Kurzinfos

Patenschaften für Kinder in Indien

 

Wir sind im Frühling 2003 im Süden Indiens herumgereist und haben dabei eine Organisation kennen gelernt, die sich für Kinder und ihre Rechte einsetzt. Als Sozialpädagogen hat uns dies natürlich interessiert und wir sind eine Woche im Kinderheim Nanban geblieben, um genaueres darüber zu erfahren.

Geleitet wird Nanban von Brother James. Er gehörte einst zum Orden der „De-la-Salle Brüder.“ Nach seinem Studium zum Sozialarbeiter ist er allerdings aus dem Orden ausgetreten und führt nun ein konfessionell offenes Kinderheim. Nanban ist eine Stiftung. Das Programm unterstützt Straßenkinder, arbeitende Kinder oder ehemalige Kinderprostituierte, die medizinisch versorgt und ausgebildet werden.

Grundsätzlich versuchen die Sozialarbeiterinnen Probleme in den Familien so zu lösen, dass die Kinder wieder zu Hause leben können und von der Strasse wegkommen. Gelingt dies nicht, stehen den Kindern ein Mädchenheim, ein Jungenheim und ein Beratungszentrum für Strassenkinder zur Verfügung. Die grundlegende Philosophie von Nanban schliesst die bedingungslose Annahme jedes Kindes als eine vollständige Person mit ein. Die Mitarbeiterinnen von Nanban legen vor allem Wert auf grundlegende Rechte im Leben der Kinder, wie das Recht auf Bildung. Die Arbeit von Nanban umfasst folgende Schwerpunkte: Betreuung der Strassenkinder, Ausbildung und Farmarbeit. In Nanban werden den Kindern Fähigkeiten vermittelt, die es ihnen ermöglichen als Erwachsene einen Beruf auszuüben und somit ihre Selbstachtung fördern. Nanban betreibt eine Autoreparaturwerkstätte, wo Mädchen und Jungen auch zu Rikschafahrern ausgebildet werden und eine Batikwerkstatt. Auf der Farm wird Vieh- und Milchwirtschaft betrieben. Einerseits bildet sie eine Ausbildungsstätte, andererseits werden die Strassenkinderzentren in der Stadt mit ihren Produkten versorgt. Nanban hat auch diverse Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen. Diese richten sich vor allem an Frauen in den Slums von Madurai.

 

Wir haben mit den Kindern von Nanban Spielanlässe durchgeführt und auch mit den Sozialarbeiterinnen von Nanban einen Austausch gehabt. Geblieben sind Erinnerungen an engagierte Sozialarbeiterinnen und Kinder, die trotz schwerem Schicksal das Lachen nicht verlernt haben. Die Begegnung mit den Kindern von Nanban und vor allem die Begegnung mit einem Konzept, das unserer Meinung nach durchdacht ist umsetzbar ist und die gesetzten Ziele erreichen lässt, hat uns motiviert einen Weg zu finden, die Organisation von der Schweiz aus zu unterstützen.

Wir suchen Menschen, die an einer Patenschaft interessiert sind. Nanban hat vor kurzem expandiert und auf dem Land in der Nähe von Madurai eine Farm gegründet, die für Jungs bestimmt ist. Bei den Patenschaften geht es darum, einen Teil der entstehenden Lebenskosten zu übernehmen.

Pro Monat entsteht Nanban pro Kind ein Kostenaufwand von ca. 800 Rupies (sFr. 28.-) Darin ist folgendes enthalten: Essen, Unterkunft incl. Wasser, Elektrizität etc., medizinische Versorgung, Schule, Spiele und Freizeit. Die Administrations- und Verwaltungskosten werden von uns übernommen.

Der Kontakt zu einem Kind und regelmässige Berichte informieren über die Tätigkeiten von Nanban. Wie oft man seinem Patenkind schreiben möchte, ist jedem selber überlassen. Die Briefe können von englisch in tamilisch übersetzt werden. Christian und ich könnten Briefe auch von englisch- deutsch oder umgekehrt übersetzen. Nanban kann man übrigens auch besuchen.

Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben.