| 25 Höhepunkte TI Rheinwaldhorn 3402,2 m | ||||
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Tourenbericht: Hochtour 09.-11.08.2007 | |||
Tourenbericht Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon
25
Höhepunkte TI
Hochtour Rheinwaldhorn 3402,2 m
9. - 11.8.2007
Eigentlich planten wir für diese Zeit eine Tourenwoche mit den Höhepunkten Finsteraarhorn und Dufourspitze. Aus verschiedenen Gründen änderten wir die Pläne und einigten uns für das Rheinwaldhorn.
Programm
Donnerstag, 9. August 2007
Mit ÖV kommen wir um 11:32 Uhr in Dangio 801 m im Bleniotal an. Nach einer
Stärkung im Caffé della Posta steigen wir zur Capanna Adula CAS 2012 m [1220 Hm;
3 ¾ Std.]
Der Weg führt zuerst steil hinauf in das wilde Val Soi und von da in
regelmässigen Kehren zur Hütte. Für die letzte halbe Stunde brauchen wir noch
den Regenschirm. Wir sind fast die einzigen Gäste, die es bei diesem Wetter da
hinauf gewagt haben. Ein deutsch sprechender Hüttengehilfe bedient und unterhält
uns, bis wir uns unter die Duvets verkriechen.
Freitag, 10. August 2007
Der Hüttenwart hat uns ein Frühstücksbuffet bereit gestellt und eine Mitteilung
hinterlassen mit der Bitte, noch einige Holzscheiter in den Ofen
nachzuschieben. Um 5:45 Uhr machen wir uns an den Aufstieg, eine Stunde später
erreichen wir die auf 2393 m gelegene Capanna Adula UTOE (Unione Ticinese Operai
Escursionisti). Hier bläst ein starker Wind, wir steigen aber trotzdem weiter,
machen den nächsten Halt auf 2800 m, wo die Kälte schon fast unangenehm ist.
Zudem liegen hier bereits etwa 10 cm Neuschnee auf dem Moränenschutt. Auf 3000 m
betreten wir den Vadrecc di Bresciana. Wir seilen uns an und steigen in weitem
Bogen unter dem Grauhorn Richtung Rheinwaldhorn auf.
Die Spur der eine Stunde vor uns aufgestiegenen Gruppe führt auf idealer Route
zum Joch, ist aber teilweise bereits wieder zugeweht. Das Wetter bessert sich
zusehends. Kurz nach dem Joch müssen wir, an etwas ungemütlicher Lage, die
Steigeisen befestigen. Eine halbe Stunde später stehen wir auf dem Gipfel des
höchsten Tessinerberges, dem Rheinwaldhorn, 3402,2 m, der im Tessin Adula
heisst. [1400 Hm, 5 ¾ Std.]
Der Adulahüttenwart hat richtig vorausgesagt, wir würden sechs Stunden brauchen
bis zum Gipfel! Ich habe mit weniger gerechnet, da im Führer für den Aufstieg
nur vier Stunden angegeben sind!
Leider verdecken Wolken die Fernsicht, aber Monte Rosa, Weisshorn,
Finsteraarhorn und andere sind doch auszumachen. Die Wolken scheinen eher wieder
höher zu steigen, wir machen uns nach kurzer Rast an den Abstieg. Zuerst über
den Läntagletscher bis zum Verbindungsgrat zur Läntalücke. Dieser wird zur
Schlüsselstelle des heutigen Tages! Angeseilt und mit Steigeisen brauchen wir
mehr als eine Stunde für diesen scheinbar kurzen, aber sehr exponierten Grat.
Die Felsblöcke sind schneebedeckt, Vorsicht ist erstes Gebot. Vielen Dank, Werni
für die Spurarbeit bis zur Läntalücke 2979 m [420 Hm; 2 Std.].
Hier seilen wir uns los und versorgen auch die Steigeisen. Aber der weitere
Abstieg über die steilen Geröllfelder bis in den Talboden des Ursprungs ist
nochmals sehr anstrengend, da bis weit hinunter noch Schnee liegt und alles
ziemlich rutschig ist. Unten im Tal führt dann ein Weg hinaus zur Zapporthütte
2276 m. [Von der Läntalücke: 700 Hm; 3 ¼ Std.]
Das Hüttenwartteam Vreni und Kaspar begrüsst uns herzlich. Wir kommen gerade
recht zur Apérozeit. Wir sind zehn Gäste an diesem Abend in der gemütlichen
Hütte. Zum Znacht werden uns feine Pizokel serviert.
Samstag, 11. August 2007
Einmal ohne Wecker in einer SAC-Hütte aufstehen und erst um acht Uhr zu
frühstücken ist ein besonderer Luxus. Um viertel vor neun Uhr beginnen wir den
Abstieg nach Hinterrhein. Öfters als erwartet führt der Pfad über Felsvorsprünge
auf und ab, so dass es einige Höhenmeter zusätzlich zu überwinden gilt. [700 Hm;
2 ¼ Std.]
Norbert und Werni erreichen als erste den Talboden und bestellen gleich ein
Armeetaxi, das uns den 4 km langen Marsch über den Waffenplatz erspart. In
Hinterrhein warten wir eine Stunde, dann bringt uns das Postauto nach Thusis und
die Bahn nach Hause.
Kosten
Bahn und Bus: Fr. 62.- (Halbpreis)
HP Capanna Adula CAS: Fr. 60.-
HP Zapporthütte SAC: Fr. 55.-
Witterung
Nordföhn, oft bewölkt, am ersten Tag etwas Regen. Im Gipfelbereich schön,
während Abstieg wieder bedeckt und zeitweise Nebel
Besonderes
Das Rheinwaldhorn ist der 22. Kantonshöhepunkt. Es fehlen noch die Bernina GR,
das Finsteraarhorn BE und die Dufourspitze VS
Statistik
Aufstiege: 2620 Hm; 9 1/2 Std.
Abstiege: 1820 Hm; 7 1/2 Std.
TeilnehmerInnen
6
Ella Gnehm
Godi Hauser
Hansruedi Keller Tourenleiter
Norbert Eisenring
Ruth Fink-Theiler
Werner Wolfensberger
Tourenbericht Hansruedi Keller