Manuela
in Indien

11.11.06
Am Dienstagmorgen 7.11.2006 um 7 Uhr flog Manuela via London ins
südindische Chennai. Nach zwei Tangen in Chennai fuhr sie mit dem Zug nach Madurai und wurde dort
von NANBAN herzlich empfangen. Mit einigen Tagen Verspätung kam dann auch ihr
Gepäck an. Dieses hatte noch grössere Reiselust und
machte den Umweg über Singapur.
Reisebericht November
Dezember 06
Grüsse aus Indien
Nach 4 Wochen Indien habe ich
gedacht, dass ich mal die wichtigsten Eindrücke in den Computer eintippen und
Euch schicken könnte. Euer Leben sieht im Moment ja etwas anders aus, als
meines. Ich blicke zum Beispiel auf Palmen und habe zum Frühstück frische
Kokosmilch getrunken. Dafür habt ihr einen Adventskalender, den ich hier nicht
habe. Weihnachten werde ich aber trotzdem feiern. Ich habe bereits ein
Weihnachtsgeschenk bekommen und zwar einen Sari, den ich dann an Weihnachten
anziehen soll. Das ist bei Nanban so Brauch: an Weihnachten bekommen alle ein
neues Kleid. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass man mir einen Sari
geschenkt hat und ich frage mich bereits jetzt, wie man den anzieht, damit
sitzt, die Toilette aufsucht, darin geht etc. Energische, europäische Schritte
werden in einem Sari wohl kaum drinliegen. Zum Glück
muss ich hier keinen Zug erwischen. Denn meine alte Angewohnheit auf den Zug zu
rennen, liegt in einem Sari wohl auch kaum drin.
Im Moment bin ich vor allem im
Büro von Nanban anzutreffen.
Ich habe ein wunderschönes Zimmer
mit Terrasse auf dem Nanban Bauernhof ausserhalb von Madurai. Das indische
Essen ist exzellent. Trotzdem mache ich mir ab und zu mal Pasta und Salat.
In der ersten Woche habe ich
meinen vorbereiteten Spielworkshop mit den Sozialarbeitern von Nanban
durchgeführt. Sie werden den Workshop mit den Kindern ausüben. Zum Teil haben
sie den Workshop bereits durchgeführt. Dazu aber später mehr. Nach dem Workshop
mit den Angestellten habe ich geholfen, ein neues Projekt vorzubereiten. Es
geht um ein neues Gesetz in Indien, das seit dem 6.10.06 Kinderarbeit
verbietet. Denkt ihr auch, dass dies
eine sehr fortschrittliche Aktion vom
indischen Staat ist? Ich habe das auch gedacht. Leider fehlen Ideen, wohin
Kinder gehen können, die im Zuge dieses Gesetzes ihre Arbeit verlieren. Da die
Familien, die ihre Kinder zur Arbeit
schicken, total verarmt sind oder die Kinder hunderte von Kilometern von ihren
Heimatdörfern entfernt wohnen, können sie nicht in die Familien zurück. Zudem
bietet dieses Gesetz neue Nahrung für Schmiergeldzahlungen. Arbeitgeber können
entweder verklagt oder einfach nur erpresst werden. Es gibt nun einige NGOs, die sich dieser Thematik annehmen. Das Projekt, bei
dessen Planung ich mithelfen konnte,
richtet sich an Kinder, die im Arbeitsprozess eingebunden sind oder waren
und nun eine Schulbildung erhalten
sollen oder deren Familie gestärkt werden soll, damit sie wieder Aufnahme
finden und die Dorfschule besuchen können. Genauere Informationen, wie Nanban
arbeitet und welche Schwerpunkte gesetzt werden, findet ihr im Anhang.
Workshop mit Angestellten und
Kindern:
Die erste Woche habe ich einen
4taegigen Workshop gegeben. Mein Steckenpferd ist das Spiel und meine
Lieblingsspiele sind Spiele, die stark machen. Anstatt den vorbereiteten
Spielworkshop mit den Kindern durchzuführen, habe ich ihn mit den Angestellten
gemacht und diese führen ihn jetzt mit den Kindern durch. Ich bin bei diesen
Workshops jeweils dabei und finde es faszinierend, wie die Kinder auf die
Spiele unterschiedlich reagieren oder worauf die indischen SozialarbeiterInnen
den Fokus setzen. Es gibt ein paar Unterschiede, auf die ich später nochmals
zurückkommen kann. Zuerst zum Workshop. Es ging um die persönliche Definition
von Sozialer Arbeit, die eigenen Stärken und Schwächen, Psychohygiene und dem
sozialarbeiterischen Werkzeug. Der Ausdruck der Psychohygiene war für viele
neu. Viele der indischen Sozialarbeitern empfinden
ihren Beruf als einen “Beruf des Gebens” und verstanden meine Ansicht nicht,
dass man auch gerne etwas nehmen darf. Sei es nun ein angemessener Lohn, Zeit
für sich selber oder das Recht, sich abgrenzen zu dürfen. Die Diskussion über
das Sozialarbeiterische Werkzeug war total spannend. Ich dachte mir, dass ich
dies in 15 Minuten abhandeln könne – dem war nicht so. Die SA blieben lange an
der Grundhaltung hängen (z.B. bedingungslose Akzeptanz), bis ich dann
verstanden wurde und wir auf die sozialarbeiterischen Mittel und Methoden, wie
künstlerisches Handeln, Theater, Beratung etc. kamen. Danach
habe ich sie in mein Lieblingswerkzeug, dem Spiel, eingeführt. Das waren
lustige 2 Tage, vor allem als ich bei einem Spiel, bei dem ein Teilnehmer im
Kreis steht, sich fallen lässt und von allen aufgefangen und in eine andere
Richtung geschubst wird, einfach fallengelassen wurde. Das heisst nicht, dass
das Spiel zu schwierig ist oder man mich nicht verstanden hätte, das heisst,
dass in Indien solche Spiele mit Männern und Frauen nicht funktionieren. Ich
hätte es eigentlich wissen müssen, wollte die Teilnehmer etwas herausfordern
und fiel dann – im wahrsten Sinne des Wortes- auf die Nase. Bei soviel
unschuldigen Gesichtern konnte ich aber nicht
– ich streite aber heute noch mit James, ob dies ein kulturelles Problem
ist oder nicht. Er sagt nein, ich sage ja. Ja, das sind die kulturellen
Fettnäpfchen, die überall auf unschuldige Westler lauern.Jböse sein und akzeptierte mein Schicksal bzw.
Karma
Einen Tag später konnte ich es mir
dann nicht verkneifen, etwas zu
moralisieren und zu betonen, dass in der Sozialen Arbeit jeder aufgefangen
werden muss, egal ob Mann oder Frau. Das musste einfach sein. So ein kleiner
Tritt im richtigen Moment kann manchmal auch nützlich sein. Männer und Frauen
werden in Indien immer noch verschieden behandelt. Im Bus zum Beispiel, sitzen
Männer und Frauen getrennt. Wenigstens hier in Tamil Nadu, wird stark darauf geachtet. Bei den Zügen gibt es zum
Teil Frauenwaggons für allein reisende Frauen. Frauen sind allerdings selten
alleine unterwegs. In den grösseren Städten findet man vermehrt Frauen und
Männer, die sich an westlichen Masstaeben
orientieren. Der Bundesstaat Tamil Nadu ist eher traditionsgebunden.
Die Spielworkshops werden nun an
verschiedenen Orten durchgeführt. Im Boyscenter, im
Mädchencenter und in einer Schule, im so genannten Childrens
Club, eine ausserschulischen Betreuungsangebot in Zusammenarbeit mit der
hiesigen Polizei.
Mädchencenter
Das Mädchencenter liegt am Rande des
Slums in Madurai. Es ist ein verschachteltes, graues Gebäude. Es leben 65
Mädchen dort. Sie werden von einer Betreuerin rund um die Uhr begleitet. Da die
Mädchen tagsüber in der Schule sind, wird die Betreuerin abends von einer
Sozialarbeiterin unterstützt. Wenn die Mädchen von der Schule kommen,
entledigen sie sich der Schuluniform und treffen sich im Innenhof zum Spielen,
Schwatzen und Hausaufgaben machen. Steffi und Franziska, 2 deutsche
Praktikantinnen, berichten, dass die
Mädchen wenig Freizeit haben, da sie tagsüber in der Schule sind und vor der
Schule, sowie nach der Schule im Haushalt mithelfen müssen. Steffi und
Franziska haben 2 Hausaufgabenräume eingerichtet, da die Mädchen bis anhin die
Aufgaben auf den Knien und im ganzen Zentrum verteilt gemacht haben. Bei einem
Lernworkshop, den sie durchführten, mussten die Mädchen etwas aufschreiben und
machten dies in allen möglichen Positionen, ausser am Pult sitzend. Hauptziel
des Hausaufgabenraums ist aber nicht die Sitzhaltung zu verändern, sondern
einen Ort der Ruhe zu installieren.
Ruhe und Privatsphäre
Ruhe in Indien ist ein Thema,
worüber man übrigens seitenweise philosophieren könnte. Um es kurz zu machen:
In Indien herrscht in den Städten ein saulärm. Auch
im Mädchencenter ist es laut, wenn sich die Mädchen nach der Schule versammeln.
Ein Ort der Ruhe finde ich deshalb eine wunderbare Idee. Tief in mir drin regt
sich aber eine kritische Stimme, die fragt: Haben Inder das Bedürfnis nach
Ruhe? Nochmals ein kurzer Exkurs, dann wieder zurück zum Mädchencenter.
Die Frau von James hat vor einigen
Tagen ein Kind bekommen. Im Spital haben sich alle Verwandten vor dem
Operationssaal versammelt und auf das Ergebnis gewartet. In Bindhus
Fall waren es 15 Menschen, die im Gang auf dem Boden sassen und sich nach der
Geburt begeistert um das Neugeborene scharten.
Da die Krankenschwestern wenig Zeit haben und man das auch weiss,
bleiben die engsten weiblichen Familienangehörigen jeweils bei der Mutter, um
sie und das Baby zu pflegen. Bindhu hat seit der
Geburt kaum eine Minute für sich gehabt. Aber sie will das auch nicht. Es ist
für Inder absolut normal, auf engem Raum zusammenzuleben.
Mädchencenter II
Es ist nicht möglich, das Leben
eines indischen Waisenkindes mit dem Leben eines Schweizer Waisenkindes zu
vergleichen. Es wäre auch ein grosser Fehler, da die gesellschaftlichen Masstaebe zwei ganz verschiedene sind.
Die indische Unterschicht lebt auf
engem Raum zusammen und schläft auf dem Boden. Privatsphäre ist entweder kein
Bedürfnis oder einfach nicht möglich. Kinder der indischen Unterschicht können
von Glück sprechen, wenn sie die Schule besuchen können. Oft werden sie zur
Arbeit geschickt. Kinder werden aus finanzieller Sicht oft als Last empfunden,
vor allem Mädchen. Die Nanban Kinder schlafen auch auf dem Boden, aber sie
haben regelmässig zu Essen, können zum Arzt, wenn sie krank sind und haben die
Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Dies ist ein grosses Privileg und
diesbezüglich unterscheiden sie sich bereits von ihrer Herkunftsfamilie. Die
Kinder dürfen sich nicht an einen Lebensstandard gewöhnen, den sie später, wenn
sie Erwachsen sind, nicht aufrechterhalten können. Dies ist ein Punkt, den
viele Westler nicht verstehen. Auch ich war zuerst sehr befremdet, als ich sah,
dass die Mädchen auf dem Boden schlafen. Aber als ich dann die vielen Inder,
zum Teil auch aus der Mittelschicht, im Spital auf dem Boden schlafen sah,
wusste ich, dass dies hier halt einfach normal ist.
Die Nanbanmädchen
machen auf mich einen aufgestellten, ausgeglichenen Eindruck, trotz schwierigem
Hintergrund. Ich habe erfahren, dass nicht alle der Kinder Vollwaisen sind.
Einige der Kinder kommen aus schwierigen Verhältnissen, sprich Vater tot,
abwesend oder Alkoholabhängig. Normalerweise müsste in Indien die Familie
solche Kinder aufnehmen, aber da die Verwandtschaft oft auch finanzielle
Schwierigkeiten hat, sind die Kinder oft unbetreut und verbringen den Tag auf
der Strasse. Zum Teil werden die Kinder zum Arbeiten in Fabriken oder
Restaurants geschickt. Leider werden sie dort nicht wie Kinder, sondern wie
Sklaven behandelt. Zum Teil laufen die Kinder weg und leben auf der Strasse.
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist Streetwork, die
aufsuchende, soziale Arbeit. Im Slum von Madurai hat es ein Transitcenter, wo
Strassenkinder Essen, Kleider und Beratung erhalten. Die Nanban Betreuer nehmen
jeweils Kontakt mit der Herkunftsfamilie auf und versuchen die Familie so zu
stärken, dass das Kind wieder zurück kann. Ist dies nicht möglich, hat das Kind
die Möglichkeit, im Mädchen oder Knabencenter zu wohnen. Es gibt aber auch
Kinder, die dies nicht wollen und regelmässig das Transitcenter aufsuchen,
sonst aber auf der Strasse leben.
Der Spielworkshop mit den Kindern
Nun aber zum Boyscenter.
Es liegt ca. 150km ausserhalb von Madurai auf dem Land. Es ist ein Bauernhof
mit vielen Tieren. Im Gegensatz zu den Mädchen haben die Knaben viel mehr
Platz, um sich auszutoben. für mich war der Aufenthalt in Dharampuram
wie Ferien. Der Workshop mit den Jungs dauerte 2 Tage. Die Jungs waren sehr
motiviert und offen für die Spiele.
Mir ist aufgefallen, dass die
indischen Sozialarbeiter keine Schonhaltung den Kindern gegenüber einnehmen.
Bei einer Übung, bei der man mit verschiedenen Personen diskutiert, wurden sehr
direkte Fragen gestellt. Die Kinder wurden zum Beispiel aufgefordert, zu
erzählen, weshalb sie im Kinderheim sind. Ein Junge begann dann auch zu weinen.
10 Minuten später sang er dann aber wieder begeistert bei einem Lied mit. Die 2
Praktikantinnen und ich haben uns dann gefragt, ob das nun sinnvoll war oder
nicht. Im Verlauf des Workshops bemerkten wir immer wieder, dass die Kinder
offener mit ihrer Geschichte umgehen, als wir uns dies von Europa her gewöhnt
sind. Die Kinder sagen, was Sache ist, weinen wenn ihnen danach zu Mute ist,
und lachen, wenn die Welt für sie in Ordnung ist.
Während den Spielen wurde
ersichtlich, dass die Kinder sehr sorgsam miteinander umgehen. Ich möchte dies
an einem Beispiel verdeutlichen:
Das Spiel heisst – Gasse -. Die
Kinder stellen sich in zwei Reihen auf und stehen sich in einem Abstand von ca.
1 - 2 Meter gegenüber. So entsteht eine Gasse. Ein Kind hat nun die Aufgabe,
mit geschlossenen Augen so schnell, wie es ihm möglich ist, durch die Gasse zu
rennen. Am gegenüberliegenden Ende steht die Spielleitung und fängt das Kind
auf. Die Kinder in der Gasse haben ebenfalls die Aufgabe, das rennende Kind
aufzufangen, sobald es vom Weg abkommt. Der erste Lauf ist meist sehr
zögerlich, muss man doch zuerst die Bestätigung erhalten, dass man wirklich
aufgefangen wird. Der zweite Lauf ist dann jeweils schneller. Ich habe dieses
Spiel mit vielen Schweizer Kindern gespielt, wobei es immer ein bis zwei Kinder
gab, denen die Aufgabe, in der Gasse zu stehen, zu langweilig war und ihre
Aufmerksamkeit abwandten, sobald sie ihren Spass hatten und durch die Gasse
gedüst waren. Es gab sogar Kinder, die ein Bein oder einen Arm in die Gasse
hielten, um das rennende Kind zu Fall zu bringen. In Dharampuram
geschah nichts dergleichen. Die Kinder nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und gaben
aufeinander Acht. Als Feedback wurde von einem Jungen dann folgendes gesagt:
Innen sind wir sicher, ausserhalb sind wir nicht sicher. Dies ist meiner
Meinung nach ein schönes Statement, für das Vertrauen, das er in seine
Kameraden hat.
Zudem hat er wahrscheinlich auch ausgedrückt, was Nanban
für die Kinder darstellt. Eine Sicherheit, welche die Aussenwelt nicht bietet.
Ein Kind aus einer intakten Familie wird dies wohl anders empfinden. Ein
Schweizer Kind wird die Aussenwelt wohl auch nicht so bedrohlich empfinden, wie
ein indisches Kind, das einen Teil des Lebens auf der Strasse verbracht hat.
Natürlich streiten Nanban Kinder
auch miteinander. Aber die gegenseitige Akzeptanz und das aufeinander Achtgeben
war in allen Spielsituationen spürbar und bildet eine solide Basis.
Im Childrens
Club dauerte der Workshop nur 2 Stunden. Trotzdem passierte viel in diesen 2
Stunden. Auch hier waren die Kinder begeistert von der Diskussionsübung, die
ich bereits vorher erwähnt habe. Die Kinder bildeten einen inneren und einen äusseren
Kreis. Nach jeder Frage rutscht der innere Kreis nach links. Somit erhalten
alle einen neuen Diskussionspartner. Im Mädchencenter waren die jüngeren
Mädchen begeistert, weil sie so mit den älteren Mädchen ein Gespräch hatten,
was im Alltag anscheinend nicht oft vorkommt. Im Childrens
Club waren die Kinder begeistert von der Möglichkeit, sich mit anderen Kindern
austauschen zu können. Die Fragen waren dort wie folgt:
1. Wie gefällt dir der Childrens Club?
2. Was ist eine schwierige
Situation in deiner Familie?
3. Was ist eine positive Situation
in deiner Familie?
Als ich die Fragen hörte dachte
ich, genau wie in Dharampuram, dass die Fragen doch
eher schwierig sind. Ich persönlich
würde Schweizer Kindern bei einem Spielanlass Fragen stellen, die sich auf ihre
Hobbies, ihr Lieblingsessen, Zukunftsträume etc.
beziehen. Bin ich oberflächlich oder haben indische Kinder weniger Hemmungen
über Schwierigkeiten in ihrem Leben zu sprechen?
Ich habe mit James darüber
gesprochen und er sagt, dass die Offenheit der Kinder mit ihrer Herkunft aus
den armen Schichten Indiens zu tun hat. Kinder aus den reichen Schichten würden
solche Fragen nicht beantworten. für Nanbans
Zielgruppe, die Kinder aus den armen Schichten, gibt es – wie oben bereits
erwähnt – keine Privatsphäre. Da sie mit ihren Familien in einem Raum wohnen,
wissen sie genau, was in ihrer Familie abgeht und wo die Probleme sind. Kinder,
die auf der Strasse leben, haben noch weniger Privatsphäre und haben nichts zu
verstecken. Nanbans Sozialarbeiter gehen deshalb
ziemlich direkt auf die Themen zu und die Kinder erzählen auch bereitwillig. Nanbans Sozialarbeiter sehen ihren Auftrag auch im
therapeutischen Sinne.
Ich kam aus dem Staunen nicht mehr
heraus, als die Spielleitung Kinder nach vorne bat, um zu berichten, wovon sie
denn im Kreis gesprochen hatten. Ein Mädchen sagte, dass es eine sehr gute
Übung war, da es wichtig ist mit anderen Menschen über Probleme zu sprechen
(ca. 12 Jahre) ein anderes Mädchen sagte, dass sich Kinder umbringen, wenn sie
die Schulexamen nicht bestehen. Sie fände das nicht gut und es sei besser, über
die Ängste zu sprechen (ca. 11 Jahre). Die Übung heisst auf Deutsch
“Kugellager”, was ich nicht übersetzte. Die Kinder tauften die Übung: “ to share”, also “zu teilen”.
Auch diese Kinder erlebte ich als
sehr diszipliniert und aufmerksam.
Zusammenfassend kann ich sagen,
dass die Kinder von dem Workshop profitieren konnten. Die indischen
Sozialarbeiter neigen eher dazu, den moralischen Zeigefinger zu erheben. Sie
setzen den Fokus bei den Spielen mehr auf den Lernfaktor, als ich es tun würde.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder auch lernen, wenn man sie einfach
“erfahren” lässt. Aber Indien ist Indien und Europa ist Europa. Die indischen
Sozialarbeiter nahmen Während den Spielen die Position eines Lehrers oder einer
Lehrerin ein und legten deshalb auch Wert auf das Lehr-Lerngefälle.
Lehrpersonen geniessen grossen Respekt, deshalb auch die grosse Disziplin
Während den Spielen.
Der grosse Hit waren die
Fallschirmspiele. Mir hat es unheimlich Spass gemacht zuzusehen, weil die
Kinder fast ausflippten vor Freude. Das Zielpublikum war weder übersättigt noch
abgestumpft und reagierte deshalb sehr dankbar auf das Spielangebot. Ich
empfinde das Wort “Dankbarkeit” etwas problematisch im Zusammenhang mit Reich und Arm, aber in
Bezug auf die Spiele kann ich es nicht anders benennen. Die Kinder waren von
Herzen dankbar für die Zeit, die Inputs, die Aufmerksamkeit und die
Abwechslung.
Zum Abschluss für Euch zu Hause noch
ne kleine Übung: Jeder Mensch hat seine starken Seiten. Nur sind wir uns dieser
stärken nicht immer bewusst. Aber schreibt doch mal Euren Namen vertikal auf
ein Blatt Papier und sucht Euch für jeden Buchstaben eine starke
Charaktereigenschaft, die zu Euch passt.
Die Kinder (zwischen 8 und 15
Jahren), haben diese Aufgabe bestens gemeistert und waren stolz auf ihren
starken Namen. Auch die Erwachsenen kannten keine falsche Bescheidenheit.
Ich wünsche allen schöne
Weihnachten und einen tollen Start ins 2007!
Liebe Grüsse aus Indien
Manuela
P.S. Falls sich jemand
für die Projektbeschreibung oder die Workshopdokumentation interessiert, kann
man sich bei mir melden. Ich habe alles verschriftlicht.
Allgemeine Informationen zur Organisation
Nanban ist eine NichtRegierungsOrganisation,
deren zentrale Zielgruppe Strassenkinder und Kinder in schwierigen Situationen
ist. Nanban ist ein tamilisches Wort und bedeutet Freund. Der Projektgründer-
und Leiter Br. James stellt das Motto “you are not alone”
in den Mittelpunkt allen Projektlebens. Es gehört zum Konzept Nanbans, dass die Arbeit interreligös
verläuft, da auch die Kinder und ihre Familien unterschiedlichen Religionen
angehören, zum Beispiel werden wichtige Feste der Hindus und der Christen
gefeiert. Auch die Mitarbeiter gehören unterschiedlichen Religionen an.
Die Finanzierung der NGO läuft hauptsächlich über
Eigeneinahmen und Spenden (zu grossen Teilen aus Europa). Insgesamt hat Nanban
etwa 70 Mitarbeiter, zu denen aber auch Angestellte auf der Farm, in den
Haushalten, Mitarbeitern in der Bäckerei und Fahrer gehören.
Die NGO hat sich einige Hauptziele gesetzt. Dazu
gehört die Zusammenführung bzw. Rueckführung der
Kinder in ihre Familien, soweit das möglich ist. Wenn die Kinder keine Familie
haben oder sie nicht dort leben können, haben sie die Möglichkeit, in den
Zentren für Mädchen und Jungen zu wohnen. Zu den Zielen gehören die psychische
Stabilisierung, sowie Zukunftplanung zu den Themen
Schulbildung, Ausbildung und Familienperspektiven. Im Rahmen dessen hat Nanban
auch eigene Ausbildungsprojekte. Durch die sozialarbeiterische Begleitung und
das Gruppenleben in den Zentren sollen die Kinder und Jugendlichen dabei
unterstützt werden, eine eigene Identität zu finden und ihr Selbstwertgefühl zu
stabilisieren.
Ein weiteres Ziel ist eine sinnvolle und freudebringende Gestaltung der Freizeit der Kinder. Die
Kinder leben nach Geschlechtern getrennt in Zentren für Mädchen bzw. für
Jungen. In den Zentren arbeiten innewohnende Mitarbeiter, die abgesehen von den
Fortbildungen, zu denen sie regelmässig gehen, kaum eine Ausbildung haben und
Sozialarbeitern, die regelmässig tagsüber dort hinkommen und hauptsächlich
Gespräche anbieten. Zusätzlich gibt es eine Tanz und eine Gesangslehrerin, die
den Kindern Unterricht geben und immer wieder Praktikanten, die mit den Kindern
arbeiten.
Streetwork ist ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich Nanbans.
Dabei richtet sich der Fokus auf die Bahnhofsgegend und das Gebiet in und um
den Menakschi- Tempel im Stadtzentrum. Als Basisstation
für Streetwork gibt es das Transitzentrum, in
dem Beratungen und Eingewöhnungsphasen
stattfinden.
Ausserdem nehmen Präventionsarbeit und
Gemeinwesenarbeit zum Beispiel in Form
von Familienberatung und Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle innerhalb der
Projektarbeit ein. Diese soll vor allem verhindern, dass Kinder in die Lage
geraten, ihre Familien verlassen zu müssen, um auf der Strasse zu leben. Die
Selbsthilfegruppen richten sich hautsächlich an Frauen. Es gibt diese Gruppen,
sowohl in den Dörfern als auch in ärmeren Stadtgebieten Madurais.
Etwa monatlich finden Treffen mit den Gruppenmitgliedern und Mitarbeitern von
Nanban statt. Bei diesen Treffen werden Fortschritte und Schwierigkeiten
besprochen, auf die die Frauen im vergangenen Monat gestossen sind. Ausserdem
sollen sie dazu motiviert werden, sich politisch zu engagieren, um ihre Lage zu
verbessern. Im Rahmen dieser Selbsthilfegruppen wurde auch ein Programm
entwickelt, welches den Frauen und ihren Familien eine gesichertere
Lebensgrundlage ermöglichen soll. Mit einer Starthilfe von Nanban begannen die
Frauen auf unterschiedliche Weise selbst Geld zu verdienen, auch um etwas unabhäniger von ihren Ehemännern zu sein. Zum Beispiel
stellen sie aus Tumarikwurzeln ein kosmetisches
Pulver her oder töpfern verschiedene Haushaltgegenstände, die dann verkauft
werden. Ein Anteil der dadurch gewonnen Einnahmen jeder Frau, wird auf ein
gemeinsames Konto eingezahlt. Das so angesparte
Gemeinschaftsgeld dient als Grundstock für die Erstfinanzierung neuer
Einnahmeideen und als Notanker für Mitglieder, die in einen finanziellen
Engpass geraten. Wofür das Geld ausgeben wird, wird innerhalb der
Selbsthilfegruppe demokratisch entschieden.
Ausserdem betreibt Nanban einen Kinderclub gemeinsam
mit der Polizei, zu dem Kinder aus einer Slumgegend nach der Schule kommen
können. Sie können dort ihre Hausaufgaben machen und bekommen ein
Freizeitangebot. Zusätzlich steht ein Sozialarbeiter für Gespräche mit den
Kindern und nach Wunsch auch mit ihren Familien zur Verfügung. Dieser
Sozialarbeiter führt mit den Kindern auch regelmässig Themensitzungen durch,
zum Beispiel zum Thema Kinderrechte oder sexuelle Ausbeutung.
Denn die Sicherung der Kinderrechte ist ein weiteres
Anliegen von Nanban, so beispielsweise
die Eindämmung der Kinderarbeit.
Im Zentrum der Arbeit stehen Kinder und Jugendliche,
die in schwierigen Verhältnissen leben, dabei wird mit Kindern und Jugendlichen
aller Altersklassen gearbeitet. Einen
besonderen Stellenwert nehmen dabei die sogenannten Strassenkinder
ein, die aus sehr unterschiedlichen Gründen dort ihren Lebensmittelpunkt haben
oder hatten. Viele der Kinder kommen ursprünglich nicht aus dem Stadtgebiet Madurais, sondern aus den Randgebieten und umliegenden
Dörfern. In diesen Gebieten leben sehr viele Familien unter grosser Armut. Das
liegt unter anderem daran, dass sie hauptsächlich von der Landwirtschaft leben,
ihnen das Land das sie bearbeiten aber nicht selbst gehört, sondern grossen
Firmen oder Grossgrundbesitzern. Die Menschen haben kaum eine andere Wahl, als
für einen sehr geringen Lohn für sie zu arbeiten. Das Kastensystem, dessen
Tradition tief in den Menschen verankert ist, schränkt die Möglichkeiten andere
Berufe zu ergreifen, zusätzlich stark ein. Weil die Familien so kaum überleben
können, bleibt oft kein Geld, um die Kinder in die Schule zu schicken.
Stattdessen, werden die Kinder in die Stadt gesandt, um dort Geld zu verdienen
und so zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Seit einiger Zeit gibt es
ein Gesetz, das Kinderarbeit verbietet, das bedeutet aber nicht, dass diese
nicht mehr existiert. Viele der Kinder erleben bei der Arbeit physische und
psychische Gewalt und fliehen von ihrer Arbeitsstelle und ziehen ein Leben auf
der Strasse vor.
Gerade weil so viele Kinder, die auf den Strassen Madurais leben, aus den Dörfern kommen, leistet Nanban dort
besonders viel Präventionsarbeit.
Mädchen haben eine besonders schwere Position in ihren
Familien, weil sie im Vergleich zu Jungen deutlich diskriminiert werden. Es ist
in Indien und ganz besonders in ländlichen Gebieten immer noch die Regel, dass
die Familie der Braut bei deren Hochzeit eine enorm hohe Mitgift bezahlt, meist
in Form von Goldschmuck. Zusätzlich muss von ihnen die gesamte Hochzeit bezahlt
werden, die hier sehr grosse Ausmasse annimmt. Aus diesen und andern Gründen
haben Mädchen in ihren Familien oft eine sehr schwere Position und manche
fliehen so in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf die Strasse.
Ein anderer Grund, dass Kinder auf der Strasse leben
ist Elternlosigkeit. Die relativ grosse Anzahl dieser liegt auch an der
schlechten medizinischen Versorgung für Menschen mit wenig Einkommen und an der
grossen Anzahl von HIV- Infektionen.
Es sind aber nicht nur ehemalige Strassenkinder, die
in den Zentren von Nanban leben, sondern auch solche, die aus Familien kommen,
bei denen sie nicht mehr leben können. Sie werden von Verwandten, Freunden oder
Nachbarn nach Nanban gebracht oder kommen auch mitunter selbst. Die Gründe,
warum die Kinder nicht mehr zuhause leben können, können ähnliche sein, wie die
oben erwähnten oder auch Gründe, wie Alkoholismus, Gewalttätigkeit eines oder
mehrerer Familienangehöriger, Krankheit der Eltern oder das Verlassen der
Familie durch den Vater.
Manche der Kinder besuchen ihre Familien regelmässig
an den Wochenenden oder in den Schulferien.
Im Zentrum für Mädchen leben etwa 70 Kinder und
Jugendliche, im Jungenzentrum etwa 30 Jungen.
Die meisten der Kinder und Jugendliche besuchen
verschiedene Schulen. Viele haben Probleme im Leistungsbereich, auch weil
einige mehrere Schuljahre verpasst haben.
Die älteren Jugendlichen, die nicht mehr in die Schule
gehen, arbeiten in den verschiednen Ausbildungsprojekten.
Zusätzlich richtet sich die Arbeit der Mitarbeiter Nanbans an die Familien der Kinder, die sie beraten, einige
Mütter von Kindern sind bei Nanban zum Beispiel als Köchinnen angestellt.
Wie schon erwähnt, ist ein Ziel des Projekts auch die
Sicherung der Kinderrechte. Man könnte also sagen, dass auch die Gesellschaft Madurais und der Umgebung eine Adressantin Nanbans ist.
NANBAN
NEWSLETTER 20th November 2006
My name is Manuela Alber and
I’m a Swiss Social Worker. Im associated with Nanban
for 3 years now. Bro. James asked me whether I could make a Workshop with the
Nanban program coordinators and field workers about Social Work and Resilience
from 13th to 16th of November 2006. I liked to share some
experiences out of my daily work in the social field at the children psychiatry
in
I started the workshop with the question about everybody’s personal
definition of social work.
What is social work? Should Social Work be done by
heart or by head? What does it mean to be a social worker? Are we Supermen and
Superwomen always ready to help and to rescue people in need? Is it our duty to
be there for others or is it allowed thinking of us as well? Is it a dedication
or is it a normal job?
To get to know that there is not only one way to
explain social work and that there is neither right nor wrong,
we started to build up groups and discussing some issues about social work.
With every issue we changed our discussing partner.
It was a good experience to hear about different opinions
concerning social work. Everybody was facing difficult situations at his job
and everybody had things he liked or disliked. This exercise made us aware of
sitting in the same boat.
Sitting in a boat actually is a good picture to
imagine how a social worker should be equipped to do his job. First of all it’s
me with my personal resources sitting in the boat. The boat carries me through
the ocean like my attitude carries me through the daily work. Daily I’m
steering my boat to new harbors like the social
worker daily looks for new goals with his clients. But HOW will the steerman move his boat to the harbor
or HOW will the social worker get to his goal he has set with the client?
This became a very interesting discussion. Is it the
understanding of others, compassion, intelligence, education, never judging,
tolerance, patience, social education, unconditional acceptance or skill
training bringing me closer to the goal? Or do these qualities belong to my
personal resources and my professional attitude? The main tool of a navigator
to get to the harbor is the motor or the
rudders. But what does this mean for the
social worker? Like the steerman chooses different rudders for each harbor, the social worker can choose different tools to
reach his goals. So what are the tools
of Nanban Social workers?
|
Story telling |
Streetplay |
|
Clay work |
Showing pictures |
|
Gentle touch |
Active, attentive listening |
|
Smiling |
Rituals |
|
Rules |
Children Conference |
|
Counseling |
Technique of questioning |
After clarifying the tools it became clear to
everybody that it is important to know about the tools and about how to use
them. The next step was to look for examples out of daily work, setting goals
and talk about possible tools to reach the goal.
But it’s not only the know-how and the tools that helps us to do a good job. Imagine several social workers
sitting in a rowing boat and getting tired. Do you think they will reach the
goal? Do you think their tools will help to fill up their batteries?
We found out that the answer is NO. We have to know
how to fill up the batteries and that everybody is responsible for the loading
of its batteries. As these are rather personal questions we were doing a
self-reflection about this topic. Bro. James was so kind to give us some
relaxation by doing an “Orange Relaxation”. While slowly, slowly eating an
orange and thinking of the origin, seeing the tree, smelling the fruit,
enjoying the freshness of the fruit, we suddenly felt very relaxed and could go
on with the next issue.
As you might know, the concept of Resilience is one of
the main issues Nanban is based on. But knowing the theory of Resilience is one
thing. Knowing how to help the children building up an inner strength is
another thing. The bridge between the Theory and the Praxis is the tool. Our
main goal for the next 3 days was to experience what Resilience is and to
enable us to pass on this experience to the children.
I was showing loads of exercises and games to
experience different social competence’s mainly belonging to the concept of
Resilience, such as:
-
Courage - Responsibility
-
Confidence -
Creativity
-
self
confidence -
Taking backstrokes
-
Finding
solutions -
Respect
-
Access/Interaction - Self
efficacy
-
Flexibility -
Self esteem
My tools were: games, parachute, calendar
with drawings indicating different feelings, conference, streetplay,
and reflection. To give you a short picture about how I did it I will mention
two examples:
On the rooftop we were lining up and facing each
other. It looked like a “road”. I was standing on one side and promising the
others that I will catch every person running through the “road” with closed
eyes. At the beginning they were not so sure about whether I could keep my
promise or not. But after the second or third time they all became more and
more confident in me and ran faster. This does not mean that they now were
building up confidence for all their life, but they were confident for the
moment and got to know how it feels like to be confident or how it feels like
to be scared.
Another time everybody got a particular number, which
they had to read and keep in mind not allowed to tell anyone else. I started
with a simple task asking to line up according to the numbers. Of course it was
no problem for them to stand from 1 to 12 in an exact order. BUT then it became
more difficult. I asked them to take new numbers and to line up without
talking. They managed perfectly. Then I asked them to line up with closed eyes
and no talking. This was a challenge. First I let them find different
solutions. Finally they agreed that everyone who found his place clapped in his
hand to indicate to the following number to find its place in the line and clap
as well. Unfortunately it didn’t work out properly and the good feeling
disappeared. I encouraged them to think again of new methods and solutions. It
was interesting to see that there were people giving up and people trying to
find new ideas. Well, finally they tried it the following way: Everybody who
found its place in the line had to clap according to the number. First person
clapped one time, second person clapped two times, etc. Of course this time it
worked out fine and when I asked for the well being, all thumps went up.
Now it was time to have a close look to our
definitions of social work again.
What happened to them? After asking the staff whether
they still stick to their definition or wanting the definition changed, they
mainly answered, that they stick to their definition but wanted to add that they
now are aware of the importance of tools and the way they can use them. Only by
knowing what resilience means they can be a good role model to the children.
So it was a workshop giving us lots to think of. I
don’t think that I taught them new things, but I helped them to discover their
hidden resources and encouraged all of them to become creative, self-confident
social workers being aware of their tools. I wanted to show them a way from the
theory of Resilience to the practical side of Resilience by experience
qualities of Resilience. We decided that Nanban staff at the girl center, boy shelter and the children club should play these
exercises and games by having a workshop on their own. How this worked out you
may be reading in the next newsletter.