Bahnwandern an der Gotthard Nordrampe

Der Bahnwanderweg an der Gotthard Nordrampe wurde im Juni 2007 eröffnet. Er führt von Göschenen via Wassen, Gurtnellen, Amsteg und Silenen nach Erstfeld. An verschiedenen Stellen informieren Tafeln über den Bau der Gotthardbahn oder über die alten Verkehrswege in Uri. Die reine Wanderzeit (ohne Pausen und Fotohalte) für den ganzen Weg beträgt zirka 7.5 Stunden.

Anreise nach Göschenen

Von Basel/Luzern, Zürich und der Ostschweiz fahren stündlich Züge nach Arth-Goldau. Innert Minuten kann auf den Interregio nach Locarno umgestiegen werden und so gelangt man bequem nach Göschenen zum Nordportal des Gotthard-Tunnels.

Göschenen — Wassen

Länge
4.4 km
Zeitbedarf
1 h 40

Kaum hat man den Bahnhof Göschenen verlassen, begegnet man Bahngeschichte: die Strasse führt nämlich über die historische Eisenbahnbrücke, welche 1882 gebaut wurde.

Der Wanderweg führt entlang der Bahnstrecke und schon bald stösst man wieder auf Bahngeschichte – eine Kabelbude – und kurz darauf die erste Kunstbaute – eine Lawinenverbauung.

Lawinenverbauung

Danach geht's abwärts bis zur Autobahn und weiter auf Kieswegen und durch ein Wäldchen bis kurz vor Wassen, wo die Bahn den Wattinger-Kehrtunnel verlässt.

Entlang der Kantonsstrasse erreicht man Wassen, von wo die berühmte Kirche grüsst. Wer will, kann zur Kirche hoch laufen und die Aussicht gen Norden oder Süden auf Autobahn und Eisenbahn geniessen.

Aussicht Wassen gen Süden

Wassen — Gurtnellen

Länge
4.7 km
Zeitbedarf
1 h 20

Von Wassen aus geht's zuerst abwärts und dann entlang eines Speichersees zum Pfaffensprung. Auch hier kann man einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt machen und die Aussicht durchs enge Tal geniessen.

Aussicht vom Pfaffensprung

Am Kraftwerk vorbei führt der Weg dann mehr oder weniger der Eisenbahnlinie entlang bis Gurtnellen.

Gurtnellen — Amsteg

Länge
7.2 km
Zeitbedarf
2 h 10

Entlang der Reuss und danach entlang der Kantonsstrasse führt der Weg zur neu gebauten Hängebrücke über die Reuss..

Seckenviadukt

Danach folgt ein steiler Anstieg zu einem weiteren Aussichtspunkt, von wo aus man den Seckenviadukt sieht. Dies ist der einzige Viadukt, welcher noch heute im Ursprungzustand ist, wenn auch auf Doppelspur verbreitet. Alle anderen Brücken und Viadukte wurden mehrmals verstärkt und schliesslich neu gebaut.

Während die Eisenbahnstrecke auf der linken Talseite fährt, wandert man der rechten Talseite durch Wald, durch einen Lawinenschutztunnel und entlang von Steinschlagschutznetzen und der Autobahn. Nach Intschi wechseln Eisenbahn und Autobahn die Talseiten. Dazu quert die Eisenbahn auf der Intschireussbrücke das Tal und verschwindet in einem Tunnel.

Intschireussbrücke

Über einen Lawinenhang mit Schutzunterständen führt der Weg dann abwärts nach Amsteg, am Kraftwerk und der imposanten Chärstelenbachbrücke vorbei.

Chärstelenbachbrücke

Amsteg — Silenen

Länge
1.4 km
Zeitbedarf
35 min

Entlang der Kantonsstrasse und der AlpTransit-Baustelle Amsteg führt der Weg nach Silenen. Hier steht der Turm der «Edlen Freiherren von Silenen», gebaut im 12. Jahrhundert. Es besteht die Möglichkeit, ihn zu besteigen und den Blick über die AlpTransit-Baustelle und gen Erstfeld wandern zu lassen.

AltTransit Baustelle Amsteg

Silenen — Erstfeld

Länge
6.1 km
Zeitbedarf
1 h 50

Der Weg führt uns entlang der Kantonsstrasse und der Reuss zum Bahnhof Erstfeld.

Heimreise ab Erstfeld

Stündlich fährt ein Interregio nach Arth-Goldau, wo Richtung Luzern/Basel, Zürich und Ostschweiz umgestiegen werden kann. Dazwischen fährt eine S-Bahn via Arth-Goldau nach Zug.

Teiletappen

Die Züge halten zwar schon lange nicht mehr zwischen Erstfeld und Göschenen. Aber Postauto bzw. Auto AG Uri fährt stündlich zwischen Erstfeld und Göschenen, so dass man die Wanderung z.B. in Wassen oder Gurtnellen beginnen oder in Amsteg abbrechen kann.

Fazit

Auch wenn die Auf- und Abstiege zwischendurch etwas steil und anstrengend waren, hat mir der Wanderweg Gotthard Nordrampe gut gefallen. Da ich zwischendurch immer wieder gewartet habe, um die Brücken mit einem Zug darauf fotografieren zu können, musste ich den Weg in zwei Teiletappen (Göschenen – Amsteg und Gurtnellen – Erstfeld) machen. Aber die Aussicht auf imposante Brücken und Einblicke in die Geschichte der Gotthardbahn entschädigten mehr als genügend.

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