1563 Februar 11.

 

Schreiben  der Hauptleute Klam, Tschiry, Merz und von Heimen an Landammann und Rat zu Appenzell.

 

Gestrengen, edlen, erenvesten, fürsichtigen, ersamen und wysen, sonders gnedig, günstigen, lieben herren und vättern, ir sin one zwyfel letschlich uf der post und in unseren vorgemelten billyggenden brief, do dan die abgestorbnen daryn verschriben und alle die, so läder in der nodt und veldstrytt umkhomen sind, wie vorgemeltt, uns allen von hertzen läd ist. Diewil und wir aber, günstig, gnädig herren und vätter, diewil und wir aber nach so vil redlicher und erlicher kriegslütten haben under unseren den zwayen vändli von A p p e n t z e l l , hoffend, wir heyend unß ge­halten gmänlich, als agott will eerlichen kriegslütten gebürtt und züstatt und nun vürderhin agott wil ouch thun wellend, darmitt und ir unser gnädig herren und vätter gespüren und ervaren söllend, das wir üwer alten lob, nutz und eer, wie vor ouch gemelt ist, agott wil, ouch wend ersetzen. Zu dem anderen, günstig gnädig herren) und vätter, hett uns die hochgeacht künicklich majestat, ouch der edel vürst von Gwyssen 1 sich ernstlich und hoch zu den 22 vändly sich erbotten, eer, lib, blutt und gutt zu inen setzen, und ainer kron uß Franckrich allwegen die Eydtgnossen lieb und in hochen eeren, nun fürderhin sich aber entbütt noch vürd­licher tun welle; hatt uns derhalben angehalten, diewil wir läder ettlich knecht under unseren vändly verloren und abgestorben sygen, begert sin vürstlich gnad an uns die hoptlütt deren 22 vändlinen, widerum die vändly zu ervöllen und in das Tütsch­land zu schicken. Weliches wir im verwillgett, diewil und wir nach so vil eerlicher kriegslütten, ouch die vändli zu stercken. Langt derhalben unser früntlich, undertänig, ernstlich pitt an üch, unser gnädig herren, oberen und vätter, ir wellend tun, als wir zu üch nit anderst vertruwen, den unseren gsantnen botten an der abgestorbnen statt laßen und verwilligen ander frisch knecht anzunemen. Hoffend ouch zü üch, gnädig herren und vätter, mitt den anderen botten uns auch nütt zu sunderen, die­wil man nütt mer begert, dann an der abgestorbnen stat, wie obgemelt ist. Und demnach so latt der künig all sin kriegsvolck, so im Pemund 2 und allenthalben im Franckrich liggen, zusamen ziechen. Demnach beschickt der k ü n i g 4000 schwartz rütter und ain regyment lantzknecht; mögen aber nütt aigenlich wissen, wohin, wie­wol und aber by uns die säg ist, der Engellender stercke sich mächtig wider uns. jetz zemal nütt mer, dan wir bittend üch, min gnädig herren und vätter, ir wellend unß den botten one allen vertzug hinweg verttigen, damitt und er mitt andern Ortten möge anziechen. Wellend wir gwüsser sach vürderer üch, min herren, den löfer zuschicken, dan vormals beschechen ist, als ir wol im anderen brief ver­standen händ, was die gröste ursach ist gesin. Jetz zemal nütt me dann üch als unser gnädig herren und vätter in den schirm, ouch uns alle in den schirm gottes des almächtigen bevelchende. Dattum den xi. tag Hornung in zal 1563 jar     (  1 Herzog von Guise ,   2 Piemont )                             

                     Üwer willige gnägt diener Bartlime Klam

                     UlrichTschiry, Hans Mertz, ,Jacob von Hämen.

Landesarchiv Appenzell B III , Nr. 68. – Original Papier mit Siegel

 

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