IX° akzeptiert.372* Nach dem Tode Germers, 1962, stellt Grants "New Isis-Lodge" ihre Taetigkeit ein373* und Grant betrachtet sich als OHO. Die Autorisation sei 1945 durch eine Art "laying on of hands" auf Grant gekommen.374* --- Trotz der Enttaeuschung durch Metzger ist Grosche immer noch bemueht, den Or- densaufbau mit jemandem zu teilen: "Ich habe noch einmal ueber unsere persoenliche Unterredung nachgedacht und trage Ihnen die Bitte vor, doch ein- mal in kurzgedraengter Form eine Abhandlung zu schreiben, welche klaerend sein muesste ueber den ganz undurchsichtigen jetzigen Zustand der geheimen Orden, angefangen von der A.A. ueber die G.D. R.C. bis heute und darin muesste die Rolle der Menschen wie Germer, Lekve, Paragranus, Traenker und Fritsche {12, 15} usw. [letzte drei Namen handschriftlich] Dr. Peters[en?] usw. einmal klar umrissen werden, sie auf ihren richtigen Platz gerueckt und evt. von ihrem Piedestal heruntergeholt werden. Man muesste versuchen, ganz neu in Deutschland aufzubauen und es waere doch sicher richtig, wenn Sie persoenlich von der Schweiz aus, noch besser waere es von Suedamerika aus, alles neu unter Ihrer Leitung aufzuziehen [sic]," so Gro- sche am 9.4.1956 an Oscar R. Schlag {14}. Im naechsten Monat stirbt Traenker. Im August 1956 teilt Grosche seinen Lesern mit, dass Germer in den USA und Lekve {7} in Deutschland die Interessen Crowleys vertreten. Lekve habe "sich aber dann spaeter distanziert und seine Aufgaben an Dr. Petersen in Hamburg weitergegeben. In der Schweiz gruendete im Einverstaendnis mit Germer ein Herr Metzger eine Abtei Thelema." So "ist also festzustellen, dass zur Zeit in der BRD weder die A.A. von Therion, noch der Orden des G.D., noch der OTO offizi- ell arbeitet."375* Im September 1956 verbringt Grosche seinen gewohnten Urlaub in Norditalien, im Doerfchen Cannero am Lago Maggiore, nahe der schweizer Grenze, wo er vier Jahre bis 1942 als Emigrant gelebt hat. Am 18.3.57 wird die "Grossloge FS zu Berlin" amtlich eingetragen.376* Im Dezember 1957 bezieht Grosche Stellung: "Der OTO ist keine Dachorganisation der Loge FS, sondern er ist als eine in sich selbstaendige rein internationale Organisation zu betrachten, welche gewissermassen hinter den meisten geheim- wissenschaftlich anerkannten Logen steht, ohne mit ihnen organisatorisch ver- bunden zu sein. In Deutschland arbeitet der Orden offiziell nicht,"377* da Traenker ja tot ist. Wieso Grosche die Metzgersche OTO-Loge "Prometheus" des Hjalmar Vollkammer378* in Bonn nicht erwaehnt, bleibt unklar. Laut Hemberger fuehrt Vollkammer seit 1956 den "Ordo Illuminatorum Germaniae."379* In Metz- gers erster Oriflamme 1961 verfasst Vollkammer noch einen Artikel, distanziert sich aber ca. Maerz 1965 von Metzger. "Die Brueder der Loge FS sind keine Thelemiten... Die starre wortgetreue Hal- tung mancher Therion-Anhaenger ist sowieso unseres Erachtens nach nicht gutzuheissen. Der immer staerker werdende magische und kosmische Influxus die- ses Zeitalters verlangt eine fluktuible Anpassung und Anwendung der von The- rion gegebenen Lehren."380* Im Oktober 58 annulliert Grosche Wedlers (Frater: 1954, Meister: 1957) Bestal- lung als Landes- und Ortsmeister von Wattenscheid und ernennt ihn zum Grosslo- gen-Archivar.381* Im Maerz 1960 kann Grosche endlich sein "Exorial" publizieren. "Alles, was im Exorial steht, hat mir G. versichert, ist tatsaechlich passiert."382* Zu Ostern wird Grosche in den 33°, den hoechsten Gradus Ordo Templi Orientis Sa- turni (Gotos) erhoben, was eine Personalunion mit dem Logendaemon GO- TOS/Baphomet bedeutet. Am 22.7.1961 wird der Berg Ipf rituell "in den Schutz Pans" gestellt. 1962 loest man die FS angeblich rituell auf.383* Als sich Metzger im Januar 1963 als OHO des OTO ausruft, sieht Grosche darin einen "Treppenwitz der Geschichte der neueren okkulten Bewegungen."384* Am 21. September 1963 haben die rechte Hand "Gregorius'" und Grossinspektorin Margarete Berndt/"Roxane",385* Karl Wedler und Winfried Kuennicke/"Fried" (aus New York herangereist, Mitglied seit 1954) am Lago Maggiore, zusammen mit Gro- sche im Urlaub, sich verpflichtet, die Fraternitas Saturni weiterzufuehren. Unterwegs besucht man Englert, Goeggelmann und Willi Hauser (Mitglied seit 1954). 1962 besteht in Frankfurt die FS-Loge "Luminis" aus Johannes Mai- kowski/"Immanuel" (18°, 22°, Mitglied seit 1955),386* seiner Frau Irm- traud/"Flita" (16°), "Manfred", "Sara", Herbert Alfred/"Johannes" und Eng- lert/"Ptahotep" (18°) {11}. Englert und Maikowski, beide als 18°, wollen, un- ter Umgehung Wedlers allein Grosche verantwortlich sein. Dazu Grosche: "Den Mstr. Ptahotep treibt ja nur der bei ihm vorliegende starke Ehrgeiz."387* Maikowski gruendet 1963 eine eigene FS und laesst diese beim Amtsgericht Frankfurt eintragen. Sein Meisterkreis nennt sich "Fraternitas Luminis Ordo Regina Adeptorum," kurz FLORA. Mitglied ist u.a. Hemberger. "Jeder wollte Grossmeister spielen."388* Begonnen hat der Streit im Zusammenhang mit einem Kopiergeraet, das ohne Zu- stimmung Wedlers angeschafft worden ist. Die spaetere Meinung der Rechtsan- waelte: "Eine anderweitige Gruendung einer Loge gleichen Namens kann nicht verhindert werden. Auch eine gerichtliche Eintragung (e.V.) ist kein Hinder- nis. Der P.57 Abs. II BGB ist eindeutig formuliert... Damit ergibt sich automatisch, dass auch ein Namensschutz in Deutschland nicht moeglich ist."389* *** Grosche stirbt am 5.1.1964 im 76. Lebensjahr an Herzinfarkt. Den offiziellen "Totenbrief" zeichnen Marie Grosche, Alraune und Heinz Boelke. Die sterbliche Huelle wird auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf beigesetzt. Die Witwe Grosches zeigt wenig Interesse an der FS und loest das Antiquariat ihres Man- nes auf. Geboren am 23.2.1888, stirbt sie am 14.5.1967 und wird bei ihrem Gat- ten beerdigt. Das Grab wird 1989 aufgeloest.390* Am 2.3.64 meldet sich Metzger bei "Roxane", um als "Mutterorden aller Thelema- bewegungen... ueber das literarische Erbe von Meister Therion zu wachen... den Weg [zu] weisen und auf Missverstaendnisse aufmerksam [zu] machen." Dazu habe er die "Autorisation, die Grundlagen und auch die Beweise." Metzger beklagt sich ueber den "Diebstahl geistigen Eigentums." Das Titelblatt eines Prospektes fuer Grosches Buchantiquariat weise ein Bild auf, dessen Ori- ginal in Stein liege. Vielleicht ist das Bild des Kuenstlers Kelling auf dem Werbeprospekt fuer Grosches Roman "Exorial" gemeint. Der Umschlag des Buches selber ist von Martha Funk. Obwohl Metzger das Originalmanuskript dieses "Romans eines daemonischen Wesens" nie an Grosche zurueckgegeben hat, ist es Grosche gelungen, dieses Werk 1960 in Berlin im Eigenverlag zu drucken.391* An der Osterloge am 28./30. Maerz 1964 wird nun "Roxane" durch geheime Wahl und Kugelei inthronisiert.392* Der Titel der Logenpublikation aendert sich ab September 1964 von "Blaetter fuer angewandte okkulte Lebenskunst" zu "Vita Gnosis," ab Mai 1965 erscheint die ueberarbeitete "Saturn Gnosis" wieder. "Roxane", geboren am 9.7.1920, beginnt im September 64 zu kraenkeln, muss nach 14 Wochen im Amt der Grossmeisterin von Wedlers Ehefrau gepflegt werden und stirbt am 8. Juni 1965. Nach dem Tode Frau Berndts bildet sich aus Karl Wedler (33°), Hermann Wag- ner/"Arminius" (27°) und Willi Hauser/"Fabian" (16°) ein Triumvirat der FS. Als 33° hat Wedler jedoch das letzte Wort. --- Wedler erhaelt am 19.7.1965 einen Brief von Metzger, der "das Schifflein, die Asche des Ordens der Saturnischen Brueder, wieder ins heimatliche Gefielde des Ordens zurueck[...]fuehren" moechte, denn "es war uns all die Jahre eine spe- zielle Aufgabe, diese Bewegung zu studieren und still zu betreuen von unserem letzten OHO [Germer] uebergeben worden." Metzger stellt Wedler probeweise eine V°-Charta aus. Da sich dieser aber nicht "bestechen" laesst, wird die Charta wieder annulliert.393* Das Triumvirat kann sich angeblich aufgrund der raeumlichen Entfernungen kaum verstaendigen, und die gesamte Ordensarbeit konzentriert sich bei Wedler. An der Osterloge vom 8.-10.April 1966 wird der von Wedler protegierte Chemiker Guido Wolther/"Daniel" (12°, Mitglied seit dem Maerz 1964)394* aus Kelkheim zum Grossmeister gewaehlt.395* Am 13.4.1968 werden zwei weitere 18° gekuert: Emil Forrer/"Domani" und Hans Buehler/"Heliobas". Innerhalb der FS wird nun ein neuer Geheimorden installiert: der "Alte und My- stische Orden der Saturnbruderschaft," AMOS.396* Der Gotos Wedler wird am 10.10.68 "Ehrenmeister des AMOS."397* Im buergerlichen Leben ist Wedler Oberinspektor beim Bochumer Ordnungsamt, zustaendig fuer die Gaststaetten.398* Obwohl beide Parteien es abstreiten,399* ist es "Daniel" (18°, 33°), der fuer Hemberger Unterlagen aus dem Archiv holt, die Hemberger kompiliert, in dutzen- den von Baenden verkauft, und die den Ruf der FS nachhaltig praegen. Ein 18°Ritual voller Blut und Sperma erregt die Gemueter.400* Die vielen sexualmagischen Zeichnungen und Schriften "Daniels" machen die Runde.401* "Hemberger gibt sich ja selber aus als Schueler von Fra Saturnius [Goeggelmann] und Mitglied des O.T.O. X°."402* Metzger sieht sich zu dieser Zeit genoetigt, Zirkulationsschreiben zu ver- schicken, in denen er behauptet, "Grosche war nie Mitglied oder Bruder des OTO oder der Illuminaten." Hemberger kontert: "legitimer Erbe Crowleys in Deutsch- land kann... nur die FS sein," die seiner Meinung nach von Walter Englert {11} vertreten wird."403* Wolther ist ebenfalls mit Englerts IO/OTO e.V. in Frank- furt verbunden.404* Auf der Osterloge 5./6. April 1969 vereinigen sich die abgespaltenen Frankfur- ter FS-Mitglieder (ohne Englert und dessen IO/OTO e.V. {11}) wieder mit der Mutterloge. Wedler inthronisiert den neuen Grossmeister der "Vereinigten Grossloge Fraternitas Saturni":405* Walter Jantschik/"Jananda" (geb. 9.11.1939, 4°, 8°), Mitglied seit April 1964.406* Jantschik, von Beruf Justizvollzugsbeamter, moechte eine Esoterische Universitaet innerhalb der FS gruenden, die Doktor- und Professorenwuerden nach einer Dissertation verleihen soll.407* Ein Jahr nach Eintritt wird Jantschik in Frankfurt im Beisein von "Roxane", "Orpheus" und "Arminius" rituell in den 18° initiiert.408* Weder von Jantschiks 18°-Initiation, noch von seiner Grossmeister-Ernennung gibt es Do- kumente.409* "Ein Schreiben, in dem Metzger die FS uebernehmen wollte, habe ich nicht erhalten."410* "Daniel ist ca. 1969 von der FS weg. Es gab Schwierigkeiten mit dem Logense- kretariat unter Giovanni und hatte Schwierigkeiten mit seiner Frau Rahel [Myriam Wolther]. Ein gewisser Bruder Heliobas [siehe oben] aus Australien hatte sich an seine Frau herangemacht und sie vernascht."411* Am 18.2.1971 schliesst "Daniel" in seiner Eigenschaft als Gotos die abgespaltene Frankfur- ter FS endgueltig. Die Streitereien und Denunziationen bei der Polizei sind von Hemberger in seiner FS-Serie dokumentiert.412* Mit dem Austritt Wolthers loest sich der AMOS auf. Nach Jantschik folgt 1969 schon der erst im selben Jahr eingetretene Pole S.W. Wicha/"Andrzey" als Grossmeister der FS. Jantschik: "Weshalb ich das Amt als Grossmeister niedergelegt habe, waren hauptsaechlich Intrigen von allen Sei- ten, etc. Der Giovanni wollte als Ehrenmitglied, ebenso seine Frau, ernannt werden... Seit meinem Austritt 1970/71 aus der FS hatte ich keine Kontakte mehr zu dieser Loge."413* Jantschik laesst sich 1971 scheiden und heiratet am 20. August 1973 ein Maedchen aus Mauritius (geb. 1.6.1953). Hin -und Rueckflug kosten ca. 5000 DM. An der Osterloge 1977 wird "Andrzey" in Abwesenheit "wegen Vernachlaessigung seines Amtes einstimmig von seinem Posten abgewaehlt." Der neue Grossmeister heisst Joachim Mueller/"Horus",414* der am 25.5.1982 stirbt.415* 1978 publiziert der kanadische Zweig der FS im "caliphatischen" Mitteilungs- blatt416* die eigene Adresse, worauf im Magazin der Maat-Gruppe in Ohio ein Manifesto erscheint417* und das "Temple of Set"-Mitglied S. Edred Flowers 1990 eine Kompilation aus den Werken von Haack und Hemberger unter seinem Namen herausgibt.418*

In Nomine Baphometi

Am 6.5.1970 erschiesst das FS-Mitglied Paul-Guenther Diefenthal im "Auftrag Baphomets" Walter Jantschiks Schwager, Josef Goettler.419* Im Zuge journalistischer Taetigkeiten machen sich Horst Knaut {9} und Haack, ab 1969 hauptamtlicher Beauftragter der Evangelischen Landeskirche fuer Sekten- und Weltanschauungsfragen, auf und besuchen Jantschik am 22.3.1974 in seiner Woh- nung in Lehrberg. Knaut befuerchtet, Jantschik koenne sein noch ungeborenes Kind kultisch opfern und laesst seine Unterlagen von Psychologen analysieren, die "Gefahr fuer Geist, Leib und Leben" wittern.420* Knaut wundert sich, dass Guido Wolther ebenfalls nicht mit seinen Publikationen in QUICK u.a. einver- standen ist {mehr darueber in 9} und droht gelassen mit einer Strafanzeige, falls Wolther seine berufliche Journalistentaetigkeit diskriminiere.421* Wolther schreibt empoerte Briefe an QUICK und Haack, in denen Jantschik denun- ziert wird.422* Dieser wehrt sich: "Was... Wolther von sich gibt... spottet jeder Beschreibung."423* Jantschik bearbeitet seit dem 18.3.1965 als Mitglied des Metzgerschen Illumi- naten-Ordens dessen Lehrbriefe {10} in der "Oriflamme." Der Kontakt schlaeft aber bald wieder ein. "Ca. 3 Jahre war ich Mitglied im IO. Die Zusendung von Material wurde dann eingestellt. (Grund: organisatorische Gruende!)"424* "Ich habe den Metzger Weihnachten 1970 in seiner Abtei besucht. Dabei habe ich auch Frau Borgert und Frl. Aeschbach sowie seinen magischen Sohn [Simon] kennenge- lernt. Er behauptete, er arbeite gleichzeitig in drei Berufen: Psychologe, Kaufmann und Schriftsteller. Er sagte mir auch, er haette viele Kinder (magisch?). Wie dies auch zu verstehen sei. Ausserdem sagte er mir, er sei die rechtmaessige Autoritaet ueber den OTO-Illuminaten-Orden etc."425* Jantschiks Interessen weiten sich aus, und er wird Mitglied im AMORC: beim Go- den-Orden: bei Josef Grassers/"Stephanios"' Loge Kether Paris: im AMOOKOS: veroeffentlicht 1979 alias "Aythos" in F.-Wilhelm Haacks Schriftenreihe ein Buechlein ueber die FS.426* Beim OTOA schreibt er 1983 alias "CCD": wird 1981 zuerst Bruder "Antomedon", dann "Levum" im Ordo Saturni und Mitglied bei Mi- chael Aquinos "Temple of Set"427* {13}. 1980 mitbegruendet Jantschik den deut- schen Zweig des "caliphatischen" OTO, wo sich zeitweilig auch "Temple of Set"- und ehemalige Scientology-Mitglieder tummeln. Jantschik, nun alias "CIT", wird "Baphometor" im Ordo Baphometis und tritt Ende 1989 aus allen obigen Orden wieder aus, um sich allein Baphomet hinzuge- ben.428*

DER ORDO SATURNI

Oswald Schrey/"Aton" aus Berlin gruendet 1971 den "Arbeitskreis Antares." Durch Inserate in der Zeitschrift ESOTERA gewinnt man ca. 25 Mitglieder, dar- unter auch Juergen Gisselmann/"Merlin", der sich gleich sehr engagiert und auf seine Beziehungen zur selbsternannten Satanistin Ulla von Bernus und zur FS hinweist.429* Gisselmann "war seinerzeit sehr aktiv und brachte Herrn [Dieter] Heikaus in den Arbeitskreis."430* Heikaus/"Phosphorus" laesst sich von Gissel- mann "als neues Triumviratsmitglied einsetzen," was dazu fuehrt, dass sich Schrey uebergangen fuehlt und Heikaus und Gisselmann ausgeschlossen werden. "Alle Mitglieder distanzierten" sich daraufhin von den beiden.431* Der Arbeitskreis Antares loest sich 1973 auf.432* Unter "Andrzey" wird am 31.3.72 eine "Magna Charta" veroeffentlicht und der anhaengende "Ordo Saturni" als Meisterkreis der Fraternitas Saturni ins Leben gerufen. Das Konzilium entscheidet aber am 27.10.78, "dass die Magna Charta und der damit zusammenhaengende Ordo Saturni fuer die Gesamtloge nie verbind- lich gewesen ist und dass sie [Magna Charta] durch eine Kompetenzueberschrei- tung des damaligen GM und im Widerspruch zum Logengesetz [LK 11,1 und 101,] entstanden ist." Grossmeister Dr. Conrad/"Drakon" erklaert den "Ordo Saturni" fuer nichtexistent.433* Dieter Heikaus, nun "Honorius", mit angeblich abgeschlossenem Theologie- und Paedagogik-Studium,434* jedoch als "Realschullehrer fuer Deutsch, Geschichte, Englisch und Religion"435* taetig, setzt sich fuer die Logenpublikationen ein.436* 1978 moechte sich der Ortsorient Bersenbrueck der Fraternitas Saturni selbstaendig machen, und Heikaus sucht FS-Mitglieder fuer diese Idee. Im Ja- nuar 1980 feiert der sich nun "Ordo Saturni" nennende Ortsorient seine ritu- elle Installierung als unabhaengige Grossloge unter "Honorius", nun "Set-Ho- rus". Der neue Ordo Saturni (OS) ist keine Fortfuehrung des ehemaligen gleich- namigen Meisterkreises der FS, sondern eine Art Vorhof des "Ordens des Set," der als eine Art innerer Kreis im OS sein Dasein fristet. Dauernd wechselnde Statuten fuehren neuerdings zum Beispiel auf, dass "eingereichte Arbeiten und Gradarbeiten... in das Eigentum des Ordo Saturni" uebergehen.437* 1985 inseriert der OS mit dem OTO-Lamen. Unter derselben Adresse sucht die Gnostisch-Katholische Kirche und der "Pentalpha-Tantra-Kreis" "Damen und Her- ren."438* Die Treffen dieses 18°-Kreises/"Studienkreis Sexulamagie" finden an den Logentreffen statt.439* Ebenso inseriert Heikaus mit einer "Spezialabteilung fuer Ariosophie."440* Am 14.3.87 wird Heikaus durch Wedler zum Grossmeister und 30° eingesetzt, nachdem Wedler durch Heikaus im Juli 86 zum Ehrenmitglied des OS ernannt wor- den ist.441* Der OS hat einige FS-Meister/Hochgrad-Mitglieder aus Grosches Zeit fuer sich gewinnen koennen. So ist zum Beispiel das schon erwaehnte FS-Triumvirat, bestehend aus "Giovanni", "Fabian" und "Arminius", in den Reihen des Ordo Sa- turni zu Hause. Die beiden letzteren treten allerdings erst nach Heikaus' Ein- setzung als Hierarch ueber: "Arminius" am 19.3.1988 und "Fabian" am 7.2.89. Darauffolgend wird Heikaus am 4.3.89 zum Gotos eingesetzt. Als 18° kann allein der Schweizer Emil Forrer/"Domani" (aus der FS uebergetreten im Dezember 87) gewonnen werden. Der Ordo Saturni ist in Bremen amtlich eingetragen. Die Mitgliederbeitraege gehen an die Esoterische Studiengesellschaft in Bersenbrueck. Da die beiden Vereine verschiedene Statuten haben, sind die Ordensmitglieder ohne Mitspra- cherecht. Laut der Satzung des OS (3.10.78/20.3.82) geht das Vereinsvermoegen an den obenerwaehnten "Orden des Set" in Osnabrueck. Die Gnostisch Katholische Kirche in Deutschland wird von Dieter Heikaus/"Set- Horus" angeblich im Januar 1980 gegruendet. Die Aktivitaeten dieser Kirche (naemlich Anzeigen in Fachblaettern, esot. Adressbuechern, Zuschriften usw.)442* koennen nachgewiesen werden. Die apostolischen Weihen sind angeblich nach dem Rituale Romanum der polnischen Mariavitenkirche vollzogen. Obwohl vom theologischen Standpunkt aus keine Magie in der Transsubstantiation der Ele- mente zu sehen ist, gilt das nicht in der "twilight world of the Wandering Bishops."443* Die apostolische Sukzession stammt angeblich aus der Mariaviten-Linie von Erz- bischof Paulus N. Maas [Michael Kowalski konsekriert am 4.9.1938 Marc-Marie- Paul Fatome, der am 9.10.1949 Paulus N. Maas zum Bischof weiht].444* Der aus Polen stammende Mariaviten-Orden, gestiftet um 1890 durch die Polin Maria Koz- lowska, spendet im Fruehjahr 1991 in Koeln den "Freundschafts-Segen" fuer homosexuelle Paare. --- Karl R.H. Frick, in derselben FM-Loge wie Wedler, lernt durch ihn Heiner Fa- bian/"Cornelis" und dessen Manuskript "Blutmessen und Satanismus" [Teil 1] kennen.445* "Naiv" stellt Frick in seinem Buch "Satanismus und Freimaurerei" den OS als "Ordo Satanas" vor.446* Aehnlich fuehlt sich auch Paul Ruediger Au- dehm (geb. 1942) {11} von Frick hintergangen, dem er in gutem Glauben Material geliefert hat.447*

Mit goettlichem Sperma salbe ich Dein Haupt448*

Juergen Gisselmann/"Merlin" posiert zusammen mit Ulla von Bernus/"Anata" {9} fuer die "Hoer Zu,"449* ist aber zu jung, um Fraternitas Saturni-Mitglied zu werden. Deshalb nimmt ihn Karl Wedler unter seine persoenlichen Fittiche. Die Freundschaft zwischen "Anata" und "Merlin" kriegt Risse, als letzterer den UFO-Glauben "Anatas" zerpflueckt. "Merlin" schreibt gleichzeitig fuer den "Stadtanzeiger "Marabo" fuer Bochum und Umgebung" (wo auch ein Werner Schmitz taetig ist)450* und den "Playboy." Bald kriegt er es mit der Angst vor schwarzmagischer Verfolgung zu tun und begeht, erst 25jaehrig, am 2.10.1979 Selbstmord. Die Geschichte dieses Selbstmordes wird nun von obenerwaehntem Schmitz, der die noetigen Informationen sogar von Dieter Heikaus erhaelt, als Krimi "Auf Teufel komm raus"451* verarbeitet. Nach Erscheinen des Krimis wer- den Flugblaetter an Wedlers Wohnort verteilt, in denen dieser mit buergerli- chem Namen erwaehnt wird.452* Jetzt ist Heikaus "entruestet." Ulla von Bernus (geb. ca. 1914) gelangt ebenfalls zu Ruhm. Sie zelebriert am 17.9.84 im ZDF ein magisches Ritual und gibt in der "Hoer Zu"453* ihre Tarife bekannt: 30'000 DM pro magische Ferntoetung. Pfarrer Sommerauer, der Frau von Bernus daraufhin vor Gericht bringt, blitzt ab. Beim Tatbestand handle es sich um ein "strafloses Wahndelikt."454* Mit derselben Begruendung muss Frau von Bernus allerdings 30'000 DM zurueckzahlen, da das Landesgericht Kassel die An- sicht vertritt, das ganze sei "von Anfang an objektiv unmoeglich gewesen."455* Wolther/"Daniel"s Sohn, Patrick, wird magischer Schueler der Bernus. Heikaus bemueht sich vergeblich um "Merlins" Ordensarchiv. Die Mutter Juergen G.s vernichtet fast alles nach dessen Selbstmord.456* Im selben Jahr, als der Krimi von Schmitz erscheint, 1987, tauchen an der Hauptschule in Quackenbrueck Werbeschriften fuer den OS auf. Die Eltern drohen mit einem Schulstreik. Die Boulevard-Blaetter berichten wieder von Gefah- ren,457* Kirchenblaetter drucken Saturn-Insignien ab,458* Horst Knaut und Haack werden zitiert. "In unserer Gegend ist augenblicklich "der Teufel los". Die Kirchen blasen zum Angriff, Kripo und Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet. Ein Freitod in der Umgebung wird mit uns in Verbindung gebracht."459* Heikaus wird im Maerz 1988 seines Amtes enthoben. Wie die Ermittlungsbehoerden der Presse mitteilen, haben sich die Vorwuerfe der Verbreitung jugendgefaehrdender Schriften (und Filme) und neonationalsozialistischen Gedankengutes als haltlos erwiesen.460* Durch den Presserummel entstehen ein paar Luecken in den oberen Raengen des OS, die aber bald durch vorstossende Neuzugaenge, vor allem von "Caliphat"mitgliedern aufgefuellt werden, was Unruhe ausloest. Heikaus gruen- det den "Ordo Templi Orientis Saturni" ("dessen Name somit gesetzlich ge- schuetzt ist").461* Viele Mitglieder springen ab und diejenigen, die versaeu- men, ihre Mitgliederbeitraege zu zahlen, lernen wegen 120 DM Heikaus' Anwalt kennen.462* Im Mai 93 wird versucht, Heikaus abzusetzen, da ihm juristische Unkorrektheiten in Sachen Vereinsfuehrung u.ae. vorgeworfen werden.463* Das alles wird Heikaus jedoch nicht stoeren, hat doch Gertrude Zellhuber dem Ordo Saturni am 18.9.93 ein Kind, Artur, geschenkt, das nun als Inkarnation Eugen Grosches das laedierte saturnische Boot durch weitere Stuerme lotsen soll.

7. TREFFPUNKT DER TRAEUMENDEN

Martha Kuentzel

Der 1849 geborene Telegrafensekretaer und Pansoph Otto Gebhardi (Bruder "Ich Will"),464* OTO-Mitglied unter Reuss,465* schreibt zusammen mit seiner 1857 geborenen Geliebten Martha Kuentzel (Schwester "Ich Will Es") Beitraege fuer die Zeitschrift "Theosophische Kultur" des "Theosophischen Kultur-Verlags", der Nachfolge von Heinrich Traenkers "Theosophischer Zentralbuchhandlung." Vorerst sind Goethes Faust und die Zauberfloete die Themen der beiden Reprae- sentanten von H.P. Blavatsky.466* Als die beiden jedoch 1925 Crowley im Hause Traenkers kennenlernen, proklamieren sie ihn zum Weltheiland und Frau Kuentzel wird fanatische Anhaengerin Thelemas. Ueber die Freundin von Madame Blavatzky schreibt Crowleys Nachlassverwalter und Biograph John Symonds, sie sei "begierig von einem Kult zum anderen getorkelt, bis sie das Buch des Gesetzes auf den richtigen Weg fuehrte und [sie] in ihren letzten Jahren nur noch durch das Gesetz von Thelema am Leben blieb."467* Die schwangere Gespielin Crowleys, die Schweizerin Leah Hirsig (1883-1951), wohnt bei der Kuentzel in Leipzig,468* die nun die ersten drei Baende von Crowleys Confessions ins Deutsche uebersetzt und losen Briefkontakt mit Eugen Grosche pflegt. 1926 besucht sie Crowley, der von Deutschland aus nach Tunis gereist ist. Am 15. Maerz 1927 wird die "Thelema-Verlags-Gesellschaft Leipzig" als eine Art Weiterfuehrung von Traenkers "Pansophischer Verlagsgesellschaft" gegruendet, die selber keine Crowley-Werke mehr publiziert und von Frau Kuentzel verab- scheut wird. "Das "Grosse Thier" hat ein liebenswuerdiges Kaffeekraenzchen um sich versammelt."469* Teilhaber sind (die erste Zahl gibt die Anzahl Stimmen von insgesamt 12 an, die zweite den Anteil am Reingewinn): 1. Aleister Crowley, Paris (3, 35 %) 2. Otto Gebhardi, Leipzig (1, 10 %) 3. Karl Germer, Boston (1, 15 %) 4. Oskar Hopfer, Weissendorf (1, 15 %) 5. Martha Kuentzel, Leipzig (3, 10 %) 6. Bernhard Sporn aus Zeulenroda (3, 15 %) ist fuer den Druck zustaendig. "Der Verlag war nicht in unserer Adressenkarte des Bestandes "Boersenverein der Deutschen Buchhaendler" nachweisbar. Recherchen in den Leipziger Adressbuechern blieben ebenfalls ohne eindeutiges Ergebnis."470* Frau Kuentzels 1925 angefertigte, angeblich auch Hitler ausgehaendigte Ausgabe des Liber AL, stoesst weder auf Karl Germers noch auf Henri Birvens Zustim- mung. So berichtet Germer Crowley ueber Birvens Meinung: "he calls her trans- lations childish and silly" (13.9.1929). Im Juli 1928 veroeffentlicht Grosche Texte von Crowley mit dem Vermerk: "Copyright der Thelema-Verlags-Gesellschaft, Leipzig." 1930 kommt es zum Treffen der Herren Germer, Krumm-Heller, Crowley und Yorke in Henri Birvens Wohnung - ohne die Kuentzel {12}. Am 1. und 2. Juli unter- zeichnen Martha Kuentzel (Thelema-Verlag) und Henri Birven (Zeitschrift "Hain der Isis") einen Vertrag, worauf Birven endlich Crowley-Texte veroeffentlichen kann, bis ihm dies Crowley 1932 verbietet. Das Verhaeltnis zwischen Birven und Kuentzel verschlechtert sich ebenfalls, da die Kuentzel immer eigenwilligere Uebersetzungen liefert. Frau Kuentzel begeistert sich neuerdings auch stark fuer ihren magischen Sohn, Adolf Hitler,471* was sogar dem manchmal pro-deut- schen Crowley zuviel wird und er den Kontakt mit ihr schliesslich 1935 ab- bricht. Ein Jahr spaeter taucht ein neuer deutscher Protagonist auf.

Friedrich Lekve

Der am 26.2.1904 in Wesel geborene, in erster Generation Deutschland zugehoe- rige Lekve, entstammt einem seit 1200 am Hardanger Fjord in Norwegen ansaessi- gen Bauerngeschlecht.472* Vor der Begegnung mit Thelema "lebte ich dem Gedanken der Verpflichtung an das Leid. Darum ergab sich ein Suchen auf den verschiedensten Wegen der Mystik," begleitet von einer "ungesunden Neigung zu Mangel an Selbstvertrauen und stim- mungsmaessiger Beeinflussbarkeit." Doch 1929473* erfolgt seine thelemitische Berufung, die er vor allem im Lichte des Zusammentreffens seiner Geburt, 26.2.1904, mit der "Offenbarung des thelemischen Gesetzes zu Cairo," 8.- 10.4.1904, sieht. Wegweisend fuer Lekve wird ausserdem Martin Bubers (1878- 1965) Wiederentdeckung des Chassidismus, allein schon des Datums wegen: 1904.474* 1936 lernt er Martha Kuentzel kennen, die seine Mentorin wird, und schreibt erstmals am 8.10.36 an Aleister Crowley. Er berichtet ihm vom "Kreis um The- lema,"475* dem er und die Kuentzel angehoeren, und von den sechs Kisten voller Gemaelde, die Crowley nach seiner Ausstellung 1930 in Berlin zurueckgelassen habe. Crowley stellt ihm nun ein Horoskop aus und will sofort diese Kisten haben. Lekve beurteilt Eugen Grosche als "brother of the left path," erzaehlt einen langen Traum und unterschreibt mit "66 (Friedrich) + 11 (Lekve)." Am 13.4.37 beklagt sich Lekve ueber mangelndes Interesse an seinen "monthly letters" und will via Astrologie die Menschheit fuer Thelema koedern. Er unterschreibt mit "Seven OZ Seven." Am 6.11.1941 wird Crowley dann seine ei- gene "Charta der Menschenrechte" "Liber OZ" nennen.476* Diese "Charta" wird von Crowley in die II°-Initiationsrituale eingebaut, die also erst NACH 1941 geschrieben worden sind477* und 1942 erstmals durchgefuehrt werden {13}. 21.4.37: Lekve moechte bei Crowley notfalls auch ohne Bett auf einer Luft- matratze uebernachten, da er als Vertreter der Wetzel-Gummiwerke in London sein wird. 28.4.37: Crowley lehnt ab und schlaegt vor, das Hakenkreuz gewerbsmaessig auf Fahnen und Porzellantassen zu verscherbeln, was Lekve aber schwierig findet, da das ja ein Nationalsymbol und copyrightsmaessig schon gebunden sei. Lekve moechte das Hakenkreuz aber gerne als "Sign of the German Thelema" verwenden [Zur gleichen Zeit wird auf der Wewelsburg von den Nazis eine Manufaktur ein- gerichtet, um das Hakenkreuz auf Porzellan zu bannen.].478* Lekve reist nun doch nach London, um sich seinem Meister vor die Fuesse zu werfen.479* In einem Brief ohne Datum und einem darauffolgendem vom 23.9.37 bittet Lekve Crowley, keine Briefe mehr zu schicken, da er die Gestapo fuerchtet. Im Maerz 1955480* verbreitet Eugen Grosche erstmals, Martha Kuentzel sei in einem KZ verschwunden, was nicht stimmen kann, denn gemaess Lekve stirbt "I.W.E." am 8.12.42 in einem Erholungsheim.481* "Until the last moment of her life I was with her." Das angebliche Kuentzel-Vorwort im 1944 erschienenen Buch Thoth482* stammt von Crowley selber. Herbert Schmolke/"Ishrah" (in den 40er Jahren Crowleys und Friedrich Mellin- gers Kontakt in Deutschland) am 2.2.46 an Germer: "Soror I.W.E. left Leipzig in June 1937 and went to Bad Blankenburg/Thur. In a home for aged teachers... she died by senility [85jaehrig]."483* Im Bundesarchiv koennen keine Hinweise auf eine Martha Kuentzel ermittelt werden.484* 1944 wird der Hoehepunkt in Lekves spiritueller Entwicklung: die Erlangung der Grade Major Adept (AA) und des synthetischen IX° (OTO), wofuer das Wissen darum allein schon genuegt. Nach dem Krieg, am 11.1.46, schreibt Lekve erneut Crowley. Er hofft, dass die Deutschen nun nach der politischen Niederlage endlich Thelema akzeptieren wer- den. Ueber Martha Kuentzel: "from the political point of view there was a great difference between her and myself [die Kuentzel hat ja begonnen Hitler fanatisch zu verehren] ... I was the friend of her except you of course to whom she had the deepest confidence and trust. So she was very anxious that I might take over her succesorship" (was sogar testamentlich festgelegt sei). Dann aeussert Lekve seine voellige Missbilligung gegenueber Orden, will nie OTO-Mitglied werden, sondern schlaegt die Gruendung einer "Societas Thelema" als Parallele zur "Societas Jesu" vor. Crowley antwortet Lekve via Herbert Schmolke, was Lekve aergert. 29.4.46: Lekve distanziert sich von "such men as Germer, Achad, Mathers and the many" und haelt auch Grosche fuer ein Krebsgeschwuer am Blute geistiger Giganten, wie Crowley einer sei. Lekve ernennt sich nun selber zum persoenli- chen Repraesentanten Crowleys "even if you, my Father, would prefer to reject and push me from your side." Er habe unter den Nazis immerhin das Liber AL verteilt, was sehr riskant gewesen sei. Am 14.6.46 reagiert Crowely jedoch sehr zurueckhaltend auf Lekves Selbstdar- stellung und will wissen, wie Lekve, da er ja nicht dem OTO beitreten wolle (obwohl er den IX° reklamiere), sich am Grossen Werk zu beteiligen gedenke. Betreffend der desolaten Lage Thelemas und der Veroeffentlichung seiner Bue- cher moechte Crowley, dass Lekve praktische Schritte unternehme. "However, if you are a Major Adept you ought to be able to work miracles and that is ex- actly what is wanted... the secret of the Ninth Degree which is exactly what you need most to enable you to perform those miracles." Lekve erhaelt nun von seinem Meister als letzten Kontakt Liber OZ. Von ihm stammt 1949 die erste deutsche Uebersetzung dieses Liber OZ/77, und nicht von Metzger, wie dieser 1955, also 6 Jahre spaeter, angibt. Die kalifornische Crowley-OTO Agape Loge (die zweite) {13} beschliesst Ende 1947 den Thelemiten Deutschlands CARE-Pakete zu schicken und dafuer 50% der Gelder aufzuwenden. Die Adressenliste bekommt man von Karl Germer. Jane Wolfe (1875-1958) {13, 14} und Mary Kay unterstuetzen das Ehepaar Herbert Schmolke in Berlin-Charlottenburg, das aber bald nach Kalifornien uebersiedelt. (Karl Germer warnt am 24.4.1954 Jane Wolfe vor Herbert Schmolke, der "strange" ge- worden sei.) Ray und Mildred Burlingame {13} nehmen sich der Familie Lekve und Dr. von Oldershausen an.485* An diese beiden richtet sich Friedrich Lekve, um sie als Sponsoren fuer seine nun doch bevorstehende OTO-Initiation zu gewin- nen, worauf Germer verstimmt reagiert.486* 1948 verschickt Lekve "Thelemische Lektionen und Exercitien"487* mit dem Sie- gel seiner Abtei Thelema und der Ueberschrift: "Institut fuer Individuations- kurse auf kosmologischer Grundlage." Auszuege aus Crowleys Confessions er- scheinen erstmalig und ab 1951 Teile des Liber AL mit Lekves Kommentar im "Sinne des Thelemischen Chassidismus." "Ich will Thelemiten heranbilden, die nicht ueber den Glauben, sondern ausschliesslich jeden ueber sein eigenes Er- leben zu Thelemiten werden."488* Selbst der ungeliebte Grosche erhaelt si- gnierte Exemplare. "Jeden Donnerstag und Sonnabend 24 Uhr erfolgt eine Anrufung der Stele in der Abtei. Wer sich von Thelem Chassidim in den Schwingungskreis einschalten will, hat zu dieser Stunde dazu die Moeglichkeit."489* Lekve verschickt kostenlos Kopien der Stele (Papier auf Holz geklebt).490* Gemessen an der Papier- und Geldknappheit der Nachkriegsjahre stellt dies eine Leistung dar. Metzger wird diese Idee spaeter uebernehmen. "Englert und ich [Audehm] halfen ihm [Metzger] seinerzeit dabei. Fertigten - unter Schwitzen - ca. 30 Stelen an. Werden aus- gesaegt: erhalten einen Holzsockel: werden mit Sandpapier geschmirgelt: dann mit den beiden Drucken (vorn farbig/hinten schwarz) beklebt - und mit dem "Abramelin-Oel" dick eingestrichen. Letzteres ist ein Geheimnis Metzgerscher Fabrikation. Anne... wollte verhindern, dass ich eine Stele erhielt - hatte vorausblickend auch recht, denn ich befoerderte dieselbe '74 in den Muell." 491* Oscar Schlag besitzt ebenfalls eine Metzgersche Stele. In Herbert Fritsches {12, 15} Zeitschrift "Merlin" Nr. 3 laeutet 1949 Lekves Beitrag "Der Magier Aleister Crowley (Meister Therion)" mit der Botschaft "Der Meister ist tot. Fort lebt das Thelemische Gesetz, fort lebt der Orden der Thelemiten"492* das oeffentliche Interesse an Thelema ein. Mit diesem "Orden der Thelemiten" duerfte schwerlich das von Crowley zwar auf dem Papier konstituierte, aber nie in Kraft getretene Zwischending aus OTO und A.A. gemeint gewesen sein, das unter die Leitung von James Thomas Windram/Fra."Semper Paratus"/Fr."Mercurius", X° von Suedafrika (gest. 1939), gestellt werden sollte.493* Windram ernennt am 15.11.1915 Frank Ben- nett/"Progradior" (1867-1930) zum VII° von Australien. Vyvyan Deacon/"Memnon", Medium des theosophischen Bischofs C.W. Leadbeater (1847-1932), konkurriert mit dem "Australian Order of Oriental Templars," angeblich Reuss'schen Ur- sprungs von 1908. [Mehr ueber den Australischen OTO in "Occult Review"494* und in der angekuendigten Biographie Bennetts von Keith Richmond.495* Neben Mottas OTO und dem "Caliphat" {13} existiert zur Zeit ein OTO von Gregory Tillett in Australien]. Die von Crowley am 2.4.1920 gegruendete "Abbey of Thelema" in Sizilien wird am 26.11.1922 unter seine eigenen OTO-Statuten von 1919 gestellt.496* Friedrich Lekves "Orden der Thelemiten" und "Abtei Thelema" sind jedoch allein Lekves eigenes "Thelem Chassidim" und weder mit einem OTO noch mit einer Gnostischen Kirche verbunden. In Lekves "Abtei Thelema" wird ein aeusserer Orden, der durch Korrespondenz die Mitglieder zusammenhaelt, von einem inneren, "Thelem Chassidim," unterschieden, in dem die Berufenen mit der Kabbala als Schwer- punkt arbeiten.497* So ist Lekves "Orden der Thelemiten eine geistige Hierar- chie von Wesenheiten hoher Intelligenz, die jenseits unserer Daseinsebene wirksam werden dem, der sich ihnen erschliesst."498* --- Am 16.9.49 wendet sich Oskar R. Schlag (1907-1991) {14} an Lekve, um dessen Thelemische Lektionen zu erwerben. Am 17.10.49 meldet sich Lekve: "Ja, auch die FS des Herrn Eugen Grosche hat ihre Pforten wieder geoeffnet, doch unterhalte ich mit ihr keine Verbindung, da sie sich gegen den Meister Therion erklaert hat... In der Schweiz ist der Orden bislang nicht vertreten." Als Vertreter der Wetzel-Gummiwerke ist Lekve oft in Zuerich oder laesst durch seinen Mittelsmann C.H. Joedicke seine Thele- mischen Lektionen in der Schweiz verteilen. Herr Schlag schickt Lekve Kaffee nach Hildesheim. "Mitten im zerbombten Stadtkern liegt die Abtei Thelema zu Hildesheim, wenige Raeume in einem zerbombten Haus, das schlecht und recht wieder auferstand. An der Goslarschen Strasse liegt sie, und ihre Hausnummer ist 7." So beginnen Lekves "Thelemische Lektionen und Exerzitien A1" am 18.11.1949. Metzger hat in diesen Thelemischen Lektionen erstmals Schriften Crowleys (ausser das kleine Buechlein "Magie" der Thelema-Verlags-Gesellschaft) gelesen und bekommt von Lekve nun Ende 1950 Germers Adresse in New York. Somit ist Lekve Metzgers "Sponsor" fuer Crowleys OTO. Alias "Peter Mano" reist Metzger rege umher, haelt Vortraege und Kurse ueber Astrologie in Zuerich, Bern und St. Gallen. Er verschickt Meditationen ueber den Mond und versucht mit dem zumindest auf seinem Briefpapier existierenden "Psychosophischen Institut und Verlag" alle bekannten und unbekannten esoterischen Groessen auf sich aufmerk- sam zu machen {9, 10}. Der ausserordentlich aktive Lekve ist in den Rat der Stadt aufgerueckt, Mit- glied im Museums-Ausschuss, ist Fraktionsvertreter, Vorstandsmitglied des Kul- turringes, erster Vorsitzender und Dozent an der Volkshochschule, Direktor der Wetzel-Gummiwerke, zeitweise sogar SPD-Buergermeister von Hildesheim und auch Dolmetscher fuer die Besatzungsmaechte. Damit hat er wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der Stadt Hildesheim geleistet. Friedrich Lekve verkuendet seinen Schuelern zum Fruehjahrsaequinoctium 1951 die "Gruesse hoechster geistiger Erhebung." Gleichzeitig beginnen die ersten magischen Uebungen in den "Thelemischen Exercitien." Am 20.6.51 verschickt Lekve einen Rundbrief an die Bezieher seiner Lektionen. Durch dreifache Arbeitsbelastung (Gummiwerke, Thelema und Buergermeisteramt) habe er seit April ein Herzleiden und muesse deshalb die Lektionen vorueberge- hend einstellen, bis ihn seine politische Amtsperiode nicht mehr so sehr in Anspruch naehme. In einem Brief vom 30.6.51 an den Schweizer Henry Graf gibt Lekve Auskunft: "Eine Gesellschaft in der Schweiz, die sich als Ziel setzt, der thelemischen Lehre zu leben, gibt es nicht. Es ist auch bei der thelemischen Arbeit weniger an irgendeine Gruppenarbeit gedacht als vielmehr an die eigene Arbeit des ein- zelnen Individuums." Lekve weist Herrn Graf nicht an Metzger, sondern an Oskar Schlag {14}. Ebenso Germer gegenueber aeussert sich Lekve nicht sonderlich begeistert ueber Metzger, wobei Germer diese Meinung nicht teilt: "I can't accept Lekve's jud- gement. It is not always reliable. Besides, Metzger is young" (Germer an Mel- linger, 15.9.51). Die Animositaeten sind gegenseitig. Im Rahmen der Verein- nahmung aller Orden unter einer einzigen Jurisdiktion, die, von Grosche und Metzger ausgehend, natuerlich auch Lekves Organisation erfassen soll, hofft Grosche, dass Lekves Lektionen einen "materiellen Fehlschlag" darstellen. Lekve komme "allein auch nicht weiter, seine Publikationen sind viel zu hoch und zu schwer fuer einen erweiterten Organisationsaufbau." Metzger: "Bei Lekve muss man darauf bedacht sein, alles Chassidische wegzulassen."499* Lekve bietet dem Zuercher Rascher Verlag seine Thelemischen Lektionen zur Veroeffentlichung an. Am 24.8.51 wendet sich der Verlag an Oskar Schlag als Begutachter, worauf dieser aber am 10.9.51 meint, zu einer Veroeffentlichung sei "nicht zu raten," da sich um Aleister Crowley allerlei kuriose Geruechte rankten. Mittlerweile ist Friedrich Mellinger in Europa rege geworden {8}. Karl Germer an ihn: "I'm glad you met Lekve, and that you were satisfied with the mee- ting... Lekve is worthy. He has proved it by his work in hundreds of ways... As to the IXth itself, may-be he might divine the ultimate secret himself if he were a little prepared for it... If you should meet L. again, go as far as you see fit, and there is no limit. [Es folgen die Anleitungen fuer den IX°, und die Erinnerung, dass Mellinger zu dessen Verteilung, resp. Bestaetigung, keine Charter benoetige.] Ergo: these remarks refer to Metzger too... One word about Lekve and his girl friend Ruth.500* While I go very far in respect to L., I'd suggest caution with regard to Ruth. You can go to the III. in any case, and then leave it to L. to give her further instruction." (Germer an Mellinger, New York, 15. September 1951) Das Verhaeltnis zwischen Lekve und Mellinger bleibt ungeklaert.501* Ungeduldig beginnt sich Germer ueber Lekves mangelnden finanziellen Einsatz zu aergern, was aber nur angesichts der Unterstuetzung, die Lekve ja anfaenglich von den kalifornischen Thelemiten erhalten hat, verstaendlich ist. Auch ten- diere Lekve eher dazu, den OTO nach Reuss-Muster fuehren zu wollen und, wie Reuss, "not take the A.A. as the supreme Order with the obligation to accept AL as the basis of the OTO Work," wie Mellinger am 25.9.51 geklagt wird. Es folgen eine Menge Ratschlaege, wie man einem so gutinformierten Manne wie Metzger gegenuebertreten koenne, ohne sich zu blamieren. Friedrich Lekve korrespondiert mit Martin Buber, liest Gershom Scholem (1897- 1981), und 1952 erscheinen die Lektionen in einem neuen Licht. "Der thelemi- sche Chassid ist ausschliesslich RELIGIOESER MENSCH. Thelem Chassidim ist der Treffpunkt der Traeumenden."502* Er erbittet sich nun von allen Korrespondierenden ihre Traumaufzeichnungen und erstellt damit eine zusammen- haengende Geschichte "in praktischer Anwendung der methodischen Fantasie: das Traumland Thelem meditativ... die Stadt Nephrit," zu der sich auch Crowley, astral, meldet.503* In diesem Traumland treffen sich "Nathan Prager" (Herbert Fritsche {12, 15}), Rebbe "Ssair" (Lekve selber, der sich nun als Ismaelit ausgibt), "Friedrich Oss", "Anna Pawlowna", "Johannes Quest" und Gattin, "Bogohild" und Gattin, Sr. "Benedikta", Sr. "Aniela Petrosi", "Hans Helios", "Eleazar ben Abinadab", "Aladdin", "Assa" und "Beatrice". Lekve schickt seine Lektionen an Smith in den USA, doch zum OTO gewinnt er immer mehr Distanz. Bald werden Kontakte mit der ORA in Muenchen geknuepft.504* Am 4.9.53 laesst Friedrich Lekve verlauten: "Die thelemischen Lektionen er- scheinen wieder - es werden voellig neue Wege begangen." Das Wachstum der kleinen Gemeinde um "Thelem Chassidim" stagniert. In einem Brief vom 21.10.53 an Schlag {14} weiss Lekve nicht einmal mehr Ger- mers neue Adresse. Germer spekuliert darauf, dass Petersen (der Lekve und Metzger testamentarisch als Erben eingesetzt hat) Lekves Unterlagen be- kommt.505* Im Gegensatz zu Germer, Petersen und Mellinger publiziert Lekve nie bei Metzger. Erst posthum veroeffentlicht Metzger ein paar Artikel aus der Hand Lekves, wo dieser z.B. meint: "Der Thelemit ist letzter Traeger abend- laendischen Lebens, abendlaendischen Denkens."506* --- Martin Buber, gewiss kein Thelemit,507* fragt Herbert Fritsche {12, 15} am 8.1.1956 ueber Lekve aus, der diesen, ihn sechsmal getroffen habend, aufs aeusserste verteidigt. Als Lekve am 26.8.56 im katholischen Hildesheim stirbt, beschreibt ihn Fritsche am 30.12.56 (in einem Brief an Charlotte P.): "Er selbst war ein Freund des Unbekuemmerten bis an die Grenze des Nichtzumutba- ren." Als Germer Metzger am 29.4.1958 Martha Kuentzels Liber AL mit Crowleys Widmung schickt, sieht sich Metzger darin bestaetigt, das Erbe der "Thelema-Verlagsge- sellschaft Leipzig" angetreten zu haben. Doch auch sein Verkauf von Crowley- Buechern scheint nicht ganz so schwungvoll zu verlaufen, wie Metzger es sich wuenscht {10}. Vergeblich schreibt Metzger die Witwe, Luise Lekve, an und fordert von ihr alle Thelema betreffenden Unterlagen heraus. Eine Dame aus Hildesheim, die berichtet, Lekve habe seine Frau "wegen der Ku- entzel" verlassen [Altersunterschied: 62 Jahre], kauft nach Lekves Tod den Buechernachlass auf, und zusammen mit Lekves Frau ordnet sie die Unterlagen, wobei zum Teil handschriftliche Manuskripte Crowleys (die nicht zuvor schon an C.H. Petersen gegangen sind) als "schwarzmagisch" eingestuft und deshalb ver- brannt werden [so Dieter Heikaus, Grossmeister des Ordo Saturni, der von obge- nannter Dame einige Lekve-Kuentzel-Buecher erwirbt].508* Der Rest des Erbes geht an einen Br. "Nuernberger" in Hamburg. Erst zwei Wochen vor Germers Tod, am 11.10.1962 "waehrend der Eroeffnung des Oekumenischen Konzils des II.Vatikans - wurde die Stele der Offenbarung von Hamburg quer durch Deutsch- land nach Zuerich und von dort nach Stein ueberfuehrt, wo sie unter Glockenge- laeut in die Kapelle getragen wurde," lautet die frohe Botschaft in der Oriflamme. Es handelt sich hier nicht um Crowleys Kopie der Stele, sondern um Lekves Druckplatte (vermutlich identisch mit der Druckplatte Crowleys fuer seine Equinox-Baende).509*

8. VON DER TRIBUENE ZUR GNOSIS

Friedrich Mellinger erblickt am 15. November 1890 in Berlin das Licht der Welt. 1919 wird er Mitbegruender und Schauspieler des ersten links-politi- schen, aktionistischen Avantgarde-Theaters "Die Tribuene" in Berlin, bei der Karl-Heinz Martin, eine Gestalt von einigem Einfluss, als kuenstlerischer Lei- ter taetig ist und Schauspielergroessen wie Fritz Kortner und Rudolf Leonhard auftreten.510* In der Selbsterklaerung der Tribuene spricht man von Theater "ohne Betrieb und Technik" ohne "unnatuerliche Trennung von Buehne und Zu- schauer," stattdessen wollen die Kuenstler "Seele und Gesinnung offenba- ren."511* Am 30.9.1919 triumphiert man mit Ernst Trottes "Die Wandlung," in- szeniert von Karl-Heinz Martin.512* Die folgenden expressionistischen Auffueh- rungen finden jedoch keinen einheitlichen Stil, und die Tribuene geht bald un- ter sich abloesenden Spielleitern unter.513* 1921 gruenden Dr. phil. Mellinger und der Regisseur Eugen Felber in Muenchen die "Schaubuehne" aus den Resten des Ensembles und der Dekoration von Felbers "Neuer Buehne." Die "Schaubuehne" im Steinicke-Saal an der Adalbertstrasse, wo hauptsaechlich expressionistische Stuecke von Kaiser, Buechner und Sternheim aufgefuehrt werden, wird bald von Mellinger allein uebernommen und besteht dann nur noch kurze Zeit.514* Von 1927-31 ist Mellinger Mitarbeiter des Propylaeen-Verlags und Leiter515* des Ullstein-Verlags Abteilung Drama und Theaterkritik und der "B.Z. am Mit- tag" in Berlin.516* Am 30.5. 1929 wird sein Sohn Michael Andreas geboren.517* Ab 1931 schreibt er als freier Mitarbeiter der Vossischen Zeitung kunstkriti- sche Essays fuers Feuilleton. Bis 1932 ist Mellingers Name im Buehnenjahrbuch zu finden. 1933 ist er nicht mehr aufgefuehrt. Im Rahmen der Reichskulturkammer ist im Spaetherbst 1933 die Reichsschrifttum- kammer gegruendet worden. Offen bleibt die Frage, ob er sich ueberhaupt um Aufnahme beworben hat und abgelehnt worden ist. Mellingers Name taucht in die- sem Zusammenhang nicht auf.518* Seine schriftstellerischen Aktivitaeten klin- gen fuer seine Entwicklung programmatisch: "Der Verfuehrer" und "Gernegross" erscheinen 1933.519* Im selben Jahr enthuellt Mellinger seine esoterischen Ambitionen im Buch "Zeichen und Wunder, Ein Fuehrer durch die Welt der Magie." Behandelt werden Astrologie, Graphologie, die Sprache der Koerperformen, Okkultismus, Mediumis- mus und Spiritismus. Die "Propheten und Wundertaeter" Rudolf Steiner, Helena P. Blavatsky, die Wunderdoktoren Weissenberg und Zeileis und der Hellseher Hanussen werden gewuerdigt. Der Leser erfaehrt, dass sich der Autor in den Kreisen der Deutschen Gesellschaft fuer Wissenschaftlichen Okkultismus umge- schaut, sich als Hypnotiseur betaetigt und, zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Eva Sinding, an Seancen und Beschwoerungen Verstorbener teilge- nommen hat. Ektoplasma-Materialisationen werden begeistert fotografiert und die Materialisation von 15 frischen Maigloeckchen nicht als parapsychologi- sches Phaenomen, sondern schlichtweg als Wunder bezeichnet.520* 1933 emigriert Mellinger zusammen mit seiner Frau und seinen Soehnen Michael Andreas und Lukas nach London und schreibt das Script "The Emperor(a) of the Sahara," von dem sein Sohn Michael meint, sein Vater habe es jemandem ueberge- ben, der es in Hollywood vergeblich als sein eigenes zu verkaufen versucht hat (Brief vom 25.5.91). Mellinger erreicht Los Angeles im Jahr 1936, wo er nun als amerikanischer Staatsbuerger am Theater Fuss zu fassen versucht. "Er hatte eine Rolle als Schauspieler bei dem Exiltheater Freie Buehne, Leiter Walter Wicclair, dem er nicht besonders auffiel. Der naechste Versuch war eine Thea- tergruendung DIE TRIBUENE... Ich habe fuer die Tribuene hier durch Interviews ermittelt, dass nur zwei Auffuehrungen zustande kamen. Dass er Gruender des Santa Monica Playhouse gewesen sein soll, konnte ich nicht verifizieren521* ...Er war Mitglied im German Jewish Club of 1933, Inc., Los Angeles. Dort gab er eine literarische Lesung aus seinem Werk "Der Kaiser(b) der Sahara" [zu dieser Zeit verfasst Mellinger "The Mirage"] ... Im Uebrigen spielte er win- zige Rollen (bit parts) im Hollywood-Film, zu klein, um registriert zu werden. Eine winzige Rolle spielte er in Leopold Jessners Buehnenproduktion "Wilhelm Tell", doch das Unternehmen ging nach zwei oder drei Vorstellungen pleite. Der Deutsch-Amerikaner [Regisseur und Schauspieler] Wilhelm Dieterle [1893-1972] versuchte so oft wie moeglich ihm bit parts zu verschaffen. Laut Auskunft des Schauspielers Hans Schumm war Mellinger derart arm, dass er die $ 25.-- fuer die Mitgliedschaft in der Extra's Guild nicht aufbringen konnte. Er wollte das Geld von Peter Lorre borgen, der es ihm nicht gab. Im April 1940 noch einmal eine Lesung fuer den deutsch-jued. Club, diesmal aus "The Desert Dictator"(c) in Elliot Fishers Theaterschool... Das allgemeine Bild ergibt einen Emigranten, der, wie viele andere, vergeblich versuchte, in Hollywood auf der Buehne oder im Film Fuss zu fassen. Wie viele andere auch, wurde er als deutschsprachiger Emigran nach Bremen/Deutschland gesandt, wo sich ihm Chancen fuer einen Neuaufbau seiner Existenz boten. Von Bremen gelangte er nach Westberlin (U.S.Sektor)."522* Mit Charlotte Dieterle, einer bekannten Astrologin und der Frau von Wilhelm Dieterle, hat Mellinger in Hollywood keinen Kontakt. Die Hilfsorganisation "European Film Fund" fuehrt Mellinger ebenfalls nicht in den Betreuungslisten auf. (a-c)Vom "Emperor" ueber "Kaiser" zum "Dictator" der Wueste. Wilfred T. Smith/"Voluntas Perfectas Omnia Vincat" (geb. 1885), der Crowley nur einmal getroffen hat,523* ist von seinem Meister am 1.1.1932 testamenta- risch als "successor" bestellt worden und laesst seine von ihm am 21.9.1935 gegruendete 2. "Agape Lodge" in Hollywood als "Church of Thelema" amtlich eintragen, was auf Ablehnung Crowleys und auch Karl Germers stoesst {13}. Ende 1939 kontaktiert Mellinger Smith, taucht dort im Februar 1940 auf und wird Smiths "friend indeed," der von ihm mit "great affection, sincere regards and admiration for his intellegent [sic] judgements and frank criticism" spricht.524* Mellinger beklagt sich ueber die "woman-run organisation"525* und vergrault die Frauen: "Whenever he got to telling the story of their [Nazis] tortures and killing of the Jews in Germany, I couldn't stand the narration and so fled the room."526* Am 23. April 1940 unterzeichnet das OTO-Mitglied Mellinger/"Merlinus" ein AA- Dokument als Probationer mit dem Motto: "Arte Unionem Manifestabo Gnosticam," sein Zeuge ist Smith.527* Ein bisschen Geld verdient Mellinger mit Astrologievorlesungen.528* Da seine Familie nie bei den OTO-Leuten dabeisein will,529* sitzt er den ganzen Tag un- taetig im OTO-Haus der 2. Agape Loge herum, zu stolz um "knechtische" Arbeit im Haushalt zu leisten.530* Dafuer erstellt er die Horoskope der OTO- Mitglieder.531* Am 8.12.42 verlaesst Mellinger die 2. Agape Loge und nimmt einen Job als Nachtportier in einem Hotel in Arizona an. Von da aus besucht er Karl Germer in New York. Germer finanziert Mellingers Rueckreise, die von Bremen spaeter nach West-Berlin fuehrt. Im April 1945 wird Mellinger erneut Vater eines Soh- nes.532* Sofort nach dem Zweiten Weltkrieg besucht Mellinger Aleister Crowley in "Netherwood," in der Naehe von Hastings, Sussex, hilft ihm, seine Papiere zu ordnen und erledigt die Korrespondenzen. Crowley ist von Mellinger derart be- eindruckt, dass dieser sein "Geistiger Sohn" wird. In einem Brief vom 15. Juli 1947 bereitet Crowley seinen "beloved son"533* Mellinger sogar auf "a position of supreme responsability" vor, womit das Amt des OHO gemeint ist.534* Crowley unterschreibt mit "a Father's Blessing in full measure 666."535* Fuer Mellin- ger ist Crowley ein "Geistesheld unseres Jahrhunderts."536* "Merlinus" hat "Therion" wohl seine spiritistischen Neigungen verheimlicht, da letzterer diesbezueglich eine klare Meinung hat: "I always set my face against spiritualism."537* Smith, der auf C.S.Jones als X° der 2. Agape Loge folgt, wird bald von J.W. Parsons und dieser spaeter von Roy Leffingwell abgeloest {13}. Smith stirbt 1957. --- Zurueck in Deutschland findet, Mellinger kuenstlerischen Naehrboden. Von 1946 bis 1949 wird er Theater-Kontrolloffizier der amerikanischen Militaerregierung in Bremen und Mitarbeiter der "Dramaturgischen Blaetter." Anfang 1946 und im Mai 1947 taucht Mellinger wieder bei Crowley in England auf. Im Maerz 1948 fuehrt er an den Bremer Kammerspielen Regie fuer Thornton Wil- ders "Our Town" und im April 1949 am Berliner Hebbel-Theater. Letzteres geht bald ein. 1948/49 ist Mellinger Schauspieler am Renaissance Theater. Am 10. April 1948 fuehrt er sein eigenes Stueck, die "Satanische Symphonie" auf.538* "Den Kritiken der hiesigen Presse zufolge (Weser Kurier bzw. Nordseezeitung vom 12.4.48) war die Aufnahme sehr negativ: das Publikum reagierte mit Unruhe, Pfiffen und Zwischenrufen."539* In dieser Zeit als Theateroffizier haelt Mellinger regelmaessig in Berlin, Bremen und anderen deutschen Staedten Vortraege ueber amerikanisches Drama und Theater. 1946 in Max Reinhardts Deutschem Theater, anlaesslich der Max-Rein- hardt-Gedenkfeier, oder im Juni 1948 auf der Duisburger Friedenswoche. Mellin- ger schreibt auch kleine Vorworte fuer Theaterprogramme, z.B. fuer Rose Fan- kens "Claudia" (Max Reinhardts Deutsches Theater in Berlin), Sidney Kingsleys "Menschen in Weiss" (Theater am Schiffbauerdamm in Berlin) oder Lind- say/Crouses "Der Herr im Haus" (Bremer Kuenstler-Theater). 1950 publiziert Mellinger "Das Theater am Broadway," wo sogar Crowley in einer Fussnote Erwaehnung findet. Master of the Temple Mellinger reist kurz in die USA, um seine amerikanische Staatsbuergerschaft nicht zu verlieren, und hilft Germer beim Aufraeumen des Archivs.540* Im Ja- nuar und April 1951 scheint aus thelemitischer Sicht etwas mit "Merlinus"' esoterischer Entwicklung nicht mehr zu stimmen.541* Als "Master of the Temple" (ein AA-Grad) beginnt er Germers Autoritaet anzuzweifeln, und Germer, ganz sensibel auf jeglichen Widerspruch, geht so weit, Mellinger "als gefaehrlich" einzustufen, und meint, Mellinger moechte OHO werden.542* Mellinger, kultiviert, gebildet und ehemals aktiv, wenn auch erfolglos mitbe- teiligt an der kuenstlerischen Entwicklung des Berliner und Muenchner Theaterlebens, langweilt sich bei den amerikanischen Thelemiten. Wie Germer sich beklagt, duerfte er sich bestimmt nicht zu Unrecht der 2. Agape Loge ge- genueber etwas ueberheblich verhalten haben. Es kann deshalb auch nicht ver- wundern, dass Mellinger den nach eigenen Aussagen unbelesenen Germer schwer- lich als seinen Ordensoberen akzeptieren kann. Trotz allem zieht Karl Germer Friedrich Mellinger Friedrich Lekve und C.H. Pe- tersen vor und macht ihn zum europaeischen Beauftragten, um Kandidaten fuer Crowleys OTO zu pruefen und gegebenenfalls zu initiieren. Grant, Lekve und Metzger haben primaer mit Mellinger zu tun. Obwohl Metzgers Geliebte Anita Borgert schon 1946 mit Sascha Germer korrespon- diert hat, erhaelt Metzger erst von Lekve die Adresse Germers, der ihn nun an Mellinger verweist. Mellinger, als IX°, braucht "no formal Charter," um In- itiationen, selbst in den IX°, vorzunehmen, teilt ihm Germer am 15.9.51 mit. Germer befuerchtet, sich und Mellinger vor Metzger zu blamieren: "He knows all about Grosche and knows Traenker personally," die Germer ja beide auch noch aus Pansophie-Zeiten her kennt {5}. In Sachen Thelema ist Metzger aber nicht informiert, "it seems he confuses things of which he has no notion... He knows nothing about the A.A. at all."543* --- Im Oktober 1951, genau einen Monat nach der Geburt seines Sohnes Parcival Pe- ter (25.9.51, Mutter ist Anita Borgert), faehrt Metzger mit Frl. Annemarie Aeschbach {9} zuerst nach Hildesheim zu Friedrich Lekve und anschliessend nach Hamburg, wo Mellinger zur Zeit lebt. Mellinger berichtet am 31.10.51 Germer nach New York, dass Metzger ganz ver- sessen darauf sei, soviel Material wie moeglich zu besitzen. Obwohl sich Metz- ger gern in den Hintergrund stelle, schimmere durch, "that he is looked at as THE authority in every respect by his sheep." Mellinger will Metzger bei der Neuuebersetzung der Gnostischen Messe behilf- lich sein und ihn nach besten Kraeften unterstuetzen. "In one respect, I told him, do I feel that he could not expect your [Germers] authorisation to use the material you might send him," was Metzger "with splendid and convincing modesty" aufgenommen habe. Leider habe man die Papiere von Genja Jantzen noch nicht, aber Metzger wolle bald einen vielversprechenden Mittelsmann einschal- ten. Metzger und seine 17 "brethren" haetten die drei unteren Reuss-Rituale durch- laufen und wollten nun so schnell wie moeglich die Aufnahmeformulare, wie sie auch Lekve erhalten habe, unterschreiben, um die Crowley-Rituale kennenzuler- nen. Metzger sei durch Pinkus ins Sanktuarium der Gnosis aufgenommen (IX°), "in a very original form, as it seems, which P. might have devised by combi- ning traditional instructions with the results of his own studies and ex- periences."544* Deshalb sieht Metzger seinen Besuch bei Mellinger in folgendem Licht: "Im Ok- tober 1951 wurde der IX° OTO von Fra. Merlinus (Dr. Frederic Mellinger) im Auftrag von Fra. Saturnus [Karl Germer] in Anwesenheit von Sor. Chochmah [Frl. Aeschbach] in Hamburg Fra. Paragranus [Metzger] ueberreicht."545* Dokumentarisch laesst sich das Geschehen vom 28.10.51 mit Metzgers und Frl. Aeschbachs Aufnahmegesuchen in Crowleys OTO belegen. Mellinger unterschreibt, und Germer setzt spaeter seine Unterschrift als Zeuge dazu.546* Germer sieht seine "authorisation only as continuation of his previous O.T.O. work, with the exception that he had been working the old Reuss rituals (which did not accept the Law of Thelema) and that he now adopted our rituals."547* [Vorliegend sind die von Germer und Mellinger unterzeichneten neun Formulare fuer Metzgers Gruppe {6}: Aeschbach, Borgert, Gerard, Hanimann, Binder, Herr und Frau Weber und Roesli Metzger. Viele davon sind noch unter den Lebenden als IX° OTO zu finden.] Mellinger beginnt fuer Metzger Crowley-Texte auszusuchen, die dann von Mellin- ger selber oder C.H. Petersen uebersetzt bei der Psychosophischen Gesellschaft {10} publiziert werden. Am 4. Dezember 1951 setzt Germer seine Frau Sascha und Mellinger in seinem "Last Will and Testament" ein. "I leave the whole of my property and possessions to my beloved wife Sascha Ernestine Andre-Germer as sole heir... As regards the property of the Order Ordo Templi Orientis... I direct that this is passed to the Heads of the Order... my wife... has to be the executor of this part of my Will, together with Frederic Mellinger..."548* Wie aus dem Briefwechsel zwischen Germer und Grant hervorgeht, hat sich Germer sehr intensiv von Mellinger in Sachen Thelema beraten lassen. Wahrscheinlich angestachelt von seiner Frau Sascha, belastet Karl Germer im Fruehjahr 1952 sein Verhaeltnis mit Mellinger. "Sascha was jealous of any per- son Karl was liking too much... was quite nasty to Mellinger in some way when he visited them and Karl was probably abrupt."549* "Sascha caused the split between them."550* Bald kommt Germer zur Ueberzeugung, Mellinger arbeite als Spion fuer die amerikanische Regierung, und der Kontakt bricht ab, ohne dass Germer jedoch sein Testament aendert. Mellinger wohnt zwischendurch auch in Zuerich und erhofft sich (wie zuweilen Friedrich Lekve) vergeblich am 9.7.57 von Oscar Schlag {14} Protektion fuer sein von Shakespeare inspiriertes Theaterstueck "Timon of Detroit," das er fuer ihn wieder aus der Schublade gezogen hat. Germer hat zu diesem Werk ein paar Jahre zuvor keine Stellung nehmen koennen: "I do not read books."551* So wie sich Mellinger in seinem 1933 veroeffentlichten Buch fuer Spiritismus begeistert, ist Schlag {14} in verschiedenen Werken als Medium erwaehnt, z.B. bei Fanny Moser (1872-1953), Gerda Walther... Schlag demonstriert gern die Experimente, die unter Kontrolle von Bleuler, Jung u.a. beobachtet worden sind. Die Botschaften, die vom "Egregor" von Schlags Gruppe, ihn als Schreib- medium benuetzt habend, ueberliefert sind, harren, laut, seinem Testament, ih- rer Veroeffentlichung in einer Auflage von 999 Exemplaren. Fuer Metzgers Publikationen uebersetzt und schreibt Mellinger kleinere Arti- kel, Crowleys "Khing Kang King," und bespricht Buecher. Er behauptet, Richard Wagner sei OHO des OTO gewesen.552* Als Metzger im Mai 1956 in den Militaer- dienst einrueckt,553* scheint Mellinger fuer drei Monate die Redaktion ueber- nommen zu haben. Herbert Fritsche moechte 1956 Ernst Klett nach Stein lotsen, wissend, dass "Frederic Mellinger aufs beschnittenste in Stein ist, frisch von Amerika herbeigeeilt, vermutlich um neue Hochgrade zu verteilen."554* Mellingers Mitspieler wird Charles Waldemar, der laut Schlag unter dem Pseudonym Gerhard Zacharias ein massgebliches Buch ueber Kulte veroeffent- licht.555* Am 12.10.1955 nimmt Waldemar erstmals unter s"einem Namen in der Maya-Welt" Kontakt mit "Frater" [sic] Anita Borgert in Stein/Appenzell auf. Er besitze seltene Manuskripte Crowleys, ueber die er sich begeistert aeussert. Charles Waldemar unterzeichnet [zumindest einen Brief] als 5=6 und schreibt Formeln "fuer die Liebe ohne Coitus-Kummer," Selbstvertrauen, Potenz, Beliebtsein und Yoga. Im Handel sind Waldemarsche Elektro-Akupunktur-Geraete, vergoldete Ruec- kenrollen, Strahlenschutzdecken, Sauerstoff-Ionengeraete und Fuss-Reflexona- toren erhaeltlich.556* Mellinger distanziert sich um diese Zeit von Metzger, um sich mehr theosophi- schen Aktivitaeten zu widmen. Als Karl Germer 1962 stirbt und sich Metzger im Januar 1963 zum OHO waehlen laesst, bearbeitet Metzger nun die Witwe Sascha Germer.

Buehne frei fuer den OHO

"Wir, General Gross Sekretaer des Souveraenen Sanctuariums des Ordens der Tem- pler vom Orient geben hiermit Nachricht... dass... eine Zusammenkunft der Prinzen Patriarchen Gross Konservatoren... den Erlauchten [Metzger] Gross Mei- ster X° des Ordens der Templer vom Orient, Souveraener Gross Meister des Ordo Illuminatorum, Souveraener General Gross Meister der Fraternitas Rosicruciana Antiqua und Souveraener Patriarch Ecclesiae Gnosticae Catholicae zum Souverae- nen General Gross Meister O.H.O. des Ordens der Templer vom Orient berufen ha- ben. Weil an Uns die Reihe und auf Uns die Wahl fiel, nehmen Wir demuetig auf Uns das Amt, das Uns der Orden uebertragen," bedankt sich Metzger im Manifesto vom Fruehjahr 1963.557* Am 6. Januar 1963 haben Harnisch/"Hilarius", Na- ber/"Nathan", Scheidegger/"Thaddaeus", "Romanus" und "Elieser" [vielleicht Pinkus posthum?] Metzger zum OHO gewaehlt. Die "minutes" sind wortwoertlich uebernommen aus Reuss' Oriflamme vom Juli 1913,558* Seite 3 und Crowleys Equinox-Band I,10 vom September 1913, Seite xxv. Dem Wahlprotokoll liegt eine notarielle Beglaubigung des Notariats Zuerich Altstadt und ein Attest bei, das Metzger als einen "in Ehren und Rechten stehenden Buerger" ausweist, so dass seine Wahl zum OHO also seit Fruehjahr 1963 amtlich beglaubigt ist. Auf diesem Attest vom 9.1.1963 sind ausser obigen Titeln noch folgende aufge- listet: "Patriarch Malachias, Vicarius Salomonis des Souveraenen Sanctuariums der Gnosis." Unterschrieben haben das Attest: Ordensquaestor, General-Schatzmeister: Annemarie Aeschbach/"Chochmah" Gross Meister der Loge: E. Engeler/"Angelus" General Ordenskanzler: Anita Borgert/"Ainyahita" Ordenssekretaer Germaniae: W. Harnish/"Hilarius" Diakonisse Gnostisch Katholische Kirche: Dorothea Weddigen/"Dodo". Am 9.2.63 schickt Metzger eine zweisprachige, vom Vizekonsul der USA in Zue- rich, Charles Hill, beglaubigte Aufforderung an Sascha Germer, sofort alles Ordensmaterial in die Schweiz zu schicken. 200 Dollars folgen, um die Porto- kosten zu decken. Unterschriften wie beim Manifesto. Sascha erinnert sich an Germers Testament, das ihr das persoenliche Eigentum ihres Mannes zuschreibt, aber Mellinger als co-executor in Sachen OTO nennt. Frau Germer weiss jedoch seit 12 Jahren nicht mehr, wo Mellinger steckt. So schreibt sie ihrem Anwalt Chisholm, Metzger habe "to fight for himself," aber "After long and careful study of all Files and after Experience of 20 years of O.T.O. work I have to say that to the best of my knowledge, he [Metzger] is the only one who has all the Rights to be the next O.H.O."559* Metzgers Forderungen nehmen einen harscheren Ton an. "Ob es einzelne gibt, die das nicht verstehen und quertreiben moechten oder nicht, interessiert uns nicht im geringsten... Wir muessen von Ihnen fordern... Wir sind nur die Nachfolger... Gott stehe Ihnen bei."560* Schliesslich geht Frau Germer die Unterlagen ihres Gatten durch und kommt zum Entschluss: "Frater Saturnus Will and Wish was: that Frater Paragranus takes the Heavy Burden off his shoulders."561* Auch anderen gegenueber aeussert sich Frau Germer eindeutig: "I had met Mrs Germer, a very fine lady, and heard her speak rather highly of Metzger. This was after Germer's death."562* Metzgers und Frau Germers Anwaelte sind rege, und Mellinger kann ausfindig ge- macht werden. Dieser aeussert nun knapp und klar am 25. September 1963 seine Meinung: Metzger und Frau Germer haetten "violated... the Will of the de- ceased." Erstens habe man ihn selber nicht gefragt, ob er Metzger zum OHO waehlen wuerde, und zweitens habe Metzger nur eine Autoritaet, auf die er sich berufen koenne: sein uebersteigertes Ego.563* Diese Meinung Mellingers gibt spaeter dem "Caliphat" Anlass, Metzger nicht als OTO-Mitglied zu akzeptieren, obwohl Mellingers Urteile gegenueber anderen Personen "have been found incor- rect and unreliable."564* Fuer die Anwaelte ist der Fall klar, resp. "entirely useless" geworden.565* Metzgers Anwalt macht einen letzten, aber vergeblichen Versuch. "Your late husband, Karl Johannes Germer, was a great leader of this Order and it would seem a shame for all of his works to lie in someone's basement."566* --- Seit ca. 1960 ist Mellinger Mitglied der Theosophischen Gesellschaft ADYAR in Berlin, wo man sich gerne an ihn erinnert: "Er war fuer uns eine grosse Berei- cherung und fuer mich ein liebevoller vaeterlicher Freund."567* Er haelt oeffentliche Vortraege und fuehrt einen kleinen internen Arbeitskreis mit be- sonders interessierten Mitgliedern. "Alles dies war erfuellt von seinem tiefen Wissen und von grossem Idealismus."568* Am 29. August 1970 stirbt Friedrich Mellinger in Bad Wiessee. Seine Buecher sind schon 1957/58 in Oscar Schlags Sammlung gewandert, seine 28 Briefe von Crowley 1985 von Sotheby's verkauft worden. Frau Beate Mattern hat vergeblich versucht, nach dem Tode Mellingers fuer dessen autobiographischen Roman "Utinam" ["Manitu" rueckwaerts gelesen] einen Verleger zu finden. Lukas Mellinger ist Architekt in London geworden. Michael Andreas Mellinger lebt in Kent und hat in zahlreichen englischen Buehnen-, Fernseh- und Hoerspielen und in den Filmen "Geheimakte M" und "Weisses Blut" mitge- spielt,569* an die er sich aber kaum mehr erinnern kann.

9. THELEMA IM APPENZELL?

Annemarie Aeschbach

Geboren am 26.2.1926 in Zuerich als Tochter des Essigfabrikanten Robert Aesch- bach, hat Frl. Aeschbach ihren behoerdlich angemeldeten Wohnsitz bis zum Zeit- punkt von Metzgers Tod 1990 in Zuerich an der Eugen Huberstrasse. In Stein ist sie seit 1954 als Besitzerin der Liegenschaft Schedlern gemeldet. Zusammen mit Metzgers Haushaelterin Anna Werder-Binder, die in Zuerich mit Metzger zusammen gewohnt hat (geb. 6.10.22, Verwaltungsbeamtin, geschieden, seit 1967 mit Metzger im gleichen Haushalt, aber mit eigenem Kleinwagen), ver- bringt sie die meiste Zeit in Stein, beantwortet das Telefon und erledigt die Buecherbestellungen. Frau Werder-Binder hat am 25.4.1951 zusammen mit Charles Huber das Diplom an Eugen Grosche unterzeichnet, das letzteren zum "rechtmaessig aufgenommenen Glied" gemacht hat {6}. 1954 kauft Frl. Aeschbach ihrem Vater das Haus in der Schedlern ab, das dann als Komturei Thelema bezeichnet wird. Im Haus sind 1986 noch an den Tueren Gaestezimmernummertafeln befestigt. Es ist ein dreistoeckiges Landhaus im Villenstil der Jahrhundertwende mit eng wirkenden Raeumen, man sieht direkt auf den Gasthof nebenan.570* Beide Gebaeude stehen Seite an Seite an der St- rasse, die zum nahen Dorf Stein fuehrt, das 1100 Seelen zaehlt. Die Einweihung nach der Renovation findet am 24./25.9.55 statt. 1964 uebernimmt ein Paul Kraenzlin den Gasthof Rose. Ernst Neuschwanden, der vorherige Besitzer, steht in dauerndem Streit mit Metzger (z.B. ueber den Parkplatz) und haette diesem (laut dem Gemeindepraesident von Stein) den Gast- hof "nie" verkauft. Aber schon ein Jahr spaeter ist Frl. Aeschbach Besitzerin der Rose. Dazu gehoeren 40'000 m2 Umschwung und 8 Gebaeude mit insgesamt 137 zum Teil unterirdischen Raeumlichkeiten.571* "Sie arbeitete in den 60er Jahren mit in der Gallerie [sic] ihres Bruders... Holte sie mehrfach dort ab. Weiss nur, dass Stein ohne sie nicht existieren wuerde."572* Die Umbauten dauern bis 1969.573* Das noetige Geld erhaelt Frl. Aeschbach u.a. durch den Verkauf von Haeusern am Eulenweg in Altstetten. Einkommen bleibt all die Jahre hindurch praktisch keines zu versteuern, sondern nur Vermoegen, das aber zwischen 1975-1982 auch auf Null schrumpft. Am 10.10.1980 stirbt ihr Va- ter (geb. 27.12.1885), Besitzer der bekannten Aeschbach-Essigwerke. Erst ab 1983, als die Galerie an der Loewenstrasse in Zuerich aufgegeben wird, schnellt das Vermoegen auf beinah eine 3/4 Million Schweizerfranken, ebenso wird wieder Einkommen versteuert. Beide Zahlen sind ruecklaeufig. Ferner ist Frl. Aeschbach weder im Handelsregister in Zuerich noch in Stein eingetragen bzw. auffindbar (ausser im Zusammenhang mit der Eintragung der Genossenschaft Psychosophia in Zuerich {10} vom 3.3.1952-14.3.1957). Einladungen zu den Gesellschaftsabenden des "Weltbund der Illuminaten" im Cafe Muenz (Zuerichstube) signiert sie mit dem Stempel "I.H. Weltbund der Illumina- ten, Chochmah," z.B. am 30.8.1975 fuer Franz Spundas Vortrag "Die Kunst und das moderne Weltbild." Andere sind von A. Butz gezeichnet. Gemaess der "Satzung des Illuminaten-Ordens in Dresden" (1903) heisst es: "man bediene sich nur der Buchstaben "J.G." zur Bezeichnung des Ordens."574* Wie die Verlagsauslieferung "Neue Buecher AG" in Zuerich mitteilt, hat Frl. Aeschbach im Laufe der Jahre 4-6 Exemplare von Titeln der Verlage Sphinx (Basel) und Ansata (Interlaken) angefordert. Frl. Aeschbach fungiert als Diakonisse bei der Gnostisch-Katholischen Messe. Horst Knaut schreibt ueber sie: "Sobald von Meister Therion gesprochen wird, merkt man ihr beglueckende, verehrende Gefuehle an. Sie und die Priesterin A. Borgert scheinen Metzger ueber alle Massen zu lieben und zu vergoettern." (Das Testament des Boesen, Stuttgart 1979). Der Start ihrer Crowley-OTO-Karriere laesst sich mit dem von Karl Germer und Friedrich Mellinger unterzeichneten OTO-Formular vom 28.10.1951 datieren. Frl. Aeschbach wirkt sehr schulmeisterlich und lehnt alles Moderne ab. Sie legt viel Wert auf Aeusserlichkeiten und gibt sich geheimnisvoll. An ihrem Arm traegt sie ein Kupferarmband mit astrologischen Symbolen.575*

Anita Elisabeth Borgert

Geb. 12.5.1918 in Leipzig, Buchhaendlerin in Sachsen, ist Frau Borgert seit dem 17.7.53 in Stein als Haushaelterin im Haushalt Aeschbach taetig. Frau Borgert hat waehrend des Zweiten Weltkrieges in die Schweiz geheiratet, sich am 11.9.51 scheiden lassen und ist mit Metzger verbunden durch eine "freie Liebe im Sinne des Gesetzes von Thelema."576* Frau Borgerts Crowley-OTO-Karriere beginnt am 3. April 1953. Alias "Ainyahita" uebernimmt sie die Redaktion des Verlags "Psychosophische Gesellschaft" {10} und arbeitet im Jahr 1965 ein paar Wochen in der Wirts- stube, bis Ende der 1970er Jahre dann im Klosterarchiv, fungiert als Prieste- rin bei der Gnostisch-Katholischen Messe, liest die Daten der verschiedenen Klimamessgeraete und agrarmeteorologischen Apparate ab, die sich auf dem Dach und im Garten des Hauses in der Schedlern befinden. Frau Borgert schenkt Metzger zwei Soehne, Simon und Parcival. Joseph Gras- ser/"Stephanios" aeussert darueber ehrverletzende und hier nicht wiederzuge- bende Kommentare in seinem Mitteilungsblatt "Entretien."577* Joseph Isidor Grasser, geb. 9.6.1906 in Issenheim/Elsass, 90°, S, gruendet 1957 im Auftrag von Robert Ambelain die "Ass-Martiniste Int. "Les Stephanios" Internationale Gross-Loge Kether-Paris," die auch dem MM angegliedert ist. (Robert Ambelain, Nachfolger der Martinisten, Gnostiker und des MM in Frankreich, von Beruf Gasableser der Societe Five-Lille,578* tritt in den Kapiteln ueber die Gnostiker wieder in Erscheinung.) Grasser hetzt P.R. Audehm gegen Metzger auf {11}. Simon Metzger (in Dietikon) arbeitet wie seine Mutter ebenfalls fuer eine Wet- terstation. Parcival lebt in Genf. Ueber die zwei Soehne schreibt Audehm: "Einer von ihnen muss (so anfangs der 70er Jahre) in die Fusstapfen seines Vaters getreten sein. Hier in Frankfurt machte er auf Rauchenentwoehnung [sic] mittels Hypnose. Hoerte das im Rund- funk."579* Energisch verjagt Frau Borgert die unliebsamen Reporter, die sich nicht in zaehem Briefverkehr entweder haben abhalten oder von der Lauterkeit und Rein- heit der Ideologie ueberzeugen lassen, und natuerlich die Neugierigen, die sich auf dem Anwesen herumtreiben.580* Im Prozess gegen den Boulevard-Reporter Horst Knaut Mitte der 70er Jahre tritt sie zusammen mit Metzger als Klaegerin auf. "Anita: stand der Kueche vor (meisterlich) - und sorgte dafuer, dass die Oriflamme... puenktlich erschien. Vermutlich hat sie - auch mit der Werther [sic] die "Quibus licet's" bearbeitet, d.h. die ca. 50 Anwaerter (Minervale) betreut."581* Anita Borgert gilt bis 1980 als die engste Vertraute des "Oberhirten." Am 31.12.1979 meldet sie sich jedoch bei der Gemeinde in Stein ab und verlegt ih- ren Wohnsitz an die Nussbaumstrasse in Zuerich. Seit dem 24.6.1980 lebt sie an der F***strasse in Duebendorf. In einem Telefon am 8.1.87 gibt Frau Borgert nur karge Auskunft. Ihr Amt als General-Kanzler habe sie seit 1980 nicht mehr inne. Ihre redaktionelle Taetig- keit habe sie von ganz Anfang an, schon 1953, mit dem "Ketzerbrevier" begon- nen. Das "Mitteilungsblatt des Psychosophischen Instituts" von 1948 erwaehnt sie nicht.

Hermann Joseph Metzger alias "Peter Mano"

Geboren am 20.6.1919, 21.25 Uhr, Buerger vom Bauerndorf Zezikon, TG, und Lu- zern, "+ 47.03 und Laenge 8.17." "Also, ueber Metzger's Vergangenheit ist mir so gut wie NIX bekannt. Hatte eine strenge Mutter (psychologisch interessant), die ihn zuweilen barfuss ue- ber die Stoppelfelder jagte."582* Zuzug am 15.10.1939 von Lugano, Tessin, an die Sonneggstrasse in Zuerich 22.4.1954 an die Kaeferholzstrasse 6.4.1957 an die Birchstrasse 26, bei Sophie Huber 1.6.1957 an die Birchstrasse 10 7.11.59 an die Birchstrasse 26 zurueck zu Sophie Huber 14.7.1966 an den H***, bei Anna Werder - eigentlich aber in Stein anwesend Er erstellt sich seine eigenen Radixdaten: "Asc 14.46 Steinbock, II.H. 3.00 Fische, III.H. 16.03 Widder, MC 14.58 Skorpion, XI.H. 6.09 Schuetze, XII.H. 24.38 Schuetze, Sonne 28.27.07 Zwillinge, Mond 23.55 Fische, Neptun 07.35 Lo- ewe, Uranus 01.38 R. Fische, Saturn 24.08 Loewe, Jupiter 20.37 Krebs, Mars 17.50 Zwillinge, Venus 13.15 Loewe, Merkur 09.27 Krebs, Pluto 05.55 Krebs, Mondknoten 02.41 Schuetze, Punkt f. Glueck 18.53 Widder."583* "Metzger's Daten sind: - Asc. 14.42 Steinbock, X. l5. Scorpio... Er hat 3 Pla- neten in Leo, 3 in Cancer, 2 in Pisces, 2 in Gemini. Asc. und IV sind allein in irdischen Z. Er hat Saturn und 3 andere in VII. Was machen Sie aus einer starken Gruppierung in VII? M.E. hat das Horoskop keine starke STRUKTUR im Sinne Therion's, der fuer ein starkes Hor. forderte, dass die Planeten in 2 oder 3 Gruppen gegenseitig starke Aspekte haben. - Mir gefaellt der fast ge- naue Trigon Sonne-Uranus."584* Metzger ueber sich selbst: "Von Jugend auf habe ich mit besonderen Schwierig- keiten zu kaempfen gehabt. Die familiaeren Verhaeltnisse einerseits stopften mich mit allen nur denkbaren Komplexen voll und die persoenliche Behandlung war derart hart, dass schon fruehzeitig in starkem Masse die Erotik geweckt, LOSGEBUNDEN und bewusst wurde... Das Politische u. Religioese ist in m. Leben nicht ganz zu trennen. Ursprueng- lich katholisch, habe ich bereits mit 12 Jahren gegen gewisse Formen rebel- liert. Nachdem ich einst Priester werden wollte und in m. fruehesten Jugend durch Freunde der Familie Foerderung in dieser Richtung genoss und mich auch sonst im Schosse der Kirche stark betaetigte, schlug ich mich waehrend m. Ent- wicklungsjahre zum krassesten Materialismus durch. Das war die Zeit des dia- lektischen Materialismus, der Leugnung von Gott, m. Verbindung mit dem Kommu- nismus - vor allem auch als Rebellion gegen Faschismus und Nazionalsozialis- mus, die ich an der Quelle studiert hatte (Italien u. Deutschland). Meine Taetigkeit diesbezueglich war ebenfalls aktiv und besorgte ich die Prop. und Org. versch. Gruppen in der Schweiz... Obwohl ich bald bemerkt hatte, dass m. Ideale und Ziele auf anderem Boden sein mussten, riss mich erst die in diesem Zusammenhang stehende Verhaftung und Einbeziehung in Untersuchungshaft, von der Richtung los... Suggestion und Hypnose traten in mein Leben... Ueber alles und jedes argwoehnisch geworden, musste ich mich entscheiden! An Leib, Seele und "Geist" gebrochen, verlassen von allen Freunden, Lehrern und Autoritaeten -- doch demuetig geworden, wissend, nichts zu wissen, blieb mir kein anderer Ausweg als neu anzufangen... In dieser Zeit begegnete ich m. vae- terl. Freund Dr. P[inkus], und gleichzeitig gelobte ich mir, das verbliebene Leben fuer die Gemeinschaft und ihre geistige Entwicklung zu opfern... Von Al. Crowley besitze ich sozusagen nichts... Ihr SOTOM H. Metzger."585* Waehrend der Begriff OTO schon von Carl Kellner verwendet worden ist, taucht "SOTOM" erstmals am 17.10.1901 bei Reuss auf.586* "While he has a keen and realistic intelligence, he surprises with an attitude of a mystico-magical miracle-man in modern attire. He reminds physiognomically of Groening, the famous German healer a la Rasputin, only with more suave fea- tures, a childish smile glorifying his rotten teeth of a Tibetan rodent."587* "I find it difficult (or impossible) to take Metzger at all seriously. In fact I regard him as a harmless nonentity. In fact he is a fairly typical occul- tist."588* "So ein schlechter Kerl... ist er ja nicht. Von all den "Selbsternannte"n" ist er noch einer der serioesesten."589* "Er hat zumeist nach Paracelsus gearbeitet... Muss in juengeren Jahren inten- siv praktische Magie betrieben haben. - Das bewies er in vielen unseren Gespraechen."590* "Metzger hatte... immer eine grosse Verehrung fuer [August] Strindberg [1849- 1912] gehegt... Er war sein grosses Vorbild - und er hat es trefflich nach- zuahmen verstanden."591* "Die Aeschbach hat ihm, wie einem kleinen Kind (mit gehoerig viel Stutz) alle infantilen Wuensche erfuellt. Er hat sich in tausendundeinerlei Dinge verzet- telt. Fing alles an (z.B. Spagyrik/Alchemie...) und beendete nie etwas. Ist einfach in allem stecken geblieben, versumpft."592* Der innere Kern um Metzger besteht aus seiner Frau Rosalie, der Geldgeberin Fraeulein Aeschbach, der Haushaelterin Anita Borgert in Stein, und der Haushaelterin in seinem Wohnsitz in Zuerich, Anna Bertha Werder-Binder. Frau Werder-Binder wird ebenfalls am 3. April 1953 Crowley-OTO-Mitglied. Vom Maerz 1954 bis zum 14.7.1966 wohnt Metzger mehrheitlich bei Sophie Huber, nachher bei Anna Werder-Binder (siehe Liste am Anfang dieses Kapitels).

Papst Paragranus

Durch Pinkus zur Hypnose gebracht, avanciert Metzger alias "Peter Mano" (der Name kokettiert mit dem beruehmten Buehnenhypnotiseur Hermano, der 1938/39 im Zuercher "Corso" auftritt und eine grosse Rolle im sog. Zuercher Hellseher- krieg spielt) zum "Zauberkuenstler" und wird 1943 Mitglied bei "Sicher wie Jold," einer Internationalen Artistenboerse, die aber in ihren Unterlagen keine Auftrittsdaten von Metzger hat. Man weiss dort nur, dass Metzger "musisch alles gemacht" habe. Oscar Schlag besteht darauf, zu wissen, dass Metzger oeffentlich im Restaurant Hirschen im Zuercher Niederdorf als Hypnoti- seur aufgetreten sei, obwohl auch er ihn dabei nie gesehen habe. Schlag weiss, dass Metzger vom Auftreten des Hellseherkrieges um Hermano profitiert habe und auf der Welle von Raucherentwoehnung und Hypnose mitgeschwommen sei.593* Eingefuehrt bei "Sicher wie Jold" wird Metzger durch die Kabarettistin Betty Mann-Studer. Mitglied ist er von 1943 bis 1955, hoert aber dann ploetzlich zu zahlen auf und erreicht erst mit Nachzahlungen, am 1.1.71 wieder aufgenommen zu werden.594* Der Skandal-Journalist Horst Knaut und seine Begleiterin betreiben Anfang der 70er Jahre ihre Nachforschungen bis zu "Sicher wie Jold." Dort aber haelt man viel von politischer und religioeser Freiheit. Das Telefonbuch gibt "Schriftsteller" als Beruf an. Seine wahrscheinlich erste Publikation feiert "Peter Mano" mit dem schwaermerischen Artikel "Mirin Dajo - anders gesehen," 1947 in der Zeitschrift "Die Arve."595* Dajo (eigentlich Ar- nold Gerrit Henskes 1912-1948), ein hollaendischer Fakir, laesst sich oeffent- lich unter aertzlicher Aufsicht von Floretten durchbohren.596* In der darauf- folgenden "Arve" betrachtet Metzger die "Astrologie als zeitlose Psychologie des Mikro- und Makrokosmos," da sein vorheriger Artikel "der Sachlichkeit [wegen] bei vielen Lesern Beachtung" gefunden hat.597* Gleichzeitig wird seine 1. Ausgabe des "Mitteilungsblattes des psychosophischen Institutes" {10} wohl- wollend besprochen.598* Metzger/"Mano"/"Paragranus"/"Tabacum"/"Nemos" verfasst ca. 40 Artikel, inkl. Vortraege, Vorworte und Aufsaetze fuer den Verlag "Psychosophische Gesell- schaft" (PG) {10}. Am 14. September 1950 haelt Metzger z.B. im Restaurant Schweizerhof in Zuerich einen Vortrag ueber die "Uebersinnliche Welt." Sein Vermoegen und Einkommen von z.B. 1986 belaeuft sich auf ca. 10'000 Fr. Einkommen und 30'000 Fr. Vermoegen. Grosse selbstaendige finanzielle Spruenge kann er sich seit 1944 (wie er am 24.5.50 in einem Brief an Eugen Gro- sche/"Gregorius" antoent) nicht erlauben. Ueber seine militaerische Laufbahn will die Militaerdirektion aus Gruenden des Datenschutzes keine Auskunft erteilen.599* Man habe schon versucht, ihn als zentralisierten Punkt der PG {10} zu verunglimpfen (wie Metzger 1950 schreibt) und auch schon Angaben an die Polizei deswegen gemacht. Was ihn aber nicht wirklich angegriffen oder gestoert habe.

Rosalie Metzger-Strickler

Geboren am 2.6.1909, gestorben am 5.3.72 im Kantonsspital St. Gallen. Als Sr. "Mechala" "die Hand, die das Heiligtum schuetzt."600* Wie ihr Mann ist Frau Metzger eingetragenes Mitglied der Artisten- und Buehnenkuenstler-Agentur "Sicher wie Jold" in Zuerich. Dort haben sich die beiden sogar kennengelernt und daraufhin am 12. Juni 1948 geheiratet. Kurz da- nach wird Roesli Mitglied des Illuminaten-Ordens. Frau Metzger fuehrt ein eigenes kleines Geschaeft, die "Flickstube Halde." In Stein ist sie sehr selten zu sehen.601* Anlaesslich ihres Todes haelt Metzger ein aehnliches Ritual, wie es anlaess- lich 1990 seines eigenen Todes gehalten wird. Die Urnen mit Roesli und Hermann J. Metzgers Asche stehen hinter dem Altar der Gnostischen Kapelle.602*

Georges Berard

Geb. am 16.9.25 in Farvagny-le-petit/Frankreich, verheiratet in Zuerich seit dem 19.5.64.603* Laut Handelsamtsblatt ist Berard vom 20.3.52-14.11.56 Praesident der Genossen- schaft Psychosophia mit Kollektivunterschrift. In einem Telefon vom 2.11.86 distanziert sich Berard energisch seit der Aufloesung der Genossenschaft Psychosophia 1956 von Metzger und will keine Auskuenfte geben. Er weiss nicht einmal, ob Metzger noch am Leben sei.

Die "Oeffentlichkeitsarbeit"

Um den Wirkungsweisen der Natur naeher zu kommen, werden vom Dach des "Hauses in der Schedlern" und vom Garten, 788 m ue. Meer, seit dem 1.7.54 meteorologi- sche Beobachtungen fuer die Schweizerische Meteorologische Zentralanstalt (SMA) in Zuerich durchgefuehrt:604* bis 31.3.58 als Regenmessstation, danach als Klimastation SMA. Die Station entsteht auf Eigeninitiative der "Thelema."605* Die Messungen stuetzen sich in den ersten Jahren vorwiegend auf selbstgebastelte Instrumente, welche spaeter sukzessive durch offizielle Mess- instrumente der SMA ersetzt werden. Zwischen 19.11.76 und 31.12.83 erfassen die Beobachterinnen (bis 1979 Frau Borgert, dann Frl. Aeschbach) zusaetzlich zum normalen Klimamessprogramm auch agrarmeteorologische Messgroessen. Die Messungen werden dreimal taeglich nach Zuerich gesandt.606* Auf der offiziel- len Landeskarte der SMA ist "Thelema" als rel. bedeutende meteorologische und klimatologische Station eingezeichnet. Ergaenzend wird dazu die Astrologie benutzt, um "Einsicht in die verborgenen Wirkungsweisen" zu gewinnen. Die phaenologischen Beobachtungen erfordern gute Kenntnisse der Pflanzen und ihrer Erscheinungsformen. In den Publikationen der PG sind regelmaessig Wetterberichte zu lesen, entsprechend werden die Bauern per Anschlagbrett informiert. Der "Filmklub Thelema," als Sektion des "Schweizerischen Kulturfilmverbandes," zeigt Kunst-, Ballett- und Reisefilme, aber auch schon mal eine Dokumentation "Kaese-Union" ueber die Kaeseherstellung eines Betriebs im nahen Dorfzentrum von Stein. Besucherzahlen: 30-40, Konzertbestuhlung: 80 Personen. Als aber nach ein paar Jahren Metzger die Mitgliedsbeitraege nicht mehr zahlt, streicht ihn die "Kulturfilmvereinigung"607* 1975 kommentarlos aus ihren Listen.608* Im Dezember 68 will die PG Kenneth Angers Film "Regards sur l'Occultisme"609* im Saal der Rose gezeigt haben {13}. "Kenneth Unger" [sic] wird 1960 noch als "sensationsluestern" bezeichnet, was sich geaendert haben mag, als Anger am 17.8.1966 in Stein zu Besuch ist und dort auch Herrn Schlag {14} trifft. Im Keller steht das "Labor Thelema," von wo aus Frl. Aeschbach per Postversand Gewuerze und Oele, ausserdem Scheidespuelmittel zur Vaginalkosmetik, Kolatabletten und Schwedisches Lebenselixier vertreibt. Fuer kurze Zeit gibt es 1961 auch noch das Steiner Komturbrot aus Weizenkeimen, Weizenkeimoel, Roh- Rohrzucker, Milch, Fruechten, Kraeutern und Naturhefe. Auf der Verpackung be- findet sich das Equinox-Zeichen.610* Die Geschaefte florieren jedoch nicht. Im Juni 1954 stehen in der Bibliothek 3000 Buecher. Aus Angst vor Einbruechen wird eine Alarmanlage eingebaut. Im Mai 1972 berichtet man dann sogar von 30'000 Buechern. Ebenfalls eine Tonaufnahme Crowleys soll sich in dieser Bi- bliothek befinden: "Heart of the Master." Eine Aufnahme, die in der rau- schenden Ton-Kompilation aus knapp einem Dutzend Gedichten, einem Auszug aus Liber XV und zwei Aethyren, die allgemein von Crowley kursiert, nicht zu fin- den ist. Im Ordensmuseum, wo auch Logenzusammenkuenfte stattfinden, sind ausser Metz- gers Teddybaer, seinen Kinderschuhen, seinem Kinder-Essgeschirr, seinem Fez und dem Zauberstab aus alten Buehnentagen, seine Version der Stele, alte Musikinstrumente und Ordensmaterial zu sehen. Ueber ein erotisches Museum berichtet Audehm: "Englert als Drogist sollte ihm alle im Handel erhaeltlichen Sonderheiten besorgen... Ebenso gab es in der "Rose" ueber Nacht lauter Mordwerkzeuge aus dem Mittelalter (Hellebarden/Morgensterne usw.). Als ich den Meister anfragte, was solches Mordwerkzeug bei einem esoterischen Orden zu suchen habe, sagte er nur, ich verstuende das nicht."611* Im Keller steht die Druckerei, im Fotolabor ein Epidiaskop. Es existiert ein Tonstudio und eine erfolglose Bienenkoeniginnenzuchtstaette. Dorothea Weddigen/"Dodo", geb. 1936, eine deutsche Buergerin (laut dem Proto- kollbericht von der Wahl Metzgers zum OHO {8} wohnhaft in St. Gallen an der D...strasse), von Beruf Physiotherapeutin im nahen Spital Herisau, uebt autogenes Training im Haus oder auf Hausbesuch bei den Bauern der Umgebung aus. Das Einwohneramt St. Gallen teilt jedoch mit: "Bei uns war nie eine Per- son mit diesem Namen gemeldet."612* Frau Anita Borgert bedient 1965 hinter der Schankstube der Rose, aber nur we- nige Wochen lang. Dann wird Personal (ein Koch mit vier spanischen Gehilfen, die in einem speziellen Anliegen ihre Unterkunft haben) angeheuert, das schnell wechselt. Das Restaurant hat Saele fuer 22, 21 und 24 Personen, die Gartenwirtschaft bietet 40 Plaetze. Dazu gibt es eine Sonnenterrasse, 26 Gaestebetten und ein Konferenzzimmer. "Allein in Stein waren oft ein halbes Hundert zusammen (natuerlich auch Interessenten). Dann sind auch die Wiener Brueder zu nennen (IO) und die aus den suedamerikanischen Laendern, hauptsae- chlich Brasilien (FRA)."613* Insgesamt sind es ca. 16/17 Schweizer, die regel- maessig im Gasthof Rose zu Gast sind.614* Unter die Weihnachtsgruesse 1962 setzen inklusive Metzger 16 Personen ihre Unterschriften.615* Hinten im Garten entsteht ein Biotop mit Weiher und Gondel. Das Heu wird ver- kauft, da Metzger nicht selber wirtschaftet. Zu "Thelema" gehoeren 40'000 m2. Es wird ein Dichter-und Kuenstlerpavillon er- richtet, eine Appenzeller-Stube zu einer Schaubuehne als Theaterraum und Saal fuer Vorlesungen des "Kultur- und Stiftungszentrum Thelema" umgebaut und sogar nebenan ein Hotel, mit fuer Stein modernen Errungenschaften, wie zum Beispiel Telefon im Zimmer, errichtet. Auch als Patriarch der Gnostisch-Katholischen Kirche bezahlt Metzger die roe- misch-katholische Kirchensteuer, deren Gottesdienste er auf ueberkonfessionel- ler Ebene ansieht. Im Garten laeutet jeden Sonntagmorgen um 9.00 Uhr die (von Erich-Viktor Beyer {15} geweihte und u.a. von Oskar Schlag mitfinanzierte) Glocke zur Gnostisch-Katholischen Messe in der eigens erbauten Kapelle (Kellerkrypta: 8 x 4 m, Holzbaenke fuer ca. 40 Personen).616* Sonntags laeuft man ganz selbstverstaendlich im Ornat der Gnostisch Katholischen Kirche und Templerhabit auf dem Anwesen herum. Schliesslich inseriert man in oeffentli- chen Zeitungen und laedt zur Gnostischen Messe ein. Metzger fuehlt sich ganz in den Hoehen der Geistlichkeit zu Hause, schickt dann schon mal dem Papst Jo- hannes XXIII ein Glueckwunschtelegramm und nimmt Trauungen und Beerdigungen vor. Am 22.9.1962 wird die 91 kg schwere Messglocke in einer polizeilich geschuetz- ten Prozession durch Stein in die Kapelle getragen. Weitere Mitwirkende: "Jugendtambourengruppe, Kammerorchester Thelema etc. Hergestellt bei der alt- renommierten Glockengiesserei Ruetschi, Aarau, Glocke hat den Ton "G"."617* Es ertoenen Weisen von Mozart, Schmidlin und Gounod, berichtet die "Appenzeller Zeitung." Wie es ein Polizeikommandant bei einer ueberraschenden Kontrolle in Stein for- muliert, laesst "religioese Geltungsbeduerftig"keit618* "Papst Paragranus" streitlustig werden. Metzger sieht ueberall "dummdreiste Versuche alberner, ehrgeiziger Leute, uns zu unterwandern oder uns zu zerstoeren." Er reagiert aeusserst prozessfreudig, solange er seinen Advokaten Dr. Auer zahlen kann, und benuetzt jede Gelegenheit, um den Bauern seine Ansicht von Kultur und Recht zu demonstrieren. Ein Beispiel: da Metzger sein zum Umschwung gehoeren- des Waeldchen nicht selbst bewirtschaftet, ergeht das Holznutzungsrecht an Bauern der Umgebung. Den einzigen Zugang, der durch Metzgers Biotop fuehrt, schaufelt er im Winter mit Schnee zu und verschliesst das Gatter. Auf Anraten der Gemeinde, dies zu unterlassen, baut er kurzerhand einen Kuenstlerpavillon hin. Man koenne diesen im Winter wegschieben, was er aber nicht tut. Des wei- teren streitet Metzger ueber Brunnenquellenverseuchungen, waehrend er sich we- gen naechtlicher Ruhestoerung durch Lichtanlagen und grosse schwarze Hunde zu verantworten hat. Einen Prozess um das Holznutzungsrecht seines Anliegens ver- liert Metzger (da er nicht selber wirtschaftet), obwohl die Gegenpartei, der Gemeindepraesident, ueberhaupt keinen Anwalt aufbietet. Der Prozess geht als Musterbeispiel der Rechtsfuehrung ins Protokoll ein.619*

SKANDAL

Die Morde an Sharon Tate und anderen, begangen von Charles Mansons "Family," gehen durch die Presse. [Mehr dazu im Kapitel ueber das "Caliphat" {13}]. Am 31.10.1969 erscheint in der "Washington Post" ein Artikel ueber das Treiben der "Solar Lodge," einer Crowley-OTO-Loge im Umfeld von Manson: "Boy Tells of Chaining by Cultists". Mit diesem Artikel faehrt Herr X. [Name von den Behoerden abgedeckt] im Januar 1971 (!) nach Bern zur Amerikanischen Botschaft, um dem Direktor des FBI Be- richt zu erstatten. Der Report "to: Director, FBI" berichtet: "He stated that he was afraid that these people were giving his organization a bad name in the U.S., and he wished to emphasize that they had nothing to do with his so- ciety."620* Moeglicherweise als Folgeerscheinung des Prozesses gegen Walter Englert {6, 11} und der Publikation Ed Sanders', "The Family," ueber die "Solar Lodge" im Zusammenhang mit Charles Manson, beginnt 1972 die Hatz der Boulevardpresse, angefuehrt vom 49jaehrigen deutschen Journalisten und Schriftsteller Horst Knaut, gegen das "gemischte Kloster von Appenzell." "Horst Knaut: Rief mich im Sommer '72 an. Erzaehlte mir vom OTO und der Man- son-Familie und dass in Deutschland Aehnliches abliefe. Meines Wissens sandte ich ihm (leihweise) die OTO-Messe und zwei Photos aus Stein (auf einem Metz- ger: auf dem anderen - in Ordensgewaendern - der "Meister und seine Schafe", darunter Englert's, Hemberger, Heber [FS], alle Damen und ich: Hemberger und Heber - obwohl Gaeste - im Templermantel... Dieser saubere Herr meldete sich dann nie mehr bei mir: das entliehene Material wurde trotz meiner schriftli- chen Anmahnungen zum gestohlenen Material."621* Im Verlauf einer Korrespondenz mit Walter Jantschik, der in die Schlagzeilen geraten ist, da sein Schwager Josef G. am 6.5.1970 von einem FS-Mitglied erschossen worden ist, erfaehrt Horst Knaut weitere Adressen. Am 16.1.72 recherchiert er zusammen mit seiner Frau in Stein, ohne seinen Beruf als Journalist bekanntzugeben. Knaut findet heraus, dass die yugoslawische Staatsangehoerige Frl. Elza Brda von Metzger dazu angehalten worden sei, bei "sexuellen religioesen Messen" teilzunehmen, worauf Frl. Brda sofort bei der Fremdenpolizei St. Gallen und beim jugoslawischen Generalkonsulat Rat gesucht habe. Das Rathaus zu Trogen leitet eine amtliche Untersuchung ein. Knaut publiziert in QUICK und NEUE REVUE ueber die "Religion der wilden Lue- ste" und zitiert auch sexualmagische Rituale aus Grosches "Exorial" und das beruehmte 18°-Ritual. Haack schlaegt in dieselbe Kerbe, und beide loesen eine Lawine von Boulevard-Artikeln622* und Berichten623* aus, die eine Fortsetzung der voelkischen Ludendorffschen Werke zu sein scheinen.624* Als Kuriosum (und da der Wicca-Orden im Zusammenhang mit Kenneth Grant er- waehnt worden ist) sei hier ein Leserbrief des Frater "K.W.o" des deutschen Wicca-Ordens in der deutschtuemelnden Zeitschrift "Mensch und Mass" 11/74 wiedergegeben. "K.W.o". reagiert auf den Artikel "Jedoch der Schrecklichste der Schrecken" des Gunther Duda in "Mensch und Mass" 21/73: "Horst Knaut han- delte hiemit im Geiste der NS-Mordschergen, die seinerzeit hunderte von Mit- gliedern der von Knaut angegriffenen Orden zu Tode folterten. Mit von A bis Z erlogenen Phrasen zieht dieser ruchlose und geldgierige Angeber gegen die the- lemitische Orden ins Feld." "K.W.o." schickt am 16.4.73 auch ein Fernschreiben an die QUICK und meldet sich als "Grossloge des OTO Deutschland/Hamburg."625* Vielleicht ist "K.W.o" ein Herr Pauli aus Hamburg, der 1974 als "Mitglied des Thelema-Ordens... und Urheber einer Reihe merkwuerdiger Briefe... diffamieren- den Inhaltes" bei Haack vorstellig wird und sich fuer "unsere Schwester Sha- ron Tate" und Crowley ins Zeug legt.626* {Mehr dazu im Unterkapitel "Memphis- Misraim im Appenzell?"} Solchermassen aus dem Untergrund gespuelt, ist die Wirkung der Skandalpresse auf den Betrieb des Gasthofs Rose und deren Bewohner enorm. Bisherige Gaeste bleiben aus, unbekannte neue kommen bloss aus Neugierde und machen "unflaetige Bemerkungen." Abends schleichen Leute um das Haus, um durch Fenster und Tueren hineinzuspaehen. In Stein erzaehlen die Bauern sich sogar, dass eines Tages einige Jungbauern mit Heugabeln eine richtige Reiterattacke gegen die Abtei Thelema geritten seien. Ein Herr Erich Schulz offeriert sich Metzger schrift- lich als Opfer eines zukuenftigen Ritualmordes.627* Das oertliche Kirchenblatt stellt sich versoehnend auf die Seite Metzgers und bietet eine "Meditation: Satanskult" von Werner Laubi an: "Als ich juengst im Blaetterwalde bei Sankt Boulvardshausen war, sah ich an der Schattenhalde, die dort ist, ein Entenpaar. Quack und Quueck, die muntern Kerle, wuehlten eifrig mit dem Bein. Doch sie fanden keine Perle: was sie fanden, war nur Stein. Und die beiden konstruierten eine Wand aus Stein und Sand: nahmen Farbe dann und schmierten einen Teufel an die Wand. Hei, wie das die Leute freute: kitzelt's doch so angenehm. Denn der Teufel, der ist heute weit herum noch gern gesehn."628*

Verstehen Sie Spass?

Alfred Jaeger besucht im Fruehjahr '74 im Auftrag des oertlichen Kirchenblat- tes sechs Stunden lang die Abtei Thelema: "Und wer etwas Sinn fuer menschliche Zuege hat, wird erstaunt bemerken, wie hier fuer abseitige Ideen ein Leben und ein Vermoegen voll Idealismus geopfert wird, nicht zu reden von der Improvisiertheit und oft sogar Komik, der wir bei allem Ernst und Eifer immer wieder begegnen. Hermann Metzgers Lieblingsbild ueber dem Bett zeigt einen Clown" (Magnet, Kirchenblatt fuer die evangelisch-refomierten Kirchgemeinden beider Appenzell 1974). Haack wehrt sich gegen Jaegers Darstellung des OTO als "harmloser Gasthausclub."629* Im Prozess gegen Knaut wird von Metzger Jaegers Artikel als positive Darstellung vor Gericht produziert. Alfred Jaeger: "Mir taten die drei Idealisten [Metzger, Borgert, Aeschbach] - auf sicher schwer verstaendlichen Bahnen - vor allem irgendwie leid."630* Aehnlich auch Ellic Howe: "I find it difficult (or impossible) to take Metzger at all seriously."631* Vielleicht bezeichnend, lautet der Titel der letzten PG-Publikation (Maerz '76) "Der Clown," in der Frl. Aeschbach von der Notwendigkeit des Lachens als Lebenshilfe spricht. Es werden zitiert: Crowley, Grock, Ringelnatz, Charly Chaplin und der Schweizer "Teleboy" und "Supertreffer" Kurt Felix. --- Metzger und Borgert klagen Horst Knaut wegen Ehrverletzung ein. Mitangeklagt: der verantwortliche Redakteur der Neuen Revue, Dr. W. Kuntze. Die beiden Klae- ger verlangen 20'000 Fr. "nebst Zins zu 5% seit 25. Maerz 1972" als Schadener- satz und Genugtuung.632* Es kommt sogar zu einer "Durchsuchung der Wohnung und Geschaeftsraeume des Beschuldigten Knaut,"633* um Beweismittel fuer das an- haengige Ermittlungsverfahren zu finden. Knaut fuehrt Nichtigkeitsbeschwerde gegen Metzger und Borgert, die am 20. Januar 1976 vom Schweizerischen Bundes- gericht abgewiesen wird. Knaut werden Gerichtskosten und Entschaedigungen von insgesamt Fr. 1000.- auferlegt. Der Prozess findet knapp einen Monat vor der absoluten Verjaehrung634* am 12.Juli 1975 in Trogen vor der Strafkammer des Kantongerichts Appenzell-Aus- serrhoden vor fuenf Laienrichtern und dem Verhoerrichter Dr. Doerig statt. Es ergeht Berufung an das Obergericht von Appenzell A.Rh. Hans Schiele verur- teilt am 20. Februar 1976 dann den Journalisten wegen eines Satzes, in dem von einer "heiligen Sexmesse... die nur eine Vorbereitung sei fuer spaeter stattgefundene unheilige Sexorgien und Schwarze Messen" die Rede ist. Metzger und Borgert verlieren in 7 von 8 Punkten.635* Kuntze wird freigesprochen, Knaut nur der Gehilfenschaft zu uebler Nachrede fuer schuldig befunden: er zahlt eine Busse von 800 Fr, eine Schadenersatz- und Genugtuungssumme von 1000 Fr., eine aussergerichtliche Entschaedigung von 3000 Fr. (Anwaltskosten) sowie die Verfahrenskosten von 1495.70 Fr und eine Staatsgebuehr von 400 Fr.636* Knaut legt Berufung ein, die am 21.12.76 in Lausanne abgewiesen wird, was ihm wiederum ca. 400 Fr. kostet.637* Knaut moechte sein Anwaltshonorar von ca. 2500 sFr. auf 1500 sFr. kuerzen.638* All das hindert Knaut aber nicht daran, 1979 wiederum ausfuehrlich ueber Metzger zu schreiben (Das Testament des Boe- sen). Knaut hat sich naemlich beim Direktor des Max Planck Institutes fuer Auslaendisches und Internationales Strafrecht erkundigt, und erfahren, dass es an einer Rechtsgrundlage fuer die Vollstreckung eines schweizerischen Strafur- teils in der Bundesrepublik fehlt.639* Deshalb klagt Frl. Aeschbach, sei Knaut "uns noch viel Geld schuldig."640*

Hansruedi Giger/Ulla von Bernus

"Alien"-Oscarpreistraeger Hansruedi Giger wird 1977 von der Satanspriesterin Ulla von Bernus {6} kontaktiert, um zusammen mit ihr und ihrer Freundin nach Stein zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen. Frau von Bernus, so Giger, soll der Meinung gewesen sein, dass "man dort draus komme" und die Absicht ge- habt haben, eine Menge magischer Rituale zu zelebrieren. Giger hat vergeblich nach Crowley-Zeichnungen gesucht, hat eine Flasche Schwedisches Lebenselixier und einen Buchumschlag Gustav Meyrinks mitgenommen: letzteren verloren, was ihm "sehr peinlich" sei. Nach dem Besuch in Stein sind Frau Bernus und Herr Giger noch bei Oscar Schlag zu Gast, der beide sehr beeindruckt habe. Giger ist der Ansicht, Frl. Aeschbach und Metzger seien sehr nett und harmlos. Trotzdem moechte er weder mit Frau von Bernus noch mit Stein je wieder etwas zu tun haben, das sei ihm doch "zu komisch und zu heavy."641* Frau Bernus bezeichnet Metzger als "mausgrauen Magier" und berichtet ueber den Abend der Ankunft und den Verlauf der Gnostischen Messe am naechsten Morgen: Am Samstagabend habe ein "Besaeufnis" mit Messwein, "dem besten," stattgefun- den, das die "Weiber nervoes" gemacht habe. Frau Borgert und Frl. Aeschbach seien "hysterisch eifersuechtig" auf Frau Bernus gewesen. Im Gaestezimmer habe Frau Bernus mit ihrer Freundin kaum gesprochen, denn sie habe gewusst, dass da "ueberall Wanzen" gewesen seien. In der Nacht habe sie ein Bohren am Schluesselloch gehoert. Metzger habe "rein!" gewollt. Vergeblich. Morgens bei der Gnostischen Messe habe als "Messbube" ein 72jaehriger "Opa" fungiert, un- ter dessen Messgewaendern die Schuhe noch mit Gartenlehm beschmiert gewesen seien. Auf der vordersten Kirchenbank seien, auffallend fuer Frau Bernus, Pa- piertaschentuecher gelegen. An der Stelle der Messe, wo Frau Borgert kniet, habe Metzger ploetzlich den Text nicht mehr weiter gewusst. "Wo ist meine Brille?" soll er hoerbar gefragt haben. Die Brille sei jedoch nicht aufzufin- den gewesen, und Metzger habe den Text nur noch "runtergestottert." Die Ta- schentuecher sollten also zur Brillenreinigung dienen, mutmasst die Satanspriesterin. Die Brille habe dann Frau Bernus am Boden neben ihrer Zim- mertuer gefunden, wo Metzger nachts gekniet habe, und diese beim Mittagessen zurueckgegeben, was sie "koestlich amuesiert" hat.642* --- Am 11.Mai 1977 haelt Ernst Bienz (33°) (Neffe des Oscar Bienz, der 1917 in As- cona seinen Militaerdienst absolviert643* und gleichzeitig Mitglied der dorti- gen Reuss-OTO-Loge geworden ist {4}) im Kapitel Humanitas "unter dem Schutze des obersten Rates der Schweiz des 33° und letzten Grades des alten und angenommenen Schottischen Ritus" auf dem Lindenhof in Zuerich einen Vortrag. Man vernimmt, Metzger sei "rehabilitiert" und der Richter habe zu seinen Gun- sten entschieden. Wer trotzdem das Gegenteil glaube, "kann uns nur leid tun." Oscar Schlag macht sich Notizen zu den Diskussionen, aus denen hervorgeht, dass Metzger in Zuerich und Stein je zwei Logen habe. Zwischen Freimaurerei und dem OTO sei keine gegenseitige Anerkennung, sondern nur eine "literarisch- intuitive Beziehung" moeglich. Stein befinde sich im Niemandsland zwischen Wahrheit und Dichtung. Um diese Zeit gibt es weltweit nur eine Handvoll Akademiker, die sich "ernsthaft" mit dem OTO befassen und darueber recherchieren. Es sind fast mehr Wissenschaftler, die sich fuer den OTO interessieren, als es ueberhaupt OTO- Mitglieder gibt. Neben Haack: K. Frick, H. Moeller, O. Schlag, Fritz Bolle (der Annoncen zur Materialsuche darueber in der ALPINA aufgibt), Ellic Howe, Gerald Yorke, Francis King644* und John Symonds. Letzere drei sind Sammler von Crowleyana. Spaeter stoesst noch Harald Szeemann dazu, der fuer seine Monte Verita-Sammlung ebenfalls OTO-Material sucht. Die meisten davon, Freimaurer, ueberlassen ihr begrenztes Material645* Howe und Moeller, die daraus eine ge- schwaetzige und moralinsaure Biographie von Theodor Reuss basteln.646* Die finanziellen Mittel Frl. Aeschbachs gehen durch die Realisierung der ver- schwenderisch ausgestatteten Abtei Thelema zur Neige. Die Oeffentlichkeitsar- beit (Verlag, Filmklub, Labor, Kurbetrieb) wird eingestellt. Im oertlichen Kirchenblatt distanziert sich die Psychosophische Gesellschaft {10} von den "Verruecktheiten eines Verrueckten namens Crowley" und unternimmt mit Schrei- ben an die Verfasser von Lexika Bemuehungen, nicht mehr genannt zu werden. Da das Landnutzungsrecht nicht eingehalten wird, kommt es 1978 und 1979 zu durch den Bundesrat bewilligten Zwangsversteigerungen von Land. Nur wenige Seminar- Vorlesungen haelt man noch, was aber gegen 1980 ganz versiegt. Frau Borgert verlaesst Stein. Restaurant Rose und Gebaeude des Umschwungs werden im Laufe der folgenden Jahre immer wieder neu verpachtet, ab 1981 an den WWF, der ein Ostschweizer Oekozentrum mit Jahresumsatz von 200'000 Franken und einem aehn- lichen Kulturprogramm wie die PG einrichtet.647* Der Berner Bundesbeamte Hermann Gilomen/"Roland"648* hat auf eigene Anfrage nach Mitgliedschaft bei Metzgers OTO monatliche Aufsaetze ueber die in Metz- gers Oriflamme abgedruckten Lehrbriefe {10} zu schreiben. Da jedoch in Stein infolge des Presseskandals die Taetigkeiten eingeschraenkt werden, verlaeuft die Korrespondenz im Sande. Gilomen faehrt nach Stein und unterhaelt sich laengere Zeit mit Metzger und Frl. Aeschbach. Daraufhin schlaeft der Kontakt ein. Ende der 70er Jahre erhaelt er ueberraschend eine telefonische Einladung Metz- gers und faehrt hin, um das Amt des OHO angeboten zu bekommen. Da dieses aber nebst den esoterischen Pflichten auch noch die Aufgaben eines Hoteliers und Landwirts umfasst, lehnt Gilomen ab, um daraufhin Landesmeister und Grosskanz- ler der aus vier Mitgliedern bestehenden FS-Schweiz zu werden. "Ich brachte Herrn Metzger dann mit zwei Berner Geschaeftsleuten (Esoteriker) in Verbin- dung, die sich beide das Ganze anschauten, aber offenbar ohne Erfolg."649* Oscar Schlag bietet ihm eine Mitgliedschaft in seiner "Hermetischen Gesell- schaft" an. Da aber die samstaeglichen Treffen in Zuerich fuer Gilomen eine zu starke Belastung waeren, verzichtet er. Gilomen hat Karl Brodbeck/"Brunolf", den Hueter des schweizer Illuminaten-Ordens {11}, persoenlich aus der Berner Freimaurerloge "Zur Hoffnung" gekannt, wo Gilomen bis 1961 Mitglied gewesen ist. "Roland" ist am 2.2.1988 verstorben. --- Versuch einer Auflistung der "Schicksalsschlaege": - Abspaltung von der Tessiner und Zuercher "Original"-Gruppe, ca. 1947 - Streit mit Eugen Grosche, ca. 1953 - Germer distanziert sich, ca. 1960 - Nichtanerkennung durch Mellinger, 1963 - Vergebliche Aneignung der FS, 1964 und 1965 - die Beatles fuehren 1967 Crowleys Portrait auf dem Cover von "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band" - Gerichtsprozesse gegen Englert, ab 1968 {11} - Charles Manson wird im Zusammenhang mit dem OTO gebracht, ab 1969 - Adolf Hemberger publiziert ab 1971 - Horst Knaut schreibt fuer Boulevardblaetter, unterstuetzt durch Haack, ab 1972 - finanzieller Ruin, ab 1975 - Frau Borgert gibt ihr Amt auf, Ende der 1970er Jahre? "Freundeskreis Thelema, Psychosophische Gesellschaft, Aufruf, Das Kurs- und Ferienzentrum Thelema... ist dringend auf Ihre Mithilfe angewiesen... benoeti- gen wir ein Barkapital von Fr. 120'000.--. Damit haette THELEMA eine Chance, wieder auf die Beine zu kommen, d.h. selbsttragend zu werden."650* Ab 1982 verfuegt Frl. Aeschbach wieder ueber mehr als eine halbe Million Fran- ken. Sofort erscheint eine Neuauflage von Crowleys Texten.

DER LEBENSABEND

Jeden Mittwoch, wenn das Wetter danach ist, faehrt Metzger mit seinem Kleinwa- gen von Stein nach Zuerich in sein Stammbierlokal, den "Hinteren Sternen," zur Runde der eingetragenen Buehnenkuenstler, die fuer ihn eine Art "Familie" scheint.651* Oft sitzt sein Sohn Simon dabei, der auch Mitglied, ist und man hoert den Gespraechen zu. 1971 ist der ganze Verein sogar nach Stein eingela- den: Esoterisches kommt nicht zu Gespraech, man vergnuegt sich im Garten und lauscht der ueber Lautsprecher erklingenden Marschmusik. "Hermanns" Spitzname laute "Warum?" weil das sein einziger Beitrag zu den Diskussionen sei. Sein Charme komme nur noch wenig zum Tragen, was ihn aber nicht davon zurueckhalte ihn dennoch einzusetzen, weiss die Leiterin der Artistenboerse zu erzaehlen. Metzger telefoniere ihr des oefteren, um ihr Avancen zu machen: sie erinnere ihn stark an seine "grosse Liebe Anita Borgert," was die Leiterin doch er- staunt.652* Letztlich ist Metzgers Gesundheit stark in Mitleidenschaft gezogen. Er wird 1983 im Notfallwagen ins nahe Spital eingeliefert, bezeichnet sich selbst als "am Ende"653* und sucht einen Nachfolger. Theo Pinkus, Sohn von Felix Lazerus Pinkus, dem "geistigen Vater" Metzgers, ist am 14.6.88 "in Stein... Leider hatte Herr Metzger vor einiger Zeit einen schweren Schlaganfall und braucht seither immer etwas Zeit, bis er sich bei einer Unterhaltung an Einzelheiten aus der Vergangenheit erinnert."654* Oskar Schlag ist Anfang Juli '89 in Stein und berichtet ebenfalls von der Un- faehigkeit Metzgers, noch an einem Gespraech teilnehmen zu koennen. Allen Unkenrufen des sog. "Caliphats" zum Trotz, ist der schweizer OTO jedoch aktiv. Der Tages-Anzeiger der Stadt Zuerich berichtet am 22.9.89 (Seite 9), dass die Besitzerin des Gasthof Rose (also A. Aeschbach) den Pachtvertrag mit dem WWF geloest habe, um "das Haus zum Eigengebrauch [wieder zu] uebernehmen."655* Es sind wieder genuegend Mitglieder vorhanden, die das (nicht mehr der Oeffentlichkeit zugaengliche) Gebaeude der ehemaligen Rose finanziell tragen und so das Gedraenge im Haus zur Schedlern, vor allem am Fruehstueckstisch, vermieden werden kann.656* Der Gasthof selber hoert zu existieren auf. Das Ge- baeude ist am Verfallen.657* Die Mitgliederzahl soll sich Anfang 1994 nur noch auf ca. 10 Personen be- schraenken.658*

Abgang Zauberkuenstler

Metzger stirbt am 14. Juli 1990 "nach langem Leiden und schwerem Unfall" an einer Embolie. -- Der Aufforderung "Wir bitten um ehrendes Andenken" gemaess Todesanzeige659* nachkommend, will ich in der Friedhofskapelle am 18. Juli, einem heissen Sommertag, in St. Gallen anwesend sein. Es sind ca. 35 Personen da, die Haelfte davon um die 30 Jahre alt. Der OMCT (Ordo Militiae Crucis Templi) schickt eine Delegation. Die jungen, meist gut- gekleideten Leute, gleichviel Frauen wie Maenner, scheinen alle nach dem glei- chen Muster geschnitten zu sein und gleichen sich im "serioesen" Aussehen und Auftreten wie ein Ei dem anderen. Dadurch unterscheiden sie sich stark von al- len anderen OTO-u.ae.-Gruppierungen, die ich bislang kennengelernt habe. Frl. Aeschbach laesst mich durch Markus Kumer vom Platz weisen. Mehrere Zeugen berichten anstelle:660* In der Kapelle koennen Religionen aller Art mit Angehoerigen anstelle eines Pfarrers ihre Messen feiern. Frl. Aeschbach hat sogar ihren hauseigenen Organisten und einen Trompeter mitgebracht. Das Ganze dauert nur eine halbe Stunde. Der "Leiter" der Artistenboerse haelt aus Hoeflichkeit eine kurze Rede fuer den "Ehrenjoldjungen," in der einzig Metzgers Daten als Mitglied der Bo- erse erwaehnt werden, und dass er "Zauberkuenstler" gewesen sei. Zwischen den Musikteilen wird Metzger von einem weiteren Herrn gewuerdigt. Genaue Lebensda- ten bleiben im Dunkeln. Es fallen keine thelemitischen Kernsprueche, und der Begriff OTO taucht nicht auf. Am Schluss legt eine junge Frau drei Rosen auf den Sarg: "Die weisse Rose bedeutet Weisheit, ich lege sie Dir aufs Haupt, die rote Rose bedeutet Staerke, ich lege sie Dir zu Fuessen, die rosarote Rose be- deutet Schoenheit, ich lege sie Dir aufs Herz." Dies sei eine gekuerzte Ver- sion des Ritus, den Metzger 1972 fuer seine Frau Roesli gehalten habe. Am naechsten Morgen beklagt sich Frl. Aeschbach telefonisch ueber den Begriff "Zauberkuenstler," denn Metzger habe "nicht mit Tricks gearbeitet." Die Urne mit Metzgers Asche holt sie spaeter ab. Dem Diktat der Stunde folgend, uebernimmt Frl. Aeschbach das Amt der Nachfolge interim, da Metzger weder testamentarisch noch muendlich einen Nachfolger be- stellt hat [mehr darueber im Kapitel ueber das "Caliphat" {13}].661* Sie loest ihren Haushalt in Zuerich auf. Zwei Lastwagen Material gehen nach Stein.

"Grandmaster Satan" als Modegag und philosophisierter Partyschreck

Am 15. Januar 1994 soll der Wiener "Satanologe" Josef Dvorak662* in der Disko- thek "Palais Xtra" in Zuerich eines seiner "satanistischen Spektakel" im Rah- men der einwoechigen Veranstaltungsreihe "Lucifers Rising" abhalten und darue- ber referieren, was er fuer den OTO haelt. Nachher seien Tanz und Drinks gebo- ten. Kein Wunder, dass Frl. Aeschbach, ebenfalls eingeladen, dieses Tamtam als "unserioes" ablehnt.663* Die ganze Show wird auf Anfang Maerz verschoben.664* Der Autor der vorliegenden Studie ist ebenfalls zur Diskussion mit Dvorak, Sergius Golowin und lokalen Pfarrersgroessen geladen und lehnt aus denselben Gruenden wie Frl. Aeschbach ab. Die schicken Grufties treffen sich ab 25.2. zum Tanz der Vampire "und verwan- deln den Tanzanlass in eine Art schwarze Chilbi" (Kirmes). Die spaerlich be- suchte Ausstellung in der Galerie "Mangisch" wirkt "eher harmlos und etwas verstaubt... aufziehbare Enten, Hunde und Pinguine stahlen am Abend der Eroeffnung manch "satanischem" Objekt die Show."665* Am 25.2.94 entzieht Roland Meyer vom Hochbauinspektorat die Bewilligung fuer eine im Rahmen des Spektakels geplante "Satans-Performance." Der nicht medien- scheue, sympathische Dvorak, der den Satanismus fuer die Religion der Zukunft haelt, veranstaltet am 4.3. im "Gothic Club" seine Auffuehrung, wo die dilettantische Organisation der Veranstalter, lange Wartezeiten, Gummifledermausfluegel, Totenschaedel aus Plastik, Saerge, Crowley und die "Church of Satan" eine Personalunion mit Pornobildchen und Langeweile unter den rund 100 Anwesenden eingehen. Am naechsten Tag plaudert der selbstgekuerte Baphomet in der "In-people"-Galerie "Mangisch" in Zuerich vor rund 80 Anwesen- den "Vom Wiener O.T.O. zum modernen Satanismus." Dvorak beginnt mit einer amuesanten und intelligenten Tour de force durch die populaer-wissenschaftli- chen Ur-Gruende des Satanismus. Als er aber zur Biographie Carl Kellners aus- holt, wird er leider ebenso ausdauernd wie ausufernd. Die hochinteressanten Dias von Kellners Villa auf der Hohen Warte in Wien, der Roten Villa in Hal- lein, OTO-Schmuckstuecken, der Bogumilen-Maria auf Kellners Grab und der Fami- lie (alles wiederum vom Veranstalter miserabel organisiert) gehen in der Un- ruhe des Publikums unter. "Josef, es wird fad," ertoenen Rufe und man beginnt, das Bueffet zu raeubern. So bleibt nichts weiter uebrig, als auf Dvoraks Buch "Satanismus," (Frankfurt am Main, 1989) hinzuweisen.

10. VERLAG PSYCHOSOPHISCHE GESELLSCHAFT

Der Begriff "Psychosophisch" stammt von einem Vortrag Rudolf Steiners von 1910: "Anthroposophie - Psychosophie - Pneumatosophie."666* Aus den Statuten vom 18.10.1945: "Die Gruendung der PG geht auf das Jahr 1940 zurueck,"667* waehrend die Statuten vom 18.10.50 den 18.10.45 als Gruendungs- datum angeben. Nach dem Tode Pinkus' am 12.2.1947 publiziert Metzger im "Verlag Psychosophi- sches Institut" 5 (?) Mitteilungsblaetter mit "Beitraegen aus okkulter und ex- akt wissenschaftlicher Forschung." Zum Beispiel: Peter Mano (Metzger): "Okkultismus, Alchymie, Magie,"668* Felix Lazerus Pinkus: "Mann und Weib,"669* Thomas Egloff: "Urfeuer."670* 1948 habe ein Bruder [Brodbeck oder Metzger?] des IO erreicht, "dass der Orden wieder zu funktionieren begann. Die oesterreichischen [Korbel oder Medinger? {11}] und deutschen Brueder [Grosche] wollten nun ebenfalls eine PG fuer die Arbeit in der Oeffentlichkeit konstituieren. Davon sah man aber ab und ledig- lich die Schweizer Brueder behielten diese Form als konstitutionelle Koerper- schaft um die verschiedenen Arbeitsgruppen des Ordens juristisch zu fundie- ren."671* "Die eigentliche PG hatte sich inzwischen aufgeloest... waehrend M. die PG a la Metzger von Stein aus weiter betrieb."672* Im August 1950 taucht erstmals das IAO-Emblem der PG auf, das bis heute ver- wendet wird. Ein Briefkopf Metzgers gibt Auskunft: "Verlag Psychosophisches Institut. Leiter: Peter Mano, Abteilung: Psychoso- phie, Literatur, Natur und Kunst, Okkulte Forschungen, Erfolgs- und Lebensbe- ratung, Graphologie, Astrologie, Biologie."673* Am 18.10.1950 gruendet nun Metzger seine Psychosophische Gesellschaft als Nachfolge des Verlages Psychosophisches Institut.674* "Die Geschichte unseres Verlages begann, als wir im Jahre 1950 beschlossen, nicht mehr durch Vortraege an die Oeffentlichkeit zu gelangen, sondern... durch Druckschriften und Bue- cher."675* Unterschrieben sind die Statuten der PG von 1950 von Charles S. Huber (dem Praesidenten der Genossenschaft, der einen Artikel ueber "Cagliostro" verfasst hat)676* und Anna Werder-Binder/"Rhodanuba" (Metzgers Haushaelterin {9} und Verfechterin rassischer "Erbhygiene"). Frl. Aeschbach/"Chochmah" ist Aktuarin, Metzger zeichnet als "Peter Mano". In den Statuten wird auf Anraten eines Anwalts jeglicher Hinweis auf eine freimaureraehnliche Organisation vermieden. Metzger fuerchtet eine Parallel- folge zu der 1936 nationalsozialistisch inspirierten Fonjallaz-Initiative, die die Freimaurerei verbieten lassen wollte, aber massiv vom Schweizer Volk mit 500'000 Stimmen677* verworfen worden ist.678* Deshalb konstituiert sich "die PG in der Schweiz als wissenschaftlicher Verein nach Art. 60 ZGB." "Wir beabsichtigen nicht in der Schweiz, noch in irgendeinem Lande Logen oder eine geheime Gesellschaft zu gruenden oder zu konkurrenzieren."679* Metzger und Grosche diskutieren eine moegliche deutsche PG: "Voraussetzung fuer die Leitung der PG ist, dass die Vorstandsmitglieder Schw. & Br. des OTO sind. In Deutschland waere es die FS."680* Der Vorhof der schweizer PG nennt sich "Esoterische Studiengesellschaft" (ES), ein Begriff, den Eugen Grosche fuer den Vorhof der Ur-FS kreiert hat. Fuer die jeweiligen Propagandaausgaben denkt Metzger an einen jaehrlichen Aufwand von 4000 sFr. Die Veroeffentlichungen "im Sinne der ehemaligen Oriflamme, der Sa- turn Gnosis oder der Sphinx" "plant man mit einer Auflage von 300, wovon rund 100 nach Deutschland gehen sollen. Gerechnet wird mit einem doppelten Zweck: Geld und Propaganda."681* Im Februar/Maerz 1951 tauchen auf Metzgers Briefkopf die Bezeichnungen "Akzidenz-Druck" und "Verlag Psychosophisches Institut" auf, da nun Druckma- schinen gekauft sind. In den Vorworten zu den Heiligen Buechern von Thelema (Crowleys Texte von 1904-11)682* verwendet Metzger das Siegel der AA: "Wir, die wir seine [Crowleys] Lehren studiert, verstanden und angenommen haben, fuehlen in uns die Verpflichtung, an ihrer Verbreitung zum Wohle der Menschheit und zur Foer- derung der menschlichen Evolution mitzuhelfen."683* "Die Aufgabe des Verlages: die Schriften der A.A. herauszubringen."684* Der OTO dient ja seit Crowley als Vehikel fuer dessen Thelema, das aber mehr der AA verpflichtet ist. Eine Historie der AA zu schreiben ist unmoeglich, da diese keine Ordensstruktur aufweist, sondern per Selbsteinweihung oder vom "Meister auf den Schueler" funktioniert. Am 3. Maerz 1952 gruendet Metzger den Verlag Genossenschaft Psychosophia "zur Verbreitung von Weisheitslehren." Das zahlungskraeftige Frl. Aeschbach wird am 20.3. als Eigentuemerin eingetragen. Als Praesident zeichnet Georges Berard (der sich ja bald distanziert). Geschaeftssitz und Druckerei ist die Akzidenz- Druck des Ehepaars Metzger in Zuerich.685* Am 20. Maerz 1953 startet die 5baendige Ketzerbrevier-Reihe, deren letzte Num- mer im Juli 1958 erscheint. Abgeloest wird das Ketzerbrevier durch das "Ex Occidente Lux-Mitteilungsblatt (EOL)," das schon im Oktober 1954 startet und bis zum August 1960 74 Ausgaben zustande bringt. Angeblich hat man das Ketzerbrevier allein des Namens wegen eingestellt.686* Ebenfalls 1954, im September, beginnt die 10baendige Aequinox-Reihe, die im Maerz 1959 endet. Am 3. August 1953 werden die GP-Statuten abgeaendert.687* Am 5.6.54 beziehen Metzger und die Druckerei der GP ein neues Geschaeftsdomi- zil an der Birchstrasse in Zuerich. Am 14.11.1956 wird die Genossenschaft Psychosophia aufgeloest: sechs Monate nach Traenkers, drei Monate nach Lekves Tod. Uebrig bleibt die Psychosophische Gesellschaft, die die Verlagsrechte uebernimmt.688* Die Auflagenzahlen der Ae- quinox-Reihe (Nr. V vom September 56) schrumpfen von 1000 auf 500 Stueck, die- jenigen des Ketzerbreviers (Nr. 4 vom Dezember 1957) von 2000 auf 500 Stueck. Angeblich allein aus dem Grund "um auf dem Umschlag Werbung zu betreiben,"689* erscheint am 20.3.1961 die erste von Metzgers 150 Oriflammen, die ab Dezember 1974 als 15baendige Oriflamme-Seminar-Vorlesung bis 1976 weitergefuehrt wer- den. Auflage angeblich 3400/3500, verteilt auf 45 Laender. 28 Firmen inserie- ren bis zur Oriflamme 51 vom Mai 1965. Zwischen Oktober 1964 und Januar 1972 werden insgesamt 59 Leserbriefe beantwortet. Die Akzidenz-Druck besteht vom 5.6.54 bis zum Dezember 1969 an der Geschaefts- stelle und ab 1957 auch an Metzgers Wohnadresse in Zuerich. Am 31.5.66 werden die Statuten geaendert, denn die rechtliche Lage macht jede Arbeitsgruppe (worunter OTO, IO, GKK und FRA zu verstehen sind) souveraen und eigenstaen- dig.690* Nach einem Quartal Pause erscheint die Oriflamme Nr. 97 im Mai 1970, obwohl noch in Zuerich copyrightet, von Stein aus. Eingestellt wird die Oriflamme im Dezember 1974, weil keine Manuskripte mehr vorhanden sind.691* In den 80er Jahren macht Markus Kumer aus der PG den "Verein fuer Humanisti- sche Forschung," der aber weder in Zuerich noch in Stein amtlich eingetragen ist. Meine entsprechende Anfrage an das Gemeindeamt wird unaufgefordert an Frl. Aeschbach weitergeleitet.692*

SOCIETAS TOTIUS MUNDI ILLUMINATORUM

Im Verlauf der Ordenskompilationen meint Metzger im November 1962: "Im Kriege versuchte die PG eine Plattform zu bilden. Leider umsonst. Ueber zwei Vor- traege kam diese Bestrebung nicht hinaus."693* Gemeint sind vielleicht "Uebersinnliche Welt" und "Mystik und Magie." Ebenfalls, so Metzger weiter, habe man inseriert, was aber eine "Verrechnung" gewesen sei. Die Vortraege werden gehalten in Bern, Zuerich, Biel und St. Gallen. Auf Inserate hin haet- ten sich nur "Halbversch[r]obene" gemeldet.694* "Unser Orden will eine Plattform darstellen nach dem idealen Bild der univer- salen Bruderkette."695* "Das Ziel: die Bruderschaft der Menschen in einem Tem- pel, der die ganze Menschheit umfasst."696* Und so macht sich Metzger auf, Bruderschaften zu suchen, die sich in seine Kette eingliedern lassen. Metzger wird bei der Graf Keyserling Schule (1880-1946), bei der Graefin Zoe Wassilko-Serecki vorstellig, interessiert sich fuer Joseph-Marie Hoene/Wronski (1776-1853), der eine Sukzession zum Tempelritterorden konstruiert oder Jo- hann Baptist Kerning/Krebs (1774-1851), der Arnold Krumm-Heller beeinflusst hat.697* Bei den Adonisten, die sehr offen in "erotischen Fragen" sind, sei Metzger "waehrend zwei Jahren, jede Woche einen Tag, geschult" worden, "in ei- ner Schnellbleiche" {6}. Die Johannisfeiern698* werden 1950-52 in der Ritterhauskapelle Bubikon des evangelischen Johanniterordens abgehalten. Obwohl Metzger und seine Damen die Fernkurse des AMORC beziehen, werden AMORC und AAORRAC als "falsche Orden" ab- getan.699* Am 10.1.1953 wird Metzger "Grosskreuztraeger des Verdienstordens von Frankreich," den der "Ordre Universel des Chevaliers de l'Honneur et Compa- gnons du Merite" "pour reconnaitre les services rendus a l'humanite" erteilt. Zusaetzlich erhaelt er auch noch das Grosskreuz des Joachim-Ordens {11}. Metzger hat sich schon im Dezember 1950700* fuer "den letzten Grossmeister der Templer" Lanz Liebenfels (1874-1954, den "Mann, der Hitler die Ideen gab,") interessiert,701* der den "Ordinis Novi Templi" (ONT) gegruendet hat.702* In Liebenfels' Todesanzeige (gest. 22.4.54) vom Juni 54 spricht Metzger von "ungebeugtem Bekennertum und hoechster Tugend... Alle, die ihn kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."703* Kapitel aus Liebenfels' hoechst antisemitischem Werk "Theozoologie"704* weisen Aehnlichkeiten mit Crowleys Ideen auf.705* Rudolf J. Mund, einer von Liebenfels' Nachfolgern, besucht Stein706* (Mund wird selber von Dieter Heikaus, dem Grossmeister des Ordo Sa- turni, aufgesucht).707* Metzgers Mitbewohnerin Anna Werder-Binder: "Es gibt ein Recht auf Leben... [und] zur Erhaltung der Rasse. Dies schrieb 1918 ein bekannter Erbhygieniker."708* Franz Bardon (1.12.1909-10.7.1958) "Metzger wurde auch, im Auftrage von Germer, in die Tschechoslowakei gesandt, um mit Bardon (AA) Kontakt aufzunehmen (1956), schmuggelte das erste Mano, welches Bauer, voellig ueberarbeitet, veroeffentlichte."709* "Metzger zeigte uns sogar Photos, auf denen er mit Bardon zu sehen ist. Hemberger hat diese auch gesehen."710* "Herr Metzger war bei B. hat aber von ihm nichts bekommen... B. war nicht beim AA... Frau Maria Pravica war bei dem Besuch... dabei."711* "Nach meinem Wissen lag die Verantwortung dafuer zu jener Zeit in den Haenden von Frau Maria Pravica... Es ist mir bekannt, dass Herr Metzger behauptet, im Besitz des Originalmanuskripts von "Der Weg zum wahren Adepten zu sein", aber ich glaube es nicht, da das Werk schliesslich vom H. Bauer Verlag aufgelegt wurde."712* "I have no reference to Franz Bardon as a member of the A.A., and would rather doubt it: all I know was that in the early 1930 he wrote to A.C. for permis- sion to translate "Magick in Theory and Practice" into Czech: considering that his English was so bad, A.C. thought his effort was comical."713* --- Im Juli 1958 kommt Br. "Ketoris der Aeltere" vom Monte Verita di Roma (?) "als Minerval des Ordens" in seiner "Magia Illuminatorum Herausgegeben durch die Academia Masonica Illuminatorum" zur Ueberzeugung "Der wahre Orden hat keinen Namen: alle Orden sind nur Stufen." Schmueckendes Beiwerk: Metzgers persoenli- ches Siegel, das IO-Siegel (Pentagramm auf flammender Sonne mit Pi), das Magi- sche Quadrat fuer die Zahl 666 und ein Gedicht an "To Mega Therion" mit dem solar-phallischen Briefkopf Aleister Crowleys.714* Im Mai 1959 ergeht die "Anregung eine Zusammenarbeit initiieren [zu] koen- nen... Wir beabsichtigen nicht Mittelpunkt einer solchen Zusammenarbeit blei- ben zu wollen, um diese Idee durch keine Bindungen an Oboedienzen oder Vorur- teile zu verunmoeglichen."715* Am 20.3.1961 erscheint die erste Nummer der Metzgerschen Oriflamme, nachdem das EOL-Mitteilungsblatt im August 1960, zwei Monate nach Herbert Fritsches Tod {12, 15}, sang- und klanglos eingestellt wird. --- Im Fruehjahr 1962 sind unter der Adresse "Verlag Psychosophische Gesellschaft" folgende Organisationen vereint: "Weltbund der Illuminaten, "Illuminaten-Or- den", Ordo Templi Orientis, Gnostisch Katholische Kirche (Episkopat), Abbey Thelema, Hamburg - jetzt: Komturei Thelema, Stein/Appenzell, Schweiz."716* Die Fraternitas Rosicruciana Antiqua (FRA) taucht erst im Januar 1963 im Manifesto zu Metzgers OHO-Wahl auf. In den Medien wirbt Metzger als "Veranstalter: die alten und modernen Theoso- phen, Pansophen, Illuminaten und Rosenkreuzer." Gemeint ist ein oeffentlicher Vortrag am 10.1.64 mit dem Thema: "Das Denkvermoegen." Als Mitarbeiter [sic] werden die Theosophin Annie Besant (1847-1933, 33°, 90°, 96°) und Metzgers "geistiger Vater," F.L. Pinkus, genannt.717* "Wir [kennen] weder Diplome noch sonstige Papiere, noch festgelegte Mitglie- derbeitraege... es seien denn freiwillige Zuschuesse zum Unterhalt der Institutionen. Ueber diese besteht eine Buchhaltung, die nach den ueblichen Normen funktioniert."718*

Ordo Militiae Crucis Templi

Marcel Claude, irregulaerer Hierophant des schon an sich selbst irregulaeren Memphis-Misraim-Ritus {siehe unten} schlaegt Metzger als Mitglied fuer diesen deutschen Templerorden vor.719* So wird Metzger am Martinitag 1962 Mitglied des OMCT.720* Prominente Mitglieder finden das unverstaendlich und treten demonstrativ aus. So gibt der Baron E.B. Pflueger, Prior des schweizerischen OMCT-Zweiges, am 3.1.63 in seiner Austrittserklaerung als Punkt 5.6. an, dass Metzger ohne seine Befragung zum Ritter geschlagen worden sei, dass Metzger von seiner Frau lebe, die mit Waschen und Flicken den Lebensunterhalt verdiene und in keiner eigenen Wohnung lebe.721* 1964 gibt Hans Heuer (1908-1975), Gruender des OMCT, sein Amt auf. Der Orden wird 1966 von Grund auf neu organisiert und Professritter werden nicht mehr anerkannt.722* Heuer gruendet ein Jakob-de-Molay-Kollegium. Beim Generalkapitel des OMCT am 18./19.6.1966 in Wiesbaden erscheint Metzger ohne Einladung und wird sofort von der Mitgliederliste gestrichen. Metzger wird ersucht, nicht mehr an den Treffen teilzunehmen, da der OMCT nur noch Mitglieder der Roemisch Katholischen Kirche, anderen orthodoxen Kirchen oder Landeskirchen aufnimmt.723* Nichtsdestotrotz bezeichnet sich Metzger am 11.11.66 immer noch als "Professritter des OMCT" {11}. -+- "Zum Wintersolistitium [1969] wurde das Licht aus dem Mutterhaus der Abtei Thelema, neu eingebracht in den Tempel im Burghof... Verschiedentlich wurden die Raeume in speziellen Faellen zur Verfuegung gestellt fuer Wochenendkurse, sei es fuer Naturaerzte, Balletschueler und Musikstudenten."724* 18. Oktober 1970: "Die PG ist ein Goennerverein um die Existenz des Ordo Illu- minatorum, Weltbund der Illuminaten mit den Gradstufen OTO, FRA, GKK zu si- chern... Die Gesetze des IO und die Statuten der PG entsprechen dem Zivilge- setzbuch und Obligationenrecht der Schweiz. Durch unterschiedliche Statuten und Vereinsfuehrungen stellen sie zwei selbstaendige Koerperschaften dar. Die Funktion der Arbeitsgruppen wird in verschiedenen Faellen durch Personalunion erleichtert."725* Dies im Hinblick auf die Gerichtsprozesse mit Englert {11}. Mit vollem Recht wird behauptet: "Wir sind wohl die Realisation einer Abtei Thelema, die am laengsten gedauert hat und existiert."726* Seminarsprecher des "Kurs- und Ferienzentrums Thelema," "Freie Geistes- und Lebensschule" sind 1977: Metzger, Aeschbach, Manfred Oerterer, Adalbert Schmid, Robert Kehl, Franz Matouschek, Werner Stephan und Adrian Monk aus England. Zwischen 1975 und 1978 werden noch von folgenden Personen Seminare gehalten: Peter Oswald, A. Buehler, Elimario Sommer, Paul Heynisch, Alfred A. Droz {siehe "Memphis-Misraim im Appenzell?"}, Ernst Meier, Walter Biland, Kurt Hochreutener und Metzgers Sohn, Simon. Fuers profane Volk wird als "Luftkurort - die Perle des Appenzellerlandes" ge- worben. "Vor einigen Jahren versuchte Metzger einen (freisinnigen) katholischen Erzbi- schof [Padre J. Archimandrita] fuer seine(n) Orden einzuspannen. Umwarb ihn mit allen Mitteln - erfolglos."727* Herr Archimandrita hat dazu nur auswei- chende Auskunft gegeben.

Kopenhagen

"In Kopenhagen traf ich Per "Pelle" Jorgensen, wo er im Viertel Christiania als eine Art alternativer Therapeut arbeitete. Er hatte Crowley studiert und behauptete, eine OTO-Loge in Kopenhagen zu fuehren, ich glaube, von Metzgers OTO. Er behauptete, eines der Mitglieder sei eine alte Lady im Rollstuhl noch aus Kadoshs [sic: Sjallung!] Tagen {4}. "Pelle" erzaehlte mir, er haette Metz- ger besucht und im Gasthof "Rose" uebernachtet. Er beschrieb einige der Rae- ume, die fuer jeden Planeten mit entsprechenden Farben etc. zur Ausuebung von Planetenmagie eingerichtet seien. Jahre spaeter erhielt ich von einem Bekannten von "Pelle" weitere Informatio- nen: Da "Pelle" keine "Johannisgrade" innehatte, wurde er von Paragranus' OTO nicht akzeptiert. Trotzdem unterhielt "Pelle" mit einem Aegyptologen namens Anker Pedersen einen Daenischen OTO in den 70er Jahren. Da Motta zu der Zeit be- hauptete, der OHO zu sein, wollten sie unter ihm arbeiten. Ihr Tempel besass folgende Paraphernalien: ein Erinnerungsschwert, die Flaggen von Osten und We- sten a la Golden Dawn, und zwei (unbemalte) Saeulen. Sie nannten sich selber Thelema-Loge und initiierten Kandidaten in die Grade 0=0 bis 4=7 des Golden Dawn. Die Rituale waren bearbeitet und gekuerzt, so dass sie von vier Offizie- ren durchgefuehrt werden konnten. Diese "Operation" dauerte etwa ein Jahr. Al- les in allem waren etwa 15 Leute mit dieser "Loge" verbunden. Nur ein Mitglied blieb lange genug, um alle Grade zu erlangen... Die "Loge" traf sich monatlich, ihre Eroeffnungszeremonie bestand aus einer Mond-Meditation, wie sie Metzger in seiner Oriflamme regelmaessig veroeffent- licht hat.... Nachdem die "Loge" geschlossen war, startete die Gruppe "The Ar- chives for Psychic Investigation" und publizierte ein Magazin, von dem aber nur eine Nummer erschienen ist."728*

MEMPHIS-MISRAIM IM APPENZELL?

Alfred Andreas Droz (geb. 6.11.1906) wird 1955 "rechtmaessiger Minerval" des "Illuminaten-Ordens Helvetiens" in der "Grossloge zum Flammenden Stern." Metz- ger gibt ihm zum Geleit den Spruch II,3 aus Crowleys Liber AL. Im selben Jahr wird Droz/"Alanus" Gross-Magus in Wien und am 31.12.1955 "Deputierter Meister des Collegium Psychosophicum," Charta-Nummer 151. 1956 folgt der Magus-Grad Helvetiens, doch Anfang 1957 will sich Droz von Metzger loesen, weil ihn angeblich die Gleichberechtigung der Frauen im Illuminaten-Orden stoere. Zu- sammen mit fuenf weiteren Illuminaten/OTO-Mitgliedern aus Stein sucht er ver- geblich Anschluss an die franzoesische Misraim-Gruppe (vom Belgier Jean Mal- linger aus dem AMORC gefuehrt).729* Spaeter wird Droz' Gruppe als Blaue Loge von der schweizer Grossloge Alpina regularisiert und haelt ihre Arbeiten im Tempel an der Roswiesenstrasse in Zuerich ab. Droz bezieht bis 1962 Metzgers Oriflamme und haelt in Stein Vortraege bis 1978. Er stirbt 1983. Marcel Claude wirbt 1958 in Metzgers Publikationen mit einer Einladung nach Bruessel zum Konvent aller aegyptischen Riten der Maurerei, d.h. des Memphis- Misraim-Ritus.730* Claude hat einen irregulaeren C.B.C.S.731* inne und laesst sich an diesem Kongress als einziger Kandidat zum Grand Hierophant des MM waehlen. 1962 muss er von seinem Amt zuruecktreten, unfaehig, seine Legitimi- taet beweisen zu koennen.732* Audehm {11} trifft Monsieur Claude 1964 in Stein: "Bis Sonntagabend konnten wir ihn genuegsam "bewundern". Lustiger "Knabe" von ca. 60: gute Statur: rue- stig: grauhaarig: groesserer Oberlippenbart und das fliehende Kinn verdecken- der Spitzbart. Trat im Templerhabit auf (weisser Umhang, achtzackiges rotes Templerkreuz). Sahen ihn nur beim mehr geselligen Teil. Begegneten sich beide [Metzger und Claude] wie Altvertraute und mit Hochachtung. Uns [Audehm und Englert] gegenueber war der Claude sehr leutselig und spassig."733* Pierre Pasleau publiziert ein Foto von Claude.734* Des Todes wuerdig Unter diesem Titel berichtet der STERN vom Oktober 1988 von einer Memphis-Mis- raim Gruppe Hamburgs, deren Leiter, angeblich Grossmeister fuer das Deutsche Reich, Lothar-Arno Wilke (mit 50 Logen und insgesamt 2000 Mitgliedern), veran- lasst habe, dass das ausgetretene Mitglied Hans Senkel ueberfallen, bedroht und festgebunden worden sei. Rituale sowie Urkunden dieser MM-Gruppe seien von Wilke gefaelscht, schreibt STERN, was auch von Jean Mallingers MM-Erbe fuer Deutschland, Martin Erler, bestaetigt wird. Markus Kumer (aus Metzgers innerem Kreis) berichtet, dass Frau Christiane Schwarzweller aus Wilkes MM-Gruppe regelmaessig Gast bei Metzgers Tempelarbei- ten ist.735* Wilke bezieht angeblich Sukzessionen von Georges Delaire und Francois Bruyninckx, ebenfalls in der Nachfolge Jean Mallingers. Die Gruppe ist beim Amtsgericht unter E.R.M Brandt eingetragen und publiziert als "Gross- Herrenmeister des "Ordens der Internationalen Co-Freimaurerei Memphis-Mis- raim"" eine Verteidigungsschrift gegen Howe/Moellers verwirrende "Biographie" von Reuss. Gezeichnet ist diese Schrift von Elizabeth Gould, Christiane-Marie Schwarzweller und Lothar-Arno Wilke.736* In der Tat bezieht Wilke sein System und die Rituale aus den veroeffentlichten Rudolf Steiner-Ritualen, die, aehnlich wie Metzgers aeltere "OTO Orient Thuri- censium-Rituale" nur den "Misraim-Dienst" erwaehnen {4}. Der bedrohte Senkel versendet vom Fruehjahr 1987 bis Fruehjahr 1988 mehrere Schreiben an die regulaeren Freimaurerlogen Deutschlands, um den Sachverhalt zu klaeren. Aus diesen Schreiben ist ersichtlich, dass in Europa eine Menge konkurrierender Memphis-Misraim-Logen existieren. Senkel erleuchtet in diesen Schreiben die Hintergruende von Wilkes Orden, nennt unzaehlige Beteiligte und meint, dass Wilkes Gruppe keine Tradition habe. Ob dieser Hamburger MM-Zweig identisch mit dem OTO-Zweig Hamburgs von 1973 ist, der auf Horst Knaut in QUICK und in "Mensch und Mass" {6} reagiert hat, bleibt unklar. Ein Hamburger OTO soll in den 1960er Jahren Kontakte mit Grant in London gepflegt haben.737*

THELEMA IM APPENZELL!

Das sporadisch ab 1948 erscheinende "Mitteilungsblatt des psychosophischen In- stitutes" weist, abgesehen von einem kleinen Crowley-Zitat, keine thelemiti- schen Referenzen auf. Crowleys Thelema wird von der Schweiz aus erstmalig pu- blik mit dem Ketzerbrevier 1 vom Maerz 1953. Der OTO selber wird von Metzger oeffentlich erstmalig im Ketzerbrevier 3 vom 21. Juni 1955 und im Aequinox II vom Maerz 1955 erwaehnt. Ab Oriflamme 23 vom Januar 1963, dem Monat, wo sich Metzger zum OHO ausruft, wird der OTO an zweiter Stelle in der Aufzaehlung der der Psychosophischen Ge- sellschaft zugehoerigen Koerperschaften aufgelistet. Von jetzt an tritt die PG hauptsaechlich als "Ordo Illuminatorum" auf {11}. Die Oriflamme gibt sich ab Nummer 110 vom Juni 1971 als "Amtlicher Ordensan- zeiger fuer alle Provinzen deutscher Zunge" aus. Metzger, in dessen "Herzen und Wirken Theodor Reuss unbeirrbar weiter- lebt,"738* "erwirbt sich Verdienste" mit der Herausgabe der Schriften Aleister Crowleys, zumal er es in einer Zeit tut, als Crowley noch kein Renner ist.739* Heutzutage gehoert es ja zum chicen Zeitgeist, Crowley als Satanist zu zele- brieren, wie die Zuercher "Satanswoche" vom Februar/Maerz 1994 gezeigt hat {Schluss von 9}. Bis zu Karl Germers Tod 1962 scheint in Metzgers Lager eine eher positive Be- urteilung Crowleys die Publikationen zu bestimmen, was im Zusammenhang mit Metzgers Ambitionen auf das OHO-Amt gesehen werden kann.740* Crowley ist "die bedeutendste Figur in der modernen Literaturgeschichte."741* "Er hat unvorstellbare, hervorragende Qualitaeten - ist aber auf groteske Art unfaehig, seine soziale und oekonomische Position zu sichern."742* "Wer ein so schoenes Wort [jeder Mensch ist ein Stern] praegen kann, der muss von hohen Idealen, wahrem Ethos und echter Menschenliebe durchdrungen sein. Es muss sich um einen edlen und vornehmen Charakter handeln."743* "Unser Vorbild, Meister Therion, das heisst Meister des Tieres."744* "Der Tod wird eine Wissenschaft, der Beruf das taegliche Opfer, Liebe wird zur Technik, wird reguliert und steht unter wissendem Willen."745* "Nach dem Gesetz des neuen Zeitalters, "Tu was du willst soll sein das ganze Gesetz": loesen sich die Konflikte familiaerer, sozialer und finanzieller Gru- ende von selbst."746* "Thelema ist eine eminent praktische Lehre. Sie vereinfacht das Leben des Men- schen, da sie alles - bisher fuer "unentbehrlich" gehaltene, ueberfluessige Beiwerk ruecksichtlos abstreift. Thelema ist aber auch eine sehr schoene Lehre, da sie radikal mit all den Hemmnissen und Widerstaenden Schluss macht."747* Aus einer Rede anlaesslich der Auffuehrung von Aleister Crowleys Mysterienspiel "Das Herz des Meisters." Uraufgefuehrt am 21.3.54 im Theater am Neumarkt in Zuerich, "unter dem Patronat der Genossenschaft Psychosophia... zum 100. Equinox im 50. Jahre thelemischer Arbeit."748* Keiner der inter- viewten Theaterleute und -besitzer kann sich an diese Auffuehrung oder ein ge- drucktes Programm erinnern. Das Lokal gehoert 1954 einer Zuercher Zunft, die es privat fuer eine einmalige Auffuehrung vermietet hat. Der Morgen in Stein wird eroeffnet mit "Tu, was du willst soll sein das ganze Gesetz" - die letzten Worte abends lauten: "Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen." Die Worte werden via Lautsprecher in den Garten uebertragen.749* "Am Silvesterabend um 23 Uhr begaben wir uns in den Tempel, um dort nach kur- zer Zeit unsere Fackeln am Feuer, das seit der Sonnenwende brannte, zu entzuenden und liefen unter den Klaengen der Trommeln und Pfeifen dreimal um den Garten, bezogen zuletzt um den Haufen abgetackelter Christbaeume Stellung und warfen die brennenden Fackeln hinein. Nun begannen im Dorf die Glocken zu laeuten. Einige liessen es sich nicht nehmen, ueber das Feuer zu springen, wo bald das Neujahrsmahl serviert werden konnte."750* Laut Aussagen zweier unmittelbarer Anwohner haben solche naechtliche Feiern bis in die 1970er Jahre hinein stattgefunden. Als sich das Gut durch Landkauf vergroessert, wird eine Parade durch den ganzen Garten gehalten. Die Musik via Lautsprecher sei schwerfaellig gewesen. Geschaetzte Teilnehmer: hoechstens 20. Nachher sei die ganze "Gesellschaft" in den Gasthof Rose.751* Genauere Auskunft ueber die Johannisfeste (24. Juni und 27. Dezember), die 1950-52 in der Ritterhauskapelle Bubikon des Johanniter-Ordens abgehalten wor- den sind, ist kaum zu erhalten. Man "erinnerte sich nur noch ganz schwach an die Ritual-Feier" und ist eigentlich "nicht gesonnen," Fragen zu beantworten. "Es scheint uns denkbar, dass sich Leute heute nur ungern daran erinnern."752* "Tischritual mit Kindern: Vor dem Essen: Das Juengste beginnt: Tu was du willst soll sein das ganze Gesetz. Alle: Es ist unser Wille zu essen und zu trinken, den Leib zu kraeftigen, um faehig zu sein, in Weisheit, Staerke und Schoenheit das Gesetz Gottes zu erfuellen. Das Aelteste: So sei es. Nach dem Essen: Das Juengste: Wir danken dem Allmaechtigen Baumeister Aller Welten fuer Speis und Trank. Alle: Man muss wissen um zu wagen, wagen um zu wollen, wollen um das Reich zu erhalten, und um zu herrschen, muss man schweigen." Das Aelteste: Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen."753* Zu den Templersymbolen: "Es ist muessig daran zu erinnern, dass all diese Sym- bole, wie die Templer, je und je verleumdet wurden, gleich wie das Bespucken und Treten auf das Kreuz missverstanden wurde. Das Kreuz, das Zeichen des Lichts (das lichte Kreuz), ist aelter als das Kirchenchristentum. Jedoch das Kreuz, auf das man tritt, ist der Schatten des Zeichens des Lichts (das schwarze Kreuz, das Zeichen der Materie.)"754* --- Nach dem Tod Germers vermischt Metzger OTO, FRA, GKK {15} und IO {11} und ver- aendert die Haltung Crowley gegenueber: "Wir sind keine Crowleyaner."755* "Nicht die Werke des Crowley sind an sich verderblich, sondern ihre populaer- pamphletartige Veroeffentlichung durch die Boulevard-Presse ist das Verhaeng- nis."756* Annemarie Aeschbach haelt viele Schriften Crowleys als von "missratenen Schue- lern" gefaelscht. Ausserdem sei die zweite Auflage von John Symonds (geb. 1914) Biographie ueber Crowley757* gar nicht mehr von Symonds geschrieben. Genausowenig seien die Buecher von Kenneth Grant (geb. 1924) von Grant ver- fasst: beide seien dazu viel zu alt.758* Fotos von Grant sind in seinem Buch "Remembering Aleister Crowley" zu sehen. Ein Foto von Symonds in dessen "King of the Shadow Realm." Mit beiden kann man rel. einfach korrespondieren. Der Schwerpunkt der Lehren verlegt sich von Thelema auf die Adam Weishauptsche Selbstkenntnis. Diese Lehrbriefe werden ab September 1968 in der Oriflamme Nr. 86 veroeffentlicht. Begruendet wird diese Renovation ganz einfach: "Der Orden interpretiert die historischen Grundlagen nach Massgabe der Situationen fuer die Gegenwart. Um die Jahrhundertwende trat im IO eine Spaltung ein, ein Teil davon nannte sich OTO. Beide Aeste sind nun wieder vereinigt"759* {11}. "Metzgers Lehrbriefe, selten so einen Stuss gelesen, der unter dem Etikett Thelema im weitesten Sinne verbraten wurde... All das Zeugs von Leiden, dieser moralinsaure Unterton wenn's z.B. um Genuss geht, diese ruehrenden Diagramme, diese ei tucke tucke tei Mentalitaet. Thelema quo vadis?"760* "Inhaltlich vo- ellig unbrauchbar! Reine Philosophie!"761*

QUIBUS LICET

Adam Weishaupt 1781: "Ende jeden Monat giebt der Untergebene an seinen Oberen ein verschlossenes Blatt oder auch mehrere mit der Aufschrift Quibuslicet, oder soli, in solchen zeigt er an: 1. wie ihm sein Oberer begegne, ob er fleissig oder nachlaessig, hart, oder gelind mit ihm verfahre? 2. was er gegen die Gesellschaft fuer Beschwerden habe? 3. was ihm der Obere dieses Monats hindurch fuer Befehle kund gemacht? - was er an den Orden bezahlt hat?"762* Weishaupt 1787: "jedes Vierteljahr... in welchem er frey und ohne Scheu nam- haft macht, wie er mit dem Betragen seiner Obern zufrieden sey: ob etwas bin- nen dieser Zeit ihm widrige Begriffe von dem Orden beygebracht, seinen Eifer und Anhaenglichkeit herabgestimmt habe: ob und warum er sich in seinen Erwar- tungen betrogen finde."763* Das Illuminaten-Quibus Licet wird nun unter Metzger zum magischen Tagebuch, das folgende Punkte enthalten soll: Personenbeschreibungen, erhabene Gedanken und Kernsprueche, gesammelte Charaktere, Personifikationen [?], Resuemees und Beantwortungen von Fragen, die der "Orden" stellt.764* Ausser einem curriculum vitae wird das Studium des Ordensnamens verlangt, die Wahl eines Spezialgebie- tes und das Studium der Geschichte der Mysterieneinrichtungen: "Es zeigt sich daraus und zwar fuer den Schueler selbst, wie weit er sein Erleben als eine Beschaeftigung Gottes mit seiner Seele zu betrachten faehig ist. Es besteht die Moeglichkeit, im Quibus Licet besondere Fragen an den Provinzialen oder O.H.O. (aeusseres Haupt des Ordens) einzuschliessen, was unter besonderem Ver- schluss beigefuegt und im ersten Fall mit "primo" und im zweiten mit "soli" gekennzeichnet wird."765* Es ist unueblich, in den anderen OTO-Zweigen von den Ordensmitgliedern die Ab- gabe ihres Tagebuches zu verlangen. Allein Crowley hat regelmaessig Einsicht genommen und so Kontrolle ausgeuebt, was aber eher im Hinblick auf seinen eigenen Orden Argenteum Astrum (AA) gesehen werden kann. Metzgers Ordenssamm- lung verleibt sich folgerichtig den AA ein, indem nicht nur die Heiligen Bue- cher Thelemas, sondern auch seine Lehrbriefe die AA-Imprimatur "Praemonstrator" tragen. "Frater P[aragranus=Metzger] has declared that A.A. is now replaced by the Ba- varian Illuminati - and this claim is not to be laughed at of consideration for all the oddness of it."766* Gabriel Montenegro {11ff.} ist derselben Mei- nung.767* Israel Regardie meint sogar, Metzger besitze originale Golden Dawn Dokumente.768* "Erwartet nicht, dass man darauf [auf das Tagebuch] eingeht - der Kontakt mit dem inneren Stromkreis aller wahren Schwestern und Bruedern loest das Pro- blem."769* "Ohne Vorbehalte muss der Schueler sich selbst ausschalten."770* Der Schueler muss "Unverstaendliches hinnehmen"771* "und sehen, dass er nicht kam, um zu diskutieren oder Vortraege zu hoeren, sondern um von dem zu lernen, der weiss... Vorbedingungen: Gehorsam, Schweigen und Arbeit... Mit dem Ver- trauen zum Lehrer hat er [der Schueler] bedingungslos dessen Methoden anzuer- kennen... Durch Gegenargumente verlaesst er den Schutz und er beginnt zu zwei- feln. Zweifel, Misstrauen, Auflehnung und Mangel an Respekt gegenueber dem Lehrer schneiden ihm in jedem Falle den Weg zur Weiterentwicklung ab."772* "Brueder, die meinen Uebersicht haben zu muessen... darauf koennen wir verzichten."773* "Laecherlichkeit ist unser groesster Feind."774*

11. ILLUMINATEN UND TEMPLER

Der eigentliche historische Illuminaten-Orden Adam Weishaupts ist, ausser von Johann Joachim Bode in Weimar bis zu dessen Tod 1793, nie fortgesetzt worden. Es gibt keine historische Kontinuitaet. Literatur zum "originalen" Illuminaten-Orden: Peter Christian Ludz: Geheime Gesellschaften, Heidelberg 1979 Helmut Reinalter: Freimaurer und Geheimbuende, Frankfurt am Main 1986 Gerd-Klaus Kaltenbrunner: Geheimgesellschaften, Muenchen 1987 Manfred Agethen: Geheimbund und Utopie, Muenchen 1987 Richard van Duelmen: Der Geheimbund der Illuminaten, Stuttgart-Bad 1975 Leopold Engel: Geschichte des Illuminaten-Ordens, Berlin 1906, Muenchen 1978, Bremen 1985 Adam Weishaupt/Leopold Engel/H.J. Metzger: Ueber die Selbstkenntnis, Zuerich 1966 Zur Biographie Leopold Engels sei auf Karl Frick: "Licht und Finsternis" (Graz 1978), 465 und Howe/Moeller: "Merlin Peregrinus" (Wuerzburg 1986), 122 hingewiesen. Die wenigen mit + versehenen Daten stammen aus dem Brief von Anita Borgert an den Rechtsanwalt Ludwig Delp vom 2.12.1970.

Praesidenten des "Weltbund der Illuminaten"

- 1880 will der Saenger und Drogist Theodor Reuss den Illuminaten-Orden, "Loge Ludwig,"775* in Muenchen re-aktiviert haben.776* Der 1895 in Berlin gegruende- ten Loge soll sich dann der Schauspieler und Schriftsteller Leopold Engel ("Theophrastus", geb. 19.4.1858) am 9.11.1896 angeschlossen haben.777* - 1893: Engel gruendet in Berlin den Weltbund [andere Quellen behaupten, Engel habe seinen IO erst 1897 in Dresden gegruendet].778* - 1895 haelt Carl Kellner Unterredungen mit Reuss, um aus seiner Idee einer "Academia Masonica" die "Orientalischen Templer" ins Leben zu rufen. Reuss ist jedoch zu beschaeftigt mit dem Illuminaten-Orden, und Kellner haelt nicht viel von Engel. Engel und Reuss zerstreiten sich. - 25.5.1896: die Spiritisten Engel, Max Rahn (Zeitschrift "Sphinx"), August Weinholtz u.a. gruenden den "Verband deutscher Okkultisten."779* - 30.8.1896: Reuss, Franz Hartmann, Engel u.a. werden Mitbegruender der "Theosophischen Gesellschaft in Deutschland." - 1899: Engels IO und Reuss' IO vereinigen sich (wieder?). Im Organ des Illu- minaten-Ordens "Das Wort" veroeffentlicht Reuss 1900 eine "Politische Rund- schau."780* Reuss erhaelt 1901 von "Papus" eine Martinisten-Charta, was nahe liegt, da beide Theosophen sind {3}. - Am 12.3.1901 versuchen Engel und Reuss in Berlin mit einer selbstgebastel- ten, rueckdatierten Charta ihrer Organisation Seriositaet zu verleihen.781* - 3.7.1901: Der Regent Theodor Reuss ueberwirft sich mit dem Kustos Leopold Engel, der nun Reuss' Behauptungen als Schwindel bezeichnet. - Im September 1901 gruenden Kellner, Reuss und Franz Hartmann den OTO.782* Die 0-Nummer der "Oriflamme" erscheint im Januar 1902, worin Leopold Engel, Max Rahn, August Weinholtz und Franz Held noch als Anlaufstellen genannt wer- den. Es scheint, dass sich Reuss und Engel wieder vertragen. - 1902: Sitz in Dresden. Regent des Reuss'schen IO fuer England wird der "Summus Magus" der "Societas Rosicruciana in Anglia," William Wynn West- cott/"Non Omnis Moriar"/"Sapere Aude" (Mitbegruender des Golden Dawn). Der "Magus" Reuss fuehrt deren kurzlebigen Ableger, die "Societas Rosicruciana in Germania" vom 7.7.1902 bis zum 11.7.1907.783* Engel ist "Magus Delegatus Pri- mus" der SRiG. 27.6.1902 Westcott an Reuss: "Engel sagt mir auch, dass ich mich als Illuminat des Dresdener-Zweiges betrachten koenne." Am 26.8.1902 akzpetiert Westcott "the position as Regent." Am 16.10.1902 bedankt sich Westcott bei Reuss fuer eine Illuminaten-Charta, kann oder will den IO jedoch in England nicht naeher einfuehren, da er dem 18° u.a. zu aehnlich sei.784* --- - Im Juni 1902 kommt es zum endgueltigen Bruch zwischen Engel und Reuss. Die Kellnerschen "Lehren der "Hermetic Brotherhood of Light" wurden reserviert fuer die wenigen Eingeweihten"785* {16}. [Bald werden unter Reuss gewisse Mem- phis-Misraim-Grade zu OTO-Graden {2}, seine Aktivitaeten entschwinden nun aber am Horizont dieses Kapitels]. - 18.1.1903: Neue Satzung des IO in Dresden. Auf dem Titelblatt handschrift- lich: "eingetragener Verein." - 1906 publiziert Engel die "Geschichte des Illuminaten-Ordens" (Dresden), worin er sich auf Seite 466 von Reuss distanziert. - 1911 fasst Engel die Visionen einer Seherin zum Science Fiction Roman "Mallona" zusammen.786* - Am 10.5.1912 gruenden Engel, Heinrich Widtmann und Willy Vierath "das Insti- tut der Illuminaten Freimaurer." - Am 25.5.1912 treten neue "Gesetze des Inneren Orientes" in Kraft. - Im Fruehjahr 1921 offenbart sich Leopolds Vater (gest. 1913), der Konzertmeister Karl Engel, aus dem Jenseits, und uebertraegt seinem Sohn die Aufgabe, die jenseitige Botschaft, wodurch er "vorbereitet wurde, um durch hoechste, tateifrige Liebe in die Herrlichkeit der Himmel einzugehen," "den auf Erden weilenden Menschen mitzuteilen."787* - Am 1.11.23 beauftragt Engel Maximilian Haitz/"Hartwig" "auch nach meinem Tode" fuer die Buechersammlung zu sorgen. - 1924: Der IO von Dresden muss mangels Mitgliedern geschlossen werden.788* - 11.9.1926: Eintragung beim Amtsgericht Berlin-Tempelhof als "Weltbund der Illuminaten."789* - 1928 Engel empfaengt medial "Luzifers Bekenntnisse."790* - 8.10.1931 stirbt Leopold Engel. - Im Oktober 1932 wird Julius Meyer/"Marius" zum neuen Oberhaupt gewaehlt.791* - 1933 beantragt der Praefekt H. Teumer/"Theobald" aus Chemnitz, den IO aufzu- loesen.792* - Am 18.6.33 wird der IO aufgeloest. - Am 8.9.1934 taucht die Gestapo in Meyers Wohnung auf. - 22.9.1934: Meyer und Maximilian Haitz werden von der Gestapo zur Liquidation des Ordensmaterials gezwungen. Waehrend des Zweiten Weltkrieges spielt sich die Geschichte des "Weltbundes" in den Landesgruppen ab {siehe unten}. - Am 1.12.46 versucht Meyer vergeblich beim Polizei-Praesidium Berlin das Or- densmaterial zurueckzuverlangen. Man teilt ihm mit, dass das Gestapo-Gebaeude voellig ausgebrannt ist und keine Akten aus diesem Gebaeude gerettet worden sind. - 9.4.1953: Julius Meyer beauftragt Maximilian Haitz in Berlin selbstaendig das von der Gestapo beschlagnahmte Ordensgut "in Empfang zu nehmen," und "mich auch in der Leitung der Ordensarbeit voll [zu] vertreten." (Der Brief Frau Borgerts an den Anwalt Delp erwaehnt hier noch den Berliner Adolf Wille/"Odilo". Quelle ist wahrscheinlich die Urkunde Paul Kirchvogels {unten} von 1966 [!], in der Metzger Oberhaupt wird.) - 1953 stirbt Julius Meyer. - Am 1.11.1955793* tritt Paul Kirchvogel/"Klodulf" in Kassel (Mitglied seit dem 5.6.1927) die Fuehrung an und uebergibt am - 14.11.1963 "von Angesicht zu Angesicht in Kassel" das Praesidium an Metz- ger.794* "1902 hat sich der O.T.O. unter Reuss vom Illuminaten Orden ge- trennt." Metzger will sich alles "im Laufe der Zeit wieder einverleiben."

Landesgruppen

- 1896: Engel erweckt die Landesgruppe Oesterreich.+ - 1910: "Adam Weishaupt zum Licht am Rhein" in Koeln.795* - 1912: "Adam Weishaupt zur Pyramide" in Berlin.796* - 1929: Erleuchtung der Synode "Zum Wilhelm Tell" in Zuerich durch den Praesi- denten Leopold Engel in Berlin.+ - 1933: Karl Brodbeck/"Rudolf", Provinzial und Kustos fuer die Schweiz (ebenfalls in der Berner FM-Loge zur Hoffnung, Droit Humain und Stuhlmeister der Loge zur Gralsburg),797* erreicht den Zusammenschluss mit Oesterreich. Brodbeck gehoert zur Gruppe um Pinkus (dem "Geistigen Vater" Metzgers), dem mutmasslichen Reuss-Erben Hilfiker, dessen Adlatus Reichel, Merlitschek, Ba- der, Baumgartner aus Aarau (Loge zur Treue), Struppler und dem Abramelin-In- teressierten Egloff {4}. - 1935 in Wien: Gruendung eines neuen Aeropags mit einem anti-semitischen Arier-Paragraphen und einem eigenen Grossmeister ohne Erlaubnis des Kustos- amtes Helvetien, was 1935 zur Spaltung fuehrt. Die Landesgruppe Schweiz er- klaert die Landesgruppe Oesterreich fuer irregulaer. Diese wird dann mit dem politischen Anschluss Oesterreichs ans Dritte Reich 1938 aufgeloest.798* Eduard Korbel rettet das Ordensmaterial.+ 1935 wird der Pole Jan Korwin Czarnomski/"Elpher" in Warschau 90° und 95° von Memphis- und Misraim bis zur Schliessung der Loge "La Pyramide du Nord en la Vallee de la Vistule" No. 16 und des Rosenkreuzerkapitels "Pelican a l'Aube Naissante" No. 3.799* Ausserdem ist Czarnomski Martinist fuer Polen, Griechen- land und Madagaskar. 1937 erweckt er einen Ableger der antisemitischen, oesterreichischen "Weltbund der Illuminaten"-Gruppe in Warschau. 1938 werden die Logen geschlossen. 1939 ist Czarnomski taetig im Rahmen der Anti-FUDOSI, die von Chevillon und Swinburne Clymer ausgehend, auch Krumm-Heller, Hilfiker und weitere, in diesem Zusammenhang nicht erwaehnenswerte Leute, zusammen- ruft800* {4, 12}. Mitglieder der "Weltbund"-Gruppe in Warschau sind Stanislaw Czarnomski, Robert Walter/"Waltari" (zur Anthroposophie uebergetreten, gest. 1981) und Colonel Boris Smyslowski/"Hermes", der nach dem Zweiten Weltkrieg die polnischen Memphis-Misraim-Reste nach Frankreich rettet. Am 25.6.1944 wird Czarnomski von der Gestapo ermordet.801* --- 1949 wird der oesterreichische "Weltbund der Illuminaten" durch den General Grossordenskanzler und Kanzler der Ordensgruppe Oesterreich Eduard Korbel (Grossmagus, 5° und hoechster Grad des IO) als Vorhof der Fraternitas Saturni neuerweckt.802* Eine andere Version nennt Hermann Medinger als Neugruender am 11.11.1949.803* Metzger erhaelt angeblich von Meyer (Berlin) den Auftrag,804* mit Korbel (Wien) Kontakt aufzunehmen, da die Zensur einen direkten Kontakt unmoeglich macht und Metzger als Schweizer ein Visum der Besatzungsbehoerden von Berlin und Wien besitzt.+ Metzger moechte 1950 Korbel mit seinen Ritualen eindecken, da Korbel seit 1945 kein Material und Buecher mehr besitze,805* was im Widerspruch zu Metzgers spaeterer Behauptung steht, er habe "authentisches Material" von Korbel geerbt.806* Korbel inseriert in der Zeitschrift "Mensch und Kosmos." Mitglieder: Franz Spunda und Prof. Wunderlich. "Ein Kreis il- lustrer Gelehrter und ernsthafter, wohl etwas stiller und abgeklaerter Men- schen."807* - 1949-1953 ist Carl Krivsky ("Klotwald") Kustos des oesterreichischen "Weltbund."+ - 1953-54 verwaltet dieses Amt Hermann Medinger/"Manfred", der seit 1931 dem "Weltbund" angehoert und 1950 Provinzial der Landesgruppe Niederoesterreich ist.+ Am 6.1.1955 stirbt in der Schweiz Karl Brodbeck, und Metzger wird am 1.5.55 zum Kustos von Helvetien durch Korbel (Wien): Im Auftrag und nach einer Charta von 1951 (waehrend Metzgers FS-Reise nach Wien) gezeichnet von Julius Meyer. Metzger glaubt sich nun beauftragt, "die Fusion zu vollziehen und die Arbeit und die Ausbreitung des Ordens urbi et orbi an die Hand zu nehmen," um An- schluss an die Quelle des OTO zu finden, so wie er sie sieht: "1902 hat sich der O.T.O. unter Reuss vom Illuminaten Orden getrennt." Im Mai 1955 wird Eduard Korbel erstmals in Metzgers Publikationen erwaehnt.808* - 1954-58 ist Holecek-Hollschowitz/"Herbert" Kustos in Oesterreich.+ - Julius Meyer uebergibt 1953 sein Amt an Maximilian Haitz und stirbt am 16. November 1955. - Am 25.1.1958 stirbt der Kanzler Korbel. Metzgers Geliebte Anita Bor- gert/"Ainyahita" wird General Grossordenskanzler.809* In Oesterreich werden Dr. Danneberg/"Dietrich" Kustos und Prof. Rieger/"Hildebrand" Kanzler.+ "Danneberg ist Vize-Kreisgerichtspraesident von Kornenburg NOe, Bruder des Fuehrers der Oesterr. Sozialdemokratie - Rieger gilt als Nazi und Arier."810* In Metzgers Publikationen erscheinen die Namen Hans Troesch (Karlsruhe) und Karl Prosvic (Wien). In Metzgers Todesanzeige fuer Korbel taucht der Begriff "I.O." erstmals oeffentlich auf.811* Am 1. Maerz 1960 wirbt Metzger fuer den IO: "Interessenten wollen sich bitte melden."812* Am 1. Maerz 1962 tritt Metz- ger erstmals als "Weltbund der Illuminaten" auf."813* - Maximilian Haitz stirbt am 27.10.1965. - Im Dezember 1968 spricht Metzger erstmals von seinem Illuminaten-Orden-Frei- maurermuseum.814* - In Oesterreich ist der "Weltbund" eingeschlafen. Moeglicherweise angespornt durch Englert (siehe unten {6})815* moechte Hermann Medinger im Dezember 1969 sein Amt als Kustos wieder aufnehmen. Dagegen wehrt sich Metzger, denn fuer ihn ist Danneberg noch massgeblich.+ Obwohl Medinger meint, "In diesen heil'gen Hallen kennt man die Rache nicht,"816* "werden die Schweizer Schwe- stern und Brueder fuer gefaehrliche Satansknechte gehalten."817* Medinger nennt sich Grosskanzler des "Illuminaten-Ordens fuer Austria" und publiziert Erfahrungen aus seiner "radiaesthetischen Praxis."818* - Am 18.2.1972 wird Gustav Frey (geb. 13.1.12) Meister vom Stuhl der Zuercher Loge Lavater. Frey/"Jeremias", von Beruf Buchhalter, besucht 1950 die Vor- traege Metzgers, empfaengt das Licht der Bauleute am 8.12.51 und wird 1964 Be- amter in der Loge Lavater. Frey stirbt am 1.5.72.819* -+- Ueber die Sukzession weiss Friedrich-Wilhelm Haack, dass Julius Meyer Maximi- lian Haitz eine Vollmacht hinterlassen habe, sich den "Weltbund"-Nachlass, den die Gestapo beschlagnahmt hatte, abzuholen, was Haitz auch getan hat. Daraus soll fuer Haitz aber keinerlei Anspruch auf Nachfolge, auch nicht auf Besitz gegeben worden sein. Der eigentliche Besitzer sei der Sohn von Julius Meyer, Herr Kriminal-Kommissar i.R., Gert Meyer.820* "Haitz hat damals die Unterlagen mit einer Bescheinigung von Meyer bei der Ostberliner Polizei abgeholt und nach dem Tod von Meyer aus eigener Vollmacht erklaert, der Nachfolger zu sein."821* Gert Meyer: "Eine Neugruendung des Ordens nach dem Kriege war von meinem Vater nicht geplant worden... Ich bin der alleinige Erbe meines Va- ters."822* "Nach dem Willen des letzten Grossmeisters J.Meyer erfolgte nach 1945 keine Neugruendung mehr. Alle Nachfolgeorden (darunter die P[sychosophische] G[esellschaft {10}] und der IO-Frankfurt [siehe unten]) haben keine autori- sierte Tradition des Weltbundes."823* "Historisch gesehen ist zum Beispiel eine Verbindung von Illuminaten und Ro- senkreuzern unsinnig."824* "Aus einem Orden der Aufklaerung ist... ein Orden der magischen Religion geworden."825* Ueber Papiere, die Metzgers Sukzessionen, ob OTO, FRA, GKK oder IO, dokumentieren koennten: "Wurde vor uns mit Papieren zwar oefter geraschelt - aber anfassen und hineinsehen war nie erlaubt."826* Karl Brodbeck ortet in den USA die "Grossloge von Atlantis" als Spaltungs- zweig827* aus den 20er Jahren. W. Collins entdeckt eine Linie von John Yarker Junior bis Ronald Powell ("Duc de Palatine")828* {15ff}. Illuminaten und Templer Die Unstimmigkeiten zwischen Reuss und Engel erlauben Metzger, OTO und Illumi- naten-Orden (IO) zu verschmelzen: "wie schon mehrfach gesagt, trat um die Jahrhundertwende im IO... eine Spaltung ein, und ein Teil davon nannte sich in der Folge OTO. Beide Aeste des gleichen Baumes sind wieder vereinigt."829* Alle anderen abgespaltenen Zweige, die wir wieder mit dem Orden ab 1952 [?] vereint haben, fuehren wir aus historischen Gruenden und um des gerechten und sauberen Verstaendnisses wegen auf."830* "Der heutige Ordo Illuminatorum setzt sich wieder zusammen aus den Zweigen IO (Engel), OTO (Reuss), FRA (Krumm-Heller)."831* Reuss und Crowley haben das beide eher umgekehrt gesehen: den IO in den OTO hineinkorporiert.

Metzgers Gradaufbau

Metzgers Ordenskompilation nennt sich abwechslungsweise Illuminaten-Orden oder Ordo Illuminatorum. Es wird selten ersichtlich, ob damit der "Weltbund der Il- luminaten" gemeint ist. Leopold Engel selber hat da auch keinen grossen Unter- schied gemacht."832* Im "Anuario Americano Bucheli" erklaert sich Metzger: En- gels Weltbund und Reuss' OTO sind als Ordo Illuminatorum zusammengefasst.833* Gelehrt wird mit Fernbriefen in der Oriflamme {10}, nachdem untreue Mitglieder die vorher nur gegen Rueckgaberevers ausgehaendigten Lehrbriefe zu offenherzig herumgezeigt haben. Die Begleitbriefe zu den Lehrbriefen werden entweder von Frau Borgert, Br. "Solitarius" oder Br. "Catenus" unterschrieben. Den Anstrich der Seriositaet gibt man sich, indem man das Reuss'sche Statut von 1912 anwendet: "Es kann niemand ein "Eingeweihter" des OTO werden, der nicht vorher die drei Johannisgrade der Freimaurerei empfangen hat." Jeder Aspirant "muss durch die saemtlichen Grade der Johannis-Freimaurerei, wie auch der Hochgrad-Maurerei, hindurchgehen, ehe ein Mitglied ein Erleuchteter und Eingeweihter unseres Ordens werden kann." Dies steht im Widerspruch zu Crowleys OTO-Tradition. Der IO ohne Reuss von 1903 in Sachsen weist 7 Grade auf. "Die unter dem Namen I...O... gefuehrte Organisation ist keine Fortsetzung des alten I...O... von Adam Weishaupt."834* 1925 wird der IO nochmals neu organisiert.835* Laut der Wiener Freimaurerzeitung vom Juni 1929 sind Selbstinitiationen, sogenannte "Fernaufnahmen," gang und gaebe.836* Metzger erzaehlt Grosche am 25.4.51, dass nach dem Zweiten Weltkrieg der IO nur noch fuenf Grade besitze, "wovon der Grossmagus der Dritte ist und etwa dem Gradus Templarius [der FS] entspricht. Dass heisst innerhalb der Org., sinngemaess gemeint, also nicht als es. Rangstufe oder Reifegrad." Nach 1962 baut sich Metzger ein eigenes Gradsystem, worin IO, OTO, FRA und GKK kompiliert sind. Hier ein Auszug aus dem Exemplar der Liste im Warburg Insti- tut: I°-II° : Vorhalle, GKK III°-V° : Blaue Maurerei St. Johannis-Maurerei VI°-VIII°: Rote Maurerei, FRA [Illuminaten-Grade] X°-XII° : Mystische Maurerei, OTO [Illuminaten-Grade] XIII° : Patriarchat, Aeropag, Illuminat Das Gradsystem wandelt sich in 9 "Arbeitsausschuesse" um: IO, OTO, FRA, Frei- maurertradition, GKK, "Thelema, Freie Geistes -und Lebensschule," Verlag PG, "Labor Thelema" und "Thelema Wirtschaftsbetrieb."837* "Der IO ist ein Hochgradorden. Als Vorbereitung gelten die blauen Grade der Bauleute, die Johannis Maurerei, die CO-Maurerei."838* "Unser Orden... will eine Elite heranbilden."839* "Die Stufenfolge blaue, gruene, rote, schwarze und weisse Grade bedeutete: die Bauhuetten, die den Tempel bauten, die Vervollkommnung des Tempels, die die realen Wissenschaften beherrschen, die Rosenkreuzerkapitel, die die Natur und das Schoepfungsgeheimnis studierten, die Tempelritter, die den Tempel vertei- digten und die Priestergrade, die im Tempel den Gral hueteten."840* "Der Weg ist: Vorhalle des Tempels - Bauleute des Tempels (FM) - Bruderschaft von Rose und Kreuz - Ritter des Tempels - Presbitertum oder Priesterschaft im Tempel."841* "Die heutige Ordensregierung ist wie ehedem die Dreiheit gemaess dem Lebens- baum [AA?]. Titel sind im Orden abgeschafft, obwohl die historischen Bezeich- nungen implizite beibehalten werden. So gibt es den Erzbischof (das unsicht- bare Haupt der Kirche, die nur durch die Bischoefe regiert wird), den Praefek- ten (das sichtbare Haupt des Ordens) und den Vicarius Ordinis (den unbekannten Dritten im Bunde) der Ordensregierung. Der Praemonstrator General [AA?] ist die vierte Autoritaet, die nach Konsultation mit der Ordensregierung ueber die Veroeffentlichungen entscheidet."842* "Es handelt sich bei der Bezeichnung "Ordensgeneral des IO" bzw. "Ordensgeneral des OTO" um eine von der praktizierenden Taetigkeit innerhalb des IO abhaengige Titulierung."843* Die Briefkoepfe Metzgers tragen je nach Abteilung (GKK, OTO oder IO) andere Zusaetze: OTO: "Initium Sapientiae Amor Domini, Fraternitas Lucis Hermeticae, Fraternitas Rosicruciana Antiqua, Ordo Illuminatorum" oder "Antiqui et Primi- tivi Liberorum Structorum Ritus de Memphis et Mizraim, Fraternitas Lucis Her- meticae, Magnus Oriens Antiqui et Accepti Ritus Latomorum Moris Scotorum, In- itium Sapientae Amor Domini."844* Das "Caliphat" {13} aefft diese Briefkoepfe nach. Weltbund der Illuminaten: "Landesgruppe Schweiz" oder "Ordo Illuminatorum Ger- maniae. Eleusis 1776, gez. Br. Spartakus -- Eleusis 1783, gez. Br. Spartakus und Br. Cato -- Athen 1786, gez. Br. Spartakus und Br. Philo -- Athen 1793, gez. Br. Spartakus und Br. Cato -- O. Berlin 1893, 1903, 1925, gez. Br. Theo- phrastus. Weltbund der Illuminaten, Adresse: Abtei Thelema." "Schliesslich fussen unsere Darlegungen auf der Kenntnis der Geschichte und dem authentischen Archivmaterial unseres Ordens."845* Ueber das Arcanum: "Selbst Autoren, die es wissen muessten und ein Leben da- nach geforscht haben, sind um das Wesentliche herumgegangen (SELBST Leopold Engel)."846* Oscar R. Schlag {14} erinnert sich, dass Metzger nicht viel von Leopold Engel gehalten habe, der wie Reuss nur ein Opernsaenger gewesen sei. Metzger berufe sich direkt auf Adam Weishaupt.847* Dabei ist es wiederum doch "erstaunlich und unverstaendlich, dass immer wieder behauptet wird, Adam Weis- haupt sei der Stifter der Illuminaten."848* Abgesehen davon, dass Gustav Meyrink oder Franz Spunda (Autor von "Baphomet", {5}) tatsaechlich Mitglied des IO gewesen sind (letzterer sogar alias "Sperontes" unter Metzger), werden wahllos wohlklingende Namen wie "Goethe, Mozart, Wieland, Lavater, Pestalozzi, Humboldt, Knigge" zu beruehmten Mitglie- dern gemacht.849* Aehnlich Crowley in seiner Gnostischen Messe (dessen Liste in der von Metzger intern benuetzten schweizer Version gekuerzt ist) oder Reuss in seinen Oriflammen von 1904 und 1912, worin bei letzterer die Offenle- gung der Sexualmagie als Schluessel des Geheimnisses folgt. Wo Reuss hingegen noch 1914 in "Parsifal oder das entschluesselte Gralsgeheimnis"850* von jedem Turm einer Kirche als "Symbol des maennlichen Organs" und von jedem Schiff ei- ner Kirche als "Symbol des weiblichen Organs" spricht, weiss Metzger 1968 von "unbefriedigten Tanten und Onkel"n zu berichten, die in jedem Kirchturm, jeder Zigarette, jedem Taschen- oder Kuechenmesser usw. einen Phallus sehen. Crow- leys "Magick...," in der schweizer Version als "Philosophie fuer alle," entha- elt ein zusaetzliches, von Metzger in aehnlichem Tenor gehaltenes Kapitel. Nach den Vorwuerfen Horst Knauts in QUICK und NEUE REVUE: "Der IO (mit OTO, FRA, GKK) befasst sich nicht mit der "Botschaft aus der Gespensterwelt" und stellt keine "Okkultistengemeinde" dar. Er ist eine ueberkonfessionelle, poli- tisch neutrale, philanthropisch-humanistische Koerperschaft, die ihre Urspru- enge in der Aufklaerung hat."851* Die Unterscheidung von magischen Ritualen und Psychoanalyse wird von Frl. Aeschbach folgendermassen ausgedrueckt: Im Ge- gensatz zu "Psychagogik, Psychohygiene und Psychotherapie" bereichern die Me- thoden des Ordens umfassender "vor allem durch das Brauchtum, das Ritual, die Symbolik und erprobte Erfahrung."852* "Wir wollen keine Praemissen veraendern: wir wollen aufbauen auf dem Alten - daraus Einsicht und Klarheit gewinnen."853* Aehnlich hat sich schon Eugen Gro- sche geaeussert: "Neue Formen brauchen wir in jedem Falle nicht, sondern nur die alten Formen, die Ursymbole, neu zu erkennen, zu verstehen, zu benutzen, einzustellen auf den neuen Rhytmus [des Neuen Aeons]."854* Englert {siehe naechstes Unterkapitel}: "Alte Formen unveraendert zu lassen, bedeutet mit ihnen zu scheitern. Sie staendig kritisch zu pruefen und verbes- sern bringt Fortschritt."855* Im Verlauf der Konkurrenzkaempfchen zwischen den verschiedenen OTO-Gruppierun- gen denkt man im "Caliphat" {13} folgendes von Metzger: "Er hat das Thelema- Revival verschlafen. Das zusaetzliche Kapitel in Magick ist seichter Quatsch856* + und die Oriflamme duennbluetig."857* "Zwischen dem, was er pu- bliziert und dem was er macht, besteht oft eine ziemliche Diskrepanz."858* Denn: "It would be overstating to say that the Illuminati are "superior" to the O.T.O. - they are however identical. All degrees up to and including VI° (equivalent to 33° in the old system) are what Reuss termed "lay-brot- her"degrees. O.T.O. membership proper began at VII°. Reuss states of the de- grees VII°-X° that "these are the real active members of O.T.O., also called the Hermetic Brotherhood of Light {3}, or Illuminati". The title of the IX° is Illuminatus Perfectus."859*

Die Himmlischen Kampftruppen

Walter Englert {6}, geboren am 16.3.24 in Frankfurt um 09.13 Uhr, erhaelt von Eugen Grosche {6} am 29.12.1962 den 13° und am 13.4.1963 den 12° und den 18°.860* "Durch den ploetzlichen Tod seines Grossmeisters Gregor A. Gregorius sozusagen "heimatlos" geworden,"861* wird Englert alias "Telepharos" durch E. Enge- ler/"Angelus" am 27.5.64 in die "Mineralienversammlung in Stein" aufgenommen und erhaelt am 29.5.64 durch Metzger persoenlich das maurerische Licht in Zue- rich in dessen "Loge am Limmat zum Kompass." Am 31.5.64 heiratet Englert seine Frau Uta, getraut mit dem freikirchlichen Aequivalent der priesterlichen Seg- nungen durch Bischof "Josephus M. +"/Metzger in der Zuercher "Kirche Rose und Kreuz."862* Im Fruehjahr 1964 reist Audehm, der Englert seit 1963 kennt, zusammen mit sei- nem Freund und Arbeitskollegen Peter Lerch/"Petrus" nach Stein. Die Begegnung ist "von Gregorius in's Werk gesetzt."863* In der Nacht vor dem ersten Zusam- mentreffen mit Metzger erscheint Audehm in einem Traum Roesli Metzger mit "extatisch verzerrtem Gesicht."864* Im Sommer 1965 wird Audehm alias Br."Mundus" in Zuerich in den Lehrlingsgrad des Illuminatenordens aufgenommen. Am 18.6.65 wird Englert von Metzger in den Gesellengrad gerufen, am 17.10. desselben Jahres erhaelt er anlaesslich seiner Initiation durch Guenther Na- ber/"Beatus" in den 0°-OTO den Spruch aus Liber AL:1-19. Am 19.10.65 wird ihm durch Naber der Meistergrad verliehen und nur kurz danach, am 22.10.1965, wird Englert durch Metzger in Zuerich zum X° fuer Deutschland eingesetzt.865* Zeuge ist Emil Scheidegger. "An der Rechtlichkeit dieses unter Zeugen vollzogenen Aktes ist nicht zu zweifeln."866* Im selben Monat Oktober wird von Stein/Appenzell aus ein Rundschreiben ver- schickt, mit der Bitte an "die Brr., um vermehrte, aktive Mitarbeit, rechtes Verstaendnis und zweckmaessige Unterstuetzung im weitesten Sinne." Im Dezember 1965 beklagt man sich in der Schweiz ueber die "zersplitternden Brr." "Der O[rden] verlangt, dass jeder Br. sich einen oder mehrere Nachfolger nach- zieht,"867* und das Rundschreiben vom Oktober sei keine "berechtigte Selbstkritik" gewesen. Waehrend des Jahreswechsels 1965/66 muss man in Stein auf Besuch verzichten: aufgrund einer Maul- und Klauenseuche bleibt das Gebiet behoerdlich abgesperrt. Im Fruehjahr 1966 besucht Gabriel Montenegro aus den USA die Schweiz. Der Mexikaner Montenegro wird uns in spaeteren Kapiteln {12, 13} wiederbegegnen. Hier vorweggenommen sei, dass er einen Doktor der Medizin der "Sierra State University" innehatte und von Metzger als 33°, IX° und Oberster Souveraen des OTO fuer Nord- und Suedamerika eingesetzt worden ist.868* "In seinem Tross zwei seltsame Herren (Amerikaner), in denen wir CIA vermuteten. In Dornach [Anthroposophie] durften wir, nachdem "Monti" seinen Logenpass vorwies, sofort ins Allerheiligste. Wurden mit allen Ehren herumgefuehrt. Uns fuhr ein I.O.- Bruder Leo aus Zuerich... Herr Schlag kam dann Sonntags mit etwa fuenf Leuten - und lernte ihn auch kennen (ich auch und Hemberger)... Eines morgens ent- deckten wir auf dem Stubentisch "Montis" Patente und die Passworte und - Zei- chen... Wie ich hoerte, ist "Monti" dann, ohne sich zu verabschieden (voellig veraengstigt), abgereist... Montenegro trug uebrigens einen Bischofsring und behauptete, dass er jederzeit in Rom vorgelassen wuerde. Ich glaube ihm das sogar."869* Englert bringt am 15.6.1966 Prosper Wilhelm Maurer (geb. 20.6.1892) nach Stein. Vom 14.10.-18.10.1966 haelt sich Englert in Stein auf, um die Gruendung einer Frankfurter Loge zu besprechen. Am 11.11.1966 um 23 Uhr870* wird die Frankfurter Loge "Freiherr Adolf von Knigge" durch Annemarie Aeschbach, Anita Borgert und Metzger erleuchtet, und die Herren Paul Ruediger Audehm (Kanzler), dessen "engster Freund"871* Englert (Meister vom Stuhl) und Peter Lerch (Deputierter der Schweiz) werden ermaech- tigt, "vom 1. bis zum 3. Grad zu arbeiten." Die "Freiherr Adolf von Knigge" laesst sich 6 Wochen spaeter als OTO/IO e.V. eintragen. Ein Jahr spaeter trennen sich die 19 Frankfurter von den Schwei- zern. Audehm: "Ich will mich, als Urheber dieser Entwicklung, nicht verteidigen. Schuld trug mein durch unverdaute Magie ueberranntes Wesen - und nicht zuletzt ein noch uebrig gebliebenes Quentchen christlichen Anstandes und christlicher Gesinnung. Der "grosse Meister" aus der Schweiz konnte es nicht ertragen, dass ich... zur christlichen Ethik hielt und seine Verhaltensweise gegenueber weib- lichen Ordensgliedern - verheiratete Frauen nicht ausgenommen - nicht billigen konnte."872* Aus Stein ergehen verschiedene Briefe "An die Srr. und Brr. der Loge Freiherr Adolf von Knigge," die beschwoeren "Setzt euch nochmals mit kuehlem Kopf zu einer Aussprache zusammen." Da aber der Bruch endgueltig scheint, beschliessen die Schweizer, ihre Lehrbriefe in der Oriflamme zu veroeffentlichen, da sie deren Geheimhaltung durch die Frankfurter ungesichert sehen. "Das Schielen nach Informationen aus anderen Oboedienzen... haelt die Brr. nur von der wirk- lichen Arbeit... ab."873* Gabriel Montenegro, in den Streit mithineingezogen und bislang von Metzger ue- berzeugt, beginnt sich zu wundern. Der Landarzt Guenther Naber, bislang Metz- ger-treu (er gehoert zu den fuenf IX°, die Metzger am 6.1.63 zum OHO gewaehlt haben), beschreibt dem Mexikaner das Geschehen in der Schweiz: "Beim Verlag "Thelema" hat man seit der "Selbsterkenntnis"874* nichts mehr erscheinen las- sen. Die Pflichten als Gastwirt, Mundschenk, Koch etc. des Gasthaus "Rose" zu Stein und die dortigen Renovierungs- und Erweiterungsbauten nehmen fuer die Betreffenden alle Zeit in Anspruch, wie man uns versicherte... Der den ueppi- gen Bruesten der Weisheit reichlich entstroemende Spiritus (Sanctus?) erzeugt eine Art von ekstatischem Bewusstsein, dessen Ausmass wir nur in ehrfuerchti- gem Schauer bebend erahnen koennen. So bleibt uns nicht viel mehr, als in untertaenigster Demut zu harren und derweil in kindlichem Staunen und Stammeln miteinander ueber die Bedingungen und Verwirklichung von Thelema zu reden" (Ende Juli 68). Um diese Zeit verschickt Audehm seine "Dokumentation ueber einen Ordensschwin- del,"875* worin er sich mit Metzgers Titeln auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Charta Metzgers vom 11.11.66 an Englert, Audehm und Lerch. "Wir, H. Josephus M., Frater Paragranus, Grosskreuztraeger des Verdienstordens von Frankreich, Grosskreuztraeger des Joachims-Ordens, Professritter des Ordo Mi- litiae Templi Cruci [OMCT], Souveraener General Gross Meister, O.H.O, Vicarius Ordinis des Ordens der Templer vom Orient, Souveraener Gross Meister des Or- dens der Illuminaten, Souveraener General Gross Meister der Fraternitas Ro- sicruciae Antiqua und Souveraener Patriarch Ecclesiae Gnosticae Catholicae." Audehm fragt die franzoesische Botschaft in Bonn um Auskunft und erhaelt fol- gende Antwort: "Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, dass Herr Josef Hermann Metzger nicht" zur Ehrenstufe des Gross-Kreuzes des Nationalen Verdienst-Or- dens ernannt worden ist. "Ich teile Ihnen mit, dass ein "Phantasie"-Ehrenzei- chen existiert mit der Aufschrift "Nationales Franzoesisches Verdienst" (und nicht Nationaler Verdienst-Orden). Es wird ausgehaendigt durch eine Vereini- gung, die ich nicht kenne... Den Sankt-Joachims-Orden... kenne ich nicht." Horst E. Miers wertet Audehms "Dokumentation" fuer sein "Lexikon des Geheimwissens" aus,876* obwohl Metzger sich zu Recht verteidigt. "Die genaue Bezeichnung lautet: "Grosskreuztraeger des Verdienstordens von Frankreich" ge- maess Urkunde vom 10. Januar 1953, ausgestellt vom Universal-Orden der Ehren- ritter und Verdienstbrueder (Ordre Universel des Chevaliers de l'Honneur et Compagnons du Merite) "pour reconnaitre les services rendus a l'humanite."877* R. Horst, Kanzler des OMCT, teilt Audehm mit, dass Metzger kein Mitglied des OMCT mehr sei.878* Am 23.7.68 setzen Walter und Uta Englert, Audehm und Hemberger ihr Oberhaupt Metzger von seinem Posten ab. Montenegro an Naber: "I received an answer... from Bro. Englert... He states that he was designated in your presence, not only as X° OTO, but also OHO: so- mething which would give him world-wide jurisdiction?... Am I to understand a complete take over is contemplated?"879* Naber an Montenegro: Es "erscheint... mir aber unbillig, von einem O[rdens]- Oberhaupt Grad und Funktion zu akzeptieren, dann das Oberhaupt zu disqualifi- zieren ohne den eigenen Grad und Funktion als unrechtmaessig wieder zurueckzugeben."880* Am 25.10.1968, genau sechs Jahre nach dem Tod Karl Germers, greift Metzger nun zu Massnahmen: "An alle, die der Gruppe e. Verein Ordo Illuminatorum FRANKFURT a.M. angehoert haben!" Walter und Uta Englert, Paul Ruediger Audehm und Peter Lerch881* wird das "Recht, im Namen des Ordens zu handeln, aufzutreten, fuer sich oder eine Gruppe den Namen des Ordens zu gebrauchen" entzogen. Die am 11.11.1966 erlassene Ermaechtigung erlischt. Die Eintragung im Vereinsregister am Amtsgericht Frankfurt soll geloescht werden. -- Guenther Naber an Gabriel Montenegro am 29.10.68: "In diesen 10 Jahren habe ich keine WESENTLICHE Foerderung durch den Orden erfahren. Die meisten Brr., die ich kenne sind ebenso enttaeuscht. Aber jede offene Kritik dieser Art wird mit der Ruege einer ungenuegenden Pflichterfuellung unter Hinweis auf heilige Eide abgetan... Es ist bekannt, dass manch anderer sich stillschweigend vom O. zurueckgezogen hat. Die Gruende dafuer liegen sicher in dem fuer "Eingeweihte" offensichtlichten Verhalten P[aragranus]'s, das seinen Lehren und Reden entge- gengesetzt ist, in seiner mangelhaften psychagogischen Faehigkeit, sowie in einer mangelnden Aufrichtigkeit und Geheimniskraemerei. Das "Tu was du willst" hat dort nur theoretische Bedeutung, eine eigene Mei- nung zu haben gilt als Verrat oder wird laecherlich gemacht. Demzufolge plap- pert man wie die Papageien dem Herrchen nach - oder schweigt still. Ueber We- sentliches oder geistige Belange wird hoechst selten gesprochen: die ueblichen Gespraeche sind die einer durchschnittlichen Stammtischrunde."882* Naber tritt aus, verlangt im Juni 72 all seine persoenlichen Schriften inkl. Tagebuecher zurueck und schliesst sich (via ORA?) Oscar Schlag und Walter Studinski an.883* Montenegro weiss auch nicht, aufgrund welcher Basis Englert und seine 19 Mit- glieder aktiv werden wollen: mit Englerts 18°FS-Charta vom 13.4.1963, oder mit der 3.-Grad-Charta vom 11.11.1966 unter dem "Weltbund der Illuminaten"-Brief- kopf - oder mit Englert als OHO.884* --- Die Frage, nach welchen Ritualen in Frankfurt gearbeitet wird, laesst sich vielleicht mit dem Schreiben vom 25.10.1968 beantworten, in dem Metzger u.a. "5 Ritualbuecher fuer L\Loge" zurueckverlangt. Der Mitbegruender Audehm teilt mit, dass ihm nur der Name genuegte, dem er dann neue Inhalte verliehen habe. Im Nachhinein offenbart Audehm ueber sein entworfenes Gradsystem: "haben wir keines - machen wir eines."885* Der von Audehm und Englert auf 24 Grade aufgeblasene Illuminaten-Orden traegt den OTO, aehnlich wie bei der FS, als 18° in sich. "18. Bannertraeger der ORIFLAMME, Tempelritter des OTO (die Arbeit des O.T.O. besteht nicht in einer Magie, die die Verschiedenheit der Geschlechter zum Inhalt hat, sondern sie ist ausgerichtet auf die Errichtung eines weltumspannenden Imperiums... Das Gesetz "Tu was Du willst" ist das Gesetz dieses NEUEN STAATES... in unseren Tagen [tritt] der O.T.O. vor die esoterische Oeffentlichkeit - als HIMMLISCHE KAMPFTRUPPE! Der 18. besitzt die Vollmacht, wo es ihm beliebt... eine neue Or- densprovinz - oder eine Ordensenklave zu schaffen. Weiterhin kann er neue Or- den gruenden. In Nomine: Fra Telepharos [Englert] 24° IO, 33°, 90°, 97°, X° OTO Fra Mundus [Audehm] 23° IO, 32°, 89°, 95°"886* "Im Illuminaten-Orden ist der OTO und die Gnosis (Gnostische Kirche) ein Be- standteil."887* Hermann Medinger (vom oesterreichischen IO) und Theodor Czepl (ein Nachfolger von Lanz Liebenfels) werden kurze Zeit aktiv in Frankfurt. "Der Kontakt schlief ein. Uns waren diese Herren etwas unbedarft."888* Audehm loest sich ebenfalls von Englert: "Der IO (Frankfurt) stand mir mit seiner kleinlichen Weltschau zu sehr im Wege."889* Waehrend bei Metzger mit Fernbriefen gearbeitet wird, benutzt Englert Tonbaen- der.890* --- "Hat der Orden versagt, indem er nicht in der Lage war solches zu verhindern, indem er nicht faehig war, die versprochene Elite zu bilden, die den Menschen als Fuehrung haette dienen koennen im Aufbruch in die Zukunft?... Haben wir - die Schueler - versagt?" zweifelt Metzger 1970 in der Oriflamme. Englert erkundigt sich bei der Gemeinde Stein, ob man Metzger fuer unzurech- nungsfaehig erklaeren koenne. Der Gemeindehauptmann meint dazu nur, dass Metz- ger "sich wahrscheinlich energisch [dagegen] zur Wehr setzen" wuerde.891* Metzger zerrt Englert vor insgesamt vier Gerichte und verliert die Prozesse um das Recht der Namensfuehrung sogar beim Bundesgerichtshof Karlsruhe. Hemberger erstellt ein "Gutachten." "Die von Metzger angegebenen Namen Haitz, Kirchvogel sind mir... nicht bekannt.892* Der Ausdruck Ordo Ill.-Germaniae trat in der Geschichte niemals auf." [Die die FS und OTO-betreffenden Stellen am Schluss von Kapitel {13}].893* Metzger wird dazu verurteilt, saemtliche Kosten zu zahlen.894* "Der Schutz des Namens besteht auch fuer rechtsfaehige Vereine und nicht eingetragene Vereine" (Paragraph 12 BGB). Durch das schweizerisch-deutsche Rechtshilfe-Abkommen bestehen zwischen den beiden Laendern besondere Bestimmungen. So kann man das Geld und die Anwalts- und Gerichtskosten aus allen vier Prozessen erst dann in St. Gallen einklagen, wenn jedes Urteil von jedem einzelnen Gericht noch einmal extra testiert wird. Englert nimmt einen Rechtsanwalt in St. Gallen zu Hilfe und klagt den Betrag ein, worauf Metzger vor Gericht aussagt, ueber kein Geld zu verfuegen. In der Schweiz muss die Gegenseite nachweisen, dass der andere Geld, Grundstuecke oder Sachwerte besitzt.895* Die rechtlichen Streitereien zeigen, dass weder die Abtei Thelema noch die Psychosophische Gesellschaft fuer die Schulden (DM 12'000) des Ordo Illumina- torum belangt werden koennen. Letzterer bildet naemlich einen selbstaendigen, souveraenen Verein mit eigenem Vermoegen.896* Metzger kann persoenlich nicht beklagt werden, da die Statuten keine Mitgliederbeitraege vorsehen (im Gegen- satz zu den Statuten von 1950). Die Querelen rufen den Sektenbeauftragten Haack und den Journalisten Horst Knaut auf den Plan, die fleissig bei Gerald Yorke, Audehm oder Walter Jant- schik Material sammeln. Haack wird auch aus hier ungenannten Quellen mit In- formationen versorgt, damit diese als Gegenleistung nicht in Haacks Publika- tionen erwaehnt werden. --- Audehm hat seine ersten okkulten Erfahrungen im Lectorium Rosicrucianum gesam- melt. An der FS-Loge in Frankfurt ist Audehm 1962 "der einzig erschienene Gast... sowieso nur ein Schnueffler und Querkopf."897* Ab dem Fruehjahr 1969 schreibt er zusammen mit Englert die Zeitschrift "Zion." In Stefan Grassers "Loge Kether" nennt sich Audehm "Alagris," wird aber am 15.4.1969 ausgeschlossen: "So wie er von... Ordo Illuminatorum in Stein... herausgeschmissen wurde."898* Joseph Grasser: "... hat mir Audehm geschrieben, dass er Metzger abschaffen will, um einen anderen ihm (Audehm) guenstigen Grossmeister an den Platz zu schicken, er glaubt sich stark genug dazu... der neue Grossmeister hat bereits seine Stelle eingenommen, nach Audehms Angaben ein Amerikaner aus Amerika [Montenegro]. Audehm behauptet auch X°-OTO zu sein."899* In den 60er Jahren noch mit Metzger "befreundet," fuehlt sich Grasser im Dezember 1986 von den beiden OTO-Gruppierungen in Stein und Frankfurt magisch mit Krankheit bedroht. Im Februar 1969 gruendet Audehm seine eigene Zions-Loge und 1971 die "Ecclesia Universalis Tempelieren von Jeruschalajim." 1976 entsteht die "Christkatholische Aszetik," und ab 1977 schreibt Audehm alias "Uodil von Mi- hingart" ueber die "globale Verschwoerung gegen das Christentum."900* Alias "Arp Koenigsberger" gibt Audehm weiterhin kleine Broschueren heraus. 1985 inseriert Englert im "Spirituellen Adressbuch" und weist darauf hin, dass keine neuen Mitglieder "wegen der grossen Zahl von Anwaertern" mehr aufgenom- men werden koennen.901*

12. TRADICION HUIRACOCHA

Arnold Krumm-Heller

Am 15. April 1879 wird Heinrich Arnold Krumm in Salchendorf, Kreis Siegen, als juengstes von neun Geschwistern geboren. Angeblich ist die Familie Krumm schon 1823 nach Mexiko emigriert.902* Sein Vater, Ferdinand Krumm, ist Obersteiger: die Mutter, Ernestine Heller, Pfarrerstochter. Als 15jaehriger segelt Arnold nach Chile,903* schlaegt sich zuerst als Eisenbahnarbeiter durch und beginnt bald unter Indianern als Heilkundiger rege zu werden. Er eroeffnet in Constitution, dann in Santiago ein Sanatorium und schreckt als Therapeut vor nichts zurueck. So verbrennt er nach der Methode des Spaniers Asuero, ohne das Verfahren auf differenzierte Weise erlernt zu haben, den Kranken das Nasenin- nere mit Gluehnadeln,904* verordnet pfundweise Rohrzucker bei Magengeschwueren und legt Sterbende stundenlang unter Berieselungsbaeder.905* Dadurch reich ge- worden, unternimmt Krumm-Heller Expeditionen zum Amazonas. Seine dortigen Mu- mien-Funde sollen heute noch in deutschen Museen zu finden sein.906* Nach dem Tod seiner Mutter in Deutschland (1895) gewinnen nach und nach reli- gioese Werte groessere Bedeutung in Krumm-Hellers Leben, und er nimmt Kontakt mit den Theosophen auf. Am 7.2.1897 heiratet er seine erste Frau, die 21jaehrige Rita Aguire Valery.907* Zurueck in Mexiko, studiert er an der dortigen militaeraerztlichen Akademie Medizin. 1906 nimmt Herr Krumm (Heller als Nachname der Mutter wird nur im Spanischen mitverwendet) an Geruchsexperimenten unter Encausse/"Papus" in Paris teil.908* Aufgrund der Ausduenstung von Farbigen schliesst Krumm auf deren rassische Minderwertigkeit.909* 1908 erhaelt Krumm-Heller in Paris von Theodor Reuss die Memphis-Misraim-Grade 90°, 95°. Als Schueler des Bischofs Clements (unter Bricaud),910* der Martini- sten Girgois (Buenos Aires), "Papus'" und des Amerikaners Davidson errichtet er nun in Suedamerika eine Anzahl Tempel unter der Jurisdiktion von "Papus".911* Befreundet ist Krumm-Heller nicht nur mit Reuss, sondern auch mit Franz Hartmann und dem mexikanischen Hochgradfreimaurer Don Jesus Medina.912* Eine gnostische Sukzession leitet er vom deutschen Landsmann E.C.H. Peith- mann/"Basilides" her, der moeglicherweise mit der Gnostischen Kirche von Louis-Francois Giraud/Fabre des Essarts in Verbindung gestanden haben kann {15}. In Krumms Gnostischer Kirche werden Rosen auf dem Altar verbrannt, deren Geruch Kranke heilen soll.913* Auszuege aus Krumm-Hellers "Golden Book" (Seiten 13-18): - Am 31. Maerz 1897 wird Krumm-Heller Mitglied der Theosophischen Gesellschaft in Paris unter H.S. Olcott. - Im September 1902 gewinnt er die Ehrenmitgliedschaft der "Initiates of Thi- bet" in Washington. - Am 24.12.1907 wird K.-Heller "Membre de 1re classe" der "Thibet Indes Orien- tales" (Paris). - (ohne Datum) Martinist der Loge "Hermanubis" (Diplom Nummer 192). - Am 15. Maerz 1908: MM-Charta durch Reuss und Heinrich Klein (siehe oben), was mit dem X° fuer Mexiko gleichbedeutend ist - Am 11. April 1908 werden seine Vollmachten durch Charles Detre auf Chile, Peru und Bolivien ausgedehnt.914* Marcelo Ramos Motta meint, Krumm-Heller habe nur den VIII° von Reuss erhalten. Dieser Grad ermoeglicht es, eigene Orden unter der OTO-Direktion zu gruen- den.915* -+- 1910 leistet Krumm-Heller einen Beitrag an der "Wissenschaftlichen Festschrift zu Enthuellung des Humboldt-Denkmals in Mexiko". Krumm-Heller besucht Lourdes, wird angeblich in Rom vom Papst empfangen und geraet, zurueck in Mexiko, in die Politik. Praesident Madero verschafft ihm 1915 einen Lehrstuhl fuer deutsche Sprache und Literatur und macht ihn zum Oberstabsarzt/Oberstleutnant im Generalstab.916* Angeblich spricht Krumm-Hel- ler 17 Sprachen und 30 Dialekte.917* Seine Kriegserlebnisse in den Buerger- kriegen Mexikos 1912 und 1916 haelt er im Buch "Kampf fuer Freiheit und Recht" fest. 1914/18 ist er mexikanischer Legationsrat und Militaerattache in Berlin. Bei der Weimarer Nationalversammlung 1919 vertritt er Mexiko. Zurueck in Me- xiko, ernennt ihn Praesident Carranza zum Generaldirektor der dortigen Sonder- schulen.918* Nach der Ermordung Carranzas 1920 kehrt er nach Deutschland heim, wo er eine Druckerei in Halle an der Saale kauft, als Journalist taetig wird, den Kitsch- roman "Hertha" veroeffentlicht und homoeopathische Produkte vertreibt.919* Herr Krumm lernt Rudolf Steiner kennen und fragt ihn ueber die Magie der Duft- stoffe aus.920* Im Dezember 1921 erscheint die erste Nummer "Der Rosenkreu- zer," in der Krumm-Heller, Reuss u.a. sich in einem gemeinsam verfassten Arti- kel als Rosenkreuzer bezeichnen.921* Nach dem Tod von Theodor Reuss, 1923, sieht sich Krumm-Heller, wie Heinrich Traenker (Charta von 1921) oder Aleister Crowley (Charta von 1912), als O(uter) H(ead of the) O(rder) und Nachfolger der gesamten Reuss'schen Ordenskompilation, so auch der Gnostisch Katholischen Kirche. 1927 gruendet er seine (wahrscheinlich) 7-gradige FRA (Fraternitas Rosicru- ciana Antiqua) in Mexiko.922* Sein Motto "Huiracocha" ist der Name einer von den peruanischen Inkas angebeteten weissen Schoepfergottheit, die, westwaerts verschwunden, eines Tages wieder zurueckkehren soll. Ihr Anbetung zu verwei- gern, zieht grausame Strafen nach sich. Der Begriff "Virococha" findet sich auch in den Reuss-OTO-Ritualen. Von Martha Kuentzel {7} erhaelt Krumm-Heller Crowleys Adresse und schreibt ihm erstmals am 17.2.1928 als "Summum Supremum Sanctuarium OTO, FRA, Frat. Herm. Lucis, Societas Pansophia" in seinem holprigsten Englisch: "received your ad- dress by M. Kuentzel... remember myself by Reuss?" Der Begriff "Pansophia" laesst eine Verbindung zu Heinrich Traenker {5} vermuten, die bestimmt nicht lange gedauert hat.923* Krumm-Heller unterhaelt ebenso Kontakt mit der Fraternitas Saturni. Germer selber berichtet Crowley ueber Krumm-Heller: "The more I see of him the less valuable he apears to me. He falls on my nerves too." Germer ist er- staunt, dass Krumm-Heller nur in den hoechsten Toenen von Heinrich Traenker spricht. "It may be that he is good for outside organisazion and nothing else. I do not think he can distinguish between hey and straw."924* Germer will ver- hindern, dass Krumm-Heller durch Crowley den Theosophen-Bischof C.W. Leadbea- ter in London kennenlernt. Crowley und Germer lehnen die offizielle Benuetzung des Begriffs "Rosenkreuz" ab. "This is one of the original conditions of membership."925* Da Krumm-Heller sich anerbietet, mit Martha Kuentzels Hilfe Crowleys Ideen in den US und spanisch-sprechenden Laendern zu verbreiten und Lesungen aus Crow- leys "Confessions" zu halten,926* kommt es schliesslich zu einem Treffen mit Germer und Crowley am 23.4.1930 in Henri Birvens Wohnung in Berlin-Tegel {5}. "Huiracocha" irritiert "Baphomet" durch einen grossen Fettfleck auf dem An- zug. Waehrend Birven seine abschaetzige Meinung ueber Krumm-Heller nicht ver- birgt ("K.H. hatte das dringende Beduerfnis, Crowley erzaehlen zu koennen, in wievielen Orden und Geheimgesellschaften er sei"), bezeichnet ihn Crowley je- doch als Maurer von gleichem Rang, denn er habe weit mehr fuer die "Sache" ge- tan als er selber. Krumm-Hellers "notorische Aufschneiderei" (worin ihn Birven wohl als Konkurrenten sieht) hat entsprechenden Erfolg: "Crowley war in dem sogenannten O.T.O. 96° fuer England, waehrend der Grossmeister Reuss als sol- cher 97° firmierte. Krumm-Heller sagte mir, er sei 96° fuer Deutschland, aber Reuss habe ihn betrogen, er habe den Grad noch an zwei andere Deutsche ver- kauft.927* Den Charter fuer Krumm-Heller habe ich nicht gesehen,928* wohl aber den fuer Traenker. Jetzt machte sich Krumm-Heller gleich zum 98° [?]!" Krumm- Heller sei zu geschaeftstuechtig, um auch nur einen krummen Heller fuer das Grosse Werk zu opfern.929* Nichtsdestotrotz gehen Krumm-Heller und Crowley ge- meinsam ins Casino.930* Germer und Krumm-Heller werden 1930 bei der Witwe von Reuss vorstellig, die aber zuviel Geld fuer das Ordensmaterial verlangt.931* Nach diesem Treffen mit "Baphomet" schreibt "Huiracocha" 1930 ueber OTO, AA und die Gnostisch Katholische Kirche, dass er deren hoechste Grade inne- habe932* (3°-33°, 97°). Ob mit der Kirche auch die Liberalkatholische Kirche Leadbeaters gemeint ist, den er 1930/31 gegen den Willen Germers doch getrof- fen hat,933* ist unglaubwuerdig, da sich Krumm nachdruecklich gegen Leadbea- ter, die TG und deren Kirche ausdrueckt.934* In Spanien leitet Krumm-Heller eine Kinderklinik und eine pharmazeutische Fa- brik, organisiert das "Rote Kreuz," verlaesst aber das Land unter Franco und bereist Suedamerika, Palaestina, Aegypten, die Tuerkei und Rhodesien. Den Zweiten Weltkrieg muss er in Berlin verbringen, wo er sich bei Kriegsausbruch zufaellig befindet. Constant Chevillon erzaehlt Hilfiker, dass Krumm-Heller in seiner Heilpraxis gratis Konsultationen erteile - dafuer seien die Medikamente umso teurer.935* Eine Buchdruckerei in Berlin druckt die Zeitschrift "Rosa- Cruz," die 1937 Texas als Krumms Korrespondenzadresse angibt.936* 1942 ist Krumm-Heller Gast in einer Kuranstalt in Pyrmont, von wo aus er u.a. Briefe an die kalifornische 2. Agape Loge schreibt937* {13}. Dort ist 1934 vor dieser Loge die "Church of Thelema" entstanden, die heute [1993] noch von He- len P. Smith im engsten Kreise geleitet wird. Seine Briefe nach Bolivien un- terzeichnet er mit "Huiracocha R+C+" und siegelt mit einem Stempel "Ecclesia Gnostica" (was spaeter auch von seinem Sohn Parsival uebernommen wird).

Que las rosas florezcan

K.-Heller stirbt am 19. Mai 1949 in Marburg und hinterlaesst seine zweite, 1945 geheiratete Frau Carlota aus dem Potsdamer Adel938* (die "treueste Gehil- fin meiner Forschungen")939* und die vier gemeinsamen Kinder Guadalupe, Cuauthemoc, Sieglinde und Parsival940* - und ein kaum zu ueberblickendes Durcheinander von Nachfolgern und Nachfolgeorganisationen, sei es einmal seine FRA, dann wieder "seinen" OTO, "seine" Gnostisch-Katholische Kirche oder ein Konglomerat aus denselben. Da Krumm-Heller nie ueber Grade gesprochen hat, sind viele FRA-Mitglieder unsicher, wie viele Grade die FRA aufweist, ob wie beim OTO hoehere Grade rein spiritueller Natur sind (d.h. ohne Initiationsri- tuale), ob sie sich als OTO oder als Kirche sehen koennen, und versuchen, von ueberallher Konsekrationen und Chartas zu erhalten. Die Sache laesst sich ver- mutlich als Dreieck ansehen, in dem sich FRA, GKK und OTO zu einer Art Koer- perschaft ergaenzen.941* "Um die Jahrhundertwende, also etwa in der Zeit zwischen 1890 und 1920 war die Zeit der letzten grossen Spaltungen... der Weltbund der Illuminaten, die FRA, der OTO und die GKK. Ersterer unter Engel und die GKK unter Dr. Peithmann in der deutschsprachigen Welt, die zweite in Suedamerika unter Krumm-Heller, der OTO unter Reuss." (Metzgers Oriflamme von 1964, ohne den Beweis dieser Behaup- tung anzutreten). "Der Rosenkreuzer-Orden FRA wird vom Ordo Illuminatorum ge- stiftet" (Oriflamme, 1970. Metzger meint wohl seinen eigenen FRA-Zweig). In Metzgers Buch "Erleuchtete?" von 1964 tauchen Krumm-Hellers Titel "S. Rex OTO" und ""Head of Order" (OTO)" auf. Einen weltweiten Fuehrer der FRA hat es nie gegeben. Arnold Krumm-Heller hat sich selbst nur als ihr Stifter und "Soberano Comendador para Espana-America- Latina, Antillas y Filipinas" bezeichnet. Metzger nennt sich "Souveraener Grossmeister der FRA," Parsival K.-H. "Soberano Gran-Comendador."942* William Breeze, der jetzige "Caliph" der 1977 neugegruendeten, dritten Agape Loge {13} laesst sich von Reuss und Metzger inspirieren und meint: ""Esoteric Rosicru- cians are the VIII° in Reuss' system, with four subdegrees (Practicus, Adep- tus, Princeps and Illuminatus)... FRA and Ecclesia Gnostica Catholica, are also component groups of O.T.O."943* Franz Hartmann, Mitbegruender des OTO, kommt zum Schluss, dass im OTO-Zusammenhang der Begriff "Rosenkreuz" nur all- gemein benutzt werden koenne.944*

Die FRA in Brasilien

Am 15.4.1933 stellt Krumm 3 Chartas und am 27.7.1934 eine weitere fuer Brasi- lien aus. Auf diesen Papieren findet sich zuweilen auch ein Tempelritter-Stem- pel (Ritter auf Pferd).945* Die FRA in Rio wird 1936, bei seinem Besuch, von einem Triumvirat gelei- tet.946* Der Tod der Exponenten Joaquim Soarez de Oliveira/"Thurizar" (6.10.1899-9.7.1946) und des kolumbianischen Buchhaendlers J.Elias Bu- cheli/"Hagal" 30° (geb. 11.3.1893, auch in Chile lebend, gest. 20.11.1947) veranlasst Krumm-Heller, die brasilianische FRA mit Swinburne Clymers "World Circle of Arcane Orders" zu verschmelzen947* (Clymer ist noch 1938 von Con- stant Chevillon konsekriert worden948* {4}, Krumm-Heller 1939). Die brasilia- nische FRA wird so zur FRC (Fraternidad Rosa Cruz), ein Prozess, den Oliveira eigentlich schon am 22.2.1941 eingeleitet hat.949* Ab 1941 tauchen in Buchelis Kalender unter den ehemaligen FRA-Adressen neue Bezeichnungen unter neuen Na- men auf: "Rosicrucian Fellowship of Dr Clymer." Am 21. Maerz 1942 bilden Oli- veira, Duval Ernani de Paula und Manuel Victoriano Soares die Delegierten der FRC. Im Februar 1947 besucht Clymer seine brasilianischen Rosenkreuzer. Die Begriffe FRA und FRC werden von verschiedenen Gruppen verwirrlich verwen- det. Ein Unterschied ist, dass die FRC, im Gegensatz zur FRA, Crowleys Gesetz von Thelema ablehnt. Krumm distanziert sich heftig vom AMORC,950* was sein Sohn Parcival weiterfuehrt.951* Krumm-Heller stirbt am 19.5.1949. Fuenf Tage spaeter ernennt sein Sohn Par- sival brieflich seines Vaters angeblichen Favoriten,952* den in Deutschland lebenden Chemiker Albert Wolf, zum Nachfolger fuer Brasilien. Der Berliner Wolf ist mit einer Carola verheiratet, hat drei Kinder und in Heidelberg, Ber- lin und Strasbourg studiert. Wolf ist chirurgischer Assistent an einer Berli- ner Klinik, Repraesentant einer chemisch-pharmazeutischen Firma, Mediziner, Homoeopath, Psychotherapeut und Magnetiseur. Wolf reist 1950 fuer wenige Mo- nate nach Brasilien, findet aber Clymers Zustimmung nicht, stirbt im selben Jahr und wird von Duval Ernani de Paula/"Coaracypora" ersetzt. Clymer stirbt 1966, sein Sohn Emerson erweist sich aber als unfaehig, das Werk seines Vaters weiterzufuehren.953* De Paula besitzt einen Gral aus Bergkristall, den Krumm-Heller als Symbol sei- ner Initiationstempel in drei Exemplaren hat herstellen lassen954* und auf dem in deutsch und spanisch "Dies ist mein Blut" eingraviert ist.955* Ein weiteres Exemplar ist im Besitz der FRC, d.h. Clymers Nachfolger Gerald E. Poesnecker in Pennsylvania. Wo der dritte Gral geblieben ist, bleibt ungewiss. Oscar Schlag, der in den 60er Jahren an einer Gnostischen Messe de Paulas gewesen ist, erinnert sich an die ausserordentliche Laenge und Schoenheit des unthelemitischen Rituals und dass der Tempel eingangs von zwei Sphinxen be- wacht gewesen sei. Schlag beschreibt de Paula als "klein, 1962 ca. 45jaehrig, Arzt einer Praxis in Rio, der ueberall dabeigewesen" sei.956* M.R. Motta, der von de Paula initiiert wird, erinnert sich an ein Photo von Crowley im Tempel und dass die Rituale Anlehnungen an Thelema aufgewiesen haetten.957* Gabriel Ramirez Cifuentes/"Hermes" {18} repraesentiert vom 3.11.79 bis 1991 den kolumbianischen Zweig der FRC. Der Spanier Manuel Cabrera Lamparter macht ihn am 23.10.88 zum "legitimas herederos de la Obra" Krumm-Hellers. Ramirez C. wird von de Paula am 27.9.91 verstossen.

Chile

Via Argentinien wird Chile Krumm-Hellers naechstes Ziel. Der hier ansaessige Bucheli aus Brasilien initiiert Sergio Valdivia, der eine groessere Gruppe (10 Leute) in der Aula (Loge) "Rassmusen" in Bacata [Kolumbien?] um sich scharen kann. Im Maerz 1941 besucht Clymer Bucheli.958* Rosario Carey und Oscar Bravo tauschen mit dem spanischen Zweig der FRA Material aus, das 1987 von Manuel Cabrera Lamparter veroeffentlicht wird: "Las Ensenanzas de la Antigua Frater- nidad Rosa-Cruz," Malaga 1987. Der obenerwaehnte Ramirez C. initiiert Valdivia in den 80er Jahren.959*

Peru

Wie in Rio wird die am 27.5.35 in Lima gegruendete FRA-Gruppe 1936 von 3 Leu- ten geleitet, deren Exponent Juan Gonzales/"Jinasmar" aktiv unter Vater und Sohn Krumm-Heller ist. Die andern beiden: Sigmund Sipilesko und Joaquin Du- ronzo. Am 27.9.1972 uebernimmt der am 25.12.1897 geborene Manuel Garay Requena die Praesidentschaft unter der "Autorizacion" der Venezuelerin Ana Delia Gonzales, d.h. Metzgers. Er stirbt am 10.11.1986.960* Seine Nachfolge tritt Paul Chavez an. Der am 6. August 1974 initiierte961* und sich 1979 absetzende Ruben Pilares Villa/"I.H." (geb. 1948) nimmt schon 1977 Korrespondenz mit der "caliphatischen" OTO-Loge unter McMurtry auf {13}. Die Organisationen akzep- tieren sich gegenseitig,962* wissen aber nicht, was mit Metzger anzufangen ist. "We will one day reach the necessary size for a proper election of an O.H.O. by Xth Degree National Lodge Heads," hofft Bill Heidrick/"Emt" (Graue Eminenz des "Caliphats" {13}) gegenueber Pilares Villa am 18.10.1977 (was den spaeteren "Caliphat"-Statuten widersprechen wird {13}). Die Organisation von Pilares Villa wird 1979 zum "O.T.O. Huiracocha F.R.Americana." H.P. Smith tituliert Pilares am 13.9.80 als "Gran maestro de O.T.O. Sud America." Ab September 1988 nennt sich Pilares "O.T.O. Sudame- rica/Peru, Societas Rosicruciana Antiqua" was vom "Caliphat" quittiert wird: "the work of R.S.S. [X°] Krumm-Heller continues to bear fruit."963* Villa haelt freundschaftlichen Verkehr mit de Paula in Brasilien und versucht, seine Aktivitaeten sehr freimaurerisch zu gestalten. Zur originalen FRA-Gruppe in Peru bestehen starke Spannungen. Gary Allan Martin/"Kelly", dessen Korre- spondenz mit dem aeltesten lebenden Mitglied der 2. Agape Loge und Mitglied der Logenneugruendung von 1977 als Agape Grossloge, Phyllis Seckler, noch Be- deutung in dieser Studie erlangen wird, ist "padrino" von Villas Tochter Nancy Anael Nuit.

Kolumbien

In Bogota uebernimmt Israel Rojas Romero/"Joselin" am 27. April 1928964* die Praesidentschaft der dortigen FRA. In dieser Gruppe auch Luis Hernandez und Frau Weleda. "Huiracocha" haelt im "Teatro Municipial" Vortraege ueber das Ok- kulte in Deutschen Opern.965* 1938 taucht ein Inder namens Omar Cherenzi-Ling auf, der sich "Koothummi"966* nennt und von Rojas begeistert aufgenommen wird. Krumm-Heller entlarvt den Inder jedoch als Schwindler. Waehrend des Zweiten Weltkrieges haelt man den "superhombre"967* "Huiracocha" fuer tot. In der Tat wird Krumms Bibliothek von der Gestapo konfisziert.968* Nach 1945 nimmt er mit Kolumbien keinen Kontakt mehr auf.969* Rojas laesst sich 1945 als juristische Person No 520 amtlich eintragen970* und fuehrt die kolumbianische FRA bis zu seinem Tode am 4.6.1985. Nach dem Tode von Rojas waehlen eine Handvoll Anhaenger Jorge Cruz Toquica (33°) zum Praesidenten {siehe anonymer Bericht anschliessend}. Diese grosse Gruppe fuehrt erfolgreich eine oeffentliche Bibliothek in Bogota, wo Krumm- Hellers Antlitz die Gestelle ziert. Der auch in Kolumbien beheimatete Ramirez Cifuentes (siehe Brasilien) wehrt sich gegen Toquica, den er als Dogmatiker "de segunda clase" bezeichnet.971* Gabriel Sanchez Gaviria/"Reschai" mit seinen Leuten, die sich von Rojas di- stanzieren, stellen die seit 1973 von der Venezuelerin Ana Delia Gonzales pro- tegierte Konkurrenz dar. Sanchez tauscht Chartas mit Lamparters Mitstreiter Narcis Pell Alimany in Spanien aus und erhaelt per Post 1985 die Bischofswu- erde von Jorge Rodriguez Villas "Iglesia Ortodoxa Apostolica" in Chicago, "the silliest man in a bishops mitra!"!972* Jorge Rodriguez stellt seine Kirche in den freimaurerischen Blaettchen als "Gnostic Catholic Church" vor.973* Ebenfalls in Kolumbien um 1928: Jose Thome da Silva Oliveira, Jorge Ranghel, Vincente Rodriguez und Guillermo Frey.974* In Kolumbien fuehrt ein Tobias Ferro die Aula "Nenqueteba." Victor Manuel Gomez Rodriguez Herr Gomez (geb. 17.2.17) alias "Samael Aun Weor" alias "Buddha Maitreya Kalki" ist ehemaliges Mitglied von Rojas Gruppe. 1952 gruendet "Weor" seine "Gnostische Bewegung," die auf FRA-Material beruhen soll. Seine Behauptung, von Krumm-Heller konsekrierter Bischof zu sein, stoesst auf groesste Ablehnung aller FRA-Gruppen.975* Gabriel Sanchez G. glaubt, dass "Weor" entweder zu jung oder in einem anderen Teil Suedamerikas gelebt hat, als Krumm jeweils anwesend gewesen ist.976* Angeblich hat "Weor" Kontakte mit Metzgers Stellvertreterin in Venezuela, Frau Ana Delia Gonzales, gepflegt.977* Die Sexualmagie der "Gnostischen Bewegung" beruht auf der Ejakulationsvermeidung.978* "Weor" stirbt 1977, und seine Bewegung spaltet sich. Der mexikanische Zweig unter seiner Witwe Arnolda Garro de Gomez (Maestra "Litelantes") und der kolumbiani- sche Zweig unter Joaquim Amortegui Balvuena (Maestro "Rabolu"). In der Schweiz ist die "Rabolu"-Richtung in Baden-Ruetihof daheim. Im Ge- spraech mit dem schweizer Vertreter Thomas Pellicioli ist am 27.10.1986 zu er- fahren, dass die meisten Mitglieder (naemlich 10'000) in Kanada seien. Das gnostische Repertoire aus "Magischen Kreisen," "Drogen," "Sexologie," "Luzifer, Teufel und Satan" wird um einen spezifischen Trunk bereichert, der das Ego angreifende Larven enthalten soll.979* Der mexikanische "Litelantes"-Zweig in England (dortiger Name: Gnostic Insti- tute of Anthropology) behauptet in einem Brief vom 5.5.1992 sogar, "that Sa- mael was the Patriarch of the Gnostic Church and A.K.H. was the Archbishop." In Spanien nennt sich die Gruppe "Gnostic Christian Universal Movement."980* M.R. Motta meint, Oskar Schlag stecke dahinter.981* Haack nimmt "Weor" ideolo- gisch in "Europas neue Religion" auseinander (Zuerich 1991, 42). So ist die "Christliche Universelle Gnostische Bewegung" in Deutschland als Verein einge- tragen.982*

Mexico

Mexikos FRA soll durch den 1907 in Zapotlan geborenen Gabriel Montenegro y Vargas/"Zoepiron"/"Theòpilos" vertreten worden sein {11-13}. Montenegro habe seine "hoechste Einweihungen durch Priester der Tolteken" erhalten. "Mit 14 Jahren verliess er seine Heimat. In San Francisco und San Jose besuchte er hoehere Lehranstalten und promovierte, jung an Jahren, zum Dr. der Medizin auf der "Sierra State University"... Befreundet war er mit Aleister Crowley, Roy Leffingwell {13}, Dr. Swinburne Clymer, Heinrich Traenker, Karl Germer, Ar- noldo Krumm-Heller u.v.a."983* Montenegro erzaehlt seiner Geliebten H.P. Smith aus der amerikanischen 2. Agape Loge {13}, dass Krumm-Heller als "Acting Grand Master of the O.T.O. for All Latin America" und, lange vor 1947, als "Grand Master General for the O.T.O for German Speaking Countries" gewirkt habe.984* Montenegro ist ca. 1948 nach langem Zoegern durch Smith in Crowleys OTO initiiert985* und dann von Jane Wolfe und Karl Germer in Ehren gehalten worden.986* 1966 besucht Montenegro Oscar Schlag in Zuerich, das anthroposophische Dornach und Stein ("indeed a little bit of heaven"). Er haelt Englert vom "abtruennigen" OTO/IO e.V. Frankfurt {11} fuer einen "new comer in The- lema,"987* entdeckt aber auch "serious Thelemic errors in [Metzgers] modus operandi."988* Als Montenegro am 14.7.69 stirbt, schreiben Audehm und Englert in ihrem Nach- ruf, dass "Monti" IX° OTO "und Bischof der mit diesem Orden verbundenen gno- stischen Kirche" gewesen sei. Ausserdem "Oberster Souveraen des OTO von Nord- und Suedamerika... 33° des Supreme Council 33. F.& A.M. von Mazatlan. Crocker- Lodge Nr. 454, Daly-City."989* Zu der Oberhaupt-des-OTO-von-Nord-und-Suedame- rika-Ernennung durch Metzger weiss der Zeuge Audehm: ""Monti" war... so blau, dass er wahrscheinlich ueberhaupt nichts begriff."990* Nach seinem Tod hinterlaesst er seine "Gemahlin Marguerita... seine Tochter Marie Angelica... und seine Mutter Maria Vargas. Seine letzte Ruhestaette fin- det Montenegro im "Cypress Lawn Memorial Park"."991* 1970 distanziert sich Metzger von Englert, Grant, McMurtry und "Mexiko."992* Der Ursprung des MM-Tempels auf Yucatan ist leider nicht feststellbar gewe- sen.993* Offiziell existiert heute (1992) keine FRA-Loge mehr in Mexiko.

Von Kuba nach Florida

Vor seinem Tode soll Krumm-Heller den irgendwo in irgendwelchen Alpen kraen- kelnden Johannes Mueller Rider/"Sar Thelemako" als Nachfolger bestimmt haben. (Die Unterlagen sollen sich beim Sohn Juan Muellers in Kuba befinden.)994* Dergestalt magisch ausgeruestet, kuriert "Thelemako" seinen Krebs mit der Heilpflanze "anamu" in Kuba und errichtet dort gleich auch die FRA, GKK und den OTO Krumm-Hellerscher Praegung, wovon er sich als 33°, 90°, 97°, X° und OHO sieht. Angeblich ist Rider bekannt mit dem deutschen Liberalkatholiken Gustav Ringer, stammt urspruenglich aus Prag, waehrend er in Berlin durch den Schweden Reinhold Palminge (Mariavitenorden und Jakobiterorden) zum Priester konsekriert worden sei.995* 1960 fuehrt Manuel del Pino Hernandez eine Loge in Havana.996* 1966 nimmt Ri- der Roberto C. Toca (geb. 11.1.43 in Kuba) auf und macht ihn 1976 zum Bischof der GKK und OHO des OTO Krumm-Hellerscher Tradition.997* Die Fotos der 1976- Weihe zeigen einen OTO-aehnlichen Altar. In regelmaessigen Zeitungskolumnen tritt Toca als OHO des OTO, 90°, 97° und mit dem Gesetz von Thelema auf. Dieser OTO weist 12 "grados iniciaticos (3 previos de neofitos) y los 5 poste- riores de Illuminatis" auf.998* Ein Zeitungsartikel von 1986 spricht von 90°, 97°, 12 Rosenkreuzergraden, 17 Illuminatengraden, 9 Krumm-Heller- und Martini- stengraden aus der "Papus"-Tradition. Toca verlaesst das kommunistische Regime Kubas, zieht fuer kurze Zeit nach Spanien, lebt aber heute in Florida, wo er zweimal woechentlich auf spanisch bei privaten Fernsehanstalten (Canales 12 y 33) seine Lehren verbreitet. 17 verschiedene apostolische Linien kommen angeb- lich auf Toca, der zusammen mit seiner Frau regelmaessig in den spanisch-spre- chenden Zeitschriften auftaucht.999* "The Most Rev. Dr. Sar Mar Roberto C. Toca" wird am 15.9. 1982 von Herman Adrian Spruit (geb. 1911 in Holland) kon- sekriert und nennt sich seitdem "Archbishop Primate of the Catholic Church of the Antiochean Rite." In seiner "Conclave Universal Iniciatico (CUI)" vereini- gen sich GKK, MM, FRA und OTOA.1000*

Spanien

1933 bekommt Dionisio Rios Ballester/"Aureolus" von Krumm-Heller eine Charta. 1939 haelt sich letzterer in Badalona/Barcelona und Valencia auf und uebergibt sein Material an Rios Ballester, bevor er selber fuer immer nach Deutschland zurueckkehrt.1001* Nach dem Tode Wolfs 1950 wird in Spanien Rios Ballester von Parcival Krumm- Heller auf den Thron gestossen, obwohl Rios Ballester nicht viel daran gelegen ist, eine Fuehrungsrolle einzunehmen. Parcival verlangt die Ordensunterlagen zurueck, die sein Vater in Spanien gelassen hat. Rios bleibt inaktiv bis 1979, nur mit Chile (Rosario Carey und Oscar Bravo) und Kolumbien (Israel Rojas) Kontakt haltend und Material austauschend. Weder Metzger noch Parcival Krumm- Heller haben den Kontakt mit Rios B. gepflegt. Am 9.2.79 nimmt Rios mit seinem Landsmann M.C. Lamparter Kontakt auf, der in Sevilla die Aula Lucis Thelema erleuchtet.1002* Am 27.2.1979 wird Manuel Cabrera Lamparter/"Sar Bahomet Tau Priscilianus I."/"S.A.T.v.OZ::" Mitglied der spanischen FRA. Am 27.3. erhaelt er eine Logencharta. Zu dieser Zeit ist Rios via Lamparter Mitglied von W.W. Webbs QBLH {19} geworden. Ein halbes Jahr spaeter stirbt Rios am 26.6.80. Lamparter erteilt Narcis Pell Alimany (Priester unter Rios) am 20.9.80 eine FRA-Charta. Aufgrund von Differenzen uebernimmt Lamparter die alleinige spani- sche Fuehrung, muss sich aber einiges FRA-Material aus Suedamerika neu beschaffen. Lamparter ist seit 1.1.82 OHO des Ordo Templi Orientis Antiqua (OTOA, einer Art OTO franco-haitianischer Version in einer angeblichen Sukzession von En- causse/"Papus", Jean-Maine, Bertiaux, Ward {15}) und ausserdem Frater Senior von William W. Webbs/"Damon" Ordo Argenteum Astrum. Dazu folgen Selbstdarstel- lungen der Protagonisten {16ff.}). Am 25.12.1982 wird er durch Rosa und David Miller {15} zum Bischof ernannt. Lamparter wird am 3.8.1986 von Roberto Toca bestaetigt (diese Charta schliesst Memphis-Misraim, Martinismus und Illuminatismus gleich ein) und wird "Hierofante Iniciador y Patriarca de la Iglesia Gnostica Latina (Ecclesia Gno- stica Spiritualis) y O.H.O. de la Serenisima Gran Logia Espanola de la Ordo Templi Orientis - Tradicion Maestro Huiracocha." Er tauscht mit Ramirez Ci- fuentes Papiere aus, ohne ihn aber ernst zu nehmen, da dieser Thelema ablehnt. Eine Eigenschaft, die FRC von FRA unterscheidet, obwohl Ramirez Cifuentes auch die FRA vertreten will. Lamparter veroeffentlicht 1987 FRA-Material, da er diese Organisation generell als ueberholt ansieht. Dadurch entsteht Unruhe vor allem in Peru1003* und Venezuela.

Oesterreich

Eduard Munninger/"Medardus" schreibt am 8. Mai 1951 von seiner Postadresse aus, der Burg Kraempelstein (seiner "Mater Ariopa") nach Quakertown an Clymer: "Inzwischen [sic] ist die Verbindung mit dem erl. Bruder Hierarchen Dr. Krumm- Heller sehr rege geworden und ich hatte das Glueck das unumschraenkte Ver- trauen und die Zuneigung des Hierarchen zu erhalten, so dass er mich in Oe- sterreich zu seinem Successor bestellte." Da die Nachkriegsnot "gar gross ist," fragt er nach alten Kleidern. Munningers "Fraternitas Rosa Crucis Austriae" wird spaeter zum AAORRAC {5}.

Deutschland

Herbert Fritsche/"Basilius", geb. 14.6.1911 in Berlin... [ist] forschender Biologe (nach seiner Promotion, magna cum laude, gibt er kurz vor seiner Habi- litation diesen Beruf auf), Psychotherapeut mit kompletter Lehranalyse, Her- ausgeber, Mitarbeiter und Schriftleiter einer Reihe von okkulten, literari- schen und medizinischen Zeitschriften [z.B. "Merlin" im Axel Springer Verlag], Assistent in der Fastenklinik Dr. Buchinger sen. (Werbung des Burgdorf-Verlags 1982). 1942 ist Fritsche Assistent in einer Kuranstalt in Pyrmont. Dort wird er vor Krumm-Heller als "undurchsichtigen Abenteurer" gewarnt, worauf er ihn natuer- lich kennenlernt. "Innige Guete, absolute Offenheit, strahlender Humor umhuellten mich sofort" beschreibt Fritsche diese erste Begegnung.1004* "Fritsche seinerseits wurde 1947 in Bad Pyrmont (auf einer Parkbank) von Dr. Arnoldo Krumm-Heller geweiht. F. verkehrte bis zu seinem fruehen Tod regelmaessig in Stein."1005* "Der "geistige Sohn Gustav Meyrink's" hatte es sehr mit geistlichen Getraenken - und von diesen gab's ja in Stein reichlich viele. Hatte eine boese Frau und, gleich Strindberg, giftete er - frueher- greist - gegen Gott und die Welt... F. war ja der Chef der deutschen Vegeta- rier - aber selbst - haha!"1006* Fritsche: "Wer sich einer esoterischen Schu- lung unterzieht und dabei auf Irrwege geraet, beginnt an Spasmen des Magen- Darmkanals zu leiden."1007* Fritsche selber berichtet, dass seine "Vorgesetzten" im OTO in Stein "schwaerzlich zelebrieren."1008* "Jahrelang zog mich das Daemonische so sehr an."1009* Der Nachruf bei Metzger sieht "Basilius" als "zelebrierenden Ma- gus."1010* "Er gewann Zugang zum Manisola-Sakrament1011* der Katharer, liess sich in den Ritus und Berufung der GKK einweihen, unterwarf sich Ordens-Exer- citien und pflegte Umgang mit Priestern aus der Ostkirche und druidischer so- wie hermetischer Kulte."1012* Gershom Sholem, der die Ideen Aleister Crowleys als "anspruchsvollen Schwin- del" bezeichnet,1013* empfindet Fritsches Schwaermereien fuer Crowley als "eher problematische, aber durchaus originelle, stark ins Magische schlagende Werke."1014* Der Gustav Meyrink-Biograph Frans Smit meint, dass Fritsche bedauerlichen Unsinn ueber seinen angeblichen Lehrer Meyrink geschrieben habe.1015* Fritsche stirbt am 20.6.1960 und wird griechisch-orthodox beerdigt. Damit sieht seine esoterische Laufbahn folgendermassen aus: 1929 (18jaehrig) "Schueler" von Gustav Meyrink 1939 Anthroposoph (1. Ehe) 1947 liberal-katholisch/Theosoph (2. Ehe) 1949 gnostisch-katholisch, FRA 1960 griechisch-orthodox beerdigt. Angeblich soll Fritsche die Nachlaesse der Astrologen Fritz Quade (1884-1944), Friedrich Schwab (1878-1946), Kurt Aram (= Hanns Fischer, 1869-1934) und Ar- nold Krumm-Heller besessen haben. Ein Brief Fritsches an Gustav Meyrink befindet sich in der Bayerischen Staats- bibliothek Muenchen, wo ebenfalls Briefe von E.C.H. Peithmann, W. Wynn West- cott und John Yarker an Meyrink sind.1016* Ueber Fritsche erscheint 1949 ein Schmaehartikel im Anthroposophischen Magazin "Die Christengemeinschaft."1017* Anlaesslich seines Todes wird in "Mensch und Schicksal" der Artikel "Die riesenhaften Fluegel" von Lambert Binder abge- druckt.1018* Darin heisst es, dass Fritsche 1954 ein Testament verfasst habe. Er hinterlaesst eine Tochter, Sulamith-Niniane. In den suedamerikanischen FRA- OTO- und GKK-Gruppen ist Fritsche weitgehend unbekannt geblieben.

Helvetia

Der Nachfolger der Fuehrung von Fritsches FRA und Fritsches Gnostisch Katholi- scher Kirche, das heisst Eglise Gnostique Universelle, da Krumm-Heller sich ja 1939 von deren Oberhaupt Constant Chevillon hat konsekrieren lassen, ist Her- mann Joseph Metzger.1019* Metzger nun, verstimmt von Clymers Erfolg in Rio,1020* versucht 1960 vergeb- lich alle FRA-Zweige unter seine Jurisdiktion zu vereinen. In Buchelis Astrologischem Jahrbuch (Edition Kier, Buenos Aires) erscheint seine Annonce, auf die die esoterisch rege Ana Delia Gonzales/"Yedosey" (geb. 26.7.1915) in Venezuela reagiert.

Venezuela

"My first steps in the Path began in 1937 in the Rosacrucian Order of AMORC... the Theosophical Society in India... wrote to [Parsival Krumm-Heller] in March 1949... I was invited to become part of the movement...1021* In July 1952 I received with surprise a diploma from Parsival" Krumm-Heller. Daraufhin er- leuchtet Frau Delia Gonzales sechs "Lucid Halls" und die "Great Hall of "Light and Reason"." Parsival Krumm-Heller operiert von Marburg in Deutschland aus, wo er die Kurse seines Vaters nach seinem Gusto veraendert.1022* 1953 nimmt er hier Marcelo Ramos Motta als persoenlichen Schueler auf und uebergibt ihn an Karl Germer in die USA. Germer vermutet, dass Parsival auch mit Eugen Grosche von der Fraternitas Saturni in Verbindung steht, was sich aber bislang nicht hat dokumentieren lassen. "In April 17th, 1952 the Frater Parsival, who was at that time Great Supreme Commendator of the Fraternitas Rosicruciana Antiqua, authorised me to repre- sent the Order "in all interests"." Frau Gonzales reist nach Spanien, will vom Spanier Rios nun das Material, das Krumm-Heller dort gelassen hat, an ihren Mittelsmann Julio Serrano ausgehaendigt haben, worauf sich Parsival 1956 von ihr nach Australien zurueckzieht und sich seither in Schweigen huellt.1023* Warum Metzger nie vom Sohn Krumm-Hellers spricht, bleibt unklar. "In 1960 the Frater Paragranus, recently named Visible Great Head of the O.T.O. in Switzerland formulated an invitation where all Krumm Heller disci- ples were called forth."1024* Frau Delia besucht daraufhin zweimal die Schweiz und "received the title of Council for Central and South American Countries" Im Dezember 1963 verschickt Frau Delia Aufforderungen an alle ihr bekannten FRA-Gruppen, sich ihr zu unterstellen. "Nevertheless, my title was not well seen by the elder directors of the Colombian, Brazilian and Mexican Halls... but the halls of Chile, Peru, Bolivia, Guatemela, and Santo Domingo continued their membership to our councilship..."1025* (Ana Delia Gonzales, Brief vom 4.3.89. Beiliegend u.a. ihre Chartas: P.K.-Heller vom 17.4.52, P.K.-Heller vom 21.5.52 und Metzger vom 20.4.63). Die "Estatutos" weisen keine Hinweise auf OTO, IO oder GKK auf.1026* "Im August [1969] ist die Abtei erfuellt von fremdartigem, bunten Leben. 30 unserer suedamerikanischen Brueder haben die weite Reise gewagt, uns zu besu- chen. Ist das ein Treiben, eine Froehlichkeit und herzliche, bruederliche Stimmung... Auch zwei kleine Kinder haben diese Reise mitgemacht. Eines ist die Urenkelin der aelteren Schwester, die den Orden in Suedamerika fuer uns vertritt und diese Reise organisierte."1027* "Zeigten Photos aus ihrem Orden: maechtig viele Mitglieder, etwa so eine Hundertschaft. Aber das will in Brasi- lien [sic] nicht viel heissen, wo etwa 80% der Bevoelkerung in afroamerikani- schen Kulten integriert sind (Macumba/Candomble/Umbanda/Mesabranca)."1028* 1952 weist die "Aula Luz y Razon" 14 Mitglieder auf.1029* 1989 berichtet das interne Mitteilungsblatt der venezuelanischen FRA von "22 notables discipulos" und regen Aktivitaeten. "Sehr erfreuliche Mitteilungen liegen uns aus den be- sonders aktiven Ordensprovinzen aus Suedamerika vor, dass ihre, von ihnen auf- gebauten oeffentlichen Schulen nicht nur anerkannt, sondern sogar ausgezeich- net werden."1030* 14 Logen und zwei Kinderlogen entwickeln rege Aktivi- taeten.1031* Gabriel Ramirez Cifuentes besucht im August 1977 Frau Delia, die sich aber bald von ihm distanziert. Im Juni 1991 taucht Frau Delia erneut in Stein/Appenzell auf.1032* Geruechte wollen wissen, dass sie unzufrieden abgereist ist.

AUSZUEGE AUS EINEM BRIEF VON GABRIEL SANCHEZ GAVIRIA

"Mit der Bewilligung Theodor Reuss' [?] gruendete Krumm-Heller Zentren der Fraternitas Rosicruciana Antiqua in den verschiedenen Laendern unseres Ame- rika. Darueberhinaus etablierte er sein Summum Supremum Sanctuarium in Berlin, von wo aus er seine Briefe an die suedamerikanischen Brueder schrieb. Dr. Krumm- Heller erhielt seine zwei vorhergehenden Initiationen 1909 in Argentinien und Chile, seine Meister waren Dr. Girgois und Dr. Arturo Clement (zwei Martini- sten-Meister)... Waehrend seines Lebens noch entwickelte die FRA starke Aktivitaet. Der Aus- bruch des Zweiten Weltkrieges, 1939, verursachte aber Schwierigkeiten mit der Korrespondenz, die oft ihr Ziel nicht erreichte. Einige seiner Schueler in Suedamerika bezeichneten Krumm-Heller als Nazi. Und im Laufe des Zweiten Welt- krieges konnten sich in Amerika und Suedamerika andere Rosenkreuzerorganisa- tionen besser behaupten. Die Lehren des AMORC und Clymers "Rosicrucian Fellow- ship" "unterwanderten" die FRA und durchsetzten deren Tradition... Die Autoritaet von Parsival Krumm-Heller dauerte von 1949 bis 1952. Dr. Henry Bolt wurde 1945 von Clymer nach Brasilien gesandt, starb aber in Plano Alto/Goyas im selben Jahr. 1963 trafen sich Vertreter der schweizer Abtei Thelema mit Ana Delia Gonzales in Turin. Seitdem bezeichnet sich Frau Ana Delia Gonzales als einzige Reprae- sentantin der Abtei Thelema auf unserem Kontinent. Angeblich soll Frau Gonza- les den Befehl, die FRA wiederzubeleben, erhalten haben. Und so erwachten ei- nige schlafende und andere, verstreute Zentren in Sued-Amerika unter der neuen Autoritaet von Frau Gonzales wieder zum Leben. Die Zentren von Peru, Bolivien, der Dominikanischen Republik, Venezuela und Argentinien wurden so wieder ak- tiv. Aber diese schoene Realitaet dauerte nur kurze Zeit. Mit der Hilfe von Frau Gonzales gruendeten wir 1973 unsere FRA in Kolumbien. In dieser gluecklichen Zeit besuchten uns die Vertreter Frau Gonzales' und wir feierten ein grosses Treffen in Maracaibo mit anderen Vertretern der FRA aus ganz Suedamerika. Wir glaubten an die Autoritaet von Frau Gonzales und der schweizer Abtei The- lema. Bald jedoch wurden wir mit dem Stolz und der Arroganz von Frau Gonzales konfrontiert, ausserdem wurden gewisse Personen aussergewoehnlich geehrt. So trennten sich viele FRA-Zentren von ihr. Die FRA in Maracaibo/Venezuela ist gescheitert. Wir berichteten der schweizer Abtei Thelema von unseren Problemen, haben aber nach einer kurzen Antwort auf unsere unzaehligen, sogar in deutsch geschriebenen Briefe keine Reaktion mehr erhalten. Wir begriffen, dass allein Frau Gonzales mit der sehr mysterioesen Abtei Thelema verkehrt hat. So beschlossen wir, uns 1984 von ihr zu trennen und unsere eigene FRA zu konstituieren."1033*

LUNCH MIT MARCELO R. MOTTA

Ein Nachtrag zu Krumm-Heller von Duval Ernani de Paula Brasilien "Am 27. Februar 1933 gruendete der von Dr. Krumm gesandte G.C. Cambareri die erste FRA-Loge in Sao Paulo. Kurz danach, am 27. September 1933, wurde die er- ste Aula Lucis Central in der damaligen Hauptstadt Brasiliens, Rio de Janeiro, errichtet.1034* 1936 lud Joaquim Soarez de Oliveira, der damalige Repraesentant der FRA Brasi- liens, Krumm-Heller zu einem Besuch ein. Aus Dank erleuchtete Huiracocha den Tempel der Gnostischen Kirche in Tijuca, Rio, und machte Soarez de Oliveira zum Fuehrer der Brasilianischen FRA. Anlaesslich dieser Gelegenheit schloss Huiracocha anlaesslich einer Gnosti- schen Messe drei Ehen, darunter die Heirat zwischen Frau Aida und mir selber. Waehrend des Zweiten Weltkrieges erhielt Soarez de Oliveira die Nachricht, Meister Huiracocha sei 1939 als Kriegsopfer umgekommen. Aus diesem Grunde tauchte Clymers Repraesentant fuer Lateinamerika, Herr Elias Bucheli/Meister Hagal, auf und schlug Soarez de Oliveira vor, den brasilianischen Teil der FRC unter Clymers Leitung zu uebernehmen. So uebernahm unser Tempel die neuen Ri- tuale, ausser die der Gnostischen Messe, waehrend Soarez de Oliveira, ehemals Leiter von Krumms Sektion, nun Clymers Sektion fuehrte. Niemals ist Brasiliens FRA von einem Triumvirat geleitet worden. Nach dem Krieg reiste Soarez de Oliveira durch Suedamerika und lud Bucheli ein, eine Rosenkreuzer-Zusammenkunft zu organisieren. Auf seinem Heimweg starb er in Mendoza, Argentinien, konnte aber kurz vor seinem Tode noch mich als Nachfolger bestimmen. Kurz nach Ende des Krieges kehrte Krumm zurueck und uebernahm wieder die Fueh- rung. 1947 bestaetigte Krumm-Heller meine Position als Leiter der brasiliani- schen Sektion der FRA in der Nachfolge von Joaquim Soarez de Oliveira. Ich in- formierte Clymer davon und errichtete den aegyptischen Tempel der FRA im sel- ben Gebaeude wie Clymers FRC. Gluecklicherweise haben beide Leiter die Existenz und Authoritaet beider Zweige akzeptiert und in perfekter Harmonie zusammengearbeitet. Erst als Cly- mer 1966 starb und sein Sohn Emerson veranlasste, dass die gesamte Post nur noch bei ihm direkt abgeliefert wurde, sind die offiziellen Beziehungen mit Clymers FRC abgebrochen worden. Wolf[f] und Parsival Krumm-Heller schrieb mir, dass er Dr. Albert Wolf[f?] zum Nachfolger wu- enschte, und dass das Summum Supremum Sanktuarium nach Goias, Zentralbrasi- lien, wo Wolff einiges Land besass, verlegt werden sollte. Wolff kam nach Bra- silien, wo er bei uns in Rio viele Vorlesungen gab. Kurz vor seinem Tod ero- effnete er eine homoeopatische Apotheke in Juiz de Fora/Minas Gerais. Da sein Vater sehr krank war, reiste Parsival Krumm nach Deutschland, um sich um ihn zu kuemmern und schlussendlich das Amt der Fuehrung der FRA anzunehmen. Dr. Krumm hat niemals einen Herbert Fritsche als Nachfolger erwaehnt, vielmehr sprach er immer von seinen Absichten Herrn Wolff und Parsival betreffend. Es ueberrascht mich sehr, zu hoeren, dass Krumm-Heller Herrn Fritsche zum Nachfolger bestellt haben soll. Falls irgendein entsprechendes Dokument exi- stieren sollte, wuerde ich sehr gerne eine Kopie davon sehen. KolumbienHerr Gabriel Ramirez Cifuentes/Hermes aus Kolumbien korrespondierte seinerzeit mit uns und besuchte daraufhin brasilianische FRA-Tempel, wo er zum Gnosti- schen Priester geweiht wurde. Man betraute ihn mit der Leitung einer kolumbia- nischen Sektion unserer brasilianischen FRA, was vom dortigen Israel Rojas an- erkannt wurde, der die ansaessige originale FRA leitete. Eines Tages jedoch besuchte unser FRA-Miglied und Gnostischer Bischof Jose Ma- ria den Ramirez in Kolumbien und fand zu unser aller Erstaunen einen selbster- nannten "Supermeister" vor, ohne Hauptquartier, ohne Tempel und ohne Raum, wo unsere Rituale haetten zelebriert werden koennen. Was uns betrifft, ist Herr Ramirez immer noch ein Anfaenger unseres Ordens, der hoechstens die ersten drei Grade und das Priesteramt innehat. Leider lehnte Herr Ramirez unsere wei- tere Unterstuetzung ab, was uns zwang, am 27. Mai 1991 unsere Charta zurueckzuverlangen. Wir hoerten ausserdem, dass ein gewisser Paolo Fogagnolo in Italien {18} sehr schnell auf Anfrage Gnostische Titel und Aemter verteilt. Wir Brasilianer sind aber der Meinung, solche Wuerden koennen nicht erfragt werden, denn die "Unsichtbaren Meister" waehlen ihren eigenen Zeitpunkt und den Adepten - und nicht umgekehrt. Marcelo Ramos Motta 1948 wurde Motta {13} in den 1° der FRA in Rio initiiert. Bald entschied er, in Europa weiterzustudieren, so dass wir ihn zu Parsival Krumm-Heller nach Deutschland sandten. Motta kontaktierte in der Folge Crowleys OTO und benahm sich, zurueck in Brasilien, uns gegenueber aeusserst arrogant. Er wollte mich als Sektion des OTO hinstellen, waehrend ich dafuer als Gegenleistung die von ihm ins Engli- sche uebersetzte Arbeit der FRA dem amerikanischen OTO zur Verfuegung stellen sollte. Zu dieser Zeit ass Motta seinen Lunch in meinem Haus, zusammen mit meiner Familie. Nachdem wir unser Tischgebet gesprochen hatten, betete er sein eigenes. Ich informierte Motta aber darueber, dass ich nicht gewillt sei, ihm fortge- schrittenes FRA-Material zu geben, da er ja erst ein Anfaenger, d.h. 1° der FRA sei. Aus diesem Grunde fuehlte er sich wahrscheinlich gegenueber seinem Meister in den US [Germer?] zuwenig gut ausgeruestet und begann die uebelsten Attacken gegen unseren Orden zu reiten. Bald nahm die Freimaurerloge, wo Motta sich vergeblich beworben hatte, mit uns Kontakt auf. Bezeichnenderweise war es dieselbe FM-Loge, die Motta vorher in seinem Buch "Calling the Children of the Sun"1035* zusammen mit der FRA diffa- miert hatte. Ich ging nie auf die Fragen der Freimaurer ein, da ich annahm, sie kannten den Inhalt seines Buches. Seitdem sind alle Kontakte zwischen uns und Motta abgebrochen."1036* Motta reagiert, indem er de Paulas FRA als Faelschung bezichtigt.1037* Beiliegend die Charta, die Gabriel Ramirez Cifuentes verbietet, je wieder die Begriffe FRA und Ecclesia Gnostica zu gebrauchen. Folge ist, dass Ramirez am 1. Mai 1991 alle von ihm erstellten Chartas fuer ungueltig erklaert und auffordert, ihn um neue zu bitten.

POR EL MEJORAMIENTO INTEGRAL DEL HOMBRE

Folgender undatierter und anonym gebliebener Bericht ist soweit wie moeglich von allen Betroffenen "korrigiert" worden. "Jorge Cruz Toquica wurde am 8.4.1918 in Viani/Bogota als Sohn eines Grundbe- sitzers geboren. Matur in Antioquia, dann Uni Medellin. Mit 25 Jahren startete er eine Karriere als Industriemaschinist in Medellin und wurde daselbst 1944 Mitglied der Fraternitas Rosa-Cruz Antigua. Als Cruz 1949 nach Medellin kam, um ein Ritual im Hause von Dr. Estrada zu zelebrieren, wurde er von Israel Ro- jas geweiht. Obwohl das Haus damals nach alten aegyptischen Plaenen zu einem Tempel umgebaut wurde, fanden die FRA-Aufnahmerituale nicht dort statt. Von 1945-56 leitete er die Aula Rosa-Cruz "Lucis Pitagoras" und setzte seine Studien fort. Zu dieser Zeit kam eine voellig verarmte junge Frau namens Ali- cia Elorza in die Aula und wurde von Cruz finanziell unterstuetzt. Von seinen Auftritten in der Aula kann man sagen, dass er "ex cathedra" sprach. Er ver- wirrte, indem er Symbole neu interpretierte und eigene "esoterische Lehren" in die Rituale einbaute... In Bogota, wo Cruz 1956 lebte, besuchte er weiterhin die Aula der Rosa-Cruz, bis er Freimaurer werden wollte...1038* Sobald Israel Rojas davon erfuhr, ent- larvte er Cruz als jemanden, der sich der Freimaurerei bedienen will, um sein Kapital zu mehren. Cruz produzierte Autoersatzteile und unternahm Transaktio- nen, die ihm Millionensummen einbrachten. Er importierte Maschinen, die er dem Staat mit Hilfe eines Funktionaers verkaufte. Um auf die Wahlliste der Parla- mentarier gesetzt zu werden, bezahlte Cruz dem Direktorium der Liberalen vier Milliarden. Als Cruz vernahm, was Rojas ueber ihn sprach, fuehlte er sich in seiner missionarischen Funktion verletzt und beschloss, dass weder er noch seine Fa- milie je wieder in die Aula der Rosa-Cruz zurueckkehren wuerden, bis Rojas tot sei. Dennoch kam er ab und zu nach Medellin, um Vortraege vor seinen Bruedern zu halten. An einem dieser Vortraege passierte ihm ein unbewusster Lapsus: voller Verachtung sprach er davon, dass er in seinem Unternehmen den Arbeitern das Gesetz des Karmas erklaere, um sie vor Diebstahl abzuhalten. Auf diese Weise hat er sich oeffentlich als rosenkreuzerischer Geschaeftsmann ent- bloesst. Ueber Maestro Rojas meinte Cruz mit abwertenden Gesten nur, dass er nicht mehr an ihn glaube. Rojas haette ihm angeboten, ihn zu wahrer Initiation zu fuehren. Klar, dass er, Cruz, dies nicht annehmen werde. Ausweichend gab er Angst und Unbereitschaft als Gruende an... Cruz hat dem verstorbenen Arturo Lopez gegenueber sehr ironisch erklaert, er werde "fuer" Maestro Rojas einste- hen... Seine Stellungsnahme zu Rojas kam wie ein Blitz: "Er ist ausser Diskus- sion." [Rojas stirbt am 7. Juni 1985] Am Tag der Totenwache fuer Rojas erschien Cruz, hielt eine Verteidigungsrede und sprach von diesem Moment an von Rojas als "seinem Meister." Was einen ein- schlagenden Effekt auf Jeremias Martinez hatte, der ausbrach: "Jorge Cruz! Cruz unser Fuehrer!" Jeremias und seine Verwandten steckten die Anwesenden in einer emotionallen Welle an..." (uebersetzt von Verena T.) Am 7.7.85 wird Cruz laut eigenen Angaben von 180 FRA-Mitgliedern einstimmig zu ihrem Logenpraesidenten gewaehlt. Sein Landsmann Gabriel Sanchez Gaviria weiss nur von 17 Waehlern.1039* Aehnlich wie im obigen Bericht, aber in gewaehlterer Sprache, druecken sich Nhora Cabrales A., Jesus Gonzales B. und Jeremias Martinez R. in einem 7-sei- tigen Brief am 9.7.86 aus. Diese Erben sind im Wahlprotokoll von Cruz' Wahl zum FRA-Praesident vom 7.7.85 als Wuerdentraeger aufgelistet. Frau Nhora teilt mit, dass Cruz zwischenzeitlich ausgestossen und Jesus Gonzales Biassus der aktuelle FRA-Praesident Kolumbiens sei.1040*

13. MYSTERIA MYSTICA MAXIMA

Am 9. Oktober 1933 ernennt Aleister Crowley, selbsternanntes OTO-Oberhaupt, Karl Germer {5} zu seinem "agent." Crowley an den Ex-Pansoph und Ex-Freund Heinrich Traenkers {5}, den Juwelier Max Schneider, im Juni 1934: "I advice strongly against starting O.T.O. until I am personally present. This time it has got to be done correctly right." Da schon 1933 elf Leute in Kalifornien an Crowleys OTO interessiert sind,1041* wird am 14.9.1934 die "Church of Thelema" zum erstenmal eingetragen.1042* Am 21.9.35 gruendet nun der ehemalige Buchhaendler, dann Bueroangestellter der "Gas Company,"1043* Wilfred Talbot Smith/"Ramaka" (geb. 1885) zusammen mit obenerwaehntem Max Schneider und der Ex-Schauspielerin Sarah Jane Wolfe/"Metonith"/"Estai"/"516" (Crowleys Bekannte aus Italiens "Abtei The- lema," geb. 21.3.1875 in Pennsylvania) {14} die 2. Agape Loge.1044* Smith ope- riert mit einer Crowley-Charta von 1915.1045* Er habe seine ersten OTO-Treffen 1917 in einer Garage gehalten. Zusammen mit C.S. Jones initiiert Smith nach den Reuss-Ritualen.1046* Am 13.6.21 wird Smith durch Jones zum Grossschatzmei- ster gekuert. Am 1.1.32 wird er IX° und X° durch Crowley und testamentarisch als OHO eingesetzt. Max Schneider lebt zuerst mit Leota Schneider und seinem Sohn Roland1047* in Kalifornien, dann mit Georgina Haitz, die bald von Jean Shivonen (Schlepp) ab- geloest wird. Assoziiert mit dieser 2. Agape Loge sind u.a. die Gesangslehrerin Regina Kahl (Helen Parsons-Smiths Vorgaengerin als Smiths Geliebte), der Barkellner Ray und seine Frau, die Serviertochter Mildred Burlingame, Roy und Rhea Leffing- well und Friedrich Mellinger {8}. Die aus Edmonton/Canada stammende Phyllis und ihr Gatte James Wade (spaeter Phyllis McMurtry, dann Phyllis Seckler) {14} wird 1939 0° und I°. Den V° erhaelt sie per communicatio und 1960 dann den IX° von Karl Germer bestaetigt: ab 1938 John (Jack) Whiteside Parsons (1914-1952), Helen Parsons-Smith, Gabriel Montenegro {11, 13}, Louis Culling {19}, Frances Leslie, Viola Morgan, Maria Prescot, Mary Green, James Young, Ruth Schoenberg, Irving Hendler... Man korrespondiert mit Friedrich Lekve {7} und Arnold Krumm- Heller {12}. Frau Wade/Seckler wird Jane Wolfes AA-Schuelerin.1048* Der Gruen- der des "Modern Gay Movement," Harry Hay, spielt waehrend der Gnostischen Messe den Schlager "Yes, we have no bananas" und erinnert sich, dass Nicht- OTO-Mitglieder Muehe hatten, sich das Lachen angesichts der komischen Messe zu verkneifen.1049* Crowley selber ist Zeit seines Lebens nie persoenlich in einer der Agape Logen gewesen. Diese kalifornische Gruppe wird von Crowley als "fans" bezeich- net,1050* besitzt keine Passworte und Griffe fuer Initiationsrituale, wie aus einem Briefwechsel zwischen Germer und Mellinger vom 15.9.1951 hervorgeht. Am 13. Juni 1941 wird Grady Louis McMurtry (geb. 18.10.1918) als Minerval (0°) aufgenommen. 18.7.1941: Crowley ernennt Germer, der vom Konzentrationslager her kommend, sich in New York niederlaesst, erneut zum "personal agent and representative in the United States of America." Germer arbeitet als Partner von Julius Weisers "Construction Industry Service."1051* Crowley an Germer am 14. Maerz 1942: "I shall appoint you my successor as O.H.O... a complete change in the structure of the Order, and in its methods is necessary. The secret is the basis, and you must select the proper peo- ple."1052* Am 10.12. 1942 betont Crowley nochmals, dass Germer als sein "agent and attor- ney" handle und er alles anerkenne, was Germer unterschreibe. Am 15. April 1942 werden weltweit zum ersten mal Crowleys II°-Initiationsrituale durchge- fuehrt. Initiiert werden Jack und Helen Parsons-Smith. 1943 wird das von Parsons gemietete OTO-Haus vom FBI untersucht.1053* -+- Aus dem FBI-file ueber McMurtry Geboren am 18.10.1918 in Big Cabin, Oklahama. Uebernamen: Mac und Scotty. 19.2.1941-2.2.1946: "U.S. Army Private to Captain" 1946-August 1957: University of California, Berkeley Dazwischen vom 6.3.51-3.10.53: U.S. Army Captain Ordonnance Corps, Sacramento Bis 1957 Angestellter im Campus Smoke Shop und Campus Theater 5.9.57-26.12.57: Autoverkaeufer Maerz 58-23.3.62: Angestellter beim Arbeitsamt ab 61 in Washington lebend ab 69 in Kalifornien ab 1974 in Dublin. McMurtry ist in unzaehligen Organisationen Mitglied. So u.a. bei den Pfadfin- dern, der Los Angeles Science Fiction Society, Plutocrats, Technocracy Inc, in versch. Militaer- und Indianerklubs. Er wird von Zeugen als Patriot mit "good habits and morals" beschrieben. Es wird von einem Sohn gesprochen.1054* --- Lieutenant McMurtry besucht 1943 den in New York lebenden Germer auf dem Weg nach Europa, wo er an seinem Geburtstag, dem 18.10.1943 in Schottland ankommt. Kurz darauf trifft er Crowley, (jedoch nicht Friedrich Mellinger) und 1944 einmal auch Kenneth Grant/"Aossic" (geb. 1924 {6}) in London. McMurtry ist als "company commander" zur Invasion der Normandie eingesetzt, d.h. er transpor- tiert 500 Pfund-Bomben.1055* Im August 1944 ernennt Crowley den Englaender W.B. Crow zum Patriarch seiner Gnostisch Katholischen Kirche {15}. 28.9.1944: Crowley an McMurtry: "I hope that you will prefer my plan for your career as my Fidus Achates, alter1056* ego, Caliph, & so on." 21.11.1944: Crowley an den in Belgien stationierten McMurtry: "Frater Saturnus [Germer] is of course the natural Caliph." 27.1.1945: Crowley an Louis Marlow/Wilkinson ueber Grant: "I am trying to get him to look after me and my work... Brief: a definite gift from the Gods... An ideal person to do all the hard work under your direction!"1057* 1945 wird W.T. Smith von Crowley als Fuehrer der 2. Agape Loge abgesetzt und J.W. Parsons nimmt am 14. August 1946 (?) widerwillig seine Stelle ein. Par- sons betrachtet Smith (ungeachtet dass seine Frau seit 1943 ein Verhaeltnis mit Smith hat) als "Avatar eines Gottes." Auf seinem Rueckweg trifft McMurtry 1945 nochmals Germer in New York. In San Francisco studiert er Philosophie. Der in England lebende Crowley steckt in Geldnoeten und wird groesszuegig mit mindestens monatlichen 200 Dollars von Karl Germer, Leota und Max Schneider (bei denen 1927 Jane Wolfe gelebt hat)1058* unterstuezt.1059* McMurtry hinge- gen verlangt z.B. fuer geliehene 50 Pfund am 1.12.1943 20% Zinsen, weswegen Crowley sich dann genoetigt sieht, ihn am 11.4.45 als "fully paid-up member of the IX°" zu bezeichnen und mit 25% an "Magick Without Tears" zu beteiligen. Im Januar 19461060* verlaesst J.W.Parsons den OTO, d.h. die 2. Agape Loge. Der am 30.11.1886 geborene und in den spaeten 30er Jahren zur Loge gestossene Roy Leffingwell wird sein Nachfolger.1061* Der am 2.10.1914 geborene Parsons stirbt am 17.6.1952: Ueber ihn und seine Beziehung zum Scientology-Gruender R. Hubbard (1911-1986) siehe M. Staley in: AHA 8/91ff.1062* 22. Maerz 1946: Crowley an McMurtry/"Hymenaeus Alpha": "This is to authorize [McMurtry] to take charge of the whole work of the Order in Caliphornia to re- form the Organisation... subject to the approval of [Germer]. This authoriza- tion is to be used only in emergency." Crowley bemerkt in seinem Tagebuch im Maerz 1946: "Value of Grant: if I die or go to U.S.A., there must be a trained man to take care of English O.T.O."1063* 11. April 1946: Crowley an McMurtry: [McMurtry sei] "Our representative in the United States... subject to the approval, revision or veto of [Germer]." Im Juni 1946 besucht Germer diese Agape Loge. 6. Juni 1947: Crowley an Germer: "You are the only successor of whom I have ever thought..." und schlaegt ihm ein helfendes Triumvirat, bestehend aus Mel- linger, McMurtry und Roy Leffingwell vor, "but ultimately the choice of what to do is yours." Leffingwell will seine Farm "Rancho RoyAL" in Suedkalifornien dem OTO zur Verfuegung stellen. Als sich aber herausstellt, dass er gar kein Landbesitzer ist, faellt er bei Crowley und Germer in Ungnade. 17. Juni 47: Crowley an McMurtry: "In the event of my death, Frater Saturnus is of course my successor, but after his death the terrible burden of re- sponsability might very easily fall upon your shoulders." 15. Juli 1947 Crowley legt seinem Sekretaer und "Sohn" Friedrich Mellinger, der ihn grad besucht hat, den Gedanken nahe, sich auf "supreme responsability" vorzubereiten. Besorgt ueber Crowleys Krankheit segelt Germer am 26.9.1947 nach Antwerpen, darf aber England nicht betreten.1064* McMurtry haette gute Moeglichkeiten ge- habt, Crowley in die USA zu bringen, informiert jedoch Germer darueber, dass seine Frau Foxie schwanger sei und ihm sein Job keine Zeit lasse.1065* Crowley stirbt am 1.12.47. Sein Testament vom 9.6.1947 erwaehnt keinen McMur- try und widerruft alle vorherigen Verfuegungen.1066* John Symonds wird als "literary executor" eingesetzt.

Kaliph Storch

Martin P. Starr (ueber ihn gleich mehr) meint, der Begriff "Caliph" sei ein Witz Crowleys gewesen, eine Anlehnung an die alte postalische Abkuerzung fuer California: "Calif."1067* Weder ist eine schriftliche Anerkennung des "Caliphats" durch Crowley oder Germer aufgetaucht, noch eine eine Erklaerung, was "Caliph" bedeute. Einzig eine kurze Bemerkung Germers in einem Brief an McMurtry vom 24.5.1946, dass alle Schritte "have to be taken with my appro- val," aber nirgends eine klare Ernennung "you are now the Caliph." Der arabi- sche Begriff "Caliph" bedeutet kirchlicher und weltlicher "Nachfolger" des Am- tes des Propheten, wobei Mohammed gemeint ist. McMurtry: "I am Caliph because I am a soldier"1068* und bezieht sich auf einen Brief Crowleys vom 21.11.1944: "Your actual life, or "blooding" is the sort of initiation which I regard as the first essential for a Caliph." "Grady once told me of a battle in which he killed 100'000 Chinese soldiers."1069* So werden auch 1991 ca. 20 "Caliphat"mitglieder am Golfkrieg teilnehmen.1070* Am 24.11.1944 spricht Crowley McMurtry "as Caliph" an. "You are also quite the most serious and intelligent of the younger lot. This singles you out to be the proper man to take charge of affairs when the time is right."1071* Der Crowley-Experte Gerald Yorke jedoch: "Grady is the first person I know to call himself a Caliph and I cannot recollect A.C. making use of the term." Und ueber eine erneute Publikation des Thoth Tarot Decks: "I do not expect it to have any Caliphate nonsens," da McMurtry auf einer zusaetzlichen Tarotkarte seine eigene Adresse als OTO-Anlaufstelle angegeben hat und Yorke die Origi- nalgemaelde der Tarotkarten besitzt (heute Warburg Institut London).1072* Frau Smith, die Adressatin dieses Briefes und ehemalige Frau des X° W.T. Smith, leitet heute noch die Church of Thelema, die 1953 erneut amtlich einge- tragen worden ist.1073* Beide, sowohl Crowley wie Germer, haben eine amtliche Eintragung ihres OTO als Kirche abgelehnt.1074*

Crowley stirbt am 1.12.1947 in England

Germer in New York erhaelt kurz danach Crowleys Nachlass aus England zuge- schickt und zieht in ein groesseres Haus in Hampton, New York, um. Am 1. Maerz 1948 informiert Germer McMurtry, dass er den Personenkreis des von Crowley vorgeschlagenen Triumvirats aendere: McMurtry, Mellinger, Max Schneider und Jane Wolfe. Am 7. Maerz 48 klaert Gerald Yorke Germer darueber auf, dass al- lein die beiden Reuss-X° Traenker und Jones letztendlich ueber OTO-Angelegen- heiten bestimmen. 24.9.48, Germer an Grant: "I am not the O.H.O." und sendet ihm ein IX°-Formu- lar (das das Wissen um den Inhalt dieses sexualmagischen Grades ohne Initiati- onsritual bestaetigt). Am 5.5.1951 erhaelt Grant in London von Germer eine III°-Charta (die die In- itiation bestaetigt) (wahrscheinlich mitunterschrieben von Mellinger {8}). 18.1.1952: Germer an Grant: "I have often thought that you might well be cho- sen for the job" des OHO. "There is no active Lodge, as such, in the U.S.A., of the O.T.O."1075* 10.4.1952: McMurtry an Germer: "Does the OTO still exist as an organization?" Am 20.11.1952 stirbt Leffingwell. Jane Wolfe wird seine Nachfolgerin.1076* Bald ziehen Germer und seine Frau Sascha nach West Point, California, waehrend McMurtry, vom Korea-Krieg (der vom 25.6.1950 bis zum 27.7.1953 dauert) zurueckkehrend, an der Universitaet California politische Wissenschaften stu- diert und nachher nach Sacramento wechselt. Im Sommer 1953 lassen W.T. Smith und Louis Culling die "Church of Thelema" amtlich eintragen und Smith als OHO ausrufen [Grundlage fuer Smiths Anspruch ist Crowleys Testament vom 1.1.32]. Germer verstoesst die beiden, und da auch Montenegro die Autoritaet Germers anzweifelt, wird die 2. Agape Loge auseinan- dergerissen, resp. am 7. September 1953 von Germer geschlossen. Somit hat die 2. Agape Loge ihr Ende gefunden. Alle von jetzt an unter diesem Namen operie- renden Gruppen sind Neugruendungen.1077* Die "Church of Thelema" existiert in H.P. Smith ungebrochen weiter. In diesem Jahr verlaesst der erst 16jaehrige leibliche Sohn Crowleys, Aleister Ataturk McAlpin (2.5.1937-1978),1078* die Schule und wird mit Germers Geld in die USA geholt. "He... got caught stealing a car and was finally depar- ted."1079* Mitte der 50er Jahre, als McMurtry OTO-Initiationen vornehmen will, haelt ihn Germer zurueck: "I consider all that to be the lower magick."1080* 1955 ver- stoesst Germer Grant {6}. McMurtry haelt im Februar und August 1959, am 8.10.59 und am 22.10.59 hinter Germers Ruecken Sitzungen zuhause bei den (?) Leffingwells in Lakewood ab.1081* Angeblich sollen die IX° das Schicksal ihres OTO diskutieren. Mit- glieder ausserhalb dieses kleinen Kreises (Mellinger, Motta, Metzger, Grant, ...) werden ueberhaupt nicht in Erwaegung gezogen (Todesdaten der amerikani- schen Konkurrenten: Jones: 24.2.1950, Smith: 1957). In keiner OTO-Konstitution (weder von Reuss noch von Crowley) werden die IX° zur OHO-Wahl ermaechtigt: in diesem Zusammenhang ist nur von den X° zu lesen.1082* Ebenfalls anwesend: die Witwe Schneider-Shivonen aus Barstow, Aleister Ataturk MacAlpin, H.P. Smith aus Malibu und ihr Geliebter Montenegro. Alle sprechen sich gegen McMurtry als OHO aus.1083* -+- Marcelo Ramos Motta (geb. 27.6.1931) wird 1948 in Rio de Janeiro Mitglied der Fraternitas Rosicruciana Antiqua {12} und trifft 1953 auf Anraten von Ernani de Paula {12} in Deutschland Parcival Krumm-Heller, der ihn an Germer weiter- leitet [zu Motta auch {14}]. 1956 trifft Motta Germer in Barstow bei Ero Shi- vonen.1084* Motta nimmt den Namen "Adjuvo" an. 20.9.56: Motta an Germer: "I nurse a secret and ridiculous ambition to be A.C.'s successor." 20.9.57: Germer an Motta: "The OTO doesn't interest me too much: mine is only in the A.A... A.C. wanted me to set up an entirely different system." Germer knuepft an Crowleys Meinung an: "The AA is for personal initiation: O.T.O. is for groups, & not nearly as important."1085* 20.12.57: Motta an Germer: "The OTO is no concern of mine." 12.2.58: McMurtry an Germer: "The idea of my starting my own nucleus is some- thing that I find very attractive," nachdem ihn Germer in einem Brief vorher dazu ermuntert hat. 20.3.1959: Germer an Motta ueber McMurtry: "how deep has he sunk" und meint McMurtrys finanzielle Unzuverlaessigkeit. 2.12.1959: Germer an McMurtry: "Instead of a Plus you've been a great Minus" und meint eine "prominent position in the order." Dies ist Germers letzter Brief an McMurtry, der alle Kalifornischen OTO-Mitglieder (solang man ueber- haupt von Mitgliedern einer geschlossenen Loge sprechen kann), ausser den Bur- lingames, fuer unakzeptabel haelt. 27.1.1960: McMurtry an Dr. Gabriel Montenegro y Vargas (seit 1948 ein Schueler Krumm-Hellers {11}, alias Fr. Zoepiron, alias Fr. Theòphilos):"I have never made a claim to being the legitimate successor to the Caliphate." Montenegro hat eine klare Meinung, wer Crowleys Repraesentant fuer die USA sei: Roy Leffingwell, Frater "111".1086* Leffingwell ist jedoch am 20.11.1952 (?) gestorben. Montenegro wird in den 1960er von Metzger zum X° der US er- nannt. 21.11.1960: Montenegro und seine Geliebte H.P. Smith1087* an McMurtry ueber dessen "fantastic claims" zu den "Caliphatbriefen": "there is nothing in it that could be construed in any way, then or henceforth, as intention of ap- pointment to you, as his spiritual and temporal heir as you infer... you fai- led to see the point." Im Gerichtsprozess McMurtry gegen Motta 1985 (siehe unten) sagt H.P. Smith aus, dass Montenegro am Tag vor seinem Tod (14.7.69) mit ihr noch telefoniert und McMurtry als Oberhaupt akzpetiert habe (was juristisch keine zulaessige Aussage waere).1088* Frau Smiths "Schueler" M.P. Starr (siehe unten) teilt mit, dass sie diese protokollarisch festgehaltene Aussage inzwischen "vergessen" habe und sie sich vom "Caliphat" distanziere.1089* "Montenegro... held a low opinion of Grady McMurtry and his claims to headship of the Or- der."1090*

Metzger weltweit

25.9.51 meldet sich Percy Hopkins, angeblicher Stud.med. in Muenchen1091* als Beauftragter von Donald McFarlane (auch alias Donald Waters), der angeblich eine "Self-Realization Fellowship" (SRF) in Kalifornien repraesentiert. Im Briefkopf: "O.T.O. - M.M.M. - S.R.M. - Section: Germany." "Wir sind seit 1948 beschaeftigt aufgrund der alten Dokumente Menschen zu finden, die weiterarbei- ten..." Offensichtlich weiss Hopkins von McFarlane aus Theodor Reuss' Golden Book, dass die Schweiz eine Vollmacht fuer "Sor. I[da].H[offman] ..., A[lice].S[prengel] ..., C[lara].L[inke]." habe. Fuer eine Bestaetigung und Aufnahmegebuehr soll Metzger im Stile von Reuss zahlen: "Gebuehren fuer SRF: Sfr. 5.- (2 Dollars) OTO Mitglieder Sfr. 10.- im Monat, Aufnahme Sfr. 25.-! Bestaetigung fuer Dokument das vor 1947 ausgestellt Sfr. 100.-Vollmacht fuer neue Gruppe Sfr. 300.-" Die SRF scheint nicht ueber die Existenz der Vertraege Reuss' mit Laban und Hilfiker etc. und ueber die angebliche X°-Charta fuer Hoffman und Linke von 1918 informiert zu sein {4}. McFarlane telefoniert mit Metzger, wird jedoch mit dem Hinweis, dass man sehr viel zu tun habe, vertroestet. Metzger spricht sich mit Germer ab, der die SRF fuer eine offensichtliche Faelschung haelt,1092* und so wird ein weiterer Brief Hopkins' vom 18.10.51 gar nicht mehr beantwortet. Obwohl die The Self-Realization Fellowship ("founded in 1920 by Paramahansa Yogananda") immer noch diesselbe Lotusbluete im Briefkopf traegt wie in den Briefen an Metzger, teilt man 1988 von dort aus mit, "we have no knowledge of "Reuss material" or the "Old European Thelemites.""1093* Germer an Metzger, am 21.12.1951: "Es waere gut, wenn Sie sich fest und tief einpraegen wuerden, dass der Druck des LIBER AL in der vorgeschriebenen Form, ein grosses Werk ersten Ranges ist und der, der es fertigbringt hat sich sei- nen Platz erobert." Im September 1954 druckt Metzger das Buch des Gesetzes. Germer "was jubilant about this."1094* So stellt ihm Germer nun quasi einen Freibrief fuer seine Unternehmungen aus: "EINES, Sie haben nicht noetig, sich mir gegenueber zu rechtfertigen. Ihr Werk zaehlt." So am 3. Oktober 1954. Ab Maerz 1955 kann man in Metzgers Veroeffentlichungen erstmals lesen: "Wir, Meister Therions bevollmaechtigte Nachfolger." Metzger schreibt die Witwen der verstorbenen thelemitischen Protagonisten Eu- ropas an, verlangt von Frau Lekve Ordensunterlagen, faehrt nach Hamburg und holt C.H. Petersens Nachlass. Die Arbeit Metzgers im Verlag und seine Bemuehungen, mit Hilfe von Frl. Aesch- bach eine Abtei Thelema aufzubauen, lassen in Germer Hoffnungen auf einen wu- erdigen Nachfolger in Europa aufkommen fuer "the man who, as far as I can see, is chosen for a great and growing job."1095* Germer an Metzger am 15.6.1960: "Am Reisen ins Ausland verhindert war es mir unmoeglich Dinge in Europa persoenlich zu sehen, ich war auf Briefe und Aus- kuenfte von Anderen beschraenkt, bis Sie sich als Einziger Anwaerter auf die Krone, durch die Tat erwiesen. Sie wissen gut genug, wie wir dies bewundert haben." Montenegro ueber Gerald Yorke: "The fact is that Germer authorized him to pro- vide Paragranus [Metzger] with Thelemic material."1096* -+- 1961 fordert Germer Metzger auf, Motta eine deutsche Version des Liber XV zu schicken. Metzger schickt die publizierte Uebersetzung, die sich leicht von der intern benutzten Fassung unterscheidet. Beigefuegt ist ein Zirkularschrei- ben, das auch Germer kriegt, in dem der thelemitische Gruss lautet: "Tu was DU willst, soll sein das ganze Gesetz." "the Swiss: ...their DU in a holy text is a blasphemy... They have published also LXV and VII in my translations, and - horribile dictu-changed arbitrarily some vital passages.1097* Since I criticed them, they don't answer my letters. The Swiss are a strange crowd," beklagt sich Germer am 24.9.1961 bei Motta und fordert ihn auf, gleich einen geharnischten Brief "at such atrocities against Thelema" in die Schweiz zu schicken. Motta, darob angespornt, meint nun, er sei das Grosse Thier und der OHO: 17.12.61 an Germer: "Marcelo Ramos Motta, not you decides what is proper The- lemic business procedure... You are warned, and once warned openly is enough for the wise." 23.12.1961 Germer an Motta: "You blithering, miserable idiot... you have to be left alone." --- Hat Metzger tatsaechlich einen "Heiligen Text veraendert"? Die "Heiligen Bue- cher Thelemas" sind die Schriften Crowleys zwischen 1904 und 1911: also vor seiner Uebernahme des OTO.1098* Beim genauen Vergleich aller "Heiligen Buecher Thelemas"1099* mit Metzgers Uebersetzungen ist, ausser dem zusaetzlichen Kapi- tel in "Magie als Philosophie fuer alle," folgendes aufgefallen: Metzger uebersetzt "God" in Liber VII mit Grossbuchstaben: "GOTT." Das Vorwort zu Karl Germers Uebersetzung des Liber LXV "Die Wesenheiten, die die Heraus- gabe dieser Werke ueberwachten, haben in der Zwischenzeit dafuer gesorgt, dass wichtige Stellen der Uebersetzung, Zitate usw. richtiggestellt wurden"1100* spielt darauf an, dass Crowleys Kommentare zum Text etwas durcheinandergeraten sind, und das Gedicht "A Hundred Years Ahead" mit der Stelle "I am going to temple to worship Crowley" fehlt. Die Lekve-Version des Liber LXV von 19491101* mit dessen veraendertem Kommen- tar und derselben Auslassung, wie sie Metzger vorgenommen hat, ist sang- und klanglos an Germer vorbeigegangen. Das grossgeschriebene "DU" in "Tu was DU willst" taucht erstmals in der ersten Oriflamme vom 20.3.61 auf und verschwindet mit den Winter/Neujahr-Oriflammen 34ff. von 1963/64. Die Erklaerung fuer das blasphemische "DU": "Grosse Buchstaben, um das ausserordentliche, englische "Thou" wiederzugeben. Es heisst naemlich nicht: "Do what you will" -- sondern: "Do what thou wilt.""1102* Veraenderungen eines Crowley-Textes lassen sich bei der unpublizierten "Gnostischen Messe, Originalfassung, so wie sie in der ABTEI THELEMA in Stein mit den Bruedern und Schwestern des OTO zelebriert wurde" finden. Die lange Liste der Heiligen der publizierten Fassung ist gekuerzt: "Wir wuerdigen das Gedenken der Soehne Gottes +, der Weisen + und Propheten +, der heiligen Saen- ger + und Maerthyrer +, die das Licht der Gnosis uns, ihren Erben und Nachfol- gern vermittelten."1103* Im "Caliphat" passiert das Gegenteil: aufgrund einer gnostischen Inflation sind dort Jane Wolfe und McMurtry in die Liste der Hei- ligen aufgenommen {15}.1104* Crowleys Aufsatz in der "English Review" Nr. XXXV vom August 1922 ist von ihm selber in seinen "Confessions" als Kapitel 721105* mit einigen OTO-bezuegli- chen Veraenderungen1106* aufgenommen. Metzger druckt den Originalaufsatz aus der "English Review" ab.1107* In der Aufzaehlung der Koerperschaften, die dem OTO zugehoerig seien, stimmen die Reuss-Publikation von Crowleys MMM von 1914, die Crowley-Version von 1919 und die Metzger-Version von 1957 nicht ueberein: aber nur in Sachen Golden Dawn, den allein Reuss und Metzger auffuehren.1108* Bei Metzger fehlt die Aufzaehlung der Yoga-Formen "Gnana Yoga, Raja Yoga und Hatha Yoga," die Aufnahmegebuehren und die Signatur von Crowleys Gespielin Leila Waddel/"L. Bathurst". Zwei Abschwaechungen aus dem "Buch des Gesetzes" sind erst 1964 publiziert worden: 1. Liber AL III:50: "curse them! curse them! curse them!" C.H. Petersen: "Fluch ihnen! Fluch! Fluch!"1109* H.J. Metzger: "Weg mit ihnen! Weg mit ihnen! Weg mit ihnen!"1110* 2. Liber AL III:55. Wo bei Petersen die "unbefleckte Maria" noch auf "dem Rade gebrochen" wird, wird sie bei Metzger nur noch "gedreht."1111* Am 25.12.61 beschwoert Metzger in einem Weihnachtsgruss: "Moegen... jene er- kannt werden, die Thelema wirklich dienen und sich selbst ausschalten jene, dazu nicht faehig sind und es in Wahrheit nie waren."1112* --- 17.1.1962: Germer teilt Motta mit, der OTO sei "dormant." Am selben Tag publi- ziert Motta "Liber Aleph" in Brasilien. 31.1.62: McMurtry an Jean Shivonen (Witwe von Max Schneider): im Falle Germers Tod soll seine Frau Sascha dessen Archiv nicht haben und will sogar gericht- lich vorgehen. McMurtry wird nun erst wieder aktiv, als ihm Phyllis Seckler 1969 schreibt. 10.3.1962: Germer an Motta ueber Metzger: "I do not write them any more." Germer an Motta ueber Metzger am 2.4.1962: "The Swiss man - after a full year - signed his recent letter "The child"... The letter he wrote me is half- crazy." Waehrend Metzger seinen Brief mit "The child" unterschreibt, was Ger- mer aergert, unterschreibt Motta seinen eigenen an Metzger mit "The Priest of the Princes," was nun wieder Metzger und Germer ungehoerig finden. Germer an Motta am 14.4.62: "I had one more letter from the Swiss fellow (to which I shall not reply). But he says something about you. (1) that you accuse them of being in touch with Schlag: (2) that you sign yourself as "Priest of the Princes"... They say that Choronzon was behind this, and I don't blame them. Once more: I do not write them, as long as they are crazy themselves." Im Manifesto 1963, wo Metzger sich zum OHO ausruft, interpretiert Metzger Ger- mers Verhalten: "er war sicherlich manchmal ungerecht... aber in seinen Augen konnte nichts gut genug sein fuer das Werk von Thelema." Germer steht in Korrespondenz mit William Wallace Webb/"Damon" {15ff.} und schreibt ihm am 20. Juli 1962: "I have no group or organisation... I am not a guru in the usual sense. I do not teach." 12.10.1962: Germer an Motta: "You are guided by the Supreme Hierophant" (Ra- Hoor-Khuit). Das Gefuehl, vom FBI ueberwacht zu werden, das Germer und Motta haeufig aeus- sern, ist nicht unberechtigt. So gibt es von Aleister Crowley: 17 Seiten, Karl Germer: 54 Seiten, Grady Louis McMurtry: 132 Seiten, John Whiteside Parsons: 146 Seiten FBI-Akten. Mottas Akten bleiben vorerst aus Gruenden des Datenschutzes unter Verschluss. -+- Karl Johannes Germer stirbt am 25.10.62 in Jackson infolge unsachgemaesser Be- handlung an Prostatakrebs (angeblich soll Germer auch syphilitisch gewesen sein). In seinem "LAST WILL AND TESTAMENT" vom 4.12.51 ist bestimmt, alles OTO-Material moege an die Fuehrer des OTO gehen und seine dritte Frau, die Oe- sterreicherin Sascha Ernestine Andre Germer, mit der er seit dem 23.9.42 ver- heiratet ist, habe zusammen mit Frederic Mellinger dafuer zu sorgen.1113* Aus- ser dem Originalmanuskript des Liber AL hat Germer alles "wichtige" zu Lebzei- ten schon an Gerald Yorke geschickt!1114* In der Reuss-Constitution vom Januar 1917 heisst es ueber das Amt des OHO: "the person filling this office shall appoint his or her successor."1115* -+- Fuenf Tage nach dem Tod ihres Mannes, am Tag, an dem ihr Gatte in Sacramento kremiert wird, schreibt Sascha Germer an Motta: 30.10.62 "Our Beloved Master is dead... You are The Follower. Please, take it from me, as he died in my Arms and it was his last Wish!" Dazu McMurtry: "This is impossible... because Karl Germer died screaming" und zitiert angeblich aus ihrem Tagebuch.1116* 1.11.1962: Phyllis Evelyna Wade/Seckler, Mitglied der 2. Agape Loge, spaetere Frau des "Caliph" McMurtry, informiert Motta, dass er moeglicherweise Crowleys Bibliothek erbe. Seckler ist neben Motta und Metzger das einzige OTO-member mit Kenntnis von Germers Tod.1117* "Sascha asked for my help and I gladly drove to the mountains to aid as much as I could. At first she couldn't find Karl's will and after 5 visits from me, she finally decided she couldn't stand me or my opinions and so showed me the door."1118* Wahrscheinlich ist, dass Frau Secklers Forderung, das Archiv an sich zu nehmen, was ihr von "Hoeheren Wesenheiten" aufgetragen worden sei, auf Sascha Germers Ablehnung stoesst.1119* 5.11.62: die Malerin des Thoth Tarot Decks Frieda Lady Harris (geb. 1877), aufgefuehrt in Crowleys Testament als Co-Executor, stirbt in Srinagar/Kashmir, Indien. 8.11.62: Motta antwortet Sascha Germer mit einer Tirade gegen Oscar R. Schlag {14} und stellt naehere Fragen, was denn "You are the Follower" bedeute. Am Tag darauf warnt Motta Frau Germer nochmals ausdruecklich vor Schlag. 9.12.62: Seckler schreibt Motta, dass Germers Testament gefunden, und Motta als "Mystical Heir" genannt sei, das Testament habe sie aber selber nicht ge- lesen. 6.1.1963: Metzger ruft sich am Dreikoenigstag zum OHO aus. Am 25.1.63 erklaert Motta Frau Germer, er sei der Baphomet. Der Brief wird von Phyllis Seckler uebergeben. 26.1.63: Frau Germer eroeffnet nun ihren zweiten Brief an Motta: "How silly can you get?... You have been the last "Great Joy" in his [Karl Germer] oh so trying days... You are the Future of the Work... Spiritually You are his Heir." 15.2.63: Motta verlangt nun von Frau Germer, dass sie ihm folgen muesse und verfasst einen 7-seitigen Brief an Metzger ueber die Beleidigungen, die dieser dem Propheten Crowley zugefuegt habe, was auch davon kaeme, dass Metzger mit Choronzon (einer Art Oberteufel in der thelemitischen Ideologie) persoenlich, das heisst mit Herrn Schlag, in Verbindung stehe. {Ursachen von Mottas/"Parzival" Aversionen Schlag gegenueber in Kapitel 14}

"Parzival" und Choronzon

"Although I asked you to stop sending me your literature -- which goes as a rule straight into the nearest garbage can -- you have continued to bombard me with the evidence of your folly ["DU" in einem "Heiligen Vers"]. Schlag's in- fluence... has been inflating your ego to the point where you have, ... become a traitor to the very WORD you think yourself the carrier of! ... [Kind des Abyss] ... If you do not care to acknowledge my authority, I have no intention of imposing it upon you.... If you continue doing this [das Buch des Gesetzes "falsch" zu zitieren] you will surely be destroyed... I repeat to you that I am the "re-incarnation of St. Germain"."1120* Motta wird Metzgers Schweigen Jahre spaeter folgendermassen interpretieren: "At least Metzger had the decency to shut up when he realized that I did not accept his claim. And he was the only one who might justifiedly have suspected my legitimacy, for he was the only one who did not know me personally."1121* -+- Metzger beauftragt einen kalifornischen Anwalt, zu arrangieren, dass ihm Sa- scha Germer die Originaldokumente, die Crowley Germer uebergeben hat, schicke, und teilt Frau Germer mit, dass der X° faktisch realisiert sei, sobald sich mehr als 11 Professhaeuser in einer Provinz befaenden, was nun in der Schweiz der Fall sei. Regelmaessig werde die Gnostische Messe zelebriert, und ebenso regelmaessig werden Seminarien und Grad-Arbeiten gehalten. "2. und 4. Freitag im Monat O.[Grad] Minerval: 1. Freitag im Monat 1.[Grad]: 3. Freitag im Monat 2.[Grad]: in den Monaten, die einen 5. Freitag haben, 3.[Grad] und P.M. Die hoeheren Grade arbeiten nicht immer regelmaessig, ausgenommen das Gnostische Sanktuarium, das sich in der Abtei Thelema jeden Samstag vereinigt." Frau Germers Anwalt macht Mellinger als "Executor" ausfindig, der sich jedoch am 25.9.63 vehement gegen "the shame election" Metzgers aeussert {8}. Wie von ehemaligen Vertrauten Metzgers zu hoeren ist, begruenden sich Mellingers Aver- sionen allein auf Metzgers groesseren Erfolg beim weiblichen Geschlecht.1122* 7.6.63: Motta an Frau Germer ueber Metzgers "Manifesto": "haven't stopped laughing yet." Erneut schimpft Motta ueber Schlag. 22.7.63: Metzger an Sascha Germer: "Wir muessen ungeachtet der Schwierigkei- ten, aeusserlicher und innerlicher, dafuer kaempfen... Glauben Sie nicht, dass irgendetwas den Weg von Thelema einschraenken oder bewegen koennte, auch wir nicht. Der Orden wird seine Aufgabe erfuellen, solange er Thelema nuetzt." 30.8.63: Motta will von Frau Germer (die kaum mehr auf seine fordernden und sehr unhoeflichen Briefe reagiert) endlich wissen, wer denn nun der OHO sei und wuerde sogar "the Swiss King" akzeptieren. Wieder eine Tirade gegen Schlag. 15.12.63: Frau Germer an Motta: "Before I definitely send My Petition to the Lawyer and the Courts I want to make sure whether a Charter sent to You on April 20/62 is in Your Hands or not... PS... it is time, you wake up!" 24.12.63: Motta: "If this patent you wish to send me is to subject to the Swiss "authority" -- I want nothing to do with it... The Swiss is SICK... I never got any patent of the O.T.O.." 28.12.64: Motta an Metzger: "You are NOT the O.H.O. Neither am I!" Januar 65: Frau Germer an Motta: "I did not know that You are in direct corre- spondence with him [Metzger], nor did I know that he as O.H.O. of O.T.O. asked Your Opinion about his Status... Frater Saturnus [Germer] has made him [Metzger] in 1961 the only Follower to the Crown of the Order." Da der Origi- nalbrief an Motta unterwegs verlorengeht, gewinnt Motta erst im Prozess gegen McMurtry davon Kenntis, der Mitte der 80er Jahre Sascha Germers (gest. 1975)) handschriftliche Kopie aus ihrem Nachlass produziert. So bleiben alle Dokumente bei Frau Germer {8}. Fragen nach Fuehrung beantwor- tet sie vorsichtig mit, dies "is the Business of the Holy Guardian Angel and he knows where to guide you" (Zum Beispiel im Brief an W.W. Webb vom Juli 1966). Stefan A. Hoeller, Bischof der crowleyfeindlichen Ecclesia Gnostica {15},1123* teilt am 22.2.88 mit: "I had met Mrs Germer... and heard her speak rather highly of Metzger." Bei den spaeteren Gerichtsprozessen versuchen Mc- Murtry und seine Anhaenger, die Aussagen von Sascha Germer fuer ungueltig zu erklaeren, und behaupten, Frau Germer sei geistig unzurechnungsfaehig gewe- sen.1124* 12. (oder 13.) 9.1966: Louis Umfreville Wilkinson, ein weiterer Testaments- vollstrecker Crowleys und OTO-Vorgesetzter Grants, stirbt in Westcott Barton, England. 1966 gibt John Frederick Charles Fuller (1878-1966) im Vorwort seines Biblio- thekkataloges kund, dass die AA "never existed outside Crowley's imagina- tion... He created several of these ghostly orders, such as LL., "The Lamp of Illimitable Light," [siehe Crowleys "Collected Works" Band II, 28] and O.T.O., "The Order of Oriental Templars." He loved to play with them, and when broke... found them convenient instruments wherewith to extract gold from the pockets of his more affluent followers." Fuller muss es wissen, hat er doch 1907 in seinem Buch "The Star in the West" in voller Bewunderung den Begriff "Crowleyanity" gepraegt. Fuller kontaktiert Crowley 1905. Im April 1906 muss Fuller das Militaer aus Gesundheitsgruenden verlassen und wird in Crowleys AA aufgenommen. Bis 1911 redigiert er die Ordenszeitschrift "Equinox," die ab 1912 auch OTO-Organ wird. Es ist Fuller, der Crowley mit Victor Benjamin Neu- burg (1883-1940 {19}) bekannt macht. 1911 wirft Fuller aber Crowley Un- loyalitaet vor und trennt sich von ihm, um seine Militaerkarriere fortzuset- zen, die ihn als Major-General sogar einmal zu einem Treffen mit Hitler fuehrt. Er stirbt 1966. (Mehr zu Fuller in Symonds, King, und Webb, occult establishment, 220.) 2.5.1967, Montenegro an Guenther Naber/"Beatus": "Stein is indeed a little bit of heaven." Walter Englert {11} schreibt nun Montenegro, dass er durch Metzger nicht nur zum X°, sondern auch zum OHO ernannt worden sei, worauf ihm dieser bezueglich Metzger antwortet: "his attitude and his antics, soon raised within me the questionable, placing me on the defensive at all times. Furthermore, it was not long before I detected certain serious Thelemic errors in his modus operandi, which I could neither ignore nor accept" (30.11.1968). "I believe Paragranus has had a great opportunity to in fact fill the Office of OHO, it would appear that he did not" (19.1.69). "Montenegro thought that Metzger was practicing Black Magick against him, par- ticularly after Monty refused to accept Metzger as O.H.O."1125* William Heidrick weiss sogar eine weitere Version: "Dr. Montenegro, IIIrd [?] Degree O.T.O., and 32nd Degree Scottish Rite Mason, visited Herr Metzger on behalf [?] of the rest of the Order in the US. Herr Metzger met him at the station with a brass band and escorted him to the Gasthof... Herr Metzger was shouting in German: "I am the O.H.O." and then he would hit the table."1126* Heidrick, als treibende Kraft des "Caliphats," macht keine Unterscheidung zwischen den 3 verschiedenen Agape Logen und versucht, Metzgers historischen Anspruch als in- existent darzustellen. 3.9.1967: Sascha Germer behauptet, bei einem Einbruch in ihrem Haus Stella Seckler, die Tochter von Phyllis Seckler, identifiziert zu haben.1127* Da ihr Gas ins Gesicht gesprayt wird, verliert Frau Germer 80% des Augenlichts. Sie schickt Motta einen verzweifelten 10-seitigen Brief und bittet um Hilfe. Ent- weder erhaelt Motta diesen Brief nie oder er ignoriert ihn. Am 15.8.1974 sen- det er wieder einen ausserordentlich beleidigenden Brief an Frau Germer. 30.11.68: Gabriel Montenegro teilt Englert mit, dass er zwar von Motta weiss, aber keine thelemitischen Gruppen in den USA kenne: "As to the original Cali- fornia members, will state that most of them have died. And those few who remain have either lost interest or live too far apart from the other. Contrary to popular belief, Pasadena was not the sex cult it has been made up to be: on the contrary, it produced at least 7 High Initiates, among whom was Baphomet's [Crowley] last personal representative for California, the Vene- rable Frater One, One, One [Roy Leffingwell]." Montenegro haelt offensichtlich McMurtry nicht fuer erwaehnenswert. Dieser ist erst ab 1969 wieder in Kali- fornien.

Mord und Totschlag

Ray und Mildred Burlingame haben 10 Jahre lang mit Georgina (Jean) Brayton (geb. 29.12.1921) in Crowleys 2. Agape Loge zusammengearbeitet.1128* Jean und ihr Mann Richard M. Brayton (geb. 1920), Philosophie-Dozent an der University of California, gruenden in den 60er Jahren die "Solar Lodge of O.T.O." "They were an O.T.O.Lodge," gibt Phyllis Seckler zu.1129* Das Ehepaar wird in Zusammenhang mit Einbruechen in die Archive von Israel Re- gardie (17.11.1907, gest. 1985), Sascha Germer und Mildred Burlingame ge- bracht. Dies ist der Ausloeser dafuer, dass Phyllis Seckler mit McMurtry im Januar 1969 Kontakt knuepft und beide beschliessen, den OTO wieder zu starten. Robert Duerrenstein (Mitglied der Solar Loge) teilt Motta jedoch mit, nie in Sascha Germers Haus gewesen zu sein, da Ray Burlingame ihnen versichert haette, dass dort kein Material sei.1130* Die Braytons besitzen eine Reihe von Haeusern, die sie an religioese Sondergruppen vermieten, die "Eye of Horus"-Buchlaeden in Los Angeles und Bly- the/Kalifornien und bis 1969 eine Tankstelle. Etwa 50 Interessierte, darunter Prominenz wie Jerry Kay, den Art-Direktor fuer den Film "Easy Rider," aber auch einen Charismatiker, wie Charles Manson (geb. 1935), kann Jean Brayton bei sich zu Gast haben. Unerklaerliche Todesfaelle und angebliche Kindsmisshandlungen im Umkreis der Solar Loge rufen die Polizei auf den Plan. Die Charles Manson hoerige "Family," mehrheitlich Maedchen knapp 20 Jahre alt, toetet im Sommer 1969 mindestens sieben Leute, darunter Roman Polanskis Ehefrau Sharon Tate (geb. 1933).1131* Die Solar Loge ist in derselben Gegend aktiv, wo sich auch Manson aufhaelt. Die vorliegenden FBI-Akten ueber diese Loge1132* erwaehnen weder Manson noch sonst jemanden aus der Family. Der Kultcharakter der Morde Mansons und die angeblichen kultischen Verbrechen der Solar Loge lassen Behoerden und Medien eine Verbindung ahnen. Robert Beausoleil lebt eine zeitlang mit Kenneth Anger zusammen, um nachher fuer Manson mordend umherzuziehen. Beausoleil spielt den Lucifer in einem An- ger-Film (Lucifer Rising) und liefert vom Gefaengnis aus die Musik dazu.1133* Anger hilft Anton LaVey mit, die Grundsteine fuer die "Church of Satan" zu le- gen. Man kann nicht an der Tatsache vorbeigehen, dass Ed Sanders1134* (und seine Abschreiber, wie zum Beispiel Haack oder der Journalist Horst Knaut) Charles Manson in der Naehe von Aleister Crowley und "dem" OTO lokalisiert haben. Ro- bert Duerrenstein nimmt Motta gegenueber Stellung zu Ed Sanders' Buch ueber Manson und glaubt zu wissen, dass McMurtry Sanders' Informant gewesen sei, um als Gegenleistung nicht selber in die polizeilichen Recherchen gegen Charles Manson hineingezogen zu werden. In der Tat erwaehnt "The Family" in der 1. Auflage zwar Crowleys OTO, aber nicht McMurtrys Zweig.1135* Schliesslich gibt McMurtry vor Gericht zu, alle OTO-Informationen zu diesem Zweck fuer Sanders Buch geliefert zu haben.1136* Die 3. erweiterte Auflage erwaehnt nun keinen OTO mehr.1137* Frau Brayton, eine selbsternannte Inkarnation Crowleys, ist angeblich auch in Stein, Appenzell, zu Besuch. Unmittelbar nach Erlass der Haftbefehle zieht sie sich zusammen mit einigen ihrer Anhaengern auf ein Gut in Ensinada/Mexico zu- rueck. Sie beansprucht angeblich heute noch das Amt des OHO. In Deutschland wird seitdem immer wieder vom OTO im Zusammenhang mit Paedophi- lie, Sado-Masochismus, Drogen und dergleichen publiziert. "Durch Schmerzzufue- gung, Ueberredung und Drogen werden sie [die Probanden] gefuegig und bereit gemacht, an immer unheimlicheren Szenen und Verbrechen teilzunehmen."1138* All die deutschsprachigen Publikationen aufzuzaehlen, die aehnliches schreiben, wuerde den Umfang dieser Studie sprengen. Die verschiedenen Informationsschriften des "Senats fuer Jugend und Familie" oder der kirchli- chen Beauftragten fuer Sektenfragen legen detaillierte ideologische Analysen vor. Juristisch muss der Persoenlichkeitsschutz gewahrt werden, was in einzel- nen Faellen zu Gerichtsprozessen gefuehrt hat. Ein Beispiel folgt im Unterka- pitel ueber den deutschen Zweig des "Caliphats." oOo McMurtry/"Hymenaeus Alpha"/"777", erfaehrt erst 1969 aufgrund der Manson-Skan- dale (im August) durch Phyllis Seckler vom Tod Germers und erinnert sich dar- aufhin an seine zwei Briefe Crowleys vom Maerz und April 1946. Am 29.4.1969 zieht er von Washington nach Kalifornien. McMyrtry versucht vergeblich, die ehemaligen Agape-Lodge-Mitglieder auf seine Seite zu ziehen: Jean Shivonen an McMurtry am 9. Juni 1969: "I'm not interested." 1969 beginnt H.P. Smith Crowley-Material zu publizieren. 5.9.1969: Crowleys literarischer Nachlassverwalter John Symonds schreibt Ge- rald Yorke, dass er Grants Anspruch auf das Amt des OHO unterstuetze. "Crowley was to die... and thus made way, eventually, for Aossic [Grant] to supersede Baphomet."1139* 24.8.1970: Friedrich Mellinger stirbt in Bayern. Seine Buecher hat er zu Leb- zeiten Herrn Schlag gegeben, sein Briefwechsel mit Crowley gelangt via Akti- onshaus Sotheby's erst waehrend der Gerichtsprozesse um Motta zur Kenntnis der Interessierten. 6.10.1970: McMurtry unterzeichnet einen Vertrag mit Carl Llewellyn Weschckes "Llewellyn Publications" zur Veroeffentlichung des Crowley Thoth Tarot Decks mit McMurtrys Adresse als OTO-Anlaufstelle. Ungeachtet der Tatsache, dass Germer 1953 die 2. Aape Loge aufgeloest hat, will McMurtry Initiationen vornehmen. Auch ehemalige Mitglieder der 2. Agape Loge, die keinen Kontakt mit McMurtry haben, werden von ihm weiterhin als dem OTO zugehoerig betrachtet. Zu dieser Zeit gibt es fuenf "Caliphat"mitglieder,1140* wie sich diese OTO-Neugruendung ab 1977 nennen wird. McMurtry tritt "seine" Tarot-Copyrights am 2.12.74 fuer 500$ an Llewel- lyn ab. Weschcke, der sich auch als Bischof bezeichnet, publiziert wahllos alles, was ein esoterischer Renner zu werden verspricht. So ist 1990 eine amerikanische Version von Lanz von Liebenfels' (dem "Mann, der Hitler die Ideen gab") "Theozoologie" in Gespraech. Hinter diesem Vorhaben steckt Stephen Edred Flo- wers vom "Temple of Set" {6} der auch unter dem Namen Edred Thorsson deutsche Buecher von G.List u.a. ueber Runen oder auch eine Kompilation aus Hembergers und Haacks Schriften ueber die Fraternitas Saturni unter seinem eigenem Namen in Amerika bei Llewellyn herausgibt. Der am 10.6.75 gegruendete "Temple of Set" ist eine Weiterfuehrung der "Church of Satan" des Anton LaVey1141* und schoepft aus einem von "Satan" persoenlich Michael Aquino 1975 diktierten "Book of Coming Forth by Night." Aquino propa- giert das Aeon von Set, das auf dasjenige von Horus folgt. Aehnlich hat schon C.S. Jones das Aeon von Maat propagiert, das heute von Maggie Ingalls "magisch" erforscht wird {19}. Da Aquino die OTO-Rituale als "pseudo-Ma- sonry"/"masonic bastard" bezeichnet ("To the Ladies and Gentlemen of the O.T.O." 1986/"Dear Friend of Thelema" 15.5. 1987), bestehen immer Spannungen zwischen dem "Caliphat" und dem in den USA relativ erfolgreichen "Temple of Set." Zu LaVey und Aquino: Neville Drury: "Occult Experience," London 1987. Joachim Schmidt (Mitglied des Ordo Saturni): "Satanismus," Marburg 1992. Christlich fundamentalistische Hetzschriften seien hier nicht bibliographiert. Empfeh- lenswert aber Robert D. Hicks: "In Pursuit of Satan," New York 1991. 1.3.1971: John Symonds laesst sich gerichtlich bestaetigen, Crowleys testamentarischer "Executor" zu sein. 8.10.1971: Motta anerkennt Grant als OHO, bei dem er eine diesbezuegliche Charta vermutet. Er weiss noch nicht, dass Grant 1955 von Germer verstossen worden ist. 4.10.72: Francis Israel Regardie veroeffentlicht "The Vision and the Voice commented." Dazu Motta: "he [Regardie] stated that he had permission to pu- blish Crowley from Joseph Metzger in Switzerland. Upon being politely reque- sted to present evidence of Mr. Metzger's "permission", he sulked and went into the kind of Stainless Silence of which "maharishis", "paramahansas" and other "holy masters" are so fond at such occasions."1142* Regardie publiziert darauf "There is a very active branch of both Orders [OTO und AA] in Switzer- land under aggressive and wise leadership."1143* Regardie lehnt Grants An- spruch auf das OHO-Amt ab.1144* McMurtry und Seckler moechten 1972 gerichtlich gegen Sascha Germer vorgehen, um an das Archivmaterial zu gelangen. Die oertliche Polizei raet jedoch den beiden, Frau Germers Tod abzuwarten.1145* 20.3.73: McMurtry und Seckler (nun verheiratet) setzen erstmals den Begriff "Copyright" unter Crowley-Material, das sie publizieren.1146* Die Gruppe, die die beiden um sich scharen, nennt sich "The Continuum": das Magazin "In the Continuum." Gerald Yorke teilt Motta am 16.10.74 betr. OHO-Amt mit: "I know of no one with a better claim than Metzger." "All I recall Gerald Yorke saying was that they [Swiss OTO] had their own radio station and broadcast the mass along with the ski reports."1147* 9.7.74: McMurtry: "In any case the legal grounds are practically non-existant as A.C. did not bother to copyright much of his material."1148* Yorke schickt Motta am 16.10.1974 Germers Testament. 16.11.74: Sascha Germer teilt Motta mit, Crowley habe den OTO ihrem Mann und ihr uebergeben. 12.12.1974 Kontrakt zwischen dem Verlagshaus Samuel Weiser Inc. und Motta betr. "Commentaries of AL." 23.1.75: Motta teilt James Wasserman (angestellt bei Samuel Weiser Inc. und Mitglied von Mottas "OTO") mit, dass er nun die Interessen des OTO und dessen Copyrights wahrnaehme. Im selben Jahr erklaert Motta den OTO fuer "dormant."1149* 1./2. April 75: Frau Germer stirbt in West Point, Kalifornien, an einem Nie- ren- und Herzleiden. Motta beschuldigt wahllos jeden, der am OTO-Phaenomen be- teiligt ist, am "Hungertod" Frau Germers schuldig zu sein.1150* Es wird noch dreimal in ihr leeres Haus eingebrochen. Ihr Tod wird erst 1976 von H.P. Smith bemerkt, die dann McMurtry benachrichtigt. Im April dieses Jahres laesst sich Phyllis Seckler von Grady McMurtry scheiden. 21.3.76: Motta erwaehnt McMurtry und H.P. Smith als "legitimate representa- tives of OTO" in seiner portugiesischen Uebersetzung des "Equinox of the Gods," da er glaubt, diese beiden haetten eine Charta. 11.5.76: Motta macht Seckler und H.P. Smith den Vorschlag, den OTO in den USA zu registrieren, so wie er am 20.3.76 die "Sociedade Ordo Templi Orientis no Brasil" eingetragen habe.1151* 9.7.76: McMurtry sucht gerichtlich um Sascha Germers Nachlass nach. James Was- serman haelt seinen Ordensoberen Motta ueber den Gerichtsverlauf falsch infor- miert,1152* und tritt am 18.7.76 (zusammen mit James Daniel Gunther und Richard Gernon) zu McMurtry ueber, der nun das, was vom Nachlass Germers ueb- riggeblieben ist, am 26.7.76 abholt.1153* 29.7.76 Motta an McMurtry: "It's never been my intention to claim the grade of OHO." Seit September 1976 verwahrt Phyllis Seckler allein das Crowley/Germer-Archiv, dessen Ort nur sie kenne. Ausserdem holt sie sich durch ein Medium Rat der verstorbenen Karl und Sascha Germer.1154* Im April 1977 startet nun das "Caliphat" alias "3. Agape Loge" mit acht Miner- valen (0°) in Berkeley. Wichtigster Beitritt: William Emmet Heidrick aus San Anselmo. Am 12. Oktober 1977 wird diese neue Agape Loge zur Grossloge ausgeru- fen.1155* 1980 schon werden in den Newsletters ausser McMurtry sechs bislang unbekannte IX° aufgelistet [siehe naechstes Unterkapitel]. Im Dezember 1977 publiziert der "neat old Hippie"1156* McMurtry in Sachen Metzger: "The Caliphate recognizes his standing as Rex Summus Sanctissimus [X°] in Switzerland,"1157* was McMurtrys spaetere Behauptung, der OHO zu sein, ungueltig macht, da der OHO einstimmig von allen X° gewaehlt werden muss und Metzger dieses Amt, amtlich seit 1963 bestaetigt, selber eingenommen hat. Mc- Murtry schickt Steve Englehart 1978 als Gesandten auf eine Weltreise. Er wird angeblich zuerst wohlwollend in Stein aufgenommen, als es aber um die Frage des OHO-Amtes geht, sei Metzger aggressiv geworden. Die Spaetfolge ist, Metz- ger werden 1992 posthum "the X° and the office of O.H.O." abgesprochen.1158* 21.12.1978: Mottas OTO erhaelt in Brasilien steuerfreiheit. 20.3.1978: Das "Caliphat" wird in Californien amtlich eingetragen.1159* McMur- try eignet sich den X° und OHO an.1160* Frau Seckler kommen Zweifel am Verhal- ten ihres Ex-Gatten und "Caliphs," denn allein Crowley "and what he wrote is your leader, and your guru."1161* Am 20.3.79 verstoesst Seckler McMurtry aus Jane Wolfes AA-Zweig. McMurtry nimmt aus dem Archiv Sascha Germers einen Teil des Briefwechsels Ger- mer-Motta und zeigt seinen Besuchern viermal Motta-Briefe,1162* in denen die- ser ueber seine sexuellen Aengste spricht ("If I only had a bigger penis" {14}). Phyllis Seckler aeussert sich begeistert: "this could be a lovely wea- pon,"1163* um eventuell Motta blosstellen zu koennen, der diese Briefe trotz ihres Angebotes vom 1.12.77 nicht zurueckverlangt.1164* Dies kommt Motta via H.P. Smith zu Ohren, und da er selber keinen Zugang zum Archiv erhaelt, wozu er als einer der namentlich zwar unerwaehnten "heads of the order" Anrecht haette (Testament Germers), waechst sein Unmut gegen das "Caliphat." Am 14.7.84 wird McMurtry von Motta aus "dem" OTO verstossen.

3-mal schrumpft das Crowley/Germer-Archiv

1. Einbruch 1967 in Sascha Germers Haus, wobei Frau Germer meint, die Handflaeche von Phyllis Secklers Tochter Stella (geb. 1939) gesehen zu ha- ben.1165* 2. 1976 Frau Seckler, nachdem sie McMurtry 1974 aus dem von ihr allein be- strittenen Haushalt hinauswirft (drug problem, other girl) verkauft Doubletten des bei ihr gebliebenen Archivmaterials zum Eigennutzen.1166* 3. 1979 ein Diebstahl in Secklers Archiv, zu dem nur sie und H.P. Smith einen Schluessel besitzen. Der groesste Teil dieses Archivs ist bis heute verschol- len. Frau Seckler beschuldigt das "Caliphat."1167* Der aktuelle Katalog des Archivs listet, ausser den Crowley-Publikationen, vor allem Korrespondenzen von Karl und Sascha Germer und McMurtry auf. Es befinden sich keine Reuss- oder Traenker-Materialien im Archiv des "Caliphats," ausser einer Fassung der "Saturn-Gnosis" von Grosche.

An ihren Fruechten sollt ihr sie erkennen

Motta waehlt seine Schueler nach strengen Gesichtspunkten aus. McMurtry nimmt jeden. Beide haben keine Initiations-Charta, was laut Crowleys Initiationsri- tualen jedoch unbedingt notwendig ist und sogar darauf geschworen werden muss.1168* Am 22.4.1979 muessen alle "Caliphat"mitglieder um eine Bestaetigung ihrer Ordenspapiere durch McMurtry bitten.1169* McMurtry "goes on giving out false and phony certificates and grades... this is not the real O.T.O."1170* "Bill [Heidrick] is the power behind the throne and manipulates Grady."1171* Frau Seckler bemaengelt die frauenfeindliche Struktur des OTO1172* und aergert sich ueber McMurtrys Einfuehrung, dass man ihm als Oberhaupt neuerdings "allegiance" mit einem Salz- und Brot-Ritual schwoeren muss.1173* Als Heidrick ihr aber dann im Oktober eine eigene OTO-Loge anbietet, aendert sie ihre Hal- tung [die Streitigkeiten um die AA-"Fuehrung" finden in diesem Buch keinen Raum]. Weder Motta noch McMurtry besitzen, bis Francis King sie 1973 veroeffentlicht, Crowleys OTO-Rituale.1174* Motta schreibt daraufhin seine eigenen Rituale, da er an die Geheimhaltung der Geheimnisse glaubt. "If they are published, the Order cannot initiate."1175* Zusaetzlich muessen sich seine zukuenftigen Mitglieder mit einem Nacktfoto und Finger- und Fussabdruecken bewerben.1176* Im Juli 1980 wandert Motta in die USA, Nashville, ein und faehrt fort, andere OTO-Mitglieder und Aspiranten auf das Amt des OHO zu attackieren. Kommentar dazu aus Grants Lager: "He 'expels' poor old harmless Metzger of sausage and wurst fame and gives him notice that if he works well in the next five years, he, Marcelo Motta, might just re-admit him. Motta proposes a con- ference in five years time when the office of O.H.O. will be decided by those daft enough to attend. Needless to say, the election of an O.H.O. will be sub- ject to Motta's approval."1177* Mottas Bemuehungen um Anerkennung gipfeln in einem Prozess gegen das Verlags- haus Samuel Weiser Inc. (dem gegenueber McMurtry das Amt des OHO noch nicht beansprucht), um in den Genuss von Tantiemen der verkauften Crowley-Buecher zu kommen. Der gerichtliche Streit dauert vom 7.12.1981 bis zum 21.1.1985 und wird in Maine gefuehrt. Am 7. Mai 1982 erhaelt das "Caliphat" in CA Steuerfreiheit. Es taucht die Frage auf, ob "only the immediate predecessor, namely Germer [nicht Crowley] can appoint" den naechsten OHO. Vgl. Gerald Yorkes Meinung, dass jeder Reuss-OTO autoritaetsmaessig ueber jedem Crowley-OTO stehe {5}. "Anyone who [was] engaged in correspondence with Crowley or Germer regarding the OTO could not be prevented from starting his own group under the OTO ban- ner." Der OTO sei "nothing more than an idea in the mind of AC [... und] Ger- mer... Crowley was the OHO of the OTO by self-designation." "The abstract idea of an OTO persists, available to be appropriated by anyone so inclined, but no single group of persons having exclusive right to use the OTO name appears from this record to exist." [Motta versus Samuel Weiser, Civ. No. 81-0459-P, Cite as 598 F. Supp. 941 (1984)] - so die Meinung des Gerichts im Falle Motta gegen Weiser am 6.12.1984. Und ein halbes Jahr spaeter die Bestaetigung: Motta versus Weiser, No 85-1050. June 4 1985, 1985, Cite as 768 F.2d 481: "The district court found, however, that the membership and structure of OTO is too indefinite and amorphous, so that its members lack the capacity to own property as tenants in common, the- reby precluding appellants' standing to enforce the Crowley copyrights." Motta verliert gegen Weiser. Die Anwaelte diskutieren ansatzweise die Moeglichkeit, dass McMurtry Crowley-Dokumente unterschlagen haben koennte, die weitere Crowley-Nachfolger benennen.1178* Angeblich wird das im kommenden Pro- zess, der von McMurtry ausgeht, der Fall sein. Das "Caliphat" hat schon am 13.5.1983 auf Anschuldigungen Mottas1179* mit ei- nem Prozess reagiert. Motta wird von McMurtry, H.P. Smith, Seckler, Wassermann und Heidrick verklagt. Der Klaeger Israel Regardie (19281180* Crowleys Sekre- taer und Publizist von Golden Dawn-Material) stirbt vor Prozessbeginn. Die Klaeger William Breeze und Kenneth Anger erscheinen nicht vor Gericht: resp. Breeze und Wassermann ziehen ihre Klage zurueck. Oscar Schlag bedauert im Nachhinein, nichts von Mottas Beschuldigungen gewusst zu haben, da er sonst auch wegen Ehrverletzung prozessiert haette.1181* Bill Heidrick behauptet 1985 vor Gericht, die (eingangs zitierten) "Caliphat"briefe erstellten weltweite Autoritaet: "There may be an injunction saying "you must not go beyond these statements." And there is no such in Grady's papers."1182* Germers Autoritaet, d.h. in der Folge sein Widerstand gegen McMurtry, ist schon einige Jahre vorher angezweifelt worden: "Any autho- rity given by Karl Germer... is subject to dispute,"1183* da er sich angeblich ungefragt zum Fuehrer des Crowley-OTO heraufgeschwungen habe. Es wird auf den Begriff "emergency" in einer der "Caliphat"letter hingewiesen und dies in den Zusammenhang mit einem moeglichen "Untergang" des OTO ge- bracht, ohne die Tatsache in Betracht zu ziehen, dass der OTO in Europa und Suedamerika seit Beginn seiner Entstehung niemals in "emergency" war. Von Metzger wird kaum Notiz genommen, resp., wie Martin P. Starr sich als Zeuge zu erinnern glaubt, sei eine aussergerichtliche Einigung zwischen Motta und Mc- Murtry zustande gekommen, vor Gericht auszusagen, dass Metzger niemals OTO- Mitglied gewesen sei.1184* So sind Informationen und Materialien nicht vor Ge- richt produziert worden, die den Gerichtsprozess massgeblich beeinflusst haet- ten. Motta raet all seinen Mitgliedern in den USA (fuenf?), aus dem SOTO (Society Ordo Templi Orientis) auszutreten, da die Moeglichkeit bestehe, dass die Ge- richtskosten solidarisch auf die Verlierer aufgeteilt werden koennten. Starr (geb. 1959) tritt als "Meithras" (nicht zu verwechseln mit Patrick King {19}) am 12.10.1976 unter Richard Gernon Mottas AA bei, wird Mottas Lieblings- schueler, am 1.11.1979 Direktor1185* eines seiner OTO-Zweige und fotokopiert das ganze Archiv Mottas. Starrs ueberraschende Wende auf die Seite des Sie- gers, des "Caliphats," nach dem Prozess, den Motta am 6.12.1984 gegen Samuel Weiser verliert (Starr wechselt am 25.1.1985 die Seiten), soll darin ihren Grund haben, dass Motta auch seine Objektivitaet verloren habe. Nur dank Starrs Aussagen als Hauptzeuge hat das "Caliphat" den Prozess 1985 gewonnen. Waehrend Bill Breeze (siehe unten) nach wie vor jede Gelegenheit benuetzt, Starr als "caliphat"treu hinzustellen, bezweifelt dieser jedoch die Seriosi- taet des "Caliphats," meint zusaetzlich, dass er fuer diese Organisation kei- nen Gebrauch habe1186* und veroeffentlicht seltene Crowley-Texte in seiner Teitan-Press/Chicago. Starr gilt als amerikanische Koryphaee auf seinem Spezi- algebiet: Crowley. Seine Meinung, wer OHO des OTO sein koennte, ist ganz klar: Metzger hat bei weitem den groessten Anspruch "certainly over McMurtry,"1187* obwohl "I now believe that Germer did intend to appoint Motta the O.H.O. on his deathbed."1188* All das hat er aber nicht vor Gericht vertreten. Die Prozessentscheide McMurtry et alii gegen Motta uebertragen dem "Caliphat" am 10.7.1985 quasi als Nebeneffekt die OTO-Copyrights im 9. Gerichtsbezirk [siehe Schluss dieses Kapitels]. "While sitting in the courtroom watching Judge Legge preside sternly over the Motta-Berkley-slug-out, I couldn't help wondering if he had any idea he was ruling on which group had legal claim to anal sex [XI°] as the supreme reli- gious sacrament in the United States," so Michael Aquino.1189* So wird es zu- mindest auch beim deutschen "Caliphat" (siehe unten) gesehen,1190* was die ge- sellschaftliche Anerkennung einer solchen Organisation in einigen Staaten Ame- rikas und auch in Europa schwierig machen koennte: "from a legal standpoint sodomy is [zumindest in einigen US-Staaten] illegal! So is prostitution which the IX° can be viewed as for high "dues" are payed from members of this grade to partake in said rites!"1191* -+- McMurtry stirbt am 12.7.85 ohne das Gerichtsurteil vom 10.7. gehoert zu haben. Im Lager Mottas interpretiert man diese Tatsache, dass McMurtry "was struck down by the Secret Chiefs for his foolish presumption [OHO]."1192* Vom "Caliphat" selber wird McMurtry in die Liste der Heiligen aufgenommen.1193* "The Caliph passed on, the Caliphate is closed."1194* Von nun an posiert das "Caliphat" als "der OTO." Sein Nachfolger wird am 21. September 1985 der Franco-Kanadier William Gary Keith Breeze/"Homo Homini Deus III°". Vorher ist Breeze schon bei Bertiaux' OTOA {17, 18} alias "Tav Silenius" aktiv geworden. Unter Motta hat Breeze an- geblich den AA-Grad des Probationer erreicht, wenn man seine wenigen Briefe an Mottas Gruppe in Nashville so auslegen will.1195* In Quebec/Kanada hat Breeze einigen Anhaengern Grants im Verlag "93 Publishing" geholfen. Breezes Kennt- nisse im Verlagswesen sollen fuer seine Wahl zum "Caliphen," nun alias "Hymenaeus Beta", ausschlaggebend gewesen sein.1196* Breeze ist von McMurtry schon am 20.6.1981 zum "personal envoy... Internatio- nal Coordinator... opening diplomatic relations with such branches of O.T.O. as exist abroad" und "as the Caliph's personal representative... for the Domi- nion of Canada" ernannt worden. 1987 werden neue "Caliphat"-Statuten geschrieben. Breeze leitet in New York das Video-Geschaeft "Mystic Fire Video." "I have no reason to believe that [Breeze is] informed about the early history of the OTO or European affairs generally."1197* Moeglicherweise um den Gerichtskosten zu entfliehen, zieht Motta im September 1985 wieder nach Brasilien. Motta stirbt zwischen dem 26. und 28. August 1987 an "mycordial infarction and pulmonary oedema" ohne seine geplante Europa-Reise noch antreten zu koen- nen.1198* Sein Testament vom 15. Oktober 1984 macht William Robert Bar- den/"Thelema", Claudia Canuto de Menezes/"K.A." und Daniel Ben Stone fuer den SOTO (Society Ordo Templi Orientis) verantwortlich. Motta stempelt seinen ehe- maligen Getreusten Starr zum Verraeter. Am 21.12.1987 distanziert sich Frau de Menezes von Barden und Stone, was den bei ihr lebenden David L. Bersson/"Sphinx" auf den Plan ruft. Bersson ist von Richard William Gernon Jr. (1949-1989,1199* der auch Starr aufgenommen hat) und J.D. Gunther (jetzt um Starr, da am 25.11.1978 von Motta verstossen) und von Motta persoenlich trainiert worden. Er erklaert sich zum Fuehrer des O.T.O. X° "Frater Superior of the Entire World," 8°=3, "the Highest Grade Adept on Earth,"1200* waehrend Ray Eales/"KSK" Mottas AA leitet. Barden, Stone und auch Bill Heidrick [!]1201* werden von Bersson verstossen, Stone sogar be- schuldigt, Mottas Leiche ausgegraben und eingeaeschert zu haben. Barden sei- nerseits verstoesst Stone, der Mottas Archiv an sich genommen habe1202* und gruendet Anfang der 1990er Jahre in Australien die "Parzival XI° O.T.O. Foun- dation."1203* -+- Metzger stirbt am 14.7.1990. Bis sie ihren Nachfolger und "Wiedererwecker St- eins,"1204* Josef Olaf Raederer (Lehrer, geb. 10.2.1963, Freimaurer seit 1988, Mitglied der Quatuor Coronati seit 1990), fertig ausgebildet hat, wird Frl. Aeschbach {9} den OTO als erster weiblicher OHO fuehren, wobei man in Stein ja mehr Gewicht auf den Illuminaten-Orden legt, der dort von einem Kollektiv, ei- nem obersten Rat, geleitet wird. Am 11.3.91 laesst sich das "Caliphat" erneut mit Hauptsitz Berkeley eintragen, obwohl der "Caliph" Breeze in New York lebt. Das "NYS Department of State Di- vision of Corporations and State Records" findet "no record of a corporation filed with this office under the name ORDO TEMPLI ORIENTIS."1205*

Friede, Toleranz und Wahrheit in Deutschland

In Deutschland startet das "Caliphat" 1980. Walter Jantschik {6} erinnert sich: "Anwesend an der Gruendung waren: Norbert Straet (geb. 28.6.1954), Wer- ner Bogun, Juergen Finkler "und der Bruder aus Offenburg."1206* "Bei der [I°- ]Initiation von McMurtry benuetzte [McMurtry] das Buch von Francis King."1207* 1983 besucht McMurtry zum letzten Mal Europa (London, Norwegen, Aachen und Belgrad) und schleust "OTO"-Anwaerter sofort in den III° "as his last official act as Caliph of the O.T.O."1208* Wir "waren gut gelaunt, stoned, vom Ritual und... da kam das Gespraech irgendwie auf Metzger etc., Grady wurde zunehmend wuetender, fing an zu schimpfen und rumzupoltern und redete sich fast in Rage."1209* Spannungen haben schnell wechselnde Mitglieder zur Folge.1210* Scientology- und Temple of Set-Mitglieder schliessen sich an und treten bald wieder aus. Die angeblich aehnliche amerikanische Situation beschreibt Gary Allan Mar- tin/"Kelly": "Most of the members of this group are either loafers and wasters "into" the "O.T.O." because of the drugs, drink, sex and ego-gratification they desire while the others are not really members any more -- they are just hanging in, quietly, non-productively, hoping that things will get better and the group will become what it has always pretended to be."1211* Aehnliches be- maengelt Andrea Lacedonia Bacuzzi/"Lishe", die sich selbst als 4.wichtigstes "Caliphatmitglied" bezeichnet.1212* An erster Stelle rangieren Breeze, Bill Heidrick und Anthony Ianotti, zwischen denen aber Machtkaempfe herrschen sol- len. "If Aleister Crowley were alive to-day he would... immediately appoint Tony Iannotti... as OHO."1213* Frau Bacuzzi moechte "to "sell" Thelema in Switzerland"1214* und mit einigen europaeischen "Caliphatmitgliedern" Mitte der 1980er Jahre eine unabhaengige europaeische Grossloge bilden,1215* was 1993 wiederum scheitert, da Norbert Straet, als sog. "senior member," nicht am Londoner Treffen teilnimmt.1216* Angesichts des Dokumenten- und Bildmaterials vorliegender Recherchen wird sie heftig: "You have to whitewash your study."1217* "Gezieltes Gegenwirken gegen die bisher gelaufenen Hetzgeschichten... alles was ueber OTO und Schwarzmagie + Sex behauptet wird, in den Bereich der Phantasie abschieben, mit dem Hinweis auf die mangelnde Qualitaet der jeweili- gen Autoren... Da kann man dann ruhig schon einmal etwas abtreiben, was tatsaechlich DOCH geschieht."1218* "Keep trying to find out where T.Reuss is buried.... if we can find his grave, dig it up, and retrieve the skull & some bones, and return them to the G.L. [Grand/Agape Loge], a lot of power will manifest throughout the order."1219* (Siehe auch Josef Dvorak: "An alle, die es angeht!" in: AHA 10/92, 21) Das geplante Unternehmen, gemeinsam mit dem Ordo Saturni eine Ausgabe des "Buch des Gesetzes" herauszugeben, verlaeuft im Sande. Seit 1980 ist der Ordo Saturni angeblich eingetragene Gnostisch Katholische Kirche in Deutschland {6, 16}. Da das deutsche "Caliphat" gehaeuft dem OS beitritt, wird an der OS- Osterloge 1992 ueber die Unvereinbarkeit der Eide, die in den Orden geleistet werden, diskutiert.1220* Im Fruehjahr 1993 gruendet dann der OS den OTOS, den Ordo Templi Orientis Saturni. Von der Existenz Walter Englerts OTO/IO e.V. nimmt der deutsche Zweig des "Caliphats" mangels historischer Kenntnis kaum Notiz {11}.1221* Nach Paragraph 12 BGB kann der berechtigte Namenstraeger mit aelteren Rechten von einem ande- ren sogar die Beseitigung des gleichen Namens verlangen. "Metzger muss endlich das Handwerk gelegt werden,"1222* denn "Das was Metzger gemacht hat, seine Aeusserungen, sein Anspruch, seine Veraenderungen bez. des O.T.O., sowas bewirkt automatisch den Ausschluss."1223* Man kann sich darueber streiten, ob man "den" OTO im Zusammenhang mit Kinds- missbrauch und Drogen sehen will. Letztendlich wird es zum juristischen Pro- blem, wie aus dem Streit zwischen dem deutschen "Caliphat" und dem Haenssler- Verlag ersichtlich wird. Unbewiesene und ehrverletzende Stellen muss der Ver- lag aus einem Buch entfernen. Waehrend das "Caliphat"-Blaettchen "Magical Link" V,4 vom Winter 1991-92 nun von der "legal capacity" des "OTO" in Deutschland spricht, drueckt sich die Urteilsschrift klarer aus. Dem amerikanischen "Caliphat" fehlen hier die "Voraussetzungen, unter denen einer juristischen Person des Inlandes Persoen- lichkeitsschutz zuzubilligen ist." Der deutsche Zweig stellt "als oertliche Loge eine abgeschlossene Gemeinschaft mit eigener Willensbildung" dar, "deren Taetigkeit dem Klaeger [William Breeze] nicht zugerechnet werden kann." Somit fehlt es mithin dem Klaeger "an einer eigenen Grundrechtstraegerschaft" (Anlage zum Verkuendungsprotokoll 12.12.1991). In der Folge laesst sich der deutsche Zweig des "Caliphats" am 2.3.92 (Tag der Satzungserrichtung) amtlich eintragen. "Warum denn keinen "Gemeinnuetzigkeitsstatus" fuer die GKK? Ich habe keine Lust diesem Schweinesystem noch Steuern zu zahlen... Ausserdem finde ich das doch recht witzig - O.T.O. u. GKK gemeinnuetzig. Das ist doch fast so gut wie der Witz, den der Prozess in den Staaten um den wahren O.T.O. darstellte. Ich bezweifle stark, dass der ehrenwerte Richter Legge kapiert hat, dass er darue- ber entscheidet, welche Organisation das Recht hat, den Arschfick fuer sich als hoechstes religioeses Sakrament in Anspruch zu nehmen."1224* So tragen sich Norbert Straet (Diplom-Sozial-Paedagoge), Juergen Finkler (Student), Wer- ner Bogun (Student) am 27.7.92 als e.V. im Vereinsregister ein. Die Satzungen sind zusaetzlich noch von Wolfgang Adam, Beatrix Adam, Ines Guelpen und Hans Gerd Nieven unterschrieben. "Die hoechste Instanz in geistigen Fragen bildet" wenigstens de facto immer noch William Breeze "in New York."1225*

"Spielausgabe einer OTO-Fata Morgana"

Zwischen April 1977 und Januar 1991 werden 17 Mitglieder aus dem "Caliphat" verstossen.1226* In 11 Jahren sind 866 Mitglieder ausgetreten. "Es ist nicht aussergewoehnlich, wenn 50-60% nicht bis zum I° durchhalten."1227* Weltweiter Bestand am 29.2.1988: "Associates 170, Minveral 397, I° 238, II° 154, III° 97, IV° 35, V° 40, VI° 1, VII° 0, VIII° 1, IX° 13."1228* "Lt. Bill Heidrick sind ca. 2/3 der Mitglieder urspruenglich juedischen Glaubens gewe- sen."1229* Frau Bacuzzi rangiert in den Statistiken als VIII° allein aus dem Grunde, damit ueberhaupt ein solcher Grad in die Statistik aufgenommen werden kann. Sie ist ausserdem ein IX°, was anzeigt, dass der tatsaechliche Mitglie- derbestand geringer ist, solange ein IX° auch als niederer Grad die Statistik auffuellt. Laut muendlichen Aussagen des Englischen Oberhaupts des "Caliphats," Clive Harper, ist 1993 hoechstens mit 800 tatsaechlichen Mitglie- dern weltweit zu rechnen.1230* Bestand in Deutschland Ende Dezember 1991: 24. Sechs Frauen und 18 Maen- ner.1231* Frau Bacuzzi bestaetigt den Verdacht, dass im "Caliphat" die Hochgrade zuerst, und die niederen Grade, falls ueberhaupt, im Nachhinein erteilt werden. Das macht auch Breezes Aussage, er sei weltweit der erste Mensch, der alle Initia- tionen von 0°-X° durchlaufen habe, hinfaellig.1232* Vor allem, wenn man be- denkt, dass diese Rituale erst durch eine ganz regulaere Buchpublikation zu- gaenglich geworden sind. 1989 bietet sich im "caliphatischen" Blaettchen "Magical Link"1233* ein thelemitischer Alkoholberater an. In derselben Nummer wird der Tod des Bi- schofs und IX° Richard William Gernon bedauert. Todesursache: eine Ueberdosis Heroin. Die Probleme nehmen dermassen zu, dass Artikel erscheinen, in denen die "Alcoholics Anonymous [AA] has simply got to be one of the most Thelemic groups on the planet."1234* "Bedingt durch Vorfaelle in juengster Zeit" mues- sen auch in Deutschland ab April 88 fuer Initiationen sog. "Sponsoren," eine Art Leumund, aufgeboten werden.1235*

Thelema ohne Beisshemmung

Am 7.3.1988 berichtet der "San Francisco Chronicle" vom HIV-positiven James Daniel White, der moeglicherweise minderjaehrige Jungs mit dem Virus ange- steckt haben koennte. Er wird in Verbindung mit einer Paedophilengruppe (Nambla) und Robert E. Newmann vom "Caliphat" erwaehnt. Am 29.9.89 fuehrt die Polizei mit einer Videokamera eine Razzia bei zwei "Caliphat"-Logen in Berkeley/Oakland durch. Bill Heidrick, der nicht dabei ge- wesen ist (da er seit 1971 in San Anselmo lebt), entsetzt sich in seinem Rund- schreiben vom 20.10.89 (abgeschickt von Josh Gordon), "that the officer in charge knew he was visiting desecration on a church."1236* Der sog. "Heidrick- Zweig" will sich diese Behandlung nicht gefallen lassen: sechs "Caliphatmitglieder" klagen am 12.9.90 die Stadt Berkeley, die Polizei und den Hausbesitzer an: "an $8.5 million lawsuit1237* is pending... charges false ar- rest and imprisonment, assault and battery, trespassing and international in- fliction of emotional distress" (Daily Californian, October 17, 1991). "Caliphatmitglied" Rick Gorton weiss Details: "Steve Grochochenski (aka [also known as] Steve Cosmos)1238* along with Trina Bohr worked hand in glove with the police authorities to orchestrate the bust... Cosmos and Grady were living together in Berkeley [1983 und verlaesst das "Caliphat" nach dem Tode McMur- trys 1985] ... Cosmos... promised [im April 1987 angeblich] to crush the O.T.O. "like an ugly bug."..." (Brief vom 21.12.1991). Die Razzia ist tatsaechlich durch ein ehemaliges Mitglied, Frau "Churchill", ausgeloest wor- den, die behauptet, der "OTO" bestehe aus Teufelsanbetern und verfuehre Ju- gendliche zu Sex und Drogen. Nach einer aussergerichtlichen Einigung fuehrt das "Caliphat" die Zensur (Maulkorb gegen aussen) fuer Mitglieder ein.1239* Es scheint, als wolle sich das "Caliphat" vor allem durch Gerichtsprozesse ma- terialisieren. Vom Prozessgewinn gegen Motta inspiriert, ergeht im Maerz 1990 ein Bettelbrief an alle Adressen in der Kartei des "Caliphats," um Geld fuer Prozesse gegen die "Zeugen Jehovas,"1240* Lyndon LaRouche (den rechtsorientierten Gruender des Schiller-Institutes in Washington)1241* und den fundamentalistischen Herausgeber des "Hustler"-Magazins, Larry Flynt, zu fuehren.1242* Peter Straub (Autor von "Ghost Story") hat schon 1981 20'000$ fuer die Nennung des "OTO" bezahlt.1243* Carl Raschke zieht aus "Painted Black" (New York 1990, mit interessanten Fotos garniert) seine finanzielle Lehre.1244* Michael Aquino distanziert sich ebenfalls sehr heftig von diesem Buch. Maury Terry behauptet in seinem 1987 erschienenen Werk "The Ultimate Evil" (New York), dass Manson in Zusammenhang mit den amerikanischen OTOs gebracht werden koenne und wird vom "Caliphat" vor die Gerichte zitiert. Aussergericht- lich wechselt eine Summe Geld die Seiten, und in weiteren Auflagen von Terrys Buch fehlen entsprechende Passagen. Juengstes Beispiel sind die Vorkommnisse in Ex-Yugoslavien, wo ein "Caliphat"- Mitglied, Vladimir Madic, waehrend des Krieges auf eigene Kosten und mit Ver- lust Crowley-Buecher publiziert.1245* Ohne dass das juristisch notwendig gewe- sen waere (siehe Copyrightsdiskussion unten), ist dem lokalen "Caliphat"- Logenmeister Material im Gegenwerte von ca. 5000 US-$ uebergeben worden. "Caliph" Breeze droht Madic mit Gerichtsprozessen, um mehr Geld zu krie- gen.1246* Gleichzeitig wird jedoch die Gruendung eines "Balkan War Fun- dus"1247* im offiziellen Mitteilungsblaettchen bekanntgegeben. Am 10. April 1993 wird nun Madic von Heidrick aus dem "Caliphat" "expelled." Der Copyright-Streit mit Falcon-Press ist in: AHA 4/93 dargestellt.

Oh, ein OHO!

Jede OTO-Gruppe loest das Problem der Bedeutung der Begriffe "Outer Head of the Order" (OHO), "Frater Superior," X°, XI° und deren Zusammenhaenge anders. Der OHO, internationales Oberhaupt und u.U. Copyrightsinhaber, findet Erwaeh- nung in den OTO-Statuten, Liber LII, Liber CXCIV und muss, wenn nicht vom Vor- gaenger schriftlich ernannt, weltweit einstimmig von allen X° gewaehlt werden. Seit Reuss' Tod ist dies nicht mehr geschehen. Weder Crowley, noch Germer, we- der Metzger, Grant, Motta oder McMurtry sind ausdruecklich ernannt oder ein- stimmig gewaehlt worden. Jeder hat sich allein von seinen eigenen Anhaengern waehlen lassen. SOTO: Der OHO befindet sich gradmaessig auf derselben Ebene wie der X°, "Frater Superior." Von allen Nachfolgern Mottas wird der XI°, den Motta in seiner Unterschrift alias "Parzival"1248* verwendet, als Bindeglied zur AA de- finiert. Mottas widerspruechliche Aussage vor Gericht, der XI° koenne kein Amt im OTO ausfuellen, obwohl er, Motta, der OHO sei, ist nun geloest. Der XI° kann zusaetzliche unter ihm rangierende Grade einnehmen, z.B. den OHO, der beim SOTO aus den X° rekrutiert werden muss.1249* "As many [X°] as WE feel neces- sary or are qualified can exist" in einem Land.1250* Waehrend Breeze (vom "Caliphat," wo auch viel niedrigere Raenge zum OHO ge- waehlt werden koennen) sich zoegernd als OHO zu erkennen gibt, loest Mottas "SOTO" die Angelegenheit mit: "The Supervisor General is the O.H.O., but since the identity of the O.H.O. is never revealed, any X° member is considered a Supervisor General."1251* "Caliphat": "The acting O.H.O... is the Caliph... by election by... the IX°," so die neuen "Caliphatstatuten."1252* Bevor diese neue Regelung 1987 in Kraft getreten ist, haben Heidrick und McMurtry die Meinung vertreten, der OHO ko- enne nur von den X° gewaehlt werden.1253* Die Bedeutung des Begriffs "Caliph" wird neu definiert. Der "Caliph" waehlt die X°, die dann ihrerseit wiederum den OHO waehlen.1254* Es stellt sich die Frage, ob McMurtry mit dem "Caliphat" nach seinem Tode einverstanden gewesen waere, vor allem da ein von ihm unter- schriebenes und amtlich beglaubigtes Dokument existiert, in dem er Phyllis Seckler, H.P. Smith, K.G.D. und Lon Milo De Quette verbie- tet, seinen Nachfolger zu waehlen.1255* Das "Caliphat" betrachtet den XI° (wenn ueberhaupt, da laut Andrea Bacuzzi Ho- mosexualitaet (d.h. die sexualmagische Technik des XI°) "inakzeptabel" sei) als unabhaengig von der uebrigen Ordensstruktur. Man scheint zu vergessen, dass der "Heilige" Crowley ein aktiver XI° gewesen ist, der die wichtigsten OTO-Statuten genau mit dieser Bezeichnung unterzeichnet hat {19}. Waehrend das "Caliphat" alle anderen OTOs nicht akzeptiert, werden jedoch AA- Initiationen, die auf Motta zurueckgehen, mangels eigener AA-Quellen aner- kannt. Michael Paul Bertiaux (OTOA) {15} ueber das "Caliphat": "They are passe and lack fundamental creativity. They do not even have sound scholarship or a sense - however slight - of Thelemic history."1256* Manuel Cabrera Lamparter (OTOA und FRA): "the O.T.O. broke in several branches because the state [sic] the world in that time. Now I think it will be not possible to join these branches in the future as they are developed in diffe- rent lines of work."1257* Der von Motta testamentarisch eingesetzte William R. Barden: "To refer to it as a "Caliphate" is to insult the Arabs, and to make a joke of the O.T.O.Rituals that were current until that thief Francis King pirated them."1258* Metzgers OTO/Illuminaten-Orden weist 13 Grade auf, der XI° nennt sich "Regent oder Prinz Illuminat," der 13. "Koenig, Priester, Direktorium, Aeropag, Illuminat." Der von Metzger selbstaendig gewordene IO/OTO e.V. des Englert in Frankfurt traegt als obersten, 24. Grad die Bezeichnung "Bewahrer der Geheimnisse der koeniglichen Grabkammer."1259* Metzgers regulaerer "Ordo Illuminatorum Germa- niae," Loge Prometeus, wird 1956-65 von Hjalmar Vollkammer, 33° AASR, in Bonn geleitet. Am 23.7.1968 setzen Walter und Uta Englert, Paul Ruediger Audehm und Adolf Hemberger {6} Metzger als OHO ab. Englert tritt als X° auf. Dazu Hemberger: "OHO und X° koennen ein- und dieselbe Person sein. Sind es zwei, so spielt der OHO die Rolle des Ministerpraesidenten, der Koenig [X°] die des Staatspraesidenten."1260* Am 25.10.68 werden diese Personen von Metzger verstossen {11}. Englert laesst sich am 14.3. 1991 von Hemberger erneut bestaetigen, der Fueh- rer von OTO und FS zumindest in Deutschland zu sein, da Englert den Gerichtsprozess gegen Metzger "in saemtlichen Instanzen, einschliesslich vor dem Bundesgerichtshof voll gewonnen" habe (Begruendung im nachfolgenden Ab- schnitt). Hemberger, geb. 4.11.1929, stirbt am 10.11.91.1261* Fraternitas Saturni: Da unter Metzger und Grosche der OTO schon 1951/52 als 18. Grad in das Gradsystem der FS inkorporiert worden ist, in der Absicht, den OTO juristisch zu schuetzen {5, 6}, kommen hier "aeltere Rechte" zur Diskus- sion. Hemberger legt den Gerichten am 5.2.1971 in seinem Gutachten in Sachen Copyrights und Namensfuehrung folgende Punkte vor: - kein Anspruch Metzgers fuer die BRD, sondern nur fuer die Schweiz - falls Nachfolge von Germer besteht, dann nur fuer die englischsprachigen Ge- biete, da Reuss' Charta an Crowley nur eben diese abdeckt - im 18° FS ist der OTO inkorporiert, der rechtmaessige Inhaber des 18° kann als Leiter eines eigenen OTO auftreten. Typhonian OTO: Kenneth Grant benuetzt ein 11-teiliges Gradsystem nur, um mit den Begriffen die jeweilige magische Technik zu beschreiben, wobei der X° als "Highest Degree" gilt (so zum Beispiel auf Grants Charta fuer Zivorad Mihajlo- vic Slavinski vom 22.6.1990). Weitere OHOs, Roberto Toca und W.B. Crow, sind in {12 und 15} zu finden.

BERICHT VOM AMERIKANISCHEN HINTERLAND

1. Motta gegen Samuel Weiser Inc. in Maine: 1. Gerichtsbezirk 2. McMurtry et alii gegen Motta in California: 9. Gerichtsbezirk 1. Gerichtsbezirk "Crowley was the OHO of OTO by self-designation... Anyone... engaged in corre- spondence with Crowley or Germer regarding OTO could not be prevented from starting his own group under the OTO banner... no single group of persons ha- ving exclusive right to use the OTO name appears from this record to exist." [Motta versus Samuel Weiser, Civ. No. 81-0459-P, Cite as 598 F. Supp. 941, 6.12. 1984] "The district court found, however, that the membership and structure of OTO is too indefinite and amorphous, so that its members lack the capacity to own property as tenants in common." [Motta versus Weiser, No. 85-1050, Maine June 4, 1985, Cite as 768 F.2d 481] 9. Gerichtsbezirk McMurtry "now owns, holds all right and title to, has used, does now use, and has the right to use: The name "Ordo Templi Orientis..." all writings and pu- blications by Crowley" [C-83-5434-C AL, California July 10, 1985] Die Copyrights-Ansprueche des "Caliphats" koennen nur im 9. Bezirk geltend ge- macht werden. Dieser Bezirk umfasst folgende Gebiete: California, Arizona, Ne- vada, Oregon, Washington, Idaho, Montana, Alaska, Hawaii, Guam und die North Mariana Inseln. Da es keine einheitliche Meinung zwischen 1. und 9. Bezirk gibt, waere letzte Instanz das U.S. Supreme Court, das aber keinerlei Aeusserungen zu den Copy- rights gemacht hat. Alle Copyrightsangaben in Crowley-Buechern (die z.B. das "Caliphat" betreffen) gelten nur fuer die selbsterstellten Fussnoten, Vorworte und Anmerkungen.1262* Der ehemalige Archivar des "Caliphats," Anthony Ianotti, gibt zu, dass seine Gruppe keine Copyrights besitze.1263*

Copyrights in Sachen John Symonds

Germer an Grant, 24. September 1948: "You would have known that I am not the O.H.O. I do not know whether I would accept the job if it were pressed on me... the pledge [is] connected with being recognised as a possessor of the IX° O.T.O. It does not instate you or give you a Charter to work an O.T.O.Lodge." Germer an Grant, 25. Mai 1951: "In the first place, do not refer to me as your superior in the Order. That is only true in an extremely limited sense. What I appear to be in the O.T.O. has been thrust upon me, against my will. I will do what I can: but I shall refuse to make claims that go against my grain. I am strictly speaking the Grand Treasure General of the O.T.O. No more, no less!" Germer an Grant, 18. Januar 1952: "I have been the mainstay and provider for the printing of books, etc. etc. during the last 25 years... I look to England as the leading country: you have culture: you have all the vast thelemic mate- rial. Germany would also be a suitable country... The U.S.? Well! This is a spiritual desert... consider yourself... as on your own." Germer an Grant, 3. Mai 1952: "Nor am I against the O.T.O. system, or the sy- stem of Degrees. Only, paradoxically, I have very little interest in it. I wish someone could take the whole work, and the responsibility for the burden which A.C. laid on my incompetent shoulders, off me! ... If we want to get the OTO properly going again, we need a competent leader, not only for England but for the world.... I have often thought that you might well be chosen for the job... There is no active Lodge, as such, in the U.S.A. of the O.T.O." Germer an Grant, 20. Juli 1955: "I formally expell you from membership in the Ordo Templi Orientis." Germer an Library of Congress, 5. Januar 1957: "I hold the Copyrights for the late Aleister Crowley." [Es ist voellig unwesentlich, was Germer glaubt oder nicht, die Copyrights bleiben bei Symonds.] Grant an Symonds, 9. Maerz 1966: "I obtained formal admission to the... IX° on the 5th October 1948.... On the 5th March 1951, I obtained a Charter... to found a Lodge in London [New Isis Lodge] ... [Gerald] Gardner came under my jurisdiction." G.L. McMurtry, OTO-Newsletter Juni 78: "Germer was not OHO in spirit or fact." William Heidrick an John Symonds, 19. Juli 1985: "Please note... that our or- ganization has been adjudged to own the unassigned copyrights of Aleister Crowley... we need to proceed to regularize our relationship with each other." Heidrick an Kenneth Grant, 9. September 1985: "you should seek the advice of a legal counsel... we are not the only ones who can use [die Copyrightsentschei- dung des 9th Circuit Gerichts] ... The appeal... is almost entirely limited to the US Supreme Court [das keinerlei Copyrightsentscheide von sich gegeben hat] ... I have to try to reach an agreement with you about the various matters re- lated to O.T.O.property... [es folgen Prozessandrohungen an die Adresse von John Symonds] Without resting on your claim [OHO], Mr. Symonds would have no defense against a legal action by us. [das Warburg Institut besitzt alle Ori- ginal-Manuskripte Crowleys - bis auf eines - diese sind fuer die naechsten 30 Jahre gesperrt.] On to proposals: ... What I would most like to see is an annullment of the Germer expulsion letter that professed to kick you out of the OTO [unter der Bedingung, sich dem "Caliph" unterzuordnen! Die Wortwahl Heidricks laesst nichts zu wuenschen uebrig: "professed" = "vortaeuschen" d.h. Heidrick hat Grants Ausstoss durch Germer also als ungueltig anerkannt.] Unfortunately, many letters and a court decision affirm that Germer became the O.H.O.... Xth Degrees could not be kicked out... I don't think we would be willing to recognize that your alternate O.T.O. was the direct continuation of the O.T.O. of Crowley... All we want out of Symonds is his signature on a do- cument accepting our claim being the O.T.O." [Heidrick anerkennt Symonds als Autoritaet und gibt zu, dessen Zustimmung zu brauchen. Bis heute hat er diese Zustimmung NICHT erhalten.] Bill Heidrick an John Symonds, 10. September 1985: [Gerald] "Yorke understood that you had finished entirely your duties as literary executor... Germer then had reason to believe that your duties in the estate had ended, including in regard to the Copyrights... Regarding Mr. Grant and the copyrights, IXth De- gree, expulsion, and Karl Germer's actual status as Head of O.T.O. (O.H.O.). This is not relevant to the central issue of the rights and properties vested in this Ordo Templi Orientis." Heidrick argumentiert, dass Metzger allein aus dem Grund kein OHO sein koenne, da Metzger noch nie einen Prozess in Sachen Copyrights gefuehrt habe - er also somit zugebe, kein OHO zu sein. Symonds und Grant haben legalen Vorsprung schon dadurch, dass sie beide Crow- ley und Germer persoenlich gekannt haben und beide noch am Leben sind. Da Sy- monds ein Officer des OTO (Assistant Treasurer) und Grants Ausstoss durch Ger- mer ungueltig ist, haben beide staerkere juristische Ansprueche als das "Caliphat." Als Germer am 21. Maerz 1950 von Symonds die Effekten Crowleys verlangt hat, ist darunter keine Verschiffung von Copyrights zu verstehen. Dies weiss Heidrick von Symonds seit dem 4. Novemer 1985. In England hat man 1992 juristisch eine klare Meinung erhalten. John Symonds bleibt im Besitze der Crowley-Copyrights und wird diese weiterhin wahrnehmen. Der Transfer von Copyrights zu "dem" OTO muesste schriftlich erfolgen, was NIE stattgefunden hat. Crowleys Letzter Wille ist hierbei ganz spezifisch: die Co- pyrights sind von ihm an John Symonds gegangen!1264* Symonds wird eidesstatt- lich schwoeren, falls es je vonnoeten sein sollte, dass er niemals diese Copy- rights je weitergegeben hat. Da die Copyrights direkt an Symonds gegangen sind, ist er Executor des Testa- ments und nicht genoetigt, den Letzten Willen im genauen Wortlaut auszufueh- ren, sondern kann "im besten Interesse" des Letzten Willens handeln. Konsequenz: a) Symonds besitzt die Copyrights tatsaechlich. b) er wird sie weiterhin wahrnehmen. c) die Copyrights bleiben bei Symonds. Jedes Argument, dass Crowley bankrott gestorben sei und fuer den englischen Staat seitdem jaehrlich 17% Zins (also weitere Schulden) anfallen,1265* ist hinfaellig. Symonds hat den Nachlass uebernommen und das Testament dadurch legalisiert.1266* Nicht umsonst spricht Haack vom "Caliphat" als "Spielausgabe einer O.T.O.Fata Morgana," deren Anspruch auf weltweite Autoritaet juristisch gesehen "laecherlich" sei.1267* Das "Caliphat" als Neugruendung von 1977 ist nicht als legitime Nachfolgerin der 2. Agape Loge zu sehen, sondern als eine "in sich selbst ruhende Privatvereinigung."

14. KENNEN SIE OSCAR R. SCHLAG?1268*

Geboren ist Schlag am 22.3.1907 in Osterhofen/Bayern. Als 24jaehriger begegnet er dem Graphologen Max Pulver und wird, wie er scherzhaft meint, dessen "Famulus," leistet aber selber ebenfalls gewichtige Beitraege zur Graphologie. Er macht eine Ausbildung zum Psychoanalytiker unter Oskar Pfister1269* und verkehrt in den Kreisen um Eugen Bleuler (Chef der psychiatrischen Klinik Burghoelzli), Rudolf Bernoulli und Carl Gustav Jung. Von Beruf ist Schlag "Philatelist."1270* Seine Zeit mit Max Pulver ist beschrieben von Urs Imober- dorf "Zum 100. Geburtstag von Max Pulver" in Zeitschrift fuer Menschenkunde" 4/89, Wien, 194-211. Schlag ist als aeusserst begabtes Medium bekannt. In dieser Eigenschaft wird er von C.G. Jung und dem Freiherrn Albert Schrenck-Notzing (1862-1929)1271* beobachtet. Eine Sitzung vom 10.2.1931 unter Bleuler und Jung wird publi- ziert.1272* Schrenck-Notzing wird von der voelkischen Mathilde Ludendorff observiert,1273* die spaeter einen Bericht verfasst, worin sie beim OTO u.a. von "Induziertem Irresein durch Occultlehren" spricht.1274* Zum Tod Schrenck-Notzings verfasst Schlag 1929 einen schwaermerischen Nachruf ueber "diesen praechtigen Mensch."1275* Er demonstriert gerne, wie in den 30er Jahren seine telekinetischen und ekto- plasmatischen Materialisationsphaenomene wissenschaftlich untersucht worden sind, die er als physikalische Erscheinungen pubertaerer bioenergetischer Energie-Stroemungen versteht. Als er seinen nahen Tod spuert, treten diese Phaenomene in der Form von Musik wieder auf.1276* 1927 (?) trifft Schlag den Baron Bomsdorff-Bergen in Landshut, der ihn vergeb- lich als OTO-Mitglied anwerben will.1277* Der Baron, angeblich damaliger Spielleiter am Opernhaus Zuerich, traegt zum OTO-Phaenomen in der Schweiz der 20er Jahre bei. Schlag lernt den mutmasslichen Reuss-Erben Hans Rudolf Hilfi- ker kennen, ebenfalls Baumgartner, Merlitschek und die Abramelin-Gruppe um Egloff, Struppler und Pinkus (den "geistigen Vater" Metzgers) {4}. Schlag ist 1929 vor den Nazis nach Luzern1278* in die Schweiz ausgewichen. Als die Deutschen ihn 1938 zur Bundeswehr einziehen wollen, zerreisst er seinen Pass und schickt ihn mit der Bemerkung "Macht euren dreckigen Krieg alleine" zurueck. Daraufhin verliert er die deutsche Staatsbuergerschaft, was der schweizer Fremdenpolizei zu schaffen macht. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler im Ausland bietet ihm nun eine Reihe verschiedener Staatsbuer- gerschaften an, vor allem suedamerikanische. Schlag ueberlegt sich, was den Herrn Hitler (den er persoenlich gekannt haben will) wohl am meisten aergere und waehlt die Staatsbuergerschaft von Haiti, einem "Negerstaat," worauf die Deutschen ueber ihn die Todesstrafe wegen "Rasse-Verrat" verhaengen. Als Haiti in den Krieg mit Deutschland tritt und er sich weigert, dem dortigen Militaer beizutreten, verliert er diesen Pass. Schlag hat ein besonderes Interesse am suedamerikanischen Kontinent gewonnen und vor allem Rio in sein Herz geschlossen.1279* Schlag praegt den Ausdruck "Grenzgebiete der Psychologie" als Mitbegruender der Schweizerischen Parapsychologischen Gesellschaft und haelt darueber in den 30er Jahren Kurse am Institut fuer Angewandte Psychologie in Zuerich.1280* Ab 1949 gibt er Lesungen an verschiedensten Instituten in den USA, um die psychi- schen Wirkungsweisen des Yoga aufzudecken oder fuehrt einen zweisemestrigen Lehrauftrag fuer Graphologie an der Uni Zuerich aus.1281* Am 5.12.1948 wird Schlag in die Zuercher Freimaurer-Loge "Sapere Aude" aufge- nommen, am 15.12.1949 in die Freimaurerloge Ludwig Uhland in New York, was er beides spaeter enttaeuscht bedauert.1282* Fuer ihn zaehlen am Ende seines Le- bens nur die freimaurerische Forschungsloge Quatuor Coronati und seine eigene Hermetische Gesellschaft.1283* Anfang der 50er Jahre trifft Schlag erstmals Metzger, der 1948 seinen eigenen OTO-Tempel in Zuerich an der Soneggstrasse erleuchtet hat {6}. Bekannt mit Eugen Grosche {6}, den er schon in den 30er Jahren in Berlin be- sucht hat, mit Friedrich Lekve {7}, Henri Birven {5} und mit Friedrich Mellin- ger {8}, der ihm alle seine von Crowley signierten Buecher ueberlaesst, be- sucht er 1951 Karl Germer in New York. Nachdem Germer ihn zuerst zehn Minuten (in denen Sascha Germer als Schreibmedium die Geister um Rat fraegt) vor der Tuer stehen laesst, lautet seine erste Frage: "Haben Sie den IX° Grad." "Nein!"1284* Ein "ja" haette den Austausch der "Emblems and Modes of Use"1285* zur Folge gehabt, was gleichbedeutend mit dem IX° gewesen waere.1286* Germer moechte Schlag unbedingt als OTO-Mitglied anwerben, um ihm die Leitung der europaeischen OTOs uebertragen zu koennen. Ueberredungsversuche seitens Ger- mers Freundin Tamara Bourkoun (damals leitet sie eine Golden Dawn-aehnliche Organisation) lehnt Schlag ab. Auf eine Frage Germers hin, was Schlag von Metzger halte, meint dieser, Metzger sei "harmlos" und fuer ein fuehrendes Amt kaum der richtige Mann. Dennoch habe ihm Germer gesagt, dass er Metzger als Nachfolger wuensche.1287* Als Sammler zeigt Schlag seine Version des von C.F. Russell {19} handgeschriebenen Liber AL1288* und behauptet, es sei Crowleys Ur-Version von 1904. Etwas, was Germer und spaeter auch Motta verwirren soll. Eugen Grosche, der Grossmeister der Fraternitas Saturni {6}, ist nach der Ent- taeuschung durch Metzger bemueht, die Ordensaktivitaeten, sogar innerhalb Deutschlands, einem faehigen Mann zu ueberlassen. "Es waere doch sicher rich- tig, wenn Sie persoenlich von der Schweiz aus, noch besser waere es von Sueda- merika aus, alles neu unter Ihrer Leitung aufzuziehen [sic]."1289* Schlag wird jedoch nie Mitglied einer thelemitischen Organisation, geschweige denn Leiter {siehe jedoch den Schluss dieses Kapitels}.

MAGICK WITHOUT SCHLAG?

Im Januar 1955 besucht Schlag die kalifornischen Crowley-OTO-Mitglieder Jane Wolfe, Phyllis Wade (Seckler) und das Ehepaar Burlingame. Sein Besuch nimmt groessten Einfluss auf Jane Wolfes Leben, als sie in ihm einen geheimen Abge- sandten der AA sieht. Ueber Jane Wolfe siehe Symonds, King, 246 und "ITC" II,5, 7ff.

Aus den Tagebuechern der Jane Wolfe

"Sunday, January 23 [1955]. At the Burlingames, after dinner in a restaurant. During the conversation I felt a vibration between S[chlag] and myself... La- ter I said to myself: This man has something for me. Tuesday afternoon, January 25, the B's, S. and myself, spent three hours with Phyllis and Mar[...] in Santa Monica. Phyllis, Jane and Schlag sat on a divan, Jane in the middle. Phyllis went out to make coffee -- attention was centred elsewhere -- S. said to me, "To aid you is now my task." Monday, January 31, during the half hour S. and I were alone at the B's he said: "They have been watching you for some time." I did not ask who "They" were, assuming "they" were from the Switzerland coterie with whom you [Germer] were in contact when I was back at H.Q. [Schlag hat aber niemals im Auftrag von Metzger gehandelt]. At some period of the nights of Saturday and Sunday, I was slightly, slightly aware of Schlag and assumed it was my thoughts. Monday afternoon he said "You crossed the abyss. I helped you." This stumped me com- pletely. I stared in stony silence, my mind saying "but it cannot be." He no- ticed my reaction, and said: "There comes a curve in time which changed its course somewhat, and it was because of this curve that you could cross."" Die Abyssueberquerung wird von Germer am 10.3.55 bestaetigt. "It was in this connection that S. spoke of the Great Angel HUA and the Uni- corn. I give S. credit for one thing: "You will be told what to do" -- from my own being at the time" (Jane Wolfe an Germer, 20.2.55). "No: Schlag did not say he was a friend. What he did say TO ME was that you [Germer] and I [Jane Wolfe] were the only people in the United States who could carry on The Work... He cannot understand why A.C. selected an organisa- tion such as the O.T.O. to promulgate his work. Schlag calls it a facsimile - that it is not genuine. He said: To think I have spent 25 years following so- mething [siehe Schlussbemerkung ueber Carl Kellner!] wholeheartedly, and find it end in something like this. That all of A.C.'s works were far superior be- fore he took up O.T.O... I told Schlag the full meaning of Estai... He promptly took 777 and put this as 10 in the Table of Correspondences." (Jane Wolfe an Germer, 11.2.55) Weitere Auszuege aus ihren Tagebuechern: "Feb. 13... I invoke the Yi re Schlag: and receive 12, Lingam of Yoni. The great gone, the little come. I have felt for days that I did not want to write to Schlag. I cannot accept "crossing the Abyss". Feb 16. The result of my meeting Schlag was stimulating. I flowed out to peo- ple: energy came to me, I was prepared to function in my field. Now everything seems blocked..." Im Verlaufe seines Besuches erhaelt Herr Schlag von Jane Wolfe ein handge- machtes Ankh. Er erinnert sich vor allem daran, dass Phyllis Seckler und die restlichen Hausbewohner "den ganzen Tag im Haus den Dolch geschwungen und das Pentagrammritual zelebriert haben." "Dear Jane, Schlag visited me in N.Y. some 4 years ago, said: I bring you greetings from Mr. Lekve - when this was untrue. I arranged with him a meeting in N.Y. in Dec. 1953, when he had the conversation microphoned secretly. [Dazu Schlag: damals gab es diese kleinen Mikros noch gar nicht.] Ray [Burlingame] writes his address was given to him from Mr. Karl Germer, Hampton - which is untrue... 5 years ago he showed his theeth! ... Yet all he wants to get are the secret rituals of the O.T.O.'s higher degrees. [Dazu Schlag: nein] ... From Zuerich, where he lives, I have the worst possible reports on his black- magical machinations, some of which have fallen back on him... He is a master at putting on the White A.A. cloak... Schlag sent a note to-day, wants to meet me. I will, with precaution. But on no account write to him" (Germer an Jane Wolfe, 14.2.55). Hier diese Reporte: 6. Maerz 1955: "He is, a thing usually kept very secret, (and come to my know- ledge only accidentally by a long way around) an extraordinarily gifted me- dium, but is at the same time magically positive. For his experiments - only the cream of psychiatrists were admitted - very strange results followed, en- ding in some cases with death, or incurable diseases. The greatest activity was around 10 years ago, most of the participants were middle age: most of those taking part with Schlag have died. The fate of every single one/was ex- traordinarily peculiar/that took part in those seances. Most of them were per- sonally known to me... Schlag is well respected and well known in psychiatric circles. He himself has made experiments on himself with all occult discipli- nes and research, and frequently came to hurt in his own health. Frequently his health is so down that he has to retire. etc... A friend of Schlag's, also a psychologist, has lately made every effort to enter our group. He does now know that we have "seen through" them... that these circles are absolutely ho- stile to the O.T.O. is evident. Jan. 4, '54 - same correspondent: ...he has contact with Clymer. Together with the Corona of the local psychiatric and psychological groups, whom I know well, he is said to belong to a Christian group of the Grand Lodge Alpina (Freemasonic)." Karl Germers Absichten "He just phoned (Sch.) leaving to-morrow: wants an introduction to Metzger our printer [dabei kennt Schlag Metzger schon seit ca. 1950]: to read Vol. III of Confessions (in German) and Liber Aleph. Thinks he could get a publisher for it in Europe, repeats once more: is eager to help, wants to know: how? I shall use this as a test: if he can get L. Aleph printed, o.k. I'll give him cre- dit... All I can say: Schlag may be a representative of 333. And bad. But he may also be a vital force for 93. He is dead hostile to O.T.O. [So auch wieder nicht, meint Herr Schlag]. He is dead against The Book of Thoth" [da er der prae-Crowley-Version des Tarot folgt]1290* (Germer an Jane Wolfe, 25.2.55). "Schlag did not impress Phyllis... -- except that Phyllis wondered if Schlag could not be helped to the right path... He told Ray he would like to find a Guru.1291* [So habe er das nicht gesagt]. Perhaps he is now looking for help from you or us? He knows some Sex Magick, of course" (Jane Wolfe an Germer 5. Maerz 1955). "Your letter just knocked me flat. It shows the way Schlag has dripped his poison into your blood. Schlag = 333 by simple Qabalah... The only MAN who was contacted was Ray: and he was soon suspicious and - so he says - when he asked too much about the IX° - simply told him "it is in the Book of the Law"... This is the blackest of all the black attacks on the very core of the Great Work itself... every Thelemite must now deeply cleanse him- and herself of this subtle position... ANY, even the slightest correspondence with Schlag, by anybody, direct, or indirect, must not take place. Should I hear of it, they must be shunned absolutely, and finally... You happen to be the one and only who on the West coast represented 666 himself, having known him personally: so he worked on you specially" (Germer an Jane Wolfe, 10. Maerz 1955). "Jane (Wolfe) went insane soon after being "chosen" by him [Schlag]."1292* "I can assure you that this did not happen at all and I know since I was there."1293*

Marcelo Ramos Motta

Im Januar 1962 steigt Schlag im Hotel Miramar in Rio de Janeiro auf dem Weg nach Bahia ab und telefoniert Motta. Sie treffen sich am 24., 26. und 27. und am 3.2., fachsimpeln ueber Okkultismus, wobei Motta immer glaubt, Schlag fuehre mehr im Schild, als Buecher zu kaufen und harmlos zu plaudern, und will ihn als OTO-Mitglied anwerben. Motta spricht von sich in der dritten Person Singular. "[Kempter] ran a suc- cessful international business credit bureau that doubled, of course, as an Israeli intelligence cell... Two weeks later he [Motta] received a phone call in English. It was from [...] Oskar Schlag, stated he had gotten Motta's name and address from Kempter. [Herr Schlag streitet im persoenlichen Gespraech am 22.2.88 ab, Kempter zu kennen] ...Schlag had not, of course, been sent by the Swiss O.T.O. at all... no one but the CA has ever thought that the CA is per- fect. He had requested that Motta meet him before dinner not in the hotel lounge or the hotel restaurant, but in his room, where he introduced himself affably and then requested permission to make a telephone call. This he did in German, and his first words were "Das Knabe ist hier", ...Schlag's mistake consisted in that he had obviously not been briefed that Motta had studied German... Motta was able to learn that some sort of meeting was being arranged which had something to do with him.... (Schlag, albeit Motta would have been totally unable to perceive this at the time, was a triple agent: he worked for the Israelis, the CA. and the Vatican: but primarily for the Israelis, as do all Jews who are in this line of business...)." Schlag erhaelt waehrend seines Besuches von Motta ein Telefon von Herrn Kindermann, um die Zeit fuer ein Ren- dez-vous zu verifizieren, da dieses Treffen von der Dauer des Motta-Besuchs abhaengt. Schlag aeussert: "Nein, der komische Knabe ist noch da." "Schlag's dinner with Motta elicited three results that were particularly im- portant for the agent: first, to his surprise and perhaps chagrin, he found that Motta liked the United States... Second, he found out that Mrs. Germer disliked Motta intensely, ... His technique in extracting this fact was purely routine: he commented to Motta, laughing as if it at a joke, that "the people in California" had said that Mr. Germer used Mrs. Germer as a sort of oracle: that when she "became inspired and spoke languages" in his presence he li- stened carefully and took her very seriously... He [Motta] commented, merely: "She doesn't like me at all", ... (Motta still remembers the sly smile in the agent's face when being told of Mrs. Germer's dislike)... Finally, he elicited the information that Motta had printed Liber Aleph... On his turn, Schlag un- wittingly made one very revealing admission to Motta: he confessed that he not only considered himself the reincarnation of the "Count of St. Germain", but also an avatar of the "Master Racoczy" of the Theosophists. This placed him among false initiates under the influence of the Qliphoth, and increased Motta's wariness sharply." Angesichts dieser Dokumente lacht Schlag und diktiert seine Version der Ereig- nisse: Als Motta Schlag gegenueber eroeffnet, er sei die Inkarnation St. Ger- mains und des Meisters Racoczy, entgegnet Schlag: "Was, Sie auch? Bis jetzt dachte ich immer, ich sei das gewesen?!," wobei Motta zwar aehnlich (im Gegen- satz zu obigem Zitat) in einem Brief an Germer am 28.1.62 berichtet, ihm aber die Ironie dieses Scherzes voellig entgangen scheint. Schlag schwoert stehen- den Fusses und mit erhobenen Schwurfingern, niemals "so etwas Dummes" ernst- haft von sich behauptet zu haben und fuegt auf englisch bei: "I pulled his legs."1294* Motta sieht sich nicht nur als Inkarnation von St. Germain (1710-1784), son- dern auch als Wiedergeburt von Edward Bulwer Lytton (1803-1873), "Swami" Vi- vekananda (1862-1902), Zhuang Zi und dem Grossen Tier 666.1295* "Das Grosse Tier 666," also Crowley, hat sich schon gerne als Inkarnation von Lao Tse, Ca- gliostro und Eliphas Levi ausgegeben. "Once during dinner Schlag excused himself, saying he must go to his room. Motta timed his return. He took fifteen minutes. (Schlag was setting up the details of what follows and changing the tape of his recording machine.) After dinner, Schlag insisted in escorting Motta down to the sidewalk and into a taxi. They took the elevator, the restaurant being on an upper floor of the hotel. There were three young people in the elevator, together. As Schlag con- versed with Motta one of the three, a beautiful dark-haired girl, handed Schlag a blood-red rose with a silent smile. Schlag professed great surprise and gratification. The three young people left the elevator on the next floor while Schlag discussed "messages of the Hidden Masters" with Motta... On the steps outside the hotel entrance, still talking of "messages" and "messengers", Schlag mentioned how random and unexpected they can be, and sud- denly bent and picked up a piece of paper that a man walking in front of them had let drop. The piece of paper was a purchase slip, and the amount was 365 cruzeiros. "You see?" Schlag said triumphantly. "The number of Abraxas!". Un- fortunately for him, the shot misfired. Motta simply thought, "it is my num- ber, and the message is for me"... Motta had promised to meet Schlag again to give the man his copy of Liber Aleph. A few days later he got a letter from Mr. Germer:"1296* "I warned you years ago against Schlag. He is a Jew, high grade old Mason, po- litical trouble maker, psychologist, seems to have plenty of money, travels all over the globe, is in touch with such things as CA., F.B and what not. He has probably the greatest occult library extant, has every scrap that A.C. every issued, has things thelemic that I do not have myself. The last time I ever saw him was in New York in a hotel: he boasted that he had the only hand- written copy of The Book of the Law in A.C.'s hand. When challenged, he brought it down to the car, and I spotted at once the origin - to his great chagrin. He is often in South America: what he is doing there, I don't know... he had contacted the so-called "Thelemites" in Los Angeles, Ray, Mildred, Jane, Phyllis, etc. They all fell for him. They considered him as an emissary of the White Lodge, as a Secret Chief, especially Jane, whom he saw alone, got from him a very great secret, and that she was chosen!! The only one who had her wits about her - and I say this to her Credit - was Phyllis. She retired for a moment into her room to listen to her Inner, and instantly kept him at bay during a long drive from L.A. to San Francisco." (Germer an Motta, 29.1.62) Bei dieser Kopie des Liber AL handelt es sich um ein handgefertigtes Exemplar von C.F. Russell, abgeschrieben auf 74 Kartonkarten in der Abtei Thelema in Cefalu.1297* Trotz klarer Expertise von Gerald Yorke vom 25.9.1963 bezeichnet Schlag diese Kopie bis kurz vor seinem Tode hartnaeckig noch als das "Originalmanuskript des Liber AL" oder, laut Motta, als "bible of hell."1298* Angeblich hat jedoch das "Caliphat" das Originalmanuskript, d.h. die Urversion des Crowley von einer ausserirdischen Intelligenz diktierten Liber AL, in ei- ner Kiste des Nachlasses von Germer gefunden.1299* Dies ist das einzige Origi- nal, das nicht im Warburg Institut London zu finden ist. Phyllis Seckler: "I can remember that he said he had original mss. of Paracel- sus and was instrumental, I believe in getting some of them published but he said there were one or two mss. which he would not have published. I do not believe that Karl Germer ever wanted Schlag to be head of O.T.O. He became im- mediatley suspicious of the man upon meeting him."1300* Am 3. Februar 1962 treffen Motta und Schlag sich wieder zwecks Uebergabe des von Motta und Germer herausgegebenen Liber Aleph (Brasilien 1962). "Schlag re- ceived him very politely, asked the price of the book, paid, and requested a dedication on the flyleaf. Motta immediately went on his guard: "It is not my book", he said, "and it is not a gift." "I don't mind", said Schlag warmly. "I wish to have a memento of you. Please write something." He proffered the book and a ready pen... Motta wrote "To Oskar Schlag, with sympathy and admiration, Marcelo Ramos Motta"1301* and gave book and pen back to the owner. Schlag took the book avidly, opened it quickly and read the dedication. His expression changed. He looked up at Motta and said, surprise and irritation in his voice: "You don't think much of me!" "I thought the dedication implied otherwise", said Motta politely: inside he was laughing. (What Schlag had been hoping for, of course, was something along the lines of "To 365 from 666" or some such enormity. This would be useful to him on the material plane in two ways: it would prove to him personally that he had managed to achieve psychological do- mination over Motta through his tricks: and could be shown to other Thelemites in the future as proof of how much Motta admired and respected "Abraxas" Schlag, therefore of how worthy Schlag was of respect and admiration. On the magickal plane, it would simply mean that Motta had gone totally insane and fallen irretrievably under control of the Qliphoth, which was precisely what the sinister forces of which Schlag was the tool were hoping for.) This was not the last time Motta saw Schlag physically. Some days later the agent requested that Motta take him to see the Sugar Loaf and there asked to take a picture of Motta "to remember him by". Motta consented. "Please hold your index finger up so I can focus the camera", Schlag pleaded. Motta duti- fully held his finger up and was photographed in this attitude. He saw Schlag again smile as he took the picture, and realized he had fallen into a trap once more. But what about this time? (He realized what about much later, re- membering the doctored photographs of Crowley and other serious initiates that circulate in sham "occult" orders. His finger pointing up is a classic posture of "Jesus" and other Christian "saints" pointing to "Heaven" in Roman Catholic paintings." Herr Schlag hat zwei Aufnahmen von Motta gemacht: auf keiner ist Mottas Finger zu sehen. Wegen diesen Fotos hat sich Motta nur noch ein einzi- ges Mal in seinem Leben, dieses Mal mit Bart, ablichten lassen.1302* "In possession of what he thought was his "consolation prize" (and possibly his revenge), Schlag stopped inflicting his company on Motta at last. Two weeks later Motta received a telegram from Switzerland... It said that Motta could rest assured that Schlag would not attempt to interfer with his True Will "That's fine", thought Motta, "but who's to define my True Will? He, or I?"" (Mottas Oriflamme VI,3 Dezember '83, 489-498) Hier, was sich in den Briefen Mottas an Germer unterscheidet oder sich noch zusaetzlich bei Motta finden laesst. 25.1.62: "He spent most of the time trying to make me smoke some cigarettes of his, and when I finally did it seems to me that he felt some secret triumph - It is my personal opinion that he feels a very strong attraction for Thelema, although it may present itself under the form of hatred for it. - He is, in a certain sense, a sick man, hug- ging his own ego. - He told me that he felt "compelled" to get in touch with me, and he asked, "so, Mr. Motta, what are we going to do now?" Self (staring): "We??? Mr. Schlag, why should WE do anything at all?" Schlag: Isn't there anything you want me to do? Self. Yes. I want you to do your will. - He is rather pathetic. He is connected with some priestly psychological seminar in some German city -- ...and told me of some experiments one of the priests there made with split personality. The experiments were interesting in the sense that the priest produced changes of personality in himself by phyciolo- gical stimuli -- such as pressure on different regions of his abdomen with special belts." [Hier offenbart sich Mottas Verwirrung: Schlag hat von seiner Vorlesung am Institut fuer angewandte Psychologie in Zuerich ueber Staudenmai- ers Buch "Magie als experimentelle Naturwissenschaft"1303* erzaehlt]. "I would say he is a "black brother" -- but if that is what a "black brother" is, I am rather surprised. I expected something stronger... the man has no or- ganized consciousness..." [Motta erklaert weiter, Schlag nie um Mitgliedschaft im OTO angeworben zu ha- ben. Etwas, was Herr Schlag aber behauptet]. "On the whole, I liked this Schlag person." 28.1.62 an Germer: "He told me that he followed the old attributions of the Tarot, according to which 22 was his number, because he is the Fool." Es folgt, abgesehen von einem mehrseitigen kabbalistischen Geplaenkel, nochmals die St.Germain-Anekdote. Nachher notiert sich Schlag die Adresse von Mottas Freundin, die dieser, leicht alkoholisiert und vom Gespraech angeregt, preis- gibt: was er spaeter bereut. Schlag moechte einen allgemeinen Ratschlag, quasi ein Orakel, worauf ihm Motta raet, sich voellig Thelema hinzugeben. Auf die erstaunte und ablehnende Reaktion, meint Motta: "Because it is the ONE thing you are not willing to give..." Bei sich zuhause orakelt Motta ueber Schlag und schlaegt zufaellig im "Buch des Gesetzes" den Spruch II,21 auf. Am naech- sten Tag will man sich wieder treffen. Schlag moechte die AA-Aufnahmeformulare Mottas sehen und ruft deswegen extra nochmals an. Motta bringt sie jedoch nicht. Schlag: "I had just talked to you on the phone when I heard a voice ask me, "Do you really think you need that?"" Motta berichtet weiter: "he said he belonged to "a Eastern fraternity"...1304* but that it worked with the remainings of a rapidly exhausting energy in the aura of the world... he told me that he had gone through all the exercices in the Equinox, but had contacted nothing... I asked, "Did you ever officially become a Probationer of the AA?" He said no. I said, "That explains it to me. You cannot contact the AA unless you go through the regular channel..." Schlag: "I have always considered myself a sort of Brother in abeyance." ...he is so obviously a Black Brother that it almost hurts." Herr Schlag kommentiert die ihm vorgelegten Dokumente: Mottas Berichte sind detailgetreu, seine Interpretationen jedoch unverstaendlich und unrichtig. "Schlag was concrete proof that mysterious people were after" Motta und Ger- mer.1305* "High grade old-aeon mason: international intriguer: constantly slanders The- lemites: Jewish:1306* possibly financed by Zionist interest. Hates Aleister Crowley and Thelema: probable CA. and other unsavory contacts. Was active in Brasil during the so-called "Revolution" of 1964 e.v."1307* Motta meint wahr- scheinlich einen Rechtsputsch der Generaele am 31.3/1.4.1964, bei dem er all sein Geld verloren hat. Um diese Zeit verfasst er ca. 20 Drehbuecher zu Fern- sehstuecken und arbeitet nebenbei als Englischlehrer.1308* "The Junta used astrological and magical symbolism... Agents like Oskar Schlag were extremely useful to them in this."1309* Schlag ist jedoch aus persoenlichen Gruenden in Suedamerika gewesen, hat nie viel von Astrologie gehalten und sich immer vehe- ment gegen politische Rechtslastigkeit geaeussert. Beweise fuer Schlags "unsavory contacts" scheint Motta gefunden zu haben, als er einen Schulfreund, einen angeblichen "Captain in the Brasilian army" fragt: The captain told him [Motta] that Motta had been under surveillance ever since his return from the United States: that the CA. had furnished the Brasilian Army's Secret Service with a file on Motta that stated that Motta was a homo- sexual, a drug dealer, a child molester, a Satanist and a Communist agent. Motta asked, "Was this "information" furnished by a man called Oskar Schlag?" "Oh, you know Schlag?" the captain replied in surprise. "No, we had it through channels. Schlag does odd jobs for the CA. sometimes, but he is not CA. He works for the psychological warfare section of the Shin Beth. We don't trust them very much."" Motta asked, "What's "Shin Beth"?" His friend (or, alas! ex- friend) explained that Shin Beth were the initials of the Hebrew name of the Israeli Intelligence Service."1310*

Choronzon alive?

Motta an Metzger, 29.3.1963: "Schlag's influence... has been inflating your ego... Schlag is an "Evil Adept" -- which means simply that he is a man who, when doing the 5=6 work, united himself to his Evil Persona, instead of his Holy Guardian Angel, and is now a slave to Choronzon -- Dispersion -- in the person of an Abramelin demon... has the help, furthermore, of the Four Prin- ces, which, at the passing of the old Aeon, assumed leadership, and imperso- nate the spiritual founders of, the four main religions of the Aeon past: Osi- rian Christianity, Brahmanism, Buddhism and Islamism... The Black Brethren, the Demonic Legions and Choronzon attack and can attack only through the ego... It is no coincidence that Schlag is living in Switzerland. I understand you mail your material to him. Another example of your blindness! Can't you see that this means that you voluntarily link yourselves to him! ... He has done as much harm to THELEMA as he can here in Brazil... I understand your father was head of the Swiss secret police, and that you were thus able to gather a very exact file on Schlag's activities... He wants to destroy Thelema, for he thinks himself the re-incarnation of St. Germain -- the "Master R." of the Theosophists... Indeed, it was his Evil Persona which appeared, in its astral body, to Franker [Traenker, der so genannt in Clymers Buechern auftaucht?] and to Arnold Krumm-Heller, and passed itself for their Guardian Angels... Do not think, however, that Schlag, in himself, is important. He is only the dupe and puppet of his Evil Angel -- an Abramelin demon." Motta wird zeit seines Lebens Schlag als seinen aergsten Feind sehen und in jeder Publikation wirre Anschuldigungen hervorstossen. Psychologisch gesehen treibt Motta diese Besessenheit auf die Spitze, als er einen Brief vom 14.3.1983 an den Buchhaendler David W. Rose mit "O.Schlag" unterschreibt. Als Gregory von Seewald (dem dieses Dokument zu verdanken ist) im selben Monat Motta um diesen Sachverhalt anfragt, erhaelt er am 28.4.83 ein Schreiben von Martin P. Starr, das weitere Unwahrheiten, Schlag betreffend, enthaelt. Nach dem Tode Mottas (zwischen dem 26. und 28. August 1987) uebernehmen seine Schueler diese Tradition und wittern ueberall "puppets" von Schlag. So sieht zum Beispiel der testamentarisch von Motta eingesetzte Erbe William R. Barden seinen Konkurrenten Daniel Ben Stone als "an Oskar Schlag plant" (Rundschreiben vom 28.2.1988). Germers Freundin Tamara Bourkoun, die sich, laut Schlag, auch als hoechsteingeweihtes OTO und hoechstes A.A.-Mitglied bezeichne,1311* nach dem Tod Germers an Schlag: "Mr H.[?] was possibly disappointed to learn that I [T.B.] did not care for Mr Germers outfit in Boston by the way they seem to have one in Zuerich also. Do you know them? Needless to say we do not want to associate with any of these post-mortem Crowley-Outfits."1312* Tamara Bourkoun ist gnostisch taetig. Frau Reverend Bourkoun wird Unterdiako- nisse am 18. Februar 1973 durch Roger Caro, Patriarch der von ihm am 12. Ok- tober 1972 gegruendeten "Eglise de la Nouvelle Alliance," Diakonisse durch H.L. Jacques Lacroix am 7. Juni 1975 und Priesterin durch Jean-Paul Char- let/"Jethro" am 8. Juni 1977.1313* "Mr. Germer wrote me that he had Schlag's dossier from Swiss intelligence, sent him from Switzerland by Metzger, whose father was Chief of Swiss Intelli- gence (according to Mr. Germer, you understand: all this is hear-say to me)... The man travels extensively in South America, Europa and North America: his contacts are mostly Jewish, but sometimes German. He is in touch with the great majority of Jews working in publishing houses and he constantly feeds them false information about Crowley, about me, and about anybody whom he has any reason to believe might be a legitimate Thelemite. He tells them outright lies about us. We are neo-Nazis, we are drug-peddlers, we are satanists dedi- cated to abominable rites... I have met his contacts in Brasil and Samuel Wei- ser (Donald Weiser has stated, according to Wasserman writing to me, that Schlag is a personal friend of his)... I know that [Gerald] Yorke has disclai- med any knowledge of Schlag." (Motta an M.P. Starr, 29.1.81). "All that I can remember about Schlag is a letter from Germer to warn me against him and accu- sing him I think of being an F.B informer. I never met him and know nothing about his followers." Yorke an Starr, 10 Maerz 1981. Yorke unterschlaegt den kurzen Briefwechsel und Besuch Schlags im Fruehjahr 1963. --- Schlag haelt freundschaftlichen Verkehr mit Metzger1314* und schickt regel- maessig Geld nach Stein, so zum Beispiel auch fuer die Herstellung der Glocke, die seit 1965 sonntaeglich zur Gnostischen Messe laeutet {9}. Metzger zieht Schlag ins Vertrauen, was von Frl. Aeschbach nicht gern gesehen wird. Im Ok- tober 1967 findet in Stein das erste, von Urs Tremp (dem Herausgeber der "Essentia") mitorganisierte Alchemistische Symposium statt. Anwesend: Audehm, Walter Englert mit Ute, Gabriel Montenegro (sich als Gast bei Schlag zuhause positiv ueber Metzger aeussernd), Frater "Albertus" und Schlag mit acht Be- gleitern. Schlag selber reist gerne zu allen Okkultisten und "historischen" Staetten - so zum Beispiel ans Grab Carl Kellners, zur Ruine der Burg Kraempelstein oder lebt ein Jahr lang in einem tibetanischen Kloster. Mit M. Erler der ORA beste- hen eine Zeitlang intensive Kontakte zwecks Ritualherstellungen. Im Nachhinein findet jeder den anderen aus diesen oder jenen Gruenden ungeignet. Als er Salvatore Dalis Bild "L'enigme du desir"1315* verkauft, antwortet Schlag auf eine entsprechende Frage: "Ich lebe von der Wand in den Mund." Waehrend Gerald Yorke, den Schlag gut kennt, die weltweit groesste Crowley- Sammlung besitzt (heute Warburg Institut), hat sich Schlag nie nur auf Thelema als Sammelgebiet beschraenkt. Sein mehrstoeckiges Haus, das nun nach seinem Tod in eine Stiftung uebergeht (100'000 sFr/Jahr), ist vollgestopft mit Mate- rialien der Esoterik. Seien es seltene Statuen, komplette Ausgaben ge- suchtester Magazine, Originalmanuskripte von Paracelsus, Eliphas Levi, Korre- spondenz von Joris-Karl Huysmans oder alte Oriflamme-Ausgaben, der Direktor der Zentralbibliothek Zuerich nennt Schlags Bibliothek ein "Denkmal."1316* Danksagungen an ihn finden sich in den Werken von Ellic Howe (1910-1991) (Schlag ist der Graphologe, der bewiesen hat, dass Frl. Anna Sprengels Briefe, die zur Gruendung des Golden Dawn gefuehrt haben, Faelschungen sind. Schlag hat sich Helmut Moeller gegenueber jedoch geweigert, ein graphologisches Gut- achten von Reuss' Handschrift1317* zu erstellen),1318* bei Frick, Hemberger, Szeemann, Leuenberger... Die Zentralbibliothek Zuerich stellt 1986 die groes- sten Schaetze seiner Sammlung aus. Ein Foto von Schlag ist in Doris Quarella: "Von Angesicht zu Angesicht," Schaffhausen 1988, und in: AHA 2/91, 5. Audehm: "Metzger hat mir gegenueber viel von ihm erzaehlt (anekdotenhaft) Soll den Abyssus ueberquert haben - als einziger, den er kenne: solle das "Geheime Oberhaupt des OTO" sein: solle aber vielen Bruedern feindlich gegenueberste- hen: man muesse bei ihm vorsichtig sein. Dann wieder schmaehte er ihn... und nannte ihn einen Zerstoerer u.d.m. Hatte den Eindruck, dass Metzgers Verhaelt- nis zu Schlag eine Art von "Hassliebe" ist."1319* Horst E. Miers: "Heute ist die Zentrale des OTO in der Schweiz unter der Lei- tung von Oskar Schlag, H.J. Metzger und A. Borgert."1320* Schlag erreicht mit Hilfe des Anwaltes Dr. Delp,1321* dass der Eintrag in wei- teren Auflagen herausgenommen und die erste Auflage mit einem berichtigendem Beiblatt versehen wird: "zu streichen: Oskar Schlag. (Oskar Schlag ist weder Mitglied noch Leiter des OTO)."1322* Anfang Juli 1989 ist Schlag nochmals in Stein, um Metzger zu besuchen. Dieser habe jedoch einen Schlaganfall erlitten und ihn nicht mehr wiedererkannt, "Kennen Sie Oscar Schlag?," habe ihn Metzger gefragt. Metzger stirbt am 14. Juli 1990, Schlag am 29. November. Er hinterlaesst 3 Testamente.1323*

Unterdrueckte Homosexualitaet und Paranoia?

Schlag vertritt die Behauptung von Leopold Szondi, dass alle Homosexualitaet (ob unterdrueckt oder nicht) frueher oder spaeter zu Formen von Paranoia fuehre.1324* Im Falle Mottas mag diese Hypothese zutreffen, wie folgende Auszuege aus einem 8-seitigen Brief Mottas an Karl Germer vom 2. Juli 1954 zeigen, die im Zusam- menhang mit seinen oben zitierten Aeusserungen gesehen werden sollten: "I used to excite a male dog I had, and the only reason I never had actual relations with female animals was that I was afraid of creating an "astral race" of mon- sters... In high school I had homosexual relations with a negro boy... I had developed a complex of inferiority because of the size of my penis... my se- xual impulses towards men are born of that complex of inferiority of mine: the idea of their big penis attracts me... If I only had a bigger penis... I am always afraid of having an erection: to make advances to a girl I have just met is difficult. To go to the Men's Room is a torture. I go around watching men's penis almost involuntarily." Und er endet mit dem Hinweis, dass er ein magisches Mittel suche, um seinen Penis zu vergroessern. Schlag meint, es gaebe eine beachtliche Anzahl von Homosexuellen unter den Protagonisten der Geheimbuende, so wie die Freimaurerei eine aehnliche Anlauf- stelle sei. Schlag produziert die Behauptung, dass vielen Freimaurern der Freudsche Versprecher "Fraumeirer" unterlaufe. Ein Buch, das er beinah auswendig zitieren kann: Hans Bluehes "Die Rolle der Erotik in der maennlichen Gesellschaft." (Jena 1921) Bluehe wird auch von E.T. Kurtzahn {15} zitiert, der in Bluehe die "Gnosis der Tempelherren" er- kennt.1325* Eines der letzten Buecher, das ihn vor seinem Tod beschaeftigt, ist William S. Burroughs' "Homo."1326* In der Gedenkrede anlaesslich Schlags Abdankung im Krematorium Nord- heim/Zuerich am 4.12.1990 umschreibt Pierre E. Calame Schlags Zurueckhaltung: "Er verzichtete auf professionellen Ruhm und auf familiaere Geborgenheit, um dem edleren Ziel der geistigen Befreiung des Menschen zu dienen."1327*

Die Inkarnation Carl Kellners

Ist es Schlag, auf den sich die QUICK bezieht? "Ein alter persoenlicher Bekannter Crowleys, Graphologe in Zuerich, spricht heute noch voller Verehrung von "Old Crow"."1328* Schlag hat tatsaechlich am Anfang der Recherchen zu vorliegender Studie mehrmals behauptet, Crowley persoenlich gekannt zu ha- ben.1329* Bald gibt er zu, dass er diesen nie "in flesh" getroffen habe. Al- lein astral sei ihm Crowley zweimal erschienen, kurz vor dessen Tode und sichtlich ermuedet. Crowley habe ihm eine bestimmte Aufgabe uebertragen, ueber die sich Schlag aber nicht weiter aeussert. "Crowley had once looked at him in a strange way and said, "I have something different in mind for you"."1330* Schlag hat immer Erstaunen gezeigt, wieso der OTO zu erneuter Bluete gekommen ist. Fuer ihn hat der OTO mit dem Auftauchen Crowleys 1912 an Bedeutung verlo- ren, Crowley habe mit der Uebernahme des OTO an Kreativitaet eingebuesst. Stolz hat Schlag seine Memphis-Misraim-Charta gezeigt, fuer die er extra nach Frankreich zu Robert Ambelain gereist ist. Beinah unauffaellig steht neben seinem Pult eine kleine Statue mit der Pla- kette: "O.R. Schlag, Kanzler I.O." Sein esoterisches Motto lautet: "Anupadaka," der Elternlose, Ewige: sein magisches Siegel zeigt einen Mann im Ei, von oben fallen Traenen, von unten lodert Feuer, darueber schwebt die Taube. Obwohl Schlag stark darauf geachtet hat, seinen guten Ruf zu wahren, ist er nicht gegen Hemberger vorgegangen, den er persoenlich gekannt hat. Hemberger beschreibt ihn als "ein recht gutes Medium fuer nekromantische und magische Operationen."1331* Audehm erinnert sich an ein Gespraech zwischen Hemberger und Schlag, wo letzterer gemeint habe, Hemberger mache Feuer durch Explosion, waehrend er selber, also Schlag, Feuer durch Reibung entfache.1332* Seine Haushaelterin A. Bergmaier, langjaehriges Mitglied der Hermetischen Ge- sellschaft (HG) und Verwandte von Martin Bergmaier aus {4}, teilt nach seinem Tode mit, Schlag habe sich als Inkarnation Carl Kellners gesehen.

DIE BROETCHEN VOM NACHBARTISCH

Ein Brief zu O.R. Schlag von W.G. Faehrte1333* Die Hermetische Gesellschaft1334* "Herr Alemann ist sicherlich ein Mitbegruender neben Herrn S. und Rudolf Bernoulli (der mit Eranos mitgetan hat). Herr Alemann hat den Vornamen Fritz und ist (war?) ein aus Aegypten zurueckkommender Schweizer, der neurotisch war bis er in der Hermet.G. Ruhe gefunden hat. C.G. Jung war angeblich eines der frueheren Mitglieder und war bei den "Durchgaben" (des "Tibeter")1335* immer anwesend, bis er wegen "Stoerung" der Gruppe ausgeschlossen wurde. Jungs eigener Schutzgeist (Philemon) haette ihn zu diesen Stoerungen getrieben, d.h. vor Schlag gewarnt. Zur Herm.Ges. kann ich ausser obigem nicht viel sagen, da ich trotz langer Be- kanntschaft mit Herrn S. (ca. 20 Jahre) kaum darueber redete. Erstens war al- les so geheim und zweitens hoerte ich von Herrn S. selbst im Laufe der Jahre immer wieder Widerspruechliches. Da Herr S. hauptsaechlich nur an Klatsch in- teressiert war,1336* nahm ich die H.G., wo man sehr hohe Mitgliederbeitraege zahlen muss (mind. 1500 sFr./Jahr) auch nie ganz ernst. Bevor man ueberhaupt Zutritt bekaeme, muesste eine lange Wartezeit in Kauf genommen werden und An- suchen muessten gestellt werden usw. Auch seinem Verein "Freunde der Biblio- theca Schlageriana" bin ich nicht beigetreten. Mediumistische Karriere Zur Lebensgeschichte von Herrn S., soweit er mir davon erzaehlt hat (Uebrigens erzaehle ich hier ja nichts, was mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit ge- sagt worden waere. Ich hatte eher den gegenteiligen Eindruck. Er wollte, dass seine Geschichte[n] in breiten Kreisen bekannt werde[n]): Begonnen hat Herrn S. Karriere als Medium schon als Jugendlicher, indem er Ap- porte (nicht mit weichem b) zustande brachte. So sollen z.B. in Gasthaeusern die Broetchen von den Nachbartischen auf seinen Tisch geflogen sein. Sein Va- ter war sehr arm, hatte eine ganze Familie zu ernaehren. Oskar hatte z.B. noch eine Schwester. Spukphaenomene stellten sich auch schon sehr frueh ein. Oskar musste mitverdienen, so dass seine medialen Faehigkeiten einen Ausweg boten. Er ar- beitete mit Schrenck-Notzing und Fanny Moser zusammen. Prof. Bernoulli hat alle Akten zu den Seancen in der ETH-Zuerich aufbewahrt, wo sie aber waehrend der "Kriegswirren" - Angst vor deutscher Invasion - verloren gegangen sind. Sah sich selbst als eines der bedeutendsten Materialisationsmedien der Gegen- wart. F. Moser hat diese Meinung geteilt, sh. ihr Buch mit dem Kapitel ueber Herrn O.S. ("Am Wendepunkt"). Herr S. kannte nach eigenen Angaben Himmler, den er als sehr sentimental be- zeichnete, da er weinenden Frauen nie haette widerstehen koennen, und der beim Zoll beschaeftigt gewesen sei, dann die Brueder Strasser, die eine Apotheke in Landshut gehabt haetten und natuerlich Hitler. Da er (Herr S.) als guter Redner bekannt war und "bekannter Okkultist" wollten die NS-Fuehrer ihn als Organisator gewinnen und anstelle von Baldur von Schirach zum Leiter der HJ machen. Herr S. lehnte aber ab. Er ging darauf in die Schweiz - auch wegen der medialen Moeglichkeiten - aber die GESTAPO wollte ihn immer schnappen und haette sogar Frauen auf ihn ange- setzt, die ihn ins Ausland haetten locken sollen, wo man ihn dann festgenommen haette. Die Gestapo haette ihn auch weiterhin ueberwacht und aus Rache ihm die deutsche Staatsbuergerschaft aberkannt. Dann sei er staatenlos gewesen, was ihm viele Schwierigkeiten bereitete v.a. bei seinem Aufenthalt in der CH. Um 10'000 Golddollar haette er dann die Staatsbuergerschaft Haitis erstanden. Dann aber sei Haiti in die Koalition gegen Deutschland eingetreten und er sei zum Kriegsdienst berufen worden. September 1943 sollte er in Port-au-Prince sein. Ueber die USA konnte er nicht einreisen, da er dort als Deutscher galt und ueber Brasilien ebenfalls nicht, da diese von ihm einen Ariernachweis for- derten, den er zwar hatte aber nicht vorweisen wollte. Damit verlor er auch die haitianische Staatsbuergerschaft wegen "Fahnenflucht." Nach dem Kriege - die CH wollte ihn nicht laenger beherbergigen - wanderte er dann in die USA aus, wo er zuerst in New York und dann in Kalifornien lebte. Wegen McCarthy und der "drohenden Faschismusgefahr" in den USA kehrte er wieder in die CH zu- rueck. 1953 wurde er wieder Deutscher, da ihn der damalige bayerische Mini- sterpraesident darum bat. (Er kannte ihn vom Aufenthalt in der CH, wo auch dieser Ministerpraesident hingefluechtet war). Zum allgemeinen Gaudium musste Herr S. dabei eine Deutschpruefung machen. Nach Deutschland konnte er aller- dings nicht zurueckkehren, da sein Orden seine Anwesenheit in Zuerich erfor- derte. Er haette sich allerdings in Zuerich nie wohlgefuehlt, hauptsaechlich deswegen, weil die Schweizer waehrend des II.WK sich so schlecht gegenueber Juden benommen haetten. Litt sehr unter Lebensaengsten und Depressionen. Die Staatenlosigkeit hat ihn sicherlich gepraegt. Mit der Hermetic Society (Kingsford & Maitland) haette seine Gruppe nur einen indirekten Zusammenhang, denn wie die G.D. sei auch diese Gruppe von den "dunklen Kraeften" unterwandert worden. Ansonsten schaetze er aber die Grundhaltung der Herm. Soc. Die Her. Ges. hingegen sei die einzige wahrscheinlich, die noch den Bestimmungen der S im anderen Bereich gehorchten. Jedenfalls wuerde sie (im jenseitigen Bereich) von "echten Mei- stern mit wahren Sukzessionen" gefuehrt. Sein Interesse an Crowley liege darin, dass er die Wege eines "schwarzen" Mei- sters studieren muesse, um seine Gruppe rein zuhalten. Stritt immer ab, etwas mit dem O.T.O. zu tun gehabt zu haben." Dr. W.G. Faehrte, 1991

15. DIE WANDERNDEN BISCHOEFE

Daten ohne Referenzangaben aus: Alan Bain: "Bishops Irregular," Bristol, 1985 G Ward, Bertil Persson, Alan Bain: "Independent Bishops," Michigan 1990 Gordon J. Melton: "Encyclopedia of American Religions," Detroit 1987 Henry R.T. Brandreth: "Episcopi Vagantes," London 1947 P. Anson: "Bishops at Large," London 1964 R.S. Clymer: The Book of Rosicruciae," I Quakertown 1946. II 1947, III 1949. (Im Gegensatz zu Clymers "Rosicrucian Fraternity in America" Serge Caillet: "Franc-Maconnerie," Paris 1986 Gerard Galtier: "Maconnerie Egyptienne," 1989 Rene Le Forestier: "L'Occultisme en France... L'Eglise Gnostique," Milano 1990 Robert Amadous Vorwort in Jean Kostka: "Lucifer Demasque," Genf 1983 (1895) Ivan de la Thibauderie: Eglises et Eveques Catholiques non Romains, Paris Jan Steperov (Prevost): La Succession Apostolique, Paris 1992 Edmund Platzinski: "Mit Krummschwert und Mitra," Augustin-Buisdorf 1970 F.-W. Haack: "Gottes 5. Kolonne," Augsburg 1977 Haack: "Freibischoefliche Kirchen," Muenchen 1980 Haack: Religion und Dekoration," Muenchen 1990 Karl Frick: "Licht und Finsternis II," Graz 1978 Ellic Howe/Helmut Moeller: "Merlin Peregrinus," Wuerzburg 1986 Sukzessionstabellen in: AHA 11/91, 6ff.

Significant Sequences

Gnostische Kirche 1890 von Jules Doinel ohne apostolische Sukzession gegruendet 1892 Doinel konsekriert "Papus" 1894 Doinel uebergibt sein Amt an des Essarts 1899 Fugairon publiziert einen Gnostischen Katechismus 1902 Bricaud wird Mitglied 1904 Peithmann publiziert den "Gnostischen Katechismus" 1906 Die "Eglise Gnostique" wird umbenannt 1907 Bricaud wird Haupt der Kirche und schreibt einen Gnostischen Katechismus 1908 Schisma 1911 Die Kirche wird dem Martinismus zugeordnet 1912 Reuss wird Gnostischer Legat 1913 Bricaud erhaelt eine apostolische Sukzession 1917 Reuss uebersetzt Crowleys Gnostische Messe 1919 Reuss wird Gnostischer Legat fuer die Schweiz, Bricaud wird OTO-Delegier- ter 1920 Bricaud will Crowleys Messe als Religion fuer Freimaurer einfuehren 1921 Bricauds Briefkopf erinnert an Reuss' "Neo-Christen OTO" 1924 Kurtzahn nennt sich Eklesiarch 1925 Kurtzahn schreibt ueber die Gnostiker und die Unsichtbare Kirche 1930 Krumm-Heller trifft Leadbeater 1934 Chevillon wird Oberhaupt der Kirche 1936 Chevillon erhaelt eine apostolische Sukzession 1938 Chevillon konsekriert Clymer 1939 Chevillon konsekriert Krumm-Heller 1944 Crowley ernennt Crow zum Oberhaupt der Kirche 1972 Crow konsekriert Poling Martinismus 1891 durch "Papus" neu-gegruendet 1901 Reuss wird "Inspecteur Special" 1916 Detre wird Fuehrer des Martinismus 1918 Bricaud wird Fuehrer des Martinismus OTO 1912 Crowley wird OTO-Fuehrer von England und Irland und publiziert seine Sta- tuten 1914 Crowleys Statuten von Reuss publiziert 1915 Crowley bezeichnet Reuss als Most Referend Father 1917 Reuss nennt sich selbst Fuehrer der Gnostischen Neo-Christen OTO und pu- bliziert weltweite neue OTO-Statuten 1918 angeblicher Split des franzoesischen OTO (Jean-Maine) 1919 Bricaud wird OTO-Delegierter 1919 Crowley, in Geldnoeten, publiziert erneut seine alten, Reuss untergeordneten Statuten 1920 Freimaurerei bricht mit dem OTO 1920 Kurtzahn nimmt an OTO-Kapiteln teil1921 Crowley ruft sich zum OHO auf 1922 Crowley trifft Reuss angeblich in Italien 1933 Peithmann in die USA emigriert 1948 Crow nennt sich Oberhaupt des OTO Memphis-Misraim 1908 Reuss gibt MM-Titel an "Papus", Bricaud und Detre 1912 Crowley erhaelt MM-Titel 1916 Detre wird Oberhaupt von MM und Martinismus 1918 Bricaud wird Oberhaupt von MM und Martinismus

Credos der Gnostischen Kirchen im Zusammenhang mit dem OTO

Credo der Eglise Gnostique Universelle 1908 in Lyon Anlaesslich der Predigt von S.G.+Johannes Bricaud (Jean II) zu seiner Ernen- nung zum Patriarch der Gnostisch Universellen Kirche 1908 in Lyon. "1. - Wir glauben an das goettliche Urbild [Proarche] und den ewigen Vorvater [Propator], an das unendliche und allmaechtige Sein, hervorgegangen aus den himmlischen Maechten ins perfekte Dasein, Gott in einem und in drei. 2. - An den ersten Aspekt der Dreifaltigkeit, den [tridyname] Vater, der alle sichtbaren und unsichtbaren Wesen hervorbringt. 3. - An den zweiten Aspekt der Dreifaltigkeit, den Sohn, den goettlichen Lo- gos, der sich in Christos offenbart hat, dem geistigen und koerperlichen Licht, wahrer Gott wie sein Vater und ihm substantiell gleich. 4. - Der sich auf der Erde in der Person Jesus offenbart hat, dem ueberirdi- schen Geist, der zu uns herabgekommen ist, um sich mit einer Seele und ei- nem Koerper zu vereinen, der unserem gleicht: im Schoss der Miriam. 5. - Der sich in Jesus seit dem Moment manifestiert hat, als er geweiht worden ist und gelitten hat. 6. - Der zu uns durch seinen Mund gesprochen und uns die Gnosis und das wahre heilige Leben gelehrt hat, auf dass wir uns von der Sklaverei des Demiurgen und seiner irdischen Archonten befreien, und uns so die Rueckkher in die pneumatische Welt unserer Herkunft ermoeglicht, wo auch Er nach seinem Tode wieder zurueckgekehrt ist. 7. - Wir glauben an den dritten Aspekt der Dreifaltikeit, die Liebe, die dem Vater wie dem Sohn folgt und sich im Pneuma-Agion offenbart, dem Heiligen Geist. 8. - Die uns Lebensfreude gibt und uns auf den Weg der Wahrheit und Heiligkeit fuehrt, die alle Wesen vereint und die im Vater wie im Sohn verehrt wird. 9. - Wir glauben an ein pneumatisches Universum, unermessliche Kirche des Gei- stes, so alt wie Gott selber und aelter als das materielle [hylische] Uni- versum, von dem aber eine Kolonie sich in der Perisphaere unseres Globus befindet, von der wir Menschen als Geister herabsteigen. 10. - Wir bekennen uns zu den zwei Taufen und den drei anderen Mysterien der Reinigung und der Verwandlung des Menschen. 11. - Wir erwarten die Einsetzung des Himmlischen Reiches auf Erden und den urspruenglichen Zustand des Menschen. 12. - Und letztendlich die Wiederauferstehung der Toten mit Jesus, dem Haupt der irdischen Kirche: die Himmelfahrt und Einsetzung dieser Vereinigung im Himmel: die Aufloesung der abgesplitterten Geister, und gleichzeitig die Aufloesung des materiellen [hylischen] Universums, dem Werk des Demiurgen. Amen." Lyon 1908, uebers. Koenig 1991 Credo der Eglise Gnostique de France 1913 in Paris Marie Chauvel de Chauvigny Esclarmonde (Sophia), aus: Bref Expose de la Doctrine Gnostique, Paris 1913 "1. Ich glaube, dass alles einem Universellen unaussprechbaren, grenzenlosen und formlosen Prinzip folgt. Es ist Eins in seiner Wesenheit und Dreifach in seiner Erscheinung: Vater, Sohn, Geist. 2. Ich glaube, dass dieses Prinzip der Hoechste Vorvater ist, und dass das Denken unteilbar mit Ihm verbunden ist, und dass es die Hierarchie der Hei- ligen Aeonen, die Seine Attribute sind, hervorgebracht hat, durch die Er sich manifestiert und die von Ihm ausgehend mit Ihm eins sind. 3. Ich glaube, dass der Demiurg das Prinzip der Teilung und des Egoismus ist, dass er alle Bedingtheit erzeugt und dass er Erzeuger aller Formen und Exi- stenzen ist: das hoechste Prinzip, das im Demiurg ist und mit dem er sich an den Universellen Geist bindet, kommt direkt vom Vorvater. [4. fehlt] 5. Ich glaube, dass das Aeon Christos (eins mit dem Heiligen Geist) sich uns durch die "Erretter" zeigt, und dass der Erretter unseres irdischen Zeit- alters Jesus ist, vom dem die Ewigen Evangelien sich inspiriert haben. 6. Ich glaube an die Mission dieser "Erretter", uns auf die Ankunft des Hel- fers [Paraklet], der der Heilige Geist ist, vorzubereiten, und der sich uns durch die Jungfrau des Lichtes zeigt. 7. Ich glaube, dass sich alles Sein letztendlich im Schoss des Pleroma ver- eint, wo Harmonie, Gerechtigkeit und die Gnade in allen Aeonen herrschen. Aom!" T. Esclarmonde S, Paris, 26. Februar 1913. Uebers. Koenig 1991 Theodor Reuss: Unser Fundamentalsatz, 1913 "Gott und die Welt (sichtbare und unsichtbare), sind ein allumfassendes, uner- messliches Reich (das Universum), bestehend aus der bewussten Ur-Energie (oder Schoepfungskraft), der positiven Charaktereigenschaft des Universums, und der unbewussten Ur-Substanz (oder Weltei), der negativen Charaktereigenschaft des Universums, welche durch Kontakt in sich (Urzeugung, Coiton), neue Welten und, ihnen im Prinzip wesensgleiche Geschoepfe schufen, und fortfahren solche zu schaffen. Da also nach unserer Anschauung, das Universum zwiefacher Art ist, positiv und negativ (also dual), und nur durch deren Vereinigung "Leben" ent- steht, bezeichnen wir unsere Anschauung als eine dualistische Weltanschauung. Die Wesensgleichheit der Geschoepfe mit dem Schoepfer besteht darin, dass die Ur-Schoepferkraft (Urzeugungskraft) auch den Geschoepfen innewohnt. Die Faehigkeit der Geschoepfe, durch den Zeugungsakt wiederum Geschoepfe ihrer Art und Gattung hervorzubringen (zu schaffen oder zu erzeugen) ist der den Gescho- epfen innewohnende Beweis ihrer (goettlichen) Abstammung vom Ur-Schoepfer (Ur- Zeuger). - In diesem Sinne sind die Worte der Bibel zu verstehen: Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zu seinem Ebenbilde schuf er ihn." Oriflamme vom Juli 1913 Credo von Reuss' und Crowleys Gnostisch Katholischer Kirche "Ich glaube an einen geheimen, unaussprechlichen Gott, den Herrn, an einen Stern in der Schar der Sterne, aus dessen Feuer wir erzeugt und zu dem wir zu- rueckkehren. An einen Vater des Lebens. O Mysterium aller Mysterien. Sein Name ist Chaos. Der einzige Stellvertreter des Sonnen-Balls auf dieser Erde. Und an eine Luft, die Ernaehrerin aller Wesen, welche atmen. Und ich glaube an eine Erde, unsere Mutter, aus deren Schosse alles Geborene geboren ist. O Mysterium aller Mysterien. Ihr Name ist Babalon. Und ich glaube an die Schlange und den Loewen. O Mysterium aller Mysterien, genannt Baphomet. Und ich glaube an eine Gnosti- sche und Katholische Kirche, deren Gesetz ist Licht, Liebe, Leben und Frei- heit. Thelima [sic] ist ihr Name." "Die Gnostische Messe, Aus dem Original-Text des Baphomet, uebertragen in die deutsche Sprache von Merlin Peregrinus"/Theodor Reuss, 1918. Credo der Gnostischen Messe von Arnoldo Krumm-Heller "Yeo creo en Maria, Maya, Isis o bajo el nombre que sea, en la fuerza fisica simbolizando en la Naturaleza cuya concepcion y alumbramiento revela la ferti- lidad de la Naturaleza. Yo creo en el misterio de Bafometo y del Demiurgo. Yo creo en una Iglesia trascendida, superior, mantenida en las almas puras, en la Jerarquia Blanca, representada por la Fraternidad Blanca, y que tiene su exponente en la Santa Iglesia Gnostica, dirigada por Patriarcas, Apostolos, Obispos y Sacerdotes. Nuestra ley es amor, vida, libertad y triunfo. Nuestro lema divisa es Telema." Arnoldo Krumm-Heller: "Misa Gnostica," ohne Datum Juste Cruci Suffixus Est "Das Licht ringt mit der Finsternis. Der Sonnenlogos kaempft mit dem bleichen Demiurgen, mit Saturn, dem verlorenen Sohn, um die Herrschaft seines Reiches. - Zwei Planeten erst umkreisen unser Muttergestirn in enger Bahn, Merkur und Venus. Sie gelten nach esoterischer Lehre als erloest, der Herrschaft des Sa- turns entronnen. - Auf dem naechsten der Planeten, auf unserer Erde, tobt seit Jahrmillionen der Kampf. Sie steht im bedeutungsvollen Schnittpunkt innerhalb der planetarischen Kette. Noch ist der Geist der Erde unerloest. Noch stehen die uebrigen Planeten im Dienste Saturns, dem dunkeln Engel. - In uns, in des Menschenbrust entscheidet sich die Schlacht" (Eugen Grosche, Blaetter fuer angewandte okkulte Lebenskunst, Heft 45, 1953). "Der bewusste Dienst am hoeheren Saturnprinzip aber bringt tiefste Erkenntnis. "Luzifer" als Morgenstern... ist nicht nur der gefallene grosse Engel Luzifer, sondern auch der Bruder von Christus. Saturn in seiner hoeheren Oktave ist verkoerpertes tiefstes Wissen um die Reife durch das Leid. Auch hinter seinem dunklen Tore steht die Erloesung. Saturnus - der Hueter der Schwelle - leuch- tet dann im milden Lichte - verzeihender - jupiterhafter Guete, denn sein Sym- bol hat sich dann gedreht im Spiegelbild. -" (Grosche, Blaetter 48, 1954).

RUNTER AUF DIE KNIE UND GEBETET WIE NOCH NIE1337*

Metzger ist m.E. dafuer verantwortlich, das Phaenomen der apostolischen Weihe1338* mit der "antiochisch-jakobinischen Sukzession, syro-malabarische Linie ab 1877, Mar Athanasius"1339* dem OTO-Phaenomen beigefuegt zu haben. Um das zu verstehen, sollen folgende drei (sehr vereinfachten) Sukzessionslinien im Auge behalten werden: a) die Vilatte-Linie: b) Doinels Gnostische Kirche: c) die Spaltung unter Bricaud. a) Paulose Kadavil Kooran/"Mar Athanasius", 1833-1907, ist syro-jakobinischer Bischof von Kottayam in Malabar als Legat des Ignatius Peter III von Antiocha. Er konsekriert am 29. Juli 1889 Joseph Rene Vilatte/"Mar Timotheus I" (geb. 1854, am 7. Juni 1885 geweiht zum Priester der Christkatholischen Kirche der Schweiz, einer Zweiggruppe der Altkatholischen "Utrechter Union"), der darauf- hin bestrebt ist, so viele Leute wie moeglich zu konsekrieren, um seinerseits als Bischof anerkannt zu werden. Alle von ihm gestifteten Orden und Konsekra- tionen werden von den Jakobinern, der Syrisch-Antiochischen Kirche und der Ka- tholischen Kirche u.a. abgelehnt. Es seien hier ohne Daten die den OTO betref- fenden Vilatte-Sukzessionen erwaehnt: Alvarez, Vilatte, Gulotte, Hussay, Giraud, Joanny Bricaud (am 21.7.1913!). Vilatte stirbt 1929. b) In Frankreich entsteht am 21.9.1890 (?) ueber Nacht eine neue Kirche: Ju- les-Stanislas Doinel (8.12.1842-16.3.1902) gruendet die Eglise Gnostique und nennt sich Patriarch "Valentin II". Doinel pflegt enge Beziehungen zu Theoso- phen, z.B. mit Lady Caithness.1340* Gerard Encausse/"Papus" tritt 1892 dieser Gnostischen Kirche bei. Doinel uebergibt 1894 sein Amt an den Martinisten Leonce-E. Joseph Fabre des Essarts/"Synesius" (1848-1917). 1901 schliesst sich Joanny Bricaud/"Jean II" an. Am 24. Juni 1901 wird Theodor Reuss Berliner "Inspecteur Special" des von "Papus" 1891 mitbegruendeten und von ihm geleite- ten Martinismus. Die Kirche wird 1906 umbenannt in Eglise Gnostique de France. 1907 stirbt des Essarts und Bricaud tritt in seine Fusstapfen als Patriarch dieser Eglise Gnostique de France. Unter Bricaud spaltet sich 1908 die Gnosti- sche Kirche, und sein Lyoner Zweig nimmt einen neuen Namen an: zuerst Eglise Gnostique Catholique, aber bald nennt man sich Eglise Gnostique Universelle. Die "originale" Pariser Eglise Gnostique geht 1926 ein. c) "Papus" bleibt seinem Patriarchen Bricaud treu. 1911 wird die Eglise Gno- stique Universelle offizielle Kirche des "Papus"'schen Martinismus. Bricaud ernennt 1912 Reuss erstmals zum "Legat Gnostique," erhaelt aber erst 1913 von Giraud eine apostolische (Vilatte)-Sukzession. Nach dem Tode von "Papus", 1916, uebernimmt Charles Detre die Fuehrung von Memphis-Misraim und Martinis- mus. Beides zieht Bricaud nach Detres Tod, 1918, an sich. (Aehnlich wie die Gnostische Kirche sich 1908 gespalten hat, teilt sich auch der franzoesische OTO {17, 18}.) Die originale Pariser Eglise Gnostique wird von Leon Champrenaud/"Theophane" uebernommen und von Paul Genty/"Basilide" 1926 aufgeloest. Es ist bislang nicht klar, ob es dieser "Basilides" ist, auf den sich Krumm-Heller als seinen Konsekrator bezieht, oder ob damit E.C.H. Peithmann gemeint ist: ebenfalls ein "Basilides".

Gnostiker und Templer

"Bei der "sakramentalen" Auffassung der apostolischen Weihesukzessionen spielt die Handauflegung (im Rahmen eines Gottesdienstes o.ae.) eine entscheidende Rolle, das Papier, das diesen Akt dokumentiert ("instrumentum consecratio- nis"), nur eine untergeordnete Rolle, wohingegen in der (Pseudo-)Freimaurerei das Papier (die "Charta") entscheidenden (oder doch viel hoeheren) Wert hat und der Einweihungsakt selbst variiert und insofern untergeordnet ist."1341* "Papus" erhaelt von Reuss ein Papier am 15.3.1908,1342* das aber weder den OTO noch die GKK erwaehnt. Reuss stellt am 24.6.1908 den Herren "Papus", Detre und Bricaud ein weiteres Papier aus, das wieder nur MM-Titel uebertraegt.1343* Reuss erstellt Crowley am 21.4.1912 eine Charta, die ebenfalls keine GKK nennt. Da Bricaud erst 1913 eine traditionelle apostolische Sukzession (d.h. die Vilatte-Sukzession) von Giraud erhaelt, waere jede moegliche Konsekration seinerseits vor 1913 "nur" spiritueller Natur. "Papus" stirbt 1916. Reuss uebersetzt ca. 1917 Crowleys Gnostische Messe fuer "Die Gnostischen Neo- Christen OTO" {4}. Im Vorwort bekundet er "die hehre Lehre von der Heiligkeit der Gottesorgane," und "die Goettlichkeit des irdischen Zeugungsaktes als Pa- rallelakt des goettlichen Ur-Zeugungs-Aktes." "Deshalb ist ein unter Kontrolle des Willens in Gott vollzogener Liebesakt eine sakramentale Handlung, eine "mystische Hochzeit mit Gott", ein Kommunizieren, ein Sich-Vereinen mit Gott. Die heilige Messe ist eine zeremonielle, symbolische Darstellung einer mysti- schen Vereinigung des Menschen mit Gott."1344* Wieso Theodor Reuss sich im Nachwort dieser Gnostischen Messe zum "derzeitigen Oberhaupt der gnostischen Neo-Christen... Souveraener Patriarch und Primat der Gnostisch Katholischen Kirche" macht und gleichzeitig nur "Legate Gnostique de l'Eglise Gnostique Universelle de France pour la Suisse"1345* unter Patriarch Joanny Bricaud sein will, wobei letztere im selben Atemzug als identisch mit ersterer genannt wird, bleibt unklar. Hat Reuss beabsichtigt, eine unabhaen- gige GKK zu gruenden? In Metzgers Publikation der Gnostischen Messe fehlen die Reuss'schen Hinweise auf Bricaud, Baptiste, Clement und Reuss. Bricaud (33°, 96°) wird am 10.9.1919 durch Reuss "delegue general pour la France de l'O.T.O." und erhaelt die Erlaubnis, erstmalig in Frankreich ein Souveraenes Sanktuarium des MM 95° zu gruenden, da die 1908-Charta von Reuss an Encausse und Detre dazu nicht ausreichend sei.1346* Im Gegenzug wird Reuss am 18.9.1919 durch Bricaud erneut "legat gnostique pour la Suisse." Bricaud und Reuss wollen am Zuercher Freimaurerkongress 1920 Crowleys Gnosti- sche Messe als Gnostische Religion fuer den 18° des Schottischen Ritus erklae- ren, was zur endgueltigen Ausschliessung des OTO aus der Freimaurerei fuehrt {4}. 1921 traegt Bricauds Briefkopf die Bezeichnung "Eglise Chretienne moderne Neognostique," was an Reuss "Aufbauprogramm und Leitsaetze der Gnostischen Neo-Christen O.T.O." erinnert.1347*

Eine Messe macht noch keine Kirche

"Even if this ritual [Crowleys Gnostische Messe = Liber XV] were a lot more satisfactory from both a catholic and a Gnostic point of view, one would be forced to say: "one Mass no church doth make"... While there may be honorary degrees of Masonic orders converred at a distance or "on sight", this cannot be done in an ecclesiastical succesion."1348* Weder Reuss noch Crowley haben je persoenlich konsekriert. Entsprechende Be- hauptungen haben sich bislang nicht verifizieren lassen. Crowley hat jedoch 1944 postalisch einen Patriarchen ernannt [siehe unten]. Da viele OTOs der Meinung sind, Reuss und Crowley seien "Bischoefe" und "Patriarchen" der Gnostisch-Katholischen Kirche gewesen, und meinen, das Amt des OHO verlange auch nach dem Amt des "Patriarchen," draengt sich die Frage nach der Authentizitaet solcher Behauptungen auf. Robert Amadou, Kapazitaet auf dem Gebiet der franzoesischen Geheimbuende, schreibt dazu: "1. En matiere d'O.T.O., je suis incompetent or le sujet m'est etrange. 2. J'ignore donc si Reuss et/ou Crowley ont jamais recu une consecration episcopale dans la lignee apostolique. 3. En tant qu'histoire de l'E.G. en France, je puis toutefois as- surer qu'a ma connaissance, il n'existe aucune preuve ni meme aucun indice: a) que Papus ait jamais recu une autre consecration que celle que lui confera Ju- les Doinel en 1892: b) que Jean Bricaud ait jamais consacre Crowley eveque."1349* Der Crowley-Experte Gerald Yorke: "Members of the OTO under eit- her Reuss or Crowley were not ex officio members of the Gnostic Church in which neither they nor Germer were bishops."1350* Reuss hat bis 1912 (falls ueberhaupt) von "Papus" nur Doinels spirituelle Bi- schofs-Sukzession bekommen. Ob Reuss' MM/OTO-Charta fuer Crowley von 1912 nun als Bischofsweihung anzusehen ist oder nicht, es ist Bricaud, der erst am 21.7.1913 eine apostolische Sukzession via Giraud erhaelt und diese in die Eg- lise Gnostique Universelle einfuehrt.1351* Es ist also auch keine apostolische Sukzession in Bricauds Ernennung von Reuss zum "Legat Gnostique" von 1912 zu sehen. Falls Reuss nun Crowley zu einem apostolischen Bischof konsekriert haette, muesste Crowley von Reuss also nach dem 21. Juli 1913 in eine apostolische Sukzession geweiht worden sein, um bei ihm von apostolischer Suk- zession sprechen zu koennen. Es gibt aber bislang keine Belege oder auch nur Hinweise dafuer, dass die beiden zwischen 1913 und 1914 Bischofsweihen vorge- nommen haetten, wo sie noch in England weilen. Nachdem Crowley 1914 in die USA reist, publiziert Reuss im Mai 1915 eine Uebersetzung von Crowleys "Honesty is the best Policy," wo im Vorwort Crowley nur als Grossmeister des OTO von Eng- land erwaehnt ist.1352* Im gleichen Jahr widmet Crowley sein "Giants Thumb" dem "most holy King of the whole Earth most Referend Father in the Lord of the Gnostic Catholic Church Frater Superior O.H.O. of the religious and military order of the temple oriental and occidental," also Reuss (New York 1915). Bislang ist kein Beleg aufgetaucht, dass sich Reuss und Crowley nochmals ge- troffen haetten. Erst 1919 wird Reuss erneut zum Gnostischen Legat durch Bricaud ernannt, und falls das gleichbedeutend mit einer Bischofsweihe sein sollte, bleibt immer noch die Frage offen, ob Reuss dann Crowley wohl noch konsekriert haette, nachdem Reuss ab 1917, falls ueberhaupt je, keine thelemitischen OTO-Initiati- ons-Rituale verwendet {4}. Crowleys Tagebuecher zwischen 1914 und 1920 erwaeh- nen nichts von Bischofskonsekrationen oder Treffen mit Reuss. Als sich Crowley am 27.11.1921 in seinem Tagebuch selber als OHO beschreibt, erwaehnt er, wie ueberhaupt in allen Tagebuechern, keine Bischofsweihe. Crowley besucht 1924 Bricaud in Lyon und bezeichnet ihn "als eine Art Jesus Christus" (so nach einem Bericht Henri Birvens in Metzgers Oriflamme 120 vom April 1972), was eine Konsekration angesichts Crowleys Abneigung gegen das Christentum (z.B: in "Gospel according to Bernard Shaw") trotz der Tatsache, dass Bricaud 1920 Crowleys Liber XV als Gnostische Religion unter den Freimau- rern einfuehren will, eher unwahrscheinlich erscheinen laesst.

E.C.H. Peithmann

Pastor Dr. E.C.H. Peithmann/"Basilides" (3.5.1865-4.7.43, gestorben in Suedhemmern) ist Mitglied des 1893 gegruendeten Gralsordens und fuehrt dort sexualmagische Praktiken ein.1353* Nach seinem Austritt wird er Gruender einer "Altgnostischen Kirche von Eleusis," "zur Umbildung der Sexualkraft" und "Erloesung des Samens aus der Knechtschaft." Peithmann gibt 1904 einen "Gnostischen Katechismus" heraus, der dem "Catechisme Explique de L'Eglise Gnostique" von Louis-Sophrone Fugai- ron/"Sophonius" von 1899 und dem spaeteren "Catechisme Gnostique" Bricauds von 1907 gleicht. "Sophonius", vor 1903 von des Essarts geweiht, ist spaeter Pra- ger Bischof unter Bricaud. 1923 interessiert sich Gustav Meyrink fuer Peithmann.1354* Ruben Pilares Villa erkennt aus seinen Unterlagen, dass Peithmann 1934 K.-Heller die Sukzession uebergeben habe.1355* "Fue consagrado [1930] Obispo de la Iglesia Gnostica contodo el ordinal de estilo y en un congreso que celebraron los grandes di- gnatarios de la Antigua Iglesia Gnostica en Londres hace algunas semanas se resolvio levantar de su sueno a esa Iglesia santa. Visite al Patriarca Basili- des yeste confirmo mis poderes para crear congreacions y paroquias" in Spanien und Amerika.1356* Peithmann distanziert sich 1929 voellig von Crowley, kennt aber, laut seinem posthum in der Oriflamme 141 vom Januar 1974 veroeffentlichten Artikel "Gnosis," aehnliche Einweihungszeremonien und Grade wie OTO und Golden Dawn. "Als das wichtigste Moment in der Gnosis ist die Sexualmagie anzusehen... die Wucherung der Pubertaetsdruesen oder des Zwischenzellengewebes anstelle und auf Kosten der Keimdruesen. Daraus ergibt sich dann infolge der Belebung der innersekretischen Druesen die Verjuengung des Koerpers als sichtbarer Er- folg... Auskunft erteilt das "Gnostische Verjuengungsheim" in Suedhemmern un- ter Dr. E.C.H. Peithmann."1357* "Ich beteure vor dem allwissenden und allge- genwaertigen Gott, dass ich alle von der gnostischen Schule in Suedhemmern er- haltenen Buecher, Lektionen, Schriftstuecke und Mitteilungen geheimhalten will, dass ich mich von der fleischlichen Wollust abwenden und ein reines Ge- schlechtsleben suchen und fuehren will, mein einziges Ziel soll meine eigene Besserung, meines Naechsten Wohlfahrt und Gottes Ehre sein."1358* Peithmann wird im Maerz 1933 behoerdlich aus Deutschland ausgewiesen und wan- dert in die USA aus. Von dort aus hat er nicht mal brieflich Kontakt mit sei- nen Mitgliedern gehalten. "Gegen Ende vergangenen Jahres [1986] ist das letzte lebende Mitglied (85jaehrig) verstorben. Leider hatte sich Peithmann auch nach dem Kriege [?] nicht mehr mit den Mitgliedern seiner Schule in Verbindung ge- setzt."1359* Dieter Heikaus und Ewald Dorpheide vom Ordo Saturni {6} besuchen 1986 das letzte lebende Mitglied der Schule. Metzger appelliert an die Leser seiner Oriflamme, "uns ihre biographischen Kenntnisse ueber Peithmann und Kurtzahn mitzuteilen."1360* (zu finden in Howe/Moeller, 181) Ernst Tristan Kurtzahn, geb. 29.11.1879 in Koenigsberg, ist begeisterter Ario- soph1361* und Verfasser von Buechern wie "Die Rosenkreuzer" (1920) oder "Der Tarot" (1920). Kurtzahn traegt ab 1920 den Namen "Daiytanus"1362* und nimmt an den Reuss-OTO- Kapiteln teil. Im Bundesorgan der "Weltloge" Nr. 1 von 1924 ist Kurtzahn (laut H.E. Miers)1363* als "Eklesiarch" der Gnostica Ecclesia Catholica aufgefuehrt. Ebenfalls meint Miers, dass Kurtzahn nicht nur Mitglied der Fraternitas Sa- turni gewesen ist (was angesichts der 40 Pansophie/OTO-Mitglieder der Ur-FS durchaus moeglich scheint), sondern auch Mitarbeiter an Grosches "Magischen Briefen," der "Saturn-Gnosis" und sogar am Entwurf der FS-Rituale beteiligt gewesen sei.1364* 1925 erscheint "Die Gnostiker und die unsichtbare Kirche"1365* mit den Inhal- ten "die Mysterien der Sexualmagie," "Mysterien des Todes" "die Gegenpole der Gnostiker: das Weib, der Teufel." Er fuehrt das "+" im Ordensnamen ein, das bedeute, dass der Betreffende "in sich die hermaphroditische Seele entdeckt" habe.1366* Man vergleiche dazu Metzgers Version "+ H. Josephus M." in Anleh- nung an Kurtzahns "+ E. Tristan K.". In diesem Werk spricht K. ganz offen von Sexualmagie. Die Gnostica Ecclesia Catholica bezeichnet er als Eclesia [sic] Mystica et occulta.1367* Im Text selber tauchen keine Bezuege zu Reuss oder dem OTO auf, aber die Verlagswerbung auf dem Frontispiz kuendigt die "Gnostische Messe" und das "Aufbauprogramm" unter der Rubrik "Werke zur Gno- sis" an. "Die zehn Aemter der GKK lauten: 1: Katholicus, 2: Apostel, 3: Hierophant, 4: Patriarch, 5: Epibomo, 6: Primat, 7: Metropolit, 8: Erzbischof, 9: Bischof, 10: Presbyter."1368*

Herbert Fritsche und H.J. Metzger

Nach dem Tod Bricauds, 1934, wird Constant Chevillon Erbe der Gnostisch Katho- lischen Kirche, resp. Eglise Gnostique Universelle. Durch Giraud am 5.1.1936 konsekriert, kommt auf Chevillon die Vilatte-Linie. Was er und der mutmassli- che Reuss-Erbe Hilfiker ueber den OTO gedacht haben, ist im entsprechenden Ka- pitel {4} nachzulesen. Chevillon konsekriert 1938 R.S. Clymer und 1939 Krumm- Heller. Krumm-Heller wird 1949 von Clymer anerkannt. "Dr. Krumm-Heller was Bishop of the Gnostic Church, using the English Ritual, and by the death of Peithmann was designated as the Patriarch of the Gnostic Church for Germany- Austria."1369* Nach der Ermordung Chevillons durch die Gestapo am 23.3.(?)1944 bringt M. de St. Vincent das Ordensarchiv zu Swinburne Clymer in die USA.1370* Krumm-Heller konsekriert angeblich kurz vor seinem Tode 1949 Herbert Fritsche {12}, dieser dann Metzger (wobei nur letztere Weihe dokumentarisch belegbar sei), was in diesem Fall auch Hand in Hand (resp. Hand auf Schulter) mit der angeblichen Fuehrerschaft der FRA gegangen ist. Markus Kumer, ehemaliger Ver- trauter Metzgers, hat zwar schriftliche Konsekrationspapiere Fritsches fuer Metzger gesehen, aber keine von Krumm-Heller an Fritsche.1371* Waehrend Reuss' Gnostizismus dem Manichaeismus zuzuordnen waere, lehnt sich Krumm-Heller eher an die Barbelo-Gnostiker. In Metzgers Priesterseminarien in Stein legt man Wert auf die Pistis Sophia.1372* Das "Arbeitsprogramm" zaehlt alle moeglichen Religionen auf und wendet sich ausserdem mit einem Kurs in "Thelemischer Theologie" an etwelche Schueler. Der Fragebogen, der dem Ar- beitsprogramm beiliegt, fragt nicht nur nach den Lieblingsfarben, sondern auch nach dem "Lebensziel." Verschiedentlich publizieren die Medien Fotos vom Altar der Schweizer Gno- stisch Katholischen Kirche.1373* Im Oktober 1957 wird Metzger in Stuttgart von Fritsche zum "Bischof" geweiht. Zeugin ist Frau Anita Borgert. Sieben Wochen vor seinem Tode (zum Fruehlingsaequinox 1960) uebergibt Fritsche sein Amt als "Patriarch" der GKK an Metzger. Fritsche stirbt am 20.6.1960 im Nervenkrankenhaus Haar/Muenchen, am Geburtstag Metzgers. Von jetzt an heisst es ueber das "Patriarchate of GKK - this dignity he [Metzger] derived from Chevillon, murdered by the Gestapo in 1944, who was himself the successor of Joanny Bricaud."1374* In Metzgers Briefkopf befindet sich das gruene Aequinox- Symbol, darunter: "Priorat Helvetia," daneben: "Gnostisch Katholische Kirche," darunter: "Eglise Catholique Gnostique Universelle." Ueber die Frage der Sukzession weiss Haack zu Metzger: "Sein Vorgaenger im Kirchenamte [Fritsche] beendete sein Leben in einem bayerischen Nervenkranken- haus. Zur Bischofsweihe war dort vermutlich weder der Ort noch der Anlass. Auch hat der heutige Ordensmeister zwar haeufig von seinen Wuerden geschrieben und geredet, hat auch selber Weihen vorgenommen, jedoch niemals u.W. Weihedo- kumente vorgelegt."1375* "Die GKK zeigt das Verbindende aller Rituale... heisst katholisch... weil allumfassend,"1376* "ist eine Ecclesia Sancta Catholica,"1377* und "ist urspruenglich Minervalkirche des Ordo Illuminatorum,"1378* denn "die letzten Stufen [der Psychosophischen Gesellschaft] entsprechen dem Priestertum der GKK. Es sind die Illuminati."1379* Metzger ist nicht der erste, der die verschiedenen Orden und Kirchen miteinan- der verbunden sieht. Das ehemalige OTO-Mitglied unter Theodor Reuss, P.Ch. Martens:1380* "Das Motto ist: Durch's Kreuz zur Krone. Das Symbol ist die in der Wueste aufgerichtete Schlange."1381* Die erste Versammlung der GKK-Prie- ster habe 1902 stattgefunden, die Hierarchie sieht folgendermassen aus: "Pruefling, Minerval, Magus, Grossmagus, Priester, Regent (Reuss), Kustos (Engel), Aeropag."1382* "Die gestohlenen und missbrauchten Zeugungskraefte zu sammeln und an ihren ei- genen Platz wieder abzuliefern, ist das Werk der grossen Mutter der Welt- seele."1383* "Umarme nicht eine blosse Marianne oder Melusine: sie ist Nuit selbst."1384* "Die Erloesung besteht darin, dass man seinen Samen der irdischen Bestimmung entzieht und zu seinem Urquell zurueckfuehrt."1385* "An den Geschlechtsorganen sind die Enden aller Nerven, die von der Natur fuer die besondere Empfindung geschaffen wurden, die bei der Vollendung des heili- gen Prozesses der Vereinigung entsteht, dem Orgasmus."1386* Metzger laesst am 23.10.50 Eugen Grosche ueber seine Auffassung der "wichtigsten Geheimnisse" des OTO ("wieweit ich verneine oder bejahe") im un- klaren. Selbst Germer weiss nichts Genaues ueber Metzgers Stellung zu den se- xualmagischen OTO-Graden: "What I like to know is to what extent he possesses the secret literature of the VII°, VIII° & IX°, and knowledge. So far he has been cautious and careful not to say too much."1387* Hemberger erklaert nach den Skandalberichten von Horst Knaut {9}: "Fr. Paragranus grenzt sich und seinen OTO deutlich von jeder exoterisch prakti- zierten Sexualmagie ab."1388* Die Gnostische Messe des "abtruennigen" OTO/IO von Englert {11} "ist am Isis-Kult orientiert."1389* --- Zu weiteren Gnostischen Sukzessionen Krumm-Hellers muss auf {12} hingewiesen werden. Roberto de la Caridad Toca y Medina ist hier zu erwaehnen, der seine Sukzession via Johannes Mueller Rider bezieht. Gabriel Sanchez Gaviria spricht ausserdem von einem Mr. Carlos V. Gonzales in Argentinien und jemandem namens "Isidoro."1390* Am 2. Juli 1977 wird der Italiener Loris Carlesi/"Tau Johannes" von der Chiesa Gnostica Italiana "in die Bruderliste" von Metzgers Ordo Illuminatorum einge- tragen. Die Sukzessionen des Florentiners Carlesi lauten wie folgt: Bricaud, Blanchard, Menard, Ambelain, Brunelli.1391* Metzger schickt die italienischen Rituale nicht mehr zurueck, die ihm der "Caro Fratello Johannes" geliehen hat, waere aber "ueber eine Zusammenarbeit gluecklich."1392* [Informationen ueber die italienische Szene sind Massimo Introvigne zu verdanken.] In Madrid lebt der Deutsche Ian Semmel, der Mitglied von Metzgers Ordenssamm- lung ist.

Lucien-Francois Jean-Maine

Geboren in Haiti am 11.1.1869. Am 15.8.1899 durch Paul-Pierre de Marraga (Ecclesia Cabalistica-gnostica de Memphis-Misraim) und Manuel Lopez de Brion in Paris konsekriert.1393* 1907 (1908?) zum ersten Mal geweiht durch Joanny Bricaud [?"Papus"?], wiederholt am 11.1.1918 (oder 1919).1394* Die Linien der Marragas und Brions koennen aus Platzgruenden nicht weiter erlaeutert werden, gehen jedoch u.a. auf einen "Tau Thesee I" der Eglise Hieroglyphique des Ima- giers von 1710 zurueck.1395*

Hector-Francois Jean-Maine

Geboren in Haiti am 18.11.1924. Am 27.1.1949 durch Robert Ambelain konse- kriert. Am 25.1.1953 durch seinen Vater Lucien-Francois Jean-Maine, Henry Du- pont und Ambelain erneut geweiht. Wieder von Ambelain am 2.11.1959 konse- kriert. Am 2.11.1963 nochmals in die Eglise Gnostique Universelle durch Miguel Sanchez-Marraga, Jose Marraga y Adhemar und Carlos Adhemar geweiht. Am selben Tag durch Jose Ortier Sanchez y Marraga in die Neo-Pythagoraeische Gnostische Kirche geweiht - und am 2.11.1968 durch Michael Paul Bertiaux und am 18.1.1972 durch Marc-Antoine Lully konsekriert (gegenseitiger Austausch).

Michael Paul Bertiaux

Bertiaux ist am 18.1.1935 um 8:57 p.m. in Seattle in eine Theosophenfamilie hineingeboren. Waehrend sein Vater (englisch-normannisch und franzoesisch) sich fuer Zen interessiert, ist seine Mutter (aus Kanada) Spiritistin. An der jesuitischen Universitaet Seattle belegt er Philosophie und Geschichte: an der Tulane Universitaet in New Orleans nimmt er Philosophieunterricht, und am Anglikanischen Theologischen Zentrum in Vancouver (Kanada) lernt er Theolo- gie.1396* Gefirmt und geweiht ist Bertiaux von der Roemisch Katholischen Kirche, zum Priester geweiht am 24. Juni 1963 von der Protestantisch-Episkopalen Kirche. Am 15. August 1963 ernennt ihn Hector-Francois Jean-Maine in der Loge "Arc-en- ciel" in Petionville/Haiti zum Bischof.1397* Im August 1963 lebt Bertiaux in Port-au-Prince/Haiti als Philosophielehrer der Anglikanischen Kirche.1398* In Seattle, Washington, wird er Kurator dieser Kirche, haelt aber Kontakt zu den Voodoo-Priestern Haitis. 1964 verlaesst er die Anglikanische Kirche, zieht nach Wheaton, Illinois, um fuer die Theosophi- sche Gesellschaft zu arbeiten. Praesident der TG fuer Amerika ist Dr. Henry Smith und seine Frau Joanna, die beide magisch und spiritistisch interessiert sind, Joanna Smith als Medium.1399* Um Bertiaux konzentrieren sich die haitia- nischen Einwanderer, denen er sich bald voellig zuwendet. In den 80er Jahren haelt sich Bertiaux in Japan auf und befasst sich mit der Shinto Religion. Marcion-Linie: Bertiaux erhaelt die Marcion-Linie am 15.8.1963 durch H.-F. Jean-Maine und Carlos Adhemar (konsekriert am 24. Juni 1959 durch H.-F. Jean- Maine, am 2.11.50 durch Robert Ambelain und am 15.8.1960 durch den Mariaviten- Bischof Robert Bonnet, der auch die franzoesische Hermetic Brotherhood of Light fuehrt). Die Familie Jean-Maine bezieht angeblich Sukzessionen aus den Linien Eugene Vintras' (1807-1875) und Joseph-Antoine Boullans (1824-1893). Am 28.10.76 nimmt Bertiaux astralen Kontakt mit Boullan auf.1400* Basilides-Linie: 25.1.1966 durch H.-F. Jean-Maine und Jose Marraga y Adhemar. 10. August 1967 geweiht durch Roland Merritt Shreves {19}. 25. Dezember 1967 geweiht durch Marc-Antoine Lully {19}. 31. August 1968 geweiht durch Pierre Antoine Saint-Charles. Valentinus-Linie: am 29. Juni 1973 durch Jean-Maine, Adhemar und Jose Sanchez y Marraga. 16. Juni 1979 geweiht durch Forest Ernest Barber (Liberalkatholische Kirche und Mariavitenorden). 14. November 1985 geweiht durch Jorge Rodriguez (ausser Bricaud, Blanchard, Menard, Ambelain, Mauer, Pommery, Vital-Herne, Roger Victor-Herard (laut der Todesanzeige vom 16.8.89 "Primat of the Gnostic Catholic Church") auch die Krumm-Heller, Rider, Toca-Sukzession) {12}. Bertiaux spricht zusaetzlich von "Russian Orthodox from the Patriarchate of Moscow (Patriarch Tikhon to Bishop Ofiosh in 1917)."1401* Gnostische Ablegerkirchen Bertiaux' tauchen in Spanien auf: die Ecclesia Gno- stica Latina unter Lamparter {12}, mit einer Sukzession aus der Linie S.A. Ho- eller, Barber, Rosa Miller. Lamparters gnostische Messe findet jeden "third day of the feminine menstruation" statt, dann, wenn Wein (Blut) und Brot (Sperma) magisch transsubstantiert werden.1402* In Italien entfalten sich Aktivitaeten unter Nevio Viola (zusammen mit Roberto Negrini in der Ecclesia Gnostica Catholica Latina) oder unter Paolo Fogagnolo {12, 18}, der sich von seinen Ordensbruedern getrennt hat und eine eigene in- ternationale Organisation aufzuziehen versucht, wo vor allem franzoesische Gnostiker und OTO-Interessierte mitwirken {ueber die italienische Szene in 18}. In Yugoslavien wird die "Ecclesia Gnostica Alba" von Zivorad Mihajlovic Slavinski/"Tau Orfeo Aivaz I" geleitet, der 1977 von Bertiaux geweiht und am 22.Juni 1990 von Grant und Michael Staley zum X° von Yugoslavien ernannt wird.

DIE GESTRANDETEN BISCHOEFE

Im "caliphatischen" Kirchenblaettchen "Gnostic Gnews" I:3, erfahren die Leser 19891403* die zwei angeblichen apostolischen Sukzessionslinien des "Caliphats": a) "Papus", Reuss, Crowley, McMurtry, Breeze b) Vilatte, Lines, Boyle, Wadle [plus Mathew-Sukzession], Webb, Lully, Bertiaux, Hogg jr., Breeze. Gemaess christlichem Vorbild amtieren Bischoefe, Priester und Diakone auch im "Caliphat." Zu a): Die Konsekration McMurtrys durch Crowley soll postalisch mit den "Caliphat"briefen erfolgt sein, die jedoch nichts Entsprechendes enthalten. "I consider this "apostolic succession" argument to be utterly absurd, and have nothing whatsoever to do with the O.T.O. of Crowley, which is founded on The- lema, not the Roman Catholic Church... Crowley was not a Bishop of the Gnostic Catholic Church... Crowley never "consecrated" McMurtry ANYTHING!"1404* "All pre-existing Masonic orders were considered to be subsumed in the OTO, and so he had no need for them... For Crowley, Gnostic = Thelemic."1405* Genausowenig wie die sog. "Caliphatbriefe" enthaelt Reuss' Charta fuer Crowley von 1912 einen Hinweis auf eine Kirche. Eine Konsekration Crowleys durch "Papus" ist bislang durch nichts nachzuweisen, ausser dass in "Papus"' Magazin "Mysteria" 1913 auf den OTO in Berlin und London hingewiesen wird, wobei je- doch auch Reuss in London gewohnt hat. (In keinem der franzoesischen Gnosti- ker-und OTO-Magazine ist uebrigens der Name Jean-Maine aufgetaucht.) Zu b): William Wallace Webb/"Damon" {13, 16ff.} konsekriert 1967 postalisch Lully (der dann Bertiaux in diese Linie einfuehrt). Die komplizierten Verbin- dungen zu Ronald Powell ("Richard J.C. de Palatine"), Herman Adrian Spruit, Paul Wadle, Stephan A. Hoeller oder Forest Ernest Barber muessen aus Platzgruenden unerwaehnt bleiben. Jack B. Hogg Jr. wird am 2. Juni 1968 von Bertiaux geweiht, assistiert von Lully {19}. Am 24. Juli 1970 wird Hogg durch Bertiaux, Frank Lopez O'Brien und Antonio Paez konsekriert. Am 15.8.1973 akzeptiert Bertiaux' OTOA das Gesetz von Thelema {17}. Am 12.8.1974 konsekriert Jack B. Hogg Jr. den von Grants ka- nadischen Schuelern kommenden heutigen "Caliph" Breeze {13}. Hogg wird noch- mals am 27. Juli 1980 durch Bertiaux und Jean-Maine geweiht. Breeze selber taucht in keinem der OTOA-Magazine dieser Zeit auf ("The Mirror of Misraim," ab 1974 "Labyrinthos," dann "Instrumentum"). W.W. Webb: "I did give Bertiaux and Lully confirmation to Bishop, by letter, so they would be Legal in the state of Illinois, to satisfy them at that time... 1966 or 67."1406* "Wadle never made me a Bishop,"1407* sondern am 15.11.1964 zum Diakon der "American Catholic Church."1408* Breezes Kommentar zu seinen Vor-Konsekrationen per Briefpost: "I don't particularly care,"1409* stellt jedoch sein Kirchenblaettchen und Bischofskonsekrationen ein, um sich sein weiteres Vorgehen zu ueberlegen. In der Zwischenzeit troestet man sich: "Elevation to the Sovereign Sanctuary of the Gnosis [IX° OTO] ipso facto makes one a Bishop, and leadership of such a body ipso facto makes one a Patriarch."1410*

Wohnzimmerbischoefe und Kuechtentischpriester

The Gnostic Catholic Mass (Liber XV) is the central ritual, public and pri- vate, of the OTO (9.05.A)."1411* "GCC is... the Religious aspect of OTO."1412* Ueber das Verhaeltnis OTO und GKK aus der Sicht des "Caliphats": "Zwar ist der OHO auch der Patriarch der GKK aber man muss nicht Ordensmitglied sein, um Priester oder Bischof der GKK zu werden. Anderseits ist das Mitglied des III° gleichzeitig ein voll ordinierter Priester der GKK."1413* "Note that the other groups that appear in the Oriflamme FRA and EGC [GKK], are also component groups of O.T.O."1414* "Was die GKK betrifft: jede natio- nale Kirche ist unabhaengig, wenn er will, kann sich der Chef dann Patriarch nennen, der "Papst" ist aber der OHO."1415* "The Constitution of the E.G.C. makes the Caliph Patriarch of the E.G.C. which is technically illegal in the United States."1416* Ob die amtliche Eintragung der GCC/GKK in Berkeley am 12.10.1979 der Grund ist, weshalb Breeze das Haupt- quartier des "Caliphats" in New York nicht als OTO eingetragen hat? {13} "The Father (or Mother) of the Church has the authority to modify the Gnostic Catholic Mass to suit special functions and occasions, to set recommended guidelines for its proper performance, and to issue recommendations for the preparation of the sacraments (9.05.B)."1417* Obwohl das "Caliphat" Metzger als X° akzeptiert (OTO Newsletter 3 vom Dezember 1977), und ohne, dass ein "Caliphat"Mitglied Metzgers Version der Gnostischen Messe gesehen haette: "The Swiss lodge adaptation of the Gnostic Mass is gene- rally held to be too Christian and too tame by the most OTO members."1418* Lichtkuchen (d.h. Hostien) sollen, falls sie Sperma, Vaginalsekrete und/oder Blut enthalten, bei 160° Fahrenheit gebacken werden, um dem HI-Virus den Garaus zu machen.1419* "Bishops from affiliated or distant branches of the Gnostic Catholic Church with or without an historical connection with the OTO may affiliate with the OTO upon mutual recognition (9.04.B)."1420* Dies geschehen z.B. mit Lamparter, ehemals OHO des OTOA: "We... will register your ordination... This confers ec- clesiastical membership in O.T.O."1421* Seitdem wimmelt es im "Caliphat" nur so von "Priestern" und "Bischoefen." Nor- bert Straet zum Beispiel: "Ich wurde von... (Bill Breeze) und von Lon Milo de Quette ("Erzbischof" der E.G.C.) zum Bischof geweiht."1422* "His Grace" de Quette wird angeblich am 15.11.1987 waehrend einer Crowley-Messe erschos- sen,1423* was jedoch ein Versuch des "Caliphats" ist, witzig zu sein, denn de Quette nimmt 1991 Bischofsweihen in Europa vor. In der Satzung des O.T.O. e.V. in Aachen ("Caliphat") wird auf Seite 16 Bezug auf die GKK genommen. Der Pa- triarch der Kirche wird mit dem OHO gleichgesetzt und es wird sogar von "gueltiger und dokumentierter apostolischer und episkopaler Nachfolge" gespro- chen.1424*

The Gnostic Catholic Church Scandal

Im "Caliphat" wird Unmut hoerbar. "Ideally there should be no need in this Aeon for a Priestcraft that ministers to some superstitious people and locks them down with some dogmatic tradition of authority... stuff coming out con- cerning the role of Bishops and the EGC -- all these rules and regulations for what a Bishop does and doesn't do... I wonder if all the officers in the Mass are really capable of handling the Mass."1425* Die muessige Frage, ob "some are holier than others by virtue of being touched by the right hands," lasse "no interest in the sort of Vatican politics... the pompus, pious and repres- sive power-over-you attitudes I encounter from officers of the EGC" mehr zu.1426* Elaine Pagels "Versuchung durch Erkenntnis"1427* wirft ganz neues Licht auf das urspruengliche "Amt des Bischofs." Rein christliche Terminologie, wie "Bischof," "Katholisch," "Holy Father" und der scheinbare Zwang nach traditioneller apostolischer Sukzession laesst viele "Caliphat"mitglieder stutzen. Die Frage taucht auf, was Aleister Crowley wohl von all dem gehalten haette. Die neuen "By-Laws" des "Caliphats" atmen weder den Geist Reuss' noch Crowleys und bieten einen blassen Kontrast zu Reuss' Vorstellung des OTO als "Gemeinschaft von Neo-Christen." Folge des Skandals: Breeze sieht ein, dass es "no evidence in Crowley's or Reuss' papers" gaebe, die "support the usage "Bishop" in OTO."1428* Diese gno- stische Ohrfeige brennt ein Jahr lang auf der Backe, bis am 1. Oktober 1991 der "Heilige Geist," der bei Bischofsweihen eine Rolle spielt, beim "Caliphat" neu reglementiert und mit dem VII° in Zusammenhang gebracht wird. Ob damit die draengende Frage nach "authentischen Weihen" im "Caliphat" geloest ist, bleibt unbeantwortet, setzt doch Phyllis Seckler die "caliphatische" Ecclesia Gno- stica Catholica mit der "Universal Gnostic Church" gleich,1429* was wieder endlose Diskussionen provozieren kann. Daraufhin aufmerksam gemacht, versucht sie mit juristischen Drohungen die Nennung ihres Namens in vorliegender Studie zu verhindern.1430* M.R. Mottas GKK wird in Kanada von einem "Dominus Harlechinus" geleitet, von dem aber nichts weiter bekannt ist.1431*

W.B. Crow

Der Biologielehrer William Bernard Crow (geb. 11.9.1895), bis 1935 Bischof der Theosophischen Liberalkatholischen Kirche, wird von Aleister Crowley im August 1944 postalisch zum "Sovereign Patriarch of the Gnostic Catholic Church and Vicar of Salomon with full right, power" etc. etc. ernannt. Damit duerfte die Frage nach dem Oberhaupt der Kirche, die die Crowley-Messe zelebriert, gere- gelt sein. Im Briefwechsel zwischen Crow und Crowley einigt man sich, dass dazu eigentlich keine apostolische Sukzession notwendig sei. Crow fuehrt den "Temple of the Holy Wisdom." "Der Psychopath [Crow], der sich auch Bischof von St. Sophia und Grossmeister des Ordens der Heiligen Weisheit nannte, forderte alle Bischoefe des Stuhls von Antiochien auf, sich ihm innerhalb von sechs Mo- nats zu unterwerfen."1432* Crow hat nur zweimal nach dem August 1944 konsekriert: am 3. September 1944 einen Henry George Brook, der am 20. Mai 1945 all seine Konsekrationen mit H.C. Bartlett, F.E. Langhelt. H.G. de Wilmott Newmann und John Syer aus- tauscht. Am 16.8.48 laesst sich Crow von seinen Anhaengern zum Grosshierophan- ten des MM ernennen. Sein "Ancient and Universal Rite of Cosmic Architecture" umfasst nun 33°, 90°, 97° und den XII° OTO. Crow bezieht sich offensichtlich auf das von Crowley auf 12 Grade erweiterte OTO-System, das in dieser Studie schon des oefteren erwaehnt worden ist (GYC 30.2, Faksimile in: AHA 8/91, 16). Der XII° ist identisch mit dem Amt des OHO! Am 11.4.1972 konsekriert Crow einen Kermit William Poling/"Mar Titus", Patri- arch der Orthodox Catholic Church of America. Es ist zu bemerken, dass in kei- nem OTO weltweit die einzige "gnostische" Crowley-Sukzessionslinie auftritt. Crow hat das Zeitliche am 28. Juni 1976 gesegnet. "I became Deputy Grand Ma- ster of the Order [of the Holy Wisdom] in 1979."1433*

GKK UND FRATERNITAS SATURNI

Schon Bricaud und Chevillon haben beide ihre Gnostischen Kirchen auf christli- cher Basis gesehen. Zu Reuss' und auch Metzgers Meinung, der OTO sei eine Ge- meinde von "gnostischen Neo-Christen," meint Grosche: "Die echte Gnosis hat mit der christlichen Lehre nichts zu tun... eine christlich orientierte Gnosis ist heutzutage genauso verwerflich wie ein religioeser Spiritismus."1434* "Man kann kein Templer-Christ sein oder ein katholischer Gnostiker! Beides ist ueb- ler Mystizismus."1435* Damit distanziert sich Grosche von "Amenophis'" Aus- sage, die Gnostica Ecclesia Catholica sei eine ecclesiola in ecclesia, ein Kirchlein in der Kirche.1436* Eine pietistische Meinung, die E.T. Kurtzahn schon 19251437* und Metzger dann 19631438* aeussert. "Grosche/Gregor A. Gregorius verfuegt allerdings ueber keine fundierte theologische Bildung. Er folgt einem bereits damals ueberholten platten theo- logischen Rationalismus (Renan). Die Liturgische Bewegung der 20er Jahre, die das Wissen der Mysterienkulte mit kirchlichen Formen zu verschmelzen versucht (siehe Theosophie und Liberal-kath. Kirche, Anthroposophie und Christengemein- schaft, auf roem.-kath. Seite der Benediktiner Odo Casel und seine Mysterien- theologie), ist an Grosche spurlos voruebergegangen."1439* Dieter Heikaus, Mariaviten-Bischof der Gnostisch Katholischen Kirche in Deutschland (die wahrscheinlich nur in den Rundschreiben des OS existiert) und Grossmeister des Ordo Saturni, gruendet (in den Rundschreiben) an der Herbst- loge 1990 den Verein "Weltliches Saturn-Kloster."1440* Schon Eugen Grosche hat in seinen "Blaettern fuer angewandte okkulte Lebenskunst" im Heft 44 vom November 1953 von diesem "nach saturnischen Baugesetzen" errichteten Kloster gesprochen, fuer das einige FS-Brueder vor dem Zweiten Weltkrieg in Oester- reich (Bruex) und auf dem Obersalzberg geeignetes Bauterrain kostenlos zur Verfuegung gestellt haetten.

METZGER UND CHRISTENTUM

"Die roemische Kirche ist nur ein Orden unter vielen."1441* "Der groesste Schatz, den die Menschheit je bekam: Christi Lehre."1442* "Die Christnacht bringt das Licht! ... Durch Nacht zum Licht!"1443* Einer von Metzgers Titeln lautet: "+ H. Josephus M., Patriarch der Hl. Gno- stisch-Katholischen Kirche "Ecclesiola in Ecclesia"." (Oriflamme 28 vom Juni 63, zum Tod des Papstes Johannes XXIII: "wir sind geruehrt.") Metzger schickt anlaesslich der Amtseinsetzung des Papstes Paul VI. ein Telegramm an den Vati- kan. Die Abgesandten der Landeskirchen werden aufmerksam.1444* "Metzger will seine GKK als oekumenische Bewegung verstanden wissen.1445* Doch bei den etablierten Kirchen dringt er mit seinem Anliegen nicht durch. So schreibt ihm der evangelisch-lutheranische Landesbischof von Bayern: "Die von Ihnen behauptete Jahrhunderte alte Tradition Ihrer Gemeinschaft entspricht nicht den Tatsachen. So hat Ihre Gemeinschaft auch mit gleichlautenden anderen Gemeinschaften nichts zu tun. Ihre Taetigkeit ist nicht ueberkonfessionell. Von der von Ihnen behaupteten "oekumenischen Zusammenarbeit" mit Kirchen ist nichts bekannt. Es gibt keine Kirche der Oekumene, die zu Ihnen irgendwelchen Kontakt unterhaelt"."1446* Die Bischoefliche Kanzlei St.Gallen teilt mit, "dass von unserer Seite aus nie eine Stellungsnahme betreff PG herausgekommen ist."1447* Metzger meint mit Oekumene wohl hauptsaechlich seinen Kontakt mit dem am 4.9.1911 in Danzig geborenen Erich-Viktor Beyer/Pater "Adalbert Maria", poli- zeilich gemeldet in D-7761 Boehringen bei Radolfzell, der als russisch- orthodoxer Wandermoench waehrend vielen Jahren in katholischen Kloestern und Instituten Aufnahme gefunden, daselbst die Heilige Messe nach lateinischem Ri- tus zelebriert und Mess-Stipendien entgegengenommen hat.1448* "Metzger nannte ihn ein "Einmannkloster"."1449* Beyer stirbt an den Folgen ei- nes Herzinfarktes und wird am 19.12.1967 auf dem St. Galler Ostfriedhof "nach orthodoxem Ritus" bestattet. Dabei wirkt eine starke Delegation der Abtei The- lema in Ordensgewaendern mit, unter Fuehrung des Episcopus Metzger.1450* Metzger sieht in Beyer einen "kompromisslosen Oekumeniker... Der von der Nord- see bis zum Mittelmeer, zwischen Ost und West wandernde Charismatiker trug seine Buerde mit stoischem Gleichmut."1451* "Einmal bei uns [Audehm und Englert] in Frankfurt sagte er todernst ueber M[etzger], der mit am Tisch sass: "Er ist ein Teufel". Beide waren auf der Durchreise nach Wiesbaden: im Gepaeck jeder ein Schwert... In Wiesbaden muss ein geheimer Templer-Konvent existieren, aber nicht der OMT, wie wir vom dama- ligen Ordensgeneral [Heuser] erfuhren... Bei Englert riefen mehrfach katholi- sche Ordensschwestern (aus Frankfurt) an, die ihn abends auch (zum Uebernach- ten) im Auto, abholten (1968). Beerdigt wurde dieser "Pater Seltsam" nach "Gnostisch Katholischem Ritus", im Beisein aller Steiner, wie ich ho- erte."1452* Auf Metzgers Papst-Telegramm "aufmerksam gemacht, begann ich 1963 in Zusam- menarbeit mit Prof. Dr. P. Gebhard Frei1453* (gest. 27.10.76) mit Nachforschungen und der Sammlung von Informationen." Die Hostien fuer ihre Messen, "1963-1967 = total 3800 Hostien"1454* "beziehen die Thelemiten von einem richtigen katholischen Frauenkloster. Die Weihrauch- kuegelchen wurden gelegentlich schon beim Obermesmer der Kathedrale von St.Gallen beschafft. Und den Messwein, so sagt Hermann Josef Metzger, holt man direkt beim Bischof."1455* "GNOSTISCH-KATHOLISCHE KIRCHE Zuerich Nr. 64610. Kirchliche Trauung: Die kirchliche Trauung der Eheleute [Walter und Uta Englert] ... fand am 31. Mai 1964 in der Rosen + Kreuz Kirche zu Zuerich durch S.E.Bischof Josephus statt."1456* Das Polizeikommando des Kantons Zuerich meint, dass diese Ehe standesamtlich ungueltig ist. Metzger hat jedoch kein schweizerisches Recht verletzt.1457* Als 1963 Fritz Blankes "Kirchen und Sekten" erscheint, mit dem Hinweis "die PG hat das Formular einer blasphemischen Messe drucken lassen" (Seite 91), regt man sich in Stein ueber den "Ukas eines professoralen Pastoren" auf.1458* 1966 stirbt Blanke, und 1973 meint die PG, "Professor Blanke hat uns... bis zu sei- nem Tode freundschaftlich beraten."1459* Sein Sohn weiss davon nichts mehr: "andere Aeusserungen meines Vaters [als oben zitierte] sind mir nicht bekannt" (Brief vom 18.11.86). Oswald Eggenberger wird gebeten, den OTO und die GKK in der naechsten Auflage seines "Kirchen, Sondergruppen und religioese Vereinigungen" nicht mehr aufzu- nehmen, da "es sich nur noch um einen sehr kleinen Mitgliederkreis han- delt."1460* Da im Kirchenboten der Stadt Zuerich Anzeigen fuer die GKK erscheinen, erfolgt auch mal ein fragender Leserbrief. In der Antwort wird die Anschauung des OTO als "merkwuerdiges Durcheinander," ein "Selbstbedienungsladen der Religionen" bezeichnet, deren Berufung auf das Ur-Christentum "purer Unsinn" sei (Kirchenbote der Stadt Zuerich, Dezember 1964). Zur Berufung Knauts auf Haack fuehlt sich die Oriflamme 132/1973 "zu einer Be- schwerde beim Landesbischof der evangelischen Landeskirche veranlasst." Dazu Haack: "Die Landeskirche hat auf diese Sache ueberhaupt nicht reagiert, weil derartige Initiativen nicht allzuernst genommen werden" (Brief vom 15.9.86). Ueber die Handhabung des Kirchenaustritts seitens der christlichen Kirchen: "Kirchenaustritt in keinem Fall gefordert, jedoch ergibt er sich bei einigen Gruppen von selbst (hier soll die Psychosophische Gesellschaft, die sich als Nachfolgerin der Rosenkreuzer sieht, genannt werden)."1461* "Wenn die Leute aus der Abtei Thelema... nicht behauptet haetten, bei ihrer Kirche wuerde es sich um eine urchristliche Gemeinschaft handeln, die "uraltes religioeses Gut" tradiere, koennte man den Verein uebergehen."1462*

16. ALEISTER CROWLEY UND DIE HAITIANISCHEN GOETTER

von Michael Paul Bertiaux1463* Bertiaux hat diesen Artikel 1978 aus Marc Lullys Notizen zu einer muendlichen Tonband-Lektion kompiliert (Historical Reflections),1464* von der eine frue- here gekuerzte Version existiert.1465* Die Notizen sind angeblich verlorenge- gangen, Verifikationen fast unmoeglich. Die deutsche Uebersetzung ist durch Hinzufuegung genauerer Daten und der profanen Namen erweitert. Referenzangaben fehlen. Der Text soll als Beispiel einer Selbstdarstellung dienen.1466*

L.-F. Jean-Maine

"Lucien-Francois Jean-Maine wurde am 11. Januar 1869 in Leogane/Haiti, geboren und starb 1960 in Boston. Einer der Adepten, den Encausse um 1900 in Paris kennenlernte, war der junge haitianische Bischof Lucien-Francois Jean-Maine. 1899 wurde Jean-Maine schon als 30jaehriger von Doinels Nachfolger Emmanuel Fabre des Essarts/"Tau Synesius" (der von "Papus", Sedir und Mauchel konsekriert worden ist [?]) ge- weiht und am 15. August 1899 von Paul-Pierre de Marraga/"Tau Orfeo VI" zum Bi- schof ernannt: einem spanischen Gnostischen Bischof, der seine Linie zu den Albigensern und Memphis-Misraim zurueckfuehrte, d.h. von Manuel Lopez de Brion am 2.2.1860 konsekriert worden ist. Lucien-Francois Jean-Maines gnostischer Name wurde "Tau Ogdoade-Orfeo I".

Voodoo

Festzuhalten ist, dass Lucien-Francois Jean-Maine seine Voodoo-Ausbildung (Initiationsgrade, Priester und Oberpriester) in Haiti erhalten hat, und zwar im Tempel seines Vaters in Leogane, bevor er sein okkultes Glueck in Paris und Madrid suchte. Die Familientradition der Jean-Maines geht auf einen bekannten franzoesischen Sklavenbesitzer in Leogane zurueck, der dort 1774 gestorben ist. Dieser Sklavenbesitzer war Martines de Pasquales, Gruender des Ordens der Elus Cohens, jenes theurgischen Ordens, in den Louis-Claude de St. Martin (18. Januar 1743-1803), Gruender des Martinismus, in Frankreich initiiert wurde.

Brotherhood of Light

Vor seiner Konsekration zum Bischof wurde Lucien-Francois Jean-Maine durch Paul-Pierre de Marraga ins Subdiakonat, Diakonat und zur Priesterschaft beru- fen: Aemter des geheiligten Ministeriums der Gnostischen Kirche, die voll mit dem magischen Strom der drei ersten Voodoo-Grade uebereinstimmen, die ihm von seinem Vater uebertragen worden waren. Von 1899 bis 1910 arbeitete L.-F. Jean- Maine mit den verstreuten Anhaengern des afro-amerikanischen Schwarzen Adepten P.B. Randolph (geb. am 8. Oktober 1825) zusammen, der die lose strukturierte "Fraternitas Lucis Hermetica" {3} gegruendet hat. Diese Anhaenger Randolphs folgten den sexualmagischen Techniken und den drei mysterioesen Graden des in- neren Ordens der Fraternitas Lucis Hermetica (Brotherhood of Light). Es ist von Historikern belegt [?], dass der O.T.O. von Kellner und Reuss in Deutsch- land massgeblich von den sexualmagischen Lehren in P.B. Randolphs Buch "Magie Sexuelle" beeinflusst worden ist. Es soll hier angefuegt werden, dass Ran- dolphs Text ebenfalls von einer Gruppe weiblicher polnischer Bischoefe der Ma- riaviten Kirche {6} benutzt worden ist, die, bis sie von der Roemischen Kirche unterdrueckt wurden, mit ihren maennlichen Gegenstuecken zusammengearbeitet haben. Es soll ausserdem bemerkt werden, dass Randolphs sexualmagische Texte von keiner anderen als der polnischen Hohepriesterin Maria de Naglowska ins Franzoesische uebersetzt und 1931 publiziert worden sind. Von 1921 bis 1930 studierte Maria de Naglowska Voodoo unter den Schuelern von Lucien-Francois Jean-Maine! Zur Zeit wird der franzoesische Zweig von Randolphs "Fraternitas Lucis Herme- tica" vom Mariaviten-Bischof Robert Joseph Bonnet geleitet [geb. 25.9.1902, roemisch-katholisch und seit 1956 Mariavit durch Prevost und Maas. Prevost hat eine Zeitlang mit Metzger korrespondiert].1467*

OTO und OTOA {17}

Um 1910 uebergab Encausse den Reuss-X° O.T.O. an L.-F. Jean-Maine "for Haiti and the French Indies". Ebenso gliederte man sich einen Zweig der FLH ein. Jean-Maine wurde in Paris konsekriert. Encausse, der schon die meisten Mem- phis-Misraim-Hochgrade besass, wurde nun via J.-F. Jean-Maine (der sie selber von Paul-Pierre de Marraga bekommen hat) mit weiteren Hochgraden ausgestattet. Encausse, ganz grossmuetiger Franzose, tauschte aus, was er von Yarker und Reuss empfangen hatte. Es muss hier klargestellt werden, dass alles, was Yar- ker zu vergeben hatte, einzig kaeufliche Papiere waren, waehrend P.-P. de Mar- ragas Basis die Magie der Ecclesia Gnostica und deshalb von sakramentalem Cha- rakter war. Geschaeftsangelegenheiten und der Krieg hinderten J.-F. Jean-Maine bis 1921 daran, nach Haiti zurueckzukehren. Um die spanische Gnostische Kirche aufzu- bauen, zog Jean-Maine 1919 von Frankreich um nach Spanien und konsekrierte am 22. September 1921 seinen europaeischen Nachfolger fuer die spanische Gnosti- sche Kirche und des Memphis-Misraim "for all Latin countries". Martin Ortier de Sanchez y Marraga nahm den Namen "Tau Ogdoade-Orfeo II" an, und leitete von seinem Hauptquartier in Madrid aus die Ecclesia Gnostica und den magischen, gnostisch-esoterischen Orden von Memphis-Misraim. Unter dem gemeinsamen Einfluss von O.T.O.A., Martinismus, Gnostizismus und Voodoo - die Fraternitas Lucis Hermetica nicht zu vergessen - gaben die spani- schen und haitianischen Zweige des Memphis-Misraim-Ritus ihren pseudo-freimau- rerischen Charakter vollkommen auf und wurden voellig esoterische und gnosti- sche Orden magischen Charakters [ohne freimaureraehnliche Initiationsrituale]. So zum Beispiel "The Gnostic and Esoteric Order of Misraim" (oder Aegypten) und "The Gnostic and Esoteric Order of Memphis", innerhalb des groesseren, to- tal okkulten und eher kirchlichen "Ancient and Primitive Rite of Memphis-Mis- raim". Diese Tatsache muss unterstrichen werden, da es andere Zweige des Ritus von Memphis-Misraim gibt, die weiterhin eine strikt freimaurerische Linie verfolgen, nur interessiert an ihren eigenen gnostischen und apostolischen Sukzessionen und magischen Initiationen. 1921 kehrte Jean-Maine nach Haiti zurueck, um zu heiraten. Am 18. Januar 1925 wurde Hector-Francois geboren. In Haiti gruendete L.-F. Jean-Maine den haitia- nischen "Ordo Templi Orientis Antiqua" (O.T.O.A.), der offiziell am 22. Dezem- ber 1921 eroeffnet wurde. Seine Struktur umfasst 16 Grade [ohne freimaureraehnliche Initiationsrituale], also mehr als die 10 von Encausse und Reuss oder die 11 von Crowleys Version.1468*

La Couleuvre Noire

1922 gruendete L.-F. Jean-Maine den magischen Orden "La Couleuvre Noire" (Die Schwarze Schlange), welcher vier magisch-aktive Grade aufweist, plus einem un- tersten Grad des "Probationer", und einem obersten administrativen Grad - also sechs Grade im Ganzen. Die Beziehung des O.T.O.A. zu "La Couleuvre Noire" kann am besten verglichen werden mit dem Verhaeltnis von Crowleys O.T.O. zur "Great Brotherhood of God" und zum "Choronzon Club" der amerikanischen Crowleyaner (C.F. Russell) {19}. Der Unterschied liegt aber darin, dass "La Couleuvre Noire" vom Chef des O.T.O.A. gegruendet worden ist, und nicht von einem Schue- ler, so dass die magische Vitalitaet erhalten geblieben ist. 1930 wurden "La Couleuvre Noire" und der O.T.O.A., zusammen mit der Gnosti- schen Kirche und der Fraternitas Lucis Hermetica, zu angeschlossenen Orden des Memphis-Misraim-Ritus in Spanien und Haiti. Erst 1968 weitete sich dieses Ein- flussgebiet auf die USA und die "French West Indies" aus. Waehrend er seine gnostischen Gruppen in Frankreich, Spanien, Belgien und den USA besuchte, starb J.-F. Jean-Maine am 30. April 1960 in Boston. Seine Auto- ritaet ging auf den spanischen Okkultisten und Gnostiker de Sanchez y Marraga ueber, unter der Bedingung, dass der Sohn von Jean-Maine ins Bischofsamt konsekriert werden und den Orden und seine Riten erben wuerde. So ausgefuehrt am 2. November 1963 in Madrid, als H.-F. Jean-Maine zum Bischof und Patriarch der Ecclesia Spiritualis durch Martin Ortier de Sanchez y Marraga ernannt wurde. Der neue Patriarch nahm den Namen "Tau Ogdoade-Orfeo III" an und so konnte die gnostische Sukzession der haitianischen Bischoefe und Grossmeister des O.T.O.A. weitergefuehrt werden.

Michael Paul Bertiaux

Am 18. Januar 1966 wurde ein amerikanischer Martinist, Michael Paul Bertiaux/"Tau Ogdoade-Orfeo IV" (geb. am 18. Januar 1935) zum Bischof des Mem- phis-Misraim-Ritus konsekriert. Die Konsekration geschah in Chicago im Beisein von M.O. de Sanchez y Marraga und Jean-Maine.
Choronzon Club und QBL Alchemist Church
Marc Lully vom Choronzon Club in Chicago, am 18. Januar 1967 in die Ecclesia Gnostica Spiritualis konsekriert, assistierte beim Austausch der Konsekratio- nen und Sukzessionen zwischen R.M. Shreves/"Tau IX" (Choronzon Club-Ableger in Kalifornien und Bischof der "QBL Alchemist Church" von W.W. Webb) und Bertiaux am 10. August 1967. So erhielt Bertiaux die vollstaendigen magischen Konsekrationen dieser Eccle- sia Gnostica Hermetica (wie sich Shreves und Webbs Organisation auch nannte). Diese EGH trug die magischen Stroemungen der Geheimnisse des O.T.O. und des Choronzon Clubs in sich. Dieselben Leute der EGH gruendeten die "Philosophic Gnostic Hermetic Society" und den "Ordo Argenteum Astrum" {19}. Mit dem Austausch des Bischofsamtes und Patriarchats der Ecclesia Gnostica Spiritualis {15} machte Bertiaux Shreves zu einem der Grossmeister des O.T.O.A. Marc Lully, geboren an einem 5. Januar, wurde am 4. November 1967 durch Shre- ves ins Episkopat der "QBL Alchemist Church" konsekriert und [postalisch] von W.W. Webb bestaetigt (aegyptische apostolische Sukzession). Lullys okkulter Name wurde "Tau IV". Am 25. Dezember 1967 konsekrierte Marc Lully Bertiaux in die Vilatte-Sukzes- sion [was sich zwischenzeitlich als Irrtum herausgestellt hat, da der Konse- krator Lullys, W.W. Webb, nie von Wadle in die Vilatte-Linie geweiht worden ist. Trotzdem ist auf Bertiaux die Vilatte-Sukzession via Crow, Wilmott-New- man, Powell und Barber gekommen {15}]. Diese apostolische Sukzession [Vilatte] ist dieselbe, die vom franzoesischen Martinisten und gnostischen Bischof C. Chevillon [via Krumm-Heller] auf den schweizer O.T.O. Bischof H.J. Metzger gekommen ist, der den Crowley-Orden von Karl Germer geerbt hat. Der Leser sollte im Auge behalten, dass die Initiationslinien des O.T.O. und des Martinismus durch das gnostische Episkopat miteinander verbunden sind. Ebenso sind die Sukzessionen des esoterischen Voodoo mit den O.T.O.-Sukzessio- nen im Gnostizismus vereint worden: im magischen Ritus von Memphis-Misraim.
Gnosis in Haiti
Am 31. August 1968 konsekrierte Bertiaux in Haiti Pierre-Antoin Saint Charles (geb. am 21. Juli 1934) ins Episkopat der Ecclesia Gnostica Cabalistica. Die- ser neue Bischof und Patriarch nahm den Namen "Tau Eon III"/"Tau VIII" an. Und so sind in einem haitianischen Adepten und gnostischen Voodooisten folgende Sukzessionslinien (parallel zu denjenigen von L.-F. Jean-Maine von 1910) ver- eint: (1) Die Encausse-Sukzession der Superieur Inconnus des Martinismus: (2) die O.T.O. Ecclesia Gnostica Hermetica und die Choronzon Club Sukzession via Shreves: (3) die Vilatte-Sukzession des gnostischen Episkopats, jetzt auf allen Crow- ley-Orden: (4) die Memphis-Misraim-Sukzession, die Ecclesia Gnostica Spiritualis und die Ordo Templi Orientis Antiqua-Sukzession via L.-F. Jean-Maine: (5) die Voodoo-Sukzessionen der vier Grade (siehe oben), die Saint-Charles aus der haitianischen Tradition bezog. Um die Ecclesia Gnostica weiterzufuehren, tauschte P.-A. Saint-Charles mit Bertiaux seine Voodoo-Konsekrationen aus. Als Hector-Francois Jean-Maine seine magischen Eigenschaften als esoterischer Voodoo-Hohe-Priester der Sukzession der Ecclesia Gnostica Spiritualis zufuegte, wurden diese Voodoo-Kraefte noch- mals verstaerkt. Und so treffen die Stroeme des esoterischen Voodoo mit Alei- ster Crowley in einer eindeutigen Sukzession gnostischer Bischoefe zusammen. Um noch mehr haitianische Elemente ins Episkopat der Ecclesia Gnostica Spiri- tualis einzubringen, konsekrierte Bertiaux am 27. Juli 1970 Jean Padern Le- conte/"Tau Ogdoade V"/"Tau XV" (den bekannten haitianischen Wissenschaftler, geb. am 27. July 1930). Dieser neue Bischof ist der Grossenkel von Haitis Praesidenten Michel-Cincinnatus Leconte und Nord Alexis, ebenso ist er Autor verschiedener massgebender Studien ueber Konsekrationen. Auf diese Weise ist ein weiterer Crowley-Zweig zum gnostischen Strom Haitis gestossen. Und die Ecclesia Gnostica Spiritualis? Ja, sie existiert noch. Tatsaechlich, um die Worte John Yarkers zu gebrauchen, als er den Ritus von Misraim be- schrieb, "in a quiet way it is still conferred in this country under its own Supreme Council", setzt sie sich 1978 zusammen aus H.-F. Jean-Maine, P.-A. Saint-Charles, Bertiaux, Shreves, aus J.P. Leconte und dem franco-haitiani- schen Geist des "Maitre Therion"."

17. DIE GESCHICHTE DES O.T.O.A (1921 - 1985)

von Manuel C. Lamparter Lamparter {12} ist am 15. Juni 1942 als Sohn eines spanischen Vaters und einer kubanischen Mutter mit deutschem Vater in Sevilla geboren. Zur Zeit (1991) ar- beitet er als Hals-Nasen-Ohren-Arzt an der Universitaetsklinik und der Medizi- nerschule in Sevilla. Mit seiner ersten Frau, die jetzt in Frankreich mit ei- nem Chirurgen verheiratet ist, hat er zwei Toechter, 18 und 19 Jahre alt. Seine zweite Frau, eine 34jaehrige Physiotherapeutin, angestellt im selben Spital wie ihr Mann, hat ihm drei Soehne geboren, 10, 12 und 13 Jahre alt. Frau Lamparter ist Gnostischer Bischof der Ecclesia Gnostica Latina. Der von Bertiaux aus Lullys Notizen muendlich kompilierte und von Lamparter in schriftliche Version gebrachte Tonband-Text knuepft direkt an Bertiaux' "Aleister Crowley und die haitianischen Goetter" an. Er ist ein weiteres Bei- spiel einer Selbstdarstellung.1469*

Spaltung des franzoesischen OTO

"Nach dem Tode Encausses/"Papus" 1916 spaltete sich der franzoesische O.T.O. [die Spaltung der Gnostischen Kirche erfolgte schon 1908 {15}]. Eine Gruppe, geleitet von Jean Bricaud in Lyon, wandte sich Theodor Reuss zu, um eine neue Linie von Sukzessionen und Initiationen zu bilden. Reuss hiess diese gut, in- dem er dieser Gruppe seine magische Linie von Konsekrationen uebertrug {4?}. Jean-Maine fand sich an der Spitze des urspruenglichen Pariser Ordens wieder, der der originalen [?] Konstitution von "Papus" und "Synesius" (Fabre des Es- sarts) folgte. Er beschloss, nach Spanien zu ziehen, wo der Original-Orden am staerksten praesent war und nahm so 1919 Sitz in Madrid. Erst dort erfuhr er, dass Jean Bricaud schon 1908, sich von "Synesius"' Authoritaet trennend, eine eigene gnostische Kirche gegruendet hatte (Eglise Gnostique Catholique, sich aber bald Eglise Gnostique Universelle nennend). Irritiert durch diesen Kon- flikt innerhalb des Gnostizismus ernannte Jean-Maine 1921 seinen europaeischen Stellvertreter: Martin Ortier de Sanchez y Marraga. Jean-Maine selber brach nach Haiti auf und gruendete dort offiziell am 22. Dezember 1921 den Ordo Tem- pli Orientis Antiqua. Kurz darauf, 1922, wurde "La Couleuvre Noire" auf der Basis des haitianischen O.T.O.A. organisiert. Jean-Maine heiratete die juengste Tochter des Voodoo-Patriarchs in Leogane. Nur ein Kind entsprang dieser Verbindung, die auf der magischen Idee beruhte, einen idealen Koerper fuer die noch zu kommende Seele eines fortgeschrittenen Adepten zu bilden. Dieser Sohn wurde am 18. Januar 1925 geboren, Hector-Fran- cois genannt und gemaess Voodoo-Riten von seinem Vater beschnitten. Nach und nach absorbierte "La Couleuvre Noire" den O.T.O.A., welcher am Schluss nur noch in Spanien unter Lucien-Francois Jean-Maines Autoritaet fort- bestand. In Frankreich konzentrierte sich Bricauds O.T.O. um dessen Buchhand- lung. Aleister Crowley fuehrte die O.T.O.-Autoritaet fuer England nach dem Tod des Grossmeisters Reuss 1923 weiter. In Skandinavien existierte jedoch noch ein O.T.O., der der originalen [?] "Papus"-Konstitution folgte und der sich der Gnostischen Kirche der Ophiten angeschlossen hatte. Diese Kirche wurde 1912 von Jean-Maine innerhalb seines O.T.O. organisiert und beugt sich heute als skandinavischer Gnostischer Orden vollkommen der Jurisdiktion der "Monastery of the Seven Rays". Von 1922 bis zu seinem Tode 1960 widmete sich Jean-Maine seinen Studien und der Erziehung seines Sohnes Hector-Francois. Jean-Maine bemuehte sich, seine Idee, eine vereinte Familie aller Gnostiker zu bilden, Bricaud und seinen Nachfolgern nahezubringen. Diese fuerchteten aber eine magische Konkurrenz und veranlassten, dass alle Beweise der Existenz der alten gnostischen Kirchen zerstoert wurden. In Haiti versuchte Hector-Francois Jean-Maine das Interesse am O.T.O.A. zu wecken. Dieser Orden entwickelte sich in Spanien zu einem hochinteressanten sexualmagischen System, indem er 1948-49 begann, die 16 magischen Grade des O.T.O.A. in der Form Lykanthropischer Kabbalistik auszubauen. Die Lykanthropi- sche Sexualmagie wurde in den Reihen der besten Adepten der "Couleuvre Noire" entwickelt. Diese magische Stroemung (im Januar 1949 etabliert) griff auf die gnostischen, ophitischen, naassenischen und tantrischen Ideen der originalen [?] "Papus"-Konstitution zurueck. Am 5. Januar 1949 eroeffnete Hector-Francois den Tempel der "Two Yggdrasill (The Solar-Legbah and the Stellar-Legbha)" vor versammelter Grossmeisterschaft der haitianischen Esoterik mit einem sexualmagischen Ritual. Am 27. Januar 1949 kletterte Hector-Francois ausserhalb Leogane auf einen Berg. Sein Ziel war, zu zeigen, dass der O.T.O.A sich von "La Couleuvre Noire" unterscheide und in keiner Weise mit dem O.T.O. verbunden sei. Auf dem Berg- gipfel, umgeben von 16 Meistern des O.T.O.A., begann er den Himmelsgeist anzu- rufen.

OTOA und Gnostische Kirche

1955 fuehrte Hector-Francois, von seinem Vater unterstuetzt, den O.T.O.A. in eine gnostische und ophitische Kirche ueber. Hector-Francois' Vater Lucien-Francois starb am 30. April 1960 in Boston {16} und die Leitung der Gnostischen Kirche des Memphis-Misraim wurde de Sanchez y Marragas uebertragen, der die wenigen und weltweit verstreuten Adepten der "Monastery" in Spanien fuehrte. Die gesundheitliche Lage zwang diesen aber, Hector-Francois um Mithilfe zu bitten.

Michael Paul Bertiaux

Bertiaux wurde im Januar 1935 in Seattle geboren, studierte Theurgie unter haitianischen Meistern und lernte Voodoo von 1953-75. Am 15. August 1963, waehrend er Port-au-Prince/Haiti besuchte, erklaerte Jean-Maine Bertiaux, dass er dessen Hilfe benoetigte, da er vorhabe, nach Madrid zu gehen, um ins Patriarchat der Ecclesia Gnostica konsekriert zu werden. Ein Uebereinkommen wurde geschlossen und ein magischer Pakt eingegangen. Nach seiner Rueckkehr in die USA gab sich Bertiaux vollkommen seinen esoterischen Studien hin und hielt gleichzeitig telepathischen Kontakt mit Jean-Maine. Am 2. November 1963 wurde Hector-Francois Jean-Maine zum Gnostischen Patriar- chen konsekriert. Dieser katholische Festtag, auch bekannt als Allerheiligen [?], ist im Voodoo als Festival des Gottes der Magie, des Allmaechtigen Guedhe-Nibbho, geheiligt. Kurz danach wurde de Sanchez y Marraga ernsthaft krank und starb. Mithilfe magischer Techniken wurde er fuer die naechsten fuenf Jahre astral in der Magnetsphaere der Erde gehalten, damit Hector-Francois weiterhin jedes De- tail ueber sein magisches Amt lernen konnte. In der Tat war es aufgrund dieser Methode, dass de Sanchez y Marraga und Hector-Francois 1966 Bertiaux magisch konsekrieren konnten. Als 1966 der weltweite Einfluss der Gnostischen Kirche zugenommen hatte, entliess Jean-Maine das astrale Selbst des de Sanchez y Mar- raga und leitete selber den Alten und Primitiven Ritus von Memphis-Misraim, unterstuetzt von Bertiaux und Lully. 1970 konsekrierte Hector-Francois Bertiaux zum Souveraenen Grossmeister des O.T.O.A., was seiner Wahl in dieses Amt durch die Grossmeister von Spanien, Haiti und Louisiana-Illinois folgte. Dieser Grad wird vom Assistenten des Grosshierophanten des Ritus von Memphis- Misraim innegenommen. Die Loge in Chicago nennt sich "Famille Ghuede." In der Woche vom 10.-17. April 1973 wurde die Gruendung einer Bruderschaft be- schlossen, die innerhalb der "Monastery of the Seven Rays" residieren und nach aussen den Namen "Le rite ancien et primitif de Memphis-Misraim" tragen sollte. Jeder Orden, konstituierte Organisation oder Gesellschaft sollte seine/ihre initiatorische Tradition vom Gradsystem des Memphis-Misraims her- leiten. Demzufolge wurde Jean-Maine Grand-Hierophant aller 16 obengenannten Orden und Unterorden.

Monastery Of The 7 Rays

Einige Adepten des Inneren Ordens haben am 15. August 1973 das Gesetz von The- lema formal akzeptiert. 1975 wurde Bertiaux von Jean-Maine zum Grand-Hierophant Conservateur des Ritus von Memphis-Misraim ernannt. Im selben Jahr wurde ein kanadischer Schueler der "Monastery", Ken Ward, beauftragt, die thelemitisch orientierten Studenten zu beaufsichtigen. 1976 wurde Ward Grossmeister des O.T.O.A., um die Forschungs- zirkel, die Kommunikationsprogramme und die Publikationen der Thelemiten effi- zienter zu organisieren. [Am 20.2.76 wird Lamparter Bertiaux' Repraesentant fuer Spanien und Portugal.] Ab diesem Jahr operierte der O.T.O.A. von innerhalb des MS7R-Systems aus und wurde von Grossmeister Ward gefuehrt, der in direktem Kontakt mit dem Inneren Kreis und Grosshierophant Bertiaux stand. Der Orden hoerte auf, selbst zu leh- ren, als die "Monastery of the Seven Rays" das lehrende Vehikel fuer den O.T.O.A. wurde. Im Dezember 1981 zog sich Ken Ward zurueck und uebergab sein Amt des Souverae- nen Grossmeisters per 1.1.82 an Lamparter, sanktioniert von Bertiaux am 6.11. und 20.12.81. Lamparter war persoenlicher Schueler Bertiaux' und ein Student der "Monastery of the Seven Rays" seit 1976. Unter Lamparter fuehrte der O.T.O.A. die von Ken Ward eingefuehrte Tradition fort, freundschaftliche Kontakte mit anderen thelemitischen und gnostischen Gruppen zu pflegen. Im Dezember 1982 wurde Lamparter vom "Most Reverend" Rosa Miller in Sevilla, Spanien, zum gnostischen Bischof konsekriert. Tau Rosa ist im Besitz aller gueltigen gnostischen Sukzessionen und sie akzeptierte Bertiauxs Aufforderung, nach Spanien zu reisen, um Lamparter dort zu konse- krieren. 1983 wurde die Spanische Gnostische Kirche von Lamparter unter dem Namen "Ecclesia Gnostica Latina" (Ecclesia Gnostica Spiritualis) gemaess der O.T.O.A.-Struktur und den Lehren der "Monastery of the Seven Rays" neu organi- siert. 1983 gruendete Courtney Willis die "Technicians of the Sacred". 1988 wurde Lamparter durch den Grosshierophanten Bertiaux zum Souveraenen Absoluten Grossmeister (S.G.M.A.) ernannt. Im Januar 19891470* erhob Lamparter dann Courtney Willis/"Tau Ogdoade-Orfei VIII" zum Souveraenen Grossmeister des O.T.O.A., sanktioniert von Bertiaux. Willis, ebenfalls ein persoenlicher Schueler Bertiaux, hat ein natuerliches magisches Talent und gilt als fueh- rende Kraft der neo-afrikanischen Religionen und magischen Bewegungen. Die "Monastery of the Seven Rays" nennt sich nun "The Confraternity of Oblates of the Monastery of the Seven Rays" (C.O.M.7.R). Unter Willis knuepft der O.T.O.A. weiterhin freundschaftliche Kontakte mit ma- gischen, gnostischen, thelemitischen, neo-afrikanischen, afrikanischen und ok- kulten Gruppen in der ganzen Welt. Aber er ist keine thelemitische Organisa- tion mehr, sondern richtet sich ganz gnostisch und magisch aus, da Courtney Willis zu den spirituellen Wurzeln des Voodoo, d.h. den urspruenglichen esote- rischen Absichten der Jean-Maine-Familie zurueckkehren moechte. Dazu wird er von Bertiaux ermuntert."

18. NON C'E DUE SENZA TRE

Folgende Informationen ueber die italienische Szene sind z.T. aus Briefen von Massimo Introvigne uebersetzt und kompiliert. Introvigne leitet unter dem Vor- sitz des oertlichen roemisch-katholischen Erzbischofs in Turin als Praesident das Center for Studies on New Religions (CESNUR).1471* Seine undogmatische Haltung oeffnet ihm den Zugang zu vielen Protagonisten der religioesen Phaeno- mene.1472* Jaehrlich werden auf internationaler Ebene Konferenzen organisiert, auf denen Akademiker aus der ganzen Welt erscheinen und Vortraege halten.1473* Introvigne publiziert 1990 in einem Mailaender Verlag sein Buch "Il Cappello del Mago,"1474* wo er seitenweise die OTO-Artikel aus NUIT-ISIS und eine Ar- beitskopie des vorliegenden Werkes zitiert. Er wird dafuer als "Honorary Mem- ber" des "Caliphats" vorgeschlagen, was er natuerlich ablehnt. Der Folgeband nennt sich: "Il ritorno dello gnosticismo," Varese 1993. "1978 schickte Bertiaux dem in Triest/Italien lebenden Nevio Viola ("Solomon- Phallos-Naaos-Lucifer I") eine Charta [genaueres siehe unten]. Viola organi- sierte dann den OTO und einen aeusseren Zirkel, den er "Corrente 93 - Societa Pansophia per la Nuova Era" taufte [diese Organisation hat nichts mit Traen- kers Pansophie zu tun]. 1982 ernannte der Spanier Lamparter ("Tau Baphomet" X°) Viola zum Repraesentanten des OTOA von Italien, da Bertiaux' Charta nur den OTO abdeckte. 1983 [1988?] machte Viola infolge Gesundheitsproblemen Ro- berto Negrini ("Moloch-Solomon-Phallos-Naaos-Lucifer II") zum Nachfolger von: OTO, OTOA, Ecclesia Gnostica Catholica (Latina), Astrum Argenteum, La Couleu- vre Noire, Illuminati d'Italia und Fraternitas Rosicruciana Antiqua [?], waeh- rend der Memphis-Misraim-Ritus erst am 25.9.1988 fuer Negrini gechartert wor- den ist. Negrini ist eine auffallende Persoenlichkeit: alias "Roberto Lotario di Chiaravalle" fuehrte er am 10.10.1989 oeffentlich im TV auf Canale 5 zwei sexualmagische Rituale vor. Der "Corrente 93" erlitt jedoch mehrere Schismen. Viola will wieder Negrinis Platz einnehmen, dieser sieht jedoch seine 1988- Charta als irreversibel und Bertiaux haelt sich aus allen Kaempfen heraus. "Corrente 93" existiert nicht mehr, einige der Triester Mitglieder sind zu "Frank G. Ripel" (Mr. Perilli) uebergelaufen, der u.a. die "Associazione Orion" fuehrt und ausfuehrlich ueber Sexualmagie schreibt: im Sueden Italiens arbeitet die "Societa Psicofisica di Studi Metapsichici" unter Giuseppe Ierace, einem Neurologen. Negrini fuehrt den OTO und den OTOA mit ueber hun- dert Mitgliedern weiter. Seine Attacken gegen die katholische Kirche und sein Zitieren von Nietzsche und Hitler haben viele Leute abgestossen... In Italien wird vom "Caliphat" keine Notiz genommen, hier identifiziert man ausschliess- lich Negrini mit Crowley und dem OTO. Das "Caliphat" droht [einmal mehr] mit rechtlichen Schritten. Der neuste [1990] Klatsch ist, dass Bertiaux Negrini aus dem OTO und dem OTOA ausgestossen habe (nach dem TV-Skandal). In Sachen FRA gibt es zwei Gruppen in Italien. Eine wird von Negrini in Bolo- gna geleitet, der behauptet, die FRA von Bertiaux und Lamparter erhalten zu haben (falls nun tatsaechlich der Streit zwischen Viola und Negrini bestehen bleibt, werden vermutlich beide die FRA annektieren) [Bertiaux ist gar nicht in der Lage FRA-Chartas zu verteilen]. Die andere Gruppe nennt sich Grupo Pro- meteo-Agape und wird in Mailand von Paolo Fogagnolo geleitet, einem ehemaligen Mitglied von italienischen Terroristen, der im Gefaengnis zum Okkultismus konvertiert ist. Fogagnolo hat eine Charta des Columbianers Gabriel Ramirez Cifuentes {12}. Die Autoritaet von Metzger und Ana Delia Gonzales wird abge- lehnt, dafuer eine Verbindung zu Clymers Rosenkreuzertum von Panama be- hauptet... Uebrigens war Fogagnolo Ursache eines Riesenskandals in der italie- nischen Esoteriker-Szene, als er 1988 die sexualmagischen Rituale von Giuliano Kremmerz veroeffentlichte. Wahrscheinlich um die exorbitanten Gerichts- und Anwaltskosten seiner Prozesse in Sachen Terrorismus zu finanzieren, verkauft F. die Publikationen seines Centro Agape zu immens hohen Preisen. Fogagnolo besitzt ausserdem eine rueckdatierte OTOA-Charta von Lamparter. Negrini beansprucht die Gnostische und Illuminati Sukzession von Bertiaux (der wahrscheinlich Nevio Viola postalisch weihte, der daraufhin Negrini weihte) und von Lamparter. Viola wird nun den italienischen Zweig des OTOA unter Courtney Willis {17} und Lamparter behalten. Negrini, der eine Draconian Academy plant, behaelt den OTO (aber nicht den OTOA), La Couleuvre Noire und die Gnostische Kirche der Bertiaux-Linie, die er christianisierte: die Ecclesia Gnostica Sideralis - Fo- gagnolo moechte mit beiden gute Beziehungen aufrechterhalten und behaelt die FRA. Negrini akzeptiert das "Buch des Gesetzes", Viola nur zum Teil. Das "Caliphat" anerkennt keinen der obenerwaehnten als "wahres" OTO-Mitglied. Viola ver- suchte, eine Zeitlang den OTO als prae-Crowley-Organisation aufzuziehen und dazu vom europaeischen Stellvertreter Bertiaux' vergeblich eine Charta zu er- langen und mit Metzger Kontakt aufzunehmen." Massimo Introvigne, 1990, uebersetzt.
Ergaenzungen zum Bericht von M.Introvigne1475*
Der obenerwaehnte Giuseppe Ierace/"Sokaris Palladius Merlin 777" (Ordensorgan "Sixtrum") versucht im Laufe der Zeit, mit allen moeglichen Organisationen Kontakt zu knuepfen, um deren Bezeichnungen zumindest im Briefkopf fuehren zu koennen. 1986 erstellt sein OTO "Mysteria Mystica Mediterranea" dem Ordo Sa- turni {6} eine "Charter of Friendness and Cooperation." Am 12.11.1986 wird seine krause Charta geschmueckt mit: "Mysteria Mystica Mediterranea, Societas Psychosophica in Italia + Fraternitas Sive Ordo Saturni + Italicus Typhonianus Ordo + ...Memphis e Misraim... AASSR, OTO, Societas Rosicruciana Antiqua, Or- dine degli Illuminati e dell'Ekklesia Gnostica Spiritualis" und Ierace unter- schreibt als "Calabrian Caliphat."1476*

Nevio Viola

- 30.9.1978: Bertiaux macht Viola zum XVI°, was (laut Bertiaux) gleichbedeutend mit dem Diakonat der Ecclesia Gnostica Spiritualis ist. Ebenfalls uebertragen: I* und IX*. - Viola erhaelt am 1.1.1979 ein von Bertiaux signiertes Buch, wo er als 33°, 90° und 97° angesprochen wird. Am 11.5.82 haengt sich Viola an Lamparter. Nun kommen imaginaere Illuminaten- und weitere gnostische Titel ins Spiel. - 7.6.1982: Lamparter anerkennt Viola (noch vom Corrente 93) als I°, X°, XVI° des OTOA von Italien,1477* obwohl Lamparter dazu noch keine Autoritaet be- sitzt. In diesem Jahr knuepft Lamparter Beziehungen mit W.W. Webb, Grant und Zivorad Mihajlovic Slavinski in Jugoslavien {15}. Am 21.3.88 werden gnostische Titel von Viola an Lamparter uebertragen. Undatiert geht von Viola auch ein X°-Titel [!] nach Spanien. - 4.9.1983: Viola verleiht die Wuerden X° (OTO) und XVI° (OTOA) an Roberto Ne- grini (auch bekannt als Robert Klartal). - 25.9.1988: Viola macht Negrini zu seinem Nachfolger. Allein die Titelaufzaehlung nimmt drei A4-Seiten in Anspruch! - 9.10.1988: Negrini erklaert obige [?] Charta fuer ungueltig. - 3.3.1989 Bertiaux akzeptiert Negrini als Violas Nachfolger. - 8.9.1989: Violas OTOA wird von Courtney Willis anerkannt. "I never issued a charter to Mr Negrini... Nevio Viola is my true rep. in Italy" (Bertiaux am 4. Februar 1990). "I wrote him... that he [Negrini] was not an OTOA member" (Lamparter am 25.2.90). Am 1.11.89 gruendet Lotario Roberto Negrini di Chiaravallo seine "Akkademia Pan-Sophica Alpha Draconis."1478* Viola stirbt im April 1993. Negrini uebernimmt sein Erbe.

Paolo Fogagnolo/"Salamina"/"Prometeus"

- 16.8.1985: Erlaubnis von Lamparter, OTOA-Logen zu gruenden. - 3.9.1986: Einweihung in die Athener Martinistenloge "Chevaliers du Christ" durch Tr.Kotzamanis/"Hieronymus". (Nicht identisch mit Emile Danti- enne/"Hieronymus" der FUDOSI) - 20.3.1989: Fogagnolo wird alias "Sar Voluntas Divina" in der von "Sar Hie- ronymus" geleiteten Martinistenloge als Superieur Inconnu in Athen aufge- nommen. - 4.5.1989: Aufnahme in die Bruesseler Martinistenloge "Chevaliers du Christ"/"Loge des Chevaliers Verts." Diese Charta ist mit dem OTO-Lamen ge- schmueckt und von Armand Toussant/"Raymond Panagion" unterschrieben. - 6.5.1989: der Kolumbianer Ramirez Cifuentes {12} ernennt Fogagnolo (nun "Ar- Thon") zum Repraesentanten und Grossmeister der FRA in Italien. Zwei unda- tierte Schreiben von Viola machen Ramirez zum IX° und Vertreter des OTOA. - Ramirez C. macht Fogagnolo zum italienischen Patriarch der Krumm-Hellerschen Kirche [dabei ist Ramirez Cifuentes hoechstens Diakon]. - 4.11.1990: Fogagnolo wird nationaler italienischer Grossmeister des "Orient Universel des Rites Traditionnels" durch Kotzamanis, der nun auch als griechi- scher Memphis-Misraim-Zweig fungiert, wobei Fogagnolo am selben Tag von diesem 33°, 90°, 95° die hoeheren 90°, 95° 96° [!] und 33° erhaelt. - Ramirez Cifuentes erteilt Fogagnolo die drei untersten FRA-Grade und macht ihn postalisch zum Bischof. Fogagnolo ernennt Ramirez am 21.3.90 zum 90° und 95°. - 18.1.1991: F. wird Bischof der Kirche von Antiochien, durch Handauflegen des oberwaehnten "Hieronymus". - im Fruehjahr 1991 datiert Lamparter eine Charta zurueck auf den 28.6.1989 und macht F. zum 33°, 90°, 96° (wobei Lamparter selber die MM-Grade 90° und 95° erst im Herbst 1991 erhaelt!). --- Auch in Frankreich macht sich das OTO-Phaenomen bemerkbar: "A la fin des an- nees 70, un certain Bernard Freon-Montenay crea a Paris l'Ordo Argenteum Astrum le groupe QBLH, la Fraternite Hermetique du Dragon Lunaire, ainsi qu'une loge de l'OTO. Dans un premier temps il a demande une reconnaissance a l'OTO-Califat, puis a pretendu a une filiation avec l'OTO-Antiqua [1983]. De- puis il semble que ce groupe soit devenu l'Ordre des Anges de l'Apocalypse."1479* Dazu William W. Webb, Kopf der QBL Alchemist Church und des Ordo Argenteum Astrum: "In Regard Bernard Freon. In 1980 he wrote me... then I did not hear from him until 1988... he had gone out of his mind... (he was Nuts)."1480* Motta nimmt Freon ebenfalls in seine Liste der Verunglimpfungen auf.1481* Der Italiener Fogagnolo knuepft Beziehung zum franzoesischen Ordenssammler Christian Bouchet, einem Mitglied des dortigen "Caliphats," der am 24.6.1991 von Lamparter eine MM-Charta erhaelt, angeblich "to f[...] the Caliphate" in Sachen Copyrights. Folgerichtig ruft nun Bouchet die Nationale franzoesische Grossloge des Krumm-Hellerschen OTO aus, ungeachtet der Tatsache, dass seine Lamparter-Charta dazu voellig unzureichend ist, da diese keine OTO-Wuerden ue- bertraegt. Da Lamparter erst im Herbst 1991 Memphis-Misraim-Grade erhaelt, sind die von ihm an Bouchet erteilten MM-Grade null und nichtig. Am 1.10.91 wird Bouchet durch Jean-Gilles Malliarakis aus der politisch nationalistischen Bewegung "Troisieme Voie" verstossen.1482* Daraufhin gruendet er die politische Organisation "Nouvelles Resistance" in Nantes.1483* Bouchets Freund, Remi Boyer (angeblich Berater am franzoesischen Justizministerium)1484* gruendet einen "Cercle d'Alexandrie," der sich nicht nur rituellen Praktiken, sondern auch theoretischen Studien (d.h. Materialsam- meln) verschrieben hat. Es ist nicht ganz ersichtlich, ob diese Organisation identisch mit einer sog. Gruppe Thebe ist, wo dieselben Mitgliedernamen auf- tauchen. In den bunt zusammengewuerfelten Reihen dieser Zirkel finden sich nicht nur "serioese" "Forscher," wie Serge Caillet (Memphis-Misraim) oder Robert Amadou (Pretre de l'Eglise Syrienne), der oft bei den Zuercher Freimaurern zu Gast ist, sondern auch illustre Persoenlichkeiten, wie Jean-Pierre Giudicelli de Cressac Bachelerie (Memphis-Misraim in Nizza),1485* der das Lebenselixier ver- kauft oder Jean-Pascal Ruggiu (Golden Dawn in Paris)1486* u.a. Boyer versucht vergeblich, eine FRA-Charta zu erhalten. Im Herbst 1991 loest sich Fogagnolo von den Franzosen, da er als Linksextre- mist diese Herren als zu "faschistoid" empfindet. Fogagnolos "Agape-Prometeo" ist fuer den "revolutionary political fight for Spiritual communism."1487* Der vom Dalai-Lama anerkannte buddhistische Meister Namkhai Norbu verkehrt eben- falls in Fogagnolos Gruppe.1488* Boyer lehnt den Vorwurf "faschistoiden" Verhaltens ab und kontert, dass die FRA-Charta Fogagnolos sowieso nur unter der Bedingung erteilt worden waere, nach der marxistisch-revolutionaeren Linie der italienischen Agape-Gruppe Fo- gagnolos zu arbeiten.1489* Auf jeden Fall hat Lamparter genug von den Franzo- sen und bricht den Kontakt voellig ab "as I am very disappointed with occul- tists, esoterists, orders and fraternities, the most of them being lunatic, dogmatic, swindler, paranoiac, egoistic, ignorant, etc."1490* 1992 verbreitet Courtney Willis vom amerikanischen OTOA Unstimmigkeiten in Eu- ropa, da er diverse Bertiaux-Chartas nicht anerkennt. Bertiaux als sein Chef schweigt sich aus. Julijan Naskov leitet den OTOA und die Couleuvre Noire in Jugoslawien. Mit dem von Bertiaux persoenlich geweihten Ziorad Mihajlovic {13, 15} besteht ein ge- spanntes Verhaeltnis. Am 22.2.1980 verweist Israel Regardie (Sekretaer Crow- leys) Naskov an den "European representative" des OTO: "Our good friend" Her- mann Joseph Metzger. Naskov wird bei Metzger vorstellig, als es aber um die Frage weltweiter Autoritaet geht und Naskov den Namen Motta fallen laesst, wird er von Metzger vor die Tuer gesetzt.1491*

19. PER AFTERA AD ASTRA

Victor B. Neuburg

1909 trifft Crowley den Poeten Viktor Neuburg/Frater "Lampada Tradam"/"Omnia Vincam" (6.5.1883-1940) und benuetzt ihn im Dezember als magischen Partner, um sich in der Wueste Algiers vom thelemitischen "Teufel" Choronzon besessen ma- chen zu lassen und "The Vision and the Voice" zu empfangen. 1910 verfasst Crowley das "Bagh-I-Muattar," worin die Freuden der Paedophilie poetisiert werden (immer wieder als Faksimile [z.B. Morton Press] produziert, aber erst- mals copyrightet von Motta in "Sex and Religion," Nashville 1981: 1991 erneut copyrightet von Martin Starr {13}.) Neuburg ist auch ab Ende 1913 wieder Sexpartner bei den "Paris Workings," "to reconstitute the OTO."1492* Aufgrund dieser Experimente schreibt Crowley die sexualmagischen Instruktionen fuer seinen OTO-Zweig MMM. So existiert zum Bei- spiel nicht nur eine venerale Version des Liber C, sondern auch eine merku- riale. Die wichtigsten OTO-Dokumente, u.a. die Statuten, unterschreibt er nun mit "XI°." Neuburg distanziert sich bald von seinem Meister und stirbt am 31.5.1940. [Mehr ueber ihn in Jean Overton Fuller: "Magical Dilemma," London 1965/1990] Unsicher, wie denn nun der homosexuelle XI° ins OTO-System passe, veroeffent- licht Crowley im Liber CXCIV, dass ueber diesen Grad durch die anderen OTO- Grade nichts zu erfahren sei und er ausserhalb des "general plan of the Order" in seinem eigenen Palast wohne. Trotzdem zeigt seine Synopsis der OTO- Grade,1493* dass der XI° unmittelbar hierarchisch unterhalb des OHO liegt. Da Crowley W.B. Crow gegenueber am 16.7.1944 eroeffnet, der "XI° is only known to the X° degrees," kann die Unentschiedenheit Crowleys in dieser Sache nicht restlos von der Hand gewiesen werden.

Choronzon Club

Aleister Crowley lehrt dem blutjungen, wegen Kokainmissbrauchs unehrenhaft aus der Marine entlassenen Seemann Cecil Frederick Russell/"Genesthai"/"143"/"Fiat Lux" schon im Juni 1918 in New York die praktischen Seiten des IX° und XI°. "Genesthai in ano meo" notiert Crowley in sein Tagebuch. Eine Angelegenheit, die spaeter in der Abtei Thelema auf Cefalu/Sizilien vertieft wird.1494* Im November 1920 zelebriert man daselbst "The Cephaloedium Working" und Crowley notiert aetherbenebelt handschriftlich auf Seite 17 seines Protokolls "that the Paris Working the first model for our present Orgia" gewesen sei. "The De- vil of Lust, the Goat of Mendes, Pan, Baphomet: and spelt fully Ayin is the Erection... the Semen or fluid vehicle of the Spirit, the Elixir of Magick, the Blood..." etc. Crowley gibt Russell den Auftrag, eine eigene AA-aehnliche Organisation zu gruenden. Marc Lully, der die Notizen zur Chronologie im Hause Bertiaux gelie- fert hat {16, 17}, gibt folgendes Initiationsdatum an: Crowley initiiert Rus- sell am 11.5.1921.1495* 1922 sind die beiden jedoch schon zerstritten, und Russell verlaesst Cefalu via Australien nach den USA.1496* 1928 inseriert Russell im "Occult Digest" fuer den "Choronzon Club" (CC), der sich ab 1931 auch "Great Brotherhood of God" (GBG) nennt. Ray Burlingame wird Mitglied. Crowley und Karl Germer sehen jedoch Russells Organisation in Chicago mit ei- fersuechtigen Augen,1497* da es Russell schafft, eine Menge interessierter Leute mit einer "short cut" Methode, das heisst verkuerzten Initiationen, um sich zu scharen, waehrend der OTO mangels Mitglieder einzugehen droht. 40 Mitglieder in Denver, 20 in Long Beach, 75 in Los Angeles, 50 in San Fran- cisco und 25 in San Diego sind das schnelle Ergebnis.1498* Die sexualmagischen Methoden basieren auf Ida Craddocks "Heavenly Bridegrooms."1499* Die Mit- glieder tragen einen $15 teuren Ring. Schisma 1933: ein Treffen im 8. Stock, 410 S. Michigan Avenue, Chicago, wird herbeigefuehrt. Zweck: eine Gruppe ausschliesslich homosexueller Maenner zu gruenden (welche die Basis aller heutigen XI° bildet). Russells Zweig nimmt ab 1936 keine neuen Mitglieder auf. Bald kann man von vier Zweigen sprechen, die aus Russells Ordensgruendung spriessen [A-D]. Ray Burlingame lehnt Russells Vorschlag, den CC zu fuehren, ab, verlaesst 1935 die Organisation1500* und tritt der 2. Agape Loge bei. 1938 hat Russell genug von Sexualmagie, schliesst definitiv seinen von Arley Barber geleiteten CC und zieht nach Kalifornien um. Diese Organisation wird 1956 vom "Neighborhood Pri- mate" von San Diego und Los Angeles Louis T. Culling/"Aquila" wiedererweckt, der ebenfalls Mitglied der 2. Agape Loge ist. Auf Befehl Russells fuehrt Culling den CC erst ab 1956 als "Great Brotherhood of God" ohne den XI° weiter [A].1501* Russell selber aeussert sich eher negativ ueber Culling,1502* beide haben sich nie persoenlich getroffen. Laut einem Brief von Stefan A. Hoeller (Freiherr von Hoeller-Bertram) vom 22.2.88, der Culling getroffen hat, soll das Agape Loge-Mitglied Culling Metzger als OHO akzpetiert haben: "Louis T. Culling... showed me several letters, written by Mr.Germer,"1503* dass Metzger das Erbe des OTO anzutreten habe. Zwischen 1960-63 bittet Culling Hoeller ver- geblich, als organisatorischer Leiter aufzutreten. Culling gibt am 17.4.1971 die Fuehrung "seines" OTO und seine Loge "Thelema Club" an Carroll Runyon Jr. ab.1504* Die Gruppe um Russell in Kalifornien und er selber schwenken zu Rudolf Steiner ueber. Seine Lehren werden von nun an eine unuebersichtliche Mischung aus Gno- stischer Numerologie, I-Ching und Projektiver Geometrie (schon von Frieda Har- ris fuer Crowleys Tarot-Karten verwendet): eine Mixtur, die ohne den XI° aus- kommt [B]. Die zurueckgebliebenen Chicagoer, als bislang einzige XI°Gruppe, halten ihre Treffen an der 64 E. van Burenstreet seit 1941 unabhaengig von Russell ab. In den 60er ziehen sie zurueck an die Michigan Avenue. Ihr XI° wird hierarchisch (oder magisch?) wiederum in Grade/Stufen unterteilt: der XI°=0 ist der hoech- ste Grad [C], was diesen XI° von Crowleys Version unterscheidet. Das XI°- Gradsystem basiert auf Franklin Thomas' "Blocks,"1505* die mit Hilfe von C.F. Russells "Liber B[lock] W[orking]" 1936 geschaffen worden sind. Thomas selber lebt in Kalifornien und ist am 30.6.1936 von Russell in den XI° initiiert wor- den.

William C. Conway

Conway/"Tau Lucifer II" (geb. angeblich am 15. Mai 1865) lebt in Redondo Be- ach, Kalifornien, und wird am 1.1.1945 von Franklin Thomas in die Mysterien des XI° eingefuehrt. Wie Conway das geschafft hat, bleibt noch unklar, da Con- way selber nicht homosexuell gewesen ist. Falls der XI° den lunaren Aspekt weiblichen Menstrualblutes einbezieht oder den Analverkehr auf Frauen aus- dehnt, kann es gut moeglich sein, den XI° via Frauen weiterzugeben. Conway ist Mormone, der diese Christliche Sekte mit dem Druidentum verbinden will. Aehnlich wie der Mormonen-Schismatiker William Schnoebelen ist Conway Hohepriester des Ordens von Melchizedek. Massimo Introvigne hat herausgefun- den, dass der Mormone Schnoebelen/"Syn" am 23.7.1977 von Bertiaux zum Bischof geweiht worden ist.1506* Conway glaubt an Joseph Smith (dem Gruender der Mormonen), akzeptiert den Mor- monischen Fundamentalismus und die Polygamie und verbindet dies mit dem Glau- ben an Reinkarnation. Conway behauptet im Besitz des Steins der Steine zu sein (einer Mormonen-Reli- quie von hoechster Bedeutung) und wird 1955 vom Indianerstamm der Zapoteken auf Yucatan/Mexiko adoptiert, die angeben, Sprachrohr Jesus Christus' zu sein. 1958 verschickt er "An Open Letter," worin ueber die Gefaehrlichkeit der Men- struation und die Heilige Sexuelle Kraft gesprochen wird: den Christus-Samen. Seine Partnerin sei eine indianische Prinzessin, die ihm 1956 durch unbe- fleckte Empfaengnis Zwillinge geschenkt habe. In Conways Briefkopf prangen noch in den 60er Jahren u.a folgende Organisatio- nen: "Ek-Klesian Order of the Oriental Templars, The Ek-Klesia-Hermetic Brot- herhood of Light {11, 17}, Ancient Order of Melchizedek, Order of the Golden Dawn" und er nennt sich Druiden-Hohepriester des Ordens der AA [Dank fuer die- ses Material an James D. Wardle, der Conway persoenlich gekannt hat]. "Conway was 104, in 1969 when he passed, and a tough'ol taurus if I ever saw one" (R.M. Shreves an M.P. Bertiaux, 11.2.1972). Courtney Willis, OHO des OTOA in den USA, behauptet, dass Conway den XI° ausserdem von Victor Neuburg erhal- ten habe.1507*

Roland Merritt Shreves

Auf Shreves/"Tau IX" ist am 25. Dezember 1953 (1954?) eine XI°-Transmission via Conway gekommen. Shreves erhaelt sein "Sex training" von Conways "woman Priestess, as she was a expert" (W.W. Webb, Brief vom 19.3.1991) und eine Weihe am 1.1.1954 von "Franklin Thomas, I think. But it was the XI° in the X° of the CC tradition" (Bertiaux am 10.3.1991). Via Anthony Fisher/"Nemo" (gest. 1974?) gelangt dann der XI° auch auf den schon oefters in dieser Studie zu Wort gekommenen Webb/"Damon". Am 21.8.1962 tauschen Webb und Shreves "Konsekrationen" aus {15}. Betreffend seiner Vergangenheit mit dem XI° und dem O.T.O. leidet R.Shreves an "a lapse of memory."1508*

W.W. Webb

"Geboren bin ich am 11. Mai 1919 in Seattle, Washington, um 06.57 Uhr. Am 7. April 1941 trat ich der Marine bei und diente als "forward observer for the Artillery". Ich nahm an Unternehmen vor den Solomon Inseln, Guadalcanal und anderen Zweit-Weltkrieg-Geschehnissen teil. Am 4. November 1944 heiratete ich Margaret Tinnin in Ramona. 1950, fuenf Jahre nachdem ich die Marine verlassen hatte, begann mein mystisches Leben."1509* Heute ist Webb Astrologe und Kunst- maler. Webb, seine Frau Mary Ann, Fisher und Shreves gruenden 1963 die "Philosophic Gnostic Hermetic Society" (PHGS) in Joshua Tree, eine Art kalifornischer XI°Zweig des CC (unabhaengig von Russell) [D]. Fisher und Webb gruenden die QBL Alchemist Church. Webb uebergibt die PHGS an Shreves. "The Qabalistic Alchemist Church of April 1, 1960 - was founded by over 20 people. High Masons and Ethiopian Alchemest [sic] Church - 10000 of years old, and Eastern Orthodox Catholic. (Arch Bishop Theodotus of New York and Society of Rosicrucians in America...)"1510* Webb bleibt als Bischof der am 1.4.1960 amtlich eingetragenen "Qabalistic Al- chemist Church" und seinem "Ordo Argenteum Astrum" (von dem der englische Ab- leger das Magazin EQUINOX herausgibt) treu.

Marc-Antoine Lullyanov

Geboren am 5.1.1949 in Chicago wird er 1966 Minister der "Spiritual Church," Martinist und Vizepraesident einer Theosophischen Loge in Chicago.1511*

M.P. Bertiaux

Am 31.3.1966 zieht Bertiaux von Wheaton/Illinois nach Chicago um. Die Chicagoer Gruppe [C] ist zur Zeit, als Bertiaux auftaucht, ueberaltert und besteht aus knapp einem Dutzend Leute. Als Material benuetzt man Buecher, die Ruby Jones (C.S. Jones' Witwe) ihnen ueberlassen hat. Diese Buecher werden spaeter von Marc Lully[anov]/"Tau IV" verkauft. Die XI°CC-Leute kommen zu Bertiaux' Theosophischen Vorlesungen, wo das einzig juengere Mitglied, Marc Lully, im Januar 1966 Bertiaux kennenlernt und Mitglied der "La Couleuvre Noire" wird. Bertiaux besucht auch Golden Dawn Gruppen, Martinisten und die Achad-Society (die Ruby Jones fuehrt). In seinen "Historical Reflections" (Tape von 1978) beschreibt Bertiaux die depressive Stimmung und Langeweile, die von diesen Kulten ausging und die als persoenlicher Besitz ihrer jeweiligen Fuehrer ange- sehen worden seien. Die CC-Treffen werden nackt, ohne weibliche Teilnehmer, abgehalten. Mehrheit- lich sind die Teilnehmenden Schwarze, z.T. aus Boxerkreisen. Die Lehren C.S. Jones', Russells und Crowleys lehnt man ab. Bertiaux erinnert sich, dass alles sehr "daemonisch" gewesen sei. Im Januar 1966 wird Bertiaux in Lullys CC aufgenommen.1512* 18. Januar 1967: Marc Lully wird Mitglied der Ecclesia Gnostica Spiritualis unter Bertiaux. 10. August 1967: Marc Lully assistiert beim Austausch der Konsekrationen zwi- schen Bertiaux und Shreves 4. November 1967: Marc Lully und Shreves werden durch Webb postalisch Bischo- efe der QBL Alchemist Church. Die "charter" "is XI°, only."1513* Bertiaux glaubt, dass Shreves ein Repraesentant des "authentischen" OTO sei.1514* 22. Dezember 1967 tauschen Lully und ein George Adams der (oben unter Lully erwaehnten) "Spiritual Church" im Hyde Park von Chicago "Weihen" aus.1515* 25. Dezember 1967: Marc Lully initiiert Bertiaux. 18.1.1972: Lully wird durch Hector-Francois Jean-Maine konsekriert. In den 70er Jahren taucht H.P. Smith haeufig bei W.W. Webb auf. Bertiaux und Lully holen sich bei der PHGS [D] in Kalifornien von Shreves die 64 Blocks von Franklin Thomas. Lully wird 1977 "Imperator" des OTOA und steht angeblich mit Hansen/"Kadoshs" OTO in Kopenhagen {4} in Verbindung. Bertiaux meint, es koenne auch der Skandinavische OTO Reuss-"Papus"'scher Praegung sein, der in den Werbe- broschueren fuer den OTOA auftaucht. Lully verschwindet im September 1978 "in a Roman Catholic Monastery."1516* Bertiaux' "Choronzon Club has no link to Russell's organization: Russell told me so and wrote me so."1517* Bertiaux' XI°-System geht weit ueber das hinaus, was Crowley an wenigem Kabba- listischen oder Praktischen entwickelt hat.1518* "The next Aeon will be male homosexual (Typhon) and lesbian (Ma'at formula) strongly."1519* Eines der Sprachrohre des von C.S. Jones/"Achad" im April 1948 propagierten Maat-Aeons, Maggie Ingalls/"Andahadna"/"Nema" glaubt das jedoch nicht, taxiert die Sexual- magie als ueberbewertet und setzt in ihren Ritualen nicht mehr Baphomet, der weibliche und maennliche Sexualorgane aufweist, in den Mittelpunkt, sondern einen Gynander, der dieselben inwendig verbirgt.1520* "She was asked to accept my authority in the name of AIWAZ, and she refused."1521* Bertiaux, Grant und Ingalls haben sich alle drei zusammen fuer "Achads" Maat-Aeon eingesetzt, sich jedoch nie einigen koennen, wer von den dreien denn nun dessen "Prophet" sei.

"Caliph" McMurtry

McMurtry reaktiviert als "Caliph" am 28.Juli 1978 diesen mysterioesen Grad, indem er Patrick Kings selbstentworfene XI°-Rituale unterschreibt. King/"Meithras" nennt diese Rituale "The Rite of Shiraz" und weist auf das schon erwaehnte "Bagh-i-Muattar" hin.1522* Sein Zweig umfasst drei Mitglie- der.1523* Bertiaux aeussert sich: "the Caliph had no authority to give the XI° as he ne- ver got it from AC or anybody,"1524* was McMurtry zu denken gibt: "the que- stion has arisen as to whether Crowley ever made any homosexual advances to me. The answer is no."1525* "Marashti" und "Valkyrie" gruenden den "Rite of Mitylene" am 12. Oktober 1980 unter McMurtry. Man beschaeftigt sich mit den "Adonis Workings," aber bald ruft Schwester "Egeria" vergeblich aus Neuseeland nach King. "R. Tristan" schreibt einen enthusiastischen Bericht, in Salt Lake City faehrt ein "Shaun" noch Skie, aber dann verstummen die XI°-Signale des "Caliphats" endueltig: Patrick King stirbt an AIDS. Die Wiederbelebungsversu- che des deutschen Zweiges fuer einen XI° bleiben erfolglos. In Australien ist im Sommer 1991 eine an AIDS-Problemen interessierte "Caliphat"-Loge aktiv geworden.1526* Mit der Wahl Breezes zum "Caliph" werden die anfaenglichen Unstimmigkeiten zwischen McMurtry und Bertiaux bereinigt. Statt den magisch wertlosen XI° von McMurtry koennen Interessierte nun einen XI° aus der Bertiaux-Transmission be- ziehen. Zusammen mit Hoggs Bischof-Weihe {15} ist naemlich auch die Uebertra- gung des XI° an Breeze erfolgt. "The transmission has been PHYSICAL so Breeze is linked more closely to Crowley than would be thought."1527* Bertiaux hat jedoch eine eigene Meinung: "We are not a history club or a nost- algia-buffs' coffee shop... We are out for sheer power + good times - fuck the goody-goody worship of the Goddess - shit in her face - I say - CHORONZON! The purpose of the Choronzon Club is to destroy the OTO + to make sodomized mutes out of its members!"1528*

20. REAKTIONEN AUF DIE ARTIKELSERIE

Gemaess Art. 28 g ff. ZGB steht jedermann das Recht auf Gegendarstellung zu, der von einer Tatsachendarstellung betroffen ist. Offen bleibt, welche der beiden Versionen zutrifft. Aus diesem Grund der pressemaessigen Sorgfaltspflicht ist der massgebliche In- formationsteil der vorliegenden Studie in der Zeitschrift AHA von 1990/12 bis 1993/4 vorpubliziert worden. Zusaetzlich ist mehrmals oeffentlich und in direkten Briefen an die Beteiligten um faktische Korrekturen gebeten worden. Das Recht der Gegendarstellung wurde allein von Horst E. Miers (4/91, 8) wahrgenommen. Auf die Artikel im englischen Magazin NUIT-ISIS (ab I:4, Oktober 1988) schreibt "Loki" vom kanadischen "Caliphat" am 6. November 1989 auf deutsch: "Du bist vielleicht schweizer Staatsbuerger, Deinem Wesen nach verkoerperst Du die aergsten Eigenschaften die Deutsche haben koennen: 1) Fanatisch und Rechthaberisch wie Hitler, 2) eingebildet und ueberheblich wie Goering, 3) paranoid wie Hess, 4) uninformiert ueber anderssprachige Laender wie Ribbentropp, 5) kombinierten Intellekt von Kaltenbrunner und Streicher. Deine Artikel haetten im "Stuermer" ganz gut einen Platz gefunden. Dein Kampf gegen die Windmuehlen ist uns allen langweilig geworden." Helen Parsons-Smith am 19.1.1990: "You would do yourself a great favour merely to just file this project for history to justify and assert its place in the minds of intelligent and educated individuals." Ein Leser der Artikelserie in AHA, Matthias Wenger: "Ist das etwa die Creme der Erleuchteten, sind das die Fuehrer in ein Neues Aeon? ... Kreaturen, die aufeinander eifersuechtig sind, auf ihren Erfolg, ihre Frauen und (oder) Maen- ner, die sich ihren Geiz, ihre gekraenkte Eitelkeit, ihre Existenzangst, ihren kleinbuergerlichen Karriereterror alles kosten lassen, was man bei grosszuegi- ger geschichtlicher Betrachtung als thelemitischen Ruf bezeichnen koennte! ... Jedenfalls bleibt eine bittere oder eigentlich gar koestliche Erkenntnis nach der amuesanten Lektuere zurueck: Statt Crowley zu imitieren oder in seinem Schlepptau zum Pontifex Maximus des Neuen Aeons zu degenerieren, muss jeder in eigener Verantwortung seinen wahren Willen finden und verwirklichen. Da helfen auch die wandernden Bischoefe nicht weiter, wandern wir an ihren muffigen Al- taeren vorueber".1529* Fraeulein Aeschbach am 9.6.92: "Ausser einigen Dokumenten - teils auch fragwuerdiger Art - enthalten Ihre Ausfuehrungen derart viele falsche, unkorrekte, tendenzioese Angaben, dass es uns sinnlos erscheint, darauf einzugehen. Wenn wir es als unangemessen erachten, Ihre Darstellungen zu berichtigen, heisst das keineswegs, dass wir sie als richtig anerkennen. Die Verantwortung, die Sie mit diesen Veroeffentlichungen auf sich laden, muessen Sie selber tragen... P.S. Allfaellige Berichtigungen werden wir zu einem spaeteren Zeitpunkt in ei- ner eigenen Veroeffentlichung vornehmen."1530* Helmut Moeller: "Es muesste Ihnen doch klar sein, dass die Art und Weise, WIE das sicherlich interessante Material von Ihnen praesentiert wird, wissenschaftlich zu wuenschen uebrig laesst. Ich habe jahrelang Ihre nach Form und Inhalt - gelinde gesagt - eigenwilligen Briefe beantwortet. Da anscheinend Winke mit dem Zaunpfahl wirkungslos blieben, komme ich wohl jetzt nicht mehr umhin, Ihnen im Klartext mitzuteilen, dass ich keine Briefe mehr beantworten werde und Sie ersuchen muss, weitere Kontaktversuche zu unterlassen."1531* Ellic Howe zu einer Arbeitskopie vorliegender Studie: "I have spent most of yesterday reading your fantastically interesting work and am full of admira- tion for the quality of your research. Your character sketches of Metzger, Germer & Co are really marvellous and I was glad to read a sympathetic por- trait of my old friend Oscar Schlag... So from me a loud bravo!"1532* In einem persoenlichen Gespraech kurz vor seinem Tode fasst Howe seine Erfahrungen im Zusammenhang mit seinen jahrelangen Recherchen ueber Geheimbu- ende zur Quintessenz "Never trust an occultist" zusammen.1533* Dem bleibt nichts hinzuzufuegen.

21. DANK FUER MATERIAL UND/ODER AUSKUNFT

"The occult world has not heard the last of the sex magicians." Francis King: "The Sex Magicians," in "Fate & Fortune," London 1974, 22 M. Ach, C. Almagro, Robert Amadou, Michael Aquino, Paul R. Audehm, Annemarie Aeschbach, J.P. Giudicelli de Cressac Bachelerie, Andrea L. Bacuzzi, Gundula Bader, William R. Barden, Georges Berard, Ulla von Bernus, Ethel Bienz, Hul- drych Blanke, Anneliese Bergmaier, David Bersson, Michael P. Bertiaux, Alenka Bone, Anita Borgert, Christian Bouchet, Remi Boyer, William Breeze, Njora Ca- brales A., Andrea Cassinasco, Jorge Cruz Toquica, Ana Delia Gonzales, Ottmar Domainko, Ewald Dorpheide, John H. Drais, Elisabeth Droz, Josef Dvorak, Oswald Eggenberger, Martin Erler, Juergen Finkler, Karl Frick, Paolo Fogagnolo, Hum- berto Fuentes Villalobos, Hansruedi Giger, Hermann Gilomen, Kenneth Grant, Al- len H. Greenfield, Steve Grochocinski, Friedrich-W. Haack, Hans Thomas Hakl, Friedrich Haenssler, Clive Harper, William Heidrick, Dieter Heikaus, Alice Herder, L. und M. Hochstrasser, Stephan A. Hoeller, Claas Hoffmann, Ellic Howe, Maggie Ingalls, Massimo Introvigne, Urs Imoberdorf, Alfred Jaeger, Wal- ter Jantschik, Elisabeth Jenny, C.H. Joedicke, Wolf H. Kallfass, Herr und Frau Koller, Markus Kumer, Manuel C. Lamparter, Matthieu Leon, Georg T. MaKowiak, Vladimir Madic, Robin P. Marchev, Gary Allan Martin, James M. Martin, Hermann Medinger, Michael Mellinger, Martha Mierendorff, Horst Miers, Helmut Moeller, Julijan Naskov, Alcides Navarro Roncagliolo, A.R. Naylor, Albrecht Goetz von Olenhusen, Robert F. Paul, Duval Ernani de Paula, Bjarne Salling Pedersen, Bertil Persson, Ruben Pilares Villa, Theo Pinkus, Sigrid Plutzar, Gerald E. Poesnecker, Jean Prevost, Rafal T. Prinke, R. Puschmann, Gabriel Ramirez Ci- fuentes, Carl A. Raschke, Keith Richmond, Dieter Rueggeberg, Claudio Sacchi, Gabriel Sanchez Gaviria, Oscar Schlag, Eva-Maria Schloeter, Oswald Schrey, Reinhard Schubert, Phyllis Seckler, Gregory von Seewald, Timothy D'Arch Smith, Helen Parsons-Smith, Dario Spada, Martin Starr, Emil Stejnar, Norbert Straet, Arild Stromsvag, Walther R. Studinski, Paul Sturges, Harald Szeemann, Gregory Tillett, Roberto C. Toca, Charles Waldemar, James D. Wardle, W.W. Webb, Bar- bara Weisz, Courtney Willis, Gertraud Zellhuber Ritterhausgesellschaft Bubikon, versch. Alfred Adler-Institute, versch. Pri- vatdetektiv-Bueros, Schweizerische Meteorologische Zentralanstalt, Opernhaus Zuerich, Quick, Ferenczy Verlag, Administration Comunale Autigny, Gemeindeamt Stein, Militaerdirektion des Kantons Zuerich, Bischoefliche Kanzlei St. Gal- len, Kantonsgericht von Appenzell Ausserrhoden, Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz, Gemeinde Bendestorf, Stadt- und Bezirksbibliothek Leipzig, Sphinx Verlag, Karl-Marx-Universitaet Leipzig, Deutsche Buecherei Leipzig, Bundesverband der deutschen Volksbuehnen Vereine e.V., Buergermeisteramt Al- lensbach, Bundesarchiv Koblenz, Stadt Frankfurt am Main, Leo Baeck Institute NY, Schweizer Schriftsteller-Verband, Magistrat der Uni Marburg, AMORC, Verei- nigte Grosslogen von Deutschland, Rosenkreuzer-Gemeinschaft (Heindl), Deut- sches Institut fuer Filmkunde, Axel Springer Verlag, Staatsarchiv Bremen, Schweizerische Landesbibliothek, Einwohner- und Fremdenkontrolle der Stadt Zuerich, Einwohneramt St. Gallen, Bremer Theater, STERN, Einwohnermeldeamt Hildesheim, Einwohnerkontrolle Davos, Theosophische Gesellschaft Berlin, Huma- nities Research Center in Texas, Warburg Institute London, Embassy of the US in Bern, Aerztekammer Berlin, Deutsches Freimaurer-Museum Bayreuth (Herbert Schneider), Deutscher Tempelherren-Orden, Ordo Militiae Crucis Templi, Self- Realization Fellowship, Haack-Archiv Muenchen, Redaktion MAGNET Dank fuer Korrekturen und Ratschlaege: Oscar R. Schlag, A. Haas, Christa M. Stalder, Markus Haefliger, Stephan Koenig und besonders: Kristin T. Schnider. Mitgeholfen an Uebersetzungen aus dem Spanischen und Portugiesischen haben Verena T. und Alberto P. Vorbereitung des Bildmaterials fuer den Begleitband "Materialien zum OTO": Markus Meier. Satz: Peter Oertel, SBS Zuerich 9. Maerz 1994

22. BILDMATERIAL UND PERSONENREGISTER

[fehlt in der online Version) ------------------------------------------------------------------------------

FUSSNOTEN

1* Faksimiles von massgeblichen Unterlagen zu vorliegender Studie. Erscheint in einer limitierten Auflage unmittelbar nach vorliegender Studie 2* AHA (Bergen/Dumme 1991-93), NUIT-ISIS (Oxford 1988ff.), Theosophical Hi- story (California State University 1992ff.) und diverse Okkultmagazine in Ka- nada, Peru, Italien und Deutschland 3* Der sozial geaechtete "Klatsch" scheint in den OTO-Gruppen weniger ein so- ziales Regulativ als vielmehr (Hand in Hand mit der hierarchischen Struktur) ein Machtinstrument der Unterdrueckung zu sein 4* ueble Nachrede (Art. 173 StGB), Verleumdung (Art. 174 StGB), Beschimpfung (Art. 177 StGB). Peter Nobel: "Leitfaden zum Presserecht," Zofingen 2. Auf- lage ohne Jahr, 116 5* Norbert Straet ("Caliphat"), Brief vom 9.1.1987 6* Da die Historie eines magischen Ordens auch zu dessen Magie gehoert ==> Tanya M. Luhrmann: "Persuasions of the Witch's Craft," Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1989, 13: "they are not very concerned about the objective 'truth' of their beliefs." 45: "They share, however, a common vision of [the history] of their past, differing only on whether this past is myth or legend. Many of them say that the truth of the vision is unimpor- tant." Aehnlich aeussert sich "Caliph" William Breeze, Leiter des 1977 neu- gegruendeten OTO in den USA ("Caliphat"), in der Zeitschrift ABRASAX Nr.16 (Texas 1992), wo er die Geschichte seiner Gruppe einen Mythos nennt. Inter- views u.a. mit Mitgliedern des deutschen "Caliphat"zweiges in: Achim Otremba: "Magie in Deutschland," Bergen 1992 7* Z.B. F.-W. Haack: "Die Freibischoeflichen Kirchen im deutschsprachigen Raum," Muenchen 1980, viii 8* An den Autor gerichtete Briefe duerfen sogar ohne Einschraenkung in extenso publiziert werden 9* Eine HIV-Infektion ist z.B. Bestandteil der Intimsphaere 10* Eberhard Spangenberg: "Karriere eines Romans," Muenchen 1982, 168 und 207 11* Die Persoenlichkeit endet mit dem Tode, Art. 31 ZGB 12* Crowley identifiziert dieses Wesen mit einem Botschafter Satans - sich selber sieht er als Prophet dieses Aeons des Horus 13* Quelle des Konzepts von "Thelema/Tu was Du willst" ist bei Rabelais "Gargantua und Pantagruel," bei Augustinus und bei Nietzsche zu finden 14* Kenneth Grant: "Remembering Aleister Crowley," London 1992, 47 15* Dazu auch Margot Adler: "Drawing Down the Moon," erweiterte Auflage Boston 1986, 98 16* Die handschriftlichen Originale befinden sich im Warburg Institut London, Fotokopien davon im Haack-Archiv Muenchen 17* Abbildung in: AHA 8/91, 16 18* Die erste Agape Loge in Kanada stand unter der Fuehrung von C.S. Jones 19* Korrespondenz mit Josef Dvorak: publiziertes und unpubliziertes Material von Reuss und Crowley (z.T. in AHA publiziert, z.B. Crowleys "Emblems and Mode of Use" in: AHA 4/91): Crowley: "Amrita" (King Beach 1990): Francis King: "The Secret Rituals of the O.T.O." (London 1973): Gerald Yorke: "666, "Sex" und der OTO," (AHA 6/91). Josef Dvorak/"Nemo" (geb. 1934 in Wien), "Satanologe" und Interpret Carl Kellners, hat seit einigen Jahren sein Manu- skript "OTO-Tempel des Satans" beim J&V-Verlag liegen {9} 20* Die Verwendung von Sexualsekreten ist "altes" gnostisches Gedankengut, Beispiel in: Robert Haardt: "Die Gnosis," Salzburg 1967, 66ff. 21* "Parsifal und das Enthuellte Grals-Geheimnis," AHA 6/92, 15 und im "Theodor Reuss Reader," Hrsg. von Koenig, Muenchen 1993 22* Die amerikanische Neugruendung des OTO von 1977, das "Caliphat," streitet dies ab: "O.T.O. does not practice medicine." Thelema Lodge Newsletter vom September 1993, Berkeley 23* Der Gruender des Thule-Ordens, Rudolf von Sebottendorff, soll ebenfalls MM-Mitglied gewesen sein: Ellic Howe: "Rudolf Freiherr von Sebottendorff," Manuskript London 27.6.68, 39 24* Text vollstaendig in: AHA 8/91, 9ff. 25* Frick II, 404 26* Galtier, 297 27* 0-Nummer der Oriflamme, Beiblatt zu "Die Uebersinnliche Welt," Dezember (?) 1901 28* Sigrid Plutzar, Brief vom 6.11.92 29* III:1, Januar 1990, Fullerton, 17 30* Crowley an F.M. Spann, Brief am 13.1.1936. Lamen in: "Der Kleine Theodor Reuss Reader," Koenig 1993 31* Aleister Crowley an Smith, Brief am 3.1.1935 32* Z.B. auf dem Umschlag von "Theatre de La Rose + Croix - Babylone," Paris 1895. Literatur: Gerard Galtier: "Maconnerie," 198 33* Jubilaeumsausgabe der Oriflamme, Schmiedeberg 1912, 14 34* Unterschrift auf der Einladung zum Kongress 1908 und "Initiation," Paris, Oktober 1908 35* Laban de Laban: "Memorandum pour les Dames" 1918. In: R.S. Clymer: "Rosicrucian Fraternities in America" Volume II, Quakertown 1937, 317. Die Oriflamme Dezember 1909, 1, gibt fuer Detre noch die 33°, 90° und 95° an: siehe auch "Mysteria" Januar 1913 36* Wiener Freimaurerzeitung 7/8, August 1929, 13 37* Galtier, 302, 336 38* Jubilaeumsausgabe der Oriflamme, Bad Schmiedeberg 1.6.1912, 14. Faksimile in: AHA 9/91, 22 39* #6 vom Juni 1913, 191 40* Rafal T. Prinke: "Polnischer Satanismus und Sexualmagie," in: AHA 9, Ber- gen 1991, 18ff. 41* Serge Caillet: "Franc-Maconnerie," 52 42* Nachfolger in England und Irland wird Henry Meyer 33°, 90°, 96°. Oriflamme Juli 1913, 2 43* "Mysteria" 1, Paris Januar 1913, 83. "Initiation" Januar 1911 44* "Mysteria" 2, Paris Februar 1913, 179 45* Oriflamme, Schmiedeberg Dezember 1909, 1 46* Faksimile in: AHA 9/91, 21 47* Eine Auflistung aller Mitglieder mit ihren Daten, Wuerden, Pflichten, Schulden und eine Beschreibung der fuer den Orden wichtigsten Ereignisse 48* "Mysteria" 2:1, Paris 1913, 191 49* Francis King: "Magic," London 1975, Foto auf Seite 60 50* Georges Virebeau: Prelats et Franc-Macons," Paris 1978 51* Wiederabgedruckt in: "Der Kleine Theodor Reuss-Reader", Hrsg. P.R. Koenig, Muenchen 1993 52* Zur "Hermetic Brotherhood of Light": "Theosophical History" 2:5, London 1988, David Board auf Seite 149. "Theosophical History" 3:3, Fullerton 1990, Joscelyn Godwin auf Seite 66 - derselbe auch in: 3:5, 1991, 137 53* Unterschrift auf Faksimile in: Clymer II, 391. Die hier produzierte Charta gleicht derjenigen voellig, die Crowley 1913 fuer den Ritus Philosophicus Italianus von Reghini erhalten hat 54* Galtier, 329. Howe/Moeller, 251 55* Dr. Carl Kellner: "Yoga. Eine Skizze ueber den psycho-physiologischen Teil der alten indischen Yogalehre. Dem III. Internationalen Congress fuer Psycho- logie gewidmet", Muenchen 1896 56* Der Interpret Kellners, Josef Dvorak, glaubt sich an Edward Lytton Bulwers "Zanoni" (Stuttgart 1867) erinnert. Vortrag "Vom Wiener O.T.O. zum modernen Satanismus," in Zuerich am 5.4.93 57* "Im Archiv der "regulaeren" Wiener Grossloge gibt's ueber Kellner ueber- haupt nichts... Aehnlich ergings uns (den Kellners und mir) in Adyar bezueg- lich Mitgliedschaft bei der Theosophie." Josef Dvorak, Brief vom 13.7.92 58* Frick II, 462ff. 59* Bad Schmiedeberg 1920: in: AHA 2/92 60* 24.6. 61* "Betasten der gegenseitigen phalli... als Yogauebung." Wiener Freimaurer- zeitung 9/10 vom Oktober 1929, 26 62* Carl Lauer gibt ab 1908 die "Andreas-Blaetter" in Leipzig heraus, die ein aehnliches Signet wie die Oriflamme tragen 63* Der X° des OTO, ein rein administrativer Grad, der jedoch zur Wahl des OHO befaehigt, nennt sich "Rex Summus Sanctissimus" 64* Karl Germer vermutet, dass Henri Birven {5} Informant der Nazis gewesen ist (Brief an Unbekannt, am 18.7.52). Die etwas ueberraschende Erwaehnung Krumm-Hellers, gegen den Birven eine besondere Abneigung hegt, legt diese Vermutung nahe 65* Nr.19-20, Paris 1931, 461-547. Auszug in: AHA 6/92, 6 66* Paul Sturges, Brief vom 8.7.93 67* Frick II, 465 und Howe/Moeller, 305ff. 68* Berlin und London 1914, 7 69* Laut Karl Brodbeck (IO) das Gruendungsjahr des Martinismus, "Freimaurerlogen," Bern 1948, 108 70* James Webb: "the occult establishment," Illinois 1976 3. Auflage, 168 71* Frick II, 429. Clymer, Book of Rosicruciae II, 70 und "Rosicrucian Frater- nities in America" I, Quakertown 1935, 411. Joscelyn Godwin in: "Theosophical History" (wie oben) 72* Aehnlich auch in: Oriflamme 23, Zuerich Januar 1963, 266 73* Oriflamme Nr 1, Januar 1911, 4 74* W.C. Archard, Zuerich 1925, 18ff 75* Berlin 1903, 6 76* Original in griechischen Lettern 77* Oriflamme Nr. 2, Muenchen 1906, 49 78* Andreas-Blaetter 1, Leipzig 1908, 5 79* R.A. Gilbert: "Golden Dawn Companion," Wellingborough 1986, 240, wo auch Encausse als Mitglied von 1895 aufgefuehrt ist 80* Rudolf Steiner: "Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskulti- schen Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914," Dornach 1987 81* R.P. Marchev: "entspricht weitgehend dem "altschottischen Ritual aus Ame- rika"," Tau II, Bayreuth 1990, 32 (ebenfalls als erweiterte Version zirkulie- rend: "Wahrheitssucher und Schwindler," Auflage 50). Abbildung der 1. Seite in: AHA 3/11, 10. Rituale publiziert im "Kleinen Theodor Reuss Reader," Muen- chen 1993 82* Crowley an Jane Wolfe, 7.7.1919, zitiert nach Phyllis Seckler (geboren 1909 in Kanada, Mitglied der 2. Agape Loge seit 1939): "In the Continuum" (ITC) II:6, Oroville 1979, 23 83* Eugen John Wieland wird am 18.8.1912 in Muenchen ein 18° 84* Juni 1912, Crowley an G.M. Cowie, Brief am 7.9.1914, zitiert in Gerald Yorkes Brief an R.S. Clymer vom 28.2.48 85* "The Equinox" III:1, das sogenannte "Blue Equinox" (blauer Umschlag), De- troit 1919 86* "Nuit-Isis" 1:2, Oxford 1987, 21 87* Der Baron Giulio Cesare Andrea Evola bezieht in seiner "Metaphysik des Se- xus" (Frankfurt 1983) Stellung zu Crowley. Zur Biographie Evolas siehe Eduard Gugenberger und Roman Schweidlenka: "Mutter Erde," Wien 1987, 129 88* Teile dieser Rituale sind viel spaeter entstanden {7} 89* Martin P. Starr will diese Korrespondenz im Warburg Institut London gese- hen haben, Brief vom 20.9.1990 90* Weitere Literatur: Harald Szeemann: "Monte Verita," Milano 1978: Martin Green: "Mountain of Truth," New England 1986: Robert Landmann: "Ascona Monte Verita," Frankfurt 1971: "Antologia di Cronaca del Monte Verita," Locarno 1992 91* Nekrolog von M. Bergmaier im August 1955, 6 92* Reuss/"Ur-Uter": "Parsifal und das Enthuellte Grals-Geheimnis," Schmiede- berg 1914, 12: Manuskriptseite 6 der Version vom 9.9.1919 in Hilfikers Be- sitz: Ersteres wiederabgedruckt in: AHA 6, Bergen 1992, 14 und im "Kleinen Theodor Reuss Reader." Crowley verarbeitet schon 1918 Auszuege daraus in sein Liber Aleph. Charles Stanfeld Jones schreibt alias "Achad" 1923 (Chicago) in "The Chalice of Exstasy" ebenfalls ueber Parzival 93* 0° am 19.8.1917: I° am 24.10.1917: II° am 13.4.1918: III° am 2.9.1921 94* Bolliger, Magnaguagno, Meyer: "Dada in Zuerich," Zuerich 1985 95* Lugano und Zuerich, 20.10.1917, Reuss unterschreibt als 33°, 97°, X°, O.H.O. 96* Veronika Schaefer, Dramaturgin am Opernhaus Zuerich, "Der Name taucht in unseren Jahrbuechern (beginnend 1922) nirgends auf." Brief vom 22.6.90 97* "Alpina" 4, Lausanne 1983, 123 98* Gespraech am 26.2.88 99* London 1991 100* Abbildungen in: AHA 3/91, 7 101* Marchev in: TAU, 24 102* Faksimile in: Clymer, Fraternities II, 1937, 317 103* Protokoll vom 6./7. 11. 1920, 3 104* Undatiertes Vortragsmanuskript vom Fruehjahr 1918 105* Ausser den 1°, 2°, 3°, 18°, 30°-33° werden alle Grade per communicatio erteilt 106* Am 15.9.1919 werden diese Herren durch Thomson zu 33° ernannt 107* Protokoll vom 30.5.1919 108* Abbildung in: AHA 3/91, 8 109* Reprint in: "Der Kleine Theodor Reuss-Reader," Hrsg. P.R. Koenig, Muen- chen 1993 110* Marchev, TAU, 24 111* Faksimile in: AHA 8, Bergen 1991, 13 112* Unterschrift im Antwortschreiben zur Einladung an den Kongress 113* Crowley: "Magical Record," London 1972: 4.2.1920 "stroke of paralysis" 114* Frick II, 478 115* Crowley: "Confessions," London 1969, 714 116* Der 18. Grad ist einer der wenigen aktiven im 33-Grad-System 117* Einladung vom Januar 1920, 2 118* Ansprache an die 33°, ohne Ort und Datum, 2 119* Schmiedeberg 1920 und AHA 2, Bergen 1992 120* "Okkulte Politik" in: AHA 1, Bergen 1992 121* Crowley: "Magical Records," London 1972, 132 und 148 122* Howe/Moeller, 244 und 327 123* Faksimile in: Clymer I, Quakertown 1935, 380 und II, 283 124* Crowley verlangt am 28.1.1936 vergeblich 125'000$ von Lewis. Das Zitat stammt aus Crowley an F.M. Spann am 13.1.1936 125* Crowley an Smith, Brief am 3.1.1935. Fast wortwoertlich dasselbe dann an F.M. Spann am 13.1.1936 126* Bjarne Salling Pedersen, Brief vom Sommer 1993 127* Die "Wiener Freimaurerzeitung" Nr.2 und 7/8 von 1929 bietet schon 1906 den 32° an: 1921: Illuminat von Berlin, Gralsritter und Gnostischer Primat 128* Wiener FMZeitung 2/1929, 30, und 7/8 von 1929, 16. Betr. der Rituale, Brief von B.S. Pedersen vom Sommer 93 129* Wiener FMZeitung August 1929, 16 130* Francis King: "Secret Rituals of the O.T.O.," London 1973, 26 131* Wiener FMZeitung 7/8 vom August 1928, 17 132* W.C. Hartmann: "Who's Who," 70 und 79 133* Bjarne Salling Pedersen meint, Hansen habe sich "Baphomet" genannt, Brief vom Sommer 1993 134* Heinrich Wendt an Yorke, 1957. Zitiert auch in: Ellic Howe: "Golden Dawn," London 1972, 282 135* Wendt an Yorke am 24.11.1957. 136* Grunddahl Sjallung an Crowley, ca. 1938, Warburg Institut 137* Karl Germer an C.H. Petersen, Brief am 6.1.54 138* Zitiert nach "In the Continuum" III:10, Oroville 1986, 41 139* Green: Mountain, 145 140* "Das Gesicht Englands," Schmiedeberg 1915, 4 141* Francis King: "Sexuality, Magic and Perversion," London 1971, 143 142* Faksimile publiziert im Reuss-Reader 143* Howe/Moeller, 249 144* Martin P. Starr, Brief vom 20.9.90 145* Serge Caillet: "Franc-Maconnerie," Paris 1988, 110 146* Serge Caillet: "Sar Hieronymus," Paris 1986 147* Clymer, Book of Rosicruciae II, Quakertown 1949, xxvi, xxx und 224, 266 148* Gespraech am 30.10.90 149* Harald Szeemann: "Monte Verita," Milano 1978, 15 und 34. Green, Mountain, 172 150* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 und Grosche an Metzger, Brief am 3.11.50 151* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 152* "Blaetter fuer angewandte okkulte Lebenskunst" 77, Berlin August 1956, 3 153* "Journal de Geneve" vom 7.6.1926, 5 und vom 28.7.29, 4 154* Kompilation aus R.M. Luescher/W. Schweizer: "Leben im Widerspruch," Zue- rich 1987, Zitat von Seite 26 155* Metzgers Oriflamme 96, Zuerich 1969, 1062 156* C.G. Jung: "Briefe" Hrsg. A.J. Jaffe, Dritter Band 1956-1961, Olten 1973, 87, 222, 225, 256 157* Zuerich 1954 158* Francis King: "Sexuality, Magic and Perversion," London 1971, 194. King ist 1971 mit Liza Miller auf Besuch in Stein, Appenzell, 195 159* Die Kantonale Fremdenpolizei Graubuenden findet keine Angaben weder ueber Frau Jantzen noch ueber Frau Sprengel. Briefe vom 25.1. und 3.2. 1988 160* Oscar R. Schlag am 22.1.1988 161* Metzger: "Summarischer Bericht an Sor\Sascha Germer," Fruehjahr 1963 162* Metzger an Germer, Brief am 12.6.51 163* Werbezettel fuer "Schriftanalysen, Vergleichs- und Eheanalysen" 164* Interview mit Alice Herder am 12.8.1992 165* Theo Pinkus, Brief vom 29.6.88 166* Gundula Bader, Brief vom 23.4.88 167* Gespraech mit Schlag. Diese rund 30 Gespraeche haben sich ueber drei Jahre, von 1987-1990 hingezogen, und werden hier nicht zeitlich naeher be- stimmt 168* H.J. Metzger an Karl Germer, Brief am 12.6.51 169* Peregrinus: ein freier nichtroemischer Buerger innerhalb der roemischen Gesellschaft, der nicht alle roemischen Buergerrechte besitzt. "Ostia, latei- nisches Unterrichtswerk," Band I, Zuerich 1985, 115 170* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 171* Ethel Bienz, Brief vom 21.8.88 172* Starr im Vorwort zu "Amrita," Chicago 1990, xi 173* Crowley an Yorke, Brief vom 27.10.1928 174* Crowley an Henri Birven, Brief am 8.10.1929. Original im Warburg Institut London, zitiert auch von Grant: "Crowley and the Hidden God," London 1973, 62 175* "Caliph" William Breeze an seinen deutschen Mitbruder Norbert Straet, dann Brief vom 11.3.87 176* Vereinigte Grosslogen von Deutschland, Brief vom 18.1.88 177* Fritz Uhlmann: "Leitfaden der Freimaurerei," Basel 1933, 94, 370ff. Fritz Bolle an Arnold Schwengler, Brief am 21.11.76 178* Howe/Moeller, 238 179* Ausstellungskatalog zur Sammlung Oscar Schlag: "Wissende, Eingeweihte und Verschwiegene," Zuerich 1986, 123 180* Traenkers Vorwort zu "Kleines mystisch-magisches Bilderbuechlein" 1623, Leipzig 1925, 234 181* Karl Germer an Max Schneider, Brief am 8.11.1935 182* Howe/Moeller, 263 183* Original Berlin 1925, wiederabgedruckt in: "Blaetter fuer angewandte ok- kulte Lebenskunst" 53, Berlin 1954 184* Gebhardi ist 1906 OTO-Mitglied unter Reuss: Oriflamme Juli-Dezember 1906 185* Clymer R.F. in: America II, 351 186* Henri Birven: "Aus dem Leben Aleister Crowleys," Metzgers Oriflamme 118, Zuerich 1972, 1341 187* Auszuege aus Briefen Crowley's 188* Ebenso Crowley an F.M. Spann, Brief am 13.1.36 189* Januskoepfiger Mittler zwischen Gut und Boese, durch Eros zu Fall ge- bracht. Dorothea und Friedrich Schlegel: "Geschichte des Zauberers Merlin," 1804 190* Traenker hat die Prozesse gegen Crowley verloren und in der Folge seine Druckerei und Buechersammlung aufgegeben, um die Kosten zu decken. Nach Cly- mer II, 350 191* Vollstaendig in: AHA 12, Bergen 1991 192* Vollstaendig in: AHA 7, Bergen 1991 193* Hier zitiert Birven R.S.Clymer II, 349 194* Der genaue Wortlaut und weitere Anekdoten in: Henri Birven: "Meine Begeg- nung mit dem Meister Therion," in: "Hain der Isis," 259 195* Clymer, R.F. in America II, 350 196* 10-seitiger Brief von Germer an Traenker am 28.10.25 197* Crowley an J. Parsons am 19.10.1943. Zitiert nach Phyllis Secklers "In the Continuum" IV:2 Oroville 1987, 31 198* Bernhard Beyer, Vorwort in: "Das Lehrsystem des Ordens der Gold + Rosen- kreuzer," Muenchen 1978 199* Nummer 1/2 vom Oktober 1928. Die Nummer 3/4 fuehrt die Liste nicht mehr auf. Keine weitere Ausgaben mehr erschienen 200* Faksimile in: AHA 12, Bergen 1991, 14 201* "Gib mir an, in welcher Staerke und Menge Dein kostbares Sexualfluid aus- gestroemt ist, versuche es irgendwie zu messen (Fingerhut etc.)" Heinrich Traenker an eine Ordensschwester am 8.11.1926, aus Alfred Strauss: "Die ent- schleierten Sexualmysterien der Pansophie," Graz ohne Datum. Auszuege in: AHA 12, Bergen 1991, 13 202* Faksimile in: AHA 6/91, 6 203* Clymer II, 352 und 391 204* Lewis an M. Carl, Brief am 16.2.34 205* Faksimile von Reuss' SOTOM in: AHA 1/92, 23 und im "Reuss Reader," 20 206* Die Anatomie des Koerpers Gottes, Erneuerung Aegyptens, Kristall-Vision durch Kristallschauen, Q.B.L. 207* Dazu William Heidrick, treibender Faktor hinter dem "Caliph" der 3. Agape Loge: "I tend to accept it." Im Brief an James M. Martin am 8.5.87 208* "ITC" IV:9, Oroville 1990, 35 209* Da die FS nach dem Zweiten Weltkrieg das zuerst 10-gradige Ordenssystem auf 33 Grade aufblaeht, bietet es sich an, nach Freimaurervorbild den 18° als aktiven Rosenkreuzergrad einzufuehren 210* Metzger an Grosche, Brief am 23.10.50 211* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 212* "45. Organisationsbericht" 213* Walter Studinski, Brief vom 2.3.88 214* Ebenfalls in: Oriflamme 86:931, 1968 215* Quelle wie oben 216* Oriflamme 42:501 und "Erleuchtete?," 188 217* "Fraternitas Saturni," Frankfurt 1971, 33, 37 218* Horst E. Miers: "Lexikon des Geheimwissens," 6. Auflage Muenchen 1986, 23 219* Erler an Metzger, Brief am 11.10.70 220* In: "Kantstudien" 29, Berlin 1913 221* "Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1911-1965," Muenchen 1965, 539 222* Metzger in: "Oriflamme" Nr. 107, Zuerich 1970, 1204 223* Zu Meyrink und Hanns Heinz Ewers: Thomas Woertche: "Phantastik und Un- schluessigkeit," Meitingen 1987 224* Frans Smit: "Gustav Meyrink," Muenchen 1988, 155. Howe/Moeller, 303: Reuss' IO 225* Horst E. Miers: "Lexikon des Geheimwissens," 6. Auflage Muenchen 1986, 282 226* Henri Birven in Metzgers "Oriflamme" Nr. 119, Zuerich 1972, 1350 227* Germer an Crowley, 23.9(?).29 228* Serge Caillet: "La Franc-Maconnerie," Paris 1988, 72 229* Germer an Unbekannt, Brief am 18.7.52 230* "Philosophie der Gruenen Schlange" III, Giessen 1973, 610 und Glowka: "Deutsche Okkultgruppen," Muenchen 1981, 100 231* Germer an Friedrich Mellinger, Brief am 15.9.51. Karl Germer an C.H. Pe- tersen, Brief am 6.1.54 232* Henri C. Birven: "Die Werke Aleister Crowleys." Die zitierte Stelle ist von Metzger zensuriert worden, vgl. "Oriflamme" Nr. 105, Zuerich 1971, 1179 und Manuskriptseite 2 (ohne Ort und Datum) 233* Birven an Verlag Psychosophische Gesellschaft, Brief am 28.9.63 234* Militaer-Dienstbescheinigung, Berlin 21.9.36 235* Symonds, King, 390. Keines des Adler-Institute noch der Sohn Adlers haben jedoch Kenntnis von Karl Germer oder Crowley (z.B. Brief von Kurt A. Adler, 11.9.92) 236* Seckler gibt in "In the Continuum" III:6 den 2.2.1935 an. Oroville 1984, 38 237* FBI-file 265.508 238* Germer an Jane Wolfe, zitiert in: ITC III:6, Oroville 1984, 39 239* Weitere Details in: John Symonds: "King of the Shadow Realm," London 1989, z.B. 387, 515 240* Court Transcript McMurtry et alii versus Motta, California 1985, 206, Aussage von Seckler 241* FBI-file 265.508 242* Motta: "Sex and Religion," Nashville 1981, 232 243* Mottas Oriflamme VI:3, 1983, 484 244* McMurtry in: OTO-Newsletter I:2, Berkeley 1977, 3 245* Marcelo Ramos Motta: "Sex and Religion," Nashville 1981, 237ff. 246* FBI-file 265.508 247* Norbert Straet ("Caliphat"), Brief vom 22.12.87 248* Karl Germer an C.H. Petersen, Brief am 6.1.54 249* Germer an Motta, Brief am 20.9.57 250* Juerg von Ins: "Das Buch der wahren Praktik," Muenchen 1988, ebenfalls Haack: "Anmerkungen zum Satanismus," Muenchen 1991, 118 251* Horst Knaut: "Rueckkehr aus der Zukunft," Bern 1970, 16 252* Haack: "Der mystisch-magische Orden FS," Frankfurt 1971. Adolf Hemberger: "Fraternitas Saturni," Band I, 228-230. Hemberger: "Documenta et. Ritualia Fraternitatis Saturni" Band XII, Giessen 1977. Hemberger/"Klingsor": "Experimental-Magie, 2. Auflage Berlin 1976, 80-82. Die beinah 1000seitige Korrespondenz zwischen Goeggelmann und Grosche enthuellt, dass Goeggelmann viel zum saturnischen Verstaendnis der Loge beigetragen hat 253* Siehe naechste Fussnote 254* Vollstaendig in: AHA 7, Bergen 1991 255* Henri C. Birven an Verlag Psychosophische Gesellschaft, Brief am 28.9.63 256* Fera S. an Grady L. McMurtry, ohne Ort und Datum, 7 Seiten 257* In den FBI-Akten von 1942 wird Germer beschrieben: "Height 5'11 1/2, Weight 185 lbs, Complexion Ruddy, Hair Grey, Eyes Blue, Build Heavy, Charac- teristics: Wears Glasses" 258* Im Archiv des "Caliphats" befinden sich lediglich drei Briefe Germers an Birven, datiert von 1957 259* Germer an Petersen, Brief am 6.1.51 260* Germer an Kenneth Grant, Brief am 5.1.52 261* Germer an Grant, Brief am 4.2.52 262* Auf dem Titelblatt des vorliegenden Manuskriptes handschriftlich: "Mit bestem Dank zurueck - Paragranus" 263* In: AHA 6/91, ab Seite 11 264* Crowley: "Ecclesiae Gnosticae Catholicae Canon Missae," Zuerich 1955, 1 265* Germer an Petersen, Brief am 6.1.54 266* "I am not aware that Petersen was ever X° - there is no evidence in the files." William Breeze, "Caliph," Brief vom 20.7.87. Die Archiv-Liste zeigt, dass dem "Caliphat" kaum relevante historische Unterlagen zur Verfuegung ste- hen 267* "Ob P. Mitglied der FS war, weiss ich nicht, denn aus der Zeit fehlen die Personalunterlagen der FS, die wohl nach dem Tod Grosches 64 verschwunden sind." Ewald Dorpheide/"Heliodor", von Beruf Werkzeugmacher, Sekretaer des "Ordo Saturni," Brief vom 16.2.87 268* Das Gemeindeamt Bendestorf findet keine Heiratsdaten Petersen's, Brief vom 16.2.87 269* Helmut Moeller, Brief vom 3.6.87 270* Horst Miers: "Lexikon des Geheimwissens," Muenchen 1986, vermehrte 6. Auflage, 6 und 316 271* Johann Richard Beecken, Berlin 1957: "6 Monate": Georg Dehm, Worms 1984: "18 Monate": Peter Hammer, 1725: "ein halbes Jahr". Georg Dehm kriegt am 10.Januar 1994 im ARD Moeglichkeit, seinen Zusammenhang zwischen Astrologie und AIDS den Zuschauern zu erklaeren, "Brisant," 17.00 Uhr 272* Horst Knaut: "Das Testament des Boesen," Suttgart 1979, 155 273* Norbert Straet, Brief vom 3.11.86 274* Straet, Brief vom 9.1.87 275* M. Erler, Telefon vom 19.6.91 276* Clymer, R.F. in America II, 601, 747 und 752 277* Etwa eine Organisation von Paul Ruediger Audehm, der 1971 die Ecclesia Universalis Tempelieren von Jeruschalajim gegruendet hat? 278* Haack: "Geheimreligion der Wissenden," Muenchen 1985(6), 50. Hemberger: "Pansophie und Rosenkreuz," II:1, Giessen 1974, 28 279* Eugen Grosche: "Blaetter" Juli 1956 280* Stempel auf Traenkers Exemplar von A.W. Lair: "Die Fuenfte Kraft" 281* Sonderdruck 1 der Vereinigten Grossloge FS 1970, 1 282* F.W. Lehmberg: "Magische Sonderdrucke und Interna der FS," Muenchen 1980. Zum Teil schon von Hemberger, Giessen ab 1971, publiziert und von Haack: "A.A.O.R.R.A.C.," Muenchen 1985(3) 283* Dem Geburtstag des letzten Templers Jakobus Burgundis Molensis 284* Zu Ewers: Thomas Woertche: "Phantastik und Unschluessigkeit," Meitingen 1987. Wilfried Kugel: "Der Unverantwortliche," Berlin 88/Duesseldorf 1992. Kugel gibt Details ueber die Verbindung der "Faschisten" Aleister Crowley, Sylvester Viereck und Ewers 285* "Blaetter" 6, Berlin 1950, gibt 1919 an. Dasselbe in: "Blaetter" 62, 3 286* Grosche ist eine Personalunion mit dem Logendaemon GOTOS eingegangen, der eine Art moderner Version des templerischen Baphomets ist. Siehe Marlene Le- ander: "Von Kopf bis Fuss auf Sperma eingestellt," in: AHA 2/93, 4ff. 287* Alex Kossowsky, Das Filmgelaende der Decla-Bioscop, aus: Film-Kurier, Nr. 227, 25.9.1924, Kinotechnische Rundschau, abgedruckt in: Babelsberg. 1912 Ein Filmstudio 1992, hrsg. von Wolfgang Jacobsen, Berlin: Argon 1992, 33-43 288* Philippe Druillet: "Nosferatu," Hamburg 1990, 8 289* Zitiert nach einem Brief von Dieter Heikaus (OS) vom 10.11.87 290* Auf deutsch in: John Symonds: "Aleister Crowley," Basel 1983, 414 291* Wolfenbuettel 1926, 10, 30 und 34 292* Grosche: "Die Symbolik des Tau und des Pentagramm" Logenschulvortrag Heft 3 Klasse A, Berlin ohne Jahr, wahrscheinlich um 1928/1930 293* "Saturn-Gnosis" 3, Berlin 1929, 152ff 294* "Saturnische Lektion" 8 des Ordo Saturni, Ankum ab 1982, 20 295* Grosche: "Blaetter fuer angewandte okkulte Lebenskunst" 125/26, Berlin 1960 296* Die vorliegenden Rituale der Pansophie sind weder saturnisch noch thele- mitisch 297* Germer an Petersen, Brief am 17.11.50 298* Helmut Moeller: "Licht aus dem Osten," in: "Festschrift fuer Ellic Howe," Hrsg. Goetz von Olenhusen, Freiburg 1990, 199 (2. Auflage: 1993) 299* Glowka, Okkultgruppen, 81-91 300* "Saturn-Gnosis" 1, Berlin 1928, 53 301* "Saturn-Gnosis" 3, 1929, 152 302* Gespraech mit Schlag am 16.9.88 303* Berlin, ca 1930, 17 304* Hemberger: "Fraternitas Saturni," Giessen 1971, 36 305* Oriflamme 108:1215, 1971. Markus Kumer (ehemals Metzgers Vertrauter) erz- aehlt, Grau und dessen gehbehinderte Tochter seien oft in Stein zu Besuch ge- wesen. Graus Filmaufnahmen von Crowleys Besuch in Deutschland befaenden sich in Stein, Telefon vom 8.10.91 306* Die Briefe Grosches an Crowley, aus dem Besitz von Yorke, sind von Fried- rich-Wilhelm Haack abgedruckt im Anhang zu: Aythos: "Die Fraternitas Sa- turni," Muenchen 1979. "Aythos" ist Walter Jantschik. Stephen Edred Flo- wers/"Edred Thorsson" publiziert aus diesem Werk und aus dem ersten Band von Hembergers FS-Serie (1971-77) seine amerikanische Kompilation: "Fire & Ice," Minnesota 1990, dort 177ff. 307* "Saturn-Gnosis" 5, Berlin im Maerz 1930, 53 308* Erfolglose Ausstellung von Crowley-Gemaelden in der Berliner Galerie Porza. Martha Kuentzel verwaltet diese Bilder nach der Ausstellung 309* Gespraech mit Schlag am 16.9.88 310* "Blaetter" 77, Berlin 1956, 3 311* Grosche an Metzger, Brief am 17.5.50 312* Willi Hauser/"Fabian" in: Astro Times 9/1988 313* Grosche an Walter Englert, Brief am 23.10.63 314* Dieter Heikaus (OS), Brief vom 5.2.1991 315* Plus: Grosche an Metzger im Brief am 17.5.1950, "Blaetter" 109 von 1959 8-11, "Saturn-Gnosis" 3 von 1929 109, "Sonderdruck" 2 vom Maerz 1955, "Lektion 111" vom September 1950 (Vorlaeufer der Studienhefte). Wie- derabgedruckt in: Hemberger: "FS Ia" von 1975/77 122 und "Saturnische Lek- tion" Nr. 8 des Ordo Saturni, Ankum ab 1982 316* Am 20.4.1971 wiederveroeffentlicht Metzger dann Albin Graus Artikel ueber Hoene Wronski aus der "Saturn-Gnosis" 4 von 1929, Oriflamme 108:1214. Eben- falls publiziert Metzger Germers Crowley-Uebersetzungen aus der alten "Saturn-Gnosis" 317* Im zweiten Brief von Grosche an Metzger 318* Erler leitet den AMORC von 1949-54 und mitbegruendet 1956 die ORA 319* Telefon vom 14.6.91 320* Am 14.12.50 sind es ca. 60 Westschueler 321* Grosche an Metzger, Brief am 29.12.50 322* Grosche an Metzger, Brief am 14.9.50 323* Im Juli 1951 haelt Grosche in Berlin einen Vortrag ueber Crowleys Besuch bei Traenker und die Gruendung der FS. Auch als "Sonderdruck 2" vom Maerz 1955. Veroeffentlicht von Haack, Die FS, Muenchen 1977 324* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 24.8.88 325* Anita Borgert an Ludwig Delp, Brief am 2.12.1970 326* Metzger an Grosche, Brief am 21.1050 327* Nicht um Freimaurern einen eventuellen Eintritt schmackhaft zu machen, wie Heikaus, Grossmeister des Ordo Saturni am 17.-19.4.92 erzaehlt -- denn tatsaechlich bleiben es nur 10 aktive magische Grade. Siehe Marlene Leander, Von Kopf bis Fuss auf Sperma eingestellt, in: AHA 2/93, 5 328* Eugen Grosche an Metzger, Brief am 27.10.50 329* Grosche an Metzger, Brief am 30.10.50 330* Metzger an Grosche, Brief am 23.10.50. Ist Metzgers Professor etwa Franz Saettler selber? 331* Abbildung in: AHA 7/91, 9 332* Nicht identisch mit dem Rosenkreuzerkapitel "Parazelsus" in Bellinzona um 1920 333* Gespraeche am 22.1. und 26.2.88 334* Grosche an Metzger, Brief am 27.10.50 335* Gundula Bader, Brief vom 23.4.88 336* Zweimalige Anfragen aus dem Umkreis von Metzger (Adalbert Schmid, Markus Kumer, beide aus Metzgers OTO), ob Frau Jantzens Unterlagen fuer die vorlie- gende Studie ueber das "OTO-Phaenomen" verwendet worden seien, lassen diese Annahme zu 337* Abbildung in: AHA 7/91, 8 338* Stuttgart 1866, Freiburg im Breisgau 1979, 214 339* Juergen Finkler ("Caliphat"), Brief vom 13.10.87 340* Abbildung in: AHA 7/91, 7 341* Grosche an Metzger, Brief am 28.4.51 342* Grosche an Metzger, Brief am 13.5.51 343* Im Germer/Crowley-Archiv des "Caliphats" befindet sich kein einziger Brief Metzgers an Germer - lediglich 6 Antwortbriefe Germers von 1951-1960 344* Metzger an Schlag 345* Ellic Howe: "The Magicians of the Golden Dawn," London 1972 346* Germer an Mellinger, Brief am 25.6.51 347* Germer an Mellinger, Brief am 8.7.51 348* Germer an Petersen, Brief am 17.11.1950, der trotzdem bald bei Grosche publiziert 349* Germer an Mellinger, Brief am 25.9.51 350* Germer an Mellinger, Brief am 15.9.51 351* Cerneau-Charta von Harry J. Seymour vom 21.7.1862. Reuss erklaert auf seinen Chartas den OTO "Derivatum ex Magno Oriente Galliae Charta 21. Julii 1862, N. 28911." Derselbe Hinweis findet sich in der 0-Nummer der Oriflamme, Beiblatt zu "Uebersinnliche Welt," Januar 1902 352* An der Sonneggstrasse, in der Naehe von ETH und Universitaet in Zuerich 353* Grosche an Metzger, Brief am 31.7.51 354* Metzger an Grosche, Brief am 8.8.51 355* Grosche an Metzger, Brief am 8.5.52 356* Grosche: "Blaetter fuer angewandte Okkulte Lebenskunst" 21, Dezember 1951, 1 (?) 357* Germer an Mellinger, Brief am 25.9.51 358* Abbildung in: AHA 7/91, 9 359* Grosche an Metzger, Brief am 12.9.53 360* Grosche an Englert, der trotzdem Mitglied bei Metzger wird {11} 361* Faksmile der Charta in Geoffry Basil Smith (geb. 19.1.47): "Knights of the Solar Cross," 1983, der sich als X° von England sieht. Charta seit 1988 im Besitz von Allen H. Greenfield, Bischof von Bertiaux' OTOA und des "Caliphats." Bericht ueber letztere in: "Lashtal" 1, Georgia 1988, 41 362* Zitiert nach Grant: "Remembering Aleister Crowley," London 1991, 49, und John Symonds, King, 572 363* Grosche an Metzger, Brief am 19.10.50 364* Germer an Grant, Brief am 18.1.52. Der Briefwechsel zwischen Grant und Germer wird im Streit um die Copyrights an Crowley-Material im Zusammenhang mit dem "Caliphat" erwaehnt 365* Dies koennte Schlags Aussage untermauern, dass Germer die FS anfaenglich finanziell unterstuetzt habe 366* Abbildung in: AHA 7/91, 10 367* Grant, Brief vom 11.8.87 368* Quelle wie oben 369* Metzger im Vorwort zu "Ecclesiae Gnosticae Catholicae," Zuerich Dezember 1955, ohne Seitenzahl 370* Grant, Brief vom 11.8.87 371* London 1951, 207 372* Germer an Mellinger, Brief am 8.7.51 373* Grant: "Cults of the Shadow," London 1975, 222 und "Aleister Crowely and the Hidden Gods," London 1973, 2 374* Grant an James M. Martin am 23.12.89, dann Brief vom 3.1.1990 375* Grosche: "Blaetter fuer angewandte Okkulte Lebenskunst," Nr. 77, August 1956, 3 376* "Verfuegung 1," 18.3.57, auf den Tag genau 643 Jahre nach der Verbrennung des letzten Tempelritters Jacobus Burgundus Molensis 377* "72. Organisationsbericht" und "Blaetter" 84, Maerz 57, 19 378* Freimaurer seit 1952, Mitglied der Forschungsloge Quatuor Coronati seit 1961 379* Hemberger: "Pansophie und Rosenkreuz" II:1, Giessen 1974, 761 380* "Blaetter" 93, Dezember 1957, 2 381* "Verfuegung 14," vom Oktober 58 382* Englert an H.T. Hakl, Brief am 24.8.70 383* Telefon von Martin Erler, 19.6.91. Erler will die schriftlichen Rituale gesehen haben und meint, sowohl Grosche wie auch Traenker seien in ihren letzten Lebensjahren voellig senil gewesen 384* Grosche an Englert, Brief am 27.3.63 385* Foto in: "Blaetter" 106, 1959, 13 386* 1985 inseriert Maikowski als "Katharische Kirche." "Spirituelles Adressbuch," Ahlerstedt 1985, 191 387* Grosche an Maikowski, Brief am 25.12.63 388* Joseph Grasser an H.T. Hakl, Brief am 4.6.69 389* Rundschreiben vom 11.5.69 390* Rundschreiben 2/89 des Ordo Saturni, 2 391* Neuauflage Berlin 1992 392* "Rundbrief 4 des Konziliums der Grossloge FS" 393* Gespraech mit Heikaus am 17.4.87 394* Hemberger: "FS 2," Giessen 1975 1 395* Datum auf der Urkunde: 9.4.66 396* "Generalkapitel Nr. 7," Bericht ueber den 14.4.1968. Rituale in: Hember- ger, FS, 1971, 207 397* Haack, FS, 1977, 32 398* "Marabo," Bochum 1987, 11 399* Wolther an das Sekretariat der FS, Brief am 18.2.1971. "Erklaerung" von Hemberger vom 7.2.1971 400* Hemberger, FS, Frankfurt 1971, 138. Dann in: QUICK 11: "Die Satansmoer- der," Muenchen 8.3.73, 72. Haack: "Von Gott und der Welt verlassen," Duessel- dorf 1974, 118. Knaut: "Das Testament des Boesen," Stuttgart 1979, 174. Glowka: "Deutsche Okkultgruppen 1875-1937," Muenchen 1981, 70 401* Z.B. "Die Symbolik des Gradus Pentalphae." Bilder reproduziert in: AHA 2/93ff. 402* Joseph Grasser an H.T. Hakl, Brief am 4.6.69 403* Hemberger, FS I, Frankfurt 1971, 29 404* P.R. Audehm: "Aussaat und Ernte," Frankfurt 1978, 20. Hemberger: "Pansophie und Rosenkreuz" II:3, Giessen 1974, 120 und 124 405* Rundschreiben 28 2/1969 406* Walter Jantschik, Brief vom 2.3.90 407* Haack, FS, Muenchen 1977, 31 408* "Ueber unsere Koerper wurde waehrend des geschlechtlichen Verkehrs ein schwarzer Hahn getoetet." "Bekenntnis" von Jantschik, Manuskript vom 26.3.1974 409* Jantschik, Brief vom 17.12.93 410* Jantschik, Brief vom 26.4.88 411* Jantschik, Brief vom 2.12.90 412* Band VIII, Giessen 1977 413* Jantschik, Brief vom 2.3.90 414* Rundschreiben 3/77 vom 18.4.1977, 2 415* "Thelema" 2, Berlin 1982, 25 416* OTO-Newsletter II:2/6, Berkeley 1978, 64 417* "Cincinnati Journal of Ceremonial Magick" I:4, Ohio 1979, 25 418* "Fire and Ice," Minnesota 1990/Ischl 1993 419* Das Testament des Boesen, Stuttgart, 106. Haack, Von Gott..., Duesseldorf 1974, 124 420* Knaut an Haack, Brief am 18.4.1974 421* Knaut an Wolther, Brief am 11.7.74 422* Wolther an QUICK, Briefe am 18.5.74 und 19.7.74. An Haack, 5.9.78 423* Jantschik, Brief vom 9.7.93 424* Jantschik, Brief vom 19.5.88 425* Jantschik, Brief vom 26.4.88 426* Muenchen. Haack hat schon 1977 Jantschiks Briefwechsel mit Goeggel- mann/"Saturnius" publiziert, FS, 36 427* "The Crystal Tablet of Set," 1983-1988, Inter-member Communication Roster 428* Jantschik: "Der Ordo Baphometis," Frankfurt 1988, 2. und erweiterte Auf- lage 1993 429* Oswald Schrey, Brief vom 20.4.93 430* Schrey, Brief vom 17.2.93 431* "AA - Geschichte und Ziele," ohne Ort und Datum 432* Jantschik ist Mitglied vom 1.6.72-30.6.73, Brief vom 5.1.93 433* Conrad an Heikaus am 2.10.78, Brief von Heikaus vom 12.5.91 434* Gespraech mit Heikaus, 18.4.1992 435* "Sympathie fuer den Teufel," Muenster 1988, xii 436* Rundschreiben 3/77, 6 437* Amtlich eingetragen am 2.4.93 438* "Unicorn" X, Bonn 1984, 190 und XIII, 1985, 120 439* Rundschreiben 4/85, 2 440* "Spirituelles Adressbuch," 86/87, Ahlerstedt 1985, 128 441* Rundschreiben 4 vom 25.8.86 und Nr. 2 vom 31.5.87 442* "Unicorn" XIII, Bonn 1985, 190 443* "Cassiel": "Encyclopedia of Black Magic," New York 1990, 12 und 15 444* Mehr in: Haack: "Freibischoefliche Kirchen im deutschen Sprachraum," Mu- enchen 1980 445* Gespraech mit "Cornelis" (OS), Ostern 1987. Mitgliedern des OS bleibt diese Tatsache unbekannt, wie Joachim Schmidt/"Nadir" in seinem "Satanismus," Marburg 1992, 197, zu erkennen gibt 446* Graz 1986, 146 447* ebda. 94 448* Auszug aus einem Voodoo-Ritual zu Ostern 1992: Weihung der GOTOS-Bueste 449* "Marabo," Bochum Fruehjahr 1987 450* Januar 1979 451* Koeln 1987, z.T. inspiriert von Knaut: "Rueckkehr aus der Zukunft," Muen- chen 1970, 90 452* Gespraech mit Heikaus am 2.10.88 453* 37/84, 18 454* "Materialdienst" 12, Stuttgart 1984, 377-79 455* "Materialdienst" 3/87, 64 456* "Marabo," Fruehjahr 1987, 12 457* QUICK am 6. und 18.4.1988: BILD am 30.4.1988: "Heim und Welt" am 21.7.88 458* "Kirchenbote" 11, Osnabrueck am 13.3.1988, 3 459* Heikaus, Brief vom 18.3.88 460* "Neue Osnabruecker Zeitung" 19.3.88, 23 461* Rundschreiben 2/93, 16.4.93, 2 462* Helmut Westerkamp an Christian Gottschall, Brief am 6.5.93 463* Gottschall, Rundschreiben am 17.5.93 464* Timothy d'Arch Smith: "Books of the Beast," London 1987, 24 465* Oriflamme 1906, 99 466* Crowley an Yorke am 5.12.1945, zitiert in: Howe, Golden Dawn, London 1972, 284 467* Deutsch in: "Das Tier," Basel 1983, 415 468* "ITC" III:2, Oroville 1982, 39 469* Haack: "Anmerkungen zum Satanismus," Muenchen 1991, 96 470* Staatsarchiv Leipzig, Brief vom 4.2.1988 471* James Webb: "the occult underground," Illinois 1974, 494 472* Hrsg. Herbert Fritsche: "Merlin" 3, Hamburg 1949, 64 473* "Thelemische Lektionen und Exercitien," Klasse No. A14, Hildesheim 22.12.1950, 7 und Lekve an Crowley, Brief am 29.4.46 474* Friedrich Lekve: "Thelemische Lektionen" A14-16, Hildesheim, 26.2.51, 34 475* Abbildung in: AHA 8/91, 5 476* Symonds, King, 549 477* King, Secrets, 74 478* "Kult und Terrorstaette," Paderborn 1982/87. S. Russell/J.W. Schneider: "Heinrich Himmlers Burg," Essen 1989 479* Lekve, Lektionen C1, 6.6.1948, 27 480* "Sonderdruck 2" 481* Friedrich Lekve an Aleister Crowley, Brief am 11.1.46 482* The Master Therion: "The Book of Thoth," London 1944, xi-xii 483* "ITC" IV:5, Oroville 1989, 44 484* Brief vom 29.12.87 485* "ITC" IV:8, Oroville 1990, 33: Logenreport vom 2.1.1948 486* Seckler, Brief vom 10.6.87 487* Inspiriert von Ignatius von Loyolas "Geistlichen Exerzitien": Lekve an Crowley, Brief am 11.1.46 488* Friedrich Lekve: "Thelemische Lektionen" A7, Hildesheim 17.6.1950 489* Lekve: "Thelemische Lektionen" A4 vom 18.2.50, 31: A5, 20.3.1950, 43 490* Stele farbig in: C1, 6. Juni 1948, 14 491* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 24.8.88 492* Hamburg, 8 493* "Stellar Vision" II, ohne Ort und Datum 494* Nr. 3, London 1990, 12 495* Ebenfalls in: Rubicon 3, Sydney 1993 496* Symonds, King, 319 497* A3, ohne Datum, 45 498* A3, ohne Datum, 48 499* Metzger und Anita Borgert an Guenther Naber, Brief am 17.7.64 500* Lekve ruft Ruth magisch als "Laylah" an. A19, 19.5.51, 14 501* "We haven't found the pertinent correspondence, and it may be lost." Bill Heidrick ("Caliphat"), Brief vom 18.11.87 502* D1, ohne Datum, 34 503* D6, ohne Datum, 187 504* Telefon von Martin Erler am 19.8.91 505* Germer an Petersen, Brief am 6.1.54 506* Lekve in Metzgers "Oriflamme" 43, Zuerich 1964, 511 507* So Lekve, D2, ohne Datum, 38 508* Brief vom 7.7.87 509* Stele von Crowley farbig abgebildet in: "Equinox" I:7 und III:3 510* John Willett: "Explosion der Mitte," Muenchen 1981, 56 511* Eberhard Roters: "Berlin 1910-1933," Fribourg 1983, 224 512* Willett, Explosion, 235 513* Roters, Berlin, 226 514* Christoph Stölzl: "Die Zwanziger Jahre in Muenchen," Muenchen 1979, 78 515* "Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon," Bad Muender 1930, 806 516* Handbuch der deutschsprachigen Emigration, Band II, Muenchen 1983, 799 517* "Glenzdorf," 1960, 1115: "geb. Kochel/Obb." 518* Martha Mierendorff, Brief vom 6.11.87 519* Handbuch, 799 520* Berlin 1930, 142 521* Wie es das Handbuch der deutschsprachigen Emigration will 522* Martha Mierendorff, Briefe vom 6.11. und 18.11. 87 523* "ITC" III:4, Oroville 1983, 32 524* Handschriftliche Widmung in Aleister Crowleys "Liber XXI" (1938), Copy 28 of 100. Unterschrieben zusaetzlich von Aleister Crowley 525* Seckler: "In the Continuum" III:7, Oroville 1985, 39 526* Seckler, Brief vom 10.6.87 527* Abbildung in: AHA 9/91, 7 528* "ITC" III:6, Oroville 1984, 32 529* Starr, Brief vom 28.9.87 530* Seckler: "In the Continuum" III:7, Oroville 1985, 43 531* Seckler: "In the Continuum" III:8, Oroville 1985, 36 532* Germer an McMurtry, Brief am 24.5.1946 533* Ebenso als handschriftliche Widmung in Aleister Crowley: "OLLA," London 1946: "To my beloved son Frederic with love from his Sire Aleister Crowley" 534* "Frederic might have had the leadership of OTO after Germer," Seckler, Brief vom 10.6.87 535* Crowley an Mellinger, Brief am 15.7.47. Faksimile in: AHA 9/91, 6 536* EOL-Mitteilungsblatt Nr. 24, Zuerich 1956, 2 537* Crowley an Frank Bennet, Brief am 23.2.1923. Gregory Tillett/Neville Drury: "Other Temples, Other Gods," Sydney 1980: Tillett: "The Elder Brot- her," London 1982: Vivienne Browning: "I was a Child disciple of the Beast," in: "Skoob" 3, London 1990, 12. Tillett: "A Statement regarding the History of the OTO in Australia," New South Wales, ohne Datum 538* "Allgayer" (Buehnennachschlagwerk), 332 und 503, gibt 12.4.48 an 539* Staatsarchiv Bremen, Brief vom 11.12.87 540* "ITC" IV:9, Oroville 1990, 40 541* Germer an Jane Wolfe im Januar 51: "I dropped him," zitiert nach Seckler "ITC" IV:9, Oroville 1990, 38 542* ebda, 42 543* Germer an Mellinger, Brief am 25.9.51 544* Mellinger an Germer, Brief am 31.10.51 545* Metzger: "Summarischer Bericht an Sor. Sascha [Germer] betr. O.T.O. und Abtei Thelema," Fruehjahr 1963 546* Faksimile in: AHA 9/91, 9 547* Germer an Petersen, Brief am 6.1.54 548* Vollstaendig in: AHA 6/91 549* Seckler, Brief vom 29.10.87 550* Jean Shivonen an McMurtry, am 21.1.59, zitiert in: "Thelema Lodge News- letter," Juli 1992 551* Germer an Mellinger, Brief am 8.7.51 552* EOL-Mitteilungsblatt Nr. 24, Zuerich 1956, 1 553* EOL-Mitteilungsblatt Nr. 23, Zuerich 1956, 8 554* Herbert Fritsche an Ernst Klett, Brief am 18.7.56. In: "Briefe an Freunde," Stuttgart 1970, 173 555* Gerhard Zacharias: "Satanskult und Schwarze Messe," Wiesbaden 1964 556* Verlagswerbung 557* Sonderausgabe der Oriflamme 558* Abbildung in: AHA 9/91, 11 559* Sascha Germer an Chisholm, Brief am 20.3.63 560* Metzger an Sascha Germer, Brief am 22.7.63 561* Abbildung in: AHA 9/91, 10 562* Stephan A. Hoeller, Brief vom 22.2.88 563* Mellinger an Chisholm, Brief am 25.9.1963 564* Tagebuch von Max Schneider vom 8.7.1943, zitiert in: "Thelema Lodge News- letter," August 1992 565* Chisholm an Mellinger, Brief am 1.11.63 566* Rickless an Sascha Germer, Brief am 13.1.1964 567* Eva-Maria Schloeter, Brief vom 14.6.91 568* Quelle wie oben 569* "Glenzdorf," 1960, 1115ff. 570* Abbildung in: AHA 1/91, 8 571* "Schweizer Illustrierte" 26, Zofingen 23.6.75, 24 572* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 12.8.88 573* 1985 finden Malerarbeiten an der Fassade statt 574* Leopold Engel: "Satzung des Illuminatenordens in Dresden," Dresden 18.1.1903, 12 575* Gespraech mit Annemarie Aeschbach in Stein am 11.9.86. Mehr Details in: AHA 10, Bergen 1991, 5 576* Knaut: "Das Testament des Boesen," Suttgart 1979, 158 577* Maerz 1982 578* Roger Peyrefitte: "Die Soehne des Lichts," Stahlberg 1962 579* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 8.7.88 580* Emil Luethard, Bruggmann, Zanetti: Reporter der "Schweizer Illustrier- ten," Telefone vom 28.1.87 581* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 12.8.88 582* Audehm, Brief vom 24.8.88 583* Metzger an Grosche, Brief am 24.5.50 584* Brieffragment, wahrscheinlich zwischen Germer und Mellinger, ca 1951 585* Metzger an Germer, Brief am 12.6.51 586* Howe/Moeller, 103 587* Mellinger an Germer, Brief am 31.10.51. Bericht ueber Metzgers Besuch in Hamburg 588* Ellic Howe, Brief vom 24.9.87 589* Audehm, Brief vom 6.8.88 590* Audehm, Brief vom 12.8.88 591* Audehm, Brief vom 22.8.88. Audehm legt dem Brief Olof Lagercrantzs "Strindberg," Frankfurt 1980, bei 592* Audehm, Brief vom 24.8.88 593* Gespraech am 30.10.90 594* Interview mit Herrn und Frau Hochstrasser am 3.12.1986 und am 19.7.1990 595* Nr. 3, Zuerich Oktober 1947, 20 596* Neville Drury: "Lexikon esoterischen Wissens," Muenchen 1988, 412 597* Nr. 4, Juli 1948, 12 und 21 598* ebda. 22 599* Brief vom 24.9.86 600* Metzgers Oriflamme 120, Zuerich 1970, 1367 601* Ehemaliger Gemeindepraesident von Stein, Gespraech am 8. und 9.9.86 602* von Bernus, Telefon vom 13.5.90 603* Secretariat Communale Autigny, Brief vom 19.10.86 604* EOL 8, September 54, 6 605* So der Name der amtlichen Wetterstation in Stein 606* Brief der SMA vom 22.9.86 607* Heutiger Name des ehemaligen "Schweizerischen Kulturfilmverbandes" 608* Telefon am 29.1.87 609* Weder das "Lexikon des Avantgarde-Films" Frankfurt 1974, noch die aus- fuehrliche Wuerdigung in: "Equinox" III:10, New York 1986, fuehren diesen Film auf 610* Abbildung in: AHA 1/91, 6 611* Audehm, Brief vom 24.8.88 612* Einwohneramt St. Gallen, Brief vom 22.12.87 613* Audehm, Brief vom 1.7.88. Audehm meint wohl Venezuela 614* Gespraech mit ehemaligem Gemeindepraesidenten von Stein am 8./9.9.86 615* An Schlag 616* Knaut, Testament, 158 617* Auszuege aus der Einladung vom 22.9.62 618* Schweizer Illustrierte 26, Zofingen 1975, 26 619* Interview mit Gemeindepraesident Koller am 8./9.9.96. Das Ehepaar Koller lebt seit 1957 direkt oberhalb Metzgers Anwesen in Stein 620* FBI-file 62-0 76923, Bern, Memorandum vom 10.2.71 621* Audehm, Brief vom 12.8.88 622* QUICK 29, Muenchen 12.7.72, 30. NEUE REVUE 13, Hamburg 25.3.72, 86. Metz- gers Gegendarstellung in: NEUE REVUE 26.3.92. Erneuter Bericht in: NEUE REVUE 13 vom 22.3.1973 623* Hans Baum (1905-1980): "Freimaurerischer Satanismus heute," Stein am Rhein 19864. Buecher von Knaut (z.B. Rueckkehr aus der Zukunft, Bern 1970) und Haack (z.B. "Von Gott und der Welt verlassen," Duesseldorf 1974) schon erwaehnt 624* Gregor Schwartz-Bostunich: "Freimaurer," Weimar 1929. Schwartz-Bostunich: "Doktor Steiner-Ein Schwindler wie keiner," Muenchen 1930: Mathilde Luden- dorff: "Induziertes Irresein durch Okkultlehren" 1933, Paehl 1970. Hermann Rehwaldt: "Das schleichende Gift," Muenchen 1935. Rehwaldts Roman "Die un- sichtbaren Vaeter," Landsberg 1935, weist Illustrationen auf, die u.a. an Sa- turn-Rituale erinnern, z.B. 143, ausserdem wird aus Grosches "Magischen Brie- fen" zitiert 625* Haack, Anmerkungen zum Satanismus, 123 626* Haack an Metzger, Brief am 27.5.1974 627* Schweizer Illustrierte 26/75, 25 628* "Magnet," Nr. 3, Appenzell Maerz 74, 4. Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Verlages. Original im Haack-Archiv Muenchen 629* Magnet 5, Mai 74 630* Alfred Jaeger, Brief vom 11.2.87 631* Brief vom 24.9.87 632* "Rechtsbegehren der Klaeger Anita Borgert und Hermann Joseph Metzger" "Schweizer Illustrierte" 26/75, 25 633* Amtsgericht Muenchen, 23.3.1973 634* "Bodenseezeitung" 26.1.76 635* Haack, Brief vom 15.9.86 636* "Urteil des Kantonsgerichtes von Appenzell A.Rh." vom 20.2.76 (insgesamt 20 Seiten). "Neue Zuercher Zeitung," 26.2.76. St. Galler Tagblatt vom 25.2.76. Ostschweiz (St. Gallen) vom 25.2.76 637* "Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts" 638* Knaut an Luigi Rossi, Brief am 28.2.1977 639* H.H. Jescheck an Knaut, Brief am 11.10.76. Aehnlich auch Behrens, Bundes- minister der Justiz in Bonn, Brief an Knaut am 15.2.77 640* Telefon am 19.8.86 641* Hansruedi Giger, Telefon vom 23.1.88 642* Ulla von Bernus, Telefon vom 13.5.90 643* R.P. Marchev: "Wahrheitssucher und Schwindler," in: TAU, Bayreuth 1990, 19 644* Praesident der MacGregor Mathers Society in London und Autor versch. Bue- cher ueber okkulte Geheimbuende und Crowley 645* Helmut Moeller, Brief vom 21.7.88 646* "Merlin Peregrinus," Wuerzburg 1986 647* Tages Anzeiger der Stadt Zuerich, 4. Juli 1985 648* Hermann Gilomen (FS), 7 Briefe zwischen 24.3.87 und 20.5.87, zusammenge- fasst 649* Gilomen, Brief vom 24.3.87 650* Flugblatt von 14.7.1977, unterschrieben von Metzger, Aeschbach und Bor- gert. Schlag spendet 200.- 651* Der "Hintere Sternen" ist bis zum Umbau Anfang der 90er Jahre ein kleiner Ableger des Cafes "Odeon," Treffpunkt von Dadaisten, Kuenstlern und Literaten 652* Interview am 3.12.86 653* Hermann Gilomen, Brief vom 28.3.87 654* Theo Pinkus, Brief vom 29.6.88 655* Ebenfalls "Appenzeller Zeitung Herisau" vom 18.12.89, 9 und Tages Anzei- ger vom 27.12.89, 7 656* Markus Kumer, Telefon vom 16.9.91 657* Visite am 29.5.93 658* Telefon von Markus Kumer, 31.1.94 659* "Neue Zuercher Zeitung," (17.7.90, 49), "Le Monde" 660* Interview mit Herrn und Frau Hochstrasser am 5.11.86 und 19.7.90 und mit Jakob Steinmann am 20.7.90 661* Markus Kumer, Gespraech am 8.9.91 662* Dem Wiener Zweig der "Church of Satan" nahestehend 663* Weltwoche Nr. 43, Zuerich, 28.10.1993, 84. Frl. Aeschbach sollte recht behalten: die Presse beurteilt die Satanismus-Woche als "zu locker konzi- piert, zu oberflaechlich - zu modisch auch," "Tages-Anzeiger," 5.3.94, 13 664* "Zueri-Tip" vom 25.2.94, 9, 81: "Tages-Anzeiger" vom 25.2.94, 20: WoZ Nr. 8, 25.2.1994, 23 und Weltwoche Nr. 8, 24.2.94, 74. Katalog der Kunstausstel- lung "Lucifers Rising," Zuerich 1994. Preise: Dvorak, der bis zu 5000 DM fuer einen Auftritt im TV verlangt, bietet sein Ritual fuer 100 sFr. pro Person an, eine Video-Aufnahme davon kostet 250 sFr. und die Diskussion mit Golowin und Co. entlockt dem Zuhoerer 70 sFr. 665* Tages-Anzeiger, 28.2.94, 19: Schweizer Fernsehen DRS TV-Dokumentation in "10 vor 10," 2.3.94, 21.50 Uhr: "Zueri Woche," 3.3.94, 1: Zuercher Regional- fernsehen "Vision TeleVision Forum Zueri," 4.3.94, 18.00 Uhr. Alle Medien ma- chen sich ueber die Veranstaltungen lustig, z.B. wird Dvoraks Ritual als "sinnentleerter Partyspass" gesehen, "Tagblatt" vom 7.3.94, 18 666* Dornach 1980 667* Metzgers Oriflamme 103, Zuerich 1970, 1163 und "Psychosophische Gesell- schaft in der Schweiz," Zuerich 1947, 21 668* "Mitteilungsblatt des psychosophischen Institutes" Ausgaben 2-5, Zuerich 1948 669* Quelle wie oben. Als Mitarbeiter zeichnet ebenfalls Peter Mano 670* Wie oben, Nr. 2, Zuerich 1949 671* Metzgers Oriflamme 43, Zuerich 1964, 515 672* Karl R. Frick, Brief vom 6.10.86 673* Metzger an Grosche, Brief am 16.8.1950. Die letzten vier "Gebiete" feh- len ab dem darauffolgenden Brief am 30.10.50 674* Metzgers Oriflamme 103, Zuerich 1970, 1162 675* EOL-Mitteilungsblatt 53, Stein 1958, 1 676* Mitteilungsblatt des P 2, Zuerich 1949 677* "und das in einem Land, wo es nur 5000 Maurer und 9 Maurer-Bundesraete gab." Peyrefitte, 370. Zum Vergleich: 1990 gibt es in der Schweiz 66 Logen, wovon 8 in Zuerich sind. "Zuercher Chronik" 4, Zuerich 1990, 12 678* Metzger an Grosche, Brief am 12.11.50 679* EOL-Mitteilungsblatt 1, Zuerich 1954, 1 680* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 681* Metzger an Grosche, Brief am 12.11.50 mit dem Unterschriftstempel "Orient Thuricensium," den Saturn-Zeichen und den beiden Gs fuer "Gnosis und Genesis" oder "Generatio und Geometria." Ebenfalls im Tapis der FS (Blaetter fuer an- gewandte Okkulte Lebenskunst 21, Berlin 51, und 102, Berlin 1958) 682* Symonds, King, 110 683* Aequinox 1, Zuerich 1953, 9 und Aequinox 2, Zuerich 1955, 5 (C.H. Peter- sen) 684* Metzgers Oriflamme 52, Zuerich 1965, 521 685* Handelsamtsblatt vom 17.4.1952, 994, No 89 686* EOL-Mitteilungsblatt 53, Stein 1958, 3 687* Handelsamtsblatt vom 20.10.1953 688* EOL-Mitteilungsblatt 35, Stein 1957, 5, "Schweizerisches Handelsamts- blatt" 64, 18.3.57, 730 689* Metzgers Oriflamme 17, Zuerich 1962, 203 690* Eine Tatsache, die dem deutschen Ableger des "Caliphats" {13} 1991 eben- falls klar wird, als ein deutsches Gericht dessen juristische Unabhaengigkeit vom "Caliph" definiert 691* Metzgers Oriflamme 149/150, Zuerich 1974, 1707 692* 14.7.92 und Telefon am 10.8.92 693* Auch Oriflamme 43:515, 1964 694* Metzger an Grosche, Brief vom 12.11.50 695* Metzgers Oriflamme 112, Zuerich 1971, 1264 696* Metzgers Oriflamme 117, Zuerich 1972, 1332 697* Metzgers Oriflamme 109, Zuerich 1971, 1236 698* Johannes der Taeufer: 24.6. und Johannes der Evangelist: 27.12 699* Oriflamme 26:302, 1963 700* Brief an Grosche am 22.12.50 701* Metzger an Grosche, Brief am Dezember 1950. Grosche glaubt nicht, dass sich Liebenfels einspannen laesst, da dieser zu "einseitig arisch" sei, Brief am 29.12.50 702* Wilfried Daim: "Der Mann, der Hitler die Ideen gab," Wien 1958/85. Rudolf J. Mund: "Joerg Lanz von Liebenfels," Stuttgart 1976. Ekkehard Hieronimus: "Lanz von Liebenfels," in: "Wege und Abwege," Freiburg 1990. Manfred Ach/Clemens Pentrop: "Hitlers Religion," Muenchen 1977. Haack: "Wotans Wie- derkehr," Muenchen 1981. James Webb: "the occult establishment," 275. Ellic Howe: "Uranias Children," Ellic Howe: "Rudolf von Sebottendorff," Manuskript hrsg. von Albrecht Goetz von Olenhusen, Freiburg 1989 703* EOL-Mitteilungsblatt 1, Zuerich 1954, 6 704* Lanz-Liebenfels: "Theozoologie," Wien 1906. Immer wieder aufgelegt, z.B. als Manuskript durch den Armanen-Orden (Ammerland ohne Datum) oder in Ardag- ger 1988 705* "Ekklesia - die Goettergemeinde" 706* Laut R.J. Mund an H.T. Hakl, dann Gespraech am 30.7.90 707* Gespraech mit Heikaus am 2.10.1988 708* EOL-Mitteilungsblatt 29, Zuerich 1956, 6 709* Audehm, Brief vom 8.7.88 710* Audehm, Brief vom 28.7.88 711* Emil Stejnar, Brief vom Juli 1988 712* Dietrich Rueggeberg, Brief vom 27.7.88 713* Starr, Brief vom 22.8.88 714* Ketzerbrevier 5, Stein 1958 715* EOL-Mitteilungsblatt 59, Stein 1959, 8 716* Undatiertes Rundschreiben, auf das aber in der Oriflamme 86, Zuerich 1968, 931 Bezug genommen wird 717* Inserate im "Tagblatt der Stadt Zuerich" und "Tagesanzeiger der Stadt Zuerich" Januar 1964 718* Metzgers Oriflamme 44, Zuerich 1964, 527 719* Hans Heuer, Gruender des OMCT, an Baron E.B. Pflueger, Brief am 19.11.62 720* Hemberger, Pansophie und Rosenkreuz II:1, Giessen 1974, 60 spricht vom 19.11.1968 721* E.B. Pflueger an Hans Heuer, Brief am 3.1.63 722* R.W. Horst an Haack, Brief am 10.6.72 723* Heuer an Haack, Brief am 4.6.72 724* Metzgers Oriflamme 103, Zuerich 1970, 1163 725* Metzgers Oriflamme 103, Zuerich 1970, 1162 726* Metzgers Oriflamme 142, Zuerich 1974, 1622 727* Audehm, Brief vom 17.8.88. 728* Arild Stromsvag ("Caliphat" in Norwegen), Brief vom 2.12.87, uebersetzt und gekuerzt 729* Galtier, 386 730* EOL 49, 1958, 8 731* Eine Art Superfreimaurerei: Chevaliers bienfaisants de la cite sainte. Roger Peyrefitte: "Die Soehne des Lichts," Karlsruhe 1962, 369 732* Caillet, Franc-Maconnerie, 127 und Galtier, 385 733* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 12.8.88 734* "Des Templiers aux Francs-Macons," Paris 1988, Bildteil. Ueber Pasleau in: Haack, Religion und Dekoration, 394 735* Gespraech am 8.9.91 736* "Bericht ueber die Jahrestagung der Forschungsloge Quatuor Coronati," Hamburg 1990 737* Der englische Researcher Paul Sturges erwaehnt die Namen Prof. David Hughes Temple (aka Cardiff), in Leads: Chapel Allerton und All Woodtley, Ge- spraech im Maerz 1993 in London 738* Herbert Fritsche in: EOL-Mitteilungsblatt 62, Stein 1959, 4 739* Ewald Dorpheide (OS), Brief vom 21.12.86, und: "Thelema" 1, Berlin 1982, 18 740* Audehm, Brief vom 8.7.88. Schlag erinnert sich, dass auch ihm Metzger ge- sagt habe, er sei kein Crowleyaner und wundert sich, weshalb Metzger trotzdem soviele Crowley-Buecher publiziert hat 741* Anonymes Vorwort in Metzgers "Aequinox" II, Zuerich 1955, 5 742* EOL-Mitteilungsblatt 9, Zuerich 1955, 2 743* Herm. F. Dressel in: EOL-Mitteilungsblatt 46, Zuerich 1958, 2 744* "Kethoris der Aeltere" in: Ketzerbrevier 5, Stein 1958, 14 745* Metzgers Oriflamme 74, Zuerich 1967, 796 746* EOL-Mitteilungsblatt 20, Zuerich 1956, 3 747* EOL-Mitteilungsblatt 4, Zuerich 1954, 5 748* Text der Einladung, Flugblatt 749* EOL-Mitteilungsblatt 4, Zuerich 1954, 8, anlaesslich des Druckes des "Buch des Gesetzes." EOL-Mitteilungsblatt 7, Zuerich 1955, 6 750* EOL-Mitteilungsblatt 7, Zuerich 1955, 6 und Oriflamme 96, Zuerich 1969, 1060, gekuerzt 751* Herr und Frau Koller, Ex-Gemeindepraesident von Stein, Gespraech am 8. und 9. Oktober 1986 752* Briefe vom 9.11.86 und 20.1.87 753* Metzgers Oriflamme 49, Zuerich 1965, 587. Leserbrief des J.H.P. aus Muen- chen 754* Metzgers Oriflamme 119, Zuerich 1972, 1354. Vgl. Francis King: "The Se- cret Rituals of the O.T.O.," London 1973, 130 und 142 755* EOL-Mitteilungsblatt 70/71, Stein 1960, 5. Metzgers Oriflamme 132, Zue- rich 1973, 1507 - und im undatierten Rundschreiben gegen den QUICK-Artikel 756* Rechtsanwalt Dr. Auer, Anwalt von Metzger und Borgert im Prozess gegen Horst Knaut. "Schweizer Illustrierte" 26, Zofingen 1975, 26 757* The Great Beast, London 1973, deutsch: Das Tier 666, Basel 1983. "Schlimm! Schlimm! Schade um das schoene Papier und die viele Zeit, die dem Leser damit gestohlen wird." Metzgers "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 182 758* Annemarie Aeschbach, Telefongespraech am 19.8.86. Sie bemaengelt ausser- dem die Buecher von Frick und Howe/Moeller als "tendenzioes" (Besuch am 11.9.86). 759* Metzgers Oriflamme 46, Zuerich 1964, 551 760* Norbert Straet, Brief vom 2.2.1987 761* Jantschik, Brief vom 19.5.88 762* Leopold Engel: "Geschichte des Illuminaten-Ordens," Berlin 1909, 95.29 und 99.13 763* Adam Weishaupt: "Das verbesserte System der Illuminaten," Frankfurt und Leipzig 1788, 93.6 764* Metzgers Oriflamme 93, Zuerich 1968, 982 765* Metzgers Oriflamme 26, Zuerich 1963, 311 und "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 47. Aehnlich im Begleitbrief zum "Lehrbrief I/1," unterschrieben mit "Miz-Pah!" 766* Grady Louis McMurtry, OTO-Newsletter 7/8, Berkeley 1979, 104 767* Brief an Englert am 19.1.69 768* "What you should know about the Golden Dawn," Arizona 1987, 147 769* EOL-Mitteilungsblatt 10, Zuerich 1955, 48 770* EOL-Mitteilungsblatt 17, Zuerich 1955, 5 771* EOL-Mitteilungsblatt 4, Zuerich 1954, 5 772* EOL-Mitteilungsblatt 31, Stein 1957, 3ff. Hervorhebung im Original 773* Metzgers Oriflamme 49, Zuerich 1965, 49 774* EOL-Mitteilungsblatt 10, Zuerich 1955, 4 und Oriflamme 137, Zuerich 1973, 1566. Text von Ostern 1950. Ebenfalls im Brief an Grosche am 21.5.51 775* Oriflamme 1914, 7-10 776* Reuss, Was man von der Freimaurerei wissen muss, 1910, 76. Laut Howe/Moeller ist die erste Auflage dieses Werkes bereits 1901 erschienen, 115 777* Frick II, 465. Die Oriflamme Juli-Dezember 1906, 108, gibt als Datum den 31.5.1896 an. Ebenso Engel selber in seinem Brief vom 11.1.1930 an Eugen Lennhof 778* Oriflamme vom Juli 1914, 14 = Frick II, 466. Brodbeck, FM, Bern 1948, gibt auf Seite 102 1896 als Gruendungsdatum von Engels IO an 779* Hans-Juergen Glowka: "Deutsche Okkultgruppen," Muenchen 1981, 45 780* Meerane 1900, 30. Der Umschlag zeigt Carl Kellners OTO-Lamen. Abbildung in: AHA 4, Bergen 1991, 15 781* Frick II, 466 und Oriflamme 1914, 8 782* Frick II, 462 783* Wiener Freimaurerzeitung 9/10, Oktober 1929, 25 784* Faksimile all dieser Briefe sind zu finden in: "Occult Theocrasy" von Lady Queenborough (Edith Starr Miller), Frankreich 1933 und Christian Book Club of America 1976. Ebenfalls befinden sich in diesem Band Faksimiles der Korrespondenz zwischen Reuss und Encausse/"Papus" und weiteren Theosophen, Martinisten, dem Mops-Orden und die weltweit einzige Faksimile-Reproduktion der Charta von Reuss an Crowley von 1912. Leslie/ey Fry (Paquita Shismarev), zitiert diese Briefe in ihrem Artikel "Les Missionaires du Gnosticisme" in der "Revue Internationale des Societes Secretes" vom Mai 1931, 461-547 785* Jubilaeumsausgabe der Oriflamme 1912, 15 786* Lorch 1933, 2. Auflage 787* "Im Jenseits," 1921, Bietigheim 1981, 4 788* Frick II, 467 und Howe/Moeller 261 und 329 789* Brodbeck, FM, 103. Metzger fuehrt den 11.9.1928 an, Oriflamme 94:1000, 1968 790* "Lorch" 1928, Muenchen 1987 791* Brodbeck, FM, 104 792* Brodbeck, FM, 104 793* Das Datum stammt von der "Urkunde" vom 28.1.1966, in der Kirchvogel Metz- ger zum Oberhaupt macht. Die vorliegende "Vollmacht" von Haitz stammt vom 30.11.55! 794* Urkunde vom 28.1.1966 795* Wiener Freimaurerzeitung 6/29, 17 796* ebda. 797* Brodbeck, FM, 7 798* Brodbeck, FM, 104, Oriflamme 94:1001, 1968 799* Clymer: Book of Rosicruciae III, 1949, 174 800* ebda. xxiii und 168 801* Rafal T. Prinke, Brief vom 24.9.88 und "Polnischer Satanismus und Sexual- magie," in: AHA 9, Bergen 1991, 18ff. 802* Korbel ist schon vor dem Zweiten Weltkrieg Mitglied der FS. Grosche an Metzger am 14.9.50 803* Miers: "Lexikon des Geheimwissens," Muenchen 1986 6. Auflage, 273 804* Ellic Howe, Brief vom 24.9.87: "I know nothing about Metzger's possession of a Charter for Engel's "Weltbund der Illuminaten"." 805* Metzger an Grosche, Brief am 13.11.50 806* Metzger an Margarete Berndt, Brief am 2.3.64 807* Metzger an Grosche, Brief am 8.8.51 808* EOL-Mitteilungsblatt 11, Zuerich 1955, 8 809* Die Titel "Kustos," "Kanzler," "Grossordenskanzler," "General Grossor- denskanzler," "Provinzial," "Regent," "Praefekt" sind verwirrlich und in der Rangfolge nicht erklaert. Je nach Statut weist der Illuminaten-Orden, zwi- schendurch mit dem "Weltbund der Illuminaten" gleichgesetzt, fuenf, sieben oder neun Grade mit immer neuen Bezeichnungen auf 810* Josef Dvorak, Brief vom 16.11.90 811* EOL-Mitteilungsblatt 44, Stein 1958, 3 812* EOL-Mitteilungsblatt 69, Stein 1960, 1 813* Metzgers Oriflamme 13, Zuerich 1962, 155 814* Metzgers Oriflamme 94, Zuerich 1968, 1001 815* Medinger publiziert in Englerts Zeitschrift "der illuminat" 816* Herman Medinger, Brief vom 29.8.88 817* Dvorak, Brief vom 11.8.89 818* Knaut, Rueckkehr, Bern 1970, 51 819* Metzgers Oriflamme 123, Zuerich 1972, 1403 820* Haack, Brief vom 21.11.86 821* Haack, Brief vom 14.12.87 822* Gert Meyer an Haack, Brief am 28.2.73 823* Haack: "Freimaurer," 7. Auflage Muenchen 1984, 24. Siehe auch Helmut Mo- eller: "Die Bruderschaft der Gold + und Rosenkreuzer," in: "Freimaurer und Geheimbuende," Frankfurt 1986, 221 824* Haack: "Freimaurer," 29 825* Haack: "Geheimreligion der Wissenden," Muenchen 1985 6. Auflage, 28 826* Audehm, Brief vom 17.8.88 827* Karl Brodbeck: "Freimaurerlogen, die verschiedenen Systeme und aehnliche Organisationen," Bern 1948, 102 828* "Illuminati Connections," 19 829* Metzgers Oriflamme 46, Zuerich 1964, 551 830* Metzgers Oriflamme 138, Zuerich 1973, 1579 831* "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 191 832* "Der Illuminatismus einst und jetzt," Leipzig ohne Jahr 833* Ed. Kier, Buenos Aires 1963, 108 834* Reuss: "Was muss man von der Freimaurerei wissen," Berlin 1920, 78 835* Brodbeck, Freimaurerlogen, 103 836* 17 837* Protokoll vom 31.5.66 838* Metzgers Oriflamme 87-91, Zuerich 1968, 941 und Anita Borgert in: Oriflamme-Seminarvorlesung 4, Zuerich 1972, 2 839* Metzgers Oriflamme 87-91, Zuerich 1968, 962 840* Metzgers Oriflamme 138, Zuerich 1973, 1579 841* Metzgers Oriflamme 76, Zuerich 1967, 820 842* Metzgers Oriflamme 46, Zuerich 1964, 551 843* Berufungsbegruendung von L. Delp in Sachen Metzger gegen Englert, Muen- chen 21.2.72, 10 844* Abbildungen in: AHA 8/91, 17 845* Metzgers Oriflamme 113, Zuerich 1972, 1283 846* EOL-Mitteilungsblatt 67, Zuerich 1960, 2. Hervorhebung im Original. Ebenso Annemarie Aeschbach bei einem persoenlichen Gespraech in Stein am 11.9.86 847* Gespraech mit Schlag 848* Metzgers Oriflamme 45, Zuerich 1964, 539 und Oriflamme 76, Zuerich 1967, 819 849* Metzgers Oriflamme 120, Zuerich 1972, 1368 850* Schmiedeberg 1914. Wiederabgedruckt in: AHA 6, Bergen/Dumme 1992 851* Metzgers Oriflamme 120, Zuerich 1972, 1368. Aehnlich Reuss in der "Historischen Oriflamme" 1904 und der "Jubilaeumsausgabe" 1912 852* "Das paedagogische System des Illuminaten Ordens" in: Oriflamme-Seminar- vorlesung 10, Zuerich 1975, 20 853* Annemarie Aeschbach, Gespraech am 11.9.86 in Stein 854* Blaetter fuer angewandte Okkulte Lebenskunst 34, Berlin 1953, 3 855* der illuminat, Frankfurt 1969 856* Dieses Kapitel klagt ueber "zunehmende Call-Girl-Ringe, Homosexualitaet, Prostitution und deren Auswuechse, Orgien." Metzgers Oriflamme 27 und 28, Zuerich 1963, 318-333 und als "Magie als Philosophie fuer alle," Zuerich 1964, 357-405 857* Norbert Straet, Brief vom 3.11.86 858* Straet, Brief vom 21.1.87 859* Breeze via Straet, Brief vom 11.3.87 860* Bericht ueber die Tagung der Gross-Loge FS 861* Audehm: "Kampf um Erloesung," Frankfurt 1980, 8 862* Die "Loge am Limmat zum Kreuz" und die "Kirche Rose und Kreuz" sind ent- weder die Wohnung von Br."Leo" oder Frl. Annemarie Aeschbach, laut Markus Ku- mer, Gespraech am 16.9.91 863* Audehm, Brief vom 8.7.88 864* Audehm: "Kampf um Erloesung," Frankfurt 1980, 7 865* "Interner Fragebogen fuer die Br. und Sr. der Loge Adolf F.v. Knigge," Exemplar im Warburg Institut London 866* G. Naber an G. Montenegro, Brief am 29.10.68 867* Es werden schriftliche Personenbeschreibungen von wuerdigen zukuenftigen Schuelern verlangt. Begleitbrief zu Lehrbrief I/1 868* Englert und Audehm: "In Gedenken an Dr. Gabriel Montenegro," In: "Zion" I:7, Frankfurt 1969, 88 869* Audehm, Brief vom 8.7.88 870* Audehm, Kampf, 9 871* ebda. 8 872* ebda. 9 873* 1.12.67 874* Adam Weishaupt: "Ueber die Selbstkenntnis," 3. Auflage (Zuerich 1966) mit einem Vorwort von Metzger und dem Vorwort der 2. Auflage von Leopold Engel. 1. Auflage 1794 875* Frankfurt 1968, Auflage ca. 100 876* 6. Auflage Muenchen 1986, 281 877* Anita Borgert an Ludwig Delp, Brief am 2.12.70 878* R. Horst an P.R. Audehm, Brief am 19.11.68 879* Gabriel Montenegro an Guenther Naber, Brief am 4.10.68 880* Naber an Montenegro, Brief am 9.10.68 881* Lerch hat im IO nie eine Rolle gespielt 882* Naber an Montenegro, Brief am 29.10.68 883* Studinski an Schlag, Brief am 17.11.81 884* Montenegro an Englert, Brief am 19.1.69 885* Audehm, Brief vom 8.7.88 886* Hemberger, Pansophie II:1, 88 887* "der illuminat," Frankfurt Dezember 1969, 41 888* Audehm, Brief vom 8.7.88 889* Audehm, Kampf, 21 890* "der illuminat," Dez. 69, 52 891* Brief an Englert am 3.3.71 892* Die am Anfang dieses Kapitels zitierten Dokumente dieser Herren sind mir vorliegend. Sie werden im geplanten OTO-Materialien-Band publiziert 893* Schreiben datiert vom 5.2.71 894* Beschluss des Bundesgerichtshofs II ZR 66/74, Klaeger Metzger (vertreten durch Frhr. v. Stackelberg) vs Englert (Dr. Roehricht) 895* Englert an Schlag, Brief am 15.12.75 896* Rempfler an Haarkoetter, Brief am 30.1.1976 897* Grosche an Englert, Brief am 7.11.62 898* Grassers "Warnung" vom 15.4.1969 899* Grasser an H.T. Hakl, Brief am 4.6.69 900* "1. Kreuzzugs-Brief," Frankfurt 1977, 1 901* Ahlerstedt 1985, 165. In der Ausgabe 1987 ist das Inserat stark gekuerzt 902* Krumm-Heller: "Conferencias Esotericas," Mexiko 27.3.1909, 1 903* "Merlin" 3, Hamburg 1949, 39 904* Arnold Krumm-Heller: "Osmologische Heilkunde: Magie der Duftstoffe," Ber- lin 1955, 110 905* "Quacksalberpraktiken" nennt dies Henri Birven: "Aus dem Leben Aleister Crowleys," in Metzgers "Oriflamme" 119:1353, Zuerich 1972: "Merlin" 3, 1949, 40 906* ebda. 39 907* "Programa de Actividad 1986," Maracaibo 908* Krumm-Heller, Duftstoffe, 101 909* Krumm-Heller, Duftstoffe, 101 910* "Homelie" Lyon 1908, 7 911* Clymer, Book of Rosicruciae 3, Quakertown 1949, 266ff. 912* "Merlin" 3, 39 913* Krumm-Heller, Duftstoffe, 29 914* Auszug in: AHA 6/91, 23 915* "Sex and Religion," Nashville 1981, xvii 916* Krumm-Heller, Duftstoffe, 134 917* Israel Rojas R.: "Paso el Umbral" in: "Fraternidad Rosa-Cruz Antigua" 29, 1949, 18 918* Zur Biographie Krumm-Hellers auch Ana Delia Gonzales: "Dr. Arnoldo Krumm- Heller -Huiracocha-," Maracaibo 1956 919* ebda. 920* Krumm-Heller, Duftstoffe, 28 921* Muenchen 1921, 32. Faksimile in: Clymer II, 601 922* 3 freimaureraehnliche und 4 spirituelle Grade, die moeglicherweise mit dem VIII°, IX° und X° abgeschlossen werden. 923* Metzger an Grosche, Brief am 30.10.50 924* Germer an Crowley, Brief am 17.2.1928 925* Crowley an L.T. Culling, Brief am 29.5.37 926* "ITC" III:4, Oroville 1983, 36 927* Krumm-Heller, Traenker und Birven selber? 928* Heinrich Wendt hat diese Chartas gesehen! "Merlin" 3, 39 929* Henri Birven: "Aus dem Leben Aleister Crowleys," in Metzgers "Oriflamme" 120, Zuerich 1972, 1362 930* Mottas Oriflamme VI:3, Nashville 1983, 434 931* Germer an Petersen, Brief am 6.1.1954 932* Krumm-Heller: "Logos" Berlin 1930, 45. Das Buch ist Traenker, Crowley und "Basilius" (Peithmann oder Patrice Genty der "originalen" Pariser Eglise Gno- stique?) gewidmet 933* Ruben Pilares Villa (FRA und OTO): "Bolletin" Trujillo 15.4.1978, 2. "Merlin" 3, 39. Das Interview, das Krumm mit Leadbeater gefuehrt hat, befin- det sich in: "Rosa-Cruz" IV:3, Berlin 1930, 229 934* "Recuerdos de mi peregrinacion" in: "Rosa-Cruz" IV:3, Berlin 1930, 232 935* Chevillon an Hilfiker, Brief am 18.6.1936 936* "Rosa-Cruz" 10, Texas 27.1.1937 937* Logenprotokoll vom 5.3.1948 938* Maria Luisa Elisabeth Frieda Julie von Diringshofen, "Golden Book," 17 939* Krumm-Heller, Duftstoffe, 5 940* "Programa de Actividad 1986," Maracaibo 941* In den Ritualen (Auszug in: AHA 5/91, 15) und in: "Rosa-Cruz" III:9 und 10, Costa Rica 1930, 134 942* Undatiertes Rundschreiben mit einem Foto von Parsival K.-H. 943* Breeze an Straet (beide "Caliphat"), zitiert im Brief vom 11.3.87 944* Clymer, R.F. in America II, 547 945* AHA 1/92, 12 946* "Revista Gnosis" X:5, Juli 1949. Siehe auch Brief von de Paula am Schluss dieses Kapitels 947* Clymer, Book 3, 1949, xxiv 948* Clymer unterstuetzt finanziell die Witwe Bricaud: FBI-file ueber Clymer 62-62736-2-6318 949* Clymer 3 (wie oben), 199 950* "Rosa-Cruz" 7, 1937, 1935 951* "El Rosacruz," San Jose 1953, 5-16 (gedruckt in Marburg) 952* "Estudios Esotericos Rosacruces" 6, Medellin 1986, 7 953* "Estudios Esotericos Rosacruces," 6, 15 und 17 954* "Estudios Esotericos Rosacruces," 6, 1 955* Humberto Fuentes Villalobos, Brief vom 1.7.92 956* Persoenliches Gespraech 957* Court Transcript McMurtry et alii versus M.R. Motta, CA 1985, 672 958* Clymer 3 (wie oben), 208 959* Brief vom 17.4.90 960* Foto in: "Gnosis" 4, Peru 1991, 30 961* R. Pilares V.: "Liber Veritatis," Trujillo 1989, 3 und Brief vom 20.4.90 962* ebda. 9 963* McMurtrys "OTO-Newsletter" 3, Berkeley 1977, 26 964* "Rosa-Cruz de Oro" 139, Bogota 1985, 3 965* Israel Rojas B.: "Por los senderos del mundo" berichtet ausfuehrlich ue- ber Krumms Vortraege ueber Wagners Parsival 966* Von Theosophischer Bedeutung und einer der "geistigen" Gruender der FRA 967* "Fraternidad Rosa-Cruz Antigua" 29, 1949, 18 968* "Merlin" 3, 1949, 41 969* "Estudios Esotericos Rosacruces" 6, Medellin 1986, 19 970* "Rosa-Cruz de Oro" 144, Bogota 1989, 18 971* Brief vom 2.7.90 972* Michael Paul Bertiaux, Brief vom 29.11.90 973* "Masonic Monthly Bulletin" 3:8, Chicago 1985 974* "Rosa-Cruz de Oro" 114, Bogota 1978, 3 975* Villa, Liber Veritatis, 23: Ramirez C., Brief vom 26.8.90: R. Pilares V., Brief vom 9.3.90 976* Brief vom 7.9.92 977* Gabriel Sanchez G., Brief vom 20.10.92 978* Weor: "Buddha's Necklace," ohne Ort 1966/67/90, 23 979* Kurse im Volkshaus Zuerich vom 10.10.-28.11.1986 980* Stephan Hoeller, Position Paper, 2 981* Motta an Sascha Germer, Brief am 30.8.63 982* Flugblatt zum Vortrag "Esoterik" in Koeln am 28.5.93 983* "Zion," I:7, Frankfurt 1.8.69, 88 984* H.P. Smith an R. Pilares Villa, Brief am 13.9.80. "ITC" V:2, Oroville 1992, 39 985* Logenprotokoll vom 5.3. 1948 986* "ITC" IV:6, Oroville 1990, 40 987* Montenegro an Naber, Brief am 4.10.68 988* Montenegro an Englert, Brief am 30.11.68 989* "Zion," I:7 vom 1.8.69, 89 990* Audehm, Brief vom 8.7.88 991* "Zion," I:7 vom 1.8.69, 89 992* Oriflamme 97:1092 993* Besuch Yucatans im November 1989 994* Toca, Brief vom 29.12.89 995* Bertil Persson, Brief vom 3.6.93 996* Handschriftliche Notiz von Toca in: M. del Pino H.: "El Iniciado" ohne Ort und Datum 997* Richard P. Daly: "Iglesia Catolica Del Rito Antioqueno," Florida ohne Da- tum 998* Toca an Lamparter, Brief am 24.9.85 999* Z.B. "El Sol de la Florida," 2.10.1982, 5 1000* Toca, Brief vom 3.4.92 1001* Lamparter, Brief vom 21.3.90 1002* Lamparter/Krumm-Heller, Ensenanzas, 10 1003* R. Pilares V., Liber Veritatis, 31 Seiten lang 1004* "Merlin" 3, Hamburg 1949, 37 1005* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 1.7.88 1006* Audehm, Brief vom 8.7.88 1007* "Atroposophia," Freiburg 1937/1962, 29 1008* Herbert Fritsche an Ernst Klett, Brief am 18.7.56: in: "Briefe an Freunde," Stuttgart 1970, 173 1009* "Kleines Lehrbuch der Weissen Magie," Prag 1934, 9 1010* Metzgers "Oriflamme" Nr 98, Zuerich 1970, 1096 1011* Anrufung des Heiligen Geistes, verbunden mit Handauflegen des amtieren- den Priesters bei den Glaeubigen auf die Stirn, um ihnen die Kraefte des Pneuma Hagion zu vermitteln 1012* EOL-Mitteilungsblatt Nr 72, Stein 1960, 2 1013* Gershom Scholem: "Juedische Mystik," Zuerich 1957, 3 1014* Scholem: "Walter Benjamin und sein Engel," Frankfurt 1983, 113, 119, 127 1015* Frans Smit: "Meyrink," Muenchen 1988, 189 1016* Mohammed Qasin: "Gustav Meyrink," Stuttgart 1981, 191 1017* 147 1018* Gelnhausen und Gettenbach, Oktober 1960, 1 1019* Dazu Ellic Howe: "If Metzger claimed to have "inherited" the headship of this or that Order from Fritsche, it may be all an invention." Brief vom 24.9.87 1020* Oriflamme 37:444, 1964 1021* Frau Gonzales beschreibt ihren Weg ausfuehrlich in der 130 Seiten star- ken Biographie von Sonia Barrios: "Vida y obra de A.D. Gonzales," ohne Ort und Datum 1022* R. Pilares V., Brief vom 1.2.88 1023* "Programa de Actividad 1989," Maracaibo 1024* "Anuario Americano Bucheli," 1963, 108, Metzger inseriert als GKK und Ordo Illuminatorum 1025* Die Gruende liegen darin, dass behauptet wird, eine Frau koenne niemals gnostisch oder als Oberhaupt einer gnostischen Organisation wirken 1026* "Estatutos F.R.A." Maracaibo 25.11.1985 1027* Metzgers Oriflamme 96, Zuerich 1969, 1062 1028* Audehm, Brief vom 8.7.88 1029* "Programa de Actividad 1989" 1030* Metzgers Oriflamme 139, Zuerich 1973, 1595 1031* "XXX Aniversario FRA," Maracaibo 1032* Ana Delia G., Brief vom 27.2.92 1033* Brief vom 19. April 1991, uebersetzt 1034* Die vorliegenden Chartas tragen andere Daten, siehe {12} 1035* "Chamando os Filhos do Sol," wo auch ein Inserat fuer den OTO auftaucht, Rio 1962 1036* Brief vom 12. Juni 1991, uebersetzt 1037* "Sex and Religion," xvi 1038* Am 16.11.89 wird er 33° AASR 1039* Brief vom 20.10.92 1040* Brief vom 10.7.92 1041* Symonds, King, 513 1042* "ITC" III:4, Oroville 1983, 34 und FBI-file ueber Parsons, 65-59589 1043* "ITC" III:4, 32 1044* Die erste entstand unter Jones/"Achad" in Kanada 1045* Grant: "The Magical Revival," London 1972, 157, 161 1046* "ITC" III:4, 32 1047* "ITC" III:4, 38 1048* "ITC" II:2, Kalifornien 1978, 8 1049* Stuart Timmons: "The Trouble with Harry Hay," Boston 1990, p.75-76 1050* Grant: "Remembering Aleister Crowley," London 1991, 21 1051* FBI-file ueber Germer, 265.508 1052* "Mezla," 1:9, 1976, 4 1053* FBI-file ueber Parsons, 65-59589 1054* Files 140-24723 und 61.7598-399 1055* McMurtrys OTO-Newsletter I:4, Berkeley 1978, 18 1056* alter: "der eine/andere (von zweien)." Alter ist ein Pronomen der "Zweiheit," es taucht also stets paarweise auf. Nach Siewert, Straube, Weddi- gen: "Ostia - Lateinisches Unterrichtswerk," Band 1, Stuttgart 1985, 237 1057* Grant, Remembering, 16 1058* "ITC" III:4, 31 1059* "ITC" II:2, 5 1060* Im Brief Parsons an Germer vom 19.6.49 taucht das Datum September 48 auf. Es existieren jedoch schon "minutes" vom 14.8.46, die von der Einsetzung Parsons sprechen 1061* "ITC" IV:5, 43 1062* Original in: "Apocalypse Culture," Hrsg. Adam Parfrey, LA 1987/90, 172 und "Starfire" 1:3, London 1987, 32. Weitere Literatur zu Hubbard: Russell Miller: "Bare-Faced Messiah," New York 1987. Haack: "Scientology," Muenchen 1982. Roland Winkhart (Ex-Scientology, Ex-"Caliphat," Temple of Set): "Ueber die Verbindung von L.R. Hubbard zur Magick von A. Crowley," Wien 1985 1063* Grant, Remembering, 49 und Symonds, King, 572 1064* Grant, Remembering, 20 1065* Mottas Oriflamme VI:3, 467: McMurtry an Crowley, Brief am 12.5.46 1066* Faksimile in: AHA 6/91, 18 1067* Starr, Brief vom 12.5.88 1068* OTO-Newsletter II:2/6, Berkeley 1978, 4 1069* "Ecclesia Gnostica" I:4, CA 1985 1070* Thelema Lodge Newsletter, Februar 1991, Compuserve 72105,1351 1071* Crowley an McMurtry, Brief am 22.8.1944 1072* Yorke an Helen Parsons-Smith/"Grimaud", Brief am 17.10.1971 1073* Bill Heidrick an James M. Martin, Brief am 8. Mai 1987 1074* "ITC" III:4, 39 1075* "Starfire" 1:2, London 1987, 39 1076* "ITC" IV:8, 37 1077* "ITC" V:1, 43 1078* Breeze: "The Magical Link" II:2, New York 1988, 123 1079* Seckler an G.A. Martin/"Kelly", Brief am 13.8.79 1080* OTO-Newsletter I:2, 1977 und Court Transcript McMurtry versus Motta, 200. Quelle: Brief Germer an McMurtry vom 26.2.58 1081* OTO-Newsletter I:2, 5 1082* "Blue Equinox," Detroit 1919, 244 1083* OTO-Newsletter I:2, 5 1084* "Sex and Religion," 27 1085* Crowley an Grant, Brief am 18.12.1944. Zitiert nach Grant, Remembering, 7 1086* Montenegro an Englert, Brief am 30.11.68 1087* "I agree with Brother Monty fully," 23.11.60 1088* Court Transcript, 362 1089* Starr, Brief vom 7.6.88 1090* Starr, Brief vom 17.2.88 1091* Weder die Aerztekammer Berlin (19.4.88), die Bundesaerztekammer (27.4.88), das Kreisverwaltungsreferat Muenchen (28.4.88) noch die Ludwig-Ma- ximilians Universitaet Muenchen (11.5.88) finden einen Hopkins in den Unter- lagen 1092* Germer an Petersen, Brief am 6.1.54 1093* The Self-Realization Fellowship, Brief vom 8.3.88 1094* Seckler, ITC V:2, Oroville 1992, 42 1095* King, Secrets, 1973, 32 1096* Montenegro an Englert, Brief am 30.11.68. In einem Brief von Yorke an Helen P. Smith am 17.10.71: "It is some 15 years ago since I wrote him [Metzger] or he me." Ellic Howe meint sogar, Yorke habe Metzger ueberhaupt nie richtig wahrgenommen, Gespraech am 30.10.89 1097* Diesen Irrtum publiziert dann Motta in seinen "Commentaries of AL," New York 1975, Manifesto auf Seite 269 1098* Symonds, King, 110 1099* "The Holy Books of Thelema," New York 1983 1100* Aequinox IX, Zuerich 1958, Vorwort 1101* A1, Hildesheim 18.11.49, 7 1102* Metzgers Oriflamme 8, 1961, 86 1103* Internes Manuskript, 7 1104* "Ecclesia Gnostica" I:4, Sommer 1985 1105* Aleister Crowley: "Confessions," Hrsg. Johny Symonds und Kenneth Grant, London 1979, 72ff. 1106* Zum Beispiel 701: "Reuss... who resigned the office [of OHO] in 1922 in my favour." 1107* Aleister Crowley: "Die Krise in der Freimaurerei," EOL-Mitteilungsblatt 26, Zuerich 1956, 1ff. 1108* Oriflamme, Schmiedeberg 1914, 17 1109* Liber Al vel Legis, Zuerich 1954, 59 1110* "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 151 und Oriflamme 39, Zuerich 1964, 467 1111* Quellen wie oben 1112* Wie oft, ist Metzgers Grammatik nicht ganz verstaendlich 1113* Faksimile in: AHA 6, Bergen 1991, 21 1114* Court Transcript McMurtry vs Motta, 538 1115* Originalseite 8. Wiederabgedruckt in: AHA 5/92, 20 1116* OTO-Newsletter II:1, 1978, 5 und Court Transcript McMurtry vs Motta, 541 1117* 1978 gibt sie 1967 als Germers Todesdatum an, in: "ITC" II:2, 9 1118* Seckler, Brief vom 10.6.87 1119* "ITC" II:2, 9 1120* Motta an Metzer, Brief am 29.3.1963 1121* Motta an Robert E. Mittel, Brief am 12.7.1984. Mittel ist Mottas Anwalt im Prozess gegen Weiser Inc. 1122* Markus Kumer, Telefon vom 16.9.91 1123* Und Autor von z.B. "Der gnostische Jung," Calw 1987 1124* McMurtry vs Motta, 406, 542 1125* Starr, der die Meinung von Frau H.P. Smith, der ehemaligen Geliebten Montenegros, mitteilt. Brief vom 17.2.88 1126* Heidrick, Brief vom 18.11.87: ebenfalls in: "Thelema Lodge OTO Newslet- ter," Februar 93 1127* Brief an Motta am 7.10.68 1128* "ITC" II:2, 11. "Thelema Lodge Newsletter," Juli 1992. Heidrick spricht sogar von einer Initiation, Brief an James M. Martin am 8.5.87 1129* "ITC" II:2, 12 1130* Mottas Oriflamme VI:5, Rio 87, 222: auch Jean Brayton an Mildred Burlin- game am 23.12.69 1131* Vincent Bugliosi: "Helter Skelter," New York, 198845 1132* FBI-file 88-484755 1133* Sandy Robertson: "Aleister Crowley Scrapbook," London 1988, 115 1134* "The Family," New York 1971, 161 1135* Mottas Oriflamme VI:5, Rio 1987 1136* Court Transcript Motta vs Weiser, 571. Denunziation am 17.10.1970 und am 12.5.71 an Ray E. Lindstrom vom FBI 1137* New York 1990 1138* Katharina Elliger in: Herbert Haag: "Teufelsglaube," Tuebingen 1974, 2. Auflage 1980, 498. Dies beeinflusst Georg Sigmund im Nachtrag der 2. Auflage von E.v. Petersdorff: "Daemonologie," Stein am Rhein 1985, 380 1139* Grant: "Outside the Circles of Time," London 1980, 94, 286 1140* Interview Lola D. Wolfe mit McMurtry am 25.11.1982. Gekuerzt abgedruckt in: "Unicorn" V, Bonn 1983, 102 1141* "Volksausgabe des Crowleyschen O.T.O.Modells," Haack: "Von Gott und der Welt verlassen," Duesseldorf 1974, 131. Ebenso Haack in: "Europas neue Reli- gion," Zuerich 1991, 36: Haack, "Anmerkungen zum Satanismus," Muenchen 1991, 9 1142* Motta: "Oriflamme" VI:3, Nashville 1983, xiv 1143* Israel Regardie: "Gems from the Equinox," Arizona 1974, xxxiii, Vorwort verfasst am 31.3.1970 1144* Regardie: "Legend of Aleister Crowley," Arizona 1983, 162 1145* "ITC" II:2, 1978, 13 1146* "ITC" I:1, California 1147* Fuller d'Arch Smith, Brief vom 6.12.87 1148* "Gnostica News," October 74. "Mezla" III:1, NY 1985, 5. "Nuit-Isis" I:4, Oxford 1988, xxiv 1149* "Commentaries of AL," N.Y., 20 1150* Motta: "Oriflamme" VI:4, Nashville 1984, 401 1151* Es geht darum, den OTO als "OTO" einzutragen, und nicht als "Church of Thelema" 1152* Court Transcript Motta vs Weiser, 225 und McMurtry vs Motta, 446 1153* "ITC" II:2, 1978, 17 1154* "ITC" II:2, 24 1155* Philip Jameson: "How A. Crowley came to Berkeley," in: "Rising Aeon Journal," Seattle ca. 1978 1156* Cliff Pollick, der McMurtry 1977 zum ersten mal trifft. "Mezla" III:1, 1985, 11 1157* OTO-Newsletter 3, Berkeley Dezember 1977, 26 1158* Breeze in: "Abrasax" 16, Texas 1992, 43 1159* Vorliegend der Text der Eintragung vom 28.3.79 1160* OTO-Newsletter II:7, Berkeley 1979, 90 1161* "ITC" II:1, 1978, 5 1162* Court Transcript McMurtry vs Motta, 814 1163* Seckler an Gary Allan Martin/"Kelly", Brief am 10.7.79 1164* Court Transcript McMurtry vs Motta, Aussage Seckler, 242 1165* "ITC" II:2, 10 1166* McMurtry versus Motta, Aussage Seckler, 688 1167* "Encyclical Letter," Pittsburgh 1987, 2: Bericht von G.A. Martin/"Kelly" 1168* King, Secret Rituals of the O.T.O., 90 1169* OTO-Newsletter II:7/8, 98 1170* Seckler an G.A. Martin/"Kelly", Brief am 13.8.79 1171* Seckler an Martin/"Kelly", Brief am 21.6.79. Dasselbe auch im persoenli- chen Gespraech mit Michael Aquino am 15.7.88. Bill Heidrick reagiert auf sol- che Aussagen mit einer einzelnen Ausgabe eines Magazins mit dem Titel "The Missing Link," das das "Caliphat"-Magazin "The Magical Link" karikiert. Der thelemitische Gruss lautet in der karikierten Version: "Do what Bill says is the whole of the Law," LA 3.15.85 1172* Court Transcript McMurtry vs Motta, Aussage Seckler, 688 1173* Heidrick an Seckler, Briefe am 17.7.79, 24.7.79 und 15.9.79 1174* Francis King: "The Secret Rituals of the O.T.O.," London 1973 1175* Court Transcript McMurtry vs Motta, 750 1176* Mottas "Equinox" V:3, Nashville 1980, 481 1177* Sothis II:1, London 1976, 90. Bezug auf Mottas Manifesto in: "Commentaries to AL," 269 1178* Motta vs Weiser, 535 1179* Motta: "Sex and Religion," Nashville 1981, xi 1180* Regardie: "The Eye in the Triangle," Arizona 1970/86 1181* Gespraech mit Schlag 1182* McMurtry vs Motta, Aussage Heidrick, 607 1183* OTO-Newsletter I:4, Maerz 1978, 23 1184* Starr, Brief vom 22.8.88 und 22.8.92: ebenfalls Bill Heidrick an James M. Martin am 8.5.87 1185* Administrativer Titel, der nur in Mottas OTO verwendet wird 1186* Starr, Brief vom 6.9.88 1187* Starr, Brief vom 15.2.89 1188* Starr, Brief vom 9.3.89 1189* "Scroll of Set," XII:5, CA 1986, 3 1190* Norbert Straet, Brief vom 9.1.87 1191* Gregory von Seewald, Brief vom 29.6.92 1192* David Bersson, Brief vom 6.2.92 1193* "Ecclesia Gnostica" I:4, Sommer 1985 1194* "Aurora Borealis" I:4, Alberta 1985, 3 1195* "Sex and Religion," xiii 1196* Gespraech mit Aquino, 15.7.87 1197* Ellic Howe, der Breeze getroffen hat, Brief vom 7.10.87 1198* Motta an Jantschik, Briefe am 30.3.87 und 12.5.87 1199* Obwohl das "Department of Health Bureau of Vital Records" in NY keinen am 15. Maerz 1989 verstorbenen R. Gernon in den Todes-Akten fuehrt. Brief vom 4.12.1990 an Leonard Stevenson 1200* Bersson an William Barden, Brief am 20.9.92. Ebenfalls im Brief an mich vom 25.2.92 1201* Faksimile in: AHA 10/92, 49 1202* W. Barden, Brief vom 12.6.88 1203* Oriflamme VI:6, Belconnen 1991, xi 1204* M. Kumer, Telefon am 16.9.91 1205* Amtliche Mitteilung vom 23. Oktober 1990 an L. Stevenson 1206* Jantschik, Brief vom 22.9.88 1207* Jantschik, Brief vom 29.6.91 1208* "Poems," Bergen und London 1986, Vorwort 1209* Norbert Straet, Brief vom 2.2.87. McMurtry ist vom 28.9.-3.10.83 in Aa- chen 1210* Dokumentiert in: AHA 4/92 1211* "Newaeon Newsletter" V:6, Pittsburgh 1987, 6, VI:3, 7 und VI:4, 10 1212* Ausserdem als Geliebte von McMurtry und Heidrick. Ersteres habe ihr den IX° eingebracht. Dies als Beispiel, woraus die Sprossen der OTO-Karrierelei- tern bestehen 1213* Iannotti an "Faunus", 1.4.92 1214* Bacuzzi, Brief vom 5.12.87 1215* Tonbandprotokoll einer Konferenz in London am 2.6.87 1216* Clive Harper, Fuehrer des "Caliphats" in England, Brief vom 9.8.93 1217* Gespraech im April 1988 1218* Georg MaKowiak an Jantschik, Brief am 30.11.1982 1219* Christopher Dietler/"Zardoz" an Jantschik, Brief am 2.6.1983 und am 18.3.83 1220* Rundschreiben fuer Meisterkreis 1/91, 1 1221* Was sich erst ab der Publikation der OTO-Artikelserie in AHA, die zu vorliegender Studie gefuehrt hat, aendert 1222* Straet, Brief vom 2.2.87 1223* Straet, Brief vom 27.1.87 1224* Uebersetzung aus Aquino: "Scroll of Set," Vol. XII, Nr. 5, October 1986, 1: Brief von Straet vom 9.1.87 1225* Vereinseintragung, 2 1226* Bill Heidrick, Brief vom 29.3.91 1227* Straet, Brief vom 22.7.87 1228* Straet, Brief vom April 88: Heidrick publiziert jaehrlich weitere Stati- stiken in seiner "Thelema Lodge Newsletter" 1229* Straet, Brief vom 1.9.87 1230* Gespraech in London am 27.3.93 1231* "Anlage zum Verkuendungsprotokoll" "Caliphat" versus Haenssler-Verlag, Aachen 12.12.1991, 1 und 2 1232* "Magical Link" 5:3, erschienen Februar 1992, 1 1233* III:1 1234* James Wassermann in: "Magical Link" III:2, 10 1235* Rundschreiben April 88 1236* U.a. in ThelemaNet San Francisco (415) 751-9308 (Opus 1:161/93) 1237* TLNL vom Oktober 90 spricht von 9,5 Millionen 1238* Der ehemalige "Leibwaechter" von McMurtry, Leonard Stevenson. Er glaubt, dass McMurtry nun im thelemitischen Himmel ein Erzengel geworden sei, das "Caliphat" aber kein richtiger OTO ist 1239* "Magical Link" 6:3, 4 1240* Angriffe des "Awake" in der Ausgabe vom 22.10.89 (NY) 1241* "The New Federalist" (Livermore, CA) beschreibt am 3.11.89 die Gescheh- nisse und spricht u.a. von Drogen. Der Gebrauch von Blut wird von Heidrick genau beschrieben in: TLNL Januar 1991, CA. Zu Lyndon LaRouche siehe Haack, Europas neue Religion, Zuerich 1991, 55 und 136. Haack, Anmerkungen zum Sata- nismus, 191 1242* Rundschreiben vom 1.5.90 1243* Der Begriff "OTO" wird durch "xxx" ersetzt. "The Broken Link" I:1, San Francisco 1991 1244* "My publisher drew a "line in the sand", and we settled." Der Begriff "OTO" wird durch "Crowleyites" ersetzt. Raschke, Brief vom 27.6.91 1245* Bis 1992 11 Buecher 1246* Breeze an Vladimir Madic, Brief vom 25.4.1992. Bericht ueber die yugos- lavische OTO-Szene in: AHA 4/93: Koenig: "Ljubezen je zakon oder ljubav pod Voljom?", 14ff. 1247* "Magical Link" 6:2, New York Sommer 1992, 1 1248* Mottas "Equinox" V:2, Nashville 1979, 25 1249* "Structure of the Society," ohne Ort und Datum 1250* David Bersson, Brief vom 20.9.92 1251* "Constitution of the SOTO in America," ohne Ort und Datum 1252* Section 12.05, 22. Maerz 1987, 44 1253* Heidrick an Ruben Pilares Villa {12} am 18.10.1977. OTO-Newsletter I:2, 1977, 4. OTO-Newsletter II:1, 1978, 30 1254* "Magical Link" I:4, NY 1987, 26 1255* 6. August 1977. Dazu Seckler: "McMurtry did change his mind about the election of a Caliph and everything went just as he wished." Brief vom 21.9.1992 1256* Bertiaux, Brief vom 6.8.88 1257* Lamparter, Brief vom 23.9.89 1258* William R. Barden, Brief vom 27.6.88 1259* Hemberger, Pansophie und Rosenkreuz II:1, Giessen 74, 90 1260* ebda. 52 1261* "Humanitaet" 4/92 1262* Brief von Gregory von Seewald vom 29.6.92 1263* G. Allen Martin/"Kelly": "Encyclical Letter," Februar 93 1264* Testament als Faksimile publiziert in: AHA 6/91, 18ff. 1265* Yorke an Germer, Brief im Dezember 1947: Crowley ueber die Copyrights in einem Brief an Karl Germer vom 6.6.47: "they never came up in the bankrupty." "ITC" IV:7, 28. "Anubis" 6, Muenchen 1987, 17 1266* A.R. Naylor, Herausgeber der Mandrake Press, Brief vom 26.10.92 1267* Als Manuskript produziert im Prozess "Caliphat" gegen Haenssler-Verlag (Anmerkungen zum Satanismus, Muenchen 1991). Zusaetzlich verfasst W.H. Kall- fass, ein ehemaliges Mitglied, einen ausserordentlich negativen Bericht 1268* Gordon Merrick: "Kannten Sie Oscar?," Hamburg 1988 1269* Angeblich ist Marlene Dietrich seine Patientin. Schlag erzaehlt gerne von seinem angeblichen Patienten, der fluegellose Fliegen bis zur Ejakulation auf seiner Eichel krabbeln laesst. Dies ist jedoch ein weitum bekannter Pornofilm aus den 70er Jahren 1270* "Alpina" 2/91, 55 1271* James Webb: "the occult establishment," 366 1272* F. Moser: "Der Okkultismus," Zuerich 1935, 893 1273* Peter Orzechowski: "Schwarze Magie - Braune Macht," Zuerich 1988, 118 1274* Paehl 1970, 1933, 84 1275* "Okkultistische Rundschau" 4, Chemnitz 1929, 62. Biographie dann in: OR 7, 128 1276* Gespraech mit Schlag am 15.12.88. Er meint, das Radio habe sich "von al- leine" angestellt. Der Neurologe Oliver Sacks beschreibt in: "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" (Hamburg, 1987 - "The Man Who Mistook His Wife For a Hat," New York 1987) einen aehnlichen Fall von "musikalischer Epilepsie" (deutsch, 184) 1277* Gespraech am 26.2.88 1278* "Alpina" 2/91, 55 1279* Gespraech mit Schlag, 15.12.88 1280* Neue Zuercher Zeitung 18 vom 23./24.5.87, 27 1281* Schlag: "Die graphologische Forschung im Lichte der tiefenpsychologi- schen Erkenntnisse," ca. 1950. Vorlesung am Institut fuer Angewandte Psycho- logie in Zuerich 1282* Gespraech am 30.10.1990 1283* Gespraech am 16.9.88 1284* Gespraech am 22.1.88 1285* "Mezla" III:1, NY 1985, 13, und in: AHA 11/91, 3 1286* McMurtry vs Motta, 196 1287* Gespraech am 20.1.87 1288* Cefalu 1925, Russel an Smith am 21.9.25 1289* Grosche an Schlag, Brief am 9.4.1956 1290* In seinem Vortrag "Ueber Herkunft und Symbole des Tarot," gehalten am 25.5. 1983 in der Rebekka Loge No.5 Felix und Regula des "Odd Fellow Orden" Zuerich, erwaehnt Schlag mit keinem Wort Crowleys zwischenzeitlich weltberu- ehmt gewordenes Tarot-Set 1291* Aehnlich drueckt sich Dr. phil. Urs Imoberdorf, Schriftleiter der "Zeitschrift fuer Menschenkunde" aus, der Schlag mehrmals getroffen hat. Imoberdorf gewinnt von Schlag "den Eindruck eines Mondes, der beschienen wer- den moechte." Brief vom 17.7.92. Nachruf in: "Zeitschrift fuer Menschen- kunde," Wien 1991, 51. Schlag sieht sich gern als Vaterfigur, wie aus seinem Sermon "Kuss der Liebe" (Zuerich ohne Datum) klar ersichtlich wird 1292* Motta: "Oriflamme" VI:3, Nashville 1983, 496 1293* Seckler, Brief vom 31.5.91 1294* Gespraech am 11.7.88 1295* Mottas Oriflamme VI:5, Rio 87, 100. Auch an Germer am 17.12.61 1296* Mottas Oriflamme VI:3, 489 1297* Faksimile in: AHA 2/92, 7 1298* "Commentaries," 1975, 211 1299* "Unicorn" 4, Bonn 1984, 134. "Gnosis" 1, California 1985, 2 1300* Seckler, Brief vom 2.2.88 1301* "Rio, 3-II-62," Faksimile in: AHA 2/91, 5 1302* Motta: "Oriflamme" VI:3, Nashville 1983, 510 1303* Leipzig 1912. Gespraech mit Schlag am 11.7.88 1304* "Hermetische Gesellschaft" 1305* Starr, Brief vom 23.12.88 1306* Schlag ist kein Jude 1307* "Sex and Religion," Nashville 1981, 72 1308* McMurtry vs Motta, 711 1309* Motta: "Oriflamme" VI:4, Nashville 1984, 360 1310* ebda. 387 1311* Schlag meint damit wohl den IX° 1312* Tamara Bourkoun an Schlag, Brief am 12.8.63 1313* Bertil Persson, Brief vom 7.7.1991 1314* "I met Herr Metzger on one occasion in ca. 1972 in the company of Herr Oskar Schlag," Ellic Howe, Brief vom 24.9.87 1315* "Salvador Dali," Muenchen 1980, 149 1316* "Wissende, Eingeweihte und Verschwiegene," Zuerich 1986, 7 1317* Fuer das mit Ellic Howe verfasste Buch "Merlin Peregrinus," Wuerzburg 1986 1318* Persoenliches Gespraech mit Schlag 1319* Paul Ruediger Audehm, Brief vom 28.7.88 1320* Horst Miers: "Lexikon des Geheimwissens," Freiburg 1970, 306 1321* Gespraeche mit Schlag (20.1.87 und 22.1.88) und Martin Erler (12.7.91), Brief von Audehm vom 24.6.88 1322* Faksimile in: AHA 2/92, 8 1323* A. Bergmaier, Schlags Haushilfe, Telefon vom 10.1.92. Angeblich ordnet Frau Bergmaier Schlags Nachlass im Auftrag der Zentralbibliothek Zuerich 1324* Der Schicksalspsychologe Leopold Szondi (1894-1986) analysiert vor allem in: "Schicksalsanalyse," Basel 1944/1987, das, was er "homosexuell-paranoide Koppelung" nennt 1325* Kurtzahn: "Die Gnostiker," Bad Schmiedeberg 1925, 121 1326* Frankfurt 1989 1327* Helmut Gareus "Sapere Aude", Prof. C. Henking, Pierre E. Calame: "Pro Memoria Oskar R. Schlag," Zuerich 1990, 3/2 1328* Nr 11 vom 8.3.79, 75 1329* Z.B. am 20.1.87 1330* Motta zitiert Schlag im Brief an Germer am 28.1.62 1331* Klingsor: "Experimental-Magie," Berlin 19762, 236 1332* Brief vom 8.7.88 1333* Hinter dem Pseudonym steckt ein Herr, dessen Korrespondenz in dieser Studie hie und da mit dem buergerlichen Namen zitiert wird. Er war Adlatus von Metzger, "Sekretaer" von Hemberger, bekannt mit Wolther, Czepl, Howe, Grasser, Englert. Obwohl er zurueckgezogen lebt, ist sein Foto in der Konsu- mentenzeitschrift "K-Tip" 6 vom September 1991 (Rorschach), Seiten 10 und 11 zu bewundern. Ausserdem ist er Herausgeber eines bekannten italienischen Eso- terikers in einem schweizer Verlag, der ausserdem in den 80er Jahren einige Raritaeten aus Oscar Schlags Bibliothek als Faksimile publiziert hat - der Name dieses Verlags ist ein Anagramm von "Satana" 1334* Die HG ist nicht amtlich eingetragen. Handelsregisteramt des Kantons Zuerich am 14., 24.8. und 14.10.92: Adressbuch der Stadt Zuerich 1335* Einer von H.P. Blavatskys Meistern, der auch Alice A. Bailey (1880-1949) inspiriert hat? Walter Kafton-Minkel: "Subterranean Worlds," Washington 1989, 181 1336* In der Tat hat Schlag auch gegenueber dem Autor vorliegender Studie im- mer widerspruechliche Geschichten aufgetischt, die zum Teil schriftlich wi- derlegt werden konnten. Um ihn selber kursieren abenteuerliche Geruechte: er sei im Buckingham Palace ein und ausgegangen, Mitglied der Academy of Arts, habe Koenigsfamilien astrologisch beraten und sein Geld zusaetzlich mit dem Bau von Eisenbahnen in der Tuerkei verdient 1337* Nina Hagen: "Das Vater unser," CBS Schallplatten GmbH, Germany 1985 1338* Metzger: "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 190 1339* Metzger, Vorwort in: "Ecclesiae Gnosticae Catholicae Canon Missae," Zue- rich 1955, 4 1340* Forestier, 63. Joscelyn Godwin: "Theosophy in France," London 1986 1341* Reinhard Schubert, Autor von "Quis et unde?," Bremen 1983: Brief vom 22.2.93 1342* Caillet, 46: 33°: Clymer II, 254 1343* Muendliche Erneuerung vom 9.6.1908, schriftlich bestaetigt: Encausse 33°, 90°, 96°. Detre 33°, 90°, 95°. Caillet, xx 1344* Reuss' Uebersetzung von Aleister Crowleys "Die Gnostische Messe," Schmiedeberg 1918, 8. Das Vorwort ist wiederabgedruckt in Metzgers EOL-Mit- teilungsblatt 40, Stein 1957, 2 1345* ebda. 43 1346* Bricaud an Unbekannt am 19.5.1921: Caillet, xxxiii 1347* Schmiedeberg 1920 und in: AHA 2/92 1348* Stephan A. Hoeller: "Position Paper concerning the Thelemite or Crow- leyan Gnostic Churches," ohne Ort und Datum, 5 und 7: ebenfalls in: "Arohn" 4:3 1349* Amadou, Brief vom 31.3.90 1350* Yorke an Englert, Brief am 31.5.69 1351* Forestier, 167 1352* "Das Gesicht Englands beleuchtet von einem Englaender. Die Hand Russ- lands. Ins Deutsche uebertragen und herausgegeben von Th. R.," Schmiedeberg 1915, 4 1353* Miers: "Lexikon des Geheimwissens," Muenchen 19866, 174 1354* Frans Smit: "Gustav Meyrink," Muenchen 88, 155 1355* Brief vom 12.3.90 1356* A. Krumm-Heller in: "Revista Rosa-Cruz" IV:3, Berlin 1930, 229 und 232. Hier nennt Krumm-Heller die theosophische Kirche Leadbeaters eine "falsche Erfindung," die die Roemisch Katholische Kirche nachaeffe. Ueber Leadbeater: Gregory Tillett: "The Elder Brother," London 1982 1357* E.C.H. Peithmann alias "Gnosticos", in: "Zentralblatt fuer Okkultismus," Leipzig 1929, 326ff. Die Adresse auch alias "Gnosticos": "Tibetanische und gnostische Magie," Leipzig 1931/32, 566 1358* Hermann Rehwaldt: "Das Schleichende Gift," Muenchen 1935, 53 1359* Ewald Dorpheide, alias "Heliodor" Sekretaer des Ordo Saturni, Brief vom 16.2.87 1360* Metzgers Oriflamme 142, Zuerich 1974, 1624 1361* "Die Runen als Heilszeichen und Schicksalslose," Bad Oldesloe 1924 (Ammerland ohne Datum) 1362* So in: "Der Tarot," Hamburg 1920, 5 (Berlin 1985). H.C. Birven be- hauptet von diesem Buch, dass es "eine von Dr. Hummel besorgte (auszugsweise) Uebersetzung des Tarot von Papus darstellt." H.C. Birven in: "Der Tarot," Gelnhausen 1960, 14. Kurtzahn selber weist auf Hummel hin, 3 1363* Miers, Brief vom 1.5.89 1364* Miers, Lexikon, 243 1365* "Bruder Basilides zugeeignet," Hinweis Seite 81 und 110 auf Peithmann 1366* "Gnostiker," 72, 113 1367* 107 1368* Ernst Tristan K.: "Die Gnostiker," Schmiedeberg 1925, 113. Erneut ver- wendet durch Fr."Amenophis" in: "Blaetter fuer angewandte okkulte Lebens- kunst" Nr. 57, Berlin 1954, 12 1369* Reuben Swinburne Clymer: "Book of Rosicrucians," Penna 1949, 268. "Merlin" 3, 1949, 56 1370* Clymer Book I, Quakertown 1946, ohne Seitenzahl 1371* Gespraech am 8.9.91 1372* Gespraech mit Markus Kumer (Metzgers OTO) am 16.9.91. Die "Pistis So- phia" in: Carl Schmidt: "Koptisch-Gnostische Schriften," Berlin 1981 1373* QUICK 29, Hamburg 1929, 30: ohne Stele, dafuer mit einer Art Dreieinig- keitsikone. Haack: "Von Gott und der Welt verlassen," Duesseldorf 1974: mit Stele 1374* Francis King: "Sexuality, Magic and Perversion," London 1971, 194. Aehn- lich Metzger selber in: "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 193 1375* Haack: "Gottes 5. Kolonne," Augsburg 1976, 214. "Von Gott und der Welt verlassen," Duesseldorf 1974, 124 1376* Metzgers Oriflamme 52, Zuerich 1965, 524 1377* Metzgers Oriflamme 28, Zuerich 1963, 326 1378* Metzgers Oriflamme 98, Zuerich 1970, 1096 1379* Metzgers Oriflamme 26, Zuerich 1963, 302 und "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 46 1380* Martens gruendet 1906 einen Lilienorden 1381* Martens: "Geheime Gesellschaften," 1924, 61 (Lilienorden: 214). Zitiert auch von Glowka, Deutsche Okkultgruppen, 54 1382* Martens: "Geheime Gesellschaften," 1918, 169. Dieser Zusatz fehlt in der Auflage von 1924 1383* Metzgers Oriflamme 103, Zuerich 1970, 1156 1384* EOL-Mitteilungsblatt 47, Stein 1958, 7 1385* Metzgers Oriflamme 143, Zuerich 1974, 1638 1386* EOL-Mitteilungsblatt 50, Stein 1958, 4 1387* Germer an Mellinger, Brief am 8.7.1951 1388* Hemberger: "Pansophie und Rosenkreuz," II:1, Giessen 1974, 44, 54 1389* ebda. 96 1390* Brief vom 7.9.92 1391* Massimo Introvigne, November 1989 1392* Metzger an Loris Carlesi, Brief am 22.1.78 1393* Bertiaux, Brief vom 1.7.91 1394* Bislang sind keine entsprechenden Dokumente aufgetaucht 1395* Monastery of the Seven Rays: "4th Year Course," ohne Orts- und Zeitan- gabe, wahrscheinlich Mitte der 1970er Jahre 1396* "Abrasax" 21, Texas im September 1993, 5 1397* "Instrumentum" II:1, Organ des OTOA, 1978, 22 1398* Bertiaux, Brief vom 22.4.91 1399* Bertiaux an Steve ?, Brief am 5.1.1975 1400* Grant, Outside the Circles of Time, 16 1401* Bertiaux an Rafal T. Prinke, Brief am 28.2.84 1402* Lamparter, Brief vom 4.2.91 1403* California, 4 1404* Starr, Brief vom 9.12.87 1405* Starr, Brief vom 7.1.88 1406* William W. Webb, Brief vom 17.10.89 1407* Webb, Brief vom 6.3.1990 1408* Bekraeftigt von Stephan A. Hoeller, der 1959 von Wadle zum Priester ge- weiht worden ist: "I consider it prima facie impossible that Bishop L.P. Wadle consecrated W.W. Webb," Brief vom 22.1.90 1409* Breeze: "Magical Link" III:4, datiert mit Winter 1990, erschienen aber schon im Herbst 1989, 27 1410* "Bystander" I:4, Dezember 1986 und Allen H. Greenfield (OTOA und "Caliphat"), Brief vom 15.8.1990 1411* By-Laws, 22. Maerz 1987, 36 1412* OTO-Newsletter III:9, Berkeley 1979, 64 1413* Norbert Straet, Brief vom 10.11.86 1414* Breeze via Straet, Brief am 11.3.87 1415* Straet, Brief vom 30.12.86. Aehnlicher Meinung ist man auch im Hause Metzger, laut Gespraech mit Markus Kumer am 8.9.91 1416* "Aurora Borealis" 1:9, Edmonton 1986, 8 1417* By-Laws, 36 1418* OTO-Newsletter II,1=5, 1978, 43 1419* "Magical Link" I:6, 1987, 42 und "Thelema Lodge NL," Januar 1991 1420* By-Laws, 35 1421* Breeze an Lamparter, Brief am 15.8.87 1422* Straet, Brief vom 11.9.89 1423* "Magical Link" II:1, 1988, 112 1424* Satzung vom 27.7.92 1425* "Bahlasti Papers": IV:iii, New Orleans November 1989 1426* ebda. Januar 1990 1427* Frankfurt 1981/"The Gnostic Gospels," New York 1979 1428* "Magical Link" 5:3, erschienen im Februar 1992, 1ff. 1429* Seckler: "In the Continuum," V:1, Oroville 1992, 23, Autor dieser Behauptung ist James A. Eshelman 1430* Brief vom 21.9.92 1431* "Harlechinus" an Jantschik, Brief am 9.8.80 1432* Plazinksi, Krummschwert, 35 1433* Gregory Tillett, Brief vom 14.8.92 1434* "Blaetter" 57, Berlin 1954, 15 1435* "Blaetter" 96/58, 17 1436* "Blaetter" 57, Berlin 1954, 11. Dazu Trutz Rendtorff: "Ethik, Grundele- mente, Methodologie und Konkretionen einer ethischen Theologie" Band II, Stuttgart 19912, 62 1437* "Die Gnostiker," Schmiedeberg, 110 1438* Metzgers Oriflamme 28, Zuerich 1963, 335 1439* Heikaus, Brief vom 22.9.91 1440* Es duerfte sich um Heikaus' neues Eigenheim handeln. 1441* Metzgers Oriflamme 20, Zuerich 1962, 230 1442* Ketzerbrevier 5, Zuerich 1958, 8 1443* Weihnachtsgruesse 1965, unterschrieben von Metzger und Frl. Aeschbach. Aehnlich "Ketzerbrevier" 5, Zuerich 1958, 8. Ein handschriftlicher Weih- nachtsgruss vom 25.12.61 an das Ehepaar Karl und Sascha Germer ist von Metzer und Frau Borgert unterschrieben 1444* Haack laesst sich am 22.7.72 von einem Klaus Baehring (Detektiv?) fuer 373.60 DM ein Gutachten erstellen. Schlag laesst Haack am 19.10.72 abblitzen 1445* Metzgers Oriflamme 92, Zuerich 1968, 967 1446* Landesbischof Hermann Dietzfelbinger an Metzger, Brief am 21.5.73. Zi- tiert von Knaut, Testament, 164. Das Gutachten fusst auf einer Stellungsnahme Haacks vom 14.5.73 1447* Bischoefliche Kanzlei St. Gallen, Brief vom 9.10.86 1448* Heinrich Metzler: "Vertrauliche Mitteilungen," ca. 1968, ohne Ort und Datum 1449* Audehm, Brief vom 8.7.88 1450* Haack: "Gottes 5. Kolonne," Augsburg 1976, 241 1451* Metzgers Oriflamme 128, Zuerich 1972, 1455 1452* Audehm, Brief vom 8.7.88 1453* Gebhard Frei: "Das Wirken der Finsternis heute," Rueschlikon 1957, 5 1454* H. Metzler: "Vertrauliche Mitteilungen," 1455* Knaut in: QUICK Nr. 29, Muenchen 12.7.72, 30 1456* Haack: "Gottes 5. Kolonne," Augsburg 1976, 214 1457* Brief an Haack am 22.1.74 1458* "Erleuchtete?," Zuerich 1964, 135 1459* Metzgers Oriflamme 132, Zuerich 1973, 1506 1460* Haack verlangt am 4.11.72 von Metzger und Aeschbach, dass die beiden sich bei Eggenberger u.a. entschuldigen. Haack selber fuehlt sich von Frl. Aeschbach unfein behandelt, Brief an Metzger am 27.5.74 1461* "Handbuch der religioesen Gemeinschaften," Guetersloh 1979, 547. Eben- falls aus christlicher Sicht: "Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltan- schauungen," Freiburg 1990 1462* Haack, Gottes 5. Kolonne, Augsburg 1976, 216 1463* Es sei hier auf den geplanten OTOA-Reader hingewiesen 1464* "The Gnostic Church and the Rites of Memphis-and-Misraim," "Sexual Magic and the Rite of Memphis-Mizraim," "History of our work in the Gnosis," 1-3 1465* Erstmalig in: "The Occult Digest" 3:1, Chicago 1973 1466* Vollstaendig in: AHA 9/91 1467* Jean Prevost, Brief vom 22.3.93 1468* Ausfuehrlich dargestellt ab "Instrumentum" VII:3, Spanien 1983. Faksi- mile in: AHA 10/91, 14 1469* Vollstaendig in: AHA 10/91 1470* Lamparter, Brief vom 24.8.89 1471* Alle OTO-Materialien im Besitz des Autors vorliegender Studie gehen in absehbarer Zeit an CESNUR in Turin 1472* Leserbrief in: AHA 4/92, 76 1473* Z.B. Koenig ueber die Saturn-Orden im Maerz 93 in London (GB) und ueber Krumm-Heller im Mai 94 in Recife (Brasilien) 1474* Franzoesisch: "La Magie," Paris 1993 1475* Primaerquellen falls ohne Angabe 1476* Wie noch viele andere Dokumente, ist eine solche Charta im geplanten OTO-Materialien-Band zu bewundern 1477* "Instrumentum" VI:2, 5 1478* "Daimon" Nummer 0 vom 21.3.90, 7 1479* Christian Bouchet, Brief vom 29.7.89 1480* Webb, Brief vom 10.11.89 1481* Motta: "Sex and Religion," Nashville 1981, xiv 1482* "Mise au Point," Rundschreiben vom 21.9.91 1483* "Vouloir" 94-96, 1992. Bouchet schreibt ueber einen politischen Kongress in London, und ebenso ueber Crowley, 22 und 30 1484* Boyer, Brief vom 30.11.91 1485* Briefe vom 22.7. und 9.9.91 1486* "Mages & Magies" Nr. 0, Frankreich 1991, 13 1487* Brief an die Redaktion AHA, am 6.5.92, unpubliziert 1488* "Ascesi" 1, 15 und 2, 29. Die politischen und weiteren neu-religioesen Zusammenhaenge in: Ascesi 5 1489* Brief vom 30.11.91. Weitere Mitglieder: Francesca Gargano und Enrica Ferrari 1490* Lamparter, Brief vom 13.1.92 1491* Mehr zu Naskov und der yugoslawischen OTO-Szene in: AHA 4/93 1492* Symonds, King, 167 1493* Manuskript 30.2, Gerald Yorke Collection im Warburg Institut London 1494* Russell: "Znus is Znees" II, 1970, 153 1495* Der 4. Jahreskurs der "Monastery of the Seven Rays" (Part II) gibt den 12.5.21 an 1496* Mehr dazu in: "ITC" II:10, 1981, 31 1497* "ITC" III:4, 37 1498* Louis T. Culling: "The Complete Magick Curriculum," Minnesota 1969, 7 1499* Veroeffentlicht in: Motta: "Sex and Religion," Nashville 1981, 439-591 1500* "Stenographic Notes taken at Ray Burlingame's re Russell," 8. Maerz 1947 1501* Culling, Curriculum, 1 1502* Russell, Znus is Znees II, 113 1503* "I saw them with my own eyes." 1504* New Aeon Experiment, Thelema Lodge News Letter, April 92 1505* Faksimile in: AHA 1/92, 10 1506* Introvigne: "Quand le Diable se fait Mormon," 11 1507* Briefe vom 10.8. und 28.8.89 1508* Webb, Brief vom 21.11.91 1509* Auszug aus Webb: "Recollections and Reflections 1950-1988" 1510* Webb, Brief vom 8.5.90 1511* "President of a Chicago TS Lodge," Bertiaux an Steve ?, Brief am 5.1.75 1512* Bertiaux, Brief vom 18.8.90 1513* Bertiaux, Brief vom 2.3.90 1514* "Instrumentum" I:1, 1977, 6 1515* Dieser Adams ist nicht identisch mit George Adams, der von Olive Whicher (der Lehrerin von Crowleys Tarot-Zeichnerin Frieda Harris) beschrieben ist. "George Adams," Dornach 1973 1516* Bertiaux, Brief vom 29.10.89 1517* Starr, Brief vom 25.1.89 1518* Z.B. "Magick," NY 1976, 27, Fussnote 1 1519* Bertiaux, Brief vom 10.10.1987 1520* Maggie Ingalls, Brief vom 10.10.91. Artikel in: "Cincinnati Journal of Ceremonial Magick," Ohio ab 1976. AHA ab 2/92. In: Grant, Outside the Circles of Time, 1980 1521* Bertiaux an Julijan Naskov, Brief am 29.1.1985 1522* "Stellar Visions" I, 20 1523* OTO-Newsletter II:2/6, Berkeley 1978, 58 1524* ebda. II:7/8, 1979, 105 1525* ebda. III:9, 1979, 7 1526* "Magical Link" 5:2, NY 1991, 1 1527* Courtney Willis, OHO des OTOA in den USA, Brief vom 10.8.89 1528* Bertiaux an Gary Allan Martin/"Kelly", Brief am 18.5.1979 1529* AHA 6/92, 76. Dieses Heft enthaelt einen Theodor Reuss Reader und Fak- similes von nicht weiter publizierten Dokumenten, z.B. handschriftlichen Aus- zuegen aus Reuss': "Parsifal und das Enthuellte Grals-Geheimnis," die nicht im Reuss-Reader des Verlags ARW zu finden sind 1530* Aehnlich auch das Metzger-Mitglied Adalbert Schmid in einem Brief vom 11.7.92 1531* Helmut Moeller, Brief vom 14.9.91 1532* Ellic Howe, Brief vom 8.10.89 1533* 30.10.89 in Freiburg
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