3. September 1569

 

Schreiben von Hans Urnäscher  und Jakob von Hämen aus dem Feld an Landammann und Rat zu Appenzell.

... Günstig, gnädig herren und vätter, wysend erstlich unser, ouch der unsren knechten unser beiden

fändli zintliche gsundthaitt und wollstand von den gnaden gotes. Semlichs von üch, unsren günstigen, lyeben herren und väter, ouch den üweren zu verneinen, wäri uns ain sondern hertzlichi, grossi fröud etc. Denmnach, günstig, gnädig herren und vätter, ist unß ongetzwifflät, üch hertzlich belangtt nach dem löuffer; das wir üch denselbigen nütt zuschicken, ist fürwar gantz und gar nütt unser schold, als wir üch, unsren günstigen herren oftermallen gschriben hand, (sind) vertröst worden, die ußstendigen zalungen zu erlegen, welches noch nütt beschechen ist, und aber wyr uff jetz ußgänten verschines Ougsten willens gsin und den löuffer aller dingen hinweg fertig zu machen und üch denselbigen zu schicken. Do hatt der künig unsren beiden herren öbristen zügschriben und sy gantz früntlich gebetten, sy wellend oni hindrung mitt irein kriegsvolck uffbrechen, dyewill der amirall mittsampt sinem kriegs­volck die statt Butiers 1 uff die sechs oder siben wuchen belgaret hatt und ernstlich darin gschoßen und aber noch bißhar nüt eroberat; ist, künigliche majestat mit sinenn gantzen kriegsvolck und kriegsrüstung lassen uffbrechen uff den ersten tag September und uns den hertzigen, sinu brüder, zugeben mitt sampt andren grossen herren, und verrnänend, die statt zu entschüten oller den fyend anzugriffen. Gott der almächtig verlichi uns glück und häill. Es ligend in der statt Butiers 1 der herr von Gwyssen 2 mittsampt sinem brüder dem jungen, ouch sunst ander groß herren, deren dri oder fier sind; verhoffend die stat zu erhalten, so wyt und inen entschütung komi. Also ligend wir ongevarlich no x frantzösisch mill von der stat und ver­hofend, die stat zü entschüten. Derhalben günstig, gnädig, lieb herren und väter, langt unser gantz früntlich undertänig byt an üch, ir wollend uns nüt lasen engelten; dan wir fürwar allwegen üch gschriben hand. Siderhar dem letsten schriben, so be­schechen ist bim hotman U r n ä s c h e r, und kann anders schriben uns siderhar zü­komen ist von üch, unsren günstigen, lieben heren und väter, hand wir woll sechs oller siben mallen gschriben ; mögend derhalben nüt wisen, ob üch, unsren gnädigen

herren somlich schriben zükomen ist older nütt. Und sunst nüwer zitung halben wisen wir üch nüt sonders zu schriben, dann wie vorgemelt im brieff stat; dann man gmänlich verhoft den krieg in kurtzem zu ainem end bringen. Got der almächtig verlichi unß sin götlichi gnad. Demnach, günstig, lieb herren und väter, so erst

unß möglichen ist mitsampt andren houptlüten, wend wir dan löuffer schicken. Der­halben, günstig, lieb herren und väter, langt unser früntlich, undertänig bytt an üch, ir wellend üch die unsren dahämen und uns alhie aliwegen trülich lasen bevolhen sin, als wir (ich vertruwen etc.                              Datum in ill zu Alahhäj den 3. tag September

im 15-:-69. jar.

 

Üwer allzit gehorsam, willig diener Hans U r n ä s c h e r und Jacob von Hämen.

 

Landesarchiv Appenzell B 111, Nr.87.  Original (Pap.) mit einem Siegel u. P. und Siegelsp. eines zweiten.

 

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