25 Höhepunkte NW Rotstöckli 2901,0 m
Tourenbericht: Klettertour 03.07.2005

Tourenbericht Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon

25 Höhepunkte NW
Klettertour Rotstöckli 2901,0 m
2.7.2005

Eine aussergewöhnliche Klettertour

Programm

Um 06:15 starten wir mit einem PW nach Engelberg, wo wir um 07:45 ankommen. Da die Bergbahnen erst um 08:30 den Betrieb aufnehmen, bleibt uns genügend Zeit für Kaffee und Gipfeli an der frischen Engelberger Luft, frisch aber nur so lange, bis sich am Nebentisch ein süchtiger Raucherclan niederlässt. Mit der Gondelbahn fahren wir zum Trüebsee hinauf, eine konventionelle Luftseilbahn bringt uns zur Station Titlis Stand und die Rotair, eine Luftseilbahn, deren Kabine sich während der Fahrt einmal um 360° dreht, bringt uns auf den Kleintitlis auf 3032m. Für das letzte Teilstück der Anreise steigen wir auf den Iceflyer, diese Sesselbahn bringt uns über den Titlisgletscher hinunter auf 2840m zum Fuss des Rotstöckli. Der Iceflyer ist nicht etwa extra für die Rotstöcklikletterer gebaut worden, sondern bringt die Snowboarder zum Titlis Freestylepark und Touristen aus aller Welt zum Titlis Gletscherpark (Rutschvergnügen auf grossen Gummischläuchen), kurz ein "Event"-Tummelplatz auf exklusiver Höhe, selbstverständlich fehlt auch der DJ nicht. Das Rotstöckli, an sich ein unattraktiver Kletterberg, ist also bestens erschlossen und meines Wissens die einzige alpine Kletterroute, auf der man pausenlos der Popmusik ausgesetzt ist.
Um 10:45 beginnen wir mit der kurzen Kletterei. Gleich am Anfang ist der schwierigste Teil, eine kurze 5er Stelle, die aber durch Fixseile abgesichert ist. Das Gestein ist recht brüchig, man weiss nie sicher, ob die Griffe halten und ist daher dankbar für die solide Sicherungsmöglichkeit am Fixseil. Nach dieser ersten Seillänge steigt man auf Schuttbändern zum Sattel hinauf und weiter auf der Süd- und Westseite, ebenfalls auf Schuttbändern und -halden, hinauf zum Gipfel. Die ganze Route ist mit Fixseilen versehen, so dass die Begehung sicher ist, obwohl überall lose Steine liegen. Andreas und Ruth sind nach einer Stunde auf dem Gipfel, Ella und ich eine halbe Stunde später. Heute sind wir die einzigen Kletterer am Rotstöckli. Ein Blick ins Gipfelbuch zeigt, dass der höchste Punkt des Kantons Nidwalden nur sporadisch und fast nur im Rahmen von Höhepunktprojekten bestiegen wird. Wir geniessen die Gipfelrast bei ausgezeichneter Fernsicht und moderater Popmusiklautstärke.
Der Abstieg verläuft entlang der Aufstiegsroute, wobei am Schluss über die steile Wand direkt auf den Titlisgletscher abgeseilt wird. Iceflyer, Rotair, Kabinenbahn, Gondelbahn, PW: In dieser Reihenfolge benutzen wir die Transportmittel auf unserer Rückreise. Zum Abschluss geniessen wir in der Badi Pfäffikon SZ ein erfrischendes Bad im Zürichsee.

Kosten

Autoanteil Fr. 20.-, Bergbahnen Fr. 47.50

Witterung

Ideales Hochtourenwetter, gute Fernsicht

Besonderes

Herzlichen Dank für die Routeninformationen von
Sepp Odermatt, Peak Bergsport Sarnen
Thomas Odermatt, Bergführerbüro Engelberg
Adrian Guggisberg, tot2top  www.to-urs.ch

Statistik

Aufstieg: 60 Hm; 1 bis 1.5 Std.,           Abstieg: 60 Hm; 1 Std.

TeilnehmerInnen 4

Andreas Senn

Ella Gnehm

Hansruedi Keller    Tourenleiter

Ruth Fink-Theiler

Bericht: Hansruedi Keller